Rückseite mit vielen HDMI-Eingängen und
Lautsprecher-Schraubanschlüssen für alle Kanäle
Aufgeräumtes Innenleben
Bekannte Fernbedienung
Einfaches, aber übersichtliches GUI
Einführung
Brandneu ist der Onkyo 5.1 Netzwerk-AV-Receiver ist der TX-NR414 für 449 EUR.
Er bringt Endstufen mit 130 Watt Leistung pro Kanal mit und verfügt über vielfältige
Netzwerk-Möglichkeiten. Zu diesen gehören die DLNA-basierte Zugriffsmöglichkeit
auf Musiktitel, die auf dem PC, NAS-Festplatten oder Home Servern untergebracht
sind, die Nutzung von kostenlosen Internet Radio-Plattformen sowie der Zugriff
auf kostenpflichtige Abo-Streamingdienste wie Spotify, Simfy und sogar auf
Cloud-basierte Dienste wie MP3tunes. Der AV-Receiver bringt gleich 6 HDMI-Eingänge
mit und einen frontseitigen USB-Port. HDMI-Ausgänge gibt es einen, per USB kann
auch der optional erhältliche WLAN-Adapter UWF-1 angeschlossen werden. Der
TX-NR414 verfügt über Onkyos kleinere System-Fernbedienung, die aber recht
hochwertig erscheint. Der TX-NR414 kann aber auch über die anerkannt gute Onkyo
Android- oder Apple iOS-App gesteuert werden. Neu ist die
InstaPrevue-Technologie, die mit Hilfe einer Live-Vorschau alle über HDMI
angeschlossenen Eingänge das Umschalten zwischen verschiedenen Eingangsquellen
wesentlich vereinfacht. Besitzer eines AVRs mit dieser Funktion müssen sich
daher nicht länger merken, ob ihre Spielekonsole mit Anschluss 3 oder der
Blu-ray-Player mit Anschluss 1 verbunden ist – mit nur einem Blick sieht man,
welche Inhalte gerade an welchem Anschluss wiedergegeben werden können. Neu ist
auch die „Q“-Taste auf der Fernbedienung, diese startet das „Quick Setup
Menü“, das ähnlich dem konventionellen Menü dank Bildüberlagerung über das aktuell wiedergegebene
HDMI-Bildsignal die schnelle Anpassung betriebsrelevanter Parameter ermöglicht,
ohne dass das laufende Programm unterbrochen werden muss. Die hybride
Standby-Funktion erlaubt die Nutzung der HDMI-Anschlüsse auch während des
Standby-Betriebes. Zudem ist der Receiver auch im Standby mit dem lokalen
Netzwerk verbunden, so dass das Gerät jederzeit mit der Android oder der Apple
iOS App eingeschaltet werden kann. Erwähnung verdient noch der Zone 2
Line-Ausgang, hier kann eine Stereoquelle in einem 2. Raum wiedergegeben werden
(externe Endstufe erforderlich). Was der TX-NR414 in der täglichen Praxis kann,
lesen Sie hier.
Video
Verarbeitung
Sauber eingepasste Bedienelemente
Der Lautstärkedrehregler liegt gut in der Hand, eiert aber
Quellwahl-Tasten
Präzise eingepasster Standby-Knopf, auf Aluminium-Optik
getrimmte, recht hochwertig erscheinende Kunststoff-Blende
Typisch Onkyo: Grünes Punktmatrix-Display, sehr gut ablesbar
Saubere Passungen am Gehäuse, hier die Frontblende
Das vergangenes Jahr neu eingeführte, sehr attraktive Design
der Onkyo AV-Receiver wurde 2012 in vollem Umfang beibehalten
Solide Standfüße unter dem Gerät
Trafo
Platinenlayout
Verkabelung
Elkos
Kühlkörper aus Blech
Endstufenlayout
Die Verarbeitung hinterlässt einen guten Eindruck. Die
Frontblende besteht beim 414 zwar aus Kunststoff, ist aber sauber eingepasst und
weist eine gute Oberflächenqualität auf. Der Lautstärkeregler sieht
hochwertig aus und liegt prima in der Hand, eiert aber leider merklich. Zu loben
sind das Punktmatrixdisplay und die hochwertigen Gerätestandfüße. Die
Rückseite zeigt anhand von Schraub-Anschlüssen für alle Lautsprecher, dass
man auch in günstigen Preisklassen mittlerweile einen gewissen Standard
erwarten darf. Das Innenleben des TX-NR414 ist aufgeräumt, das Platinenlayout
erscheint ordentlich gemacht. Preisklassen-typisch ist der Kühlkörper
allerdings aus normalem Blech und nicht aus Aluminium. Die mitgelieferte
Fernbedienung ist bereits von früheren Geräten bekannt und macht einen soliden
Eindruck. Der Tastendruckpunkt ist sehr gut, das Layout nicht zu kritisieren und
die Haptik ordentlich. Mit einer Hand lässt sich die Fernbedienung dank nicht
allzu üppiger Dimensionen problemlos steuern, eine Beleuchtung gibt es aber
nicht. Der Onkyo TX-NR414 kann aber problemlos auch mit den für Android sowie
iOS verfügbaren Applikationen mit einem Smartphone oder Tablet gesteuert
werden. Die stationären Bedienelemente verfügen ebenfalls über guten
Druckpunkt und sind sauber eingepasst.
