TEST mit Display Basic Check: LG 55LM960V
20.12.2012 (phk/sw)

Einführung
Trotz der großen Bilddiagonalen von 47 und 55 Zoll, in denen der LG LM960V
erhältlich ist, wirkt der TV im Cinema-Screen-Design durch den sehr schmalen
Rahmen nicht aufdringlich. Für uns stellt sich als besonderes Merkmal die NANO
Full-LED-Technologie heraus. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Variante
des LED Local Dimming, im Gegensatz zu EDGE LED sind hier die einzelnen
Leuchtdioden nicht an den Ecken bzw. Seiten angebracht sondern liegen direkt
hinter dem Panel. Das verspricht in der Regel eine homogenere
Helligkeitsverteilung sowie besseren Kontrast und Schwarzwert. Bei NANO Full LED
sind die Leuchtmittel zudem diagonal angeordnet und in Kombination mit einer
speziellen Folie werden die genannten Vorteile noch optimiert. Wie üblich wird
die 3D-Wiedergabe bei LG mit der Polarisationstechnik realisiert, die
benötigten Brillen liegen bei. Für eine komfortable Bedienung möchte LG mit
der Magic Remote sorgen, die neben Gestensteuerung auch Sprachbefehle entgegen
nimmt. Eine konventionelle Remote liegt aber ebenfalls bei. Günstig ist der
55-Zöller nicht, die UVP liegt bei 3500 EUR.
Verarbeitung

TV-Front

Standfuß

Rückseite des Standfußes

Solide, gerundete Kanten

Rückseite

Bedienelemente Rückseite

Rückseite

Konventionelle Fernbedienung

Magic Remote

Polarisationsbrillen im Lieferumfang
Der 55LM960V wirkt dank des einer Chromleiste ähnelnden extrem dünnen
Rahmens hochwertig und schick. Die 1,40m Bilddiagonale steht dem Koreaner sehr
gut, da die Größe durch das Cinema-Screen-Design immer noch recht dezent
wirkt. Der Rahmen selbst ist sauber verarbeitet und besteht aus Metall, er
umschließt den TV nahtlos und die Kanten sind gerundet. An der Rückseite
befinden sich sauber eingepasste Anschlüsse mit festem Sitz. Der Standfuß ist
optisch Geschmackssache, besteht aus Kunststoff und verfügt über eine
Oberfläche im Chrom-Look. Der TV steht aber sehr solide und der große
55-Zöller ist schwenkbar. Bei den beiliegenden Brillen handelt es sich um sehr
leichte Polfilter-Brillen aus Kunststoff in verschiedenen Farben. Zwei
Fernbedienungen sind beim LM960V dabei, eine konventionelle und die Magic
Remote, beide sind in schwarzem Hochglanz gehalten. Die Magic Remote liegt
ähnlich einer Pistole in der Hand und kann wie ein Laserpointer auf den
Bildschirm gerichtet werden. Mittig ist ein Navigationskreuz und ein Scroll-Rad
untergebracht.
Anschlüsse

Seitliche Anschlüsse

Anschlüsse auf der Rückseite
- HDMI 4x
- USB 3x
- CI+ Schnittstelle
- Komponentenvideo via Adapter
- FBAS + Stereo Cinch via Adapter
- Scart via Adapter
- PC VGA Eingang + Line In
- Digitaler Audioausgang optisch
- Kopfhörerausgang
- Ethernet-Schnittstelle
- LNB-Satelliteneingang
- Antennenanschluss
Der 55-Zöller bietet vier HDMI-Anschlüsse und ein reichhaltiges
USB-Angebot. Drei Anschlüsse genügen auch bei Verwendung einer externen
Festplatte jedem Anspruch. Komponentenvideo, FBAS und Scart kann nur über
beiliegende Adapterkabel angeschlossen werden. Zur Internetverbindung kann der
TV kabelgebunden oder mit dem integrierten WLAN-Modul ins Heimnetzwerk
eingebunden werden.
Menü & Konfiguration

