TEST: Philips DS6100 - schickes SoundBar-Dock für 150 EUR

25. Juni 2012 (cr/sw)

Einführung

Für EUR 149,99 bietet Philips die DS6100 SoundBar an, die zu allen iPhones und zu vielen iPod-Modellen kompatibel ist. Optisch passt der SoundBar z.B. sehr gut zu Apples iMacs - was ein Bild direkt außen auf der Verpackung auch unmissverständlich verdeutlicht. Um den Funktionsumfang der SoundBar zu nutzen, kann man sich aus dem App-Store kostenlos das Programm DockStudio herunterladen. Mit der App bekommt der Anwender u.a. auch eine Bassanhebungsfunktion und verschiedene DSP-Programme. Das Stereo-Dock bringt 2 x 10 Watt Ausgangsleistung mit und gibt Frequenzen zwischen 120 Hz und 22 kHz wieder. Als Lautsprecher kommen zwei 5 cm Breitbandchassis zum Einsatz. 

Verarbeitung

Dock für iPod und iPhone

Hier mit iPhone

Rückseite

Finish im Detail

Bedienelemente

Anschlüsse

Der SoundBar ist optisch schlicht und elegant gehalten. Das Metall-Abdeckgitter, welches nahezu die komplette Oberseite bedeckt, sorgt für Noblesse und ist recht gut eingepasst. Von vorne gesehen auf der rechten Seite befindet sich das Dock für iPod oder iPhone. Das iPad wird nicht unterstützt, Philips gibt es auch nicht bei den unterstützten Produkten an. Unterhalb des sauber verarbeiteten Docks befinden sich beleuchtete Tasten für die Lautstärke-Regelung, die sich sehr gut bedienen lassen. Links von der Lautstärke-Regelung befindet sich der Stand-bye Schalter. Der Rückseite des Docks merkt man an, dass es einer eher niedrigen Preisklasse zugehörig ist: Sie besteht aus nicht besonders hochwertig erscheinendem silbernem Kunststoff . 
Wenden wir uns den Anschlüssen zu. Wie üblich bei solchen Komponenten ist das Netzteil extern, das Stromzuleitungskabel wird hinten angeschlossen. Leider gibt es keinen eingebauten Akku für den Outdoor-Betrieb bzw. den mobilen Einsatz. Als weitere Anschlüsse befinden sich ein Mini-USB-Anschluss, ein 3.5 mm Kopfhörerausgang und ein 3,5 mm Audio-Eingang. 

App

Verschiedene EQ-Felder(links), Titelwiedergabe

Cover-Anzeige und symbolisierte Analoguhr

Weckereinstellungen und weitere Justagemöglichkeiten 

Zugang zu Facebook und Twitter, Wettervorhersage

Die Philips App läuft unter dem Namen Dockstudio oder Fidelio. Die Funktionalität der identischen App kann in der Praxis durchaus überzeugen. Nachdem das iPhone eingedockt wird, macht der SoundBar darauf aufmerksam, dass für die Nutzung des Funktionsumfangs die App heruntergeladen werden muß. Ist die App installiert, kann man den Dynamic-Bass-Boost aktivieren und auf 5 verschiedene Equalizer-Programme zurückgreifen: Wohnung, Pop, Rock, Jazz und Classic. Des weiteren hat man direkt Zugriff auf Tunein Internet-Radio und auf die Wiedergabe-Listen der auf dem iPod oder iPhone gespeicherten Wiedergabe-Listen. Außerdem umfasst die App auch eine Wettervorhersage sowie den direkten Zugang zu facebook und twitter. Auch Uhrzeit und Datum sind integriert. 

Klang 

Bei „l’Attesa“ von Andrea Boccelli sind wir überrascht, wie räumlich der DS6100 den Song wiedergibt. Hinzu kommt eine lebendige, angenehme sowie klare Gesamtdarstellung. Auch die Stimme des Sängers wird homogen und mit relativ klaren Kontouren präsentiert. Beim Auftakt zu Antonio Vivaldis Vier-Jahreszeiten bringt der SoundBar die schwierig darzustellenden Streicher gut zur Geltung. Natürlich darf man nicht die Feindynamik teurer Lautsprecher-Systeme erwarten, aber die vorderen musikalischen Ebenen werden vom DS6100 ordentlich erfasst. Dynamiksprünge, die beim Einsatz des kompletten Orchesters stattfinden, kommen authentisch beim Zuhörer an. 

