TEST: Pioneer BD/DVD/DVD-Audio/SACD/CD-Player BDP-450 mit 2 x HDMI

04.10.2012 (cr/phk)

BDP-450 für 299 EUR

Einführung

Auf der IFA war er zu bewundern, Pioneers neues Multitalent BDP-450. Nun ist der Player, der Blu-ray, DVD, DVD-Audio, SACD und CD unterstützt, bei uns in der Redaktion eingetroffen. Mit 299 EUR ist der optisch attraktive, vollwertig und zeitlos wirkende BDP-450 recht günstig geworden, gerade wenn man mit ins Kalkül zieht, einen echten Formate-Könner vor sich zu haben. Unterstützt werden YouTube sowie Picasa per Web-Interface – weitere Applikationen sieht Pioneer verständlicherweise nicht als zwingend notwendig an, da mittlerweile bereits Flachbildschirme der unteren Mittelklasse über umfangreiche Smart TV Funktionen verfügen – und anstatt all diese Features nochmals in den BDP zu stecken, investiert Pioneer lieber in eine standesgemäße Bild- und Tonqualität. Für eine ansprechende Videosignalverarbeitung sorgt der Marvell Qdeo-Chip.

Verarbeitung

Frontblende mit geringen Spaltmaßen 

Aus jedem Blickwinkel akkurat verarbeitet

Rückseite

Display

Bedienelemente

Der BDP-450 ist zu vielen Formaten kompatibel

Standfuß

Fernbedienung

Mageres Innenleben

Netzteil

Platinenlayout

Der BDP-S450 präsentiert sich in akkuratem Finish. Die Frontblende bietet eine tadellose Optik und Haptik. Unter dem Player sind keine billigen Gumminippel, sondern richtige, nobel wirkende silberne Standfüße. Das Gerätedisplay besitzt eine voll befriedigende Auflösung und ist sehr gut ablesbar. Der Pioneer bietet an der Gerätefront Bedienelemente mit gutem Druckpunkt, die allesamt sehr sauber eingebaut sind. Das Öffnen der Disc-Lade geschieht nach kurzer Wartezeit recht leise. Das Geräusch beim Öffnen ist gleichmäßig. Das Laufwerk ist im Spielbetrieb nicht zu hören, nur beim Einlesen hört man es in vertretbarem Maße sirren. Die Rückseite des BDP-S350 bietet keinerlei Überraschungen, alles ist ordentlich verarbeitet, die Anschlüsse sind korrekt eingepasst. Das Innenleben zeigt, dass die Baugruppenintegration auch für Pioneer nicht Halt macht – das, was sich innerhalb des Gehäuses befindet, ist aber zumindest gut aufgebaut, die Verkabelung ist übersichtlich. Keine Kritik gibt es auch an der mitgelieferten Fernbedienung im typischen Pioneer-Layout, für diese Preisklasse ist sie richtig gut gelungen. 

Anschlüsse

Anschlüsse

Hier gibt es 2 x HDMI, 2 x USB (1 x vorn, 1 x hinten), einen koaxialen Digitalausgang sowie eine Ethernetbuchse. Analoge Audioausgänge sind keine vorhanden. 