Erstes Setup

Sprachwahl

Tipps zur Magic Remote

Zentrieren des Mauszeigers

Magic Remote Tutorial

Scrollrad verwenden

Umgebungsauswahl

Netzwerkverbindung auswählen

WLAN-Verbindung

Automatischer Sendersuchlauf

Sat-Suchlauf wird durchgeführt

Abschluss der Initialkonfiguration

Hauptmenü

3D-Einstellung

Bildfelder

Mögliche Bildeinstellungen

Ton-Modi

Satellitenoptionen

Menü "Option"

Netzwerkeinstellungen

Freigabe-Einstellungen

Software-Aktualisierung
Der Installationsassistent des LM960V umfasst nicht nur die
obligatorischen Einstellungen wie Sprachauswahl, Sendersuchlauf und
Netzwerkeinstellungen sondern auch die Initialisierung inklusive einem kleinen
Tutorial zur beiliegenden 2. Fernbedienung, der Magic Remote. Für verschiedene
Signale DVB-S/DVB-C/DVB-T kann ein Sendersuchlauf durchgeführt werden. Die
Internetverbindung wird über Kabel oder WLAN realisiert. Bei drahtloser
Netzwerkverbindung kann WPS genutzt oder manuell mit Passworteingabe verbunden
werden. Beim Anschluss mit Ethernetkabel und aktiviertem DHCP sind keine
weiteren Einstellungen notwendig.
Das eigentliche Menü des LG TVs ist übersichtlich aufgebaut
und optisch ansprechend. Bezüglich der visuellen Darstellungen gibt es eine
Reihe von Einstellungsmöglichkeiten, allen voran vorgefertigte Bildfelder auch
von isf. Zudem eine Vielzahl dynamischer Bildoptimierer und natürlich die
obligatorischen Regler zu Helligkeit, Kontrast und Schärfe. Auch beim Ton gibt
es Presets, diese wirken sich aber nur geringfügig im Praxisbetrieb aus. Neben
Einstellungen zum Empfang und der Konfiguration verschiedener Signalarten sind
noch Netzwerkeinstellungen zu finden, auch ein Software-Update via Internet ist
möglich.
Multimedia

