TEST: Klipsch Image S4i - Leistungsstarker In-Ear-Kopfhörer

01.02.2012 (cr/phk)

Einführung

Der Klipsch Image S4i In-Ear Kopfhörer mit Mikrofon ist direkt auf iPod, iPhone oder iPad zugeschnitten und soll akustische Höchstleistungen sowie tollen Tragekomfort garantieren. Für die optimale Anpassung an das jeweilige Ohr liegen drei verschiedene Ohrpolster-Größen bei. Das Mikrofon mit integrierter Steuerungsfunktionalität für iPod/iPhone/iPad sorgt für problemlose Gesprächsannahme und gute Sprachverständlichkeit. Auch Umgebungsgeräusche werden durch den S4i reduziert. Der schicke In-Ear-Hörer ist in schwarz und weiß zu einer UVP von 99 EUR erhältlich.

Technische Daten
  • Zubehör: In-Ear Adapter in 3 verschiedenen Größen, Tasche, Clip
    Design: Dynamic Moving Coil Micro Speaker
    Abmessungen: 8,5mm Durchmesser
    Treiber: Full range KG 25
    Übertragungsbereich: 10Hz - 19kHz
    Impedanz: 18 Ohm
    Anschluss: 3,5mm Headphone Jack
    Geräuschdämmung: -16
    Sensitivity: 110dB SPL/mW
    Gewicht: 11,9 g

Verarbeitung, Technik, Funktionalität

Beide In-Ear-Headphones

Einzeln

Mikrofon- und Steuerungseinheit

3,5mm Headphone Jack

Kleine Tragedose

Geöffnet

Zubehör

Klipsch vertraut in seine Qualität – 24 Monate Garantie gibt es für den Klipsch S4i, der auch wirklich hinsichtlich der Verarbeitung einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Die In-Ears wirken recht filigran, sind aber durchaus robust, die Kabel haben, damit es nicht zu unnötigen Defekten kommt, eine Zugentlastung. Die Kopfhörer sitzen angenehm leicht und nicht zu gepresst im Ohr, das Material der Ohrstücke überzeugt auch bei längerem Tragen und drückt nicht. Angeblich werden Umgebungsgeräusche effektiv verringert, das klappt in der Praxis erstaunlich gut. Der Frequenzgang der kleinen In-Ears wird von Klipsch mit 10 Hz bis 110 Hz angegeben, die Empfindlichkeit liegt bei 110 dB und die Impedanz beträgt 18 Ohm (1 kHz). Für verschiedene Apple-Produkte gibt es Musik- und Sprachkontrolle mittels der Kabelfernbedienung, und mit dem iPhone 4S funktioniert alles hervorragend. Die Musikwiedergabe wird beim Anruf unterbrochen, während des Telefonats lassen sich nur positive Dinge über den S4i sagen: Am anderen Ende der Leitung ist man voll des Lobes über die sehr gute Stimmverständlichkeit, und auch man selbst kann nicht klagen und versteht den Anrufer ausgezeichnet. Sogar eine hallige Klangkulisse am Ort, an dem sich der Anrufer aufhält, hindert den S4i nicht, eine tadellose Stimmwiedergabe zu präsentieren. Auch die Funktionalität der Kabelfernbedienung im Musikbetrieb ist ohne Fehl und Tadel. Die obere und die untere Tasten regeln zuverlässig die Lautstärke, drückt man die mittlere Taste einmal, dann stoppt die Wiedergabe und setzt bei wiederholtem Tastendruck an der gleichen Stelle wieder ein. Drückt man die mittlere Taste zweimal in kurzem Abstand, wird das nächste Lied angewählt. Drückt man die Taste in der Mitte einmal lang, fragt beim iPhone 4S Siri, was sie denn tu könnte. Drückt man dann wieder, wird die Musikwiedergabe fortgesetzt.

