TEST: Magnat Vector 208 Tower - attraktiv, klangstark und preisgünstig?

29.06.2012 (sw/cr)

Schlanke Tower für 349 EUR (Stückpreis)

Sockel

Hochwertige Lautsprecherchassis

Einführung

Für einen Stückpreis von 349,-- EUR ergänzt der Magnat Vector 208 Tower die beliebte Vector-Lautsprecherbaureihe. Da aktuell sehr schlanke Standlautsprecher stark im Trend liegen, offeriert Magnat mit der neuesten Kreation einen lediglich 15,6 cm breiten 3-Wege-Bassreflexstandlautsprecher, der 110 cm hoch und 23,5 cm tief ist. Fernab des schlanken Bauform bringt der Tower sämtliche Merkmale der Vector-Baureihe mit. Dazu gehören u.a. der stabile und resonanzarme Gehäuseaufbau, die hochwertigen Membranen, die sorgfältig abgestimmte Frequenzweiche und das bi-wiring Anschlussfeld mit vergoldeten Schraubanschlüssen. 

Technik und Verarbeitung

Terminal

Bassreflexöffnung

Wer schicke Boxen mag, wird die Vector 208 lieben

Verarbeitung

Der Magnat-Tower ruht auf einer soliden Bodenplatte, resonanzdämpfende Gummifüße und Metall-Spikes sind im Lieferumfang enthalten. Wandert der Blick leicht nach oben, sticht das bi-wiring Anschlussfeld mit vergoldeten Schraubterminals ins Auge. Es ist mittels vier Schrauben solide befestigt. Oberhalb des Anschlußfeldes befindet sich die Bassreflexöffnung. Dadurch, das diese auf der Lautsprecherrückseite eingelassen ist, sollte der Magnat-Tower nicht direkt an der Wand plaziert werden. Die Bassreflexöffnung selber ist mit einer Kunststoffeinfassung ausgekleidet, die wenig hochwertig wirkt. Die einzelnen Lautsprecher-Chassis sind präzise in die Schallwand eingepasst, baut man die Chassis aus, sieht man dass für die Preisklasse hochwertige Bauteile zum Einsatz kommen. Der Übergang von der schwarzen Schallwand zum in unserem Falle Mokka-Farben folierten Gehäuse ist gekennzeichnet durch ein gleichbleibend schmales Spaltmaß, im Detail könnte die Passung aber noch etwas sauberer sein. Sehr gut gefällt uns das Schutzgitter aus Metall, das einen soliden Eindruck hinterlässt und deutlich hochwertiger wirkt, als die Stoffabdeckung vieler Konkurrenten. 

Ausgebauter Hochtöner

von oben

Hochtöner eingebaut

Ausgebauter Tieftöner

aus seitlicher Perspektive

Eingebaut

Kommen wir zu weiteren technischen Merkmalen. Der 25 mm Hochtöner ist mit einer Kunstseidemembran ausgestattet, die eine maximale akustische Transparenz garantierten soll. Hier sind wir besonders gespannt, denn bei sehr preisgünstigen Lautsprechern hapert es oft an Transparenz im Hochtonbereich. Auch Tief- und Mitteltöner sollen Detailtreue bei gleichzeitig hoher Belastbarkeit garantieren. Die Membranen bestehen aus beschichtetem Papier. Dieses ist hochfest, aber gleichzeitig sehr leicht, was für eine hohe Impulstreue elementar wichtig ist. Um hohe Belastbarkeit auch über längere Zeiträume zu garantieren, sind die Schwingspulen belüftet. Basis der Konstruktion ist ein solider, nicht magnetischer und faserverstärkter Gusskorb. Die Frequenzweiche weist akustische 24 dB-Filter auf und garantiert durch hochwertige Bauteile eine beachtliche Langzeitstabilität. 