LG Home

Suchfunktion

Browser

areadvd am LG-Fernseher

LG Apps
Die Grundvoraussetzung für vorhandene Multimedia-Features ist
selbstverständlich eine Netzwerk- und Internetverbindung. Mit der Home-Taste
oder "My Apps" auf der Fernbedienung wird eine Übersicht der
Multimedia-Funktionen aufgerufen.
Das DLNA-Streaming realisiert man am einfachsten, wenn man in der
Eingangsliste als Quelle den gewünschten Media-Server auswählt. Dann erfolgt
die bewährte Kategorisierung in Fotos, Musik und Videos und man navigiert zur
gewünschten Datei. Der LG akzeptiert ein breites Spektrum an Formaten, unser
komplettes Arsenal wurde wiedergegeben. Darunter DiVX, MP4, MPEG, WMV, AVHCD,
HDTV TS-Aufnahmen sowie MKV SD und HD auch mit hoher Bitrate. Bei Fotos werden
JPEG-Dateien wiedergegeben, PNG- und Bitmap funktioniert nicht. An Musik gibt
der LG Fernseher lediglich MP3-Dateien aus.
Der Button Internet innerhalb der "LG My Apps" öffnet den im TV
integrierten Browser. Hier erleichtert die Magic Remote die Bedienung, da hier
das Scrolling auf Webseiten im Besonderen, aber auch die URL-Eingabe dank der
Point-Device ähnlichen Steuerung und einer virtuellen Tastatur erleichtert
wird. Der Browser unterstützt Flash und HTML5.
In der SmartShare-Übersicht können ebenfalls Dateien von externen Medien
angesehen und wiedergegeben werden. Verfügt man über ein Smartphone von LG,
kann das Gerät direkt mithilfe der SmartShare-App auf dem Mobiltelefon mit dem
TV verbunden werden. Auch die Installation einer Smartshare-Applikation für PC
ist möglich, allerdings empfiehlt sich unter Windows 7 die Nutzung des im
Windows Media Player integrierten DLNA-Servers.
Die LG Smart World beinhaltet Apps verschiedenster Kategorien wie News,
Unterhaltung, Bildung, Spiel, etc. Hier sind Mediatheken verschiedener Sender zu
finden sowie Anwendungen wie youtube oder Video-On-Demand-Dienste, z.B. maxdome.
Es kann eine Vielzahl weiterer, auch weniger populärer Dienste, manuell
hinzugefügt werden. Zudem gibt es kostenlose 3D-Videos in den Kategorien Sport,
Dokumentation, Kinder und Lifestyle in der "3D World".
Aufgenommene Inhalte auf einer externen Festplatte können auch hier unter
"Aufnahmeliste" eingesehen und wiedergegeben werden.
Bild
Video-EQ
-
Bildmodus: Intelligenter Sensor (mit automatischer Helligkeits- und Kontrastanpassung), Lebhaft, Standard, Kino, Spiel, ISF Expert 1, ISF Expert 2
Energiesparmodus (Automatisch – minimale Leuchtdichte + Abtastempfindlichkeit sind einstellbar, aus, Minimum, Mittel, Maximum, Video stumm – Bildschirm wird nach 3 Sekunden ausgeschaltet)
3D-Einstellungen: Wandlung (2D nach 3D Wandlung) an/aus, 3D Modus, 3D Tiefe, 3D Blickpunkt, 3D Farbkorrektur, 3D Klangverstärkung, Normale Bildansicht, 3D Anzeigekorrektur
Basiseinstellungen: Beleuchtung (Hintergrundbeleuchtung) 0 bis 100, Kontrast 0 bis 100, Helligkeit, 0 bis 100, Horizontale Bildschärfe 10 bis 50, vertikale Bildschärfe von 10 bis 50, Farbe 0 bis 100, Tint R50 bis G50
Experteneinstellungen: Dynamischer Kontrast (aus, tief, mittel, hoch), Super Resolution (ein, aus), Farbskala (Standard, EBU, SMPTE, BT709, breit), Konturenverstärkung (aus, tief, hoch), xvycc-Modus (ein, aus), Farbfilter (R-B-B only Mode), Expertenmuster (integriertes Testbild), Gamma (1,9/2,2/2,4), Weißabgleich R-G-B (Offset-tief, Gain-tief), Farbmanagement (für Primär- und Sekundärfarben sind Sättigung, Tint und Leuchtdichte einstellbar, -30 bis
+30)
Bildoption: Rauschunterdrückung Aus/Tief/Mittel/Hoch),
MPEG-Rauschunterdrückung (Aus/Tief/Mittel/Hoch), Schwarzwert (Tief/Hoch),
Echtes Kino Aus/Ein, LED Lok. Dimming (Tief/Mittel/Hoch), TruMotion
(Aus/Weich/Klar/Schärferes Bild/Benutzer)
Display Basic Check powered by


Für unsere Messungen deaktivieren wir jegliche dynamische Bildoptimierer und
wählen ein für uns subjektiv authentisches Bildfeld aus. Hierfür kommen
lediglich die beiden ISF Expert 1 und 2 Bildfelder sowie das Kino-Preset in
Frage. Diese drei ähneln sich sehr stark und wir wählen ISF Expert 2. Die
übrigen Bildfelder wirken insgesamt zu kühl. Die anderen Einstellungen des
Video-Equalizers lassen wir zunächst in der Standardeinstellung. Nun können
wir das Pluge-Testbild zur Einstellung der idealen Bildhelligkeit laden. Die
Helligkeitseinstellung 50 ist beinahe perfekt bei keiner sonstigen
Umgebungsbeleuchtung. Man kann den Wert sogar noch auf 52 anheben, darüber aber
wird der Unterschwarzbalken aber sichtbar. Die Helligkeitsverteilung ist sehr
gut, sogar ausgezeichnet gegenüber einem EDGE LED LCD-TV. Allerdings hat sich
bei unserem Testsample im linken Randbereich ein ganz leichter Hotspot
eingeschlichen, der bei genauem Hinsehen auffällt. Bei den Reverse Gray Ramps
und Steps belassen wir den LG in der Kontrast-Grundeinstellung, er präsentiert
hier eine sauber differenzierte Grautreppe mit kaum sichtbarem Clipping. Da wir
beim LG über den Farbfilter in den Experteneinstellungen die einzelnen
RGB-Farben deaktivieren können, können wir die korrekte Dekodierung
überprüfen. Hier zeigt sich sowohl bei Blau als auch Rot eine minimale
Schwäche, bei Grün etwas ausgeprägter. Im Overscan-Testbild sehen wir, dass
bei der Einstellung 16:9 keine pixelgetreue Darstellung erfolgt. Für eine
native Ausgabe von 1920x1080 Bildpunkten muss unter Format "Just Scan"
angewählt werden. Der Schärfewert 10 ist solide, Filmfans können die Werte
sogar noch bis etwa 6-7 zurücknehmen.
Messungen