Keine Probleme hat der SoundBar mit „Sometimes“ von „Erasure“ – auch hier überzeugt die Gesamtdynamik, in der Nähe des Gerätes gefällt uns auch die gebotene Räumlichkeit. Im Vergleich zu anderen Docking-Stations ist der DS6100 auch in der Lage einen 20 qm großen Hörraum zu beschallen. Natürlich nimmt die Räumlichkeit ab, wenn man sich mehrere Meter vom Gerät entfernt, der klare und rauscharme Klang bleibt aber erhalten. Keine Kritik gibt es auch bezüglich der Pegelfestigkeit. Zwar nimmt bei höheren Lautstärken die Qualität der Stimm- und Instrumentaltrennung ab, es kommt aber nicht zu schwerwiegenden Verzerrungen. Die Maxiversion des Alphaville-Klassikers „Big in Japan“ fordert direkt zu Beginn einiges im Bassbereich. Daher empfiehlt es sich, die zusätzliche Bassverstärkung zu deaktivieren, ansonsten schlagen die Chassis an. Bezüglich der anderen akustischen Parameter ist das Ergebnis auch hier überzeugend. Die Stimme des Sängers ist gut zu verstehen, der instrumentale Aufbau für eine Komponente dieser Kategorie absolut gelungen. Bei Mr Saxobeat von Alexandra Stan punktet der SoundBar mit seiner schwungvollen Darstellung, auch im Bassbereich sind Ansätze gelungener Qualität zu vernehmen. Wie auch in den anderen Klangbeispielen weiß der SoundBar durch die tadellose Räumlichkeit Akzente zu setzen. Bei „On the floor“ von „Jennifer Lopez“ ist das Gesamtbild wiederum stimmig. Hier überrascht uns, wie souverän der Kick-Bass vom doch recht kompakten Docking-Lautsprecher präsentiert wird. Jennifers Stimme rutscht nie aus dem Focus, erscheint aber auch nie überbetont: Die Balance bei Stimmwiedergabe und instrumentaler Darstellung ist ausgewogen. 

Vergleichen wir mit verschiedenen Konkurrenten: Für nochmals weniger Geld, nämlich für rund 100 EUR gibt es das Philips Fidelio DS3120. Es hat 12 Watt Gesamtleistung und ist nochmals kompakter. Klanglich agiert es nicht so räumlich uns ist weniger pegelfest. Beiden Philips-Docks liegt leider keine Fernbedienung bei, das ist aber auch der einzige wirkliche Nachteil. Ein sehr starker Konkurrent ist das JBL OnBeat - Sounddock für iPad, iPod und iPhone (18.04.2011), das sogar zusätzlich für das iPad geeignet ist. Es klingt nicht ganz so harmonisch wie unser Testkandidat, wirkt dafür aber noch etwas dynamischer. Dem extrem kompakten Dock liegt auch eine Fernbedienung bei. Verschiedene DSP-Programme liefert JBL nicht mit. Konkurrenz kommt auch von Pioneer iPhone-/iPod-Sounddock XW-NAW1. Dieser Docking Lautsprecher ist schon länger auf dem Markt, spielt aber nach wie vor ganz vorne mit. Der klare kräftige Klang, die schicke Optik und die komplett beleuchteten Bedienelemente gefallen uns nach wie vor. Besonderheit des Pioneer-Docks ist der Komponenten-Video-Ausgang. Wie auch bei JBL liegt auch dem Pioneer-Dock eine Fernbedienung bei. Für knapp 200 EUR liefert Teufel das iTeufel Radio V2 aus, das optisch einen interessanten Gegenpol zum Philips SoundBar darstellt. Das Teufel-Gerät benötigt mehr Platz, liefert dafür aber noch einen klassischen Radio-Tuner mit. Auch ein gut ablesbares Geräte-Display und eine Fernbedienung gehören zum i-Teufel-RadioV2. Wer also bereit ist, etwas mehr auszugeben und sich mit der Optik des iTeufel-Radios anfreunden kann, erhalt ein gut ausgestattetes und enorm klangstarkes Gerät. Letzter Konkurrent den wir hier aufführen ist die MEDION Sound-Station LIFE P65024 für iPad/iPhone/iPod. Hervorstechendes Merkmal: Obwohl nur rund EUR 90,-- kostend, findet auch das iPad Platz. Akustisch wird für den Preis eine ordentliche Leistung geboten, mit dem Philips-Dock kann diese Alternative jedoch nicht mithalten.

Fazit

Der Philips-SoundBar DS 6100 ist nichts anderes als ein iPhon /iPod- Docking-Lautsprecher im angesagten SoundBar-Design. Doch das Dock kann weitaus mehr als nur hübsch auszusehen. Zum fairen Preis erhält der Kunde einen angenehmen, klaren und räumlich überraschend guten Klang. Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, ist es erforderlich, die kostenlos erhältliche App herunterzuladen. Sie hat einen praxisgerechten Funktionsumfang und lässt sich einfach handhaben. So ist unser Gesamteindruck vom Philips DS6100 überwiegend positiv, Kritik verdient nur, dass Philips keine Fernbedienung mitliefert.

Schickes und räumlich klingendes iPod/iPhone-Dock zum fairen Kaufpreis

iPod/iPhone-Docks Mittelklasse
Test  25.06.2012

 

+ Elegantes Design
+ Räumlicher Klang
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Fairer Kaufpreis

- Keine Fernbedienung

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 25.06.2012

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