XXL-SPECIAL: Quadral und Aurum – Platinum M50/Chromium Style 52/Wotan/Megan im Preview

21.11.2012 (cr/phk)

Test-Aufbau

Platinum M50, Megan VIII, Chromium Style 52, Wotan VIII

Einführung

Wir hatten bei Quadral/Aurum in Hannover die Gelegenheit, verschiedene Quadral- und Aurum-Produkte ausgiebig hören zu können – im Einzelnen handelt es sich um die pro Stück ab 1.200 EUR kostende 3-Wege-Bassreflex-Standbox Aurum Wotan VIII (in Individual-Lackierung 1.350 EUR/Stück), den pro Stück 600 EUR (mit Individual-Lack Stückpreis 700 EUR) kostenden 2-Wege-Bassreflex-Regallautsprecher Megan VIII, die frisch auf den Markt gekommene Quadral Chromium Style 52 (3-Wege-Bassreflex, Stückpreis 649 EUR) sowie die ebenfalls noch neue Quadral Platinum M50 (3-Wege Druckkammer-Bassreflex, Stückpreis 1.499 EUR).

Übersicht über Leistungsdaten und Farben

Aurum Wotan VIII

Aurum Wotan VIII

Front-Ansicht mit und ohne Gitter

Seitliche und Rückansicht

Oberfläche

Bändchen-Hochtöner

Die Wotan VIII nimmt auf einem Sockel Platz

Hochwertige Anschluss-Terminals

Die Wotan VIII ist in schwarz Hochglanz, weiß Hochglanz,, Eiche choco, Eiche natur und in Kirsche für 1.600 EUR pro Stück lieferbar. Für 1.750 EUR/Stück gibt es den Lautsprecher in Individual-Lackierung. Die Wotan ist mit 120 Watt dauerhaft und mit 200 Watt kurzzeitig belastbar und ist 921 mm hoch, 194 mm breit und 428 mm tief – somit durchaus als kompakt zu bezeichnen. Modern nennt man solche schlanken Holzlautsprecher „Tower“ – ein durchaus am Markt wahrzunehmender Trend. Aurum hat so etwas, wie die Wotan zeigt, schon seit geraumer Zeit im Programm – nur hochwertiger, was die Technik angeht. Mit edler Gehäuseverarbeitung, aufwändigen Bi-Amping-Anschlussterminals und schicker Form ist dieser Lautsprecher ein echter Blickfang. Von 33 Hz bis auf 65.000 Hz spielt die Wotan – perfekt geeignet auch für High Resolution Audio-Dateien, an die man im Zeitalter schneller Internetverbindungen und großzügiger Speichermöglichkeiten auch komfortabel mittels Download herankommt. Der Wirkungsgrad beträgt 88 dB (1 W/1 m), der Lautsprecher wiegt 22,6 kg und ist mit zwei 135 mm Tieftöner, einem 135 mm Mitteltöner sowie Bändchenhochtöner ausgestattet.

Aurum Megan VIII

MEGAN VIII

Mit Bändchen-Hochtöner ausgestattet

Rückansicht und Seite

Finish im Detail

LS-Anschlüsse

Die gleichen Standardfarben wie bei der Wotan, auf Wunsch gegen moderaten Mehrpreis gibt es auch hier eine individuelle Lackierung. Die Megan kostet 600 EUR in der Standardausführung (Stückpreis) und wirkt für diesen fairen Preis edel. Auch bei der Optik dieser Box präsentiert sich Aurum wieder als Trendsetter: Ganz groß in Mode ist es, auch einem Regallautsprecher einen Sockel „unterzuschieben“, der den Eindruck optischer Noblesse merklich steigert und zudem einem sauberen Klangbild zuträglich ist. Die Megan trägt diesen Standfuß wie selbstverständlich, und die gediegene, bis ins Detail saubere Verarbeitung teilt sie sich mit der Wotan VIII. Für alle Aurum Modelle gibt es übrigens satte 10 (!) Jahre Garantie. Die Megan ist eine 2-Wege-Bassreflexkonstruktion mit 60 Watt dauerhafter und 100 Watt kurzzeitiger Belastbarkeit. Auch sie setzt im Hochtonbereich auf ein Bändchen, das freies Spiel bis hinauf auf 65 kHz ermöglicht. Unten herum schafft die Megan 44 Hz als Grenzwert. Der Tief-Mitteltöner misst 135 mm, die Empfindlichkeit der 9 kg wiegenden Box liegt bei 86 dB. Wie auch die anderen Aurum-Schallwandler ist sie für Impedanzen von 4 bis 8 Ohm ausgelegt.