Klang

Klipsch verspricht einen tiefen und kräftigen Bass – also haben wir nachgeprüft, ob dies wirklich stimmt. Beim Maurizio Gubellini Remix des Global Deejays Featuring Technotronic-Titels „Get Up“ zeigt der S4i gleich, dass hier keinesfalls nur talentierte Werbetexter am Start waren, sondern dass dieser Kopfhörer im Bassbereich zum besten gehört, was wir in dieser Preisklasse bislang gehört haben: Souverän, kontrolliert, kraftvoll, lebendig – kurzum, hervorragend. Die Grobdynamik im Gesamten ist auch rekordverdächtig, der Klipsch lässt manches deutlich teurere Produkt einfach stehen. Die klare Stimmwiedergabe, die nie aggressiv oder schrill wird, vervollständigt zusammen mit der enormen Verzerrungsarmut und der über Preisklassenschnitt liegenden Pegelfestigkeit unsere Eindrücke. Bei „Russia Privjet“ von Basshunter – Nomen est Omen – fühlt sich der S4i erneut voll in seinem Element. Der Bass ist raumfüllend, gleichzeitig aber klar und jederzeit ausgezeichnet zu orten. Die vokalen Anteile kommen ebenfalls gut heraus, wenngleich sich schon eine leichte „Badewanne“ feststellen lässt, wobei die Ausformung im Hochtonbereich kaum vorhanden ist, aber der S4i liebt schon den Bassbereich über alles und gibt einfach gern Gas. Grobdynamik und Räumlichkeit sind ebenfalls auf ausgezeichnetem Level. Heavy Metal – wie „Wish I had an Angel“ von Nightwish – mag der Klipsch-Kopfhörer ebenfalls richtig gern. Hier wird die Frauenstimme zwar leicht zurückgenommen wiedergegeben, im Detail aber ist die vokale Ausformung sehr gut gelungen. Zudem dröhnt der energiegeladene Song selbst bei hohem Pegel nicht, sondern wird ohne störende Hallbeimengung und nahezu ohne Verzerrungen wiedergegeben. Die E-Gitarre klingt fetzig und man merkt, dass sie mit Verve und Engagement gespielt wird. Der sensible Anfang von „The Howling“ (Within Temptation“ wird rasch, nach einem krassen Dynamiksprung, von Kraft, Energie und Nachdruck abgelöst. Diesen Sprung schafft der S4i bravourös und bringt die Stimme, obwohl erneut minimal abgeschwächt, gut zum Ausdruck. Der virtuelle Raumeindruck ist hervorragend, die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist auch bei hohem Pegel stets tadellos.

Wie sieht es mit langsameren, gefühlvollen Titeln wie „Take My Breath Away“ von Berlin aus? Nach der Show, die der S4i uns bislang geboten hat, waren wir sehr neugierig. Und auch hier enttäuscht der talentierte Kopfhörer nicht – er agiert impulstreu und schafft es durch die erneut herausragende Basswiedergabe, ein solides Fundament zu setzen, das aber nicht zu aufdringlich erscheint und somit nicht störend ist. Die Räumlichkeit begeistert auch hier, und was wir ebenso beeindruckend finden: Der S4i rauscht nicht und leistet sich bei diesem Stück wiederum keine Verzerrungen. Nun geben wir wieder Gas „You Spin Me Round“ von Dead Or Alive liegt dem S4i ohne Einschränkungen. Sehr schön ist, dass es kein störendes Dröhnen im unteren Hochtonbereich gibt, dieses verhagelt sonst guten In-Ears oftmals die Testbilanz, ebenso wie schrille Elemente. Der S4i spielt einfach nur satt und souverän – genauso verdient man sich Bestnoten. Der Aufbau des Liedes ist jederzeit klar nachvollziehbar und dynamisch. Selbst Andrea Bocellis „L’Attesa“ wirkt nicht aufgesetzt und oberflächlich, sondern besitzt Tiefenwirkung, auch bedingt durch die überraschend kultivierte sowie detailreiche Stimmwiedergabe – der leicht warme Einschlag wird von uns als außerordentlich gelungen für lange Hörsessions bei höherem Pegel empfunden. Der Aufbau des schönen Songs kommt gut heraus, wenngleich im akustischen Hintergrund natürlich Details fehlen – dies wird der sehr versierte Hörer auch rasch bemerken. Alle anderen freuen sich am lebendigen, mitreißenden Klang, der einfach Spaß macht. Der Auftakt von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ klingt vielleicht nicht so neutral und transparent, wie sich das der sehr anspruchsvolle Klassikhörer wünscht – aber angenehm, homogen, räumlich und lebendig ist der Klang auf jeden Fall, der Klipsch produziert „Klassik für Jedermann/Frau“ – die Hörfreude gerade für den normalen „Alltagshörer“ ist stets gegeben. Die Streicher kommen prima heraus, ihnen fehlt auch bei höherem Pegel jedes Grelle oder Spitze. Dynamiksprünge werden sicher erkannt und impulstreu umgesetzt.

Fazit

Der Klipsch S4i brilliert im Test ohne Einschränkung und sichert sich verdient unser Referenz-Prädikat. Er ist pegelfest, dynamisch, impulstreu und liefert einen enorm angenehmen, aber nie langweiligen Klang. Hinzu kommt die ausgezeichnete Verarbeitung und das perfekte Zusammenspiel mit dem iPhone 4S. Der Preis ist sehr fair, da kann man nur sagen: Große Kaufempfehlung. 

Leistungsfähiger In-Ear-Kopfhörer mit Steuerungsfunktionalität zum fairen Preis

Kopfhörer In-Ear obere Mittelklasse
Test 01. Februar 2012

+ Pegelfest
+ Sehr dynamisch
+ Angenehmer, kraftvoller Klang
+ Herausragender Bassbereich mit tollem Tiefgang
+ Saubere Verarbeitung
+ Hohe Funktionalität zusammen mit dem iPhone
+ Fairer Preis
+ Ausgezeichneter Tragekomfort

- nicht unbedingt für analytisch ausgerichtete Hörer geeignet

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 01.02.2012

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