TEST mit Display Basic Check: LG Edge LED 3D-TV 55LM860V

26.04.2012 (cr/phk/sw)

Einführung

Für rund 2800 EUR ist der LG 3D-TV 55LM860 erhältlich – und schon beim ersten Kennenlernen zieht der LG alle Blicke auf sich. Begründet ist dies im Design mit praktisch nicht mehr erkennbaren Bildschirmrahmen (nur 1 mm Breite). Der Standfuß sieht filigran aus, garantiert, wie der Testbetrieb später zeigt, aber dennoch einen sicheren Stand. Der Flachbildschirm arbeitet mit Edge LED-Hintergrundbeleuchtung und bietet, wie bei LG üblich, passive Polarisationsbrillentechnik für die 3D Wiedergabe. Durch die simultane Bereitstellung des getrennten Bildes für linkes und rechtes Auge wird eine flüssige, angenehme 3D-Wiedergabe garantiert. Vier Polarisationsbrillen liefert LG gleich mit. Dank „LG Dual Play“ können zwei Spieler, die entsprechend für Dual Play ausgelegte Polarisationsbrillen tragen, beim Gaming gegeneinander antreten, und jeder Spieler hat einen kompletten Screen zur Verfügung. Zwei Dual Play-Brillen sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten. Natürlich kann der Fernseher auch 2D Bilder nach 3D konvertieren. LG liefert neben einer herkömmlichen Fernbedienung auch eine „Magic Remote“ mit, mit dieser kann man sich, ähnlich dem Controller der Nintendo-Spielekonsole Wii, wie mit einer in der Luft betriebenen Maus durch die Menüs arbeiten. Integriert sind Pointing-Funktion und Bedienrad. Das Home Dashboard 2.0 kann man rasch auf Apps und Content Services zugreifen. Mit Share 2.0 Plus können Inhalte von externen Geräten wie PCs, Tablets und Smartphones einfach abgerufen werden. Der 55LM860V verfügt über einen eingebauten Browser für den Zugang zum freien Internet. WLAN ist mit eingebaut. 

Verarbeitung

Geräte-Front

Standfuß Front

Modernes Design

Rückseite

Standfuß Rückseite

Front

Stationäre Bedienelemente

Fernbedienung

3D-Brille

Vier farbige Passivbrillen liegen bei

Die Brille sitz gut und ist sehr leicht

Der LG hinterlässt einen solide verarbeiteten Eindruck. Der Übergang von der unteren silbernen Kunststoffleiste zum Displayrahmen erweist sich bei genauem Hinschauen aber als nicht komplett nahtlos. Die Kantenverarbeitung ist sehr sauber, der Displayrahmen verfügt an der Oberseite über gerundete Kanten. Die Rückseite des TVs ist aus Metall, alle Anschlüsse sind akkurat eingepasst und sitzen fest. Der Standfuß besteht aus Kunststoff mit einer Oberfläche im Chrom-Look und sorgt für einen modern-futuristischen Gesamteindruck. Er ist mit acht Schrauben am Fernseher fixiert und sorgt für festen Stand. Der TV ist zudem leicht schwenkbar. Die stationären Bedienelemente sind auf der Rückseite zu finden und als Drucktasten mit gutem Druckpunkt ausgeführt. LG liefert gleich zwei Fernbedienungen mit, eine normale, herkömmliche Fernbedienung und die „Magic Remote“. Beide Fernbedienungen weisen eine klavierlackschwarze Oberfläche auf und sind ansprechend verarbeitet. 

