TEST mit Display Basic Check: Philips 46PFL7007 EDGE LED LCD-TV
01.10.2012 (phk/cr/sw)

Einführung
Philips optisch eleganter, neuer PFL7007 in 46 Zoll Bilddiagonale kostet UVP 1799,99 EUR. Der EDGE
LED LCD-TV ist mit 800 Hz Perfect Motion Rate (PMR) und Pixel Precis HD
Technologie zur Verbesserung der Bewegungsschärfe ausgestattet. Bei der
3D-Wiedergabe unterstützt 3D Max Clarity 700 die Full HD Darstellung. Außerdem
gehört ein integriertes WiFi-Modul sowie die innovative Fernbedienung mit
Tastatur zur Ausstattung. Mit der Philips MyRemote App lässt sich der Fernseher
mit einem Smartphone oder Tablet steuern, ab Herbst soll man dann auch dank WiFi
Smart Screen digitale Fernsehinhalte direkt auf dem Smartphone/Tablet
wiedergeben oder Medieninhalte davon auf dem großen Bildschirm wiedergeben
können. Skype-Telefonate können mit der optionalen Kamera geführt werden.
Ambilight ist im PFL7007 in der Spectra 2 Version integriert. Natürlich steckt
ein Triple Tuner für DVB-S/T und C im Gerät und der TV unterstützt DLNA.
Damit es keine Verzögerungen im Handling und der Bedienung gibt, bietet ein
Dual-Core Prozessor genügend Leistung. Der Eco-Faktor wird bei Philips
ebenfalls groß geschrieben, der PFL7007 verfügt über Energieeffizienzklasse
A.
Stromverbrauch
Verarbeitung

Front-Ansicht

Philips-Logo mittig unter dem Panel

Chrom-Leiste um den Fernseher

Standfuss

Standfuss Rückseite

Oberflächen-Finish des Standfusses

Bedienelemente Rückseite

Rückseite des TV-Gerätes

Ambilight Spectra 2

Fernbedienung

mit Tastatur auf der Rückseite

Philips 3D-Brille

Ansicht von hinten

Steuerungsknopf

USB-Ladeanschluss
Der Philips macht sich dank des hochwertigen und edlen optischen Auftritts
sehr gut im modernen Wohnzimmer. Zugegeben, oberflächlich wirkt er ein wenig
wie ein Samsung im One-Design und verfügt so auch über einen extrem schmalen
Rahmen inklusive der umliegenden Chrom-Leiste. Sieht man genauer hin, werden die
Unterschiede aber deutlich. Die Rahmenleiste ist mit leicht abgerundeten Kante
ausgeführt und auch die kleine Leiste unter dem Philips Logo ist deutlich
kleiner. Der Rahmen ist recht solide verarbeitet, zeigt aber an vereinzelten
Stellen keinen bündigen Materialübergang zur Kunststoff-Rückseite, und wenn
man nicht aufpasst, kann man schon mal eine Delle in das Metall hauen. Die
Rückseite ist in mattweißem Kunststoff gehalten, hier befinden sich
rudimentäre stationäre Bedienelemente und solide eingepasste wie gut
zugängliche Anschlüsse. Der Standfuss ist mit einer Metallplatte in
gebürstetem Alu-Look versehen und bietet dem PFL7007 Standfestigkeit.
Die neuen Philips 3D-Brillen gefallen besonders durch ihr sehr geringes
Gewicht, ein Unterschied zu passiven Polfilterbrillen ist aber noch
festzustellen. Sie wirken recht einfach ausgeführt, sitzen aber gut und können
via USB geladen werden. Die Signal-Synchronisation erfolgt über Infrarot.
Bei der neuen Fernbedienung setzt Philips wieder auf ein eher konventionelles
Design und nicht mehr auf die gewöhnungsbedürftigen, ovalen Remotes, die wir häufig in den
Geräten der letzten Generationen sehen konnten. Das Layout wurde nur leicht
verändert, so ist mittig noch immer das Navigationskreuz mit direkt
angeschlossenen Info- und Optionstasten zu finden. Lautstärke- und
Kanalwechseltasten sind horizontal untergebracht. Besonderer Clou der
Fernbedienung ist aber die komplette QWERTZ-Tastatur auf der Rückseite, die
für bessere Handhabung mit beiden Händen noch mittig geteilt ist. Zudem wird
die auf dem Rücken liegende Seite immer automatisch deaktiviert, damit man
nicht aus Versehen einen ungewünschten Befehl tätigt.
Anschlüsse

