XXL-TEST: Jamo THX Ultra 2-Ensemble D-600 in 7.2-Konfiguration

12.01.2012 (sw/cr)

Set

Identische Lautsprecher für alle 3 Frontkanäle und Back Surround

Dipole für den Surroundbereich

Bärenstarker Subwoofer mit pro Stück 800 Watt Leistung

Subwoofer mit mächtigem 38 cm Chassis

Touch-Bedienelement auf dem Subwoofer und drei Sound-Modi

Einführung

Jamo ist zurück auf der ganz großen Bühne: Das D-600 THX Ultra 2-Lautsprecherset, bestehend aus dem D-600 SUB (Stückpreis 1600 EUR), dem D-600 LCR (Stückpreis 550 EUR) und dem D-600 SUR Dipol (Stückpreis 450 EUR), ist nun erhätlich. Schon 2003 gab es mit dem Jamo D 7 THX Ultra 2-System ein ähnliches Set, das damals auf große Begeisterung innerhalb der Redaktion stieß. Osiris als Importeur für Jamo schnürt verschiedene Pakete: Das 5.1 Paket kommt auf 4000 EUR, das 7.1 Paket auf 5100 EUR und das bei uns zum Test angetretene 7.2 Paket mit doppelter Subwooferbestückung liegt bei 6600 EUR. Wir haben überprüft, ob das D-600 das Zeug zum Elite-Ensemble hat. 

Die einzelnen Bestandteile

  • D-600 Sub: Der Woofer mit aktiver DSP-Regelung verfügt über ein 38 cm messendes Basschassis und kommt mit einem oben auf dem Subwoofer angebrachten Bedienpanel, das auf Berührung reagiert. Highlight sind die verschiedenen Sound-Betriebsarten. Verfügbar sind Default (Level 2, Cut Off 80 Hz, Boundary Gain Compension Off, Phase 0), Personal (Level einstellbar von -20 bis 16, Übernahmefrequenz von 40 bis 200 Hz einstellbar, Boundary Gain Compension von Off bis Max, Phase 0 -> 180 Grad) sowie THX (Level 0, Übernahmefrequenz 200, Boundary Gain Compension 0 -> Max, Phase 0 -> 180 Grad). Durch Berühren der Select-Taste kommt man ins Menü, zum Schluss wird die Select-Taste zum Abspeichern etwaiger veränderter Werte für 3 Sekunden gedrückt. Der Subwoofer ist nach dem geschlossenen Prinzip konstruiert, was dazu führt, dass auch bei hohem Pegel keine Strömungsgeräusche zu hören sind, die von ungünstig konstruierten Bassreflexöffnungen bei Bassreflex-basierten Konstruktionen herrühren können. Mit einer Leistungsfähigkeit von satten 800 Watt (langfristig) und 1600 Watt (kurzzeitiger Peak) werden erstklassige Werte erzielt. Der D-600 SUB wiegt 32 kg pro Stück und misst 557 x 587 x 501 mm (H x B x T). Der Frequenzgang reicht von 20 bis 200 Hz. 

  • D-600 LCR: Der Lautsprecher, der bei unserem Set für Front L/R, Center sowie Surround Back L/R zum Einsatz kommt, ist eine geschlossene Dreiwege-Konstruktion mit 2 x 165 mm Tieftönern, 2 x 76 mm Mitteltönern und einem 25 mm Hochtöner. Die langfristige Belastbarkeit liegt bei 200, die kurzzeitige Belastbarkeit bei 300 Watt. Die Empfindlichkeit liegt bei 89 dB (2,8 V/1 m). Der Frequenzbereich, der wiedergegeben wird, umfasst ein Spektrum von 80 bis 20.000 Hz. Die Impedanz liegt bei 4 Ohm, das Gewicht bei 13 kg. Die Abmessungen: 315 x 600 x 170 mm. Farbe: Steingrau.

