XXL-TEST: Onkyo 7.2 AV-Netzwerkreceiver TX-NR616
21.05.2012 (cr/sw)

TX-NR616 für 699 EUR
Der TX-NR616 ist, wie schon der TX-NR609,
ein siebenkanaliger AV-Netzwerk-Receiver mit einem 2. Subwoofer Pre-Out. Als
weitere Innovation kommt beim 699 EUR kostenden AV-Receiver (aufgrund von noch
umfangreicherer Ausstattung und aufgrund des ungünstigen Wechselkurses Yen-Euro
100 EUR teurer als der 609) die frontseitige HDMI-Buchse mit MHL-Unterstützung
hinzu. MHL steht für Mobile High-Definition Link und erlaubt kompatiblen
Mobiltelefonen und anderen elektronischen Komponenten den einfachen Anschluss an
den AV-Receiver, um Videos und Bilder, die auf dem Mobilgerät gespeichert sind,
auf dem HD-Flachbildschirm mit 1080p und mit bis zu 7.1/7.2 Surround zu genießen.
Natürlich sind alle Netzwerkmöglichkeiten, die bereits das Fünfkanal-Modell
TX-NR414 mitbringt, auch beim 616 vorhanden.
Der 616er kommt gleich mit 7 x 165 Watt und ist somit auch für größere
Locations bestens geeignet. Er ist THX Select 2 Plus zertifiziert und bietet
satte 8 HDMI Eingänge und zwei Ausgänge (z.B. für Beamer und TV) und die Übertragung
analoger Videosignale auf bis zu 1080p – sogar, wie erstmals bei den 2011er
Modelle, Upscaling auf 4k ist möglich. Erneut sorgt der Marvell Qdeo Videochip
für diese Möglichkeit. Anschlüsse für die Musikwiedergabe sind auch
reichlich vorhanden, und der AVR weist einen 2. USB Port auf der Rückseite auf.
Hier kann auch z.B. der optional erhältliche WiFi-Adapter UWF-1 „Platz
nehmen“ und den TX-NR616 in ein drahtloses Netzwerk einbinden. Der TX-NR616
unterstützt bis zu drei Hörzonen (3. Hörzone unter Zuhilfenahme einer
externen Endstufe), hat Dolby PLIIz mit an Bord und auch Audyssey DSX (hier gibt
es Front Heigh und Front Wide, auch in Kombination, als Modi für eine
erweiterte vordere Klangbühne). Als LS-Einmessystem ist beim 616 das relativ
einfache Audyssey 2EQ mit dabei. Features in der Übersicht:
-
Audyssey Dynamic EQ® zur gehörrichtigen Lautstärkeregelung
-
Audyssey Dynamic Volume® zur Erzielung des optimalen Hörpegels und Dynamikumfangs
-
Hybride Standby-Funktion für reduzierten Stromverbrauch
-
Einstellbare Übernahmefrequenz (40/50/60/70/80/90/100/120/150/200 Hz)
-
A/V-Sync Funktion (bis 800 ms bei 48 kHz)
-
Tonregler (Bass/Höhen) für Frontkanäle L/R
-
Dimmerfunktion (Anzeige: normal/dunkel/dunkler; LED des Lautstärkereglers:
Ein/Aus)
-
RDS (PS/RT/PTY/TP)
-
40 UKW/MW Senderspeicher
-
Zertifiziert für Windows® 7 und DLNA Version 1.5
-
Firmware-Aktualisierung über Ethernet und USB
-
Systemsteuerung über RIHD (Remote Interactive over HDMI)
-
Vorprogrammierte RI (Remote Interactive)-Fernbedienung
-
• THX® Select2 Plus™ zertifiziert
-
HDMI™ mit Unterstützung für 3D-Videoformate,
Audio-Rückkanal (ARC), Deep Color™, x.v.Color™,
LipSync, Dolby® TrueHD, DTS-HD Master Audio™,
DVD-Audio, Super Audio CD, Mehrkanal-PCM und CEC
• 3stufige Inverted Darlington Verstärkerschaltung
-
HDMI-Videoskalierung bis zu 4K mit Qdeo™- Technologie von Marvell
-
MHL™ (Mobile High-Definition Link) zur Wiedergabe von Smartphone-Inhalten auf
HDTV-Geräten
-
Direkte digitale Verbindung von iPod/iPhone über einen USB-Anschluss an der Gerätefront
-
Bild-in-Bild-Vorschau mit InstaPrevue™-Technologie
-
Internet Radio und Unterstützung für Cloud basierte Musikdienste
(Last.fm, MP3tunes, Spotify, AUPEO!, Simfy, vTuner)
-
Wiedergabe von Audiodateien über das lokale Netzwerk (MP3, WMA, WMA Lossless, FLAC,
WAV, Ogg Vorbis, AAC, LPCM)
-
Unterstützt die Onkyo Remote Apps für iPod touch/iPhone*2 und
Android*3-Mobiltelefone
-
Audyssey DSX™ und Dolby® Pro Logic® IIz für einen erweiterten Klangraum
-
Overlay-Bildschirmanzeige mit Schnellkonfiguration
und Home-Menü
-
Endstufengestützte Zone 2 und Zone 2/3 Line-Out für die Wiedergabe in einem anderen Hörraum
Hier finden Sie alle Daten des Herstellers: http://www.de.onkyo.com/de/produkte/tx-nr616-76092.html?tab=Details
Verarbeitung

