PREVIEW: Onkyo 9.2 AV-Netzwerkreceiver TX-NR5010 - Musikalität neu definiert?

15.08.2012 (cr/phk)

Einführung

Das neue Spitzenmodell von Onkyo ist der 9.2 Kanal AV-Netzwerk-Receiver TX-NR5010. Stärken von Tradition und Technik soll das neue Flaggschiff vereinen. Daher bringt es nicht nur höchste Leistungsfähigkeit unter nahezu allen Praxisbedingungen, sondern auch innovative Technologien mit.

Für die kontinuierliche Versorgung des AV-Receivers mit Energie sorgt der massive Ringkerntransformator, der zusätzlich von separaten Transformatoren für Audio- und Videoverarbeitung unterstützt wird. Der TX-5010 schafft so 220 Watt pro Kanal an 6 Ohm und trägt natürlich, wie der Vorgänger, das THX Ultra 2 Plus Zertifikat. Eine schwingungsdämpfende Konstruktion mit separaten Gehäusewänden aus Aluminium, diskreter Endstufenaufbau und getrennte Leistungs- und Vorverstärkerblöcke gehören zum Inventar des Onkyo Flaggschiffs. TI Burr-Brown 192 kHz/32-bit D/A Wandler zeichnen sich für die Digital-Analog-Wandlung verantwortlich. Die Audio-Verarbeitung umfasst selbstverständlich alle aktuellen Tonformate wie Dolby TrueHD und DTS-HD MA. Um die 9 Kanäle auch nutzen zu können, sind die Erweiterungssysteme Audyssey DSX, Dolby Pro Logic IIz und DTS Neo: X integriert, ein 32-bit DSP-Chip sorgt für überdurchschnittliche Rechenpower. Als Einmess-System und zur Raumakustik-Korrektur ist Audyssey MultEQ XT32 im Ausstattungsumfang enthalten.

Die Video-Verarbeitung übernimmt der HQV Vida-Videoprozessor VHD1900 sowie die Marvell Qdeo-Technologie, die ein Upscaling von 1080p-Quellen auf 4K-Auflösung ermöglicht. ISF-Videokalbrierung sorgt für optimale Performance. Dank der InstaPrevue-Technologie kommen Anwender in den Genuss einer Bild-in-Bild-Vorschau von angeschlossenen Quellen über HDMI. Der TX-NR5010 bringt insgesamt 11 HDMI-Anschlüsse mit, 9 Eingänge und 2 Ausgänge. Auch MHL-Technologie, der Mobile High Definition Link - zur Wiedergabe von Smartphone-Inhalten auf HDTV-Geräten ist an Bord.

Der Onkyo bietet obligatorisch auch ein reichhaltiges Multimedia-Angebot. Verschiedene Internetradio-Plattformen sowie Cloud-basierte Musikstreaming-Dienste sind integriert. Auch via DLNA lassen sich dem AV-Receiver Musikinhalte zuspielen, der Onkyo unterstützt hier eine Vielzahl an Dateiformaten wie z.B. FLAC, WAV, ALAC, etc. Direkte digitale Verbindungen von iPod/iPhone über einen Anschluss an der Gerätefront ist ebenfalls möglich. Wer den AVR drahtlos einbinden möchte, freut sich über Kompatibilität zum UWF-1 WLAN-Adapter sowie dem Bluetooth USB-Adapter UBT-1. Mittels Onkyo Remote Apps für iOS und Android lässt sich der TX-NR5010 mit dem eigenen Smartphone bedienen. 

Der Onkyo TX-NR5010 misst 435 x 198.5 x 463.5 mm und wiegt 25 kg. Der Standby-Verbrauch soll lediglich 0,15 Watt betragen. Für das neue Spitzenmodell fordert Onkyo 2.999 EUR UVP.