Kommen wir zu konstruktiven Besonderheiten von Wotan und Megan. Der Bändchenhochtöner zeichnet beide Lautsprecher-Modelle aus. Höchste Impulstreue durch das spezielle Konstruktionsprinzip mit sehr geringem Gewicht, starker Magnetantrieb und daraus resultierend enorme klangliche Natürlichkeit zeichnen ihn aus. Weiträumige, sehr angenehme und detailreiche Wiedergabe sind die akustischen Kennzeichen. Die aus einer Speziallegierung bestehenden ALTIMA-Membranen (Aluminium, Titan, Magnesium) für den Tief- und Mitteltonbereich sind enorm steif, leicht und liefern exzellente Impulstreue. Potentiell auftretende Störungen können durch die spezifische Ausprägung der ALTIMA Membran in einen Frequenzbereich verschoben werden, in dem das Chassis, geleitet von der Frequenzweiche, seine Wiedergabe schon längst an einen anderen Töner abgegeben hat. Das hat einen über alle Maßen sauberen Klang zur Folge.

Quadral Platinum M50

Quadral Platinum M50

Teil der Chassis-Bestückung

Tieftöner "hinter Gittern"

RiCom V-Hochtöner

Tolles Oberflächen-Finish

Bassreflexausgang und Anschlussterminals

LS-Anschlüsse im Detail

Lieferbar in hochglänzendem Schwarz oder Weiß, ist die 3-Wege-Druckkammer-Bassreflexbox mit 2 x 180 mm Tieftönern aus Aluminium, 2 x 135 mm Alu-Mitteltöner und dem nagelneuen RiCom-V Hochtöner ausgestattet. Der Schallwandler wiegt satte 28,3 kg und spielt von 23 Hz bis auf 50 kHz hoch. Die Empfindlichkeit liegt bei sehr hohen 90 dB (1 W/1 m), 200 Watt Nenn- und 300 Watt Musikbelastbarkeit sind immens. Der Lautsprecher ist für Impedanzen von 4 bis 8 Ohm geeignet. Optional gibt es anstatt schwarzer, weiße Stofffronten, ähnlich wie bei der Chromium Style-Serie – hier haben die hochglänzend weißen Modelle die weißen Stofffronten allerdings „serienmäßig“. Die Verarbeitung der M50 ist überaus hochwertig, das Design zeichnet die M50 als klassische, klar erkennbare Lautsprecherbox aus – allerdings ohne altbacken oder überholt zu erscheinen. Die makellose Oberflächenqualität und die saubere Verarbeitung der Gehäuseecken sind weitere Pluspunkte. Die Abmessungen: 1.127 mm hoch, 230 mm breit und 319 mm tief.

Konstruktive Besonderheit der Platinum M50 für 1.499 EUR/Stück ist das kombinierte Druckkammer-Bassreflexprinzip. Durch die Druckkammer wird der Wirkungsgrad im Bassbereich verstärkt, was dazu führt, dass vom Verstärker für das Erzielen eines identischen Effektes nicht so viel Energie angeliefert werden muss. Dies wiederum führt dazu, dass man a)auch nicht nur extrem leistungsstarke Verstärker verwenden muss und dass b) die Schwingspule sich stets in thermisch gesundem Rahmen bewegt und nicht überhitzt, was Haltbarkeit und Langzeitstabilität negativ beeinflussen würde. Auch zu erwähnen ist der RiCom-V Hochtöner. Er ist aufgrund der cleveren Konstruktion in der Lage, stets mit vergleichsweise geringer thermischer Belastung klangliche Höchstleistungen zu erzielen. Hohe Betriebssicherheit und enorm geringe Klangverfälschungen sind weitere Vorzüge.