Menü und Konfiguration

Obermenü „Grundeinstellungen“

Bildfelder

Video-EQ, Teil 1

Video-EQ, Teil 2

In den Displayeinstellungen kann man die Art des Fernsehbildschirms (16:9 Voll, 16:9 Normal, 4:3 Pan&Scan, 4:3 Letterbox) bestimmen sowie unter „Videoeinstellungen“ zwischen verschiedenen Bildfeldern wählen: LCD, PDP, Projektor, Professional und Benutzerdefiniert. Pioneer geht hier einen anderen Weg als die Konkurrenz und offeriert gerätebezogene Bildfelder anstatt Bildmodi wie „Natürlich“ oder „Kino“. Wählt man den Modus „Benutzerdefiniert“, stehen dem Anwender folgende Parameter zur Verfügung: Progressive Motion (Auto, Motion, Still), Pire Cinema (Ein, Aus, Auto), Helligkeit, Kontrast, Hue, Chroma Level, Detaileinreicherung sowie ein ganzes Paket von Rausch-Reduzierungen: Gegen Farb- und Helligkeitsrauschen, Moskito- und Blockrauschen gibt es jeweils eigene Filter. Als letzter Parameter ist der „Stream Smoother“ (ein oder aus) vorhanden. Insgesamt tadellose Einstellmöglichkeiten, trotzdem müssen wir an zwei völlig unterschiedlichen Stellen Kritik anbringen: Zum einen sind verschiedene Teile des Menüs, darunter auch der Video-EQ, trotzdem in englischer Sprache, obwohl man bei den Spracheinstellungen fürs OSD „Deutsch“ gewählt hat. Zum anderen wäre es sinnvoll, dem User zumindest zwei oder drei Presets für eigenen Justagen zur Verfügung zu stellen. 

Audioausgang

HDMI: Auflösungen

Nächster wichtiger Punkt ist der Parameter „Audio-Ausgang“. Bei „Digital-Ausgang“ ist der konventionelle koaxiale Digitalausgang gemeint, auch hier kann man zwischen Bitstream und PCM umschalten. Das Audioausgabeformat des HDMI-Ausgangs wird im Menü-Unterpunkt „HDMI“ geregelt. Damit man den vollen Dynamikumfang genießen kann, muss zudem DRC (Dynamic Range Control) auf „aus“ stehen. Die Downsamplingschaltung bietet 48, 96 oder 192 kHz als Option. 
Umfangreich fallen die HDMI-Einstellmöglichkeiten aus. Da der BDP-450 über zwei HDMI-Ausgänge verfügt, gibt es die Modi „Dual“, „Separate“ und „Pure Audio“. Beim HDMI-Farbraum stehen die „üblichen Verdächtigen“ als Auswahl bereit: RGB, YCbCr, YCbCr422 sowie RGB-Vollbereich. Unter „Auflösungen“ stehen die Ausgabeauflösungen, die wählbar sind, auffallend ist, dass 480/576i fehlt und es bei 480p/576p losgeht. Somit übernimmt der BDP-450 bei Wahl der Standard-SD-Auflösung zwingend das De-Interlacing. Für die Wahl des richtigen Audioausgabeformates gibt es den Punkt „HDMI Ton-Ausgabe“ mit den Unterpunkten Bitstream (für die Ausgabe der HD-Audioformate ist dieser Punkt zu aktivieren), PCM, Neu codieren und aus. Man kann natürlich im HDMI-Menü auch wahlweise die Steuerung über HDMI aktivieren. HDMI Deep Colour kann entweder ausgeschaltet werden, oder man setzt die Funktion auf Farbtiefen von 30 oder 36 Bit. Wichtig ist der darauf folgende Punkt, denn dieser aktiviert die elementar wichtige 24p-Ausgabe für ruckelfreie Blu-ray-Bilder. „HDMI 3D“ kann auf „auto“ oder „aus“ gesetzt werden. Der 3D-Hinweis bei 3D-Bildquellen wird wahlweise aktiviert oder deaktiviert. 

Die ersten beiden Punkte „IP-Einstellung“ und „Proxy-Server“ im Menü „Netzwerk“ sind bei normalem DHCP-basiertem Einbinden ins Heimnetzwerk nicht von weiterem Interesse. Nur der Punkt „DLNA aktivieren“ sollte auf „Aktivieren“ stehen, zudem kann man einen Netzwerktest, ob der BDP-450 auch tatsächlich im Netzwerk korrekt registriert ist, durchführen und die BD Live-Verbindung definieren. Unter „Information“ gibt der Pioneer alle relevanten Informationen zum derzeitigen Verbindungsstatus preis. 