  • D-600 SUR: Der Dreiwege-Dipol arbeitet nach dem geschlossenen Prinzip. ein 165 mm Tieftöner, zwei 76 mm Mitteltöner und zwei 25 mm Hochtöner stellen die Bestückung dar. Der Woofer ist zentral zwischen den beiden Hoch-/Mitteltonsystemen platziert. Die Empfindlichkeit liegt hier bei 87 dB, der etwas niedrigere Wirkungsgrad ist typisch für Dipole und sollte beim Einpegeln berücksichtigt werden. Der Frequenzbereich liegt auch beim D-600 SUR bei 80 bis 20.000 Hz. Das Gewicht des 4-Ohm-Dipols beträgt 9 kg, die Abmessungen des steingrauen Lautsprechers: 255 x 454 x 170 mm. 

Integrierte Wandhalter

Bei allen passiven Komponenten sind für die einfache Montage an der Hörraumwand Wandhalterungen integriert. Dieses Lautsprecher-System sollte bei fachgerechter Nutzung an der Wand montiert werden. Die Dipole werden im Idealfall  unter identischen räumlichen Bedingungen beidseitig etwas über Ohrhöhe montiert. Es sollte sich keine Möbelstücke oder Bilder im Abstrahlbereich auf beiden Seiten der Dipole befinden. Ideal ist ein Kellerraum ohne Fenster an beiden Wänden, an denen die Dipole befestigt werden. Die drei D-600 FCR vorn sollten in identischer Höhe für eine homogene Effektkulisse aufgebaut werden. Die beiden aktiven Subwoofer können laut Jamo-Anteilung in 2 Aufstellungen betrieben werden: Entweder beide aktiven Bässe vorn unterhalb der Hauptlautsprecher D-600 FCR, oder aber ein Subwoofer vorn und einer hinten jeweils zentriert an der Hörraumwand. Wir bevorzugen die Aufstellung beider Subs vorn, da hier eine besonders homogene Bassausbreitung heraus zu hören ist. Für den Betrieb des Jamo-Systems sollte man mindestens einen AV-Receiver oder -Verstärker der Preisliga ab 2000 EUR verwenden. Geeignet sind beispielsweise:

Verarbeitung

Schraubanschlüsse

Recht einfache Verarbeitung der stoffbespannten Lautsprecher-Schutzgitter

LS-Gitter-Aufnahmeöffnung

Ausgebauter Tieftöner des D-600 FCR mit großem Magneten

Tieftöner des D-600 FCR - hier im eingebauten Zustand

Mitteltöner des D-600 FCR

Hochtöner des D-600 FCR

Hochtöner des D-600 SUR Dipols

Mitteltöner des D-600 SUR

D-600 SUB: Tieftöner

D-600 SUR Tieftöner im Detail

Geringe Spaltmaße bei der Verarbeitung des D-600 SUR

Gehäuseoberfläche im Detail

Dipol: Rückseite

D-600 SUB Rückseite

Umfangreiche Anschlüsse (Cinch: Cinch Pass Through L/R, Line In L/R, LEF IN, Pass Through) sowie Triggersteuerung (In/Pass Through) und schaltbarer Automatikmodus, Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss, Netzschalter

Solide Verschraubung, Netzschalter, Kaltgerätenetzstecker

Übersicht über Cinch- und Triggeranschlüsse

Verarbeitung des D-600 SUB

Teile der Subwoofer-Endstufeneinheit

Im Detail

Übersichtlicher Aufbau Innen beim D-600 SUB

Das D-600 Set ist robust verarbeitet, aber im Gegensatz zum kleineren Modell Jamo D 500 THX Select 2 keine optische Offenbarung. Objektiv gibt es wenig auszusetzen, die Spaltmaße sind gering, die Oberflächenqualität ist ordentlich, das Gleiche gilt auch für die Lautsprecherschraubanschlüsse. Nicht ganz so gut gefallen uns die Stoffabdeckungen, die auf einem Kunststoffgerüst ruhen. Die Chassis sind ordentlich eingepasst, und das Innenleben des aktiven Subwoofers ist ordentlich aufgebaut. 

