TEST: Pioneer 7.2 AV-Receiver VSX-922

04.06.2012 (cr/sw)

Neu im Angebot: Pioneer VSX-922 für 549 EUR

Fernbedienung

Rückseite

MCACC-Einmessmikrophon

Einführung

Für 549 EUR ist der brandneue Pioneer VSX-922 als 7.2 AV-Receiver erhältlich, der für 50 EUR mehr (das liegt an der aufwändigeren Technik und am ungünstigen Yen-Wechselkurs) die Nachfolge des sehr erfolgreichen VSX-921 antritt. Besonderheiten des neuen AV-Receivers sind unter anderem AirPlay, DLNA 1.5, Internet Radio (Plattform vTuner), die Wiedergabe hoch auflösender WAV- und FLAC-Dateien bis 192 kHz/24-Bit sowie Direct Energy Verstärker mit optimierten, besonders kurzen Signalwegen. Per Bluetooth (Adapter optional erhältlich) kann man zudem drahtlos Audiodateien z.B. vom Smartphone auf den VSX-922 streamen. Mit an Bord ist Pioneers automatisches Lautsprecher-Einmessystem MCACC in der Advanced-Variante. Sechs Systemspeicher sind für Justagen verfügbar. 

Verarbeitung

Gute Passung der Kunststoff-Frontblende

Schick aussehender Drehknopf für die Quellwahl

Der Lautstärke-Drehregler liegt sehr gut in der Hand und eiert nur leicht

Gerätedisplay mit guter Auflösung

Recht kleine Knöpfe mit ordentlichem Druckpunkt und guten Passungen 

Hochwertige Standfüße

Der VSX-922 ist sehr ansehnlich, die Frontblende ist allerdings aus Kunststoff. Die beiden großen Drehregler für Quellwahl und Lautstärke liegen gut zur Hand. Der Lautstärkeregler ist nicht gerastert, er eiert nur geringfügig. Das Punktmatrixdisplay ist tadellos ablesbar durch Auflösung, Größe und Kontrast. Die Rückseite überzeugt mit Lautsprecher-Schraubanschlüssen für alle Kanäle und tadellosen Passungen der Anschlussterminals. Vorn ist eine kleine Klappe über den Frontanschlüssen, die mit nur geringen Spaltmaßen prima sitzt. Die Frontblende ist aus seitlicher Sicht ebenfalls akkurat eingepasst. Die mitgelieferte Fernbedienung wirkt hochwertiger als bei manchem Kontrahenten. Das Innenleben ist recht übersichtlich gehalten, der Kühlkörper ist aus Blech und nicht aus Aluminium. Die einzelnen Kabel sind mittels Kabelbindern zusammen gefasst. 

Innenleben in der Übersicht

Kühlkörper

Platinenlayout

Trafo

Anschlüsse

Frontanschlüsse - kein Front HDMI-Anschluss

Schraubanschlüsse für alle LS

HDMI-Sektion mit 5 Eingängen und einem Ausgang

2 Subwoofer-Pre-Outs, 3 Cinch-Audio-Stereo-Eingänge, Audio-Ausgang (analog) für Zone 2, 1 Komponenteneingang, 3 x FBAS-In, FBAS-Monitorausgang

Gesamtübersicht

Menü

MCACC im Mittelpunkt

Der VSX-922 verfügt über das optisch bestens bekannte Pioneer GUI, das gerade im Bereich Lautsprecher-Einmessung und Equalizing umfangreiche Einstellmöglichen anbietet. So kann man zwischen einer vollautomatischen (ohne Eingriffsmöglichkeit seitens des Anwenders), einer automatischen (automatische Einmessung inklusive Berücksichtigung individueller Merkmale) oder einer manuellen Einmessung wählen. Wer sich mit Raumakustik auskennt, findet eine reichhaltige Auswahl mit kanalselektivem EQ, Nachhall-Optimierung und Vermeidung stehender Wellen. Auf Wunsch berücksichtigt der VSX-922 diese Parameter natürlich auch bei der vollautomatischen Einmessung. Wer das manuelle Lautsprecher-Setup anwählt, kann sich über ein sehr präzises Time Alignment mit 0,01 m Schritten freuen. 

