Top-HiFi aus dem Hause Onkyo: Für jeweils 1800 EUR gibt es
den C-7000R (oben) und den A-9000R (unten)
Einführung
Onkyo möchte mit dem Stereoverstärker A-9000R und dem zugehörigen C-7000R CD-Player in der HiFi-Oberklasse kräftig mitmischen - für
jeweils 1800 EUR, also mit 3600 EUR für das "Gespann", ist der
versierte HiFi-Liebhaber dabei. Die musikalische Tradition des Hauses, auch bei
Onkyos AV-Receivern immer im Fokus der Entwickler, soll in diesen besonders
hochwertig konstruierten Komponenten neue Höheflüge erleben. Ob dies auch in
der Praxis gelingt, klärt unser Testbericht.
A-9000R
Wir stellen nun die beiden Komponenten kurz vor. Der A-9000R
wiegt 18,5 kg und ist
ein besonders leistungsstarker Stereo-Vollverstärker, der dank vier 18.000
Microfarad-ELKOs auch kurzfristig hohen Strombedarf locker decken kann - der
massive Orchestereinsatz kann also bedenkenlos kommen.
Die Ausgangsleistung wird mit 140 Watt pro Kanal angegeben (an 4 Ohm, 20 Hz bis
20 kHz, 2 Kanäle, IEC, 0,05 % Gesamt-Klirrfaktor ). Für bestmögliche Signalverstärkung
sorgt AWRAT (Advanced
Wide Range Amplifier Technology), DIDRC (Dynamic Intermodulation Distortion
Reduction Circuitry) steht für höchstmögliche Klirrfreiheit und reinen, feinen
Klang. Technische Feinheiten wie die vierfache Gegentakt-Verstärkung mit
dreistufiger, invertierter Darlington-Schaltung belegen, dass man für das
bezahlte Geld auch sehr anspruchsvolle Technik erwarten kann. Separate
192 kHz/24-Bit D/A-Wandler von Wolfson (2 x WM8742) für linken und rechten
Kanal sorgen für hohe Präzision bei der
Wandlung von digitalen Signalen auf die analoge Ebene, HD Audio wird ferner mit
192 kHz/24-Bit unterstützt (asynchrone Datenübertragung)
Onkyo verwendet separate, schwingungsdämpfende Gehäusebleche
aus Aluminium für Oberseite, Front und Seiten. Rechter und linker Kanal sind, dies sollte in diesen Preisregionen
selbstverständlich sein, symmetrisch aufgebaut und 1,2 mm Kupferstromschienen
ermöglichen eine nahezu perfekte Erdung. Der A-9000R hat vier Betriebsarten:
Vollverstärker, Leistungsverstärker, Vorverstärker,
Vorverstärker/Leistungsverstärker aufgeteilt. Letztere Kombination wird
möglich, weil unter anderem auch ein Main In-Cincheingang vorhanden ist.
Prinzipiell können also Geräte zwischen Vor- und Endstufe eingeschliffen
werden, wie ein Equalizer oder ein Nubert
ATM-Modul. Die vergoldeten, massiv gearbeiteten RCA- und Phono-Eingänge
sind ebenfalls hervorzuheben, schon selbstverständlich, dass die
Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse ebenfalls sehr hochwertig und für 2
Lautsprecher-Paare (A+B) vorgesehen sind. Ein unabhängiger Kopfhörerverstärker sorgt auch dann für
großes Hörvergnügen, wenn man mit Headphones der Lieblingsmusik
lauscht. Der Verstärker verfügt über 4 digitale Audioeingnänge (1
Amphenol AES/EBU, 1 optisch, 2 koaxial) und 3 analoge Audioeingänge sowie einen
Ausgang.
C-7000R - 13 kg schwer, das zeigt den hochwertigen Aufbau
Der C-7000R ruht auf hochwertigen Standfüßen, die komplett aus
Messing bestehen und so effektiv Schwingungen dämpfen. Er gibt Audio CDa, CD-Rs,
CD-RWs, MP3- und WMA-CDs wieder. Der Hightech-Player verfügt über DIDRC (Dynamic
Intermodulation Distortion Reduction Circuitry) und bringt für bestmögliche
klangliche Reinheit separate digitale und analoge Schaltungen mit. Zudem haben
beide Schaltungen ihren eigenen Transformator - für die analogen Schaltung
steht sogar ein besonders leistungsstabiler Ringkerntransformator zur
Verfügung. Auch der temperaturgeregelte, extrem präzise Taktgenerator ist
bestrebt, bestmögliche Akustik zu ermöglichen. Der leise Lademechanismus des
CD-Fachs konnte auch in den Testreihen überzeugen, sehr präzise und mit
angenehmem Geräusch fährt die Lade heraus. Das CD-Fach besteht aus Aluminium.
