TEST: Onkyo 5.1 Lautsprechersystem SKS-HT648 - Hörfreude für kleines Geld?

03.02.2012 (sw/cr)

Einführung

Für Marktpreise um die 170 EUR liefert Onkyo mit dem SKS-HT648 ein preiswertes, kompaktes und optisch nett aussehendes 5.1 Ensemble für den qualitätsbewussten AV-Einsteiger. Front (SKF-648) und Center (SKC-648) sind als 2-Wege-Lautsprecher ausgeführt, als Surround-Boxen kommen Breitband-Lautsprecher zum Einsatz (SKR-648, 1 Chassis übernimmt den gesamten Frequenzbereich). Alle kompakten passiven Lautsprecher sind magnetisch abgeschirmt, haben eine hochglänzende Oberfläche  mit maximal 130 Watt belastbar - das ist einiges in dieser Preisliga. Der aktive Subwoofer mit hochglanzschwarzer Front arbeitet nach dem Bassreflexprinzip, hört auf den Namen SKW-501E und weist einen 20 cm Treiber sowie eine Nennausgangsleistung von 80 Watt auf. Er strahlt nach unten ab (Downfire), während die Bassreflexöffnung vorn am Gehäuse platziert ist. 

Spezifikationen
  • Bauart Lautsprecher

  • Front 2-Wege

  • Center 2-Wege

  • Surround Breitband

  • Subwoofer Bassreflex, aktiv
    20 cm Treiber

  • Front 8 cm Konus Tieftöner
    2.5 cm Balanced-dome Hochtöner
    Hochtöner

  • Center 8 cm Konus Tieftöner x 2
    2.5 cm Balanced-dome Hochtöner

  • Surround 8 cm Konus, Breitband

  • Frequenzgang
    Front 70 Hz–50 kHz
    Center 70 Hz–50 kHz
    Surround 80 Hz–20 kHz
    Subwoofer 27 Hz–150 Hz

  • Ausgangsempfindlichkeit
    Front 79 dB/W/m
    Center 82 dB/W/m
    Surround 80 dB/W/m

  • Max. Belastbarkeit
    Front/Center/Surround 130 W
    Nennausgangsleistung
    Subwoofer 80 W (min. Dauerausgangsleist.,
    4 Ω, 100 Hz, 1%, IEC)

  • Nennimpedanz
    Front/Center/Surround 6 Ω
    Eingangsempfindlichkeit/Impedanz
    Subwoofer 410 mV/20 kΩ

  • Allgemeine Daten
    Abmessungen (B x H x T)
    Front 102 x 170 x 105 mm
    Center 277 x 110 x 110 mm
    Surround 102 x 170 x 105 mm
    Subwoofer 230 x 425 x 412 mm
    Gewicht
    Front 1.0 kg
    Center 1.7 kg
    Surround 0.9 kg
    Subwoofer 9.1 kg
    In Verpackung
    Abmessungen (BxHxT) 566 x 480 x 464 mm
    Gewicht 18.0 kg

Verarbeitung

SKC-648 2-Wege-Centerlautsprecher

SKF-648 Front-LS, 2-Wege-Konstruktion, geschlossen

SKR-648 Breitband-Surroundlautsprecher

SKW-501E Bassreflex-Downfire-Subwoofer

20 cm Tieftöner

Subwoofer von unten

Subwoofer-Bassreflexrohr

Subwoofer-Standfüße

Einfach verarbeitete Rückseite des aktiven Subwoofers

Lautstärkeregler, Netzschalter, Line-Eingang - mehr Bedienelemente finden sich nicht auf der Rückseite des aktiven Subwoofers

Frontlautsprecher: Aufnahme des LS-Gitters

Front-Hochtöner

Front-LS-Tieftöner

Geschwungenes, sich nach hinten verjüngendes Design

Ordentliche Oberflächenqualität, gerade in Anbetracht der Preisklasse

Center mit 2 MItteltönern

Center-Rückseite

Center-Standfuß

Für das investierte Geld ist die Verarbeitung prima, es findet sich kein wirklicher Anlass zur berechtigten Kritik. Die passiven Komponenten weisen sogar eine wirklich ansprechende Formgebung auf, die Oberflächenqualität ist gut, das hochglänzende Schwarz wirkt ordentlich gemacht. Dass es nur Klemmanschlüsse für die Lautsprecherkabel gibt, ist in dieser Preisklasse meist so üblich. Die Stoff-Lautsprechergitter auf einem Kunststoffgerüst sitzen ordentlich und werfen keine Falten. Damit der Center gut steht, sind kleine Standfüße integriert. Der aktive Subwoofer ist ebenfalls akkurat verarbeitet und hat sogar gute Standfüße für eine wirksame Entkopplung vom Untergrund aufzuweisen. Im Gegensatz zu den komplett hochglänzend-schwarzen passiven Komponenten hat der aktive Subwoofer eine hochglänzende Front und matte Gehäuseseitenteile.