Testequipment
Klang

Blu-ray Musik und Film

Das Jamo THX Ultra 2 Set bietet von allem im Überfluss: Leistung, Räumlichkeit, Basskraft, Grobdynamik, und – erstaunlicherweise – auch Feindynamik. Einmal richtig eingepegelt (zu beachten – es handelt sich um ein THX Ultra 2 System, daher ist es am besten, etwaige Room EQs im AV-Receiver zu deaktivieren, die Übernahmefrequenz sollte einheitlich auf 80 Hz für alle Lautsprecher festgelegt werden), werden Werte erreicht, die den Kaufpreis umgehend als Schnäppchen dastehen lassen. Schnell ist man für ausgewachsene Standlautsprechersysteme der oberen Mittelklasse 6000 oder 7000 EUR los – da sollte man, gerade, wenn man Mehrkanal-Liebhaber ist, rasch überlegen, ob man sich lieber zum Jamo D-600 greift. Durch die perfekte Abstimmung aller Komponenten aufeinander entsteht ein räumlich authentisches und dichtes Gefühl. 

Subwoofer mit enormen Reserven

Dies merkt man z.B. bei der Tiesto Blu-ray (dts-HD Master Audio) „Elements of Life – Copenhagen“. Legen wir hier die 2. BD in unseren Pioneer BDP-LX55 ein, so entsteht zusammen mit dem Yamaha RX-A3010 ein Klangbild der Extraklasse, die enorme Endstufenleistung, die der Yamaha für die passiven Jamo Komponenten bereit stellt, wird souverän umgesetzt, und dass der Yamaha RX-A3010 in der Lage ist, die beiden aktiven Bässe sauber anzusteuern, wird auch bei sehr hohem Pegel noch jederzeit deutlich. Bei „11 Days“, von Cold Blue & Del Mar im Mix von Tiesto, liefert das D-600 nicht nur ein nachdrückliches Effektfeuerwerk, sondern ist auch in der Lage, subtile Bassanteile problemlos wiederzugeben. Die Reserven der beiden extrem leistungsfähigen aktiven Subwoofer dürften die wenigsten Anwender in der Praxis auch nur zu 80 Prozent ausnutzen. Die beiden Woofer schieben, dass normale Menschen schon ernsthafte Herzrhythmusstörungen bekommen könnten: Bis in die Magengrube dringen die präzisen Bassschläge vor, und durch die Verwendung von 2 Subwoofern wird der Effekt noch einheitlicher, räumlicher und dichter. Kleine dynamische Differenzen beim Effektaufbau werden auch bei „He’s A Pirate“, einer Trance-Interpretation von Elementen der Titelmelodie von „Fluch der Karibik“ von Klaus Badelt, jederzeit sauber und glaubwürdig dargestellt. Der Hochtonbereich ist ausgezeichnet ausgelegt, das D-600 neigt kaum zu aggressiven Tendenzen und bleibt immer auf der „sicheren Seite“, ohne aber den Hochtonbereich ohne Glanz und Emotion dastehen zu lassen. Bei Tracks wie dem Klassiker „Adagio For Strings“ kommt es natürlich zu schneidenden, aggressiven Klangtendenzen bei stark erhöhtem Pegel, nicht, weil das D-600 falsch oder zu hochtonlastig ausgelegt ist, sondern weil der Track schlicht und einfach mit sich aufschaukelnden, grellen akustischen Effekten aufwartet, und schließlich hat ein gutes Lautsprecher-Ensemble den Job, das, was auf der Tonspur enthalten ist, auch in möglichst vollem Umfang wiederzugeben. 