Die Platinenanordnung ist speziell so gewählt worden, dass Vibrationen effektiv
minimiert werden. Die eingesetzte PLLTechnologie hat zur Aufgabe,
Unempfindlichkeit gegenüber Taktungenauigkeiten an den Tag zu legen. Die
separaten Burr Brown D/A-Wandler (PCM 1792) für den linken und den rechten
Kanal garantieren eine sorgfältige Signalpflege bei der Wandlung von digitalem
zu analogem Signal. Der Player hat eine "Pure Analog" und eine
"Pure Digital" Betriebsart und 3 digitale Ausgänge (AES/EBU, koaxial,
optisch). Die vergoldeten Audioanschlüsse mit extra großem Abstand (so können
auch ohne Probleme sehr hochwertige Kabel verwendet werden) sind aus Vollmessing
hergestellt. Das Display ist dimmbar (normal, dunkel, aus). Der C-7000R weist
separate Gehäusewände aus Aluminium für Oberseite, Front und Seiten
auf.
Beide Komponenten lassen sich mit den übersichtlichen
mitgelieferten, normalem qualitativem Standard entsprecheden Fernbedienungen einfach bedienen, die Bedienelemente an den
Geräten geben ebenfalls keine Rätsel auf. Das Display vom C-7000R ist sehr gut
ablesbar, das Display des A-9000R ist aus der Distanz etwas klein. Der
große Lautstärkeregler des A-9000R liegt hervorragend in der Hand, ist aber
nicht gerastert. Die Bedienelemente am C-7000R haben einen klar definierten
Druckpunkt - alles macht einen hochwertigen und präzisen Eindruck. Der
CD-Player kann in drei Betriebsarten laufen: Nur analoge Signalausgabe, nur
digitale Signalausgabe oder Signalausgabe über die analogen und die digitalen
Ausgänge.
Video-Überblick
Verarbeitung A-9000R
Der Vollverstärker sieht dem kleineren A-9070
auf den ersten Blick ausgesprochen ähnlich. Der Blick aufs Detail enthüllt
dann aber deutliche Differenzen. So ist der große Vollverstärker mit einem
deutlich aufwändigeren Chassis versehen, die Seitenteile sind komplett anders
ausgeführt und verschraubt, auch die Gehäuse-Oberseite.
Rückseite - auch diese zeigt den vollsymmetrischen, "Twin
Mono" Verstärkeraufbau anhand der LS-Anschlüsse links und rechts, jeweils
für Lautsprecherpaar A und B
On-/Standby-Knopf
Kleiner, praktischer Eingangswahl-Drehregler
Großer Lautstärkedrehregler, der sehr gut in der Hand liegt.
Metallkippschalter für die Anwahl des Direct-Betriebsmodus
Bedienelemente unter Klappe
Passung der Frontblende und Verschraubung
Gleichbleibende Spaltmaße
Auf der sauber gebürsteten Aluminium-Frontblende des A-9000R
finden sich nur wenige Bedienelemente. Etwas größer wird die Auswahl, wenn man
die komplett aus Metall bestehende Klappe im unteren Teil der Frontblende
öffnet. Netzschalter, Regler für Bass, Höhen und Balance sowie eine
"Setup" Taste. Im Setup kann man jeden Eingang - auch Phono, AES/EBU
und USB - separat ein- und ausschalten. Die Frontblende ist exakt eingepasst,
die Verschraubung ist hochwertig.
Hochwertige Standfüße
Etwas kleines Display beim A-9000R mit durchschnittlicher
Auflösung
Aufbau innen in der Gesamtübersicht
Platinenlayout im Detail
Kühlkörper
Transformator
Hochwertige Bauteile
Aufwändiger Aufbau
vier Elkos mit jeweils 18.000 Microfarad
Detail-Blick
Das Innenleben des A-9000R zeigt einen streng symmetrischen
Aufbau beider Verstärkerzüge. Die vier, jeweils 18.000 Microfarad fassenden
Elkos sind zentral platziert. Die Kühlkörper sind aus Aluminium und zur noch
besseren Wärmeabfuhr in Schwarz gehalten. Das Layout der Endstufen ist
hochwertig und der Preisklasse gemäß.
