HighEnd: Neue AVR-Modelle und neue Pure Audio Stereo-Komponenten von Pioneer

03. Mai 2012 (cr/phk)

VSX-922 & BDP-140

VSX-527 & BDP-140

Alles neu macht der Mai: Moderne und praxisgerecht ausgestattete neue Pioneer AV-Receiver stehen auf der High End. Testgeräte für uns sind VSX-527, VSX-922 und VSX-1122 geplant. Die Pioneer AVRs haben bei der 5er und bei der 8er Serie hierzulande ganz andere Geräte als die US-Kollegen. Der VSX-522 in USA ist deutlich schlechter ausgestattet als der VSX-527 hierzulande. Der VSX-527mit 5 x 130 watt-Endstufen ist für 349 EUR erhältlich und das kleinste Modell, das auf der High End ausgestellt wird. Er hat viele Funktionen, besonders im Netzwerkbereich, vom siebenkanaligen VSX-921 aus dem letzten Jahr geeerbt. Der VSX-527 ist ein fünfkanaliger AV-Receiver mit AirPlay und DLNA Streaming Client (DLNA 1.5 zertifiziert) und unterstützt iPad inklusive Ladefunktion (natürlich auch iPod und iPhone). Er verfügt über MCACC und ein OSD. 6 HDMI-Eingänge und ein Ausgang sind vorhanden Der ebenfalls neue 429 EUR kostende VSX-827 steht nicht auf der High End, er ist sozusagen die 7-Kanal-Ausgabe des VSX-527. Zusätzlich hat der 827 noch einen 1080p Video Scaler und A/D-Konverter . Mit den Preisen für VSX-527 und VSX-827 ist Pioneer preislich absolut günstig unterwegs. Letztes Jahr standen der VSX-921 in der Volumenklasse und der SC-LX85 in der Oberklasse im Fokus, dieses Jahr werden teilweise der VSX-527 in der Volumenklasse, aber auch der für 549 EUR erhältliche VSX-922, der die anerkannt guten Gene des Vorläufers geerbt hat, im Fokus bei den „bürgerlichen Modellen“ stehen. Der VSX-922 ist aufgrund des schlechten Yen-Wechselkurses 50 EUR teurer als das 2011er Modell VSX-921. Pioneer sieht aber, dass dies bei anderen japanischen Firmen nicht anders ist. Bei VSX-527 und VSX-827 sind trotzdem sehr günstig – das liegt an Pioneers konsequenter Netzwerk- und Plattform-Entwicklung. Vieles, was z.B. letztes Jahr für den VSX-921 entwickelt wurde, kann man – getreu dem Baukastenprinzip – ohne weiteren Aufwand für die kleineren 2012er Modell VSX-527/827 übernehmen, und der User profitiert davon. Technologietransfer einfach gemacht – zum günstigen Preis wird hier viel geboten.

Kommen wir zurück zum VSX-922, der vom 649 EUR kostenden größeren VSX-1122 flankiert wird. Beide Modelle haben Advanced MCACC und das hochwertige Pioneer KURO Videoprocessing. Auch zwei Subwooferausgänge werden mitgeliefert, ebenso 7 HDMI Eingänge und 1 Ausgang beim VSX-1122, beim 922 ist es ein HDMI-Eingang weniger. HDMI Standby-Through mit Input-Switching ist eine weitere interessante Funktion. Kostenlos gibt es die neue iControl AV2012 App für Android und Apple iOS. Die zwei AVR sind WLAN ready und haben Multi Zone Audio/Video (2 Zonen mit Lautstärkeregelung und On Screen Display). PQLS, beim 1122 mit Jitter-Reduzierung, ist auch im Ausstattungsumfang enthalten. Der VSX-1122 ist auch mit dem Hi-bit 24 Processing ausgestattet. Leistung bringen beide AVRs Endstufen mit 150 Watt pro Kanal mit.

