TEST: Panasonic SC-AP01 AirPlay-Lautsprecher für 199 EUR
27.06.2012 (cr/sw)

Kompakter Lautsprecher mit AirPlay
Einführung
Panasonic überlässt das Geschäft mit kompakten AirPlay-Lautsprechern für
Home Office, Küche oder Schlafzimmer nicht länger der Konkurrenz, sondern
möchte sich mit dem für 199 EUR in schwarz erhältlichen SC-AP01 ein kräftiges Stück
vom Kuchen in dieser Gerätekategorie abschneiden. Seinen Teil dazu bei wird der
im Vergleich mit vielen Konkurrenten recht günstige Preis tragen. Auch ist der
AirPlay-Lautsprecher mit Abmessungen von 43 cm (Breite) x 12,8 cm (Höhe) x 5,9
cm (Tiefe) enorm klein und findet beinahe überall Platz. Die Gesamtleistung
nach RMS gibt Panasonic mit 10 Watt an. Das Lautsprechersystem besteht aus zwei
Vollbereichslautsprechern mit Bambus-Membran für lebendigen und präzisen
Klang. Über das USB 2.0 Terminal können iPhone, iPod und iPad aufgeladen
werden. Das 1 kg wiegende Gerät bietet mittels kostenlos herunter zu ladender
App verschiedene DSPs, eine virtuelle Surround-Funktion und einen
Bass-Verbesserer. Als Standby-Sromverbrauch nennt Panasonic 0,3 Watt.
Verarbeitung

WPS für schnelle, sichere und einfache Verbindung,
Lautstärketasten - alles von eher einfacher Materialqualität, aber sauber
eingepasst

Schickes Design

Lautsprecher-Chassis sind sichtbar hinter der
teiltransparenten Abdeckung

Rückseite

Detailverarbeitung
Der Panasonic AirPlay Lautsprecher sieht schick aus und sorgt
durch die geringen Abmessungen nie für einen sperrigen oder klobigen optischen
Gesamteindruck. Die Materialqualität ist gut, aber nicht überdurchschnittlich.
Die Geräterückseite wirkt einfach gemacht, das gilt auch für die tasten, die
sich direkt am Gerät befinden. Der SC-AP01 hat einen sicheren Stand, auch wenn
man leicht daran stößt, fällt der Lautsprecher nicht sofort um. Eine große,
blau leuchtende LED signalisiert, dass der SC-AP01 in Betrieb ist und
AirPlay-basierte Signale zugeführt bekommt. Elegant gelöst ist die
teiltransparente Frontblende, hinter der sich die Bambus-Lautsprecherchassis
verstecken.
App
 
Die App startet schnell und erkennt den SC-AP01 sofort
 
Verschiedene Klangfelder sind in der App mittels Tastendruck
abrufbar. Das Soundfeld "Heavy" mit typischer
"Badewannencharakteristik" ist rechts zu sehen
 