Verarbeitung

Hochwertige Materialqualität

Front mit geöffneter Klappe

Seitenansicht

Lüftungsöffnungen

Bedienelemente unter der Frontklappe

Display

Seitliche Aluplatte und Gehäuse-Oberseite

Solide Verschalung

Lautstärkeregler

Beleuchtete Quellenwahltasten

Rückseite gesamt

Einmessmikrofon

Fernbedienung

Der Onkyo TX-NR5010 unterscheidet sich optisch nicht von seinem Vorgänger. Zeitlos elegant wirkt die massive Gestalt des TX-NR5010 im schwarzen geschliffenen Alu-Look. Der 3000 EUR-Bolide ist aber auch in Silber erhältlich. Der Onkyo fasst sich dank der recht dicken Aluminium-Platten seitlich und an der Frontblende sehr hochwertig an. Die Passungen sind tadellos, nirgends steht etwas über oder gibt es scharfe Kanten. Der Lautstärkedrehregler bietet ebenfalls gute Haptik, ist etwas schwergängig und eiert nicht. Die gewünschte Quelle wird am Gerät mit Drucktasten ausgewählt, die mit kleinen weißen LEDs von oben beleuchtet sind. Links neben dem Display befindet sich noch ein Druckknopf zum An/Aus-Schalten und ein Pure Audio-Button. Zwischen Power-Button und Lautstärkeregler ist das zweizeilige Display untergrebracht. Es handelt sich um ein Display in Punktmatrix-Auflösung mit hoher Auflösung in grüner Schrift, dass auch bei Lichteinfall oder größerer Entfernung noch ausgezeichnet ablesbar ist. Der Onkyo kann beinahe komplett stationär bedient werden, dafür notwendige Bedienelemente sind, ebenso wie die Front-Anschlüsse, unter der Frontklappe zu finden. Der TX-NR5010 steht natürlich auf soliden Standfüßen, die dem Gerät ausgezeichneten Halt und Standfestigkeit im HiFi-Rack bieten. Die mitgelieferte Fernbedienung unterscheidet sich in den höheren Preisklassen der Onkyo-Familie kaum bis überhaupt nicht. Die Tasten bieten einen guten Druckpunkt, das Layout ist durchschaubar und die Fernbedienung ist partiell beleuchtet.

Anschlüsse

Vergoldete Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Teil der Anschluss-Sektion

HDMI-Slots - es gibt zwei und nicht drei HDMI-Ausgänge wie bei manchen Konkurrenten

Front-Anschlüsse

  • 9 HDMI-Eingänge (1x Front)
  • 2 HDMI-Ausgänge
  • 2 Komponentenvideo-Eingänge
  • 1 Komponentenvideo-Ausgang
  • 5 FBAS-Eingänge (1x Front) + 1 Monitor Out + 1x Zone 2 Out

 

  • 3 Digitale Audio-Eingänge koaxial
  • 4 Digitale Audio-Eingänge optisch (1x Front)
  • 11.4 Mehrkanal-Vorverstärkerausgang
  • 2 Subwoofer Pre-Outs
  • 6 Analoge Stereo-Cinch Eingänge (1x Front) + 2 vergoldete Stereo Cinch-Eingänge mit größerem Abstand
  • 2 Analoge Stereo-Cinch Ausgänge für Zone 2/3
  • 2 USB-Eingänge (1x Front)
  • Ethernet-Anschluss
  • PC VGA-Eingang
  • RS232
  • FM/AM-Antenne
  • 12V Triggereingänge + Ausgänge für Zone 2/3
Menü

Onkyo Home-Menü

Ein-/Ausgangszuordnung

Zuweisung der HDMI-Eingänge

Lautsprecher-Setup

Manuelles Lautsprecher-Setup

Klangeinstellungen

Menüpunkt 4: Eingangs-Setup

Hardware-Setup

HDMI-Steuerung, Pass-Through, ARC, etc.