Anschlüsse

Rückseite Gesamt

Seitlich

Rückseite unten

Rückseite

  • Komponentenvideo-Eingang via Adapter
  • FBAS + Stereo Cinch via Adapter
  • VGA D-Sub
  • Scart AV via Adapter
  • Digitaler optischer Audioausgang
  • Kopfhöreranschluss
  • Ethernet
  • LNB-Satelliteneinang
  • Antenne

Seitlich

  • HDMI 4x
  • USB 3x
  • CI+

Das gebotene Anschlussangebot ist umfangreich. Vier HDMI-Anschlüsse enstprechen mittlerweile dem Standard. Auch mehrere USB-Eingänge werden beliebter, mit dreien ist der LG aber üppig bestückt. Weniger gefällt die Lösung verschiedene Eingänge nur noch mit Adaptern anschließen zu können, auch dies sehen wir immer häufiger. Für die Netzwerkintegration steht ein Ethernet-Slot zur Verfügung, der LG bietet aber auch ein integriertes WLAN-Modul für die Standards ab/g/n. Audio kann via ARC oder einem digitalen optischen Ausgang ausgegeben werden, ein analoger Ausgang steht nicht zur Verfügung.

Magic Remote

Magic Remote

Man kann die Magic Remote ähnlich verwenden wie die Controller der Nintendo Spielekonsole Wii. Das heißt: Wie bei einer Air-Maus kann man schnell durch die Icons z.B bei den Apps scrollen und sich die bevorzugte App aussuchen. Auch durch die normalen TV-Menüs kann man sich mit Hilfe der Magic Remote bewegen. Die Magic Remote erfordert nur eine kurze Eingewöhnungsphase, dann kann man mit ordentlicher Präzision durch die Menüs navigieren. Allerdings erfolgt die Bedienung mit dem Navigationskreuz immer noch eine Idee sicherer.

Menü & Konfiguration

LG My Apps

Ton-Einstellungen

Tuner-Settings

Verschiedene Einstellungen

Dual Play

Smart-Einstellungen

Netzwerk-Einstellungen

Verbindung via Kabel oder WLAN

Bildassistent

Verschiedene Voreinstellungen werden vorgenommen

Helligkeitseinstellung

Kontrast

Tint

Schärfe

Beleuchtung

Bevorzugte Einstellungen für mehrere Eingänge festlegen

Bildoptionen

3D-Einstellungen

Vorgefertigte Bildfelder

Bildformat

Experteneinstellungen

Bildoptionen

Der LG bietet ein gut durchaubares Menü mit klar definierten Kategorien. Die Bildeinstellungen sind umfangreich, der integrierte Bildassistent sorgt für individuelle Anpassungsmöglichkeiten von Helligkeit, Kontrast, Farbe, Tint und Schärfe-Einstellungen. Vorgefertigte Bildfelder sind vorhanden, besonders überzeugen uns die ISF Expert-Modi. Auch bei den Toneinstellungen lässt sich viel individualisieren und weiter optimieren. Die Netzwerkverbindung kann optional über Kabel und WLAN realisiert werden. Natürlich gibt es auch beim 55LM860V einen Installations-Assistenten bei der ersten Inbetriebnahme. Sprache und Standort werden festgelegt, außerdem ob der TV im Shop oder Zuhause aufgestellt ist. Danach erfolgt ein Sendersuchlauf bei den gewünschten Signalarten (DVB-S/T/C), der nach relativ kurzer Zeit abgeschlossen ist.

