TEST: Klipsch Image S4A - In-Ear-Headphones mit hohem Spaßfaktor

06.03.2012 (phk/sw)

Einführung

Der Klipsch S4a ist ein In-Ear-Kopfhörer in elegantem Design in Klavierlack schwarz mit silbernen Akzenten. Die patentierten Ohrstöpsel aus weichem, flexiblem Material passen sich dem menschlichen Gehörgang an und sorgen für einen komfortablen Sitz bei langer Tragedauer und verfügen über eine ausgezeichnete Geräuschdämmung dank sehr guter akustischer Abschirmung. Sein dual-magnet-mikro-Lautsprecher verfügt über einen großen Frequenzbereich und damit hoher Dynamik und einer überzeugend realistischen Klangwiedergabe. Eine vollständige Steuerung von Android Handys ab Version 2.2 von Musik und Telefonanrufen gelingt mit der 1-Knopf-Bedienung am Kopfhörerkabel, auch das Mikrofon ist hier integriert. Um eine mühelose Aufbewahrung und einen bequemen Transport des S4a gewährleisten zu können liegt eine Aufbewahrungstasche bei und das Kabel ist verwickelfrei. Die Klipsch Image S4A sind für 99 EUR UVP erhältlich.

Technische Daten
  • Treiberdesign: Elektrodynamischer Mikro-Lautsprecher
    Treiberkomponenten: Full Range KG 15
    Durchmesser: 8,5 mm
    Frequenzgang: 10 Hz-19 kHz
    Empfindlichkeit: 110 dB SPL/mW
    Impedanz: 18 Ohm
    Geräuschdämmung: -16
    Eingangsanschluss: 3,5 mm

Verarbeitung, Technik, Funktionalität

Einzelner In-Ear Kopfhörer

seitliche Ansicht

ohne Ohrstöpsel

Ansicht von oben

Klinkenstecker

1-Klick-Fernbedienung

Gesamtansicht

Die Image S4A sind das Android-Pendant zu den iPod/iPhone-Kopfhörern S4i und befinden sich im identischen Preisniveau. Auch die Verarbeitungsgüte scheint sehr ähnlich. Schwarz mit silbernen Akzenten ist die optische Aufmachung recht schick. Das Kabel sitzt fest an den Ohrhörern und verfügt über ausreichende Länge. Etwa auf Mundhöhe, am rechten Ohrhörer angebracht, ist die 1-Knopf-Bedienung mit Mikrofon. Die In-Ears sitzen angenehm im Ohr und bieten guten Tragekomfort auch über längere Zeit hinweg. Gleich bemerkbar macht sich auch die ausgezeichnete Geräuschabschirmung, besonders unterwegs zeichnet diese sich positiv. Die Sprachverständlichkeit bei Anrufen mit dem Headset ist hervorragend, auch das Mikrofon leistet gute Dienste. Es ist kaum ein Unterschied zum Telefonieren ohne Headset spürbar. Besonders in lauter Umgebung erweist sich das S4A durch die Geräuschdimmung als sehr nützlich. Wer die Telefon- und Musiksteuerung mit den Klipsch Image S4A genießen möchte, muss sich zunächst aus dem Android Market die kostenlose Klipsch-App "Klipsch Control" herunterladen.