Anschlüsse
Gesamtübersicht hinten
Lautsprecher-Schraubanschlüsse
HDMI-Beschaltung
Vorne: L/R Audio-Cinch, FBAS-Cinch, USB
HDMI Eingänge 6x / 1x Ausgang
Komponenten-Video Eingänge 2x / 1x Ausgang
Digitaler Audio Eingang optisch 2x / koaxial 2x
FBAS Composite Video Eingänge 4x + 1x Front / 1x Ausgang
Analoge Audio-Eingänge Stereo Cinch 5x + 1x Front /
1x Line Out Zone2
Subwoofer Pre-Out 1x
Ethernet-Slot
AM/FM Antenne
RI Remote Interactive
USB Slot Front
Der Onkyo bietet ein recht umfangreiches und flexibles
Anschlussangebot. Mit 6 HDMI-Eingängen ist der Onkyo für jegliche Zuspieler
gerüstet, aber auch zwei Komponentenvideo-Eingänge sind vorhanden. Zudem
optische und koaxiale digitale Audio-Eingänge. Zum Anschluss eines aktiven
Subwoofers ist ein Pre Out vorhanden, weitere Pre Outs für den Anschluss
externer Endstufen gibt es aber nicht, auch auf einen Phono-Eingang wurde
verzichtet. Dafür ist für eine zweite Zone ein Line Out vorhanden, externe
Endstufen sind aber notwendig. Ein Anschluss für ein Einmessmikrofon ist
aufgrund dem Fehlen des Audyssey Einmess-Systems nicht mehr vorhanden. Für die Netzwerk-Integration ist der RJ45
Ethernet-Anschluss verfügbar, über USB kann auch ein Drahtlos-Adapter
angeschlossen werden.
OSD
Setup, Grundmenü
Lautsprecher-Setup
Time Alignment (Angleich in 0,3 Meter-Schritten)
Pegelangleich
Netzwerkverbindung
Die Menüs sind im schlichten Design gehalten, hier merkt man
schon die Preisklasse. Das OSD ist außerdem nur in englischer Sprache verfügbar, aber
recht übersichtlich. Zusätzlich gibt es ein Quick Setup mit extra
"Q" Taste auf der Fernbedienung, das die folgenden Punkte
beinhaltet: Input, Audio (Pegeleinstellung), Information, Listening Mode.
Drückt man die "Home" Taste, kann man neben der praktischen
InstaPrevue-Funktion auch das "richtige" Setup des Gerätes anwählen.
Die Bedienung geht mittels der bekannten Fernbedienung, deren Layout nur leicht
verändert wurde, einfach von der Hand. Die Fernbedienung ist auch nicht allzu
groß, man kann sie problemlos in einer Hand halten und mit den Fingern der
gleichen Hand bedienen. Das Punktmatrixdisplay des TX-NR414 löst gut auf und
lässt sich auch aus der Distanz gut ablesen. Die Bedienung am Gerät selber
gelingt dank großem Lautstärkedrehregler und übersichtlich platzierten
Eingangswahltasten ebenfalls einfach.