Multimedia

My Apps in der Übersichtsleiste unten im Bildschirm

LG Apps - Übersicht HOT Apps

Weitere HOT Apps

Browser

Auswahl des Servers

Dateiübersicht

3D World

  • Mit der Home-Taste auf der normalen Fernbedienung bzw. der „My Apps“ Taste auf der Magic Remote öffnet sich eine Übersicht aller Multimedia-Funktionen
    Mittels Smart Share können Bilder, Videos oder Musik von Smart Share-kompatiblen Geräten (Smartphone, Server, USB-Gerät) wiedergegeben werden. Smart Share ist ein spezielles LG-Streamingverfahren, bei der ein eigenes Programm auf dem PC bzw. eine eigene App auf dem Smartphone installiert sein muss. 
    DLNA-Streaming findet sich auch unter „My Apps“. Um einen spezifischen Netzwerk-Medienserver auszuwählen, muss man in die Eingangsliste gehen. Hier kann dann direkt der gewünschte DLNA-Medienserver angewählt werden. Es findet wie üblich eine Vorab-Unterteilung in Fotos, Videos und Musik statt. Die Ordnerstruktur des Servers wird dann auf dem Display angezeigt.
    Bei Foto-Dateien wird nur jpeg wiedergegeben, kein Bitmap und kein PNG.
    Bei Videodateien gibt der LG DivX, WMV, Quicktime MP4 HD, MKV (SD und HD), MPEG-1 und MPEG2 und H.264 HD-Aufnahmen im ts-Container wieder sowie AVCHD. Das ist eine sehr gute Auswahl!
    Bei Musikdateien gibt der 55LM860 MP3 Dateien mit Album-Cover-Anzeige wieder. AAC und FLAC werden nicht wiedergegeben. 
    Der LG verfügt über einen eingebauten Browser, mit dem man ins freie Internet gelangt. Die Bedienung ist relativ einfach, hier kann man die Magic Remote Gewinn bringend einsetzen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit kann man mit der im unteren Bildschirmbereich untergebrachten virtuellen Tastatur und der Magic Remote die gewünschte URL rasch eingeben. Der Browser unterstützt auch Flash. Zur komfortableren Bedienung hat die Magic Remote inmitten des Navigationskreuzes ein Mausrad-ähnliches Scrollinstrument. 
    Das Internetportal rund um Smart TV heißt „LG Smart World“. Hier kann man Apps verschiedener Kategorien herunterladen (Spiel, Bildung, Nachrichten, Unterhaltung, Leben). Die "Smart World" ist in verschiedene Kategorien unterteilt. Mediatheken, youtube, maxdome und weitere bekannte Angebote finden sich unter "Premium". Kostenlose 3D-Videos zu Unterhaltung, Sport, Dokumentation, Kinder und Lebensstil gibt es unter "3D World"
Bild

Video-EQ

  • Bildmodus: Intelligenter Sensor (mit automatischer Helligkeits- und Kontrastanpassung), Lebhaft, Standard, Kino, Spiel, ISF Expert 1, ISF Expert 2
    Energiesparmodus (Automatisch – minimale Leuchtdichte + Abtastempfindlichkeit sind einstellbar, aus, Minimum, Mittel, Maximum, Video stumm – Bildschirm wird nach 3 Sekunden ausgeschaltet)
    3D-Einstellungen: Wandlung (2D nach 3D Wandlung) an/aus, 3D Modus, 3D Tiefe, 3D Blickpunkt, 3D Farbkorrektur, 3D Klangverstärkung, Normale Bildansicht, 3D Anzeigekorrektur
    Basiseinstellungen: Beleuchtung (Hintergrundbeleuchtung) 0 bis 100, Kontrast 0 bis 100, Helligkeit, 0 bis 100, Horizontale Bildschärfe 10 bis 50, vertikale Bildschärfe von 10 bis 50, Farbe 0 bis 100, Tint R50 bis G50
    Experteneinstellungen: Dynamischer Kontrast (aus, tief, mittel, hoch), Super Resolution (ein, aus), Farbskala (Standard, EBU, SMPTE, BT709, breit), Konturenverstärkung (aus, tief, hoch), xvycc-Modus (ein, aus), Farbfilter (R-B-B only Mode), Expertenmuster (integriertes Testbild), Gamma (1,9/2,2/2,4), Weißabgleich R-G-B (Offset-tief, Gain-tief), Farbmanagement (für Primär- und Sekundärfarben sind Sättigung, Tint und Leuchtdichte einstellbar, -30 bis +30)

Display Basic Check powered by

Über den Display Basic Check

Als Basis für den Display Basic Check, dient die sehr flexible Bildkalibrierungs-Software "Calman", aktuell Version v4.5. Als Sensor kommt der SpectraCal C6 zum Einsatz. Damit auch korrekt gemessen wird, ist eine spezielle Blu-ray mit Calman-Testbildern nötig, die wir zum Test in den BD-Player einlegen. Auf dieser sind die Testbilder, die für die Messungen gebraucht werden, enthalten. Vorteil von Calman ist, dass man sich sogenannte "Workflows" selber programmieren kann, die individuell auf das jeweilige Aufgabengebiet abgestimmt sind. So wird nur das gemessen, was auch benötigt wird, das ist gut für effizientes, schnelles Arbeiten. So kann der "Display Basis Check" hervorragend in die Testarbeit eingebunden werden. Der Display Basic Check umfasst die folgenden Parameter:

  • Gamut (Farbraum)/Weißpunkt
  • Farbdecoding
  • Farbtemperatur
  • Gamma

Digital Video Essentials HD Basics

Zusätzlich kommen noch Testbilder zum Thema Bildhelligkeit (Pluge), Farbdecoding, Bildschärfe, Kontrast und Scaling von der DVE - HD Basics von Joe Kane Productions hinzu.