DSP "Vocal" und Auto Off- sowie Net Standby-Schalter
 
D.Bass-Schaltung und Direct-Vocal Surround
 
Mute-Schaltung und Höhen-/Bass-Einstellung
Klang
Die AirPlay-Verbindung funktioniert mit dem
Apple iPhone 4S und unter iTunes 10.6.1.7 absolut stabil, was, wir wir aus
unserer Testpraxis wissen, alles andere als selbstverständlich ist. Zudem ist
das Panasonic AirPlay-System sehr schnell einsatzbereit, sofort beginnt die
Wiedergabe des angewählten Stücks. Mittels der App lassen sich verschiedene
EQ-Einstellungen abrufen. Sie wird zwingend benötigt, um an die erweiterten
Justageparameter zu kommen, am Gerät selber finden sich nur Laut-/Leiser-Tasten,
ein Button für die WPS-Übertragung und eine Standby-Taste.
Lädt man die App kostenlos herunter, gibt es auch verschiedene
EQ-Felder, in welche Richtung diese akustisch tendieren, wird in einer Grafik
auf dem iPhone-Display angezeigt. So verfolgt "Heavy" z.B. die
klassische "Badewanne" mit zurück genommenen Mitten und sehr
präsenten Tiefen und Höhen. "Vocal" betont den Präsenztonbereich,
in dem die Stimmwiedergabe zum größten Teil statt findet. "Soft"
nimmt die Höhen deutlich zurück, "Clear" betont obere Mitten und
Höhen hingegen. "Flat" sorgt für eine ausgewogene Wiedergabe,
sozusagen "neutral". Es findet sich noch ein Bass- und Höhen-Regler,
der relativ effektiv arbeitet und einen Einstellbereich von -4 bis +4 in 1er
Schritten zulässt. Für eine kräftigere Basswiedergabe findet sich des
Weiteren der per virtueller Taste auf dem Touchscreen aktivierbare "D.Bass".
Der Effekt allerdings hält sich in Grenzen. Wirksamer ist "D.Surround",
in 2 Stufen schaltbar oder komplett auszuschalten. D.Surround hebt die
Räumlichkeit gerade auf Level 2 hörbar an, ohne dass sich zu viele akustische
Nachteile bemerkbar machen. Der Klang wird nicht zu hallbetont und auch nicht zu
matschig, der Hochtonbereich leidet kaum.
Der Maximalpegel geht für diese Leistungsliga in Ordnung, klar
dürfte allgemein sein, dass man mit 10 Watt RMS-Leistung keine Bäume
ausreißen kann. Für den Schreibtisch im Büro oder im Home Office, für die
Küche oder das Schlafzimmer sowie die Ferienwohnung reicht das Gebotene aber
aus. Je nach Hörgeschmack hört es sich in den Betriebsarten Heavy und Clear am
besten - individuelle Anpassungen sind noch mit dem Höhen- und Bassregler
zusätzlich möglich. Nicht besonders überzeugend sind Soft und Vocal. Flat
weckt nicht gerade enorme Emotionen beim Zuhörer, agiert aber recht angenehm.
D.Surround kann man, wie bereits erwähnt, durchaus aktivieren. Rund ums Gerät
gruppiert sich eine durchaus wahrnehmbare Räumlichkeit. Zu weit sollte man sich
verständlicherweise nicht vom AirPlay-Lautsprecher entfernen, um merklich in
den virtuellen Raum eingebunden zu werden.
Mit bassstarker Musik wie z.B. dem Rave-Klassiker "Go Ahead"
von Marusha kommt die kleine Anlage besser zurecht als erwartet. Zwar ist der
Tiefgang - was absolut verständlich ist - eher bescheiden, eine gewisse Dynamik
ist aber durchaus nicht zu leugnen. Auch die Räumlichkeit ist ordentlich. Mit
"Ma Cherie" von DJ Antoine kommt der kleine Lautsprecher gut auf
Touren. Zwar schlagen zu Beginn kurz die Chassis an, wenn man lauter hören
möchte, dann aber werden auch höhere Pegel ohne größere Probleme und recht
sauber in den Hörraum getragen. Die Stimme ist gut verständlich und ordentlich
eingearbeitet. Bei Piccos "Mi Café" gefällt der SC-AP01 mit einer
guten Wiedergabe der Zupfinstrumente und auch der Vocals. Durch die gute
virtuelle Surroundfunktion löst sich die Stimme sogar etwas vom Lautsprecher.
Nur der Bassbereich zeigt, dass der Panasonic AirPlay-Lautsprecher eben doch
kein so üppiges Gehäusevolumen aufweist, dass man große Sprünge im
tieffrequenten Bereich damit machen kann.
"Push" von Lenny Kravitz kommt richtig gut heraus -
die Stimme hat überraschenderweise sogar Ansätze von einer charismatischen
Darstellung, bitte aber nicht das "Vocal" DSP wählen, dann wird der
Sound blechern es mangelt an Gesamtdurchzeichnung. Im "Clear" Modus
hingegen kann man recht zufrieden sein, auch über die räumliche Ausbreitung.
Auch bei "Wild Ones" von Flo Rida ist die Klarheit für ein
AirPlay-Lautsprechersystem dieser relativ günstigen Preisklasse nicht schlecht.
Auch die räumliche Ausbreitung kann gefallen, und der Bassbereich ist zumindest
bemüht, das Hörerlebnis zu vervollständigen. Vielleicht wäre es bei so
kompakten Docks ein interessantes Ausstattungsmerkmal, einen Pre-Out zum
direkten Anschluss eines kleinen aktiven Subwoofers mit zu liefern, dann kann
man einen günstigen kleinen Bassisten verwenden und hat dann eine komplette
kleine Anlage. "You Win Again" von den Bee Gees klingt zu Beginn
minimal hallig - dann aber, als die Melodie richtig einsetzt, sind Klarheit und
Homogenität prima, auch die Stimme wird gut eingearbeitet. Die Trennung der
vokalen von den instrumentalen Anteilen gelingt ansprechend.
Fazit

Zum fairen Kaufpreis bietet das Panasonic
AirPlay-Lautsprechersystem kompakte Abmessungen, hohe Betriebssicherheit und
einen recht aufgeräumt wirkenden Klang, den man auch über längere Zeit gern
lauscht. Die maximal mögliche Lautstärke geht für ein solches System in
Ordnung, die kostenlos herunter zu ladende App bietet einige, teils prima
programmierte DSPs und ein ordentliches, zweistufiges Virtual Surround-Programm.
Preisgünstiges, kompaktes AirPlay-Lautsprechersystem mit
schickem Design und tadellosem Klang
AirPlay-Soundlösung bis 300 EUR
Test 27. Juni 2012
+ Attraktiver Kaufpreis
+ Homogener und recht aufgeräumt wirkender Klang
+ Praktische App
+ Hohe Betriebssicherheit
+ Kompakte Abmessungen
+ Schicke Optik
- Teils einfache Materialanmutung
- Bassbereich bauartbedingt nicht besonders präsent
Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 27.06.2012
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