Grundeinstellungen - Übersicht

Manuelle Lautsprechereinstellungen - unten im Bildschirm gibt es immer Hilfetexte zur Verdeutlichung der gerade aktuellen Funktion

Normales Setup mit Surround Back der Front High

Lautsprechereinstellungen

Kanalpegel in 0,5 dB Schritten einstellbar

Time Alignment

X-Curve für Dämpfung im Hochtonbereich

Eingangs-Konfiguration

Netzwerk-Setup

Netzwerk-Daten

HDMI-Setup

Weitere Einstellungen

Firmware-Aktualisierung

Taste  "Video Parameter" auf der Fernbedienung, Einstellungen erfolgen über das Gerätedisplay, es sind einstellbar:

  • Video Adjust: PDP, LCD, Pro, FPJ, Memory
  • Wählt man Memory, kommt man zum Video-EQ: Verschiedene Rauschfilter: YNR - Helligkeitsrauschreduzierung, CNR - Farbrauschreduzierung, BNR, Blockrauschreduzierung, MNR - Moskito-Rauschreduzierung, Detailoptimierung, Helligkeit, Kontrast, Hue, Farbe,  
  • ASP: Normal, Through
  • Video Conversion: On, Off
  • Ausgabauflösung: Auto, Pure, 576p bis 1080p/24, kein 576i
  • P.CINEMA an, aus, auto
  • P-MOTION -4 bis +4 in 1er Schritten
  • Stream: an, aus, auto

Taste "Audio Parameter" auf der Fernbedienung, Einstellungen erfolgen über das Gerätedisplay, es sind einstellbar:

  • Aktiver Speicher (Memory 1 bis  6)
  • EQ an oder aus
  • S-Wave an oder aus
  • Phase Control auto, oder in 1 ms Schritten von 0 bis + 16 einstellbar
  • Delay in 0.1 Frame-Schritten von 0 bis 10 Frames einstellbar
  • Dual: Channel 1, Channel 2, Channel 1+2
  • Fixed PCM an/aus
  • LFE von 0 bis - 20 in 5 dB Schritten einstellbar
  • SACD Gain 0 oder + 6 dB
  • HDMI Amp oder Through
  • A.Delay an oder aus

Mit den vier "Features" Tasten auf der Fernbedienung gibt direkten Zugriff auf Phasenkontrolle, PQLS, den Sound Retriever sowie auf MCACC. Der VSX-922 bringt noch verschiedene DSP-Programme mit, die man unten auf der Fernbedienung in der rechten Ecke bei der Taste "Adv.Surround" findet. Verfügbar sind:

  • Action
  • Drama
  • Sci-Fi
  • Mono Film
  • Entertainment Show
  • Expanded
  • TV Surround
  • Advanced Game
  • Sports
  • Classical
  • Rock/Pop
  • Unplugged
  • Extended Stereo
  • F.S (Front Stage) Surround Focus
  • Front Stage Surround Wide

Anmerkung: Wir halten es für nicht allzu praktisch, dass Pioneer die Tasten für die Auswahl des Decodings und der DSPs ganz nach unten auf der Fernbedienung verlagert hat. Eine zentralere Unterbringung wäre ebenso wünschenswert wie etwas größere Tasten. Gerade im unteren Teil der Fernbedienung finden sich viele, teils recht kleine und gleichförmige Tasten. Der Druckpunkt ist ordentlich, der Kontrast Fernbedienungsgehäusefarbe - Tastenfarbe ist sehr gut. Das Navigationskreuz ist zentral untergebracht und einfach bedienbar. 

Multimedia

Auch Pioneers AV-Receiver Modelljahr 2012 sind größtenteils mit Apple AirPlay ausgerüstet. In unseren Tests wurde der VSX-922 von unserem Apple iPhone 4S sofort als externe Audioquelle erkannt. Nach einigen Sekunden Wartezeit - im Display des VSX-922 taucht dann der Schriftzug "Media Server" auf - beginnt die Wiedergabe in sehr guter Qualität und ohne Störungen oder Aussetzer. Unter iTunes 10.6.1.7 wird der VSX-922 ebenfalls korrekt erkannt und die Wiedergabe beginnt direkt. 

Server-Übersicht

Titelwiedergabe

Der VSX-922 kann Audio-Dateien von PCs und Servern streamen, die sich im gleichen Netzwerk wie er befinden. Dies funktioniert sehr gut, im Testbetrieb klappte es auch mit der Cover-Anzeige. AAC/FLAC/MP3-Files gibt der Pioneer solide und kraftvoll wieder. Schon hier merken wir: Der VSX-922 ist anders ausgelegt als die Modelle der Konkurrenz. Er legt enormen Wert auf Kraft, Grobdynamik und hat merkliche Freude mit hohen Pegeln. Es fehlt etwas das Verbindliche, Harmonie spendende - anstatt im legeren Sommerblazer, trendigem Poloshirt und in der roten Chino tritt der VSX-922 eher in Lederjacke, Used-T-Shirt und in Jeans mit starkem Vintage-Look auf. 