Grundkalbrierung

Pluge-Testbild

Schärfe und Overscan

Verwendung des ISF-Bildfeldes Expert 2. Die übrigen Bildfelder (außer Kino – dieses Bildfeld ist auch noch zu gebrauchen) sind bezüglich der Farbtemperatur zu kühl. Wir beginnen mit der Einstellung der Bildhelligkeit und nutzen dazu das PLUGE-Testbild. Die Grundeinstellung am Werk von 50 ist schon recht gut, man kann aber noch auf 51 anheben, auch dann ist der dritte „Unterschwarz“ Balken vom PLUGE-Testbild noch versteckt, ab 52 ist er sichtbar. Leider kann auch der LG seine Edge LED Hintergrundbeleuchtung nicht verleugnen und zeigt sichtbare Taschenlampen-Effekte. Der Schwarzwert ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Der Kontrast wird anhand der „Reverse Grey Ramps and Steps“ eingestellt. Hier haben wir an der Grundeinstellung des Kontrastes von 80 nichts verändert, da Clipping selbst im Überweiß nicht zu sehen ist, es wird sauber differenziert, nur im Unterschwarz-Bereich sieht man leichtes Clipping. Insgesamt eine tadellose Leistung. Da der LG über einen R-G-B only Modus verfügt, können wir auch das Testbild zum Farbdecoding nutzen. Das Farbdecoding ist ausgezeichnet , alle Primärfarben werden vom 55LM860 sauber decodiert – auch hier weiß der schicke Flachbildschirm zu überzeugen. Minimale Schwächen gibt es nur bei Rot, aber auch hier ist der LG besser als viele Konkurrenten. Beim Overscan-Testbild erkennen wir, dass am Werk die pixelgenaue Darstellung von FullHD-Material nicht aktiviert ist. Um dies zu ändern, muss im Menü „Bild“ lediglich das Format (Bildformat) auf „Just Scan“ gestellt werden. Die Bildschärfe kann trotz der Unterteilung in horizontaler und vertikaler Schärfeeinstellung nicht befriedigend justiert werden. Hier wäre eine bessere Unterteilung der Regler wünschenswert. Die Werkseinstellung von horizontaler und vertikaler Schärfe bei jeweils 10 erweist sich aber als relativ praxisgerecht. 

Messungen

Ordentlich, aber etwas warm

Auch hier gut zu erkennen

Gammakurve

Farbraum und Weißpunkt - beides ziemlich gut

Gamut Luminance

Beim Display Basic Check schneidet der LG ordentlich ab. Die Farbtemperatur wird recht konstant gehalten, ganz gleich, ob die Bildhelligkeit höher oder niedriger ist. Allerdings greift die Farbtemperaturregelung „warm“ dann doch etwas zu deutlich ein, die Farbtemperatur ist ein Stück unterhalb des Referenzpegels. Wer allerdings die Farbtemperatur anders einstellt, bekommt ein deutlich zu kaltes Bild. Im Sinne eines angenehmen Seh-Erlebnisses raten wir trotz allem zu „warm“. Kleine Schwächen scheinen bei der Bewertung des Gammas durch – der LG macht durch die Bank ein zu helles Bild. Die Helligkeit der Primär- und Sekundärfarben in Abhängigkeit des Referenz-Helligkeitspegels von Weiß zeigt bei Rot, Magenta und Gelb beinahe perfekte Werte, bei Blau und Cyan sind die Werte etwas zu dunkel. Der HD-Farbraum wird gut getroffen, Rot und Blau sind praktisch perfekt, Grün ist sehr gut, ebenso Gelb. Nicht ganz optimal sind Cyan und Magenta. Verbesserungspotential zeigt die RGB Balance.