Testequipment
Klang

Sunshine live classics 4 / Disk 2 / Flutlicht Icarus (The flight) / Zhi-Vago Celebrate: Beim ersten Song überzeugt Magnats Tower gleich mit mehreren Merkmalen. Problemfall vieler schlanker Lautsprecher-Säulen ist der oft nur ausreichende Wirkungsgrad. Die Vector 208 hingegen überzeugt durch einen überraschend hohen Wirkungsgrad. Auch die Pegelfestigkeit ist für einen Lautsprecher dieser Produktkategorie höchst beachtlich, in einem Hörraum mit rund 25 qm reicht dieser Lautsprecher als Alleinbeschallung im Paarbetrieb problemlos aus. Die sehr dynamische Gesamtwiedergabe spricht ebenfalls für den 3-Wege-Lautsprecher. Die Gruppenlaufzeiten sind ausgezeichnet, der Bass agiert sehr schnell und hinkt den Höhen und Mitten nicht hinterher. Für empfindsame Naturen tritt der Tower bei gehobenen Lautstärken im oberen Mitteltonbereich und im Hochtonbereich etwas zu scharf an. Dies hat zur Folge, dass der aggressiv abgemischte Song „Icarus“ quasi ohne Filter beim Zuhörer eintrifft. Der aggressiv zischende Unterton in der weiblichen Gesangsstimme wird von der Vector klar herausgestellt und dürfte manchen Zuhörer dadurch überfordern. Wer jedoch eine sehr prägnante Wiedergabe schätzt, wird mit dieser Auslegung glücklich. Jedem gefallen dürften die nahtlosen Übergänge zwischen Hoch- und Mitteltonbereich und zwischen Mittelton- und Bassbereich. Zusammen mit den bereits erwähnten stimmigen Gruppenlaufzeiten lässt dies auf eine sorgfältig und durchdacht konstruierte Frequenzweiche schließen. Schon beinahe eine Sensation stellt der Bassbereich dar. Zwar kann der Tiefgang durch die schmale Bauform der Box keine rekordverdächtigen Ausmaße annehmen, ab knapp 60 Hz aber packt der Bass entschlossen zu. Harte Kick-Bässe, aber auch voluminöse Bässe, die sich oft im Hintergrund abspielen, bereiten Magnats-Tower keine Schwierigkeiten. Sehr gut gefällt uns auch die Räumlichkeit, der Klang löst sich überdies merklich von den Lautsprecher-Chassis. 

Pearl’s oft he 80’s / CD 2 / Tears of Fears, Shout / A-Ha, The Sun Always Shines on T.V.: Bei beiden Klassikern aus den 80-er-Jahren gefallen erneut die Gesamtdynamik und die Räumlichkeit. Man könnte aufgrund des schmalen Gehäuses des Magnat-Towers auf einen ebenso begrenzten Abstrahlwinkel schließen, doch die Ergebnisse in der Praxis sehen anders aus. Selbst dann, wenn man nicht im Stereo-Dreieck sitzt, genießt man beinahe das volle Klangspektrum und kann sich über eine sehr schöne Loslösung aller akustischen Elemente von der Box freuen. Im Detail findet sich aber doch Ansatz zur Kritik. In hinteren musikalischen Ebenen kann keine ansprechende Differenzierung kleiner musikalischer Einzelheiten mehr garantiert werden. Dies hat zur Folge, dass der anspruchsvolle Hörer dann einen leicht oberflächlichen Klang monieren könnte. Hörer mit normalen bis leicht gehobenen Ansprüchen hingegen dürften viel Gefallen am schwungvollen Sound der Vector 208 finden. Gut gelungen ist die Differenzierung von Stimmen und Instrumenten, gleichzeitig wird sichergestellt, dass keine Komponente überbetont wird und dadurch in den alleinigen Focus rückt. 

Andrea Bocelli / Dell’Amore non si sa / L’attesa: Überraschend gut schlägt sich Magnats Tower bei den beiden Songs von Andrea Bocelli. Die Stimme des begnadeten Sängers wird zentriert im Raum abgebildet und gefällt durch die klaren Konturen und die ordentlich herausgearbeiteten Details. Tonal verhält sich die Stimme angenehm neutral, nur wer es mit dem Pegel übertreibt, kann einen leicht blechernen Einschlag heraushören. Die Instrumente sind ebenfalls gekonnt eingearbeitet, hinken bezgl. der Detaillierung aber leicht hinter den vokalen Elementen hinterher. Die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen erscheinen flüssig, samtig wirkt das Klangbild aber nicht. Hier steht eher eine frische, sehr schwungvolle Wiedergabe im Vordergrund. Manche schätzen bei derartigen Songs eher eine leicht warme, seidige Wiedergabe, diese offeriert die Vector 208 nicht. Hörer, die es gern dynamisch und klar mögen, finden hingegen, gerade dann, wenn man den Kaufpreis berücksichtigt, im Magnat-Tower einen nahezu idealen Partner. 