Testequipment
Klang 

Bei der Tiesto-Blu-ray "Copenhagen-Elements Of Life" (BD 2, DTS-HD Master Audio) liefert das Onkyo-Set einen recht gefälligen Klang.  Die Hochtonwiedergabe ist leicht zurückgenommen, was zu einer zwar harmonischen, aber auch nicht besonders transparenten Wiedergabe führt. Der Aufbau von "Traffic" gelingt aber ansprechend, was auch an der guten Basswiedergabe des kompakten aktiven Subwoofers liegt. Die Beifallsbekundungen des Publikums erscheinen etwas eindimensional und verwaschen, aber zaubern kann man bei der günstigen Preisklasse auch nicht. Die Grobdynamik hat uns positiv überrascht, das kleine Onkyo-Set marschiert prima voran. Dass die Surroundklangkulisse im Vergleich mit der frontalen Klangkulisse an Detailreichtum und Klarheit einbüßt, liegt daran, dass die beiden Surrounds im geschlossenen Zustand zwar genauso aussehen wie die beiden Front-Satelliten, aber nur Breitband-Chassis montiert haben. Eine kleine akustische Lücke ist zwischen Übernahmefrequenz des Subs (wir haben 120 Hz gewählt, damit auch der aktive Bass nicht zu orten ist) und der untersten Grenzfrequenz der Satelliten heraus zu hören. Diese macht sich erwartungsgemäß bei Musik stärker bemerkbar als im Filmtonbetrieb. Bei "Back In You Head" kann der aktive Subwoofer erneut überzeugen. Der Kickbass ist sogar relativ hart, und das darunter liegende Bassgefüge wird zumindest im Ansatz auch erkannt - das ist schon mehr, als man eigentlich in dieser Preisklasse erwarten darf. Was man sich allerdings abschminken kann: Einen sehr preiswerten AVR der 220 EUR Einstiegerliga zu verwenden, weil der Wirkungsgrad der kleinen Satelliten und des Centers nicht sonderlich hoch liegt. Hier sollte man am besten z.B. mit dem Onkyo TX-NR509 oder vergleichbaren Modellen an den Start gehen. 

Bei Andrea Bocellis "Romanza" (BD "Vivere-Live in Tuscany, Track 2, PCM 5.1) erscheint die Stimme minimal zu hell, aber die Gesamtwiedergabe auch aus vokaler Perspektive ist gar nicht einmal schlecht. Man merkt eben, dass mit so kleinen Satelliten der Grundtonbereich nicht in der Fülle präsentiert werden kann, die die Eigner von größeren Lautsprechern gewohnt sind. Fürs mehrkanalige Musikhören in der Freizeit, ohne besonderen akustischen Anspruch, reicht das Gebotene aber aus, und genau für die Klientel mit normalem Anforderungsprofil hat Onkyo dieses preiswerte Lautsprecher-Set auch im Angebot. Die Streicher klingen sogar durchaus annehmbar, das Piano wird allerdings nur in den Grundzügen ohne detaillierte Ausarbeitung präsentiert. Die Front-/Surround-Balance gelingt relativ gut, die Räumlichkeit ist prima. Hier sollte man allerdings bedenken, dass man es bezüglich der Raumgröße bzw. der Teilgröße des Hörraums, in dem das 5.1 Ensemble aufgestellt wird, nicht übertreiben sollte. Zwischen rund 12 und rund 20 Quadratmeter kann der Raum messen. Bei "Vivo Per Lei" kommt das Piano zu Beginn besser heraus, die Stimmwiedergabe ist erneut relativ gut, auch die der Frauenstimme von Heather Headley, die in diesem Stück zusammen mit Andrea singt. Auch einige kleinere dynamische Unterschiede gibt das SKS-HT648 wieder, so dass man zusammen mit der brauchbaren Pegelfestigkeit zufrieden sein kann. 

Bei der Filmtonwiedergabe haben wir uns "Stirb Langsam 4.0" (Ab Filmbeginn, DTS-HD Master Audio, englisch) angehört. Das Tippen auf der PC-Tastatur kommt sogar gut heraus, auch die Stimmwiedergabe ist voll befriedigend. Hier zahlt sich das größere Format des Centerlautsprechers aus. Der Music Score baut sich nachvollziehbar auf, auch wenn hier einige Details erwartungsgemäß fehlen. Kurze Bassimpulse haben nicht den Nachdruck, den der Filmliebhaber erwartet, dafür aber kommt es auch kaum zu Verzerrungen. Bei der ersten großen Explosion im Haus des Hackers schlägt das Chassis des Subs auch nur kurz an. Ansonsten wird der nachdrückliche Effekt gut übertragen. Der kurz zu hörende Hubschrauber klingt räumlich und ist gut zu orten. Im 5. Kapitel möchten Gabriels Killer Matthew Farrell in seiner Wohnung ausschalten - was dank des beherzten Eingreifens von Cop McLane misslingt. Die Salven aus den MPs des Killerkommandos kommen mit guter Dynamik zum Ausdruck, es fehlt nur etwas an dem Drückenden, Nachdrücklichen, das man von größeren Systemen her kennt. Das gilt auch für die Explosion des Feuerlöschers, hier fehlen zum einen unten herum Basselemente, zum anderen ist die Wucht geringer als bei teureren LS-Sets. Die nach der Explosion folgenden erneuten, heftigen Schusswechsel kommen gut heraus, die Räumlichkeit und die Kanalverteilung sind durchaus als gut zu bezeichnen. Der Music Score wird auch nicht völlig in den Hintergrund gestellt, sondern mit respektabler Klarheit übertragen. Kleinere Effekte wie das Wechseln des Magazins an McLanes Waffe wirken glaubwürdig eingearbeitet. Die Explosion in der Wohnung von Matthew wirkt etwas hohl und flach. 