Sauber eingepasste Bedienelemente

Der Lautstärkedrehregler liegt gut in der Hand, eiert aber
etwas

Quellwahl-Tasten

Präzise eingepasster Standby-Knopf, Aluminium-Blende

Typisch Onkyo: Grünes Punktmatrix-Display, sehr gut ablesbar

Saubere Passungen am Gehäuse, hier aus seitlicher Sicht

Solide Standfüße unter dem Gerät

Trafo

Platinenlayout

Großer, recht spät ansprechender und leise laufender Lüfter

Kühlkörper aus Aluminium

Gesamtübersicht
Die Verarbeitung hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck. Die
Frontblende besteht beim TX-NR616 aus Alumnium, ist sauber eingepasst und
weist eine tadellose Oberflächenqualität auf. Der Lautstärkeregler sieht
hochwertig aus und liegt richtig gut in der Hand, eiert aber etwas. Zu loben
sind das Punktmatrixdisplay und die hochwertigen Gerätestandfüße. Die
Rückseite weist von Schraub-Anschlüsse für alle Lautsprecher auf. Das Innenleben des
TX-NR4616 ist sehr aufgeräumt, das Platinenlayout
erscheint ordentlich gemacht und der große, oben sichtbare Lüfter schaltet
sich erst recht spät zu und läuft ruhig sowie leise. Der Kühlkörper ist aus Aluminium. Die mitgelieferte
Fernbedienung ist bereits von früheren Geräten bekannt und macht einen soliden
Eindruck. Der Tastendruckpunkt ist sehr gut, das Layout nicht zu kritisieren und
die Haptik ordentlich. Mit einer Hand lässt sich die Fernbedienung dank nicht
allzu üppiger Dimensionen problemlos steuern, zudem ist sie recht
übersichtlich. Eine Beleuchtung gibt es aber
nicht. Der Onkyo TX-NR616 kann aber problemlos auch mit den für Android sowie
iOS verfügbaren Applikationen mit einem Smartphone oder Tablet gesteuert
werden. Die stationären Bedienelemente verfügen ebenfalls über guten
Druckpunkt und sind sauber eingepasst.
Anschlüsse

Front-Anschlüsse

Front-Anschlüsse Teil 2: Mit 6,25 mm Headphone-Ausgang und
MHL-tauglichem Front HDMI Eingang

HDMI-Sektion

konventionelle Digitaleingänge, USB. Ethernet,
Antennenanschlüsse, Komponente, FBAS, Stereo-Cinch analog