Konkurrenzvergleich

  • Magnat Vector 207: Wie auch unser Testkandidat wird die Vector 207 bei hohem Pegel etwas spitz. Die kraftvolle, präzise Tieftonwiedergabe ist ebenfalls Kenzeichen beider Vector Magnat Standlautsprecher. Interessanterweise fällt der schmale Tower bei der Qualität der Basspräsentation nicht hinter die breitere Vector 207 zurück. Ebenfalls interessant ist, dass die Vector 208 bei der vokalen Darstellung sogar noch etwas detaillierter agiert. 

  • Heco Celan GT 302: Wer keinen Platz für einen Standlautsprecher zu Hause hat, kann sich die pro Stck. 400 EUR kostende Regalbox nach Hause holen. Im Vergleich zur Vector 208 klingt die Celan etwas wärmer, samtiger und harmonischer. Sie ist enorm hochwertig verarbeitet und offeriert einen gelungenen Bassbereich, die Vector 208 entfaltet unten herum aber doch noch etwas mehr Nachdruck. 

  • Quadral Argentum 370: Die Argentum 370 sieht im direkten Vergleich eher wie ein klassischer Standlautsprecher aus, d.h. sie ist doch sichtbar breiter. Die Verarbeitung ist gut, die Optik der Magnat Vector 208 wirkt aber frischer und moderner. Zudem packt Magnats Tower im Bassbereich entschlossener zu. Dafür bleibt die Argentum 370 auch bei hohen Pegeln ihrer Auslegung treu, der Klang wirkt weder blechern, noch aggressiv. 

  • Teufel T 400: Die T 400 für lediglich 548,-- EUR Paarpreis ist unser Preis- / Leistungsfavorit. Sie klingt frisch und entfaltet eine tadellose Räumlichkeit, für den günstigen Preis ist überdies die Verarbeitung tadellos. Die teurere Vector 208 verleiht Kickbässen noch etwas mehr Kontur, zudem erscheint der Übergang vom Mittel in den Tieftonbereich noch eine Idee flüssiger. Für das investierte Geld aber kann man der T 400 nur Anerkennung zollen. 

Fazit

Die Vector 207 von Magnat schließt nahtlos an die ausgezeichneten Leistungen der Komponenten aus dem Vector-Set an und überzeugt ebenso durch das überragende Preis/Leistungsverhältnis. Für nicht einmal 300 Euro pro Stück erhält der geneigte Käufer einen ausgewachsenen Standlautsprecher, bei dem nicht nur das Äußere sondern auch die inneren Werte stimmen. Besonders imponiert hat uns die harmonische Auslegung und die Grobdynamik, zu keiner Zeit wird das Hören mit den Vector Lautsprechern anstrengend. Der Hochtonbereich wird lediglich bei höchstem Pegel etwas spitzer, ansonsten hat die Vector kaum mit Mängeln bei hoher Lautstärke zu kämpfen. Auch die gute Räumlichkeit, Bühnenaufbau und die Kraft, mit der die Vector agiert, punkten für die Magnat Schallwandler. Tolle Leistung zum kleinen Preis geht nicht? Geht wohl - beweist die Vector Serie von Magnat!

Schlanker und preiswerter Tower mit erstaunlicher Klangstärke

Stereo-Lautsprecher untere Mittelklasse
Test 29. Juni 2012

+ Ausgezeichneter Bassbereich
+ Tadellose Räumlichkeit
+ Sehr gute Stimmwiedergabe
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Optisch elegant

- Etwas fordernd bei erhöhtem Pegel

Test: Carsten Rampacher
Redaktion: Barbara Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 29.06.2012

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