Sperren der Einstellungen

Das Setup-Menü des Onkyo TX-NR5010 Receivern kennen wir bereits von früheren Geräten bzw. kleineren Modellreihen. Mit der Taste, auf der ein Häuschen abgebildet ist, direkt unter dem Navigationskreuz gelangt man in den Home-Screen. Hier kann dann zwischen Netzwerk, USB, Firmware-Update und Setup gewählt werden. Mit Setup gelangt man ins ebenfalls bereits bekannte Konfigurationsmenü. Hier kann eine Eingangszuordnung sowie das manuelle Lautsprecher-Setup inklusive Konfiguration, Abstand, Pegelkalibrierung und sogar manuelles Equalizing vorgenommen werden. Auch die HDMI-Einstellungen bezüglich CEC-Steuerung, HDMI-Passthrough, Standby-Passthrough und AV Sync finden sich hier. Sollte der Receiver nicht via Ethernet-Kabel mit aktiviertem DHCP eingebunden werden, können hier auch die wichtigen Parameter für die Netzwerk-Integration eingegeben und gespeichert werden.

Das sogenannte Quick-Setup öffnet man mit der Q-Taste auf der Fernbedienung. Damit erhält man einen Schnellzugriff auf akustische Basisparameter oder die Wahl eines Bildfeldes. Das Quick-Setup ist unterteilt in Eingang, Audio, Video, Information und Wiedergabemodus. Der Onkyo verfügt über eine Overlay-Bildschirmanzeige, so werden Quick-Setup und Home-Menü mit leichter Transparenz über das aktuelle Video-Signal gelegt.

Klang

Audyssey

Audyssey beginnt, zu messen

Optionen, unter anderem gibt es für Musik und Filmton eine EQ-Kurve

Mehrpositionen-Einmessung

Die zuverlässig arbeitende und an bis zu 8 Hörpositionen durchführbare Einmessung mittels Audyssey MultEQ 32 präsentiert sich in bessere Form als früher. Der Klang verschluckt mit aktiverter Audyssey-Funktion nicht mehr so viele Details und wirkt nicht mehr so vordergründig. Etwas "Spirit" geht im Hochtonbereich aber nach wie vor verloren, zudem leidet die Tiefenstaffelung etwas. Gut gefallen uns die stimmigen Front-/Surroundübergänge.

Wir haben auch mit einem THX-System, dem Teufel 5.1 Lautsprecher-Set System 10 mit Lautsprechern aus dem ebenfalls THX Ultra 2-lizenzierten Teufel System 9 für Front Heigh und Surround Back, getestet. Hier ist es ratsam, die Übernahmefrequenz aller passiver Lautsprecher generell auf 80 Hz einzustellen, manuell Entfernung und Pegel zu justieren und auf den Einsatz von Audyssey zu verzichten. 

Hi-Res-Streaming

Wir haben uns diesmal besonders den Streaming-Qualitäten gewidmet und wollen im Preview genau auf die Wiedergabequalität bei FLAC 96 kHz/24 Bit und FLAC 192 kHz/24-Bit Dateien, die wir von einem DLNA-Server zuspielten, eingehen. 

Hochauflösende Audiodateien, hier Diana Krall

Flac 96/24 des Duisburger Philharmonischen Orchesters. Mit einem speziellen Downloadmanager werden die Dateien herunter geladen (schnelle DSL-Verbindung sehr empfehlenswert)

Zuspielung der hochauflösenden Audio-Dateien via DLNA

Immer mehr im Trend liegt es, sich hochauflösende Musikdateien aus dem Internet zu besorgen. Fündig wird man beispielsweise bei www.highresaudio.com, hier kann man aus einer mittlerweile beachtlichen Auswahl an hochqualitativen Medien wählen. Es finden sich sogar Exempel, die in nochmals deutlich höherer Auflösung als 192 kHz/24-Bit vorliegen, nur bringt dies aktuell für den Privatgebrauch nichts, weil die meisten, auch hochwertigen, AVRs als „Höchstmaß“ 192 kHz/24-Bit (Ausnahme Pioneer SC-LX86 – dieser akzeptiert über den USB-Eingang hinten auch 192 kHz/32-Bit, während er es beim vorderen USB-Eingang bei 192 kHz/24-Bit belässt). 