Verarbeitung C-7000R
Der CD-Player ist ebenfalls ausgezeichnet verarbeitet.
Rückseite
Hochwertige Disc-Schublade aus Aluminium
Der CD-Player kommt mit dicker, hochwertiger Alu-Frontplatte,
die sehr sauber und mit gleichbleibenden Spaltmaßen eingepasst ist. Präzise
und leise kommt die Disc-Lade aus Aluminium auf Knopfdruck heraus gefahren. Auch
beim Einlesevorgang hält sich das eingebaute Laufwerk vornehm mit Geräuschen
zurück, während des Betriebes ist es kaum zu hören.
Bedienelemente
On/Standby-Knopf
Der CD-Player beeindruckt mit den griffgünstigen, sehr sauber
eingepassten Bedienelementen - so macht auch die Bedienung direkt am Gerät
wirklich viel Freude.
Das Display ist gut ablesbar und bietet einen ordentlichen
Kontrast
Exakt eingepasste Frontblende
Die mitgelieferte Fernbedienung
Die mitgelieferte Fernbedienung sieht recht attraktiv aus und
geht aus qualitativer Sicht in Ordnung. Die Tasten sind etwas klein, aber
übersichtlich angeordnet und sitzen präzise. Der Druckpunkt ist etwas weich,
aber gut, zudem sind die Tasten gummiert.
Der C-7000R ruht auf besonders hochwertigen, Vibrationen
dämpfenden Standfüßen
Laufwerk
Das Laufwerk im Geräteinneren ist hochwertig gedämpft und
verursacht nur geringe Betriebsgeräusche. Leicht zerkratzte CDs werden ohne
Schwierigkeiten eingelesen. Zudem ist das Laufwerk sehr schnell - beinahe
unhörbar wird die CD eingelesen und der Kapitelsprung funktioniert enorm rasch
und präzise.
Ordentliche Verkabelung
Hochwertigkeit im Detail
Aufgeräumter Innenaufbau
Der C-7000R ist ausgesprochen übersichtlich und hochwertig
aufgebaut. Klar zu erkennen sind nicht nur das geschirme, leise Laufwerk,
sondern auch die beiden Transformatoren für die analogen und die digitalen
Schaltkreise. Die Verkabelung ist, wie man es bei einem so teuren Player auch
erwarten kann, ordentlich ausgeführt.
Anschlüsse
Hochwertige LS-Anschlüsse für Paar A und Paar B
RI-Port, USB, Digitalanschlüsse (AES/EBU, 2 x koaxial, 1 x
optisch)
3 x Analog Stereo Cinch-Eingänge, Line Out, Pre-Out, Main In
(es kann z.B. ein EQ zwischen Vor- und Endstufen eingeschliffen werden)
Zunächst Vergleich: Wandlung durch den C-7000 oder
Wandlung durch den A-9000R?
Hier müssen wir sagen - beide Geräte arbeiten auf einem enorm
hohen Level, trotzdem finden sich kleine Differenzen. Noch etwas mehr
Plastizität und Feindynamik sowie ein noch etwas realistischeres Raumgefühl
vermittelt das Klangbild, wenn der A-9000R die Wandlung übernimmt und man den
C-7000R digital mit dem großen Vollverstärker verbindet. Dies kann allerdings
schon wieder anders werden, wenn man sich den C-7000R gönnt und daran den Onkyo
A-9070 anschließt: Dann holt der D/A-Wandler des C-7000R mehr Transparenz
und räumliche Detailinformation aus dem Basis-Material.
Mit rund 1500 EUR kostet die im Test überragend bewertete
Kombination von Verstärker A-9070 und CD-Player C-7070
weniger als die Hälfte - für wen lohnt es sich, 3600 EUR für A-9000R und
C7000R auszugeben? Wir haben wichtige Differenzen aufgeführt.