Anschlüsse Rückseite

Rückseite
-
HDMI 3x
-
USB
-
Komponenten-Video + Stereo Cinch via Adapter
-
VGA + Line In Audio
-
Scart-AV via Adapter
-
LNB und Kabelanschluss
-
Ethernet
Seite
-
HDMI 2x
-
Digitaler Audioausgang optisch
-
Common Interface
-
USB 2x
-
Kopfhörerausgang
Der Philips bietet ein umfassendes Anschlussangebot, darunter
sogar fünf HDMI-Anschlüsse. WLAN ist integriert, ein Ethernet-Slot ist aber
auch noch vorhanden. Drei USB-Eingänge reichen auch noch problemlos aus, wenn
eine Festplatte für PVR-Aufnahme angeschlossen wird. Komponentenvideo sowie
Scart Anschlüsse sind leider nur noch über einen Adapter nutzbar. Der früher
häufiger in Philips TVs integrierte SD-Kartenslot entfällt. Die SD-Kartenslots
waren dafür gedacht, dass man für Video-On-Demand-Inhalte ein Speichermedium
zur Verfügung hat.
Menüs und Konfiguration

Sprachwahl bei der Erstinstallation

Standort

Ist der TV an der Wand montiert?

Der Demo-Modus sollte zuhause deaktiviert werden

Präferenzen bei Ton und Bild festlegen

Home-Taste Konfiguration

Automatischer Sendersuchlauf

Status

Ambilight

Home-Menü

Bildeinstellungen

Bildfelder

Pixel Precise HD

Toneinstellung

Ambilight-Settings
Der Philips gibt nach erstem Einschalten die Möglichkeit die
Bildeinstellungen unter Zuhilfenahme integrierter Testbilder bestmöglich
einzustellen. Hier handelt es sich nicht um professionelle Testbilder, sondern
lediglich verschiedene Foto-Aufnahmen. Dennoch ist es sinnvoll die Einstellungen
gemäß der Aufstellungsumgebung zunächst subjektiv anzupassen. Nicht nur eine
rudimentäre Bildkonfiguration ist in der Schnelleinrichtung möglich, auch
verschiedene Sound-Modi können ausprobiert und der gewünschte festgelegt
werden.
Nach Abschluss des Erstinstallations-Assistenten kann man das Hauptmenü mit
der Home-Taste der Fernbedienung aufrufen. Hier erhält man direkten Zugriff auf
die Hilfe, ein elektronisches Nachschlagewerk sowie Smart TV, Eingangswahl, den
EPG, aufgenommene Inhalte, Skype und unter Konfiguration schlussendlich auf die
eigentlichen Einstellungsmöglichkeiten des TVs. Bei Konfiguration öffnet sich
ein Untermenü mit den Punkten:
- Schnelle Bildeinstellungen: Führt zu den oben angesprochenen Testbildern
- Sendersuche: Für DVB-T/C
- Satellitensuche: Für DVB-S
- Mit Netzwerk verbinden: TV drahtlos oder kabelgebunden ins Netzwerk
integrieren
- Software aktualisieren: Mit dem PFL7007 kann auch via Internet ein
Software-Update durchgeführt werden
Unter Schnelle Bildeinstellungen ist der Punkt "Einstellungen
Fernseher". Hier gelangt man dann zu Video-, Audio- und weiteren
Einstellungen. Bei Bild finden sich dann gewohnt Einstellung zur
Frame-Interpolation, Rauschunterdrückung und die konventionellen Regler zu
Schärfe, Farbe, etc. Für Helligkeit und Kontrast muss man interessanterweise
aber in das Untermenü "Erweitert". Abgesehen von Ton-Settings,
Ambilight und 3D findet man noch die Allgemeinen Einstellungen mit Uhrzeit,
EasyLink (HDMI CEC), Sprache, etc.
Die Options-Taste der Fernbedienung sorgt für Schnellzugriff auf Optionen
wie Untertitel aktivieren, Energiespareinstellungen und direkt auf eine Auswahl
an Bild- und Ton-Settings. Hier kann beispielsweise das Bild- und Tonfeld
gesetzt, die Intensität von Ambilight verändert oder die Kopfhörerlautstärke
eingestellt werden.
Bilanzierend kann man festhalten, dass Philips zwar den optischen Auftritt
der grafischen Benutzeroberfläche verändert und das Layout etwas abgeändert
hat, aber weiterhin ein etwas verschachteltes Menü bietet. Es dauert schon eine
Weile bis man zum gewünschten Zielpunkt gelangt, wenn man sich nicht wie wir
vorher bereits des Öfteren mit einem Philips TV-Gerät auseinander gesetzt hat.
Dies ist aber nicht das Hauptproblem, denn hat man sich die einzelnen Schritte
erst einmal eingeprägt, geht auch die Bedienung gut von der Hand. Weitaus
anstrengender ist das träge Ansprechverhalten bei der Bedienung. Trotz des
DualCore-Prozessors dauert der Aufbau der einzelnen Menüpunkte und Menü-Ebenen
einfach zu lange, so dass sich Navigation und Handling etwas müßig gestaltet.
Netzwerk und Multimedia