Internet Radio

Genres

Wiedergabe einer Station

Als Internet Radio-Plattform ist vTuner integriert. Schnell hat man sich über ein einfach verständliches, allerdings rein englisches Menü zur gewünschten Station navigiert. Das erstmalige Puffern des Streams dauert ein paar Sekunden, anschließend kann man sich über eine dynamische, lebendige Wiedergabe freuen, besonders dann, wenn der Sound Retriever für die akustische Verbesserung stark datenkomprimiertem Audio-Materials aktiv ist. Diesen kann man direkt auf der Fernbedienung bei den vier "Features" Knöpfen einschalten (Button "S.RTRV"). 

Testequipment
Klang

MCACC-Startbildschirm

Analyse der Umgebung

LS-Erkennung

Exakte Justage in verschiedenen Schritten

Ermittelte Kanalpegel

EQ-Kalibrierung

Nachhall-Anzeige

EQ, komplett manuell zu justieren

Über eine akustisch Gewinn bringende Wirkung von MCACC lässt sich streiten, was wohl auch an der sehr direkten, lebendigen klanglichen Auslegung des VSX-922 liegt. MCACC bringt zwar mehr klangliche Harmonie und sehr flüssige Wechsel von vorn nach hinten mit, raubt dem VSX-922 aber auch etwas von seiner unbändigen, schwungvoll vorgetragenen Energie, die das Gerät so begehrenswert macht. Für schwierigere Hörräume aber stellt MCACC eine gute Lösung dar, während man im akustisch günstigen Raum ohne Einmessung/EQ ausgezeichnet fährt. 

Bei der BD "A New day" von Celine Dion (Dolby TrueHD) gibt der VSX-922 den 2. Track "The Power Of Love" mit viel Dynamik und einer sehr guten Räumlichkeit wieder. Er ist klar der "Showman" und stellt nicht die Ausarbeitung von feinsten Strukturen in den Mittelpunkt. Er spielt sehr klar und grobdynamisch erstklassig. Verbindlichkeit ist zwar schon vorhanden, aber nicht so stark wie bei manch anderem AV-Receiver. Er agiert impulstreu und offeriert einen nachvollziehbar strukturierten Bassbereich mit sehr gutem Tiefgang, der es nie an Wucht und Fundament missen lässt. Durch seine spezielle Auslegung setzt der preiswerte AV-Receiver sogar so etwas wie Faszinationspotential frei, selten in dieser Preisklasse. Dies zeigt sich auch im Intro zum Within Temptation-Konzert "Black Symphony" - der VSX-922 baut einen glaubwürdigen Raum auf, jedes neu dazu gekommene akustische Element verstärkt den Spannungsbogen. Der Choralgesang wird gut, aber nicht überdurchschnittlich herausgestellt. Die tiefen Frequenzen behandelt der VSX-922 ausgezeichnet - es baut sich von Sekunde zu Sekunde mehr Spannung und tieffrequenter Druck auf. Als dann das eigentliche Konzert beginnt, kommen die aggressiven Elemente sehr gut heraus - und es zeigt sich, dass der VSX-922 nicht der richtige Partner für sensible Naturen ist. Wer hingegen richtig "etwas erleben" möchte und ohnehin gern kraftvolle Musik hört, wird sich mit dem Pioneer auf der Stelle anfreunden können. 

Rund geht es bei "Inadiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" (Blu-ray, Dolby TrueHD 5.1): In der dritten Szene lässt der Pioneer die Faustschläge hart durch die große Halle krachen, der Music Score klingt imposant, bei genauem Hinhören aber fehlt es minimal an Harmonie. Das macht der VSX-922 durch enormen Einsatz in den Action-reichen Sequenzen Wett. Als sich, beabsichtigt, aus Indys Gewehr beim Fall auf den Boden ein Schuss löst, hat dieser Nachdruck und Wucht. Auch die Fahrgeräusche der Armeefahrzeuge stellt der Pioneer sehr gut heraus. Die Grobdynamik ist hoch, dies wird auch durch das enorm zackige, sehr klare Auftreten des 922 möglich. Er sammelt schon einige Details ein, dies ist nicht zu verleugnen - aber er sieht sich klar als Spaßbringer mit Vollgas-Faktor. Er möchte hohe Pegel, die sein dynamisches Auftreten weiter untermauern. Rasselnde Ketten, tobende Kämpfe, Scherben, Explosionen - das ist die Filmwelt, in der sich der VSX-922 sehr wohl fühlt. Die Fahrt auf dem Raketenschlitten am Ende des dritten Kapitels beweist, das sehr leistungsfähige Endstufen im VSX-922 stecken - die keine Mühe haben, auch große Standlautsprecher vorn mit Energie zu versorgen. 