D-600 FCR kommt auf allen Frontkanälen zum Einsatz

Hören wir uns als nächstes an, wie sich das leistungsstarke Jamo THX-Set beim Auftakt zu „Black Symphony“, einem beeindruckenden Live-Konzert von Within Tempation + dem Metropole Orchestra, schlägt. Tonspur ist hier DTS 96/24 5.1 mit besonders gelungener Abmischung. Schon das Klatschen und die johlenden Beifallsrufe des Publikums zu Beginn werden hervorragend übertragen, der „mittendrin anstatt nur dabei“ Effekt ist enorm groß. Als dann der Choralgesang beginnt, sind wir tief beeindruckt von der Klarheit und der Ausdruckskraft: Keine Spur von verwaschener, unpräziser Stimmwiedergabe, sondern eine räumlich klar definierte vokale Präsenz mit Tiefgang. Als dann der Bass einsetzt, beweisen die beiden Subwoofer ihre Fähigkeiten, auch in subsonische Bassregionen vorzudringen. Sie produzieren enorme Kraft, die aber mit ebenso hoher Präzision gekoppelt und daher auch für sehr anspruchsvolle Anwender von Nutzen ist. Das D-600 ist nicht nur „Feuerwerksystem“, das eine unglaubliche Effektgewalt durch schiere Kraft bereit stellt, sondern gleichzeitig ein kultivierter Freudespender mit Sinn für feine Zwischentöne. Aus diesem Grunde ist es ein Leichtes für das D-600, auch Nuancen beim Aufbau der gigantischen musikalischen Wand zu Konzertbeginn entsprechend zu berücksichtigen. Die Streicher kommen auch in Sequenzen klar zum Ausdruck, ebenso die Bläser, in denen die Bassgewalt gnadenlos zuschlägt. Die einzelnen Instrumente sind klar auszumachen, und auch bei Pegeln, die die meisten Anwender höchstens aus hervorragenden Kinos kennen (und selbst dort wird im Interesse eher empfindlicher Zeitgenossen und/oder von anwesenden Kindern/Familien meist mit weniger Pegel gefahren), ist noch eine saubere Trennung verschiedener akustischer Ebenen gewährleistet. Bezüglich eines AV-Receivers braucht man in Preisklassen unterhalb der 2000 EUR eigentlich nicht einzusteigen, aber das dürfte auch kaum verwunderlich sein. Eher erstaunt, wie souverän der exakt diesen Betrag kostende Yamaha RX-A3010 mit dem Jamo D-600 zusammenarbeitet. Der Yamaha hat zwar kein THX-Zertifikat, durch seine neutrale Grundauslegung aber wird ein stimmiges klangliches Gesamtkonzept offeriert. Als nach dem längeren Vorspiel dann das eigentliche Konzert beginnt, lässt es das D-600 in einer Art und Weise krachen, dass zurückhaltende und unerfahrene Zeitgenossen ihr Heil in der Flucht aus dem Hörraum suchen und der Mehrkanal-Enthusiast mit Freudentränen zu kämpfen hat. Die Stimme der Sängerin wird überragend heraus gearbeitet, klar fokussiert, mit deutlicher Struktur versehen und sie erzielt eine räumlich brillante Wirkung. Der Bass ist massiv, geht tief hinunter und besitzt Struktur. Sehr gut ist die homogene räumliche Verteilung.

Dipole für optimale Räumlichkeit im Surroundbereich

Aber auch gefühlvolle, langsamere Musikstücke mit Tiefgang liegen dem universell einzusetzenden D-600. Bei „Romanza“, vorliegend in PCM 5.1, zugelieferte von Blu-ray, wird Andrea Bocellis Stimme mit hoher Sensibilität und sehr feiner Struktur wiedergegeben. Sie wird gekonnt in den Fokus der Präsentation gestellt, ohne aber die Instrumente aus den Augen zu verlieren. Die Streicher kommen mit tadelloser Transparenz und sehr angenehmer tonaler Gestaltung hervorragend zur Geltung. Der Aufbau des Stücks wird wie auf dem Silberteller präsentiert, kleine Zwischentöne auch hinterer akustischer Ebenen kommen gut heraus. Nur High-End-Hörer mit sehr großer Hörerfahrung wissen, dass es noch besser geht – für weitaus mehr Investitionsvolumen selbstverständlich. Lautsprechersets der 15000 bis 20000 EUR Klasse bringen sicherlich noch mehr Strahlkraft im Hochtonbereich, noch mehr vokale Präzision, noch mehr Fluß im Gesamtklangbild und noch mehr Detaillierungsvermögen. Aber man muss alles immer in Relation zum Investment sehen, und wenn man diese Relation mit in den Themenkomplex mit einbezieht, schlägt sich das D-600ohne Abstriche erstklassig. 