Philips Smart TV

App Gallery

Online TV

Web-Browser
Der Philips TV kann kabelgebunden oder drahtlos ins vorhandene Heimnetzwerk
integriert werden. Im Konfigurationsmenü wird der Punk "Mit Netzwerk
verbinden" ausgewählt. Schließt man ein Ethernet-Kabel an den Fernseher
sind bei aktiviertem DHCP-Modus keine weitere Schritte zu unternehmen. Bei der
drahtlosen Einbindung kann entweder ein manueller Scan durchgeführt werden oder
das Gerät über WPS mit dem Router verbunden werden.
Nach der erfolgreichen Netzwerkverbindung gibt der Philips TV einen Hinweis
darauf, dass man Programme aufzeichnen, Timeshift nutzen und Videos bzw.
geliehene Filme über Smart TV heruntergeladen werden. Hierfür benötigt man
ein USB-Speichergerät mit mindestens 250 GB Speicherplatz. Die Festplatte wird
im Folgeschritt mit einem proprietären Dateisystem formatiert, dass nur von
Philips Fernsehern erkannt wird.
Mit der Smart TV Taste auf der Fernbedienung kann man nun das Philips
Internetportal starten. Hier gibt es zahlreiche Portalinhalte zu entdecken,
darunter:
- ChipTV
- Youtube
- ZDF Mediathek
- facebook
- MySpass
- videociety
- arte
- ARD Mediathek
- kinderkino.de
- TV Total
- Tagesschau
- kino.de
- Aupeo!
- wetter.com
- hoerbuch-direkt.tv
- CNBC
- tvmovie.de
- cinetrailer
Dies ist nur ein Auszug der bereits vorinstallierten Apps, in der App Gallery
können aber auch noch weitere hinzugefügt werden. Zudem kann man mit Online TV
(Mediathekenzugriff) und Social TV (facebook, twitter, etc.) die
vorhandenen Inhalte vorsortieren. Im Punkt Internet kann man dann den Browser
ins freie Internet nutzen, bei dem die QWERTZ-Tastatur ihren idealen Einsatz
findet. Ebenso wie im Home-Menü ist die Navigation durch das Smart TV Portal
von träger Reaktionszeit geprägt.
Um auf einen angeschlossenen USB-Stick zuzugreifen, wählt man mit der
Quellenwahltaste der FB "USB" an. Standardmäßig zeigt der Philips
jetzt die Ordnerübersicht des USB-Sticks an und die gewünschten Mediendateien
können wiedergegeben werden. Auf Wunsch kann - aber muss nicht - nach Musik,
Bildern und Videos durchsucht werden. Der Philips gibt kompromisslos AAC- und
MP3-Dateien sowie JPEG-Bilder wieder. Unter Videos gelingen AVCHD, DiVX-Avi,
MP4, MPEG und MKV- sowie WMV-Dateien. Die Bedienung und Navigation geht recht
zügig, träge Reaktionszeiten sehen wir hier nicht.
Die DLNA-Serverauswahl wird mit der Quellenwahl unter "Netzwerk
durchsuchen" aufgerufen. Nach Auswahl des gewünschten Servers wird in
Photos/Music und Videos unterteilt, hier ist die Formatauswahl identisch zur
USB-Sektion.
Mit der neuen Philips MyRemote App, die sowohl für Android als auch iOS
verfügbar ist, lässt sich der TV nicht nur steuern sondern auch Medieninhalte
von einem DLNA-Server direkt an den TV weiterleiten und dort wiedergeben.
Bild
Display Basic Check powered by