Lautsprecherschraubanschlüsse

-
8 HDMI Eingänge (1 Front/7 Rückseite) und 2 Ausgänge
-
2 USB-Anschlüsse (je 1 Anschluss auf Vorder- und Rückseite)
-
USB-Anschluss für Massenspeichermedien
-
Kompatibel mit optionalem WLAN-Adapter UWF-1 (über USB)
-
Für HDTV geeignete (bis 720p/1080i) Komponentenvideo-Umschaltmöglichkeit (1 Eingang, 1 Ausgang)
-
5 Composite-Video Eingänge (1 Front/4 Rückseite) und 1 Ausgang
-
4 Digitaleingänge (2 optisch und 2 koaxial)
-
6 Analog-Audioeingänge
-
Zone 2/2 Stereo-Cinch-Ausgäng
-
Zwei parallel geschaltete Subwoofer-Vorverstärkerausgänge
-
Farblich codierte, für Bananenstecker geeignete Lautsprecheranschlüsse (ausgenommen Zone 2)
Der Onkyo bietet ein recht umfangreiches und flexibles
Anschlussangebot. Mit 8 HDMI-Eingängen ist der Onkyo für jegliche Zuspieler
gerüstet, aber auch zwei Komponentenvideo-Anschlüsse (1 Ausgang/1 Eingang) sind vorhanden. Zudem
2 optische und 2 koaxiale digitale Audio-Eingänge. Zum Anschluss eines aktiven
Subwoofers sind 2 Pre Outs vorhanden, weitere Pre Outs für den Anschluss
externer Endstufen gibt es aber nicht, auch auf einen Phono-Eingang wurde
verzichtet. Dafür ist für eine zweite Zone und für eine dritte Zone ein Line Out vorhanden, externe
Endstufen wären für Zone 3 notwendig, wenn ein 5.1 Setup in der Haupt-Hörzone
reicht, kann man die beiden verbleibenden 2 Endstufen für Zone 2 verwenden. Ein Anschluss für ein Einmessmikrofon ist
auf der Vorderseite, ebenso der MHL-fähige Front HDMI-Eingang. Für die Netzwerk-Integration ist der RJ45
Ethernet-Anschluss verfügbar, über USB kann auch ein Drahtlos-Adapter
angeschlossen werden.
OSD

Menügestaltung mit klaren Icons

Ein-/Ausgangszuweisung

Monitorausgang und wählbare Auflösung

HDMI-Zuweisung

Komponentenvideo-Zuweisung

Digitale Audioanschlüsse - Zuweisung

Lautsprecher-Setup

Impedanz, Lautsprecher-Typ, Zone 2-Endstufenzuweisung

Lautsprecher - Größe

Teil 2

Time Alignment

Pegelangleich

Manueller grafischer EQ, kanalselektiv

THX Audio-Setup

Klangeinstellungen

Eingangs-Setup

Video-EQ

Für die Preisklasse ist es sehr lobenswert, dass Onkyo einen
recht gut ausgestatteten Video-EQ mitbringt

Voreinstellung des Hörmodus

Einstell-Optionen

Menü "Diverses"

Pegeleinstellungen

OSD-Einstellungen

Hardware-Setup

HDMI-Menü

Setup-Assistent

Übersichtlich

Die Übersetzung ist nicht bis ins letzte Detail perfekt

Setup der Fernbedienung

Netzwerk-Verbindung - auch dieser Schritt gehört zum
Assistenten

Kabelbasierte oder kabellose Verbindung (kabellos nur mit
optionalem WLAN-Dongle)