Wir haben aufgrund der bisherigen Leistungsfähigkeit schon erwartet, dass das D-600 auch bei der Wiedergabe von Filmtonspuren aus dem Vollen schöpfen kann. Um diese Fähigkeiten genauer zu überprüfen, haben wir uns „Avatar“ in dts-HD Master Audio angehört. Kapitel 22 bietet eine sehr gute Möglichkeit, die Güte der Effektwiedergabe zu untersuchen. Die durch die Luft donnernden helikopterähnlichen Fluggeräte, mit dem Kommandoschiff in der Mitte, werden eindrucksvoll wiedergegeben, die Räumlichkeit ist dicht und überzeugt mit tiefen Strukturen und einer kompletten Einhüllung des Zuhörers. Trotz der vielen Effekte geht die Stimmwiedergabe nicht unter, Stimmen sind klar verständlich und werden auch bei hohem Pegel in neutraler Klangqualität wiedergegeben. Die Balance des gesamten Klangfeldes ist hervorragend , der Zuhörer erlebt im Surround und Back-Surround-Bereich eine erstklassige Tiefenstaffelung und eine glaubhafte räumliche Weite.  Als Gewinn bringend für eine weitläufige Wiedergabe sind hier die beiden Dipole für Surround links und rechts anzusehen. Die atmosphärische Dichte des gesamten Geschehens steigt dadurch. Die ereignisreiche Filmsequenz mit dem erbitterten Kampf der Eingeborenen gegen die menschlichen Ausbeuter wird in vollem akustischen Ausmaß verdeutlicht.

Bei „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (Blu-ray, Tonspur Englisch, Dolby True HD Kapitel 2 + 3) zeigen sich die Qualitäten des D-600 erneut in vielen Disziplinen. Gleich zu Beginn des zweiten Kapitels öffnet sich das große Tor des Hangars mit ohrenbetäubendem Dröhnen, dank des Kraft und des Tiefganges der beiden Subwoofer kommt dieses Klangerlebnis auch in kompletter Art und Weise beim Zuhörer an. Gleichzeitig wird des Musicscore des Filmes klar und dynamisch wiedergegeben. Als Irina Spalko in der riesigen Halle die Stimme erhebt, um Indy nachdrücklich zur Mitarbeit aufzufordern, kommt durch die präzise Wiedergabe des D-600 die spezielle Klangcharakteristik der Halle genau heraus. Auch die Stimme von Indiana Jones erscheint ausgesprochen wirklichkeitsnah.
Im dritten Kapitel kommt dann aus akustischer Sicht mehr Leben ins Geschehen. Indys erster Versuch, trotz Übermacht des Gegners die Oberhand zu gewinnen, scheitert, da sich sein langjähriger Gefährte Mac aus Gründen purer Geldgier als Doppelagent entpuppt. Indy gibt trotzdem nicht auf und plant die alleinige Flucht, was ihm nach einem Trick auch gelingt: Als die Waffe auf den Boden fällt und sich durch den gezielten Aufprall ein Schuss löst, wird dieser sehr impulstreu und mit Nachdruck wiedergegeben. Die Fortsetzung der wilden Flucht wird zu einem Effektfeuerwerk: Schüsse, Fahrgeräusche und Stimmengewirr verdichten sich zu einem hochprozentigen akustischen Cocktail. 

Insgesamt zeigt das D-600 auch bei diesem Filmbeispiel die Fähigkeit, von der sehr leisen bis zur sehr lauten Sequenz alles auf exzellentem Niveau wiederzugeben. Somit wird das D-600 den hohen gesamtdynamischen Ansprüchen der aktuellen HD-Tonformate in vollem Umfang gerecht. Die Blu-ray von „Star Wars Episode III“ begeistert durch die hervorragende dts-HD Masteraudio Tonspur die mit hervorragender Dynamik und überragender Räumlichkeit aufwarten kann. Das Jamo D-600 bringt direkt ab Filmbeginn diese Vorzüge sehr gut zum Ausdruck. Schon der riesige Sternzerstörer am Anfang donnert mit ungeheurer Wucht über den Bildschirm. Das darauf folgende Kampfgeschehen wird in vielen akustischen Details wiedergegeben. Die Fluggeräusche der Raumjäger, die zahlreichen Schüsse und Explosionen und die musikalische Untermalung kommen so gut zum Ausdruck, dass sich selbst erfahrene Anwender wundern, zu welchen Leistungen sich das vergleichsweise preiswerte Jamo-Set aufschwingt. Beeindruckend ist auch hier, dass das Ensemble nicht nur durch Pegelfestigkeit und Grobdynamik überzeugt, sondern auch subtilere Elemente mit Sorgfalt berücksichtigt. Die Stimmen von Obi-Wan und Anakin in den Cockpits ihrer Raumjäger kommen natürlich und ausdrucksstark heraus.