Über den Display Basic Check
Als Basis für den Display Basic Check, dient die sehr flexible
Bildkalibrierungs-Software "Calman", aktuell Version v4.5. Als Sensor
kommt der SpectraCal C6 zum Einsatz. Damit auch korrekt gemessen wird, ist eine
spezielle Blu-ray mit Calman-Testbildern nötig, die wir zum Test in den
BD-Player einlegen. Auf dieser sind die Testbilder, die für die Messungen
gebraucht werden, enthalten. Vorteil von Calman ist, dass man sich sogenannte
"Workflows" selber programmieren kann, die individuell auf das
jeweilige Aufgabengebiet abgestimmt sind. So wird nur das gemessen, was auch benötigt
wird, das ist gut für effizientes, schnelles Arbeiten. So kann der
"Display Basis Check" hervorragend in die Testarbeit eingebunden
werden. Der Display Basic Check umfasst die folgenden Parameter:
- Gamut (Farbraum)/Weißpunkt
- Farbdecoding
- Farbtemperatur
- Gamma
Zusätzlich kommen noch Testbilder zum Thema Bildhelligkeit (Pluge),
Farbdecoding, Bildschärfe, Kontrast und Scaling von der DVE - HD Basics von Joe
Kane Productions hinzu.
- Für Testreihen gewähltes Bildfeld: Als Bildfeld wählen wir
"Film" aus, auch wenn es ein wenig zu warm wirkt. Die übrigen
Bildfelder sind allesamt zu kalt, selbst "Natürlich" ist noch zu
kalt. Bei Lebhaft ist auch ein Blaustich zu erkennen, bei Standard ein
minimaler Grün-Touch.
- Bild-Helligkeit: Das Pluge-Testbild hilft bei der Einstellung der idealen
Helligkeit. Zunächst muss man beim Philips die Helligkeits-Einstellung aber
erst einmal finden. Unter Bildeinstellungen muss man noch den Punkt
"Erweitert" öffnen. Im Film-Modus steht die Helligkeit
standardmäßig auf 50, hier kann man ruhig etwas höher gehen. Der
Unterschwarz-Balken wird erst bei etwa 59-60 sichtbar, 58 erscheint uns als
guter Wert.
- Helligkeitsverteilung: Hier besteht Verbesserungsbedarf. Nicht nur an den
Kanten wirkt das Bild heller, auch im Inneren sind ca. 5 Hot Spots zu
erkennen, nicht ideal.
- Kontrast (Reverse Grey Ramps and Steps): Hier bietet der Philips eine
solide Performance, kein Clipping durchweg. Leicht problematisch ist es im
Unterschwarz- und Überweiß-Bereich
- Bildschärfe/Overscan: In den Standard-Einstellungen zeigt der Philips
keine native Darstellung, mit der Taste Format auf der Fernbedienung muss
"Nicht skaliert" ausgewählt werden. Die Schärfe steht im
Film-Modus bei 0, auf 1 kann man sie bedenkenlos anheben und gewinnt etwas
an Schärfe hinzu ohne Ringing zu erzeugen. Ab dem Wert 2 ist das Bild
leicht überschärft.
Messungen