Übersicht

Sehr gute Farbtemperatur

Gammakurve

Das Gamma von 2,4 wird nicht ideal getroffen

Farbraum und Weißpunkt

Übersicht zweite Seite

RGB Balance

Farbhelligkeit

Farbtemperatur im Balkendiagramm
Der LM960V in 55 Zoll schlägt sich im Display Basic Check gut. Die
Farbtemperatur hält er in allen Helligkeitsstufen beinahe auf gleichem Level um
6500 K. Auch der Farbraum ist mit kleinen Ausrutschern noch in Ordnung. Was
recht deutlich auffällt ist, dass einzelne Primär- und Sekundärfarben klar zu
hell sind. Problematisch ist auch das Gamma, obwohl wir es vom Standardwert 2.2
auf 2.4 angehoben haben, fällt es deutlich geringer aus.
Blu-ray 3D, Avatar, ab Filmbeginn
Der LG beginnt mit einem ausgezeichneten Kamera-Überflug über das
Baumkanapee des Dschungels von Pandora. Zwar erkennt der aufmerksame Beobachter,
dass sich die Auflösung bedingt durch die Polarisationstechnik merklich
reduziert, allerdings geht dadurch weniger Schärfe durch die
Bewegungswiedergabe verloren. Zudem wirkt das Bild ausreichend hell, wohingegen
bei aktiven Komponenten der Helligkeitsverlust zu Problemen führt. Insgesamt
wirkt das Bild sehr kontraststark, das lokale LED-Dimming des LG-Fernsehers
macht sich bezahlt. In Nahaufnahmen fällt der Detailverlust auch nicht so
eklatant hoch aus. Klar fehlt ein wenig, aber man hat durchaus noch ein solides
HD-Bild vor sich. Die Struktur der aufgebrachten Folie für die
Polarisationstechnik ist aber, an einigen Stellen mehr an anderen weniger,
sichtbar und sorgt für eine leichte Minderung des sonst ausgezeichneten
Bildeindrucks. Mit Geisterbildern hat man durch die parallele Darstellung nur
sehr geringfügig bis überhaupt nicht zu kämpfen, das Bild wirkt angenehm und
stabil. Völlig und absolut vor Crosstalk gefeit ist man bei Polarisation aber
nicht, dies beweisen einzelne Szenen, hier muss man aber schon genau hinsehen.
Räumlichkeit und Plastizität bietet eine hervorragende Performance, einzelne
Ebenen können problemlos differenziert werden und wirken sauber gestaffelt. Die
Farbgebung im 3D-Betrieb ist sehr natürlich und zeigt hohe Authentizität. Für
eine optimale Performance empfehlen wir, dynamische Bildoptimierer weiterhin
deaktiviert zu lassen. TruMotion allerdings kann, wer auf Frame-Interpolation
steht, bedenkenlos eingesetzt werden. Das Bild wird nur minimal unschärfer, da
ja durch die Polarisationstechnik ohnehin ein Auflösungsverlust vorliegt, und
bleibt besonders stabil. Zudem fallen irgendwelche störenden Artefakte oder
Berechnungsfehler im Praxisbetrieb überhaupt nicht auf.
Blu-ray 2D, Fluch der Karibik, Kapitel 1+2, 2D Wiedergabe und Wandlung von 2D
in 3D
Der LG LM960V schafft ein sehr plastisches Bild in dieser ersten Einstellung,
als das Galeonsschiff aus dem Nebel herausfährt. Die Nebelschwaden wirken zudem
sehr authentisch und nicht wie eine graue Masse. Allerdings ist in dieser
Eingangssequenz ein wenig Ruckeln festzustellen, die 24p-Wiedergabe gelingt
nicht ganz perfekt. Dies manifestiert sich auch in leichtem Zittern, als die
Kamera an der hölzernen Figur an der Front des Schiffes vorbeifährt.
Angekommen an der Holzreling, an der die junge Ms. Swan steht, zeigt der LG aber
noch sehr schön die vorbeiziehenden Nebelschwaden unter sehr geringfügiger
Rauschausprägung. In dieser und der folgenden Einstellung begeistert auch die
Detailschärfe. Sowohl am Kleid der jungen Schauspielerin als auch dem Gesicht
und der Uniform des ersten Maates bietet der LG Fernseher eine ausgezeichnete
Durchzeichnung. Auch dunkle Elemente der Klamotte wirken noch strukturiert und
natürlich. Dies setzt sich im zweiten Kapitel fort, hier kann man auch die