Wichtig ist zunächst - die gesamte Kette muss in sich
stimmig sein. Man kann so die hier getestete Kombination problemlos mit
einer leistungsstarken Nubert nuVero14
oder mit einer Nubert nuLine 122
verbinden. Auch eine urum Montan VIII wäre
ein geeigneter Spielpartner, und mit einer Canton Reference 7.2 DC
haben die bärenstarken Endstufen des A-9000R leichtes Spiel. Alle hier
genannten Lautsprecher sind für die kleinere Onkyo-Kombination
A-9070/C-7070 keine gute Wahl - die Endstufen haben zwar auf dem Papier
mit 140 Watt/Kanal sogar die gleiche Leistung, die Praxis spricht aber
andere Worte: Gerade, wenn der Lautsprecher Leistung fordert, wirkt der
A-9070 im großen Hörraum deutlich schneller gestresst - für seine
Preisklasse ist das Leistungsvermögen absolut überzeugend, objektiv aber
bietet der A-9000R in Hörräumen ab 30 Quadratmeter spürbar mehr Leistung
und wird mit komplexen Ohmschen Lasten deutlich leichter fertig.
Besseres räumliches Auflösungsvermögen und bessere
Feindynamik: Verbunden mit entsprechend hochwertigen Boxen, setzt Onkyos
Top-Kombination hörbar mehr Feindynamik frei, kleine dynamische
Unterschiede, z.B. bei vokaler Präsentation oder bei instrumentalen Soli,
kommen besser heraus. Räumlich schafft die große Onkyo-Kombination eine in
allen Ebenen gleich bleibende, hohe Detaillierung, erst in den hintersten
Ebenen sind leichte Abstriche zu machen. Hier streichen A-9070/C7070 früher
die Segel - Opern, Orchestermusik und Kammermusik machen dem sehr versierten
Musikliebhaber mit der großen Kombination mehr Freude.
Bassbereich mit mehr Präzision und Tiefgang: Verbunden mit
sehr leistungsfähigen Standlautsprechern, ermöglicht der A-9000R mehr
Staffelung und Tiefgang im Bassbereich.
CD-Player mit deutlich leiserem, schnelleren und
hochwertigeren Laufwerk mit hervorragender Geräuschdämpfung - auch dies
kommt entspanntem Hören zu Gute.
Klangliche Auslegung
Die Onkyo-Kombination besticht mit neutralem, sehr klarem Klang.
Stimmen werden auch bei hohen Lautstärken ohne nasale oder blecherne Tendenzen
wiedergegeben. Sie sind stets klar fokussiert und stehen stabil im Raum. Die
virtuelle Bühne ist in Weite und Tiefe realistisch definiert. Die räumliche
Ausbreitung ist homogen, gleichmäßig. Stimmen weisen saubere Konturen auf,
auch kleine feindynamische Unterschiede kommen sauber heraus. Die Trennung von
Stimmen und Instrumenten gelingt sehr gut, auch wenn z.B. Choralgesänge im
Hintergrund auftreten, lassen sich diese tadellos von den instrumentalen
Elementen differenzieren. Die Ausprägung verschiedener Instrumente, z.B. Piano
oder Cembalo, kommen schön heraus. Hier allerdings merkt der Stereo-Kenner, der
an hochwertige Vor-/Endstufenkombinationen der Luxusklasse gewohnt ist, dass
noch mehr geht - ebenso wie bei den Stimmen begnadeter Opernsänger. Die
Einarbeitung auch sehr feiner, kleiner Zwischentöne kann noch prägnanter und
detaillierter erfolgen, das beweist, dass man selbst für 3600 EUR - für die
meisten unserer Leser verständlicherweise sehr viel Geld - noch nicht alles
erwarten kann. Fest steht aber genauso, dass A-9000R und C-7000R fürs
investierte Geld eine hervorragende Leistung bieten, die sich auch in der
exzellenten Impulstreue sowie Grobdynamik niederschlägt. Der plötzliche, aus
dem Nichts kommende Orchestereinsatz - kein Problem für die Onkyo-Kombination,
die sofort mit vollem Leistungsvermögen zur Stelle ist. Der Verstärker
verfügt über sehr rasch und nachdrücklich ansprechende Endstufeneinheiten,
die im Bassbereich zudem einen enormen Tiefgang bereit stellen. Die Übergänge
der Frequenzbereiche sind fließend, sehr gefällig und offenbaren keine
"Lücken" im Klang. Sehr sämig geht es vom Hochton- in den
Mitteltonbereich, an den sich praktisch nahtlos der Bassbereich fügt.
Klangeindrücke
Die weltberühmte Titelmelodie des 007-Films
"Goldfinger", instrumental dargeboten vom Royal Philharmonic
Orchestra, wird mit überragender, fein nivellierter Räumlichkeit vorgetragen.