Übersicht der Messergebnisse

Gamut und Weißpunkt

Gammakurve

Gammapunkt

Farbtemperatur

Gamut Luminanz

Übersicht 2

RGB Balance

Farbtemperatur im Balkendiagramm
Den HD-Farbraum trifft der Philips beinahe perfekt, sowohl
Primär- als auch Sekundärfarben liegen alle im Toleranzbereich, die größte
Abweichung ist bei Magenta zu sehen aber auch diese ist vernachlässigbar. Auch
das Farbdecoding scheint unserem Eindruck nach recht sauber zu sein. Dies kann
aufgrund eines fehlenden RGB-Modus aber nur schwer faktisch überprüft werden.
Problematisch ist, beinahe Philips-typisch, das Gamma. Der Wert ist mit etwa 2
klar zu niedrig. Die Farbtemperatur hingegen macht sich wieder sehr gut, sie
fängt minimal kalt an und geht in den höheren Bereichen etwas ins warme,
insgesamt aber ein sehr guter, konstanter Wert.
Blu-ray
Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull Blu-ray, 2D und Wandlung
in 3D
Im 2D-Betrieb bietet der Philips bereits einen sehr räumlichen Eindruck, als
die jungen Erwachsenen in ihrem Oldtimer durch die unwirtliche Wüstenlandschaft
Nevadas fahren. Die
Felsen im Hintergrund lassen sich klar abgrenzen und auch die übrigen
Bildebenen sind gut zu unterscheiden. Sehr positiv zu werten ist die
24p-Stabilität, die verschiedenen Geschwindigkeiten der Militärkolonne und des
schwarzen Autos und auch die Kameraschwenks währenddessen gelingen stabil und
flüssig. Die Bewegungsschärfe ist hoch und es zeigt sich kaum Judder oder gar
ein zitterndes Bild. Das Bildrauschen, dass während der Wiedergabe von
TV-Inhalten oder bei der DVD Upconversion deutlicher zu Tage tritt, ist bei
nativer Blu-ray Wiedergabe kaum bis gar nicht zu sehen. Beim Abbiegen in
Richtung Area 51 bleibt das Café-Schild nicht völlig zitterfrei, wird aber
auch nicht überdurchschnittlich in Mitleidenschaft gezogen. Die Farbgebung
wirkt weitgehend natürlich, ein minimaler Violett-Stich fällt ins Auge.
Insgesamt bietet der Philips lebendig dynamische, aber nicht überzogene Farben.
Im zweiten Kapitel bei Öffnung der Halle in der AREA 51 zeigt der Philips
ordentliche Kontrastwerte und arbeitet auch in dunkleren Bildbereichen noch
Details heraus, die inhomogene Helligkeitsverteilung fällt im normalen
Praxisbetrieb nicht ganz so heftig auf. Detail- und Kantenschärfe wirkt
exzellent, ohne dabei überschärft zu wirken oder gar Ringing
auszubilden.
Um die Wandlung des 2D-Materials in 3D zu starten drückt man simpel und
einfach die 3D-Taste auf der Fernbedienung und wählt "Konvertierung nach
3D" aus. Nun muss lediglich noch die Brille mit einem Druck auf den
Einschaltknopf aktiviert werden. Im Praxisbetrieb kann uns die 3D-Konvertierung
leider nicht überzeugen. Das Bild wirkt unruhig, zittert stellenweise sogar und
verliert klar an Detailschärfe. Flotte Bewegungsabläufe gelingen nur ruckartig
und unter Ausprägung von deutlich sichtbarem Crosstalk. Auch beim Kameraschwenk
am Café-Schild ist starkes Ruckeln zu sehen. Bei ruhigeren Szenen bleibt die
Bildschärfe recht solide und das räumliche Empfinden ist stärker ausgeprägt,
die Farbintensität und Bildhelligkeit bleibt weitgehend erhalten. Sobald es
aber wieder etwas flotter zugeht, stellen sich die vorher angemerkten Schwächen
wieder ein.
Avatar, Blu-ray 3D nativ
Bei der Wiedergabe nativen 3D-Materials stellt sich die Situation
erfreulicherweise ganz anders dar. Im Vergleich strotzt der Philips regelrecht
vor Bildstabilität und bildet das 3D-Signal ruhig und zitterfrei ab. Beim
Kameraflug über die Baumwipfel des Dschungels von Pandora kann er diese aber
nicht ganz so differenziert und scharf abbilden wie mancher Konkurrent, wenn die