Gut gefällt uns, dass sich das Menü des Onkyo TX-NR414 über
das aktuelle Videosignal legt und das jeweilig anliegende Bildsignal nicht
unterbrochen wird. Eingangszuweisungen sind schnell erledigt, auch die übrigen
Funktionen werden mit minimalen Englisch-Kentnissen recht problemlos
konfiguriert. Da der TX-NR414 kein automatisches Einmess-System mitbringt, muss
die Lautsprecher-Konfiguration manuell erfolgen. In "Speaker
Configuration" wird zunächst Größe der LS und die
Subwoofer-Übergangsfrequenz festgelegt, unter "Sp Distance" dann der
Abstand. Dieser wird in 30cm Schritten eingestellt, in der Preisklasse geht das
in Ordnung. Bei der "Level Cal", also der Pegelanpassung wird ein
Testton abgespielt, die Einstellung erfolgt in 1 dB Schritten. Einen manuellen
EQ gibt es nicht. Im HDMI-Setup sind Control/Standby und Einstellungen zu
InstaPrevue vorzunehmen, HDMI-Passthrough gelingt beim Onkyo auch mit
deaktiverter HDMI-Steuerung. Im Netzwerk-Setup ist standardmäßig DHCP
aktiviert, aber auch manuell kann die IP-Adresse eingegeben werden. Wer die
Einschaltfunktion der Onkyo Smartphone Apps nutzen möchte, schaltet hier
"Network Standby" aktiv. Da der Onkyo das Videosignal lediglich
durchleitet und keine Upscaling/DeInterlacing-Eigenschaften besitzt, ist
obligatorisch auch kein Video-EQ vorhanden.
Multimedia und Netzwerk
Schnell ist der TX-NR414 im drahtgebundenen Netzwerk integriert,
dann kann man die umfangreichen netzwerkbasierten Funktionen nutzen. Integriert
sind folgende Dienste:
Ebenfalls ist es möglich, Musikdateien von Home Servern oder
PCs aus dem gleichen Netzwerk zu streamen. Jegliche Dienste sind beim
dedizierten Eingang "NET" zu finden, hier wird für die Wiedergabe vom
Media Server "DLNA" ausgewählt. Es öffnet sich eine Liste der im
Netzwerk befindlichen Server und obligatorisch wird die gewünschte Kategorie
ausgewählt. Der Onkyo TX-NR414 streamed lediglich Musik, diese kann dann nach
Interpret/Album/Genre/Ordner/etc. sortiert werden und man wählt schlussendlich
den gewünschten Track aus, nach knapper Sekunde Puffern wird das Lied
abgespielt. Generell erfolgt Navigation und Bedienung im DLNA-Betrieb
verzögerungsfrei und komfortabel. Sowohl am Geräte-Display als auch am OSD
werden die essentiellen Informationen angezeigt.
Die Verbindung mit vTuner
funktioniert einfach und schnell. Rasch ist der Sender ausgewählt, schnell wird
der Audiostream gebuffert und wird ohne Störungen oder Breaks wiedergegeben.
Auch AUPEO! funktioniert anstandslos, das Buffern dauert minimal länger. Die
Klangqualität ist im PLII Music Modus erstaunlich klar und lebendig, die
Dynamik gefällt, der Bass ist straff und spielt sich nicht übertrieben in den
Vordergrund. Die Menüs sind bei Verwendung der Netzwerkfunktionen genau so
schlicht wie die oben abgebildeten OSDs, was den Hightech-Eindruck des TX-NR414
etwas schmälert.
Der Onkyo TX-NR414 unterstützt auch den erst seit kurzem in
Deutschland verfügbaren Streaming-Dienst Spotify. Zur Nutzung mit dem Onkyo
Receiver ist ein Premium-Account notwendig. Zudem muss das Gerät für die
Nutzung registriert werden, da aktuell der Facebook-Login noch nicht
unterstützt wird. Wie das geht erfährt man auf der Spotify-Website unter Hilfe
(Link),
beim TA-4070 haben wir die Registrierung
bereits einmal durchgeführt und erklärt.