Überprüfen der Netzwerkverbindung

Ende der Erstinstallation
Die Menüs sind im attraktiven Design gehalten. Das OSD ist auch
in deutscher Sprache verfügbar und sehr übersichtlich. Zusätzlich gibt es ein Quick Setup mit extra
"Q" Taste auf der Fernbedienung, das die folgenden Punkte
beinhaltet: Input, Audio (Pegeleinstellung), Video, Information, Listening Mode.
Drückt man die "Home" Taste, kann man neben
Netzwerk-Funktionen, USB und Firmware-Update auch das Setup (Unter
"Einstellungen") aufrufen.
Die Bedienung geht mittels der bekannten Fernbedienung, deren Layout nur leicht
verändert wurde, einfach von der Hand. Die Fernbedienung ist auch nicht allzu
groß, man kann sie problemlos in einer Hand halten und mit den Fingern der
gleichen Hand bedienen. Das Punktmatrixdisplay des TX-NR616 löst gut auf und
lässt sich auch aus der Distanz gut ablesen. Die Bedienung am Gerät selber
gelingt dank großem Lautstärkedrehregler und übersichtlich platzierten
Eingangswahltasten ebenfalls einfach.
Gut gefällt uns, dass sich das Menü des Onkyo TX-NR616 über
das aktuelle Videosignal legt und das jeweilig anliegende Bildsignal nicht
unterbrochen wird. Eingangszuweisungen sind schnell erledigt, auch die übrigen
Funktionen werden recht problemlos
konfiguriert. Wer auf das automatische Audyssey 2EQ-Einmesssystem verzichten
möchte, konfiguriert sein Speaker-System manuell. In "Speaker
Configuration" wird zunächst Größe der LS und die
Subwoofer-Übergangsfrequenz festgelegt, unter "Lautsprecher-Abstand" dann der
Abstand. Dieser wird in 10cm Schritten eingestellt, das geht durchaus noch
genauer. Bei der "Level Cal", also der Pegelanpassung wird ein
Testton abgespielt, die Einstellung erfolgt in 1 dB Schritten. Einen manuellen
EQ gibt es auch. Jeder Lautsprecher kann einzeln eingestellt werden. Verfügbare
Bänder passive Lautsprecher: 63/250/1000/4000/16.000 Hz, aktiver Subwoofer
25/40/63/100/160 Hz) Im HDMI-Setup sind Control/Standby und Einstellungen zu
InstaPrevue vorzunehmen, HDMI-Passthrough gelingt beim Onkyo auch mit deaktivierter HDMI-Steuerung. Im Netzwerk-Setup ist standardmäßig DHCP
aktiviert, aber auch manuell kann die IP-Adresse eingegeben werden. Wer die
Einschaltfunktion der Onkyo Smartphone Apps nutzen möchte, schaltet hier
"Network Standby" aktiv. Da der Onkyo auch über verschiedene
Video-Funktionen verfügt, ist auch ein Video-EQ mit folgenden Optionen
verfügbar:
-
Menüpunkt 4.5
-
Breitmodus (Auto, 4:3, Voll, Zoom, Breiter Zoom)
-
Bildmodus (eigene Einstellungen - dann ist der Video-EQ
bereit, oder vorprogrammiert: Cinema, Game, Weitergabe, Direct)
-
Eigene Einstellungen: Spielmodus, Film-Modus,
Kontur-Optimierung, Rauschunterdrückung, Helligkeit, Kontrast, Farbton,
Sättigung, Farbtemperatur (Normal, Kalt, Warm)
App
Die Onkyo-App, die mit den 2012er Netzwerk-AV-Receivern
funktioniert, ist für Apple iOS-Geräte und für Android-Devices kostenlos
verfügbar. Hier einige Screenshots der iOS-App:

Der TX-NR616 wurde direkt erkannt

Praktische und grafisch attraktive Benutzeroberfläche,
Wahlmöglichkeit des Hörmodus