Der folgende Punkt im Menü „Grundeinstellungen“ heißt „Sprache“ und umfasst die Spracheinstellungen für OSD, Audio, Untertitel und Disc-Menü. Im dann aufgeführten Wiedergabe-Menü sind Winkelmarkierung, PiP-Markierung, Sekundäre Audio-Markierung, DivX VoD DRM, DVD-Wiedergabe (DVD Audio oder DVD Video), die Internet-Einstellung (zugelassen, teilweise zugelassen, verboten), die automatische Disc-Wiedergabe, die Option „letzte Position“ (der Disc) sowie PBC (ein oder aus) am Start. 

Für ein einfaches Setup des Gerätes gibt es den Seup-Navigator, der ebenfalls direkt anwählbar ist. Er führt die folgenden Schritte durch: Wahl der Menü-Sprache des BDP, Wahl der HDMI-Ausgabeauflösung, Wahl des Seitenverhältnisses – das war es. Leider fehlen Einstellungen für die Wahl des Audioausgabe-Signals, diese müssen dann im entsprechenden Untermenü später getroffen werden. 

Optionen

Auch zur Verfügung steht das Menü „Sicherheit“, hier kann man das Passwort ändern und eine Altersbegrenzung durchführen. Im letzten Punkt „Optionen“ findet sich die Einstellung der Zeitdauer (aus, 1, 2 oder 3 Minuten), bis der Bildschirmschoner erscheint, die automatische Abschaltfunktion (aus, 10/20/30 Minuten), man kann die Schnellstartfunktion aktivieren (der Player startet dann schneller, aber der Stromverbrauch wird auch größer, wenn der Player im Standby ist), man kann über USB, Disc oder Internetverbindung die Firmware aktualisieren, und sich Informationen über die aktuelle Firmware, die im Gerät arbeitet, auf den Screen holen. 

Booten, Einlesezeiten und Layerwechsel

In diese Lade können praktisch alle gängigen Disc-Arten eingelegt werden

Zuverlässiges Laufwerk


• Booten mit Schnellstartfunktion aktiv: 8 Sekunden
• Blu-ray, Casino Royale: 19 Sekunden
• Blu-ray, Fluch der Karibik: 18 Sekunden
• Blu-ray, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels: 15 Sekunden
• DVD, Star Wars Episode III: 12 Sekunden
• DVD, Sahara: 14 Sekunden
• Layerwechsel DVD „Top Gun“ Kapitel 18 auf 19: Absolut perfekt – Pioneer hat hier erfolgreich nachgebessert.

Insgesamt prima Ergebnisse und hohe Zuverlässigkeit – der Pioneer BDP-450 legt hier einen weiteren Grundstein für ein erstklassiges Testergebnis. 

Multimedia

YouTube und Picasa on Board

YouTube

PCs und Server aus unserem Netzwerk

FLAC-Wiedergabe per Streaming

Hier stehen YouTube und Picasa als internetbasierte Dienste zur Verfügung. Interessanter sind die Streamingfähigkeiten – die 96 kHz/24-Bit FLAC-Datei „Stop This World“ von Diana Krall gibt der Pioneer mit ausgezeichneter Klangqualität wieder. Und es geht noch weiter: Blagutten vom Hoff Ensemble, vorliegend in überragender 192 kHz/24-Bit-Qualität (FLAC) wird ebenfalls vom BDP-450 klangstark und detailreich in den Hörraum getragen, ohne Aussetzer oder Störungen, eine hervorragende Leistung. Möchte man übrigens aus der Wiedergabe eines laufenden Titels zurück zum davor liegenden Musik-Menü, drückt man auf der Fernbedienung den Button „Home Media Gallery“. Anschließend kann man sich durch Drücken des „Return“-Knopfes bis zur Ausgangsposition zurück bewegen. AAC gibt der Pioneer BDP-450 ebenso wieder wie M4A und MP3. Steckt man einen USB-Stick ein, so erscheint dieser ganz oben auf der Liste, in der auch die PCs und Server aus dem Heimnetzwerk aufgelistet sind. 96 kHz/24-Bit FLAC-Dateien spielt der Pioneer auch über USB ab. Und überraschenderweise verweigert sich der BDP-450 auch 192 kHz/24-Bit FLACs über USB nicht – sehr gut. 