3D-Bild, Blu-ray "Avatar", natives 3D-Material

Da der LG verschiedene Einstellungen für die 3D-Wiedergabe hat, haben wir den Nutzen der Parameter überprüft. Man kann die Tiefe der Bildwiedergabe von 0 bis 20 einstellen, der Maximalwert ist keinesfalls zu empfehlen. Der Standardwert von 10 ist ziemlich gut gewählt, hier bietet der LG einen plastischen, aber nicht übertrieb tiefen Bildeindruck. „3D Blickpunkt“ hat zur Aufgabe, die 3D Bilder entweder weiter weg zu platzieren oder näher heranzuholen. In der Praxis allerdings ist der Nutzen nicht allzu hoch. Die 3D-Farbkorrektur zeigt kaum Unterschiede, Farben werden im eingeschalteten Zustand etwas kräftiger wiedergegeben. Zu den genauen Bildeindrucken. Wir starten ab Filmbeginn und setzen die passiven Brillen auf – was einen flüssigen, flimmerfreien Bildeindruck garantiert, allerdings sind Schärfe und Detailtreue nicht so hoch, wie man es von FullHD-Bildern her kennt. Der Schwarzwert zu Beginn ist ordentlich, setzt aber keine Standards, der Flug über den Dschungel wird flüssig und mit prima Bildschärfe wiedergegeben. Einzelheiten an den Baumwipfeln sind gut zu erkennen. Als Jake Sully kurze Zeit später aus dem Cyroschlaf an Bord des Langstreckenraumschiffes erwacht, entsteht ein sehr ausgeprägter räumlicher Eindruck mit solider Objektplastizität, allerdings wird hier auch gleich der mit der Polarisationsbrille einher gehende Schärfe- und Detailverlust offenbar, Objektkanten und kleine Einzelheiten im oberen Frequenzbereich wirken nicht so scharf wie bei FullHD Bildern. Das Bild erscheint insgesamt recht ruhig, als ein Mitarbeiter schwerelos durchs Bild schwebt, tritt während der Bewegung nur leichtes Zittern aus. Dass auch Polarisationsbrillen-basierte TVs nicht völlig frei von Crosstalk sind, wird hier an einigen Kanten deutlich. In Kapitel 2 fährt der riesige Muldenkipper mit beinahe ruckelfreier Bewegungswiedergabe an Jake Sully vorbei, nur an der Oberseite der Kippmulde zittert der LKW leicht. Die Farbwiedergabe ist recht dynamisch und natürlich, Farben erscheinen etwas warm und es ist ein leichter Magentastich erkennbar. Helligkeitsverluste sind praktisch keine – sehr lobenswert. Vorzug des Polarisationsbrillen-Arbeitsprinzips ist auch die weitgehende Unempfindlichkeit gegenüber Kopfbewegungen, es gibt nur leichte Farbverfälschungen, wenn man den Kopf zur Seite neigt. In Kapitel 7, als der Helikopter mitten durch die wilde Landschaft Pandoras fliegt, hinterlässt der LG einen guten Eindruck und gefällt durch den stets stabilen Bildstand. Die flugsaurierähnlichen Wesen kommen mit akkurater Bewegungswiedergabe zum Ausdruck. Der vorhin angesprochene Detailverlust begrenzt sich erfreulicherweise auf die hinteren Bildebenen und auf Nahaufnahmen, bei Panoramaaufnahmen sind keine dramatischen Einschränkungen hinzunehmen. Landet der Helikopter, sieht man Detailverluste, auch in den dunklen Bildbereichen. Insgesamt zeigt der 55LM860V eine gute 3D-Performance, besonders dann, wenn man alle zusätzlichen Bewegung- und Bildoptimierer ausschaltet. 

