TEST: JBL On Air Wireless - Der "Styler" unter den AirPlay-Lautsprechern 

10.09.2012 (cr/sw)

JBL - bei iPhone/iPod-Zubehör ganz vorn mit dabei

Extravagantes Design trifft AirPlay

Auch ein Dock für iPod/iPhone ist mit an Bord

Mit Fernbedienung

Einführung

Für 299 EUR ist JBLs AirPlay-Lautsprechersystem JBL On Air Wireless erhältlich. Für satte 50 EUR  mehr gibt es das identische Gerät auch in schwarzer Ausführung. Kennzeichen des extravagant gestalteten Gerätes sind das LCD-Farbdisplay, das zusätzlich integrierte Dock für iPhone und iPod sowie das UKW-Radio mit RDS. Bestückt ist der "Schönling" mit zwei JBL Phoenix Breitbandlautsprechern und einem JBL Ridge Hochfrequenz-Treiber. Als Verstärkerleistung stehen 7 Watt pro Kanal an, womit gleich klar sein dürfte, dass das On Air nicht für die pegelstarke Beschallung des großen Wohnzimmers herangezogen werden kann. Zum Lieferumfang gehört auch eine ebenfalls in weiß gehaltene Fernbedienung im Kreditkartenformat. Auch eine Uhr mit zwei Alarmzeiten ist verfügbar. Das On Air Wireless unterstützt die WiFi-Standards 802.11 b und g. Das eingebaute WLAN-Modul verlangt nach dem Netzwerk-Kennwort und ist nicht mit dem praktischen, weil einfachen WiFi Protected Setup (WPS) ausgestattet. Das gesamte System wiegt 1,69 kg und misst in der Höhe 238 mm, in der Breite 280 mm und in der Tiefe 198 mm. 

Verarbeitung und Bedienung

Anschlüsse, rückseitig untergebracht

Dock

Hochwertig anmutende Bedienelemente....

...präzise eingepasst

Verarbeitung: Rundherum überzeugend

Elegant eingelassene Snooze-Taste, griffgünstig oben auf dem On Air

Display mit Cover-Anzeige

Seitenansicht

Rückseite

Die Verarbeitung hinterlässt einen gediegenen Eindruck. Der Kunststoff in hochglänzendem Weiß erzeugt eine sehr gute Tiefe und gefällt optisch und haptisch. Die silbernen Bedienelemente, die präzise eingelassen sind,  haben einen recht kurzen und etwas gewöhnungsbedürftigen Druckpunkt - nach einigen Bedienvorgängen aber geht alles sprichwörtlich "wie von selbst". Das Lautsprecherschutzgitter in silbern spannt sich über die gesamte bogenförmige Konstruktion und ist sauber integriert. Die Geräteunterseite ist für sicheren und kratzfreien Stand in weiten Zügen mit Gummi bespannt. Die wenigen Anschlüsse für Radio-FM, externes Netzteil und USB befinden sich auf der Rückseite und sind makellos eingepasst. Das kleine Farb-LC-Display auf der Gerätefront löst ordentlich auf. Dies bemerkt man vor allem dann, wenn man sich die Cover anzeigen lässt, was im AirPlay- und im Docking-Betrieb möglich ist. Die mitgelieferte Fernbedienung ist im passenden Finish gehalten und sehr kompakt. In der Praxis überzeugt das kleine Teil durch einfache Bedienung, gute Reichweite und einen sehr lobenswerten Arbeitswinkel.  Zentrale Einstellungen erfolgen alle über das Farbdisplay. Hier findet sich die Möglichkeit, die eingebaute Uhr zu stellen, Alarme (2 sind möglich) zu setzen und das On Air ins Netzwerk einzubinden. Hier ist zu beachten, dass das On Air kein WPS hat - also nutzt ein WPS-fähiger Router hier nichts. Anstatt dessen sollte man das WiFi-Kennwort bereit halten, eingegeben wird es über eine virtuelle Tastatur, die im LC-Display eingeblendet wird. 