Klipsch Control App und Hilfetexte

Einstellungen

Lautstärke- und Klick-Settings

Startet man die Klipsch Control-App kann zunächst einmal ausgewählt werden, ob man die Headset-Steuerung überhaupt aktivieren möchte. Ein Klick auf das Fragezeichen im unteren Bereich öffnet unterstützende Hilfetexte. Diese sind knapp ausgeführt und ausschließlich auf Englisch, Probleme bei der Bedienung sollte es aber keine geben. In den "General Settings" wird die Standard-Musik-App ausgewählt und ob beim Anstecken des Headsets automatisch eine Applikation gestartet werden soll, der jeweilige Musik-Player erscheint hier sinnvoll. Bei den Lautstärke-Einstellungen wird die Standard-Lautstärke beim Anstecken des Headsets ausgewählt sowie verschiedene Lautstärke-Settings fürs Musik hören oder Telefonieren festgelegt. Die "Button Settings" legen das Verhalten beim Knopfdruck der 1-Klick-Fernbedienung fest. Grundsätzlich spricht das Handy auf einen Einfach-Klick, Doppel-Klick und Dreifach-Klick sowie Halten der Taste an und es können verschiedene Funktionen wie "Play/Pause", "Nächster Titel", "Vorheriger Titel", etc. festgelegt werden. Anfangs erkannte das Gerät nicht sofort einen Doppel- oder Dreifachklick. Es ist sinnvoll "Configure Button Click Speed" einmal auszuführen, um das Gerät an die eigene Klick-Geschwindigkeit anzupassen. Grundsätzlich fanden wir die 3-Klick-Fernbedienung der Klipsch Image S4i etwas komfortabler, nach etwas Übung kommt man aber auch mit dieser gut zurecht.

Klang

Die amerikanische Lautsprecher- (und Kopfhörer) Schmiede Klipsch ist nicht umsonst für Werbeslogans wie "Boxen für Männer" bekannt. Die Amerikaner stehen seit jeher für gnadenlose Grobdynamik, hohe Pegelfestigkeit und kraftvolle Tieftonwiedergabe. Der Image S4A soll diesen Tugenden gerecht werden und besonders in den tieferen Frequenzregionen Konkurrenten in den Schatten stellen. Da auch wir der eher basslastigen elektronischen Musik nicht abgeneigt sind, ist unser Interesse schnell geweckt. Gleich in der ersten Testsequenz muss sich der S4A den Basstiraden aus dem Synthi von Orhan Terzi, besser bekannt als DJ Quicksilver, stellen. Nach den ersten Sekunden des Club Mixes von Free ist unsere Begeisterung kaum zu bändigen, hier wird - für einen In-Ear dieser Preisklasse - eine rekordverdächtige Performance geboten. Enorm tief und kraftvoll spielt der kleine Kopfhörer auf. Klar muss man anmerken, dass der Spaß hier definitiv im Vordergrund steht. Dem feingeistigen Hörer wird hier definitiv etwas zu dick aufgetragen, so dass das letzte Quäntchen Präzision außen vor bleibt. Kraft, Volumen und Tiefgang sind aber enorm und machen vor allem eines - sehr viel Spaß. Unterstützt wird der lebendige Sound von ausgezeichneter Grobdynamik. Der Hochtonbereich ist klar, wird aber nie aggressiv und spitz. Die Stimmwiedergabe ist sauber und charakteristisch, die Mitten können aber wohl als kleiner Schwachpunkt der S4A ausgemacht werden. Sie wirken leicht unterrepräsentiert, oben- und untenrum zeigt der Klipsch aber klare Stärke.

Beinahe ebenso wohl fühlt sich der Klipsch Image Kopfhörer im Heavy-Bereich. Bei Speed- und Power-Metal der 1984 gegründeten Band "Blind Guardian" darf sich der S4A an Gitarrensolos und Double-Bass-Tiraden versuchen. Sofort legt der S4A mit hoher Geschwindigkeit und Lebendigkeit los. Wir meinen: wer hier die Füße stillhalten kann, dem fehlt es am Gemüt für Musik. Tief- und Hochtonbereich bieten ausgezeichnete Dynamik und werden sauber durchdifferenziert. Bei den Mitten erscheint die Instrumentaldifferenzierung nicht ganz so einfach, dennoch wird ein geschlossenes Klangbild und eine sehr gute Vokalcharakteristik geboten. Es muss nicht verschwiegen werden, dass Anhänger der Heavy-Kultur auch gerne mal etwas lauter hören. Dies ist mit dem Image S4A problemlos möglich. Der In-Ear bleibt trotz hohem Pegel stets souverän und zeigt nur in ganz seltenen Fällen leichte Verzerrungen. Selbst bei kraftvollen Bass-Schlägen ist keine Überforderung bemerkbar. Wir können es nur wieder betonen, der S4A macht einfach mächtig Spass. Die Double-Bass Einlagen bei "Mirror Mirror" reißen einen beinahe mit, die hohe Dynamik und tolle Räumlichkeit tut ihr übriges.