An Videos gibt der BDP-450 DivX-AVI, AVCHD, MP4, Quicktime, MKV sowie MPEG2-ts wieder. Mit einem WMV-File konnte der BDP-450 nichts anfangen. Ausgezeichnet hat uns die sehr stabile (über Netzwerkkabel) Wiedergabe einer FullHD MPEG2-ts-Datei (kompletter Film über 2 Stunden Länge) gefallen – vorbildlich! Andere Player zeigen selbst dann, wenn sie wie auch unser Pioneer kabelbasiert mit dem Netzwerk verbunden sind, ab und zu Ruckler oder Aussetzer. Tief beeindruckt hat uns auch, was der Pioneer BDP-450 alles aus dem Material herausholt, so viele Details und Einzelheiten haben wir beinahe noch nie gesehen. 
Etwas umständlich ist es, zur Liste von Server oder PC mit den Videos zurück zu kehren. Man stoppt das aktuelle Video und muss sich dann erst wieder durch erneutes Betätigen der Taste „Home Gallery Media“ wieder „vortasten“. 

Testequipment
Bildqualität


BD, Fluch der Karibik, Teil 1, a Filmbeginn: Gleich zu Filmbeginn kommt das Galionsschiff aus dichtem Nebel. Den Nebel stellt der BDP-450 ebenso gut dar wie die verschiedenen Grau-/schwarzabstufungen. Beeindruckend ist die hohe Bildschärfe und die exzellente Detailtreue. So ist die Holzmaserung der Reling, an der die kleine Elizabeth steht, ebenso gut sichtbar wie die Gebrauchsspuren an den Segeln und Einzelheiten an der goldenen Galionsfigur. Das Schiff überzeugt durch ruhige und sichere Bewegungen, als es aus dem Nebel herausfährt. Das Szenario gibt der BDP-450 auch farblich sehr gekonnt wieder, den leichten bläulich-kühlen Farbstich der Sequenz kommt hervorragend zum Ausdruck. Die Uniformaten der Soldaten, die sich an Deck befinden, wirken authentisch und scharf durchzeichnet. Später im 1. Kapitel zeigt der Pioneer klar das brennende Schiffswrack, als Elizabeth noch als kleines Mädchen erstmals das Piratenamulett in die Hand nimmt, wird dieses farbecht und mit enorm reichhaltiger Detaillierung gezeigt. Die Szene im Haus von Elizabeths Vater gelingt ebenfalls vortrefflich, sei es die Struktur des Bodens, der Bezug und die Ornamente im kostbaren Sessel oder die Wandvertäfelung mit den aufgehangenen zeitgenössischen Bildern – all dies verarbeitet der BDP-450 ausdrucksstark und von Farbe und Kontrast her richtig Kino-like. Als sich Elizabeth und William Turner sich wiedersehen, kommen die Gesichter beider Akteure sehr genau und mit sehr schönen kleinen Nuancen bei der Wiedergabe der Haut zur Geltung. Im zweiten Kapitel dann nimmt Piratenkapitän Jack Sparrow Kurs auf Port Royal. Hier holt der Pioneer aus den Felsformationen, die sich hinter den zur Warnung angehangenen Piraten befinden, trotz partiellem Schatten viele Einzelheiten heraus. Praktisch kein Zittern tritt auf, als Jack mit dem praktisch schon untergegangenen Boot an den Schaulustigen auf dem Handelsschiff vorbeifährt. Kurze Zeit später zittert der wachhabende Soldat, der auf dem Turm während des Beförderungszeremoniells im Innenhof der Festung steht, ebenfalls nur leicht. Der Kameraschwenk gelingt sauber und ruckelfrei. Die Gewänder der festlich gekleideten Teilnehmer am Zeremoniell wirken sehr authentisch, die Robe der bildschönen Elizabeth kommt ebenso gut heraus wie der Fächer, den sie in der Hand hält. 