Lautstärkeregelung

Klang-Einstellmöglichkeiten

Virtuelles Navigationskreuz

Internet Services - Überblick
Multimedia und Netzwerk

Netzwerkfunktionen in der Übersicht

Firmware-Aktualisierung auch übers Netzwerk möglich
Schnell ist der TX-NR616 im drahtgebundenen Netzwerk integriert
(wahlweise mittels optionalem WLAN-Adapter auch kabellos),
dann kann man die umfangreichen netzwerkbasierten Funktionen nutzen. Integriert
sind folgende Dienste:
-
Spotify
-
simfy
-
vTuner Internet Radio
-
Last.fm Internet Radio
-
AUPEO! Personal Radio
-
MP3 Tunes
Ebenfalls ist es möglich, Musikdateien von Home Servern oder
PCs aus dem gleichen Netzwerk zu streamen. Jegliche Dienste sind beim
dedizierten Eingang "NET" zu finden, hier wird für die Wiedergabe vom
Media Server "DLNA" ausgewählt. Wahlweise kann man auch vom Home
Menü aus direkt auf die Netzwerkfunktionen zugreifen. Es öffnet sich eine Liste der im
Netzwerk befindlichen Server und obligatorisch wird die gewünschte Kategorie
ausgewählt. Der Onkyo TX-NR616 streamt lediglich Musik, diese kann dann nach
Interpret/Album/Genre/Ordner/etc. sortiert werden und man wählt schlussendlich
den gewünschten Track aus, nach knapper Sekunde Puffern wird das Lied
abgespielt. Generell erfolgen Navigation und Bedienung im DLNA-Betrieb
verzögerungsfrei und komfortabel. Sowohl am Geräte-Display als auch am OSD
werden die essentiellen Informationen angezeigt. Die Wiedergabequalität kann
rundherum überzeugen.
Die Verbindung mit AUPEO! gestaltet sich einfach - die
Bootzeiten sind vertretbar, die Wiedergabe einzelner Stationen ist besonders mit
dem wirksamen Music Optimizer (über die "Q"-Taste direkt anwählbar)
richtig gut, Störungen traten keine auf. Der Music Optimizer strafft und
stärkt den Bassbereich, verleiht die Mitten mehr Klarheit und Kontur und
schenkt den Höhen mehr Frische und Auflösung. Die Verbindung mit vTuner
funktioniert richtig schnell. Rasch ist der Sender ausgewählt, schnell wird
der Audiostream gebuffert und wird ohne Störungen oder Breaks wiedergegeben.
Gerade Stationen, bei vTuner gesondert aufgeführt, mit höherer Qualität
klingen präzise, lebendig und räumlich.
Der Onkyo TX-NR616 unterstützt auch den erst seit kurzem in
Deutschland verfügbaren Streaming-Dienst Spotify. Zur Nutzung mit dem Onkyo
Receiver ist ein Premium-Account notwendig. Zudem muss das Gerät für die
Nutzung registriert werden, da aktuell der Facebook-Login noch nicht
unterstützt wird. Wie das geht erfährt man auf der Spotify-Website unter Hilfe
(Link),
beim TA-4070 haben wir die Registrierung
bereits einmal durchgeführt und erklärt.
Über USB kann nicht nur ein konventionelles Flash-Laufwerk oder
eine HDD angeschlossen werden sondern auch direkt ein iPod bzw. ein iPhone, die
Bedienung erfolgt dann je nach Belieben mit dem iPhone selbst oder mit der
Fernbedienung des Onkyo-Receivers. Der Universal Port, der an früheren
Onkyo-Modellen auf der Rückseite installiert war und in der Regel zum Anschluss
eines iPod-Docks diente, ist nicht mehr vorhanden. Wer dennoch auf ein Dock
nicht verzichten möchte, greift auf das RI Dock von Onkyo zurück.
Testequipment
Klang
Nicht unbedingt würden wir Audyssey 2EQ mit der EQ-Funktion
für einen Angleich an Lautsprecher und Hörraum verwenden. Problem ist, dass
die Transparenz im Hochtonbereich und auch dessen Durchhörbarkeit leidet, und
gerade da liegt eigentlich eine der Stärken des TX-NR616. Die
Front-Surround-Übergänge erscheinen mit aktiviertem Audyssey zwar sehr
harmonisch und passend - aber die Differenzierbarkeit einzelner akustischer
Ebenen im Surroundbereich leidet auch bei aktiviertem EQ. Wir raten daher zu
einer manuellen Justage aller Basisparameter, auch den grafischen manuellen EQ
würden wir, wenn es nicht aufgrund räumlicher Bedingungen unbedingt notwendig
ist, deaktivieren.
Der Onkyo TX-NR616 weist eine sehr gelungene Grundauslegung auf,
er ist allerdings forscher ausgelegt als frühere Generationen. Schnelle
Effektwechsel z.B. bei Electronic- oder Trance-Musik gehen ihm leichter von der
Hand, er ist nicht mehr so samtig - ohne allerdings zu eckig aufzutreten. Nach
wie vor eignet er sich auch sehr gut für Klassik oder Jazz. Beim Auftakt zu
Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" (SACD-Multichannel) stellt er die
Streicher sehr filigran und transparent dar, zudem wirkt er geschmeidig. Schnell
sprechen die Endstufen an, wenn das gesamte Orchester einsetzt. Bei
Filmtonspuren zeigt der TX-NR616 viel Potenzial beim Aufbau eines räumlichen
Panoramas, das so ausgeprägt ist, dass der Onkyo auch ohne Schwierigkeiten mit
ausgewachsenen Standlautsprechern im Surroundbereich zusammen arbeiten kann. Der
Onkyo versorgt vorn Vollbereichslautsprecher ohne Probleme, selbst die große
nuVero 14. Erst bei sehr hohem Pegel merkt man, dass der Druck leicht
nachlässt. Stimmen werden mit Kontur und Charisma wiedergegeben und sehr gut
ins akustische Gesamtgefüge eingearbeitet.
Bei der BD "A New Day (Dolby TrueHD) von Celine Dion