Bei "Cowboys versus Aliens" finden wir den VSX922 erneut in einer Paraderolle wieder - den actionreichen Film gibt er mit enormer Gesamtdynamik wieder, als die Aliens das erste Mal angreifen und für viel Verwüstung in der Wildwest-Kleinstadt sorgen, füllt der VSX-922 auch Hörräume in Größen zwischen 25 und 30 Quadratmeter mit reichlich Action-Atmosphäre: der Bass drückt, und Effektsalven fliegen quer durch den Hörraum. Das Auditorium fühlt sich richtig intensiv in die Geschehnisse eingebunden. Stimmen sind allzeit klar verständlich, der Pioneer arbeitet sie auch gut in den akustischen Gesamtzusammenhang ein. Nicht sein Metier ist es, feine stimmtypische Charakteristika komplett herauszustellen. Den Music Score gibt er mit Wucht und tadelloser Räumlichkeit wieder.  Nicht mehr gewundert hat uns, dass der VSX-922 auch bei "Transformers 3 - Dark Side Of The Moon" viel Freude bereitet. Die erbitterten Gefechte zwischen Sentinel Prime und Optimus kommen mit hervorragendem Nachdruck heraus. Große Explosionen donnern mit sauberer Struktur durch den Hörraum - der Pioneer verliert auch bei hohem Pegel nicht die Kontrolle über das Geschehen. Insgesamt sind gerade solche Actionfilme besonders gut geeignet, das Potential des 922 eindrucksvoll zur Schau zu stellen. 

Schon normale Dolby Digital Tonspuren bieten gute Voraussetzungen, um heraus zu finden, was im Pioneer steckt - "Star Wars Episode III" in der DVD-Version macht richtig Spaß mit dem VSX-922. Gleich zu Beginn, im Verlauf der spektakulären Schlacht oberhalb des Regierungsplaneten Coruscant, sorgt er für eine ausgesprochen nachdrückliche Wiedergabe der zahlreichen Explosionen. Scharf und mit aggressivem Touch donnern Laser-Salven und Raketen durchs All. Der Pioneer verleiht Action-Szenen durch seine exzellente Grobdynamik Flügel, dies ist bereits bei herkömmlichen Tonspuren zu bemerken. 

Unterschiede Auslegung VSX-922 zu Pioneer VSX-921

  • Direkter, "angriffslustiger": Der VSX-922 spielt ohne Filter und weniger verbindlich als der VSX-921
  • Pegelfreude: Der VSX-922 animiert durch seine hervorragende Grobdynamik noch mehr zum Griff nach dem Pegelregler
  • Harmonie: Der VSX-922 agiert zackiger, der VSX-921 harmonischer, runder. 

Im Stereobetrieb bleibt der VSX-922 seiner Auslegung treu - er gibt gern Gas, das heißt, er überzeugt durch enorme Dynamik und hohe Impulstreue. Der Raum, den er aufbaut, erscheint realistisch, kleinere feindynamische Unterschiede in hinteren akustischen Ebenen arbeitet er in Ansätzen heraus. Hier gibt es allerdings Konkurrenten, die sensibler agieren. Rockmusik oder treibende House-Beats wiederzugeben - das liegt dem VSX-922, hier bietet er mit seiner Auslegung für diese Preisklasse nahezu ideale Voraussetzungen. Kraftvoll, energiegeladen, mit teils scharfer Kontur - wer diese Art von Musik mag, wird den Pioneer lieben. Klassik- und Jazzfans hingegen sollten sich eher nach einer Alternative umsehen, hier agiert der VSX-922 nicht sensibel und tiefgründig genug. 