Wandlung von 2D nach 3D, Fluch der Karibik 1, ab Filmbeginn

Als das Galionsschiff aus dem dichten Nebel auftaucht, wirkt das Bild recht plastisch und stabil, bis zu dem Zeitpunkt, als die Kamera direkt an der Galionsfigur am Bug vorbei fährt, dann tritt leichtes Bildzittern an der Figur und an der Holzreling auf. Anhand der kleinen Elizabeth werden Detailverluste zwar sichtbar, bleiben aber im erträglichen Maß. Elizabeths Kleid und auch die Taue des Schiffs werden noch mit ordentlicher Detaillierung wiedergegeben. Die Wandlung bietet eine gute Objektplastizität, verschiedene Bildebenen im Raum aber können nicht komplett voneinander unterschieden werden. Im 2. Kapitel nimmt Jack Sparrow Kurs auf Port Royal – die zur Warnung aufgehangenen Piraten-Skelette schweben frei im Raum und zeigen eine deutliche Ebenendifferenzierung zu den dahinter liegenden Felsen. Etwas problematischer ist die Kontrastdifferenzierung, hier werden die im Schatten liegenden Bereiche der Felsformationen nicht perfekt wiedergegeben – in allen Grundzügen aber sind sie zu erkennen. Bei der Hafeneinfahrt in Port Royal liegt rechts in Segelschiff, auf dem reges Treiben herrscht – die Seeleute darauf werden mit leicht unruhigen Umrissen wiedergegeben. Als die Kamerafahrt über die Festungsanlage beginnt, läuft diese flüssig ab, nur der Wachmann zittert leicht. Die Ebenenstaffelung bim Blick in den Innenhof kann als sehr gut bezeichnet werden, die Differenzierung gelingt tadellos, hier ist ein sichtbarer Zuwachs an Bildtiefe zu beobachten.

2D Blu-ray-Wiedergabe, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, ab Filmbeginn

Das Nagetier auf dem Erdhügel wird mit hoher Detailschärfe wiedergegeben, einzelne Haare des Fells können präzise erkannt werden. Als das Hot Rod durch die Wüste rast, zeigt sich ein schönes, weites visuelles Gesamtpanorama mit akkurater Tiefenstaffelung, sehr gut gefällt uns die Bewegungswiedergabe beim Armeefahrzeug-Konvoi. Die Farbgebung weist einen leicht warmen Touch auf, was man an den roten Sitzpolstern des Hot Rots beispielsweise erkennen kann. Als sich der Konvoi der AREA 51 nähert und die Ganoven sich Eintritt auf das Areal verschaffen, sind die unterschiedlichen Grüntöne der Uniformen prima zu unterscheiden. Als der Konvoi vor der Halle vorfährt, zeigt sich der Sand- und Betonboden sehr gut detailliert – das gilt auch für Indys Hut, der aus dem Kofferraum fällt. Als sich das riesige Hangartor öffnet, werden die dunkleren und helleren Bereiche in der weitläufigen Halle mit solider Durchzeichnung wiedergegeben. Auch in den dunkleren Bereichen ist eine ordentliche Detailwiedergabe zu beobachten. Auch in niedrigen IRE-Bereichen sind auf den Kisten die Schriften noch erkennbar.

DVD Upconversion Filmmaterial 576i auf 1080p, Star Wars Episode III, Kapitel 1+2

Der LG beginnt die Präsentation der dritten Episode der Star Wars-Saga mit einem guten Schwarzwert und Herausarbeitung der einzelnen Sterne im Weltall. Etwas Kritik müssen wir hier wieder an der ersichtlichen inhomogenen Helligkeitsverteilung üben, besonders im oberen Bereich sind Hot Spots zu sehen. Die Laufschrift hingegen läuft in kräftigem Gelb sehr ruhig nach hinten ab und wirkt aufgrund sehr geringfügiger Treppenstufenbildung an den Buchstaben scharf, leichtes Zittern an einzelnen Kanten bleibt zu sehen. Wellenbewegungen sind in keinem Bildbereich zu sehen, wenn auch die Schrift im hintreen Drittel ein wenig unruhiger wirkt, die Farbwiedergabe blasst leicht aus. Die obere Diagonale des Schiffes beim Schwenk auf den Zerstörer zittert kurz, dann steht das Schiff der Republik aber stabil und plastisch im Raum. Die beiden kleinen Raumjäger bleiben ihren Objektkanten treu und fliegen stabil über das Schiff hinweg. Die Kontrastdynamik am im Schatten liegenden Heckbereich wirkt ordentlich, wenn auch einige Details liegenbleiben und der heller Schimmer an der Turbine leicht überstrahlt. Die Bildruhe im folgenden Schlachtgetümmel bleibt auch trotz vieler schnell bewegter Objekte hoch und mindert nicht den insgesamt sehr guten Gesamteindruck. Rauschen ist stellenweise zu erkennen und nimmt der Präsentation etwas Kanten- und Detailschärfe. In den Nahaufnahmen ist dies weniger ausgeprägt und der LG überzeugt mit soliden Details in den Gesichtern und dem Cockpit. Die Farbwiedergabe wirkt mit leicht warmem Einschlag recht natürlich und authentisch.