liefert schon das zersplitternde Glas gleich zu Konzertbeginn eine Vorstellung
davon, was der TX-NR616 unter zielgerichteter Räumlichkeit versteht: Nach allen
Seiten spritzen die Scherben tief in den Raum. Als dann Celine ihre Stimme
erhebt, wird "A New Day Has Come" mit gekonnter Atmosphäre und
schöner vokaler Einbindung wiedergegeben. Die Trennung von Stimmen und
Instrumenten ist tadellos, die akustische Auslegung erfreut durch lebendige
Neutralität. Der Hochtonbereich ist mit schärferen Konturen versehen als beim Onkyo 7.2 AV-Receiver TX-NR609,
das 2011er Modell trat etwas zurückhaltender af. Welche Auslegung man
bevorzugt, liegt am individuellen Hörprofil. Bei "Because You Loved Me"
tritt der 616 jedenfalls wieder schwungvoll an, zudem wird der aktive Subwoofer
sehr exakt angesteuert. Besitzt man keinen, dafür aber zwei leistungsfähige
Standlautsprecher vorn und nur ein 5.0 Setup, kann man diese mittels Bi-Amping
sehr stimmig ansteuern - schon ohne Bi-Amping liefert der TX-NR616 eine hohe
Pegelfestigkeit, mit Bi-Amping ist auch bei großen Lautsprechern eine enorme
Souveränität gewährleistet.
Pegelfest war allerdings auch der TX-NR609
schon, hier stellen wir keinen bahnbrechenden Unterschied mehr fest. Es lohnt sich, im Mehrkanalbetrieb einen hochwertigen Center zu
verwenden, da der 616 Stimmen sehr gut vom Lautsprecher loslöst - wie beim
Duran Duran-Hit "A View To A Kill" (CD, aufpoliert mittels Dolby PLII
Music). Bei Bryan Ferrys "It's All Over Now Baby Blue" (SACD-Multichannel)
arbeitet der TX-NR616 die Stimme sehr gut ins Gesamtgefüge ein und
berücksichtigt viele stimmtypische Einzelheiten. Der Bass hat Nachdruck und
Substanz. Im Vergleich zum Vorgänger erscheint er schneller, zackiger. Das
Aufpolieren auf Mehrkanal-Wiedergabe mittels PLII Music ist sehr gelungen - kein
unschöner Hall und vor allem nimmt der 616 den Höhen kaum Klarheit - sie
sind auch im PLII Music-Betrieb sehr gut durchzuhören. Wir ziehen PLII Music
DTS Neo-6 Music vor, Neo:6 klingt dünner, etwas halliger wirkt bilanzierend
nicht so harmonisch.
Musik kann man auch in Stereo auf einem beachtlichen Niveau
genießen - der TX-NR616 spielt etwas direkter als der Vorgänger und sehr
spritzig. Der 616 "bauscht" den virtuellen Raum nicht auf, sondern
präsentiert eine realistische Größe - bei "L'Attesa" von Andrea
Bocelli löst sich die Stimme des Sängers sehr gut vom Lautsprecher, ebenso wie
bei der Paul Potts-Version von "Time To Say Goodbye". Stimmen werden
überhaupt authentisch wiedergegeben, Konturen umreißt der 616 klar und erst in
den hinteren Ebenen, z.B. bei einem Choralgesang im Hintergrund, nimmt das
Detaillierungsvermögen doch etwas ab.
Wir sehen nur trotzdem den Preis des TX-NR616 als etwas
problematisch an: 699 EUR sind schon ein Wort, vor allem, wenn man die Preise
direkter Konkurrenten mit einbezieht: Der Pioneer
7.2 AV-Receiver VSX-922 mit vTuner, DLNA und MCACC kommt auf 549 EUR, der
brandneue Yamaha RX-V673 auf 599 EUR und der Denon
AVR-2113 ebenfalls auf 599 EUR. Bei allen Qualitäten, die der TX-NR616
zweifelsohne mitbringt - diese Klassen sind preissensibel, und 100 EUR hoch oder
runter sind für die potentiellen Käufer viel Geld und ein schlagkräftiges
Argument. Kommen wir gleich zu Vergleichen. Der Pioneer
7.2 AV-Receiver VSX-922 spielt grobdynamisch noch eine Spur
zupackender und gibt sich härter als der TX-NR616. Der Onkyo ist verbindlicher,
wenngleich er nicht mehr so samtig agiert wie der Vorgänger. Beim Denon
AVR-1713 (AVR-2113 war noch nicht im Test oder Preview) ist ein unglaublich
kultivierter Klang die große Stärke, er klingt sehr homogen und flüssig, und
wie wir in Erfahrung bringen konnten, ist auch der Denon
AVR-2113 so ausgelegt. Uns gefällt die Denon 2012er Auslegung sehr
gut, da ein hervorragendes Zusammenspiel mit vielen Lautsprechern möglich ist.
Der TX-NR616 bietet nicht ganz so harmonisch Front-Surroundübergänge, mag aber
bei großen Effekt-Spektakeln mit noch etwas mehr Punch agieren. Er ist in der
Mitte, auf der einen Seite der kultivierte Denon, auf der anderen der
"Macho" von Pioneer. Und wie sieht es mit Yamaha aus? Fest steht schon
nach unserem Preview: Die neuen Yamaha AV-Receiver
RX-V573 und RX-V473 sind deutlich emotionaler ausgelegt als die bisherigen
Modelle. Der RX-V673 ist zudem jetzt bei uns im Testraum eingetroffen, wir
untersuchen, ob auch dieser die sehr lebendige, aber im Vergleich zu früheren
Generationen wärmere, bekömmlichere Auslegung mitbringt. So, wie es bislang
aussieht, tendieren die Yamahas eher in die Richtung des Denon AVR-1713
- endgültig Aufschluss werden die Testberichte bringen.
im dritten Kapitel von "Indiana Jones und das Königreich
des Kristallschädels" (Dolby TrueHD, Modus beim Onkyo THX Cinema) wirken
die Faustschläge gleich zu Beginn sehr authentisch, auch die Stimmen klingen
sehr echt - als Mac sich als Doppelspion zu erkennen gibt, merkt man die
Bitterkeit in Indys Stimme sehr gut, dass er seinen langjährigen Freund wohl
falsch eingeschätzt hat. Doch Indy fängt sich schnell und eine spektakuläre