grünen Blätter auch nicht ganz zu einem Einheitsbrei verschmelzen und noch zu
unterscheiden sind. Als Jake Sully aus dem Cryo-Schlaf erwacht und ihm ein
Helfer aus seiner kleinen Zelle hilft, gefällt die geringe Ausprägung von
Ghosting bzw. Crosstalk, die den Eindruck der hohen Bildstabilität noch einmal
stützt. Auch in den hinteren Bereichen des Langstreckenraumschiffes
durchzeichnet der Philips noch recht solide, minimal weicher wird es in den
hintersten Ebenen. Die Farbwiedergabe bleibt natürlich, wenn auch die
Intensität und Dynamik geringfügig abzunehmen scheint. Ebenso die Helligkeit,
zwar bleiben dunklere Bereiche noch recht gut durchzeichnet, insgesamt nimmt die
Bildhelligkeit aber etwas ab. Die hohe Bildstabilität und das kaum sichtbare
Ghosting wird auch durch ein komplexeres Bildgeschehen und eine höhere Anzahl
bewegter Objekte im Bild nicht gemindert. Insgesamt eine sehr gute Leistung im
3D-Betrieb mit geringen Schwächen im Hinblick auf die Bildhelligkeit.
Tuner DVB-S/DVB-C
Während des TV-Betriebes deaktiviert der Philips TV einige dynamische
Bildoptimierer. Gut, wie wir finden. Lediglich die Rauschunterdrückung und
Clear LCD bleibt aktiv. Die Frame Interpolation empfehlen wir zu deaktivieren
bzw. deaktiviert zu lassen, die Rauschunterdrückung sollte an bleiben. Trotz
des Postprocessings ist auch bei HD-Sendern noch Bildrauschen zu sehen. Dieses
wirkt zwar nicht unbedingt störend, ist aber auch nicht wegzudiskutieren. Die
Bildruhe wirkt insgesamt hoch und zitternde oder instabile Kanten gibt es kaum.
Die Farbwiedergabe ist auch in diesem Modus natürlich und dynamisch, ohne zu
intensiv zu wirken. Detail- und Kantenschärfe ist bei den
öffentlich-rechtlichen HD-Sendern ausgezeichnet, bei den privaten leicht
zurückgenommen. Hier kommt es aber auch auf die Produktionsqualität des
aktuellen Programminhalts an. Beim SD-Bild ist das angesprochene Bildrauschen
natürlich noch stärker ausgeprägt, außerdem wirkt die Bildstabilität nicht
so gut. Detail- und Kantenschärfe bleibt aber außergewöhnlich hoch, ohne
dabei überzogen zu wirken. Die Bewegungsstabilität ist insgesamt ebenfalls als
positiv einzuschätzen.
Star Wars Episode III, Upconversion Filmmaterial 576i -> 1080p
Die gelbe Laufschrift läuft bei solider Bildruhe stabil nach hinten ab.
Leichte Treppenstufenbildung ist schon zu Beginn zu sehen, ansonsten wirkt die
Schrift aber ausgezeichnet. Erstes Zittern der Buchstabenkanten tritt ab etwa
der Bildschirmmitte auf, einzelne Lettern wirken nicht mehr ganz so
stabil. Im hinteren Bereich bleicht die Schrift aber nicht aus und auch
Wellenbewegungen halten sich stark in Grenzen. Das Schwarz wirkt recht sauber
und viele Sterne werden ausgearbeitet, die Problematik mit der
Helligkeitsverteilung macht sich aber auch hier leicht bemerkbar. Beim
Kameraschwenk auf den Sternzerstörer bleibt das Bild zumeist stabil und das
Schiff steht plastisch im Raum. Insgesamt wirkt das Bild recht clean und sauber,
ein konsistentes Rauschen im Bild ist aber nicht wegzudiskutieren. Die
Objektkanten der kleinen Raumjäger, die über den Sternzerstörer
hinwegfliegen, bleiben weitgehend stabil und ihre Bewegungen sind flüssig. Das
Panorama beim Abknicken auf Coruscant wirkt sauber gestaffelt, die verschiedenen
Ebenen in denen sich weitere Belagerungsschiffe befinden, können klar
differenziert werden. Zudem wirken auch die weiter unten liegenden Objekte noch
plastisch und kleben nicht auf der Planetenoberfläche. Im Kampfgeschehen
erhält der Philips trotz vieler bewegter Objekte seine Bildstabilität, nur
selten ist mal ein Zittern zu sehen. Die Nahaufnahmen überzeugen durch Detail-
