TEST: Kenwood Mini-Stereo-System K-531 mit Bluetooth und USB-Recording

21.09.2012 (cr/sw)

Einführung

Für 399 EUR ist die brandneue Kenwood Kompakt-Stereoanlage K-531 mit Bluetooth Audio-Streaming ab Oktober erhältlich. Besonderes Kennzeichen ist der Vorverstärkerausgang für den aktiven Subwoofer, auf der Oberseite des Gehäuses ist zudem ein Dock für iPhone und iPod eingelassen. Praktisch ist: Man kann digitale Aufnahmen von CD, Tuner und analogen Quellen auf USB-Sticks im MP3-Format vornehmen. Möglich sind SQ mit 128 kbit/s und HQ mit 192 kbit/s. Der eingebaute Digitalverstärker leistet 2 x 40 Watt. Die mitgelieferten LS-531-B Zweiwege-Lautsprecher weisen 110 mm Tieftöner und 25 mm Hochtöner auf. Sie arbeiten nach dem Bassreflexprinzip. 

Verarbeitung

Detailverarbeitung

CD-Lade

Beleuchtete Bedienelemente

Attraktiv gestalteter, großer Lautstärkeregler

Fernbedienung

Lautsprecher

Rückseite

Hochtöner

Tief-/Mitteltöner

Metallbolzen fürs LS-Schutzgitter

Bassreflex-Öffnung

Klemmanschlüsse bei den Lautsprechern, in diesen Preisregionen an der Tagesordnung

Die kleine Kenwood-Anlage sieht richtig gut aus, gerade dann, wenn sie in Betrieb ist. In tiefem Königsblau leuchten die Bedienelemente oben auf der Frontblende. Die Bedienelemente sehen aber nicht nur gut aus, sondern reagieren auch vorbildlich auf gegebene Befehle. Auch das Öffnen der Disc-Lade geht sofort nach Geben des Befehls über die Bühne. Das Laufwerk liest CD-Medien rasch ein und verursacht während des Einlesevorgangs nur eine geringe Geräuschkulisse. Anstatt billiger Gumminippel baut Kenwood vier richtige kleine Füße unter das Gerät. Auch das Punktmatrixdisplay ist alles andere als ärmlich, es löst prima auf und ist auch aus der Distanz prima ablesbar. Die mitgelieferte Fernbedienung fällt im Vergleich zum Hauptgerät etwas ab, man kann sie in Anbetracht der Preisklasse als gerade noch angemessen bezeichnen. Die Bedienung mit ihr läuft allerdings recht einfach ab, es gibt nicht zu viele Tasten, teilweise heben sich die Funktionselemente auch gut von der schwarzen Gehäusefarbe ab. Die mitgelieferten Regallautsprecher sind prima verarbeitet, zieht man die Preisklasse mit ins Kalkül. Solide verschraubt präsentieren sich die Chassis, die Gehäuse-Ecken sind zwar etwas spitz, aber die Oberflächenfolierung macht einen guten Eindruck. Die Frontgitter sind faltenfrei mit Stoff bezogen, Metallbolzen an der Schallwand sorgen für stabilen Halt. 

Anschlüsse

Dock und USB-Anschluss

Kopfhörerausgang vorn

Rückseite

Neben dem Dock für iPod und iPhone findet sich auf der Geräteoberseite noch ein USB-Terminal. Vorn auf der Frontblende gibt es einen 3,5 mm Kopfhöreranschluss. Hinten gibt es optischen und koaxialen Digitaleingang, einen 3,5 mm Miniklinken-Audioeingang, einen 2-Kanal-Cinch-Stereo-Eingang und einen 2-Kanal-Cinch-Stereo-REC-Ausgang. 