Besonders zu loben ist der sensible, exakte Einsatz der Streicher, die mit hoher
Transparenz herauskommen. Beinahe alle Ebenen werden tadellos detailliert, erst
bei sehr kleinen Einzelheiten im Hintergrund nimmt das Auflösungsvermögen der
Onkyo-Kombination etwas ab. Die Blechbläser kommen impulstreu und dynamisch
heraus. Der Einsatz des gesamten Orchesters hat Verve, bietet aber gleichzeitig
eine hohe Ausgeglichenheit. Kleine, hochfrequente Details beim Aufbau kommen mit
hoher Plastizität heraus. Der Bass hat Nachdruck, verdeckt aber keine
Einzelheiten anderer Frequenzbereiche. Emotional tief gehend wird der Beginn von
"You Only Life Twice" präsentiert, der kurze Einsatz der Harfe ist
gut herauszuhören. Das klangliche Erlebnis wird von verschiedenen Faktoren
getragen. Zum einen erweckt die Onkyo-Kombination eine Vielzahl kleiner
akustischer Details zum Leben. Dies sorgt für einen gleichermaßen kultivierten
wie kompletten Klangeindruck. Zum anderen lebt die Vorführung von der erneut
überragenden räumlichen Weite und Tiefe, die auch und gerade im größeren
Hörraum für Erstaunen beim Publikum sorgt. Der Auftakt zu Carl Orffs
legendärer "Carmina Burana" möchte dem A-9000E und dem C-7000R
ebenfalls bestens gelingen - der Choralgesang und die drastischen dynamischen
Sprünge verdichten sich zu einem mitreißenden Hörerlebnis. Der Spannungsbogen
bis zum ersten großen Dynamiksprung wird sorgfältig und allzeit
nachvollziehbar aufgebaut - urplötzlich dann wird der A-9000R gefordert und
seine Endstufen stellen ein akustisches Highlight mit großartiger Strahlkraft
und enormer Nachdrücklichkeit mitten in den Raum. Die Paukenschläge werden
exakt getroffen und schwingen nicht unpassend nach. Die Stimmen fesseln mit der
prägnanten, aber auch ausgezeichnet in die Gesamtakustik eingearbeiteten
Darstellung. Felix Mendelssohn-Bartholdys Konzert-Ouvertüre "Die
Hebriden" beginnt sanft, aber mit einer großen musikalischen Macht im
Hintergrund. Dieses sensible Spannungsspiel gibt die Onkyo-Kombination zum einen
für die Preisklasse ganz hervorragend wieder, genauso aber ist hier ein
Beispiel gefunden, an dem höherpreisige Komponenten ihren Mehrpreis ausspielen
können: Das verborgen Mächtige, Tragende, das sich langsam im Aufbau sensibel
wiederfindet, können High End Komponenten noch überzeugender zur Schau
stellen. Doch man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass dann die
gesamte Wiedergabekette inklusive der Lautsprecher nochmals in einer anderen
Liga spielen muss, um diese Nuancen zu erleben. Und es ist auch wichtig,
immense, langjährige Hörerfahrung zu besitzen, um diese Differenzen überhaupt
zu bemerken. Selbst versierte HiFi-Liebhaber werden schon glücklich sein mit
dem, was die Onkyo-Kombination zur Verfügung stellt, schon dies ist weit
entrückt von dem, was selbst sehr hochwertige AV-Receiver oder normale
Stereo-Verstärker der Mittelklasse klanglich leisten. Der Orchestereinsatz ist
von Klarheit und Lebendigkeit geprägt, was dem gesamten Klangbild viel Esprit
und Greifbarkeit verleiht. Die Bläser durchdringen den Raum, ohne dabei vom
"rechten Kurs" einer untadligen Neutralität abzurücken. Kleine
dynamische Unterschiede werden feinfühlig herausgearbeitet. Sehr gut gefällt
uns der Beginn von Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten": Mit einem
schwungvollen Allegro startet der Frühling, Schwung und Verve der Musiker
kommen prima heraus, gerade diese nahezu ungefilterte Spielfreude ist es, die
dafür sorgt, dass man mit A-9000R und C-7000R so viel Freude hat. Sie
offerieren einen sauber definierten, tadellos auflösenden Aufbau, ohne das
teils etwas unemotionale, streng Analytische, das mancher Komponente eigen ist.