Beim FLAC 96/24 File „Stop This World“ von Diana Krall (aus dem Album "The Girl In The Other Room) zeigt uns der Onkyo TX-NR5010, wie brillant er mit derartigem Material umgehen kann. Von der erstklassigen Güte der Titel, die vor von Highresaudio herunter geladen haben, konnten wir uns schon auf verschiedenen Komponenten überzeugen, aber was der TX-NR5010 hier zusammen mit 2 Frontlautsprechern des Teufel 5.1 Lautsprecher-Set System 10 in Kombination mit dem S 10000 SW THX Ultra 2 Subwoofer hier darbringt, ist ohne Übertreibung absolut überragend. Bei einer solchen Kombination wird man kaum große Standboxen vermissen: Präzise und lebendig, fließend, ohne „Klanglöcher“ zwischen unterer Grenzfrequenz der beiden Frontlautsprecher und aktivem Subwoofer, wird ein Klangerlebnis geboten, das auch dem sehr anspruchsvollen Stereoliebhaber überzeugen dürfte. Besonders exzellent – Dianas Stimme hat hervorragende Konturen, klar und sauber präsentiert, und löst sich sehr gut von den Lautsprechern. Die dabei aufgebaute Bühne erscheint uns sehr glaubwürdig.

Nun haben wir den „Frevel“ begangen und haben das in unserem Einsatz-Falle auf Dolby PLIIx basierende THX Music-Programm zum Aufpolieren auf 7.1 verwendet. Hier kommt, wie schon erwähnt, der bekannte Dolby PLIIx Decoder zum Einsatz, auf dessen Basisarbeit das THX Post Processing aufsitzt. Auch hier sind wir begeistert – sicherlich geht etwas Präzision verloren, was der Stereo-Enthusiast völlig zurecht monieren dürfte. Aber es öffnet sich ein toll strukturierter Raum mit viel lebendiger Weitläufigkeit, so dass man auf jeden Fall sehr angetan sein dürfte. Insgesamt, so denken wir, eine tolle Alternative, gerade dann, wenn man sich sehr gern, wörtlich genommen, "von Klang umgibt". Die Defizite, die bei Präzision, Detailfreude und Hochtonbrillanz verloren gehen, fallen weitaus geringer aus, als sich dies manche vorstellen dürften. 

Weiter geht es mit Claude Debussys „La Mer“ (Duisburger Philharmoniker unter Jonathan Darlington). Hier wählten wir den ersten Satz „From Dawn To Midday On The Sea“. Das in FLAC 192/24 Stereo vorliegende Stück hat uns im „Pure Audio“ Modus des TX-NR3010 enorm fasziniert. Enorm facettenreich kommt es zum Ausdruck, begeisternd, mit vieler Transparenz die Streicher ins Spiel kommen. Der Onkyo managt parallel stattfindende musikalische Ereignisse souverän und vergisst auch die Darstellung hinterer Ebenen nicht. Klar, filigran, greifbar – der Klang „lebt“ im Zuhörer und reißt ihn mit. Er fordert ihn aber nicht zu sehr, sondern die homogene, schlüssige Auslegung des TX-NR5010 garantiert auch viel Freude an langen, mehrstündigen Hör-Sessions. 