BD 3D, Avatar, ab Filmbeginn: Der Pioneer ermöglicht eine stabile 3D-Signalausgabe. Das Innenleben des Langstreckenraumschiffs zeigt sehr viele Details und ist von der vordersten bis in die hinterste Ebene gleichbleibend scharf. Einem unserer Referenz-Monitore, dem Toshiba 55ZL1, perfekt im 2D-Betrieb, werfen manche eine nicht ganz optimale 3D-Wiedergabe vor – komischerweise fallen früher durchaus beobachtete Mängel beim Zusammenspiel mit dem BDP-450 kaum auf. Leichtes Ghosting ist ab und zu erkennbar – das war es. Brillant sieht das Bild des Pioneer auch auf unserem Referenzgerät Panasonic TX-P55VT50 aus – alle Ebenen sind klar zu unterscheiden , die Farben wirken neutral, angenehm und die Farbübergänge, z.B. als im 7. Kapitel der Helikopter knapp über den Wasserfällen entlang fliegt, sind sehr fein. Der 3D-Effekt kommt sehr authentisch heraus und wirkt dadurch nie störend, sondern wird annähernd optimal eingebunden. Zittern oder Flimmern kommt nur ausgesprochen selten vor. Wandeln von 2D nach 3D kann der Pioneer nicht – das finden wir nicht weiter schlimm, besser hervorragende Zensuren in den elementaren Disziplinen, als alles machen, aber nichts richtig können. Wie fein säuberlich der BDP-450 detailliert, beweist auch die üppige Vegetation und die fremdartige Tierwelt auf Pandora, Flora und Fauna werden vom Pioneer sehr gut getroffen. Dies sieht man zum Beispiel an den flugsaurierartigen Vögeln, die parallel zum Helikopter fliegen, oder an der Ausprägung der Rinde an den Riesen-Mammutbäumen. Das Grün des Dschungels, als der Helikopter landet, wird sehr ausdrucksstark erfasst. 

Upconversion von Filmmaterial, Star Wars Episode III, DVD, von 576i auf 1080p, ab Filmbeginn: Die Star-Wars-typische gelbe Laufschrift, die die aktuellen Ereignisse in Kurzform wiedergibt, gleitet nach hinten in die unendlichen Weiten des Alls weg. Der Pioneer überzeugt mit seinem satten Schwarz und den vielen Sternen, die er auf den Bildschirm holt. Die Schrift an sich gibt er ungemein ruhig wieder, die Bildstabilität ist hoch. Leider aber hat die Schrift, wenn sie vorn ihren Lauf beginnt, einen leichten Grünstich, der sich beim weiteren Durchlaufen verliert. Die Lettern weisen an den Außenkonturen einen leichten weißen Rand auf. Innerhalb der Buchstaben findet nur in geringem Umfang Rauschen statt. Beim weiteren Durchlaufen nach hinten sieht man ab und zu leichtes Flimmern innerhalb der sich bewegenden Schriftrolle. Als kurze Zeit später der Sternzerstörer durchs Bild fliegt, zittert das Bild für ca. 2 Sekunden sichtbar – dann „fängt“ sich der De-Interlacer und der BDP-450 läuft zu Höchstform auf: Hervorragende Detaillierung, toller Detailkontrast im Bereich des im Schatten liegenden Flügels, sehr gute Bildschärfe und authentische Farben kombinieren sich mit geringem Scalingrauschen und daraus resultierender hoher Bildsauberkeit. Als die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin von hinten heran fliegen, wird der nun folgende rasante Flug knapp über der Oberfläche des Sternzerstörers nahezu ohne Nachzieheffekte wiedergegeben. Als die beiden kleinen Raumflugzeuge nach unten in die Schlacht abkippen, zeigt der BDP-450 ein gleichermaßen scharfes wie fein untergliedertes Panorama, die nach links aus dem Bild gleitende Kommandobrücke eines Sternzerstörers wird scharf dargestellt, und selbst weit unten in Nähe der Planetenoberfäche liegende Raumschiffe und Raumstationen kommen noch tadellos heraus. Das Bildrauschen ist auch in dieser Szene gering. Als sich die beiden Jedis mit den Raumjägern einen Weg durch die turbulente Schlacht bahnen, zeigt der Pioneer Explosionen und zerberstende Raumschiffe in vielen Details und zudem sehr farbecht. Die Gesichter der Akteure kommen mit feiner Durchzeichnung der Hautoberfläche und präziser Ausformung des Bartes von Obi-Wan exzellent heraus. 