Quadral Chromium Style 52

Quadral Chromium Style 52

Front- und Rückansicht

Ebenfalls mit Bändchen ausgestattet

Titanium-PP Mitteltöner

Ausgezeichnete Einpassung der Chassis

Gerundete Kanten und tolles Oberflächenfinish

Anschluss-Terminals

Das Abdeckgitter ist magnetisch angebracht

Die Style 52 ist die kleinere der beiden Chromium Style-Standlautsprecher und passt exzellent in den modernen Wohnraum. Lieferbar in hochglänzendem Weiß oder Schwarz, sind der weiße Glasstandfuß und das weiße Stofflautsprechergitter besondere Kennzeichen von der Liebe zum Detail bei der weißen Version. Die Style für einen Stückpreis von 649 EUR wiegt 12,2 kg und ist mit Abmessungen von 941 mm (Höhe) x 166,2 mm (Breite) x 232 mm (Tiefe) sehr gut zu stellen. Im Hochtonbereich kommt ein Bändchen zum Einsatz, was für diese Preisklasse eine absolute Besonderheit darstellt. Der Wirkungsgrad beträgt 88 dB, geeignet ist die Style 52 für Impedanzen von 4 bis 8 Ohm. Der darstellbare Frequenzbereich geht von 35 Hz bis 65 kHz – somit ist die Style 52 auch der richtige Lautsprecher für design- und preis-/leistungsbewusste High Resolution Audio-Fans. Bestückt im Mittel- und Tieftonbereich ist sie mit einem 135 mm Titanium-Polypropylen-Mitteltöner und einem 135 mm Tieftöner aus dem identischen Material.

Besonderheit der Style 52 ist klar die für die Preisklasse überdurchschnittliche Hochtonbestückung, die eine enorme Impulstreue, eine tolle Räumlichkeit und eine exzellente akustische Natürlichkeit sicherstellt. Auch die spezielle, sich nach hinten verjüngende Gehäuseform ist ein optisches Merkmal, welches die Style noch attraktiver und filigraner wirken lässt. 

Klang

Aurum Elektronik

Vollverstärker A5 und CD-Player C5

Exzellente Detailverarbeitung, hier gehts zum Test

Die Elektronik, bestehend aus Aurum Vollverstärker A5 und Aurum CD-Player C5, sorgt durch kurze Signalwege, extrem hochwertige D/A-Konverter im C5 und leistungsfähige, geschmeidige, höchst impulstreue Endstufen (100 Watt an 8 Ohm pro Kanal, 150 Watt an 4 Ohm pro Kanal) im A5 für beste Voraussetzungen, aus allen Lautsprechern, die am Hörtest beteiligt sind, ein Maximum an Leistungsfähigkeit heraus zu holen. Tonal natürlich, detailreich und lebendig ausgelegt, kombinieren sie diese Eigenschaften mit herausragender Räumlichkeit und harmonischem Gesamtklang.

Platinum M50

Mächtiger Auftritt

Bei Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ (English Chamber Orchestra, Nigel Kennedy) gefällt direkt beim Auftakt die sehr gute Durchhörbarbeit im Hochtonbereich, Verdienst des neuen Hochtöners, der in dieser Baureihe zum Einsatz kommt. Transparenz und Brillanz liegen auf sehr gutem Level, die Anbindung des Hochton- an den Mitteltonbereich ist außerordentlich gut gelungen. Der Klang erscheint wie aus einem Guss. Die Streicher kommen mit wohl ausbalancierter Brillanz zum Ausdruck. Der gesamte Klang wird von hoher Impulstreue gekennzeichnet, was mit zum intensiven musikalischen Erleben beiträgt. „Bolero“ von Maurice Ravel ertönt mit feiner Staffelung gleich zu Beginn. Der Aufbau kann so vom Hörer ausgezeichnet wahrgenommen werden. Auch bei kleinen, filigranen Passagen ist die Räumlichkeit sehr gut. Was Impulstreue, Natürlichkeit und Räumlichkeit angeht, ist der verbaute Hochtöner der Platinum M-Serie schon nahe am Bändchen, gleichzeitig aber höher belastbar bei vergleichsweise kleinen Abmessungen. Hohe Pegel gehen der M50 leicht von der Hand, die Box büßt kaum an Souveränität ein. Die enorme Impulstreue ist auch hier Kennzeichen.