DVD Upconversion Videomaterial 576i auf 1080p, AVEC Professional TEST DVD

  • Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Laufschriften werden recht ruhig, aber leicht unscharf vom LG wiedergegeben. Artefakte treten kaum auf, lediglich leichtes Kantenzittern tritt um die Buchstaben auf. Die Farbtrennung gelingt sehr gut.
  • Schwingendes Pendel: Das Pendel zeigt leichte Nachzieheffekte, ab der Mitte ist auch leichtes Ausbluten an den farbigen Balken zu sehen. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht recht stabil.
  • Stadtbild Esslingen: Das Bewegtbild Esslingen gefällt durch eine ruhige Darstellung und eine recht solide Durchzeichnung bis in die hinteren Bildbereiche. Kanten- und Detailschärfe könnte noch etwas höher liegen, ist aber schon recht gut. Die Kamerafahrt an der Mauerlinie und über die Hausdächer gelingt flüssig, an den Hausdächern ist Zeilenrauschen erkennbar. Insgesamt eine ordentliche, aber nicht überdurchschnittliche Performance.

Tuner DVB-S/C

Der LG 55LM860V bietet bei der Wiedergabe der öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste HD und ZDF HD in 720p ein sehr ruhiges und scharfes Bild. Die nativen HD-Inhalte erscheinen detailreich und dynamisch, auch der Bild-in-Bild-Kontrast ist sehr gut. Vereinzelt ist auch bei der HD-Darstellung noch Rauschen zu erkennen, besonders in dunkleren Bereichen wirkt dies ausgeprägter. Die Farben wirken recht dynamisch, bleiben aber natürlich. SD-Kanäle gelingen obligatorisch nicht so gut, Kanten- und Detailschärfe lassen nach und Bildrauschen ist ausgeprägter. Abgesehen von etwas Pixelwolkenbildung machen sich aber keine störenden Artefakte bemerkbar, das Bild wirkt relativ sauber und recht stabil.

Gaming

Beim Gaming überzeugt der LG mit satten, dynamischen Farben und flüssiger Bewegtdarstellungen bei flinken Kampfmanövern oder beim Rasen auf der Rennstrecke. Blitzschnelles Reaktionsvermögen beweist er bei Lenkeinschlägen und Bremsversuchen in letzter Sekunde. Ein spürbarer Input-Lag ist nicht vorhanden, das Panel reagiert ohne Verzögerung auf jegliche Eingabebefehle. Ein interessantes Features des LG TV's ist die Dual Play-Funktion. Ähnlich wie bei Philips steht mithilfe der 3D-Wiedergabe jedem Spieler (maximal 2) der komplette Bildschirm zur Verfügung und nicht nur - wie im Splitscreen-Modus - eine Hälfte. Dieses Feature funktioniert erstaunlich gut, der LG stellt den Spielern einen völlig autarken Bildschirm zur Verfügung. Es treten auch keine Interferenzen auf, das Bild wirkt ruhig und angenehm. Ein Manko gibt es lediglich für den unbeteiligten Zuschauer, der ohne Dual Play-Brille am TV-Display nichts erkennt.