Upconversion von Videomaterial, AVEC Professional Test DVD, 576i auf 1080p:

  • Schriften in weiß und schwarz, die in verschiedenen Geschwindigkeit vor verschieden farbigem Hintergrund sichtbar sind: Nur leichte Nachzieher, gute Schärfe,, tadellose Farbtrennung, alle Schriften sind auch in der schnellsten Geschwindigkeit lesbar. 
  • Pendel mit rot-blauem Innenleben und pfeilförmiger Spitze, das in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt: Ruhige Pendelbewegung, nur minimales Zittern und leichte Nachzieher im unteren Pendeldrittel. Linie bleibt stabil, Innenleben auch bei höherer Pendelgeschwindigkeit noch prima zu erkennen. 
  • Vier kleine magentafarbene Siemenssterne in den Bildschirmecken und ein zentriert platzierter großer Siemensstern in Magenta, die sich gleichmäßig drehen: Gleichmäßige Drehbewegung, kaum Treppenstufen an den einzelnen Segmenten der Sterne, natürliche Farbwiedergabe, nur leichtes Flimmern im Inneren des großen Sterns
  • Bewegtes Stadtbild von Esslingen mit Blick zur Hauptstraße und auf die Ziegeldächer der Stadthäuser, sichtbar sind ferner Festungsanlage, Stadtmauer und Grünanlagen: Kaum Rucken in den Kameraschwenks, das Grün der Parkanlagen erscheint natürlich und ohne Stiche anderer Farben, sehr gute Bildschärfe. Die Dachziegel der Häuser flimmern kaum. 
Klang über HDMI
  • DVD-Audio, Ludwig van Beethoven, Symphonien Nr. 5 und 6 „Pastorale“, 5.1 96 kHz/24-Bit: Problemlos liest der BDP-450 die DVD-Audio ein und offeriert gleich beim Allegro con Brio zu Beginn der 5. Symphonie ein offenes, sehr klares und feinsinniges Klangbild, das auch die Streicher mit viel Sorgfalt erfasst. Der orchestrale Aufbau gelingt dem Pioneer mit hoher Impulstreue und einer natürlich-lebendigen Räumlichkeit. Insgesamt für einen nicht einmal 300 EUR kostenden Universalpayer eine bestechende Leistung.
  • SACD-Multichannel, Bedrich Smetana, Die Moldau, Direct Stream Digital: Auch hier leistet sich der BDP-450 keine Schwäche. Lebendig, frisch und grazil kommt die wunderschöne Symphonie zum Ausdruck. Das Fließende, etwas Melancholische trifft der Pioneer genau. Die Streicher ertönen mit feiner Staffelung und einer ausgeprägten Räumlichkeit – dies alles verlangt nach einem hochwertigen AV-Receiver (bei uns der in Kürze als Test erscheinende Onkyo TX-NR3010) und nach einem entsprechenden Lautsprecherset (bei uns Nubert nuVero 14/11/7 plus nuVero AW-13 DSP). Dann setzt der Pioneer klangliche Fähigkeiten frei, die man einem so preiswerten Gerät nie zugetraut hätte. 
  • Blu-ray Audio, 2L – The Nordic Sound, Track 1, LPCM 5.1, Wolfgang Amadeus Mozart, Violinenkonzert in D-Dur, 1. Allegro: Wiederum überzeugt uns der Pioneer voll und ganz. Mit Schmiss, aber ohne unschöne Schärfe gibt er die Streicher wieder. Er agiert wie auch bei den beiden anderen Test-Sequenzen ungemein detailliert und kultiviert und setzt kleine musikalische Details mustergültig für seine Preisliga um. Es gibt durchaus doppelt so teure Player, die derartige Fähigkeiten nicht mitbringen. Pioneer, so scheint es, gelingt mit dem BDP-450 endlich einmal wieder ein rundherum begeisterndes Statement zum Thema Universal-/BD-Player. Die Räumlichkeit, die er aufbaut, ist ebenso hervorragend wie die ausgewogene Front-/Surroundbalance. 
  • Der Pioneer las alle Medien sehr zuverlässig und gleich beim ersten Mal ein – auch das ist nicht selbstverständlich, gerade dann nicht, wenn es sich um etwas ältere und leicht zerkratzte Discs handelt. 
Konkurrenzvergleich
  • Onkyo BD-SP309: Der günstige Onkyo, der noch analoge Audioausgänge mitbringt, überzeugt mit sauberem und stabilem BD-Bild. Bei der Upconversion von DVD-Signalen fällt er klar hinter den Pioneer BDP-450 zurück. Der Pioneer-Universalplayer offeriert zudem mehr mediale Flexibilität, das Laufwerk ist leiser. Wenn man hier mithalten und gleichzeitig einen Onkyo-Player kaufen möchte, greift man zum THX-lizensierten BD-SP809, der aber teurer ist. 
  • Panasonic DMP-BDT320: Ein unangenehmer Konkurrent mit vollem Smart TV Entertainment und WLAN sowie neuer Touchpad-Fernbedienung ist der DMP-BDT320, der zudem mit überragender Bildqualität und praxisgerechten Einstellmöglichkeiten aufwarten kann. Die Anschlussbestückung umfasst auch analoge Audioausgänge, die dem BDP450 fehlen. Dafür bringt der Pioneer zwei HDMI-Ausgänge mit, die bei Panasonic erst der teurere DMP-BDT500 aufweist. Die Tonqualität und die Disc-Medien-Flexibilität sind beim Pioneer BDT-450 zudem besser. 
Fazit