Zusammenfassung: Der VSX-1122 hat im Vergleich zum VSX-922 mehr Audio-Features, erweiterte Videofunktionen sowie mehr Anschlüsse.
Die klangliche Auslegung hat sich gegenüber den 2011er Modellen verändert. Wir vergleichen VSX-922 mit VSX-921. Pioneer hat das Kundenfeedback genau untersucht. Der VSX-921 war eher der „Dandy“ mit eloquenter Musikdarstellung, vornehmer Zurückhaltung im Hochtonbereich und voluminösem Bass – sehr gut für hohe Pegel mit angenehmer Charakteristik. Ein harter Punch im Bassbereich war beim 921 nicht so zu spüren. Daher hat sich Pioneer den VSX-922 zur Brust genommen – er bringt im Bass mehr Härte, Punch und Struktur, stellt Höhen klarer und fokussierter dar. Sicherlich muss man den Nachteil in Kauf nehmen, dass Schwächen im Quellmaterial auch heraus kommen, die der VSX-921 durch seine sanftere Art vielleicht besser überspielen konnte. Dafür aber agieft der VSX-922 eher wie der „Rocker in der Lederjacke“: Klarer, prägnanter, direkter, weniger gefiltert. Der 922 greift im Bassbereich stärker und dynamischer zu, vielleicht für den eher feingeistigen Hörer sogar zu „rockig“ und fetzig. Pioneer verspricht sich eine verbesserte, schnellere Wiedergabe von Musik und auch von Filmmusik. Wer Rockmusik oder aber auch House/Techno mag, wird mit dem VSX-922 absolut glücklich – davon ist man bei Pioneer überzeugt.

Zu den Endstufeneinheiten der neuen AV-Receiver. Nominal gibt es keine höhere Ausgangsleistung, aber die interne Stromversorgung wurde im Sinne besserer Stromlieferfähigkeit optimiert. 

Weitere Neuerung: Bei den 2012er Modellen wurde der Front USB-Eingang erweitert und spielt nun noch mehr Formate ab.

SC-LX86

ä

SC-LX76 & BDP-LX55

SC-2022

Zu bewundern auf der High End sind auch die neuen Flaggschiffe SC-LX76 (2000 EUR) und SC-LX86 (2500 EUR), beides Neunkanal-Geräte. Neu kommen auch SC-LX56 (kommt im Juli, noch kein Preis) und der SC-2022 (999 EUR, kommt im Juni) mit 7 Endstufen. Der SC-LX56 hat 170 Watt pro Kanal, der SC-2022 7 x 165 Watt. Bei den generell hochwertigen Endstufen (IR Digitalendstufen) kleine, feine Unterschiede, am meisten Aufwand wurde beim SC-LX86 getrieben. IR als Supplier garantiert optimale Anpassungsfähigkeit, besser als beim Ex-Supplier ICE Power. Pioneer hat mit IR Endstufeneinheiten mehr Möglichkeiten, die eigene Erfahrung einzubringen. Beim SC-LX86 stehen 190 Watt pro Kanal zur Verfügung. 180 Watt sind es beim SC-LX76, auch im echten Mehrkanalbetrieb. Bei der Mehrzonenwiedergabe ist wichtig, dass man nun einen Subwoofer und einen HDMI-Ausgang in die 2. Zone nutzen kann (nur SC-LX86). Spezielle Merkmale des SC-LX86 sind ferner ein asynchron bis 192 kHz/24-bit arbeitender USB D/A-Wandler und THX Ultra 2 Plus. Die beiden großen Modelle wurden von den Air Studios optimiert, SC-LX56 und 76 sind zudem THX Select2 Plus zertifiziert. 11.2 Vorverstärkerausgänge sind Standard, nur beim SC-2022 genügen 9.2 Vorverstärkerausgänge. 3 x Subwoofer-Out (2 x Main, 1 x Zone 2) sind ein sehr innovatives Ausstattungsmerkmal. Die drei großen AVRs sind überdies MHL-kompatibel (mit Ladefunktion). Bis auf das kleinste Modell wird die DSD-Dateiwiedergabe unterstützt. Hi-bit 32 & Hi-Sampling bis 192 kHz werden von den beiden großen Modellen unterstützt. Die beiden kleineren Modelle haben HiBit 24-bit Processing. Ein HDMI-Repeater mit 8 Eingängen und 3 Ausgängen ist bei SC-LX86/76 Standard, die kleineren Modelle haben 2 Ausgänge und 8 Eingänge (SC-LX56) bzw. 7 Eingänge und 1 Ausgang (SC-2022).

