TEST: Kenwood C-BX3 - elegantes Tonmöbel für iPod/iPhone mit 60 Watt Leistung
17.10.2012 (cr/sw)

C-BX3 für 399 EUR

Rückseite - hier kann man im Standfuß auch gleich
sonst optisch störende Kabel unterbringen

Fernbedienung im Scheckkartenformat
Einführung
399 EUR kostet das Kenwood C-BX3, ein Klangmöbel für Apples iPod oder
iPhone. Das leistungsstarke Audiosystem kommt auf einem Standfuß sehr elegant
daher und weist eine integrierte, ausfahrbare Dockingstation auf. Es finden sich
zudem zwei Digitaleingänge (1 x koaxial, 1 x optisch) für Verbindungsmöglichkeiten
mit weiteren Peripheriegeräten. SRS StudioSound HD sowie SRS TruVolume stehen für
einen tadellose Wiedergabe von Gesangsstimmen und für die Verhinderung von
Lautstärkeunterschieden bei verschiedenen Programminhalten. Im Audiomöbel
integriert sind zwei Bassreflexlautsprecher, hinzu kommt ein Subwoofer-Pre-Out.
Der FBAS-Videoausgang sorgt für die Möglichkeit, Videos, die auf dem
eingedockten Apple Device gespeichert sind, auf einem TV wiederzugeben. Die
schicke Sound-Lösung gibt es wahlweise in schwarzer oder weißer Variante.
Verarbeitung, Anschlüsse und Technik

Anschlussbestückung: FBAS-Video, koaxialer und optischer
Digitaleingang, Stereo-Analog-Cincheingang, Vorverstärkerausgang für den
direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers

Bedienelemente

Dem Display dürfte Kenwood durchaus eine höhere Auflösung
spendieren

Drückt man leicht, fährt das Dock heraus

Die Glasoberseite sorgt für Noblesse

Standfuß

Fernbedienung
Nach dem Auspacken fühlt man sich erst einmal an die
legendären IKEA-Produkte erinnert - in viele Einzelteile zerlegt, wartet das
C-BX3 auf den Zusammenbau durch den stolzen Besitzer. Also ist man gut 30
Minuten mit der Montage beschäftigt, kann man mit dem Ergebnis aber zufrieden
sein: Das Tonmöbel ist sehr elegant und richtig schwer, bedingt nicht nur durch
die Technik im Inneren, sondern auch durch die Glasplatte, die oben für einen
eleganten Abschluss sorgt. Der Standfuß macht ebenfalls einen ausgesprochen
soliden Eindruck und passt im Design sehr gut zum Rest des Systems.
Die gerundeten Ecken sind für eine schlüssige, moderne und
stimmige Optik mit verantwortlich. Frontseitig ist das nicht abnehmbare
Lautsprechergitter. Die Materialübergänge sind gut, aber nicht perfekt. Auf
der Rückseite befindet sich das Anschlussfeld, welches dafür sorgt, dass auch
bis zu drei Peripheriegeräte angeschlossen werden können, zwei davon digital (optisch+koaxial),
eines analog (Stereo-Cinch). Sehr praktisch ist der Pre-Out für den direkten
Anschluss eines aktiven Subwoofers. Wem das eingebaute, magnetisch geschirmte
Lautsprechersystem mit 2 x 80 mm Vollbereichslaufsprechern und Bassreflexprinzip
zu wenig Bass produziert, der kann einfach Abhilfe schaffen.
Das Display findet nicht ganz unsere Zustimmung. Hier würden
wir ein attraktives Punktmatrixdisplay lieber sehen. Die mitgelieferte
Fernbedienung im Scheckkartenformat geht noch in Ordnung, die Tasten sind zudem
groß genug und lassen so eine einfache Bedienung zu. Im Inneren arbeitet ein 2
x 30 Watt (1 kHz, Klirrfaktor 10 Prozent, 4 Ohm)-Verstärker, der für genug
Kraft für abendliche Pegel-Festivals im Schlafzimmer oder in der Ferienwohnung
mitbringt. Für Klangverbesserung sorgt SRS StudioSoundHD. Dieses System hat
zwei Aufgaben: Zum einen erscheint der Stereo-Klang besonders räumlich, zum
anderen gewährleistet StudioSoundHD eine besonders gute Stimmverständlichkeit.
Beim Wechsel zwischen verschiedenen angeschlossenen Quellen sorgt SRS Tru-Volume
für gleichbleibende Lautstärke ohne störende Sprünge. Regler für Bass und
Höhen sind ebenfalls vorhanden.
Das Display kann in drei Stufen eingestellt werden: Normal,
Dimmer 1 (dunkler), Dimmer 2 (sehr dunkel). Mit Abmessungen (mit Standfuß) von
500 mm (Höhe) x 550 mm (Breite) x 400 mm (Tiefe) macht Kenwoods Klangmöbel
durchaus einiges her. Das Gewicht komplett mit Fuß liegt bei 13,2 kg. Die
maximale Gewichtsbelastung beträgt 20 kg. Unterstützt werden iPod nano (2. bis
6. Generation), iPod Classic, iPod Touch (1. bis 4. Generation), iPhone 3G/3GS
sowie iPhone 4/4S. Es gibt folgende Steuerfunktionen für iPod/iPhone:
Play/Pause, Titelsprung vorwärts/rückwärts, schneller Vor- und Rücklauf,
Album vor/zurück, Videowiedergabe.
Klang
Bei der Extended Version des 2012er DJ Antoine vs. Mad Mark Mixes des
Klassikers "Infinity" beweist uns Kenwoods Tonmöbel durchaus
handfeste Qualitäten. Der Bass direkt zu beginn kommt mit ordentlicher
Präzision heraus - auch bei Pegeln, die über dem liegen, was man einem solchen
System zumuten möchte. Den Aufbau des Songs bekommt das C-BX3 auf jeden Fall
richtig gut hin. Aktiviert man StudioSoundHD, wird der Klang noch etwas klarer
und räumlicher, aber durch das Anheben verschiedener Frequenzbereiche ist die
Pegelfestigkeit geringer als in der mehr der Linearität verpflichteten
Grundeinstellung ohne StudioSoundHD. Wer also gern lauter hört, dem empfehlen
wir, StudioSoundHD nicht zu verwenden, wer hingegen sehr gute Klarheit und
ordentliche räumliche Wiedergabe bei eher geringerer Lautstärke genießen
möchte, der kann StudioSoundHD durchaus aktivieren.
Bei "My Life Is A Party" von R.I.O. arbeitet bei forderndem Pegel
der Bassbereich an der Belastungsgrenze - richtig störende, massive
Verzerrungen werden aber nicht produziert, was tatsächlich überraschend ist.
Die tadellos verständlichen, natürlichen Stimmen sind ein weiterer Vorzug des
CBX3. Effekte werden ausgewogen im Hörraum verteilt. Der 80er Jahre-Klassiker
"Sometimes" von Erasure klingt mit aktiviertem Klang-Verbesserer
erstaunlich räumlich - trotzdem geht nur wenig Ortungsschärfe bei Instrumenten
und Stimmen verloren. Der frische, lebendig ausgekleidete Hochtonbereich findet
ebenso unsere Zustimmung wie die gut verständlichen Stimmen. In Anbetracht der
Tatsache, dass lediglich Breitband-Chassis Verwendung finden, sind die
Ergebnisse wirklich gut. Auch bei "Don't Be So Shy" von Moti
Special legt sich das C-BX3 ins Zeug: Prima Dynamik, recht kräftiger und
impulstreuer Bass, die Räumlichkeit erfreut wiederum. Pegelfest ist das
Kenwood-System tatsächlich - hier haben "normale", kleinere Docks
keine Chance. Wer also die Möglichkeit hat, das C-BX3 aufzustellen, kann dem
preislich fairen Produkt durchaus den Vorzug geben: Klanglich werden viele
Konkurrenten einfach "in die Tasche" gesteckt.
Sehr wichtig ist eine gute Stimmwiedergabe bei "L'Attesa" von
Andrea Bocelli, und auch hier enttäuscht Kenwoods Tonmöbel nicht: Stimme und
Instrumente kommen sauber zum Ausdruck, die Emotionalität, die diesem Titel
innewohnt, kann das C-BX3 sogar in Ansätzen herausarbeiten. Der Hochtonbereich
zeigt sich auch hier als sehr gut gelungen, mit einer tadellosen
Durchhörbarkeit und einer guten Raumwirkung. Die Streicher klingen nie
aggressiv oder zu spitz, trotzdem aber auch nicht fade oder monoton: Eine
rundherum gelungene Leistung. Der Auftakt zu Antonio Vivaldis "Vier
Jahreszeiten", des Frühlings erstes Allegro, wirkt spritzig und
schwungvoll. Auch hier gibt Kenwoods C-BX3 die Streicher lebendig und mit gut
nachvollziehbarer Struktur wieder. Der Einsatz des kompletten Orchesters
erscheint nicht ärmlich, sondern überraschend fundiert.
Konkurrenzvergleich
- JBL On Air Wireless : Akustisch
keine Chance gegen Kenwoods Soundmöbel hat - verständlicherweise - der
viel kompaktere On Air Wireless. Dafür beeindruckt das JVC Dock mit toller
Ausstattung, zu der auch AirPlay gehört. Auch ein tolles Display ist im
fairen Kaufpreis von 299 EUR (weiße Version) enthalten. Unverständlich: In
Schwarz kostet das gute Stück 50 (!) EUR mehr.
- Ceratec CeraAIR TWO: 200 EUR
teurer ist der AirPlay Lautsprecher CeraAIR Two, der diesen Preisunterschied
durch exzellenten Klang, sehr differenziert und dynamisch, und durch enorm
hochwertige Materialqualität voll rechtfertigen kann. Mit dem CeraAIR Two
kann derzeit kaum ein anderes Dock oder ein anderer AirPlay-Lautsprecher zur
Gänze mithalten.
Fazit

Kenwoods Soundmöbel gefällt durch schmucke Optik und
erstaunlich lebendigen, schwungvollen und räumlichen Klang. Nachdem die etwas
zu lang anhaltende Phase des Zusammenbaus überwunden ist, kann man sich über
die Qualitäten des C-BX3 sehr freuen - zumal der gezahlte Kaufpreis in
Anbetracht der dafür gebotenen Leistung als absolut angemessen zu bezeichnen
ist.
Schickes Klangmöbel mit lebendiger Akustik zum fairen
Kaufpreis

iPod/iPhone Soundsystem Mittelklasse
Test 17. Oktober 2012
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Klarer Klang
+ Elegante Optik
+ Subwoofer-Vorverstärkerausgang
- Display könnte hochwertiger sein
- Zusammenbau könnte flotter gehen
Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 17.10.2012
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