Es wurde einfach einmal wieder Zeit: Der Pioneer BDP-450 ist ein großer BD-Player-Wurf aus dem Hause Pioneer. Nach verschiedenen eher durchschnittlichen BD-Spielern ist der Universalplayer aus visueller und akustischer Sicht ein überragendes Gerät ohne echte Schwächen. Blu-rays werden in 2D und in 3D mit hoher Stabilität und exzellenter Detailtreue wiedergegeben, die bei Pioneer-Modellen früher etwas kritische Upconversion von Videomaterial ist nun der wie schon früher ausgezeichneten Upconversion von Filmmaterial nahezu ebenbürtig. Hinzu kommen ein guter Video-EQ und praktische voreinstellte Bildfelder für alle Arten gängiger Bildwiedergabegeräte. Der BDP-450 liest BDs, DVDs, DVD-Audios, SACDs und CDs ein und überzeugt mit fein auflösender, räumlich authentischer Akustik in allen Audio-Betriebsarten und bei allen eingelegten Medien. Als zuverlässig und problemlos hat sich der sauber verarbeitete Player auch noch erwiesen – daher wird der BDP-450, der sogar High Resolution Audio Files streamt und über USB verarbeitet, zu unserer neuen Preisklassenreferenz bis 300 EUR. 

Flexibler, bildstarker, zuverlässiger und akustisch starker Player zum kleinen Preis

Blu-ray-Player bis 300 EUR
Test 04. Oktober 2012

+ Spielt alle gängigen Discformate ab
+ Stream HiRes-Audio-Dateien und nimmt diese über USB entgegen
+ Exzellenter Klang
+ Hervorragendes Bild bei 2D und 3D Blu-rays
+ Ausgezeichnete Upconversion von Film- und Videomaterial
+ Video-EQ und vordefinierte Bildfelder
+ 2 x HDMI
+ Sehr zuverlässig
+ Saubere Verarbeitung
+ Beinahe konkurrenzloser Kaufpreis

- Keinerlei analoge Ausgänge
- Nur ein User-Preset beim Video-EQ

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 04.10.2012

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