Der Pioneer agiert bei Grobdynamik und Pegelfestigkeit ganz vorn. Er ist ein eher "eckiger" Typ, er spielt sehr direkt und ungefiltert, hohe Pegel gehen dem922 leicht von der Hand. Problemlos kann er mit großen Standlautsprechern zusammen arbeiten. Für Rockmusik, Heavy Metal oder Trance-Musik eignet sich der VSX-922 exzellent. Sensiblere Musik gibt er zwar auch anständig wieder, hier liegt aber nicht sein Schwerpunkt. Der Yamaha 7.2 AV-Receiver RX-V673 ist im direkten Vergleich mehr auf Harmonie bedacht, gibt den Hochtonbereich etwas wärmer und nicht ganz so prägnant wieder. Bei Yamaha ist die klangliche Auslegung der 2012er Modelle offensichtlich verändert worden - nicht mehr so schlank wie früher, deutlich angenehmer, ohne, dass Lebendigkeit fehlt. Als neutrale Alternative empfiehlt sich der Onkyo 7.2 AV-Netzwerk-Receiver TX-NR616, er agiert lebendig und frisch, zeichnet aber nicht mit so kräftiger Kontur durch wie der Pioneer. 

Video

Up-Conversion von 576i DVD-Signalen auf 1080p, Film-Material, Star Wars Episode III, ab Filmbeginn:

Die Star Wars typische gelbe Laufschrift gleich zu Filmbeginn erscheint in authentischer Farbgebung. Die Schrift bewegt sich in tadelloser Schärfe und nahezu ohne Artefakte nach hinten. Jeder Buchstabe ist sauber durchzeichnet, auch die Ränder bleichen nicht aus. Beeindruckend ist, dass auch weit hinten im Raum noch ein stabiler sowie gleichmäßiger Lauf der Schriften garantiert ist.  Als der große Sternzerstörer durch das Bild fliegt, ist ein leichtes, kurzes Zittern bei Kommandobrücke und vorderer obere Kante sichtbar, nach kurzer Zeit aber steht das Raumschiff stabil. Sehr gut und für eine SD-Upconversion auf tollem Niveua ist der Detailreichtum, auch der im Schatten liegende Flügel wird mit ordentlichem Detailkontrast wiedergegeben. Die Gesamtbildschärfe ist zwar gut, aber nicht enorm hoch - dies hat durchaus Vorteile, denn Bildrauschen oder unsaubere Kanten sind kaum zu erkennen. Als die beiden Raumjäger über der Oberfläche des Sternzerstörers fliegen, werden alle bewegten Objekte mit flüssiger, scharfer Bewegung dargestellt. Als die beiden Raumjäger steil nach unten ins Schlachtgeschehen abkippen, bietet  sich dem Betrachter ein fein und räumlich gestuftes Panorama, das auch noch Details an knapp über der Planetenoberfläche befindlichen Raumstationen und Raumschiffen zeigt.. Die Gesichter von Obi-Wan und Anakin haben einen minimalen Rotstich, der aber nur bei sehr genauem Betrachten überhaupt auffällt. Die Hautoberfläche zeigt viele Details. Die zahlreichen Explosionen während der Raumschlacht sowie die Detaillierung der Raumschiffe, Androiden und Raumstationen im Schlachtgeschehen punkten durch die Bank. Insgesamt konnte Pioneer die Upconversion von Filmmaterial nochmals deutlich steigern - hier die Verbesserungen:

  • Nochmals besseres Schwarz, gut zu sehen beim Sternenhimmel zu Beginn von Ep3

  • Mehr Detailtreue, zu sehen an der Vielzahl der Sterne, die der 922 herausholt, aber auch am Sternzertörer

  • Angenehmerer Gesamt-Bildeindruck, bedingt durch natürliche, nicht übertriebene Bildschärfe. Dadurch kommt es kaum zu Treppenstufen, Überschärfungseffekten und Nachziehern.

  • Besserer Raumeindruck, auch Ebenen im Bildhintergrund werden plastisch herausgearbeitet

Up-Conversion von 576i DVD-Signalen auf 1080p, Video-Material, AVEC Professional Test DVD:

  • Schriften in weiß und schwarz vor blau/rot/weißem Hintergrund, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen: Unruhen sind bei der schnellsten Schrift und der mittelschnellen Schrift sichtbar, während die langsamste kaum zittert. Bei den beiden schnelleren Schriften gibt es auch leichte Artefakte rund um die Buchstaben sowie Nachzieher. Lesbar sind alle Lettern problemlos. Die Farbtrennung ist tadellos.  