und Kantenschärfe, das Bildrauschen schmälert minimal den HD-Eindruck.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass Philips einen großen Step nach vorne
bezüglich der Upconversion von DVD-Material gemacht hat, ein wenig Potential
bleibt aber noch.
AVEC Professional TEST DVD, Upconversion Videomaterial 576i -> 1080p
- Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Bei den Laufschriften
gelingt ebenfalls ein recht solides Bild. Allerdings wirkt das Bild recht
weich gezeichnet, leichtes Zittern ist ab der ersten Geschwindigkeit zu
sehen. Die Farbtrennung wirkt sehr gut.
- Schwingendes Pendel: Das Pendel wirkt nicht ganz so exzellent und schon im
oberen Drittel sind Nachzieheffekte zu erkennen, die Balken können ab der
Mitte während der Bewegung nicht mehr differenziert werden. Die Linie,
über die das Pendel gleitet, steht stabil.
- Stadtbild Esslingen: Das Bewegtbild von Esslingen gelingt unter geringer
Ausprägung von Artefakten, Zeilenrauschen an den Hausdächern ist aber zu
sehen. Rasenstruktur und Details an dem gepflasterten Weg sind gut zu
erkennen, auch hintere Bildschirmebenen wirken noch ordentlich durchzeichnet
Klang
Der Philips Fernseher bietet im alltäglichen TV-Gebrauch eine absolut
ausreichende akustische Performance. Die Sprachwiedergabe ist stets
verständlich, klingt nicht metallisch sondern zeichnet auch charakteristische
Eigenheiten heraus. Auch höhere Pegel für größere Räume kann der Philips TV
bereitstellen ohne dass die Lautsprecherchassis anschlagen und unschöne
akustische Nebeneffekte zu produzieren. Wer nur gelegentlich die ein oder andere
DVD einlegt und nicht unbedingt audiophile Ansprüche hat oder regelrechte
Pegel-Tiraden fahren möchte, kann ebenfalls mit dem PFL7007 zufrieden sein.
Ansätze von Räumlichkeit und ordentliche Dynamik wird geboten, eine dichte
Atmosphäre, detaillierte Auflösung und Tiefgang muss man aber missen.
Konkurrenzvergleich
- Sony KDL-46HX855: Der Sony kostet in
46 Zoll UVP 1699 EUR und ist damit in Schlagdistanz zum Philips. Er zeigt
sich ebenfalls in schickem Monolith-Design mit sehr schmalem Rahmen und
einem sehr exklusiven Standfuß. Die Bildgüte in 2D und nativem 3D ist in
etwa auf gleichem Niveau. Der Sony bietet zwar auch eine nicht ganz
einheitliche Helligkeitsverteilung, diese fällt aber nicht so deutlich aus
wie beim Philips. Der Sony ist dafür recht anfällig gegenüber
Kopfneigungen im 3D-Betrieb. Die Wandlung und die
Frame-Interpolationstechnik ist aber beim Sony ausgefeilter, zudem ist die
Reaktionszeit bei der Menü-Bedienung des Philips einfach zu lange. WLAN
haben beide integriert. Akustisch ist auch der Philips recht ordentlich,
kann aber mit dem im Standfuß integrierten Soundsystem des Sonys nicht ganz
mithalten.
- Samsung UE46ES8090: Der Samsung ist
sowohl UVP als auch beim Marktpreis etwas teurer als der Philips, dafür
steckt auch viel technische Innovation im Gerät. Mit Sprache oder Gesten
kann man den PFL7007 noch nicht steuern, wenn die Tastatur-Fernbedienung
sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung ist. Das One-Design des
Samsungs sieht optisch nicht nur schick aus, sondern ist auch sehr gut
verarbeitet und macht einen hochwertigen Eindruck. Der Samsung bietet eine
sehr natürliche Filmwiedergabe bei exzellenter Kanten- und Detailschärfe.
Im 3D-Betrieb zeichnet er die hintersten Ebenen noch etwas besser durch als
der Philips, auch die Wandlung beherrscht er besser. Die 3D-Brillen sind
noch leichter und werden via Bluetooth synchronisiert. Die
Helligkeitsverteilung ist auch beim ES8090 inhomogen, aber nicht ganz so
stark wie beim PFL7007. Video-EQs bieten beide TVs, der des Samsungs ist
noch etwas komplexer.
Fazit