Klang

Akustisch gefällt das JBL On Air Wireless durch die ausgeprägte Räumlichkeit, die dem Klang viel Leichtigkeit und auch eine überraschende Souveränität verleiht. Sehr gut deutlich wird dies beispielsweise bei Berlins "Take My Breath Away" - dieses schöne Stück vom Soundtrack des 80er Jahre Kultfilms "Top Gun" wird mit sehr guter Stimm- und Instrumentaltrennung in den Raum gestellt, der Klang klebt nicht am Lautsprecher-Ring, sondern verteilt sich gerade in kleineren Räumen um die 15 Quadratmeter mit überraschender Wirkung. Selbst bei "L'Attesa" von Andrea Bocelli liefert On Air eine stimmige Vorstellung ab - wobei man das Wort "stimmig" sehr wörtlich nehmen darf, denn besonders punktet das System mit einer erstaunlich klaren Stimmwiedergabe. Der Aufbau des Stückes kommt ebenfalls gut heraus. Instrumente werden schon bei relativ geringer Lautstärke prima abgebildet. Es fällt schwer, bei solchen Gerätschaften überhaupt von "Feindynamik" zu sprechen - aber JBLs On Air verfügt in Ansätzen durchaus darüber, was natürlich die Einsatzmöglichkeiten entscheidend verbreitert. Nicht nur für Pop/Charts-Musik, sondern durchaus auch für Klassik oder Jazz ist dieses AirPlay-Lautsprechersystem zu verwenden. Von den guten Leistungen bei differenzierter Musik überzeugt, haben wir uns auch den Auftakt zu Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" angehört. Das Beschwingte, Lebendige erfasst das On Air-Lautsprechersystem ordentlich und bietet eine wirklich beachtliche Durchhörbarkeit bei den Streichern  schließlich muss man stets bedenken, dass es sich um ein schlichtes kompaktes AirPlay-Lautsprechersystem handelt. Gemessen an der Klangqualität kann der Kaufpreis als wirklich fair durchgehen.  Bei relativ bassstarken Tracks allerdings kommt das On Air dann doch an seine Grenzen, hier merkt man, dass satter Bass nicht quasi "aus dem Nichts" entstehen kann. "Higher" (Picco&DJ Falk Present DJs On Air) wird zwar schwungvoll wiedergegeben, aber im Bassbereich tut sich nicht viel. das On Air hat keinen EQ, um hier elektronisch "nachzuhelfen", nutzt man die Programme "Dance" oder "Electronic" vom iPhone, so kann man auch nicht wirklich glücklich sein, da dann merkliche Verzerrungen produziert werden und die Membranen anschlagen. Also sollte man die Lautstärke etwas reduzieren und den EQ des Apple-Devices am besten deaktivieren. Klar und räumlich ist der Klang auch bei solchen Stücken - die gleichen Eindrücke konnten wir bei "Morning Star" von Roger Shah featuring Moya Brennan sammeln. Das Vocal Trance-Stück ist lebendig und klar, aber im Bassbereich darf man kein besonders großes Volumen erwarten. 

Konkurrenzvergleich
  • JBL On Beat: On Beat ist nicht AirPlay-tauglich, dafür nimmt das im Preis deutlich günstigere Dock sogar das iPad auf. Insgesamt schlichter gestaltet und ausgestattet, ist das Sounddock zum fairen Preis ein gutes Angebot. 
  • Teufel  iTeufel Air: Kostspieliger ist der Teufel AirPlay-Lautsprecher im edlen Design. Dafür gibt es aber mehr Pegelfestigkeit, Klarheit, Neutralität und Detailtreue. Zudem ist das iTeufel Air recht flexibel bei der Wireless-Installation. Besser ausgestattet, mit zusätzlichem Dock und Radio, ist dafür das On Air Wirleless. 
  • Panasonic SC-AP01: Das preisgünstigere Panasonic AirPlaySystem bietet für knapp 200 EUR eine prima Performance. Klar dürfte aber sein, dass das JBL-Dock zum höheren Preis auch mehr bietet: Dock, Farbdisplay, RDS-Radio und akustisch mehr Räumlichkeit.
  •  
Fazit

Das JBL On Air Wireless liefert einen räumlichen, klaren Klang und eine gute Grob- sowie Feindynamik. Der AirPlay-Lautsprecher punktet mit dem schicken Design und der sehr guten Verarbeitung. Auch die Ausstattung ist tadellos, JBL spendiert dem preislich fair kalkulierten Lautsprecher noch ein Dock für iPod oder iPhone, einen RDS-Radiotuner und ein schickes LC-Farbdisplay. Kritikpunkte: Heftiger Aufpreis für die schwarze Version, keine Klang-Regelmöglichkeiten. 

Extravaganter AirPlay-Lautsprecher mit klarem sowie räumlichem Klang

AirPlay-Lautsprecher Mittelklasse
Test 10. September 2012

+ Räumlicher und klarer Klang
+ AirPlay, Dock, RDS-Radiotuner
+ Mitgelieferte Fernbedienung
+ tadellose Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis der weißen Version

- Schwarze Variante mit hohem Aufpreis
- Keine Klangregelprogramme

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 10.09.2012

  ZURÜCK
Copyright © AREA DVD