  • Ein magenta-farbener Siemensstern in der Bildmitte und vier kleine Siemenssterne in den Bildschirmecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung: Nur wenig Artefaktebildung an den magentafarbenen Segmenten an den kleinen Siemenssternen und beim großen Siemensstern, recht gleichmäßiges Drehen, lediglich etwas Flimmern im Zentrum des großen Siemenssterns. Tadellose Farbtrennung und überzeugende Bildschärfe. 

  • Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt: Die Linie bleibt beinahe vollkommen stabil und zittert nur leicht. Das Pendel schwingt gleichmäßig, es bilden sich kaum Nachzieheffekte. Die Bewegungsschärfe der äußeren Konturen ist gut, allerdings verschwimmen die Konturen im Pendelinneren bei höherer Pendelgeschwindigkeit. 

  • Dynamisches Stadtbild von Esslingen, Kamerafahrt über Hausdächer mit Dachziegeln, Autos in der Ferne auf der Bundesstraße, Grünanlage und Teile der Stadtbefestigung: Die Bildschärfe ist ordentlich, die Farben wirken frisch und lebendig. Die Kamerafahrten bringen leider leichte Unschärfen mit sich, und der Bildstand ist manchmal für Sekundenbruchteile nicht ganz stabil. Die Detaillierung ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Flimmern in den Dachziegeln ist zwar erkennbar, hält sich aber in Grenzen.

Eines zeigt sich wieder deutlich, wie wir es von Pioneer kennen: Die Upconversion von Filmmaterial gelingt sichtbar besser als die von Videomaterial. Erstere ist für die Preisklasse auf durchweg erstklassigem Niveau, während die Upconversion von Videomaterial als durchschnittlich zu bezeichnen ist. Im Vergleich zum Onkyo 7.2 AV-Netzwerk-Receiver TX-NR616 agiert der Pioneer bei Filmmaterial sogar noch etwas besser (Detailschärfe, Bildruhe), zieht aber bei Videomaterial den Kürzeren im Vergleich zum Onkyo. Nehmen wir den Yamaha 7.2 AV-Receiver RX-V673 mit in unsere Vergleiche auf, so bietet der Yamaha eine ausgewogene Leistung, kann aber bei der Upconversion von Filmmaterial nicht mit dem Pioneer mithalten. Bei Video-Material ist der Yamaha besser als der Pioneer - allerdings ist der Unterschied marginal, das Bild wirkt etwas ruhiger. 

Fazit

Der Pioneer VSX-922 beeindruckt durch enorme akustische Dynamik und durch seine untadlige Pegelfestigkeit. Die Videosektion bietet ein erstklassiges De-Interlacing plus erstklassigem Upscaling von Filmmaterial auf 1080p und einen prima bestückten Video-Equalizer. Die Upconversion von Videomaterial gelingt ordentlich, aber nicht so gut wie bei Filmmaterial. Die Ausstattung ist reichhaltig, multimedial funktionieren AirPlay, DLNA-Streaming und vTuner-basiertes Internet Radio ohne jede Mängel, was ausgesprochen lobenswert ist. Insgesamt ist der VSX-922 der "ganze Kerl" unter den AV-Receivern der Preisklasse von 500 bis 700 EUR. Er ist bei den traditionellen Pioneer-Schwerpunkten Grobdynamik, direkte Wiedergabeart und Pegelfestigkeit überragend, agiert aber nicht so geschliffen und verbindlich wie mancher Kontrahent. Wer aber gerade Actionfilme oder Rock/Heavy Metal-Musik mit enormer Nachdrücklichkeit genießen möchte, liegt beim sauber verarbeiteten, attraktiven Siebenkanal-Receiver goldrichtig. Wir finden es auch mutig und konsequent, nicht einen "Weichspüler" anzubieten, der alles genauso macht wie alle anderen, sondern einen AV-Receiver zu offerieren, der anders agiert und andere aktustische Schwerpunkte setzt. 

Aufblühen alter Pioneer-Tugenden: Der VSX-922 ist enorm pegelfest, dynamisch und erfreut durch seine direkte Spielweise

AV-Receiver Mittelklasse
Test 04. Juni 2012

+ Sehr pegelfest
+ Grobdynamik erstklassig
+ Direkte Spielweise
+ Praxisgerechte Ausstattung
+ Überragende Upconversion von Filmmaterial
+ Saubere Verarbeitung

- Spiel sehr forsch bei sensibler Musik
- MCACC nicht perfekt angepasst

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04.06.2012

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