Mit seiner schicken und eleganten Optik mit sehr schmalem Rahmen und geringer
Bautiefe wird der Philips im Wohnzimmer schon fast zum Design-Element, auch wenn
in der Detailwiedergabe noch etwas Potential steckt. Visuell überzeugt der
PFL7007 besonders im Blu-ray Betrieb mit authentischer Farbtemperatur im
Film-Modus, sehr guter 24p-Stabilität und hoher Detailschärfe. Er hat ab und
zu etwas mit Bildrauschen zu kämpfen, besonders bei TV und der Upconversion,
seine größte Schwäche aber liegt in der inhomogenen Helligkeitsverteilung,
Hot Spots sind deutlich erkennbar. Natürlich hoffen wir, dass dies bei unserem
Testsample überdurchschnittlich ausgeprägt ist und ein Seriengerät hier noch
besser ist. In der Upconversion hat Philips einen Step nach vorne gemacht, mit
deutlich höherer Bildstabilität und authentischem Film-Look gibt der Philips
ein detailscharfes Bild wieder. Die 3D-Wiedergabe kann abgesehen von etwas
schwacher Helligkeit mit Stabilität, Plastizität und räumlicher Staffelung
überzeugen. Nicht wirklich zu verwenden ist die 2D in 3D Konvertierung,
Bildruckeln und Schärfeverluste sorgen hier nicht für ein angenehmes Erlebnis.
Multimedial ist der Philips mit WLAN ausgestattet und geht mit einer Vielzahl
von Medienformaten um. Etwas Kritik müssen wir noch beim Handling anbringen,
trotz der Integration eines Dual-Coreprozessors ist das Reaktionsverhalten in
der grafischen Benutzeroberfläche recht träge.
Optisch schicker EDGE LED LCD-TV mit ausgezeichneten
visuellen Eigenschaften im Blu-ray Betrieb und nativem 3D
LCD-TVs Oberklasse
Test 01. Oktober 2012
+ 24p-Stabilität
+ Plastizität und Räumlichkeit
+ Sehr gute Upconversion
+ Schicke Optik
+ Geringes Gewicht der Brillen
+ Fernbedienung mit Tastatur
- Konvertierung von 2D in 3D
- Träge Reaktionszeit bei der Bedienung
Test: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01. Oktober.2012
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