Wie kraftvoll und nachdrücklich die M50 aufspielen kann, beweist sie eindrucksvoll beim Pink Floyd Klassiker „Another Brick In The Wall“: Der Bass ist ungemein schnell, reicht tief hinunter und erfüllt mit satter Wiedergabe den gesamten Hörraum – wo ist der Subwoofer, wird sich mancher fragen. Die vokale Präsenz ist sauber ausbalanciert, die Trennung der einzelnen Instrumente und der Stimme von den Instrumenten ist erstklassig gelungen. Der Rhythmus kommt nachdrücklich heraus, der umfangreiche Aufbau mit vielen akustischen Elementen wird plastisch herausgestellt. Sehr schön löst sich der Klang vom Lautsprecher. Durch die enorme Leistungsfähigkeit kann man die M50 auch im größeren Hörraum um die 30 Quadratmeter im Stereobetrieb oder als hochwertige Basis für ein Mehrkanal-Lautsprechersystem einsetzen.

„Stars“ von Sara K., abgelegt auf Volume 2 der „Stockfisch Record“-Edition, begeistert durch lebendigen Klang mit einer natürlichen, frischen und emotionalen Stimmwiedergabe. Der hervorragende Bassbereich sorgt für enorme Freude beim Hörer. Wichtig für diesen Lautsprecher – aufgrund seiner hochklassigen Abstimmung sollte man ihm eine entsprechende Elektronik als „Partner“ gönnen, Einsteiger-Stereoverstärker sind hier trotz gutem Wirkungsgrad der Box nicht der richtige Zuspieler. Wir haben mit den Aurum Stereo-Komponenten C5 (CD-Player) und A5 gehört – perfekt für bestmögliches Herauskitzeln der immensen Reserven der M50.

Allan Taylors „Beat Hotel“ (Stockfisch Records, Volume 1) entwickelt eine exzellente atmosphärische Dichte, mit nachdrücklicher, gleichzeitig aber kultiviert-feiner räumlicher Ausbreitung und enormer Plastizität. Der Klang löst sich auch hier wiederum schön vom Lautsprecher und verteilt sich frei, nie unschön belegt, sondern transparent und klar im Hörraum. Die Stimmwiedergabe ist hervorragend, charismatisch und ohne unpassende tonale Verfärbungen.

Chromium Style 52

Das „Beat Hotel“ stellt hier den Beginn unserer Hörerfahrungen dar. Und wir trauen unseren Ohren kaum: Natürlich geht die Style 52 nicht so tief hinunter wie die Platinum M50, aber was hier im Bassbereich abgeht, verdient höchsten Respekt. Dieser elegante, schicke Lautsprecher, wie geschaffen fürs Wohn- oder Musikzimmer, idealerweise zwischen rund 15 und 25 Quadratmeter messend, ist absolut vollwertig, auch im Bassbereich. Die Stimmwiedergabe sowie die Ausprägung der Gitarre sind überragend - die 2. Generation Chromium Style detailliert besser, bietet noch mehr Punch im Bassbereich (der aber stets kontrolliert und impulstreu abgegeben wird), spielt lebendiger und mit noch mehr souveräner Weitläufigkeit. Dass das Bändchen räumlich überragend und tonal natürlich im Hochtonbereich auftritt, kennen wir schon – aber wir hören es immer wieder gern. Gerade für die Preisklasse der Chromium Style 52 ist ein so aufwändiger Hochtöner schon fast eine kleine Sensation.