Ton

Der LG bietet eine solide akustische Darstellung mit guten Ansätzen von Räumlichkeit und Dynamik. Nicht allzu hohen Anforderungen wie guter Sprachwiedergabe, Dialogverständlichkeit und ausreichender Pegelfestigkeit wird er gerecht. Bei der täglichen Soap, Nachrichtensendungen oder sprachlastigen Dokumentationen kann der TV problemlos eingesetzt werden. Auch beim Filmgenuss mit gemäßigtem Pegel kann er überzeugen. Ist hohe Dynamik, ausgeprägte Räumlichkeit und feine Detaillierung gefordert, reicht die Performance der integrierten Lautsprecherchassis nicht aus.

Konkurrenzvergleich
  • Sony KDL-55NX725: Beide TV-Geräte überzeugen visuell mit stabiler 24p-Wiedergabe, hoher Detailschärfe und einer soliden DVD-Upconversion. Auch im 3D-Betrieb überzeugt die Bewegungswiedergabe, der Sony hat natürlich etwas mit Helligkeitsverlusten zu kämpfen während der LG durch die Polfilter-Technik nicht ganz die Detailschärfe bieten kann. Multimedial schlägt der LG den Sony durch eine größere Formatauswahl im USB/DLNA-Betrieb, der Sony bietet auch Zugang ins freie Internet und ein integriertes WLAN-Modul. Die Helligkeitsverteilung ist bei beiden Geräten nicht optimal, auch externer Lichteinfall kann durch das verspiegelte Display Probleme bereiten.
  • Philips 55PFL6606K: Der 55-Zöller von Philips ist schon zum deutlich günstigeren Marktpreis erhältlich und bietet auch eine solide Blu-ray Wiedergabe sowie einen sehr guten integrierten HD Triple Tuner. Allerdings kann der Philips keinerlei native 3D-Inhalte wiedergeben oder 2D-Signale wandeln. Auch die DVD-Upconversion ist nicht so gut und die Menüführung nicht so durchschaubar. Die Verarbeitungsqualität ist auch beim Philips sehr gut, außerdem überzeugt er akustisch.
Fazit

Mit sauberer Verarbeitung, reichhaltiger Ausstattung und angenehmen Bild weiß der edle LG zu überzeugen. Die Funktionsvielfalt gerade im Multimedia-Bereich ist enorm - hier braucht man etwas Eingewöhnungszeit, um die verschiedenen Features nutzen zu können. Mittels der Magic Remote ist es nach der Eingewöhnungsphase dann möglich, rasch durch alle Menüs zu scrollen, besonders bei den Apps und Multimedia-Features ein Gewinn. Das 3D-Bild punktet mit insgesamt recht flüssiger Darstellung, LG zeigt, wie relaxed und angenehm man 3D-Inhalte betrachten kann, wenn auch bei Schärfe und Detaillierung leichte Abstriche in Kauf zu nehmen sind. Das 2D-Bild ist scharf und ebenfalls harmonisch, die 24p Wiedergabe ist gut, nur selten tritt leichtes Bildzittern aus. Im Display Basic Check ist das Gamma noch zu optimieren, der HD-Farbraum und der Weißpunkt werden dagegen überzeugend getroffen. Die DVD-Upconversion überzeugt mit ausgezeichneter Bildstabilität und Farbwiedergabe, auch Kanten- und Detailschärfe ist solide, stellenweise tritt aber etwas Rauschen auf. Das Menü ist problemlos durchschaubar und weist umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten auf.

Schlanker 55-Zöller im neuen Design mit flexibler Funktionsvielfalt und innovativer Bedienung

Flachbildschirme über 50 Zoll Oberklasse
Test 26. April 2012

+ Hohe Plastizität
+ Entspanntes 3D-Sehen
+ Gute Durchzeichnung hinterer Bildebenen 3D
+ Umfangreiche Formatvielfalt
+ Solide DVD-Upconversion
+ Integriertes WLAN-Modul
+ Dual Play
+ Innovative Bedienung

- Inhomogene Helligkeitsverteilung
- Detailschärfe im 3D stellenweise etwas zurückgenommen

Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Messungen: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26.04.2012

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