Funktionen

Bluetooth-Pairing

Das Bluetooth-Pairing funktionierte mit unserem HTC Velocity absolut problemlos: Beim Smartphone einfach die Bluetooth-Funktion aktivieren, das Velocity sichtbar machen und dann einen Gerätescan durchführen. Beim Kenwood Stereoreceiver muss man die Bluetooth-Taste rechts am Gerät so lange drücken, bis „Pairing“ im gut ablesbaren Gerätedisplay steht. Schon nach kurzer Zeit vermeldet das Kenwood-Display dann „Success“. Die Bluetooth-Datenübertragung funktioniert problemlos und ohne Aussetzer. 

USB-Aufnahme

Wenn man z.B. Songs von einer CD aufnehmen möchte, legt man einfach die CD in die Disclade ein – selbst dann, wenn die CD sofort mit der Wiedergabe beginnt, startet der aktuelle Song von vorn, drückt man die „USB REC“Q-Taste, rot gekennzeichnet, auf der Fernbedienung. Nach dem der Song zu Ende ist, erscheint kurz der Schriftzug „writing“ im Display, dann ist die Tat vollbracht. Nachdem wir den USB-Stick aus dem Kenwood-System entfernt haben, machen wir die Probe aufs Exempel: Wir schließen den Stick an einen freien USB-Anschluss am PC an, und tatsächlich wird die aufgenommene Datei anstandslos wiedergegeben. Informationen zu Titelnamen, Interpreten etc. fehlen allerdings gänzlich. Die Aufnahmequalität kann man folgendermaßen ändern: Nachdem die Eingangsquelle gewählt ist (CD, Audio In oder Tuner), wird die Mode-Taste gedrückt. Mit der linken und rechten Pfeiltaste ist nun die Navigation möglich, dann kann man das Recording-Format im Unterpunkt „REC Format“ ändern. Wie eingangs beschrieben, stehen SQ (128 kbit/s) oder HQ (192 kbit/s) zur Verfügung. 

iPod/iPhone-Dock

Unser iPhone 4S wurde direkt nach Einsetzen ins Dock erkannt. Innerhalb einer Wiedergabeliste kann man vor- und zurückspringen die Titel betreffend. Die im Display angezeigten Informationen zum laufenden Titel können durch Drücken der Display-Taste auf der Fernbedienung verändert werden: Verflossene Spielzeit, dann Trackname, anschließend Interpretenname, dann Albumname, und letzten Endes Tag und Uhrzeit. 

Klangregelfunktionen

Bei der K-531 können nicht nur Höhen und Bass, sondern auch die Mitten eingestellt werden. Für alle drei Frequenzbereiche gibt es entsprechende Möglichkeiten nach Drücken der „Tone“ Taste auf der Fernbedienung (Regelbereich -8 bis +8). Auch noch verfügbar ist der „Sound Enhancer“. 
Der Convolution Equalizer (CONEQ) erscheint, nachdem man zunächst die „Mode“-Taste drückt und dann zum entsprechenden Unterpunkt navigiert (links/rechts-Taste im Navigationskreuz). Es stehen drei CONEQ Modi zur Auswahl.Modus 1 ist für Räume mit normaler akustischer Umgebung gedacht. Modus 2 ist für Räume, die eher akustisch tot sind (viele Möbel, Vorhänge, Teppichboden etc), und Modus 3 ist für akustisch sehr lebendige Räume (z.B. mit nacktem Beton, Steinboden, viel Glasflächen etc. Mit an Bord ist auch Supreme EX. Der Modus ist aktivierbar, wenn „CD“, „D-IN“, „iPod“ oder „USB“ gewählt ist, also bei allen digital anliegenden Signalen. Supreme EX verbessert die Klanggüte von Dateien, deren Samplingfrequenz unterhalb von 48 kHz liegt. Die Sound-Einstellmöglichkeiten werden von der in 10 Stufen schaltbaren D-Bass-Funktion zur Bassverstärkung vollendet. 