Weiter geht es mit „Stars“. Jawohl, es ist ein Bändchen – man hört es sofort, als Sara K. vokal durchstartet. So impulstreu, so angenehm und so räumlich tönt kein anderer Hochtöner. Dass eine optisch so schicke Box mit hohem W.A.F. auch noch so gut klingt – nie war Chromium Style so wertvoll wie heute. Verzerrungen sind der Style 52 fremd, für die Bauform ist die Pegelfestigkeit ausgezeichnet. Sicherlich, eine Platinum M macht noch höhere Pegel mit und bietet noch mehr Tiefgang – aber gerade im „Wohnzimmer-Gebrauch“ ist dies oftmals unerheblich. Die Kombination aus technischer, optischer und akustischer Qualität macht die Chromium Style nach wie vor zu einem ganz besonderen Produkt, das wenig Konkurrenz auf dem gesamten deutschen Markt hat. Der Bass ist angenehm straff und hat eine ausgezeichnete Ausdruckskraft. Das komplette, kultivierte Klangbild ist auch hier großer Vorteil.

„Another Brick In The Wall“ klingt auf der großen Platinum natürlich nochmals deutlich wuchtiger und eindrucksvoller, aber die kompakte, ranke und schlanke Platinum M 50 schlägt sich sehr gut. Sie spielt präzise in allen Frequenzbereichen und sorgt für eine klare, fundierte Gesamtwiedergabe, die man auch gern mit höherer Lautstärke genießen kann. Kleinere wie auch größere dynamische Sprünge arbeitet die Style 52 impulstreu heraus. Die Räumlichkeit überzeugt in Anbetracht der Abmessungen ebenso wie der Tiefgang.

Feinfühlig und sensibel agiert die Style 52 bei „Bolero“. Der Aufbau geschieht mit Sorgfalt und Hingabe, Details werden insbesondere im Hochtonbereich nicht nur impulstreu, sondern auch plastisch heraus gearbeitet. Einzelne Instrumente haben eine klar nachvollziehbare Charakteristik und die gesamte Wiedergabe erscheint uns höchst authentisch. Man hört der Style 52 auch aufgrund ihrer angenehmen Auslegung einfach gern zu, auch über längere Zeiträume mit durchaus üppiger bemessener Lautstärke. Es dürfte nur wenig Lautsprecher in diesen Preisregionen geben, die ähnlich harmonisch klingen – und gleichzeitig so gekonnt detaillieren.

Schon erwartungsgemäß liefert das Bändchen der Style 52 beim Auftakt zu Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ wieder eine begeisternde Leistung ab. Sauber durchhörbar, mit natürlicher Räumlichkeit und ohne jeden aggressiven Einschlag, hat auch der versierte Hörer viel Freude mit dem „Frühling“ – und hier insbesondere mit dem ersten, flotten Allegro. Das Ineinandergreifen aller akustischen Faktoren, die hohe Gesamtharmonie bei gleichzeitig enormer Impulstreue, ist dafür verantwortlich, dass man gerade dem Klassik-Liebhaber die Chromium Style 52 ans Herz legen kann.

Aurum Wotan

Aurum verfolgt stets höchste akustische Ideale – nicht in Form markiger Werbesprüche, sondern in Form zweckgerichteter, edler Technik, die nur der Verwirklichung eines lebendigen, harmonischen und realistischen Klangbildes dient. Technik ist bei Aurum nicht Selbstzweck, sondern Mittel, um dem Zuhörer höchst kultivierte, umfassende und authentische Klanggüte zu bieten – wer sich den Beginn der „Vier Jahreszeiten“ anhört, sieht: Mission erfüllt. Die Wotan spielt ungemein filigran, beinahe schwerelos – sie versetzt den Zuhörer mitten ins akustische Geschehen – wobei aus einem durchaus mehrere Zuhörer werden können: Der Abstrahlwinkel ist so breit, dass mehrere Personen problemlos in die von der Wotan freigesetzten akustischen Genüsse kommen können. Die Streicher sind vielschichtig, klar definiert in Klangfarbe und räumlicher Ausbreitung, Dynamiksprünge werden souverän gehandhabt. Der Aufbau des ersten Allegros wird dem Zuhörer mit enormer Klarheit serviert, die räumliche Integration ist überragend. Die Wotan bietet, obwohl auch schlank, gerade was die Breite angeht, mehr Gehäusevolumen und ist deutlich tiefer als die Chromium Style 52. Die Wotan spielt noch eine Idee fundierter, kompletter und gleichzeitig filigraner – das, was die Marke Quadral an Musikalität schon auf hohem Niveau präsentiert, vollenden die Aurum-Modelle mit noch mehr akustischer Eleganz.