Wie gut Musik vom Server klingen kann, wenn man sich die Mühe macht, entsprechend hochwertige Stücke auszuwählen, zeigt sich auch beim FLAC 96/24-Stereo-Meisterwerk „At The Reading Of A Psalm“ von Sergej Taneyev, gespielt vom Russian National Orchestra. Besonders beeindruckend ist der Chor gleich zu Beginn (Allegro Tempestoso), etwas über 5 Minuten lang, und jede Sekunde weckt im „Pure Audio“ Modus durch Reinheit, Klarheit und enorme Tiefe pure Begeisterung. Die Stimmen „verwischen“ nicht, sondern stehen mit feiner Struktur präzise im Raum. Die Trennung Stimmen-Instrumente ist sehr gut gelungen. Gehen wir hier auf die 7.1 Wiedergabe mittels THX Music, so staunen wir nicht schlecht: Kaum Präzisionseinbußen, ein glaubwürdiges Gesamtvolumen und eine immer noch feine Staffelung sind heraus zu hören. Dies alles verursacht selbst beim Klassik-Kenner Gänsehaut, so imposant und tief beeindruckend tritt dieses Stück auf. Durch die hochwertige Wiedergabekette kann man sich ohne störende Einbußen dem Faszinationspotential voll widmen. 

Der Onkyo TX-NR5010 schlägt sich blendend – im Vergleich zum Vorgänger Onkyo TX-NR5009 sehen wir folgende Punkte als verbessert an: Zum ersten zu nennen wäre das nochmals geschmeidigere Ansprechen der Endstufen, sofort sind sie bei kleinen und großen Impulsen blitzschnell zur Stelle. Der Onkyo TX-NR5010 arbeitet zudem kleine dynamische Differenzen noch sorgfältiger heraus als der bereits sehr gute Vorläufer. Die gesamte Auslegung erscheint uns strahlend, transparent und mit viel Sinn für exzellent dosierte Lebendigkeit. Der TX-NR5009 wirkt etwas träger, er schließt den Zuhörer nicht so intensiv, von allen Seiten, ins musikalische Gesamtgeschehen ein. Der TX-NR5010 lässt klar durchblicken, dass diejenigen, die ihn entwickelt haben, Musik lieben – sensibel, mit weißen Handschuhen, aber gleichzeitig entschlossen packt der AV-Receiver jedes Musikstück an und verleiht ihm natürlichen, tief empfundenen Glanz. Diese ganz spezielle Art des Faszinationspotentials konnte der TX-NR5009 nicht ganz im identischen Maße offerieren. Trotzdem handelt es sich beim TX-NR5009 nach wie vor um einen überragenden AV-Receiver.

Kommen wir zum nächsten Stück. Das „Allegro Assai“ von Johann Stamitz‘ „Sinfonia a Quattro“ in A-Dur liegt wiederum in FLAC 96/24 Stereo vor. Simon Murphy und das New Dutch Academy Kammerorchester sorgen hier für enorme Spielfreude und Leichtigkeit. Und die Kombination aus OnkyoTX-NR5010 und Teufel System 10 agiert hier im THX Music Mode in 7.1 Konfiguration (als Back Surrounds verwenden wir die direktstrahlenden Lautsprecher des Systems 9, welches inzwischen nicht mehr produziert wird, da es das System 10 nur in 5.1 Konfiguration gibt. Für die Aufgabe als Back Surround Lautsprecher aber kein Problem, zumal die LS des Systems 9 auch THX Ultra 2 lizenziert sind) souverän, feinfühlig und mit enormer räumlicher Weite. Es macht regelrecht Freude, es über 7.1 Kanäle zu hören, da keine matten Höhen und keine unnatürliche Klangverteilung das Hörvergnügen trüben. Die Streicher überzeugen durch Strahlkraft und eine sensible Durchzeichnung, die Gesamtdynamik ist erstklassig. 