Über USB kann nicht nur ein konventionelles Flash-Laufwerk oder
eine HDD angeschlossen werden sondern auch direkt ein iPod bzw. ein iPhone, die
Bedienung erfolgt dann je nach Belieben mit dem iPhone selbst oder mit der
Fernbedienung des Onkyo-Receivers. Der Universal Port, der an früheren
Onkyo-Modellen auf der Rückseite installiert war und in der Regel zum Anschluss
eines iPod-Docks diente, ist nicht mehr vorhanden. Wer dennoch auf ein Dock
nicht verzichten möchte, greift auf das RI Dock von Onkyo zurück.
Klang
Der Onkyo TX-NR414 beeindruckt bei der Dolby Pro Logic II Music
Wiedergabe durch eine gute räumliche Verteilung des Klangs und durch eine sehr
angenehme akustische Gesamtnote. Der Onkyo versucht gar nicht,
Transparenzrekorde im Hochtonbereich aufzustellen, vielmehr legt er Wert auf
eine angenehme, auch bei höheren Pegeln problemlos zu hörende Auslegung - die
es trotzdem geschickt vermeidet, zu langweilig oder oberflächlich zu
erscheinen. Bei der Andrea Bocelli-Blu-ray "Vivere - Live in Tuscany"
(PCM 5.1) spielt der TX-NR414 bei "Romanza" überzeugend auf. Sicher,
auch im Modelljahr 2012 kann man von einem 449 EUR AV-Receiver keine
Herausstellung kleiner musikalischer Details erwarten - aber man hört dem
kleinen Onkyo 5.1-Gerät sehr gern zu, denn im Vergleich zum Modelljahr 2011
wurde augenscheinlich noch mehr Wert auf einen harmonischen, angenehmen Klang
mit feinen Übergängen, die fließend und kontrolliert verlaufen, gelegt. Die
Stimme Andreas wirkt gut umrissen, unpassende Schärfe wird vom 414 nicht ins
Spiel gebracht. Die Instrumente, das gefällt uns sehr gut, werden trotz der
Fokussierung der Stimme nicht in den Hintergrund gedrängt. Der aktive Subwoofer
wird vom Onkyo sehr präzise und linear angesteuert. Die Einarbeitung der
Surroundkanäle gelingt homogen und mit ansprechender, gut verteilter
Räumlichkeit. Im Filmtonbetrieb haben wir uns die Eröffnungsschlacht von
"Star Wars Episode III" (Blu-ray, DTS-HD Master Audio) angehört. Der
durchs Bild donnernde Sternzerstörer kommt räumlich heraus, die Fluggeräusche
der Jäger von Obi-Wan und Anakin erscheinen realistisch, die effektgewaltige
Raumschlacht kommt auch bei hohem Pegel prima heraus. Der Onkyo sorgt vor allem
für überraschende Kontrolle. Dies kennen wir in so preiswerten Regionen nicht
in dem Maße. Er setzt keine grobdynamischen Maßstäbe, vielmehr bringt er auf
eine überraschende Weise Struktur und eine stimmige Räumlichkeit ins gesamte
Geschehen. Die vokalen Anteile arbeitet der TX-NR414 sehr gekonnt ins akustische
Gesamtgeschehen ein, auch der Music Score kommt gut heraus.
Wir gönnen dem TX-NR414 mit der 2L - The Nordic Sound Blu-ray
eine weitere sehr hochwertige Tonspur und lassen uns selbst von den klassischen
Tönen verwöhnen. Die angenehme Auslegung im Hochtonbereich lässt sich bei
Mozarts Violinkonzert no. 34 in D-Dur wieder sehr leicht heraushören. Trotzdem
gehen in den hohen Frequenzen nicht alle Details verloren, fein und seidig
werden die Geigen wiedergegeben. Die unteren Frequenzbereiche schließen sich
homogen an, ein durchdringendes und räumliches akustisches Gesamtgeschehen ist
die Folge. Der Subwoofer wird dezent, wenn nötig aber auch mal kräftiger, vom
Onkyo angespielt und schließt sich ebenso nahtlos an Mitten- und Hochtonbereich
an. Die tonale Auslegung des Onkyos wirkt sehr musikalisch mit leicht angenehmer
Wärme. Trotzdem überzeugt der Onkyo mit lebendiger Spielfreude und Dynamik und
lässt nie Langweile aufkommen. Bei flotten Zwischenstücken bleibt der 414
präzise und agiert schnell. Bei hohen Pegeln gefällt die tonale Auslegung
besonders, die fünf Endstufen befeuern unser mittelgroßes Wohnzimmer
problemlos, es empfehlen sich natürlich Lautsprecher mit entsprechend gutem
Wirkungsgrad.