„Bolero“ – fein gegliedert, luftig und kultiviert – das ist Klassikhören in Hochform. Überspitzt könnte man formulieren: „Aurum baut die Musikinstrumente unter den Lautsprechern“ – so treffend geht schon die vergleichsweise günstige Wotan mit dem sensiblen Quellmaterial um. Haupt-Unterscheidungsmerkmal zur Style 52 ist die nochmals gestiegene Qualität bei der feindynamischen Ausprägung. Kleine Dynamikunterschiede erkennt die Wotan noch schneller und umfangreicher, und die Einarbeitung erfolgt mit ungemein hoch liegender Zielsicherheit. Die Räumlichkeit ist in Breite und Tiefe auf exzellentem Niveau.

Bei „Another Brick In The Wall“ ist der Bass straff, präzise, aber nicht mit so enormem Volumen versehen wie bei der Platinum M50 – die M50 nutzt ihre schiere Größe gnadenlos dazu aus, im Bassbereich groß aufzutrumpfen, sowohl was Tiefgang, als auch was Volumen und Pegelfestigkeit anbetrifft. Die Wotan spielt etwas schlanker, sehr exakt, sehr wohl dosiert – der etwas sensiblere Hörer dürfte sich hier absolut angesprochen fühlen. Auch die Wotan zeigt sich höheren Lautstärken gegenüber absolut nicht abgeneigt, der Klang bleibt immer souverän und lebendig. Die sich gleichmäßig ausbreitende Räumlichkeit ist ein weiteres hervor stechendes Merkmal.

Nun folgt „Stars“. In erstklassiger Manier gibt die Wotan die Stimme von Sara K. wieder und toppt hier auch die Chromium Style und die Platinum M hörbar. Mehr Charisma durch präzisere Ausprägung vokaler Details – so lautet unsere Beurteilung in Kürze. Die Wotan gibt der Stimme genau das richtige Maß an Kraft und definiert die räumliche Ausbreitung hoch präzise. Eine richtige kleine, audiophile Standbox ist hier entstanden, die für den Hörer, der eben nicht den Platz hat, sich eine Vulkan oder gar Titan aufzustellen, eine nahezu perfekte Alternative ist. Sie eignet sich nicht für den ganz großen Hörraum – dieser aber gibt auch oft die Möglichkeit, große Lautsprecher zu stellen -, sondern eher für mittelgroße Lokalitäten zwischen rund 18 und gut 25 Quadratmeter. Die fließenden Übergänge zwischen Hoch- und Mitteltonbereich sowie zwischen Mittel- und Tieftonbereich sorgen für kultiviertes, ganzheitliches Hören.

Beim „Beat Hotel“ sticht die überdurchschnittliche Detaillierung der Wotan erneut heraus. Die Stimme von Allan Taylor wirkt wie greifbar, so dicht und präzise ist die Wiedergabe. Zum hervorragenden Gesamteindruck trägt auch bei, dass sich die vokalen und auch die instrumentalen Elemente exzellent vom Lautsprecher lösen und sich präzise im Raum verteilen. Die natürliche, sehr angenehme Gesamt-Klangcharakteristik der Wotan ist auch beim Hören dieses Stücks ein echter Hör-Gewinn.

Megan VIII

Wer wirklich nur wenig Platz zur Disposition hat, keinesfalls jedoch auf ausgezeichneten Klang verzichten möchte, greift zur Megan VIII – die beim „Beat Hotel“ mit ihrer gleichmäßigen, überraschend kräftigen Wiedergabe gleich gute Karten hat. Die Stimmwiedergabe ist ähnlich wie bei der Wotan kultiviert und detailreich, im Bassbereich glaubt man kaum, es lediglich mit einem Regallautsprecher zu tun zu haben, so nachdrücklich und gleichzeitig sauber geht die Megan ans Werk.