ausgezeichnete Farbtemperatur loben, das Panel zeigt auch keinen Farbstich.
Hervorragende Kontrastwerte liefert der LED Local Dimming LCD. Als Jack Sparrow
an den drei aufgeknüpften Piraten vorbeifährt, wird auch im dunklen Bereich
der Felsformation noch sehr sauber durchzeichnet. Zudem bietet der LG auch im
2D-Betrieb schon ausgeprägte Räumlichkeit, sehr plastisch hängen die Skelette
vor den Klippen im Hintergrund. Sehr gut gelöst hat LG auch die 2D-Problematik
bei Fernsehern mit Polarisationstechnologie. Da hier ja über dem Panel eine
Folie aufgebracht wird, ist die Struktur dieser Folie auch im normalen
2D-Betrieb bemerkbar. Hier fällt sie aber kaum auf.
Wandeln wir das Signal in 3D um, wird Plastizität und Räumlichkeit noch
gesteigert. Das leichte Ruckeln wieder zu Beginn des ersten Kapitels bleibt
bestehen, wird aber nicht schlimmer. Schon in der ersten Szene aber fällt auf,
dass die Detailschärfe etwas nachlässt und hier dann auch die Folienstruktur
ein wenig auffällt. Zugleich machen sich auch die Vorteile der Polarisation
bemerkbar. Der LG ist absolut unempfindlich gegenüber Kopfbewegungen und das
Bild wird kaum dunkler. So sind sich auch keine Farbverfälschungen sichtbar und
durch das Wegfallen des Flimmerns der aktiven Shutterbrille wirkt das Bild sehr
angenehm. Der plastische Eindruck ist nicht ganz so intensiv, wie wir es uns
wünschen würden. Dies lässt sich ändern, wenn wir in den 3D-Einstellungen
von "Standard" auf "Kino" schalten, die 3D-Tiefe wird
dadurch gesteigert. Allerdings wirkt dann das Bild nicht mehr ganz so ruhig und
nicht absolut frei von Ghosting.
DVD Upconversion Filmmaterial 576i auf 1080p, Star Wars Episode
III, Kapitel 1+2
Auch die dritte Episode der epischen Star Wars-Saga beginnt mit gelber
Laufschrift vor einem mit Sternen gespicktem schwarzem Hintergrund. Der
Schwarzwert ist ausgezeichnet und es werden viele Sterne herausgearbeitet. Dabei
hat der LG kaum bis überhaupt nicht mit Halos und Überstrahlungen zu kämpfen,
hier macht sich das lokale Dimming sichtbar bezahlt. Die gelbe Laufschrift
läuft sauber und ruhig nach hinten ab, abgesehen von Treppenstufenbildung
halten sich auch weitere Artefakte stark in Grenzen. Auch in weiter hinten
liegenden Bildebenen bleibt die Schrift recht ruhig, lediglich im hinteren
Drittel zittern die Buchstabenkanten leicht und minimale Wellenbewegungen sind
zu sehen. Auch beim Kameraschwenk bleibt das Bild weitgehend ruhig, kurzes
Zittern an der oberen Diagonale des Zerstörers und der Kommandobrücke ist
sichtbar. Die kleinen Räumjäger, die über das plastisch wirkende Schiff
hinwegfliegen bilden scharfe, zitterfreie Objektkanten und bieten einen
flüssigen Bewegungsablauf. Bei der Bewegungswiedergabe verliert der LED LCD-TV
ein wenig an Schärfe, das Geschehen wirkt nicht ganz so detailscharf wie bei
ruhigen Aufnahmen. In den Nahaufnahmen der Protagonisten aber bietet der LG
keine überdurchschnittliche, aber sehr gute Detailschärfe. Ein weiterer
Kritikpunkt ist die leichte Rauschneigung des Displays. Davon abgesehen aber
bietet der LM960V eine sehr gelungene visuelle Präsentation, die einer
HD-Wiedergabe recht nahe kommt. Die Farbwiedergabe ist recht dynamisch, bleibt
aber filmtreu und nicht übermäßig lebendig.
DVD Upconversion Videomaterial 576i auf 1080p, AVEC Professional
TEST DVD
- Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Laufschriften werden
recht sauber wiedergegeben, leichtes Zittern und Treppenstufen an den
Buchstabenkanten fällt auf. Die Farbtrennung ist gut, im roten Bereich aber
nicht perfekt. Ablesbar sind die Schriften in allen Geschwindigkeiten und
Nachzieheffekte zeigen sich nur geringfügig.