Austoben darf sich der Onkyo beim Live-Auftritt von Dj Tiestö
in Kopenhagen. Bei Traffic baut der Onkyo eine räumliche und breite
Klangkulisse auf, die lediglich bezüglich atmosphärischer Dichte noch etwas
ausgeprägter sein könnte. Die ursprünglich recht agressiv abgemischte Tonspur
der Blu-ray wirkt mit dem Onkyo ein wenig geschliffener. Man merkt dem
Hochtonbereich die Schärfe zwar noch etwas an, sie wirkt aber nicht schneidend.
Im Tieftonbereich liefert der Onkyo trockene und präzise Bässe, ein wenig
merkt man ihm die Preisklasse aber in der weniger gelungenen Differenzierung im
Bass an. Der Tiefgang beim folgenden Track "Back in your Head" kann
sich aber mehr als sehen lassen. Die Vokalstimme von Teagan gelingt ebenfalls
ausgezeichnet und wirkt nicht überräpresentiert. Insgesamt verbucht der Onkyo
hier ein sehr positives Ergebnis und überzeugt besonders durch Räumlichkeit,
Präzision und Dynamik, filigrane Einzelheiten bleiben aber verborgen. Der
kleine Onkyo entpuppt sich als guter Grobdynamiker mit hoher Pegelfestigkeit bei
nicht überdurchschnittlich anspruchsvollen Lautsprecher-Systemen.
Bei der Dark Knight Blu-ray mit Dolby TrueHD darf sich der Onkyo
noch einmal am Filmton versuchen und präsentiert wieder eine sehr räumliche
und umschließende Klangkulisse. Die ersten Paukenschläge gelingen präzise und
kräftig, wenn auch das unterschwellige Pulsieren nicht ganz so klar
herauskommt. Die Grobdynamik kann in der ersten Szene ebenfalls überzeugen, die
Uzi-Schüsse in der Bank gelingen ausgezeichnet, die Stimmwiedergabe gelingt
ebenfalls gut, wenn auch die Charakteristik der vermummten Clowns noch besser
geht. Die Surround-Kulisse wirkt enorm ausgewogen und balanciert, nur so
entsteht der sehr ausgeprägte räumliche Eindruck. Die Schüsse aus William
Fichtners Schrotflinte gelingt sehr kraftvoll und voluminös. Klar ist auch hier
nicht das ganze Potential ausgeschöpft, allerdings fallen die Schwächen in der
Feindynamik im Filmbetrieb nicht in hohem Maße auf, der Onkyo bietet ein
exzellentes Filmerlebnis.
Auch im Stereo-Betrieb macht der Onkyo eine sehr gute Figur, und
das bei Vivaldis Vier Jahreszeiten. Klar haben wir die Streicher schon mit
deutlich mehr Rafinesse und Feinheiten genossen, dennoch bietet der Onkyo eine
sehr angenehme und lebendige Präsentation des Konzertes. Wenn auch die
Instrumentaldifferenzierung nicht so einfach und eindeutig erscheint, bietet der
Onkyo wohl eine solide Orchesterstaffelung und eine durchhörbare Kulisse. Die
Frequenzübergänge sind nahtlos und sollte der Subwoofer doch einmal in einem
seltenen Fall gebraucht werden, spielt der Onkyo diesen präzise und trocken an.
Bei etwas schnellerer Gangart mit Nightwishs' The Poet and the Pendulum legt der
Onkyo ebenfalls eine mehr als solide Performance hin. Flink und schnell agiert
der TX-NR414 und setzt die Double Bass-Attacken schnell um. Die Stimme der
Sängerin ist leicht im Vordergrund, bedeckt die übrigen Instrumente aber nur
geringfügig. Der Bühnenaufbau gefällt mit Weite und Tiefe, kontrolliert wirkt
das schnelle Treiben, die hohe Schnelligkeit und Präzision rückt den Onkyo in
kultiviertes Licht.