Low-Res-Streaming und Internet Radio  mit dem aktivierten Music Optimizer

Und wie sieht die Güte bei deutlich datenreduziertem Material aus? Auch hier haben wir Experimente gestartet.  Zunächst haben wir datenreduzierte Formate von unserem Server wiedergegeben. Den 007-Titelsong „For Your Eyes Only“ gibt der TX-NR5010 trotz stark datenreduziertem MP3-Material (192 kbps) sehr gefällig wieder. Der Music Optimizer, den man allerdings zuschalten muss (ab Werk deaktiviert, kann im Quick Setup aktiviert werden) sorgt für deutlich mehr Charisma und Transparenz. Aufpoliert mit DTS Neo:X Music auf 9.1, klingt räumlich dicht und macht selbst in diesem Ausgabeformat durch die atmosphärische Dichte viel Freude.  Wie gut der Music Optimizer arbeitet, beweist er bei der Stereo-Wiedergabe von „Dell’Amore Non Si Sa“ von Andrea Bocelli. Die Stimme hat Charisma, Präsenz und wird mit überraschender räumlicher Dichte präsentiert. Nichts Schrilles, Blechernes haftet ihr an. Die Stimm-/Instrumentaltrennung ist ausgezeichnet, das AAC-Stück wirkt aufgeräumt, plastisch und bietet viel räumliche Weite. Auch "Fire Wire", eigentlich von Cosmic Gate, bei uns im Remix von DJ Scot, überzeugte: der harte Trance-Track lässt durch pure Basskraft, die exakt und schnell übertragen wird, den Hörraum in den Grundfesten erbeben. Der Music Optimizer bringt hörbar mehr Klarheit und Struktur in die Basswiedergabe und eröffnet den akustischen Effekten mehr Ausbreitungsmöglichkeit durch die gestiegene räumliche Weite.

vTuner ist umsonst und bietet eine große Senderauswahl

Auch Stationen mit besonders guter Übertragungsqualität kann man sich separat auflisten lassen

Wiedergabe

AUPEO! Überblick

Stationsübersicht, je nach Stimmung

Genres

Aus dem kostenlosen Internet Radio-Senderangebot von vTuner wählten wir den Berliner Trance/Psy-Trance-Sender Chromanova aus und aktivieren den Music Optimizer, der die Aufgabe hat, bei datenreduziertem Material mehr Klarheit, Struktur und Substanz zu erzeugen. Auch hier ließen wir von THX Music auf 7.1 aufpolieren und waren begeistert, auch von der herausragenden Pegelfestigkeit des TX-NR5010. Hier hat sich nochmals etwas getan, der 5010 steckt enorme Pegel noch lockerer weg, nie wird er schrill oder beginnt, zu komprimieren. Der Klang bleibt stets stabil, dynamisch, kraftvoll und räumlich. Der aktive Subwoofer wird sehr exakt und linear angesteuert, so lohnt es sich besonders, beim Bass-Experten auf ein besonders hochwertiges Modell zurück zu greifen. Der Music Optimizer leistet ganze Arbeit, er bringt im Bassbereich mehr Präzision und Struktur und er lässt die Höhen mehr Dynamik verbreiten. Auch bei AUPEO!, einem noch recht jungen, aber sehr erfolgreichen Internet Radio Portal, das Social Networking mit hineinbringt (man findet z.B. Sender nach momentaner Stimmung geordnet und hat die Möglichkeit, Songs zu "liken") punktet der TX-NR5010 mit einer fundierten, kräftigen, lebendigen Wiedergabe - ganz gleich, welches Material, der 5010 nimmt sich allem mit erstklassiger Sorgfalt an. 

Erstes Fazit

Der Onkyo TX-NR5010 kommt im gewohnten optischen Gewand daher und präsentiert sich hervorragend verarbeitet. Verschiedenen Details beim Finish heben ihn von den kleineren Modellen ab. Die Ausstattung präsentiert sich reichhaltig und zeitgemäß. Die aufwändig konstruierte Endstufeneinheit besticht mit enormer Impulstreue und höchster Belastbarkeit. Fein- und grobdynamisch hat der TX-NR5010 nochmals einen Schritt nach vorn gemacht. Multimedial präsentiert er sich "weltoffen" und spielt auch hochauflösende Formate wie z.B. FLAC vom DLNA-Server oder von USB-Medien ab. 

Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 15.08.2012

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