- Schwingendes Pendel: Das Pendel zeigt auftretende Nachzieheffekte
deutlicher, dies kann man ab dem oberen Drittel der schwarzen Linie
beobachten. Zudem sind die farbigen Balken ab der Mitte nicht mehr sauber zu
differenzieren. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht aber stabil.
- Stadtbild Esslingen: Bei der Kamerafahrt über Esslingen bietet der LG
solide Bildruhe, wenn auch an den Hausdächern und sonstigen Kanten leichte
Instabilitäten sichtbar sind. An Rasen und Pflastersteinen ist eine gute
Durchzeichnung sichtbar, auch die Blätter an den Bäumen wirken
differenziert.
Tuner DVB-S/C
Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in 720p bietet das LG-Gerät eine
stabile und ruhige Bildwiedergabe. Die Farben wirken dynamisch und lebendig,
aber nicht stark überzogen. Mit leichtem Bildrauschen muss der Zuschauer leben,
dies mindert den guten Bildeindruck aber nur geringfügig. Detail- und
Kantenschärfe im HD-Betrieb ist nicht zu kritisieren, auch weitere
Landschaftsaufnahmen gelingen mit Struktur und sauberer Durchzeichnung. Im
SD-Betrieb macht sich das ein oder andere Artefakt schon bemerkbar. Kanten
zittern, Laufschriften am Bildschirmrand wirken nicht so sauber und auch die
Farben wirken leicht verwaschen. Das Bild bleibt aber stabil und ruhig.
Ton
Der LG LM960V bietet für ein derart flaches TV-Gerät eine durchweg solide
akustische Performance. Die Sprachverständlichkeit ist stets hoch und es wird
sogar etwas Räumlichkeit geboten. Ein 55-Zöller muss auch schon mal etwas
größere Wohnräume beschallen. So ist es wichtig, dass bei etwas höherem
Pegel nicht gleich störende Elemente, z.B. Verzerrungen, auftreten. Der LG
meistert eine höhere Lautstärke zumeist problemlos, die vorhandenen Woofer
schlagen nicht an. Für die alltägliche Nachrichtensendung und auch die ein
oder andere Drama-Serie wird der LG einfachen Ansprüchen gerecht, wer ein
Effektfeuerwerk im Filmbetrieb möchte, wird in ein zusätzliches
Lautsprecher-Setup investieren.
Konkurrenzvergleich
- Panasonic TX-L55DT50E:
Panasonics Premium LCD-TV mit identischer Bilddiagonale kostet deutlich
weniger als der koreanische Vertreter von LG. Dafür handelt es sich beim
DT50 um einen EDGE LED LCD-TV, der LM960V hingegen ist mit LED Local Dimming
ausgestattet. Dieser Technologiedifferenz ist auch die inhomogene
Helligkeitsverteilung des Panasonic geschuldet. Der LG ist hier klar besser,
auch an die exzellenten Kontrastwerte kommt der Panasonic nicht ganz heran.
Multimedial liegen beide auf sehr ähnlichem Niveau und bieten eine hohe
Vielfalt an Internetangeboten sowie Netzwerk-Streaming und App-Steuerung. Im
Display Basic Check hat der Panasonic die Nase vorn. Im 3D-Betrieb bieten
beide Geräte Vor- und Nachteile, da der eine TV Polfilter- und der andere
aktive Shuttertechnologie bietet. Trotz aktivem Shutterprinzip lässt sich
der Panasonic von Kopfbewegungen nicht beeindrucken.
- Sony KDL-46HX855: Getestet haben wir
den Sony zwar nur in 46 Zoll, in 55 Zoll ist er aber zum UVP von 2099 EUR
aber auch zu haben. Damit ist er ebenfalls günstiger als das LG-Gerät,
kommt aber auch mit EDGE LED LCD-TV. Durch den Vorteil des Lokalen Dimmings
bietet der LG eine sehr gute Helligkeitsverteilung sowie guten Schwarzwert
und Kontrast. Trotzdem ist der TV sehr schmal und macht auch optisch viel
her. Visuell können beide Geräte in den verschiedenen Disziplinen
überzeugen, wenn auch der Sony TV sehr anfällig gegenüber Kopfbewegungen
im 3D-Betrieb ist. Akustisch liegt der Sony dank dem Soundsystem im Fuß
vorne, allerdings steht er bezüglich der Formatauswahl im DLNA-Streaming
zurück.
Fazit