Bei "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" schlägt sich das kleine System wiederum wacker. Zu Beginn des 2. Kapitels, als die große Hangartür öffnet, wird dieses Geräusch gut übertragen - natürlich darf man nicht den Nachdruck großer LS-Sets erwarten. Die Dialoge in der weitläufigen Halle sind gut zu verstehen, und die aufgrund der Lokation leicht hallige Charakteristik wird erstaunlich gut erfasst, auch das leicht dreckige Lachen der Scherge von Spalko, nachdem Indy nach Patronen bzw. dem darin enthaltenen Pulver verlangt hat. Im dritten Kapitel dann überschlagen sich die Ereignisse, es beginnt mit kräftigen Faustschlägen, die prima heraus kommen. Der Music Score spiegelt die Spannung wieder, und die Stimmen von Indy und Mac kommen prima heraus, als sich Mac als Mitarbeiter der Gegenseite "outet". Als Indy dann trotz der gegen ihn sprechenden Rahmenbedingungen die Flucht gelingt, wird diese vom Onkyo-System mit einer räumlich guten Effektwiedergabe übertragen. Das Klangverhältnis Front-Surround passt nicht ganz, was anspruchsvollen Anwendern auffallen wird, da es vorn Zweiweg-Systeme und hinten Breitbänder sind, die arbeiten - dadurch wirkt der Surround-Klang etwas dumpfer und nicht so detailliert. Die Geräusche der Fahrzeuge kommen ebenso wie das kurz darauf zersplitternde Glas, als Indy im Kampf mit seinem Gegner eine Etage tiefer fällt, mit ordentlicher Räumlichkeit heraus. Auch die rasselnden Ketten überträgt das SKS-HT648 tadellos, die Fahrt im Raketenschlitten wird vom Subwoofer mit einem recht soliden Bass untermalt. 

  • 5.1 Sub-/Sat-System Magnat Interior 5001A: Mit rund 65 EUR mehr schlägt das akustisch sehr gelungene Magnat-System zu Buche. Es klingt druckvoller und detailreicher, wer also bereit ist, mehr zu investieren, bekommt auch einen entsprechenden Gegenwert. 

  • Teufel 5.1 Set Consono 35: Das hervorragende Consono 35 kostet (Normalpreis) 299 EUR bei Teufel und liegt damit 130 EUR über dem Marktpreis des Onkyo-Sets. Wer öfters mal mit kräftigen Pegeln hört und einen tadellosen Tiefgang beim Subwoofer erwartet, kann das Teufel-Set bedenkenlos ordern, wer aber meist in Zimmerlautstärke als Feierabendfreude im Wohnzimmer Filme anschaut und ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis fokussiert, kann auch das kleine Onkyo-Ensemble nehmen. 

Fazit

Das Onkyo SKS-HT648 bietet für Einsteiger eine prima Klangqualität und eine hübsche Optik. Gerade Schüler, Auszubildende oder Studenten, die jeden EURO umdrehen müssen und für das schwer ersparte Geld dann ein kleines Lautsprecherset kaufen möchten, können hier zugreifen. Enorme Ansprüche an Pegelfestigkeit, Transparenz und Detaillierung kann das SKS-HT648 verständlicherweise nicht befriedigen, aber wer einfach in der Freizeit ein Konzert oder einen Film in leicht erhöhter Lautstärke genießen möchte, findet im sauber verarbeiteten Set einen guten Partner. Man sollte allerdings keinen gar zu schwächlichen AV-Receiver verwenden, da der Wirkungsgrad nicht allzu hoch liegt. 

Preiswertes, optisch schickes Lautsprechersystem mit ordentlichem Klang

Lautsprechersysteme 5.1 Einsteigerklasse
Test 03. Februar 2012

+ Ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis
+ Gute Verarbeitung
+ Insgesamt angenehmer Klang
+ Kompakte Abmessungen

- Nur durchschnittlicher Wirkungsgrad
- Akustische Transparenz nur durchschnittlich

Text: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 02.02.2012

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