Zu den Video-Fähigkeiten. Pioneer setzt bei SC-LX76/86/56 auf Marvell-Chips. 4k2k wird bei Pioneer bis in die Preisklasse bis 999 EUR (SC-2022) unterstützt, aufgrund der aktuellen Situation hält es Pioneer nicht für sinnvoll, schon gehobene Einstiegsmodelle mit der Möglichkeit, 4k2k Signale durchzuschleifen bzw. zu bearbeiten (Scaling), auszustatten. Netzwerkfähigkeit ist für Pioneer das Key Feature in niedrigeren Preisklassen. 
Neu im Angebot ist auch ein BD-Player. Der BDP-150 kommt für 179 EUR im Juni und ist 3D-fähig. Zusätzlich verfügt das Gerät über verschiedene Netzwerkfunktionen und ist DLNA 1.5 zertifiziert. HD Digital Film Direct sorgt für tadellose Bildgüte. Der Player gibt BD-Rom, BD-R7RE, BD9, 8 cm BD-R/RE, AVCHD, AVREC, DVD-Video, DVD-R/RW, DVD+R/RW sowie CD-Graphics wieder. An Videodateiformaten werden mpg, mpg4, ts, m2ts, m4v, avi, DivX Plus HD, mkv, 3gp, mov, flv, wmv und jpeg akzeptiert. Der Player ist in schwarz oder silbern erhältlich.

Top-Down: PD-50, N-30, A-30

N30 und A20

Pioneer hat auch neue Pure Audio Stereo-Komponenten vorgestellt – schon Ende 2011 hat Pioneer mit zwei reinen Musiknetzwerkplayern gezeigt, wohin die Reise geht. Im laufenden Jahr startet Pioneer jetzt mit einer ganz neuen Range von HiFi-Komponenten durch. Es kommen die Vollverstärker A-70 (999 EUR, ab September), A-50 (599 EUR, ab September), A-30 (299 EUR, ab Mai), A-20 (249 EUR, ab Juni) und A-10 (199 EUR, ab Juni) sowie die SACD-CD-Stereo-Player PD-50 (599 EUR, ab September), PD-30 (399 EUR, Juli) und PD-10 (299 EUR, ab Juli). Der A-70 hat parallelsymmetrischen Endstufenaufbau, doppelten Ringkerntrafo, IR Digitalendstufen und einen Dreikammeraufbau für optimale Baugruppentrennung. Auch der A-50 verfügt über die IR Digitalendstufen, während A-10, A-20 und A-30 klassische AB-Endstufen aufweisen. Der A-70 wird im Übrigen bei den Londoner Air Studios feingetunt – für perfekte Akustik. Der A-70 hat auch weitere „Outstanding Features“: Den ESS Sabre 192 kHz/32 Bit D/A-Wandler, einen asynchron bis 192 kHz/32-Bit arbeitenden USB D/A-Wandler und eine D/A-Wandler-Funktion für externe Signalquellen.

Merkmal aller Verstärker ist die Speaker A/B-Schaltung, eine Direct Schaltung haben die drei größten Modelle, der A-70 hat Phono MM/MC, die anderen Modelle Phono MM. Bis auf den A-10 besitzen alle Verstärker eine Aluminiumfrontblende. Die drei größten Verstärker weisen einen Power-Amp-Direct-Mode auf, ebenso eine Direct-Schaltung.

Die neuen CD-SACD-Player gefallen ebenfalls durch eine Reihe interessanter Merkmale. Der PD-50 hat als spezielle Merkmale ein besonders hochwertiges und präzises Laufwerk, 192 kHz/32-Bit Twin D/A-Wandler, eine D/A-Wandler-Funktion für externe Signalquellen, einen doppelten Transformator und das Pioneer-eigene HiBit32-Processing. Alle neuen Player unterstützen DSD, MP3 und WMA und haben den Sound Retriever mit an Bord. Die beiden größeren Modelle geben auch AAC wieder. Ebenso sind PD-30 und PD-50 für die Unterstützung von iPod, iPhone und iPad mit Ladefunktion ausgerichtet. Die beiden Netzwerkplayer N-50 (599 EUR) und N-30 (399 EUR) sind bereits bekannt. Beide haben unter anderem ein 2,4 Zoll QVGA Farbdisplay, eine mögliche Wiedergabe von FLAC und WAV bis 192 kHz/32-Bit, Apple AirPlay, sind WLAN und Bluetooth ready und einen präzisen Masterclock Generator. Der N-50 bringt als Besonderheiten mit: Ein Hi-Bit/Hi-Sampling-Processing bis 192 kHz/32 Bit, eine D/A-Wandlerfunktion für externe Digitalquellen und asynchrone USB-Wandler (bis 192 kHz/24-Bit).

 

Text: Carsten Rampacher
Bilder: Philipp Kind
03. Mai 2012