Musik SACD, multi-channel

Bei der SACD „James Bond Themes“ wählten wir den neunten Song „Nobody does it better“. Hier bewies uns das D-600 das es tatsächlich auch kleine feindynamische Differenzen gekonnt wiedergibt. Besonders gut gefallen uns die Streicher, sie werden fliesend und ohne störenden aggressiven Einschlag wiedergegeben. Dynamiksprünge werden impulstreu umgesetzt. Sehr zu loben ist die räumliche Geschlossenheit der Klangkulisse. Bei „Sommerregen, Titel 2, Leben von Schiller“ erfreuen Räumlichkeit, Klarheit und Detailreichtum des Klangbildes aufs Neue. Mit geschlossenen Augen wähnt man sich in einem erstaunlich plastisch wirkenden virtuellen Raum, in dem jeder Effekt präzise platziert wird und dadurch seine volle Wirkung entfalten kann. Hervorzuheben ist das die angenehme Klangcharakteristik des D-600 mehrstündiges Hören mit gehobener Lautstärke problemlos möglich macht. Die Dipole im Surround-Bereich sorgen für ein luftiges Raumgefühl und mindern die Präzision nur in geringem Maße. 

Musik, Stereo-CD

Bei „L’Attesa von Andrea Bocelli“ sind wir erstaunt, denn das D-600 im 2.2 Betrieb klingt wie ein hochwertiges Paar Standlautsprecher – im Bassbereich wird sogar mehr als üblich geboten. Die Anbindung der aktiven Subwoofer an die Satelliten ist so gut, dass praktisch keine klangliche Lücke herauszuhören ist. Daher wirkt das Klangbild geschlossen und einheitlich. Die Stimme Andreas hat Substanz, Ausdruckskraft und eine klar nachvollziehbare Kontur, so dass eine ideale Basis gegeben ist, den Song mit dem nötigen emotionalen Tiefgang wiederzugeben. Räumlichkeit und Homogenität werden beim D-600 auch im Stereobetrieb „groß“ geschrieben, hinzu kommt eine präzise Einarbeitung der Instrumente. Bei Nightwish, Highest Hopes, "Wish I had an Angel“ präsentiert uns das D-600 einen sehr kuragierten Umgang auch mit melodiöser Heavy-Metal-Musik. Die bewusst aggressive E-Gitarre kommt akustisch klar nachvollziehbar heraus. Die Stimmen von Sänger und Sängerin wirken nie aufgesetzt, sondern sind immer stimmig ins tonale Gesamtgefüge integriert. Kaum noch erwähnenswert ist, das Dynamikumfang und Räumlichkeit auch für Begeisterung sorgen.

