TEST: LG FA166 - Micro-HiFi-System mit iPod- und USB-Konnektivität

26.09.2012 (phk/sw)

Beim LG FA166 handelt es sich um ein kompaktes HiFi-System mit iPod-Docking-Station, CD-Player und USB-Anschluss für die MP3-Wiedergabe. Obligatorisch ist natürlich auch ein UKW-Radio integriert und mit einem Klinkenkabel können Audiogeräte analog angeschlossen werden. Der Verstärker im Hauptgerät beliefert die beiden Lautsprecher mit 2 x 80 Watt Ausgangsleistung. Ein MP3 Optimizer verbessert die Klangqualität von komprimierten Musikdateien. Das LG FA166 ist zu einer UVP von 279 EUR erhältlich.

Verarbeitung & Anschlüsse

Seitliche Front-Ansicht

Oberseite mit Disc-Einschub und iPod-Dock

Bedienelemente vorne

Power-Button

USB-Slot und Bedienelemente hinter einer Klappe

Display vorne

Rückseite

Lautsprecherklemmen

Remote-Steuerungseinheit

Das Hauptgerät des FA166 ist, wie die Lautsprecher, in ein Kunststoff-Gehäuse in schwarzem Hochglanz-Finish gepackt. Die Oberfläche macht einen recht hochwertigen Eindruck, ist aber stark anfällig und empfindlich gegenüber Kratzspuren. Die Steuerung übernehmen beleuchtete Touch-Bedienelemente an der Vorderseite, die zuverlässig und flink reagieren. An der Oberseite befindet sich das iPod-Dock unter einer kleinen Plastik-Abdeckung sowie das Slot-In-Laufwerk. Unten an der Front befinden sich einige Druckknöpfe für EQ, RDS, Timer und Uhr. Zudem der USB-Slot und zwei Klinkenanschlüsse sowohl für Kopfhörer als auch Line-In. Das Display an der Front ist großflächig und sehr gut ablesbar. Das Gerät steht auf kleinen Schaumstoff-Füßchen, so konnten auf der Unterseite einige Lüftungsschlitze untergebracht werden. Zur Kühlung ist außerdem ein aktiver Lüfter rückseitig oben integriert, dieser agiert zumeist aber recht leise und stört kaum. An der Rückseite befindet sich außerdem ein Anschluss für die FM-Antenne sowie die Lautsprecheranschlüsse, die lediglich als Klemmen ausgeführt sind. Die Fernbedienung ist recht kompakt gehalten, bietet aber jegliche Wiedergabetasten in einem Navigationskreuz und weitere wichtige Steuerknöpfe mit ordentlichem Druckpunkt.

Lautsprecher

Hochtöner

Mittentöner

Seitliche Ansicht mit Woofer

Bassreflexrohr

Rückseite mit Lautsprecher-Systemkabel

Die Lautsprecher präsentieren sich in beinahe identischer Form wie das Hauptgerät, sind nur etwas schmäler ausgeführt. Die Übergänge von Schallwand und hinterem Gehäuse sind nicht perfekt, hier steht stellenweise das Kunststoff etwas über. Die Lautsprecherchassis sind hingegen sowohl vorne als auch seitlich sauber integriert. Rückseitig ist ein Bassreflexrohr zu sehen sowie das fest angebrachte Systemkabel.

Klang via CD & USB

Bei Vivaldis "Vier Jahreszeiten" bietet das LG System eine solide Performance und zeigt sich dynamisch und emotional. Die Violinen erklingen samtig-weich und lassen sich sogar ein paar Charakteristika entlocken. Problematischer ist der Bühnenaufbau. Die Bühne wirkt zwar recht breit, bietet allerdings eine nicht so durchhörbare Staffelung der Bühne. Die Lokalisation sowie Differenzierung der einzelnen Instrumente ist etwas schwierig. Die Dynamik ist insgesamt sehr gut, wenn auch die Höhen leicht gedämpft und die Mitten ein wenig zurückgenommen wirken. Der Tiefton schließt sich sauber an die oberen Frequenzbereiche an, der Tieftöner überlagert nur stellenweise und greift etwas in die höheren Frequenzbereiche ein. Von den verschiedenen EQ-Feldern eignet sich am ehesten "Natural", aber auch "Classic" mit leichter Mittenanhebung wirkt sehr gut. Weniger geeignet ist "Virtual", hier soll mehr Räumlichkeit suggeriert werden. Dies gelingt recht gut, darunter leidet aber Dynamik und Authentizität. Durch die eher weichen Höhen lädt das FA166 zu längeren Hör-Sesssions ein und wird nie anstrengend. Es agiert recht schnell und ist nicht unbedingt neutral ausgelegt, wirkt aber musikalisch und emotional.