Der LG LM960V in 55 Zoll tritt dank dem schmalen Rahmen nicht
aufdringlich auf und gliedert sich in moderner Optik problemlos auch in schicke
Wohnumgebungen ein. Trotz der Local Dimming-Technologie, bei der die LEDs hinter
dem Panel liegen und nicht an den Seiten untergebracht sind, macht der LM960V
eine schlanke Figur. Visuell verschafft Local Dimming ebenfalls Vorteile.
Besonders durch die homogene Helligkeitsverteilung und starke Kontrastwerte.
Einzig etwas kritisch zu beurteilen ist die native 24p-Ausgabe ohne dynamische
Bildoptimierer, stellenweise wirkt das Bildgeschehen etwas unruhig. Die
3D-Wiedergabe ist dank Polfilter-Technologie angenehm und beinahe komplett frei
von Crosstalk, lediglich der einhergehende Auflösungs- und Detailverlust
mindert das hervorragende Ergebnis. Im Display Basic Check schneidet der LG
recht gut ab, Gamma und RGB Balance zeigen hier aber noch
Verbesserungspotential. Das Handling des TV-Gerätes ist problemlos, der
umfangreiche Installations-Assistent erleicht die Ersteinrichtung. Die Magic
Remote erleichtert im Multimedia-Betrieb, und hier besonders bei der
Browser-Nutzung, die Steuerung. Insgesamt erhält man mit dem LM960V ein
schickes TV-Gerät mit großer Bilddiagonale und ausgezeichneten visuellen
Eigenschaften. Eines macht man mit dem LM960V jedoch nicht, ein Schnäppchen!
Sehr schlanker Local Dimming LED LCD-TV mit ausgezeichneten
visuellen Eigenschaften
Flachbildschirme über 50 Zoll Oberklasse
Test 20. Dezember 2012
+ Hohe Bildgüte
+ Ausgeprägte Plastizität
+ Angenehme 3D-Darstellung
+ Flexible Multimedia-Eigenschaften
+ Ausgezeichnete DVD-Upconversion
+ WLAN integriert
+ Innovative Fernbedienung
- 24p nicht immer stabil
- Polfilterstruktur/Auflösungsverlust im 3D-Betrieb
Text: Philipp Kind
Messungen: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20.12.2012
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