Konkurrenzvergleich

  • Teufel System 8: Das Teufel System ist deutlich kompakter, erfüllt aber wie das D-600 die THX-Ultra 2 – Norm. Im direkten Vergleich entpuppt sich auch das Teufel-Set als extrem leistungsstark, nur bei sehr hohem Pegel zollt man den kleineren Abmessungen Tribut, der Klang wirkt dann nicht mehr so ausgewogen wie beim D-600. Bezüglich der optischen Anmutung kann das elegante Teufel –Set Vorteile für sich verbuchen. Die Leistungsfähigkeit der zu dem Set erhältlichen Subwoofer ist in beiden Fällen außerordentlich hoch.
  • Jamo D 500 THX Select 2 : Hier stellt sich die Frage: Robuste Verarbeitung, exorbitante Pegelfestigkeit sowie THX-Ultra 2 – Lizenz oder kompakte Abmessungen, sehr schönes Design und THX-Select Lizenz ? Wer den Begriff Heimkino richtig ernst nimmt und über einen eigenen Raum für die Filmwiedergabe verfügt, tut sich mit dem D-600 den größeren Gefallen. Auch wenn schon das D500 pegelfest ist, legt das D-600 noch einige „Schippen“ drauf. Zudem wirkt es bei hohem Pegel hörbar souveräner. Ebenfalls sind Grob- und Feindynamik beim D-600 merklich besser, ebenso der Bassdruck der beiden Subwoofer. Das D500 macht sich durch kompakte Abmessung und edle Optik auch im schicken Wohnzimmer gut und beim Einsatz an eben diesem Ort reicht auch die akustische Performance aus. 
  • KEF 5.1-LS-Set: 4 x XQ40, 1 x XQ50c, 1 x PSW-4000: Gerne ziehen wir auch ältere Lautsprechersets zu Quervergleichen heran. Daher der Verweis auf das Kef 5.1 Ensemble. Hier ist hervorzuheben daß das Kef-Set im 2.1 Stereobetrieb trotz aller Qualitäten des D-600 durch noch mehr Feinfühligkeit und Geschlossenheit in Führung gehen kann. Das Set tritt mit nur einem Subwoofer an , was dafür sorgt, dass die Filmtonwiedergabe des D-600 (2 aktive Subwoofer) im Bassbereich spektakulärer und gleichzeitig homogener ausfällt. Durch die Verwendung von 3 baugleichen Frontlautsprechern erzielt das D-600 zudem im Mehrkanalbetrieb eine optimale frontale Effektwiedergabe. Geht es um Mehrkanalige Musik, bevorzugt Jazz oder Klassik, spielt das KEF-Set seine Vorzüge überzeugend aus: Vorne und hinten kommt jeweils ein paar identischer Lautsprecher zum Einsatz, die bei vokalen und instrumentalen Elementen eine besonders identische Einarbeitung garantieren. Die Verarbeitung der Kef-Lautsprecher ist gleichermaßen edel wie auch solide. 
Fazit

Würde die Redaktion 10 Lautsprechersets nennen, die nachhaltig beeindruckt haben – das Jamo D-600 wäre auf jeden Fall dabei. Man darf sich nicht von der nüchternen Optik und der zwar robusten, aber auch einfachen Verarbeitung täuschen lassen: Bei allen Bestandteilen des D-600 handelt es sich um kompromisslos konstruierte Hochleistungskomponenten , die zum günstigen Kaufpreis ein schon fast semi-professionelles Niveau ermöglichen. Dieses zeigt sich in erstklassiger Pegelfestigkeit, überragender Grob- und Feindynamik, herausragender Räumlichkeit und ausgezeichneter Geschlossenheit des gesamten Klangbildes. Ganz gleich, ob Mehrkanal-Filmton oder Musik, stets erhält der Käufer ein Maximum an Leistung in Relation zur Preisklasse. Und selbst bei der Stereowiedergabe muss der Anwender kaum Abstriche machen, denn die im Mehrkanal-Betrieb gezeigte Leistungsfähigkeit überträgt sich beinahe nahtlos auf den 2-Kanal-Einsatz.

Akustisch erstklassiges THX Ultra 2 Lautsprecherset, das brillante Pegelfestigkeit und überragende Räumlichkeit zum moderaten Kaufpreis offeriert

Lautsprechersysteme Oberklasse
Test 12. Januar 2012

+ Extrem pegelfest
+ Erstklassige Grob- und Feindynamik
+ Hohe atmosphärische Dichte
+ Sehr angenehme Klangcharakteristik
+ Subwoofer mit überragenden Leistungsreserven und hervorragendem Tiefgang
+ Räumlichkeit auf Referenzniveau
+ Auch im Stereobetrieb ausgezeichnet

- Schlichte Optik
- Nur eine Farbvariante

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 12.01.2012

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