Klang

Beim Euro 2012-Hit „Endless Summer“ von Oceana zeigt die kleine Kenwood-Anlage, dass sie einen kleineren bis mittelgroßen Hörraum durchaus gelungen beschallen kann. Der Sound ist lebendig und frisch, mit prima Stimmwiedergabe, zudem sind Stimme und instrumentale Anteile sauber voneinander getrennt. Natürlich darf man gerade im Bassbereich keine Wunder erwarten, aber die K-531 produziert zwar leichten Hall, aber dafür auch wahrnehmbaren Bass. Der D-Bass-Regler darf allerdings kaum über Stellung „3“ gesetzt werden. Bei „Rocket“ (Goldfrapp, Remix von Tiesto) gibt die kleine Anlage erneut richtig Gas. Nur mit dem Tiefbassbereich ist es erwartungsgemäß nicht einfach, wer hier mehr möchte, geht aber einen einfachen, praxisgerechten Weg: Hinten am Anschlussterminal findet sich die direkte Möglichkeit, einen aktiven Basslautsprecher einzubinden. Da man ordentliche aktive Subwoofer schon für ca. 150 EUR bekommen kann, ist es auch nicht sonderlich teuer, hier noch etwas aufzurüsten. Für die „Studentenbude“ , das heimische Schlafzimmer oder die Ferienwohnung reicht aber das Gebotene auch schon ohne zusätzlichen Bassisten aus. Die Vocals sind klar und lösen sich sogar in Ansätzen vom Lautsprecher, die Grobdynamik ist richtig gut. Sehr gefällig auch die Wiedergabe des DJ Antoine Titels „Welcome To St. Tropez“: Hier überzeugt auch der Bassbereich mit einer erstaunlichen Nachdrücklichkeit, die Effekte verteilen sich sauber ausbalanciert im Hörraum. Der 90er Jahre Techno-Hit „I Have A Dream“ von DJ Quicksilver wird trotz des harten Kickbasses prima von der K-531 getroffen. Nachdrücklich und erneut richtig lebendig, wird hier ein tadelloser Hörspass geboten. Der 80er Jahre Alphaville-Song „Sounds Like A Melody“ hat durchaus Kraft und Nachdruck, allerdings ist das der Aufnahme zugrunde liegende Master qualitativ eher wenig hochwertig. „L’Attesa“ von Andrea Bocelli weist ebenfalls eine deutlich bessere Güte auf, als wir spontan erwartet hätten. Die Stimme des berühmten italienischen Sängers hat Kontur, und sogar Schmelz ist in gewissem Umfang heraus zu hören. Der Hochtonbereich wirkt aufgeräumt und bietet eine gute Durchhörbarkeit. Insgesamt können wir der K-531 aus akustischer Sicht eine Empfehlung aussprechen, denn eklatante Schwächen suchen wir bei der schicken kleinen Anlage vergeblich. 

Fazit

Die K-531 ist in unseren Augen überdurchschnittlich gut gelungen, denn das Einzige, wo sie Zurückhaltung beweist, ist erfreulicherweise der Kaufpreis. Ansonsten bietet die kleine Anlage von allem reichlich, dies fängt bereits bei der Ausstattung an. So gibt es nicht nur zahlreiche Systeme zur Klangverbesserung, sondern auch die Möglichkeit, von verschiedenen Quellen auf einen USB-Stick aufzuzeichnen. Dies hat in unseren Testreihen sehr gut geklappt. Auch verfügt die Kenwood-Anlage über Bluetooth Audio-Streaming, auch dies funktioniert absolut problemlos. Ein Dock für iPhone und iPod ist nicht separat mitgeliefert, sondern praktischerweise gleich auf dem Stereoreceiver untergebracht – sozusagen „On Top“. Die Bedienung ist bilanzierend einfach, der Klang überraschend gut – so dass man für die K-531 letzten Endes eine dicke Kaufempfehlung aussprechen kann. 

Fairer Preis, tadelloser Klang, sinnvolle Ausstattung - so baut man heute Mino-Stereosysteme

Stereo-Mini-System untere Mittelklasse
Test 21. September 2012

+ Akustik sehr gut gelungen
+ Stabile Signalübertragung im Bluetooth-Betrieb
+ Sehr gute Ausstattung
+ Prima Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

- Fernbedienung wirkt nicht sehr hochwertig

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 21.09.2012

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