Konkurrenzvergleich
Onkyo TX-NR509: Der TX-NR414 kann als nachfolger des
erfolgreichen TX-NR509 gesehen werden. Der neue Onkyo bietet mit 6
HDMI-Anschlüssen gleich zwei mehr als der Vorgänger, dafür fehlen die Pre
Outs für Surround Back und der Universal Port. Beide Geräte bieten 5
Endstufen à 130 Watt pro Kanal an 6 Ohm und damit mehr als ausreichend
Power für nicht allzu anspruchsvolle Lautsprechersysteme. Der neue TX-NR414
wartet zudem mit WRAT-Technologie und diskretem Endstufenaufbau auf, Spotify
Support und HMDI InstaPrevue auf. Dafür ist im neuen 414 nicht mehr
Audyssey als automatisches Einmesssystem integriert.
Denon AVR-1912:
Der Denon AVR-1912 ist mittlerweile zu Marktpreisen erhältlich, die der UVP
des TX-NR414 recht nahe kommen. Im Gegensatz zum Onkyo bietet der Denon 7
Endstufen und das Audyssey MultEQ XT Einmess-System sowie
AirPlay-Funktionalität. Der Onkyo kann dafür mit Spotify Support, einem
flexibleren Anschlussangebot und App-Steuerung aufwarten. Zwar kann auch der
Denon mit einer iOS-App gesteuert werden, von Denon selbst gibt es aber
immer noch keine Android App. Dank Einrichtungs-Assistent und GUI in
deutscher Sprache ist die Installation des Denons etwas einfacher, auch der
Onkyo bietet aber recht problemloses Handling. InstaPrevue kann der Denon
noch nicht bieten, hier bekommt der Onkyo in puncto Bedienung den Vorzug.
Akustisch geben sich beide kaum etwas, die tonale Auslegung mit leicht
warmem Touch im Hochtonbereich ist bei beiden nachzuvollziehen und beide
sind nicht die spektakulärsten Grobdynamiker. Während der Denon noch etwas
raffinierter klingt, bietet der Onkyo eine exzellente Homogenität und
Räumlichkeit.
Fazit
Sehr gut ausgestattet, sauber verarbeitet, zukunftssicher und
mit ausgewogenem, klar strukturiertem Klang - wem eine 5.1 Konfiguration reicht,
der wird mit dem Onkyo TX-NR414 einen guten Kauf tätigen. Wie angesprochen
bietet der TX-NR414 lediglich 5 Endstufen, nicht zuletzt dank des diskreten
Aufbaus bieten diese aber solide Kraftreserven und sehr gutes Klangverhalten.
Besonders bei Filmton aber auch bei Musik präsentiert sich der Onkyo als
ausgezeichnete Wahl und zeigt prägnante Räumlichkeit, Präzision und
Kontrolle. Vereinzelt ist natürlich noch Potenzial zu erkennen, schließlich
handelt es sich hier um ein Gerät für 449 EUR UVP und nicht um einen
AV-Boliden. Die Installation und Bedienung geht grundsätzlich einfach von der
Hand. Das Menü liegt aber lediglich in englischer Sprache vor und bei der
Lautsprecherkonfiguration muss nun selbst Hand angelegt werden, ein
automatisches Einmess-System gibt es nicht. Dafür glänzt der kleinste
Netzwerk-Receiver von Onkyo bereits mit der InstaPrevue HDMI-Vorschau und bietet
Spotify Support. Auch die übrigen multimedialen Funktionen überzeugen durch
Betriebssicherheit und einfache Bedienung. Aufgrund des sehr fairen Preises von
449 EUR UVP verdient sich der Onkyo, dank seiner flexiblen multimedialen
Ausstattung und der ausgezeichneten akustischen Darbietung, unsere
Preisklassen-Referenz.
Großes im Kleinen - Das Netzwerk-Receiver Einstiegsmodell
TX-NR414 glänzt mit Spotify Support, InstaPrevue und tollen akustischen
Eigenschaften dank WRAT und diskretem Endstufenaufbau
AV-Receiver untere Mittelklasse
Test 20.03.2012
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Lebendig und spielfreidig
+ Agiert präzise und schnell
+ Spotify Support
+ HDMI InstaPrevue
- kein Einmess-System
- GUI nur in englischer Sprache
Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Bilder & Video: Sven Wunderlich
Datum: 20.03.2012