Die Streicher klingen transparent, frisch und lassen die Jahreszeit vor dem
geistigen Auge des Hörers in den schönsten Farben leuchten - kurzum: Die
emotionale Komponente dieses Meisterwerks arbeitet das Onkyo-Duo hervorragend
heraus.
Bryan Ferrys "Cruel" kommt mit kräftigem Bass,
tadellosem Tiefgang und sehr charismatischer vokaler Präsenz heraus. Die
Impulstreue ist bestechend - das klangliche Ergebnis wird als schlüssiges, in
jeder Ebene stabiles Ganzes wahrgenommen. Auch bei "Goin Down" ist die
Wiedergabe fetzig, aber gleichzeitig sehr harmonsch: Man denkt beinahe, Bryan
gäbe sich die Ehre, im Hörraum der Redaktion aufzutreten, so energiegeladen
und ungefiltert wird der Song zu Zuhörer transportiert. Das E-Gitarrenspiel
strahlt viel Virtuosität und pure Spielfreude aus. Auch die Mundharmonika hat
viel Ausdruckskraft. Claus Grabke, Ex-Skateboardstar, hat sich in "Thumb"
musikalisch verewigt. Die SACD/CD begeistert mit toller Aufnahmequalität. Der
gewollt aggressive Touch kommt bei Upside&Down" hervorragend heraus.
Die harten, abgehackten Basseinsätze beweisen einmal mehr die Impulstreue der
Onkyo-Stereo-Boliden. Superb der Bass bei "Down Like Me" - treibend,
nach vorn strebend. Kombiniert mit Effekten, der erneut energiegeladenen Stimme
schaffen die Onkyo-Komponenten ein Live-Konzert-ähnliches Klangerlebnis, das
auch in den wenigen ruhigeren Phasen des Songs in seiner Intensität nicht
nachlässt. Der 90er Jahre Hit "Oops Up" von Snap beweist, dass es
praktisch keine Musikrichtung gibt, die dem A-9000R und dem C-7000R nicht liegt:
Hart, unnachgiebig der Bass, die Effekte scheinen sich regelrecht aus dem
Lautsprecher heraus zu schießen - so weit "fliegen" sie in den
Hörraum. Die Stimme der Sängerin geht trotz dieser Effekt- und Basspräsenz
nicht unter. Das Abgehackte, Treibende des Songs arbeitet die Onkyo-Kombination
überragend heraus, ebenso exzellent wird auch die Stimme des Rappers in den
Raum gestellt. Räumlichkeit ist die absolute Trumpfkarte der beiden Komponenten
- das wird hier erneut deutlich. Faithless' Trance-Klassiker "God Is A
DJ" in der Version auf dem Album "Insomnia - The Best Of Faithless"
besticht durch den untadelig souveränen Aufbau mit vokalen und instrumentalen
Anteilen. Tiefgang und schiere Kraft des Basses drücken immense Macht aus, mit
der der A-9000R auch den großen Hörraum musikalisch beherrscht. Kurze Effekt-
und Bass-Spitzen werden so problemlos weggesteckt, als gäbe es kaum etwas
Einfacheres.
Weitere Vergleiche
Der Yamaha Musik-Netzwerkplayer NP-S2000 + Stereo-Amp A-S2000
machten im Test ebenfalls eine sehr gute Figur. Der tonal neutral und präzise
auftretende Netzwerkplayer beweist eindrucksvoll, wie gut Musik aus dem
Netzwerk oder dem Internet klingen kann. Der beim NP-S2000 betriebene Aufwand
beim Aufbau ist immens, auch ein Ringkerntrafo fehlt nicht. Der A-S2000 sieht
elegant aus in einer hochwertigen Retro-Optik, die an manches Gerät aus den
70er Jahren erinnert. Akustisch wirkt der A-S2000 eine Idee metallischer,
schärfer als der Onkyo, ohne es jedoch zu übertreiben. Der Yamaha vermittelt
viel Dynamik, strahlt aber eine nicht ganz so intensive Räumlichkeit aus wie
Onkyos A-9000R. Ganz anders treten Pathos Classic One MkIII Verstärker plus Digit CD-Player
auf: Warm, reich und üppig, möchte sich der Classic One MkIII als die
Alternative für den Genießer verstanden wissen. Er kann nicht so gut mit
wechselnden Ohm'schen Lasten umgehen wie der bärenstarke A-9000R und möchte
sich - trotz für sich betrachtet guter, untadliger Pegelfestigkeit - nicht als
Pegel-Maschine verstanden wissen. Gerade Klassik gibt der Italiener mit
herausragender, fein im Raum verteilter Emotionalität wieder, was zur erlesenen
Materialqualität des wunderschönen Gerätes passt. Grobdynamisch effektiver
arbeitet der A-9000R - aber dem Reiz des teuren, aber auch Wertigkeit
ausstrahlenden und perfekt aufeinander abgestimmten italienischen Duo kann man
sich ebenso wenig entziehen wie einem Ferrari 458.