Flucht beginnt: Fahrgeräusche, erneute Faustschläge, harter Aufprall von
Fahrzeugen, Feuergefechte, Explosionen - nichts fehlt. Der TX-NR616 stellt eine
sehr dichte, komplett erscheinende Wiedergabe sicher und lässt auch viel
Lebendigkeit in den Surroundbereich vordringen. Kleine Geräusche wie das
metallische Klirren von Ketten oder das Zersplittern von Glas kommen plastisch
und fundiert heraus. Der Music Score wird vom Onkyo tadellos eingearbeitet, so
kann die Musik ihre Unterstützung zu der spannenden Handlung ausgezeichnet zum
Ausdruck bringen.
Der TX-NR616 kommt auch mit "GI JOE" ausgesprochen gut
zurecht. Sehr klar und nachdrücklich wird das erste Aufeinandertreffen der GI
JOE Spezialeinheit mit den Schurken von Cobra akustisch untermalt. Explosionen,
Schüsse, Schreie - alles fügt der Onkyo zu einem enorm dichten Klangerlebnis
zusammen. Prima gefällt uns die Einarbeitung des Music Score - nie überbetont,
aber auch nie zu sehr im Hintergrund. Stimmen sind ebenfalls sehr gut eingewoben
- man merkt es, wie realistisch der 6161 agiert: Bei großen Explosionen sind
die Stimmen gerade noch zu verstehen, so dass der Sinn für Authentizität nie
verloren geht. Bei "Avatar" geht es im 22. Kapitel richtig zur Sache.
Die donnernden Rotorengeräusche werden kraftvoll übertragen. Als sich die
Söldner im Inneren des Kommandoschiffs unterhalten, kommt die leichte Dämpfung
der Außengeräusche sehr gut heraus. Als Raketenschüsse für Explosionen und
verzweifelte Schreie bei den Eingeborenen sorgen, bringt der Onkyo die Szenerie
akustisch auf ein beachtliches Niveau - präzise zu orten zischen die Geschosse
durch den Hörraum, der Aufprall nebst folgender Explosion wirkt wuchtig und
klar strukturiert.
Video
Up-Conversion von 576i DVD-Signalen auf 1080p, Film-Material,
Star Wars Episode III, ab Filmbeginn:
Die Star Wars typische gelbe Laufschrift gleich zu Filmbeginn
erscheint in sehr gelungener, echter Farbgebung. Die Schrift läuft in sehr
guter Schärfe und beinahe ohne Artefakte nach hinten durch. Einzelne Lettern
präsentieren sich sauber durchzeichnet, auch die Ränder bleichen kaum
aus.
Als der große Sternzerstörer durch das Bild fliegt, zittern Kommandobrücke
und vordere obere Kante leicht, nach ca. 2 Sekunden aber steht das Raumschiff
stabil. Prima sind Bildschärfe und Detailreichtum, auch der im Schatten
liegende Flügel wird mit ordentlichem Detailkontrast wiedergegeben. Es tritt
nur geringes Bildrauschen auf, auch größere Farbflächen rauschen nur
geringfügig. Als die beiden Raumjäger über der Oberfläche des Sternzerstörers
fliegen, werden alle bewegten Objekte mit sauberer Bewegung und tadelloser
Bewegungsschärfe dargestellt. Als die beiden Raumjäger steil nach unten ins
Schlachtgeschehen fliegen, eröffnet sich dem Betrachter ein bis in die unterste
Bildebene klar durchzeichnetes, plastisches Panorama. Die Gesichter von Obi-Wan
und Anakin weisen viele Details (Bartstoppeln, Hautporen) auf und sind farbecht.
Die verschiedenen Explosionen während der Raumschlacht sowie die Detaillierung
der Raumschiffe, Androiden und Raumstationen im Verlauf der Schlacht können
rundherum überzeugen. Parallel stattfindende Bewegungsabläufe managt der 616
souverän.
Up-Conversion von 576i DVD-Signalen auf 1080p, Video-Material, AVEC Professional
Test DVD:
-
Schriften in weiß und schwarz vor blau/rot/weißem
Hintergrund, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen: Zittern
ist besonders bei der schnellsten Schrift, aber in leichter Form auch bei
den langsameren Geschwindigkeiten sichtbar. Lesbar sind alle Lettern
problemlos. Die Schrift läuft ansonsten gleichmäßig und die Farbtrennung
ist tadellos.
-
Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in verschiedenen
Geschwindigkeiten über eine schwarze Linie schwingt: Die Linie bleibt fast
komplett stabil und zittert lediglich minimal. Zudem schwingt das Pendel
gleichmäßig, es bilden sich aber gerade im unteren Drittel besonders
rechtsseitig Nachzieheffekte. Die Bewegungsschärfe der äußeren Konturen
ist gut, allerdings verschwimmen die Konturen im Pendelinneren.
-
Ein magenta-farbener Siemensstern in der Bildmitte und vier
kleine Siemenssterne in den Bildschirmecken, grüner Hintergrund, gleichmäßige
Drehbewegung: Nur geringfügige Artefakte an den einzelnen magentafarbenen
Elementen an den kleinen Siemenssternen und beim großen Siemensstern, recht
gleichmäßiges Drehen, lediglich leichtes Ruckeln. Sehr gute Farbtrennung
und gute Bildschärfe.
-
Dynamisches Stadtbild von Esslingen, Kamerafahrt über Hausdächer
mit Dachziegeln, Autos in der Ferne auf der Bundesstraße, Grünanlage und
Teile der Stadtbefestigung: Die Bildschärfe ist gut, die Farben wirken
natürlich und nicht übersättigt oder zu blass. Die Kamerafahrten sind
relativ stabil, es kommt kaum zu Ruckelbewegungen. Der Onkyo arbeitet viele
Details stimmig ein, das sieht man an den Dachziegeln und an der Struktur
des Rasens. Flimmern in den Dachziegeln ist zwar erkennbar, hält sich aber
in Grenzen.
Fazit