Nach den Musikeinlagen der härteren Gangart wird es "swingig". Der Klipsch Image S4A muss sich an Robbie Williams - Swing when you're winning beweisen. Auch hier zeichnet den Klipsch ein hoher Spaßfaktor aus, wenn ihm auch die elektronische Musik sowie die schnellen Heavy-Lieder doch etwas besser liegen. Der S4A legt ein ausgezeichnetes Tieftonfundament und schmückt die Blechbläser schön aus, die Vokalstimme von Robbie Williams kennen wir aber etwas charakteristischer und feiner. Auch hier begeistert eine ausgezeichnete Räumlichkeit und Staffelung der verschiedenen Instrumente. Mitten- und Hochtonbereich zeigt einen leicht warmen Einschlag, der aber nicht unbedingt störend wirkt und besonders längeren Hör-Sessions zuträglich ist. Legt die Big Band richtig los und eine Vielzahl von Instrumenten spielen gleichzeitig, gehen natürlich feine Details und einzelne Ausprägungen leichter verloren. Dennoch bietet der Klipsch auch in diesem Genre eine lebendige, weitläufige und dynamische Kulisse, die einfach Spaß beim Hören bringt, wenn auch die Vokalcharakteristik und jedes feine Detail vollends erfasst wird. Mit ähnlicher Performance präsentiert uns der Klipsch die Klänge der 60er, als wir die "Alternative 60s - from Woodstock to Vietnam" herausholen. Hier ist auch nicht bei jedem Track die Aufnahme-Qualität auf höchstem Niveau, so ist manches Rauschen auch auf das Recording zurückzuführen. Bei Bob Dylans Masters of War kann aber die Gitarre im Hintergrund und die charakteristische Stimme des US-Amerikaners aus Minnesota überzeugen. Sehr gut gefällt Schlagwerk und Tieftonfundament bei Simon and Garfunkels "America", die gesamte Kulisse wirkt sehr räumlich und voluminös. Der Klipsch Image S4A besitzt eindeutig seine Stärke in Grobdynamik und Tieftonwiedergabe, aufgrunddessen er bei elektronischer Musik und Heavy eine sehr lebendige Performance mit hohem Spaßfaktor bietet. Mit leichten Einschränkungen erweist er sich aber auch bei anderen Musikgenres als treuer Begleiter und sticht absolut problemlos jegliches, einem Smartphone beiliegendes Headset, aus.

Fazit

Der Klipsch Image S4A liefert während des Testbetriebes glänzende Leistungen und bietet für einen In-Ear-Kopfhörer dieser Preisklasse exzellente akustische Performance. Ganz klar steht mit dem S4A der Spaß im Vordergrund: ausgezeichnete Grobdynamik, Pegelfestigkeit und eine satte Tieftonwiedergabe sorgen für ein lebendiges und schwungvolles Klangerlebnis. In Kombination mit einem Android-Smartphone können die Klipsch Kopfhörer als Headset mit sehr guter Sprachverständlichkeit punkten. Auch die Bedienung mit der 1-Klick-Fernbedienung funktioniert recht gut, wenn auch die Fernbedienung der S4i mit 3 Knöpfen etwas einfacher und komfortabler zu bedienen ist. Wer mobil sein möchte und sein Smartphone öfter mal als Musik-Player verwendet sollte beiliegende Headsets getrost links liegen lassen, die Investition von etwa 100 EUR ist bereits nach den ersten Klängen aus den Klipsch-Hörern verschmerzt. Auch das Android-Pendant verdient sich unser Referenz-Prädikat.

In-Ear-Kopfhörer für Android-Smartphones mit ausgezeichneter Akustik und hohem Spaßfaktor

Kopfhörer In-Ear obere Mittelklasse
Test 06. März 2012

+ Hoher Spaßfaktor
+ Ausgezeichnete Grobdynamik
+ Pegelfestigkeit
+ Kaum Verzerrungen
+ Lebendiger, kraftvoller Sound
+ Tragekomfort
+ Gute Sprachverständlichkeit

- nur 1-Klick-Fernbedienung
- nicht für feingeistige Hörer ausgelegt

Test: Philipp Kind
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 06.03.2012

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