Passende Lautsprecher
Neutral, dynamisch, mit toller Räumlichkeit - die
zugegebenermaßen ausladende, aber in jeder Beziehung erstklassige Nubert nuVero14
passt sehr gut zum leistungsfähigen Onkyo-Duo. Der transparente
Hochtonbereich und der exzellente Tiefgang sind ebenfalls außergewöhnlich. Wer
es kompakter mag, aber auch einen sehr kraftvollen und tief nach unten
reichenden Bass schätzt, kann zur Teufel Ultima 800 Mk2
greifen, die als Besonderheit gleich 4 Passivmembranen aufweist,
die den Wirkungsgrad und den Nachdruck im Bassbereich auf saubere, glaubwürdige
Art und Weise steigern. Die elegante Box braucht noch nicht einmal besonders
viel Platz und besticht auch durch die exzellente Räumlichkeit und die enorme
Sensibilität. Feindynamisch hervorragend, mit exakt dosierter Räumlichkeit und
meisterlicher Verarbeitung- so spielte sich die Canton Reference 7.2 DC
in die Herzen der Tester, auch hier können wir eine Empfehlung aussprechen.
Mit dem seidigen, samtigen, räumlich weiten und sehr gefälligen Hochtonbereich
trumpft die Aurum Montan VIII auf. Auch
Mittelton- und Bassbereich treten sehr räumlich auf. Die hochwertige
Verarbeitung und die ausgezeichnete Pegelfestigkeit sind weitere Vorteile.
Fazit
Onkyo mischt die Stereo-Oberklasse gehörig auf: Mit hoher
klanglicher Neutralität, exzellenter Grob- und Feindynamik sowie einer
intensiven Räumlichkeit weiß Onkyos Premium-Kombination aus A-9000R und
C-7000R zu begeistern. Optisch heben sich beide Komponenten zunächst gar nicht
so deutlich von den preisgünstigeren "Geschwistern" ab - wer sich die
Gerätschaften allerdings genauer anschaut, stellt vor allem beim Innenleben
sehr deutliche Unterschiede fest. So sind die verwendeten Baugruppen allesamt
hochwertiger, der Aufbau spürbar aufwändiger. Akustisch beweist das
Onkyo-"Team" eine enorme Reife, ohne zu analytisch und zu fade
aufzutreten: Die allzeit frische, dabei aber gleichzeitig angenehme, homogene
Spielweise mit hervorragender akustischer Plastizität verschafft Onkyos
größtem Vollverstärker und dem CD-Player-Topmodell einen besonderen Reiz -
und dieser Reiz muss im Vergleich zu manchem Konkurrenten noch nicht einmal
besonders teuer bezahlt werden: Mit 3600 EUR für beide Komponenten ist der
HiFi-Liebhaber dabei, nicht zuviel in Anbetracht der kultivierten, dynamischen
und viel Freude bringende Kombination.
High-Tech-HiFi: Aufwändig aufgebaut, mit zeitgemäßen
Merkmalen versehen und akustisch brillant, sind A-9000R und C-7000R jeden Cent
ihres fairen Kaufpreises wert
Stereo-Kombination Einzelkomponenten CD-Player/Vollverstärker Oberklasse
Test 17. April 2012
+ Fein- und grobdynamisch exzellent
+ Räumlich dichte und intensive Wiedergabe
+ Exzellenter Bassbereich mit hervorragendem Tiefgang
+ Auch für das Zusammenspiel mit sehr großen Stand-LS geeignet
+ Souveräne Pegelfestigkeit, für Räume bis 50 Quadratmeter geeignet
+ Homogene, neutrale Gesamtakustik
+ Sehr hochwertige Verarbeiitung
- Keine SACD-Wiedergabe des C-7000
- Display des A-9000R könnte hochwertiger ausfallen
Text: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 17.04.2012