Auch bei Bryan Ferrys "Frantic" Album beweist das LG System bei "It's all over now, Baby Blue" Stärke. Die Vokalcharakteristik Brian Ferrys kommt weitgehend gut rüber und auch die Differenzierung der einzelnen Instrumente gelingt gut. Untenrum trägt das FA166 ein wenig dick auf, produziert aber ein solides Tieftonfundament und schlägt auch bei höherem Pegel nicht an. Grundsätzlich können wir die Pegelfestigkeit der kleinen Kompaktanlage loben, nicht allzu riesige Räume können hier problemlos beschallt werden. Und dass ohne Dynamik-Einbrüche oder Verzerrungen, lediglich die Höhen spitzen sich dann etwas zu, werden aber nicht schrill.

Bei elektronischer Musik kommt man beim LG uf seine Kosten. "I have a dream" von DJ Quicksilver wird uns impulstreu und grobdynamisch sehr gut präsentiert. Gut, die eigentlich hallen-ähnliche Club-Atmosphäre bleibt aus, wir sind aber trotzdem erstaunt was das LG bieten kann. Erst bei sehr hohem Pegel schlägt der LG Woofer an, bietet im Rahmen aber eine sehr gute Performance im Bass-Bereich. Wer es untenrum fett und voluminös mag, kann hier bedenkenlos das EQ-Feld "Bass Blast" verwenden. Wir waren zunächst - nicht zuletzt aufgrund des Namens - etwas skeptisch, zumal wird bei Jazz lediglich der Tieftonbereich beinahe komplett herausgenommen und bei Pop die Mitten extrem angezogen, bei "Bass Blast" wirkt der LG aber immer noch sehr dynamisch und sauber, schaltet nur eben untenherum einen Gang zu und schmückt etwas stark aus. Weniger begeistert sind wir vom virtuellen Surround-Modus. Die akustische Kulisse wirkt nicht wirklich räumlicher, dafür aber ohne Substanz und unnatürlich.

Wir spielen via USB zu und auch hier bietet das LG System eine gute Performance. Transparent und klar werden Vokalstimmen wiedergegeben, selbst Pianoklänge erklingen recht gut. Natürlich fehlen feindynamische Differenzen und Details der Klangkulisse. Auch die Differenzierung einzelner Instrumente in komplexem Klanggeschehen erfolgt nicht immer tadellos. Der MP3 Optimizer leistet gute Dienste, die gedämpfte Dynamik von komprimierten Titeln wieder etwas zu beleben.

Bilanzierend können wir dem Mikro-HiFi-System im Bereich Akustik eine ausgezeichnete Leistung attestieren. Bedenkt man Größe und besonders den Preis des System, ist die gebotene Performance erstaunlich und überraschend gut. Dynamisch und lebendig klingt das FA166, nicht immer absolut authentisch dafür emotional und musikalisch. Komplexere Klangkulissen und ein sauberer Bühnenaufbau sowie Detailreichtum fallen dem Kompakt-System natürlich schwer. Bei den integrierten EQ-Feldern gibt es sowohl sinnvolle als auch weniger sinnvoll einzusetzende, die das Klangbild deutlich verfälschen.

Fazit

Das LG FA166 bietet hohe akustische Leistungsfähigkeit in kompakter Form zum kleinen Preis. Dynamisch und flink präsentiert das LG jegliche Musikgenres, bietet ein solides Tieftonfundament und zeigt sich auch bei den höheren Frequenzbereichen solide. Die Mitten wirken ein wenig zurückgenommen und auch die Höhen sind leicht gedämpft. Häufig ist aber gerade der Hochtonbereich bei Kompakt-Anlagen zu spitz, so dass die Auslegung des LGs angenehm wirkt und zu längeren Hör-Sessions einlädt. Die integrierten EQ-Felder können partiell einen soliden Benefit bieten. Das Klangbild wird zwar meist verfälscht, klingt aber noch gefällig und kann so auf individuelle Präferenz getrimmt werden, vom virtuellen Surround-Modus ist aber abzuraten. Die Verarbeitung ist für den Preis in Ordnung, hier liegt aber noch Potential. Was dem LG fehlt, sind Netzwerkfunktionen wie AirPlay, DLNA oder auch Bluetooth Audio. Die Flexibilität ist also noch ausbaufähig, dennoch empfiehlt sich das FA166 dank der guten akustischen Performance und des Preises als kompaktes Musik-System.

Kompakte Micro-HiFi-Anlage mit sehr guten akustischen Eigenschaften

Micro-HiFi-Anlage
Test 26.09.2012

+ Sehr gute grobdynamische Eigenschaften
+ Teilweise sinnvoll einzusetzende EQ-Felder
+ Optimierung für komprimierte Musikdateien
+ Gutes Display 

- Keine Netzwerkfunktionen
- lediglich MP3s werden wiedergegeben
- Systemkabel

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26.09.2012

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