TEST: Philips DS3600 - Kompaktes iPod/iPhone/iPad-Dock mit Bluetooth-Funktion

19.11.2012 (mk/sw)

 

Einführung

Die Philips DS3600 Docking Station ist für einen Marktpreis von 149,99 EUR erwerblich. Sie ist mit jedem iPhone (außer dem neuen iPhone 5), iPod und dem iPad der ersten und zweiten Generation kompatibel. Mit ihren 20 Watt RMS Gesamtleistung sowie kompaktem Design soll sie klaren Klang auf den Schreibtisch bringen und dabei platzsparend bleiben. Mithilfe des USB-Anschlusses an der Rückseite kann das verbundene Gerät mit dem PC synchronisiert werden. Weitere Features sind die Bluetooth-Fähigkeit und der AUX-Eingang, mit denen andere Audio-Geräte und Smartphones mit der Dockingstation verbunden werden können. Eine Fernbedienung ist inklusive. Außerdem gibt es wie schon bei vorherigen Modellen eine DockStudio-App, die die Bedienung der Station erweitern soll.

Verarbeitung

Frontansicht ohne iDevice

Dock-Anschluss mit stationärer Lautstärkeregelung

Bluetooth-/Power-Knopf

Rückseite mit Bassreflexöffnungen

Anschlüsse an der Rückseite

Mitgelieferte Fernbedienung

Die DS3600 macht mit ihrer 360-Grad-Optik und zugleich kompakten Form eine gute Figur. Außerdem wird sie von sehr solider Verarbeitungsqualität begleitet. Das aus Aluminium hergestellte Lautsprechergitter ist sorgfältig im Kunststoffgehäuse befestigt, genauso sind die USB-, Strom- und AUX-Anschlüsse an der Rückseite sauber eingepasst. Die Standfüßchen verhindern, dass das Gerät zu stark rutscht. Oben befindet sich der Knopf zur Aktivierung der Bluetooth-Funktion, welcher aber gleichzeitig als Power-Button dient. Vorne sind zwei gut verarbeitete Druckknöpfe, um die Lautstärke zu regulieren. Die Fernbedienung ist im gleichen Kunststoff gehalten, der mit einer leichten Gummierung überzogen ist. Der Druckpunkt der Knöpfe ist in Ordnung, jedoch hätten vor allem die vor-/zurück- und lauter-/leiser- Tasten etwas größer sein können. Beim Anbringen des iDevices wird der Anschluss leicht nach vorne geneigt, um die Einpassung zu erleichtern. Unser iPad steht zwar relativ stabil in der Station, allerdings sollte man nicht zu stark dagegen stoßen. Der Kunststoffstopper verhindert, dass das verbundene Apple-Gerät am Lautsprechergitter oder der Kante anliegt. Leider verfügt die DS3600 nicht über einen internen Akku, sondern muss permanent am Strom angeschlossen sein, ist also ein portables Gerät, bietet aber nicht die identisch hohe Flexibilität wie andere Modelle aus der Reihe.

DockStudio-App

iPad-App "DockStudio" in voller Größe, mit analoger Uhr, Wettervorhersage und Player

Die vom iPad abrufbaren Wiedergabelisten

Über TuneIn Radio abrufbare Radiosender

Equalizer mit fünf verschiedenen EQ-Feldern und Dynamic Bass Boost 

Allgemeine Einstellungen

 

Nach dem Anschluss eines iPhones, iPods oder iPads wird man sogleich dazu aufgefordert, DockStudio herunterzuladen, um die erweiterten Funktionen der DS3600 nutzen zu können. Ähnlich dem Aufbau der Bluetooth-Verbindung mit einem Smartphone sind auch der Download und die Installation der App schnell erledigt. Neben dem gewöhnlichen Abspielen der auf dem iDevice vorhandenen Playlisten werden auf dem Screen die Uhrzeit und das Datum angezeigt. Die Station kann sogar mit einem ausgewählten Lied als Wecker verwendet werden. Enthalten sind in der App außerdem ein Equalizer mit fünf verschiedenen Einstellungen sowie die Möglichkeit, die DS3600 mit einem Konto von „TuneIn Radio“ zu verknüpfen, mit dem dann viele Internetsender empfangen werden können. DockStudio ist durch die verschiedenen Reiter am Boden übersichtlich gestaltet und lässt sich intuitiv bedienen.