So kennen wir Onkyo - mit üppiger Ausstattung, schicker Optik,
sehr guter Videosektion und gefälligem, lebendigen und authentischen Sound setzt der TX-NR616
eine lange Erfolgsstory gekonnt fort. Viele internetbasierte Musikdienste,
DLNA-Streaming, App-Steuerung - die aktuelle mediale Welt ist beim 616 stets
präsent. Das Schöne ist, und dies kann keinesfalls als Selbstverständlichkeit
angesehen werden: Alles funktioniert problemlos und ist schnell eingerichtet.
Die Texte zum Einrichtungsassistenten sind nicht perfekt übersetzt, dies ist
ein kleiner Kritikpunkt. Das einzige, was ein Referenzprädikat verhindert, ist
der Preis: 699 EUR ist in Anbetracht der Preise der Konkurrenten recht viel -
und der Onkyo 5.1 AV-Netzwerkreceiver
TX-NR414 ist so gut geworden, dass man sagen kann: Wer keine 7.2
Konfiguration benötigt und zudem auf die Videosektion verzichten kann, findet
im 250 EUR günstigeren TX-NR414 einen
hervorragenden Partner.
Üppig ausgestatteter AV-Receiver mit authentischem Klang und
sehr guter Videosektion

AV-Receiver Mittelklasse
Test 21. Mai 2012
+ Authentischer, kräftiger Klang
+ Tadellose Pegelfestigkeit
+ Üppige Ausstattung
+ Solide Verarbeitung
+ Anschlussbestückung umfangreich
+ Sehr gute Videosektion
- Recht hoher Kaufpreis
- Kein Streaming von Video-Dateiformaten
TEST: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 21.05.2012
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