Sehr plastisch und mit exzellenter räumlicher Darstellung geht die Megan bei „Stars“ ans Werk. Sie spielt direkt und impulstreu, sie schafft es, eine Atmosphäre zu generieren, die man spontan nicht mit diesen recht kompakten Abmessungen in Verbindung bringen würde. Die Gitarre mit dem Anzupfen der Saiten erscheint so authentisch, als würde sich der Gitarrist direkt vor dem Auditorium befinden. Das Abklingen der Stimme, das Herausarbeiten kleiner Details, gelingt der Megan richtig gut.

„Another Brick In The Wall“ – wiederum zeigt uns die Megan, dass man nicht den Fehler begehen sollte und sich von den relativ kompakten Abmessungen täuschen lässt: Der Regal-Schallwandler spielt erwachsen und kräftig auf. Höhere Pegel dürfen es gern sein, die Megan sorgt für satten Bass mit tadellosem Tiefgang und akkurat gestaffeltem Fundament. Die Stimm- und Instrumentalwiedergabe präsentiert sich als sehr gut getrennt. Das Auflösungsvermögen beeindruckt auch bei diesem Stück.

„Bolero“ bereitet der Megan wenig Probleme, da sie das feine Auflösungsvermögen und die Gabe, ein räumliches und natürliches Klangbild zu schaffen, mit der Wotan gemein hat. Basskraft und Tiefgang sind natürlich nicht ganz so ausgeprägt wie bei der Standboxen-Schwester, für einen Regallautsprecher aber sehr gut. Die schöne, stimmige Durchzeichnung und die gelungene Loslösung des Klangs vom Lautsprecher vervollständigen unsere Eindrücke.

Der „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ klingt in Bezug auf das erste Allegro genauso, wie man sich diese Jahreszeit vorstellt: Lebensbejahend, frisch, spritzig. Diese Ausdruckskraft wird von der Megan in hohem Maße in den Hörraum transportiert. Der Hörer, der in den eigenen Wänden nicht so viel Platz hat, aber trotzdem hochklassig Musik genießen möchte, sollte sich daher nicht grämen: Mit der Megan hat er eine verheißungsvolle Alternative – sozusagen eine „Losless-Komprimierung“: Der Lautsprecher ist zwar schon klein-komprimiert, es gehen aber praktisch keine akustischen Informationen verloren.

Fazit

Alle vier Lautsprecher beeindrucken auf ihre Art und Weise. Die Platinum M50 einfach durch ihre enorme Pegelfestigkeit, den erstklassigen Bassbereich und die enorme Dynamik. All dies wird aber mit einer erstaunlichen Detailwiedergabe kombiniert. Höchste Belastbarkeit und höchste Performance zum absolut fairen Kaufpreis, die M50 macht sich auch als vordere Beschallung im hochklassigen Heimkino gut und braucht dank des extrem kraftvollen Basses nicht einmal einen aktiven Subwoofer zwingend als Support – vorausgesetzt, der verwendete Verstärker/Receiver besitzt genug Reserven. Die Chromium Style sieht blendend aus, ist vergleichsweise preiswert und ist technisch aufwändig, inklusive Bändchenhochtöner, Garant für erstklassige Hochtonwiedergabe. Trotz der eleganten Optik ist sie eine komplett aufspielende Konstruktion mit tadelloser Basswiedergabe. Ein feiner, edler, über alle Maßen begeisternder kleiner Standlautsprecher ist die Aurum Wotan VIII. Sie ist das Schmuckstück des Musikzimmers oder der Stolz des Besitzers im Wohnzimmer und spielt ungemein harmonisch, sensibel, impulstreu und natürlich. Spitzen-Technik, hochwertig verpackt und von der Auslegung her erwachsen und kultiviert. Der Anwender, der all dies möchte, aber noch weniger Platz hat, muss dank der kompakten Megan VIII nicht verzweifeln: Seidige Höhen, präzise Mitten und sauber gestaffelter, kräftiger Bass im kleinen Gehäuse stellen eine sehr empfehlenswerte Mischung dar.


Special: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 21.11.2012

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