Klang

Die DS3600 bietet für ihren Preis überraschend soliden Klang. Für diese Klasse gibt sie sogar starke Bässe ansprechend und mit Nachdruck wieder, allerdings darf man nicht mit all zu viel Tiefgang rechnen. Bei Deadmau5’s „Arguru“ schlägt der Tieftöner gelegentlich durch. Deadmau5 ist aber u.a. für seinen extremen Kickbass bekannt, solange man sich aber auf Bässe wie bei „Love Tonight“ von den Disco Boys beruft, zeigt die DS3600 durchweg eine gute Leistung. Durch das Deaktivieren des Dynamic Bass Boosts wird die Stärke des Basses deutlich abgeschwächt. Sollte man ein Anschlagen der Chassis bemerken, ist dies durchaus eine Möglichkeit, allerdings klingen die meisten Lieder mit Dynamic Bass Boost deutlich voller und ansprechender. Die Synthesizer-Elemente werden schließlich auch bei Deadmau5 klar und lebendig wiedergegeben. So lässt sich auch wenig Kritik über die Pegelfestigkeit äußern. Bei erhöhter Lautstärke verwischt die Stimm- und Instrumentaltrennung zwar leicht und es klingt etwas blechern, unangenehme Verzerrungen oder ähnliches sind aber nicht vorhanden. Weitere Pluspunkte lassen sich der Dock gerade beim Beginn von Nightwish’s „7 Days to the Wolves“, bei dem sich nach und nach die Stimme von Frontfrau Anette Olzon, die Streicher, das Schlagzeug und die Gitarren zusammenfügen, anrechnen. Hier überzeugt die räumliche und dynamische Differenzierung der verschiedenen Klangelemente. Ähnlich verhält es sich bei „L’Attesa“ von Andrea Bocelli. Zuerst wird Andreas Gesang stark hervorgehoben, die DS3600 weiß seine sehr emotionale Stimme gekonnt umzusetzen. Anschließend baut sich hinter ihm das Orchester immer mehr auf, was durch die lebendige Wiedergabe gut zum Ausdruck gebracht wird. Wie bei Nightwish bietet die Dock hier auch eine angemessene Unterscheidung zwischen dem Instrumental- und Vokalteil. Bocelli hebt sich immer noch merklich von seinem Begleitorchester ab, wird allerdings zugleich gut in das gesamte Klangfeld eingebettet. Die hinteren Musikebenen, beispielsweise die Streicher, die ohnehin immer schwer darzustellen sind, sind in beiden Stücken recht gut herauszuhören und lassen sogar etwas Charakteristik erkennen. Dafür werden die Wechsel der Streicher in den Vordergrund (so auch beim Geigen-Solo in „7 Days to the Wolves“) relativ ansprechend umgesetzt. Eine fehlerlose Darstellung aller Musikebenen ist bei einer Konstruktion dieser Preisklasse aber auch nicht zu erwarten.

Fazit

Die Philips DS3600 ist eine gelungene, sehr gut verarbeitete iPod-/iPhone-/iPad-Docking Station mit soliden akustischen Eigenschaften. Durch ihr kompaktes Design ist sie platzsparend und gut für den Schreibtisch oder auch den Urlaub geeignet. Allerdings sollte immer eine Steckdose vorhanden sein, da leider kein interner Akku im Gerät steckt. Die kostenlos erhältliche App lässt sich einfach bedienen und bringt einige nützliche Funktionen mit sich.

Platzsparende und preisgünstige iDevice-Dock, die mit lebendigem Klang eine nette Bereicherung für den Schreibtisch bietet.

iPod-/iPhone Dock Mittelklasse
Test 19. November 2012

+ Räumlichkeit
+ solide Basswiedergabe
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Praktische und leicht bedienbare App

- Kein interner Akku

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19.11.2012

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