TEST: Standlautsprecher Heco Music Style 500
21.12.2012 (cr/sw)

Fronten mit Lautsprecherschutzgittern aus Stoff

Fronten offen - 25 mm Seidenkalotte, 170 mm Tieftöner, 170 mm
Tief-/Mitteltöner - der Lautsprecher arbeitet nach dem 2,5 Wege-Prinzip und ist
als Bassreflex-Konstruktion ausgeführt
Einführung
Mit 379 EUR/Stück ist man dabei - für diesen Preis gibt es bei Heco eine
optisch sehr attraktive 2,5 Wege-Standbox - die Music Style 500. Die Bassreflex-Konstruktion weist eine
RMS-Belastbarkeit von 150 und eine Musikbelastbarkeit von 275 Watt auf. Der
Frequenzbereich, der wiedergegeben wird, reicht von 27 bis 40.000 Hz. Durch den
erweiterten Hochtonbereich können sogar Signale von BD-Audios und SACDs oder
gestreamten Hi-Res-Audiodateien wiedergegeben werden. Der Wirkungsgrad liegt bei
91 dB, die empfohlene Verstärkerleistung gibt Heco mit 30 bis 275 Watt an. Mit
Abmessungen von 225 mm (Breite) x 1050 mm (Höhe) x 353 mm (Tiefe) ist die
hübsche Box nicht zu groß und nicht zu klein - und dank des Designs perfekt
für die moderne Wohnlandschaft.
Übersicht der lieferbaren Ausführungen:
- Korpus: Piano Schwarz/Seitenteile: Esche Dekor Schwarz 379 EUR/Stk.
- Korpus: Piano Schwarz/Seitenteile: Espresso Dekor 379 EUR/Stk.
- Korpus: Piano Weiß/Seitenteile: Esche Dekor Weiß 379,00/Stk.
Verarbeitung und Technik
Für den günstigen Kaufpreis bietet Heco hochwertige Technik und hohe
Materialqualität. Der
Hochtöner mit neu entwickelter 25 mm Seiden-Compound-Kalotte und
Ferrofluid-Kühlung für hohe Belastbarkeit ist mit einem kräftigen
Magnetsystem ausgestattet. Sehr gute klangliche Ergebnisse sind auch eine Folge
der Wave Control-Geometrie. Die anderen Chassis, ein Tief-/Mitteltöner und ein
Tieftöner, begeistert durch großen Hub und leichte, hochfeste Membranen, so
dass die Belastbarkeit ebenso hoch ausfällt wie die Impulstreue - zumindest auf
dem Papier. Wir prüfen später in der Praxis nach, ob dies alles
zutrifft.
Front und Oberseite präsentieren sich zudem in edler Hochglanz-Qualität, die Oberflächenqualität ist ausgezeichnet und weist keine
Mängel auf. Die Seitenteile sind mit gut aufgebrachter Dekorfolie versehen, die
vorn und hinten gerundete Form sorgt für eine attraktive Optik. Das Gehäuse
wirkt enorm stabil, es besteht aus MDF und ist m Sinne optimaler Steifigkeit
mehrfach verstrebt. Unter dem Standlautsprecher ist ein ebenfalls aus MDF
bestehender, massiver Sockel angebracht, der die Optik weiter aufwertet. Die
Frequenzweiche ist amplituden- und phasenoptimiert und mit tadellosen Bauteilen
bestückt. Das Lautsprecherkabel-Anschlussterminal ist bei diesem Modell in
Bi-Wiring ausgeführt, die Schraubanschlüsse mit Acrylglasummantelung erscheinen sehr hochwertig und
sind entsprechend leichtgängig. Die rückseitigen Bassreflexöffnungen
sind strömungsoptimiert und fest verschraubt - auch optisch sieht diese Lösung
einfach gut aus. Höhenverstellbare Metall-Spikes gehören im Übrigen zum
Lieferumfang.

Anschlussterminals

Detailverarbeitung - Hochwertigkeit dominiert rund um die
beiden Bassreflexrohre

Komplette Rückseite

Sockel

Hochtöner, eingebaut

Hochtöner, ausgebaut

Von unten

Tief-/Mitteltöner

Edler Metallring und saubere Passungen beim Tieftöner und
auch beim Tief-/Mitteltöner

Chassis ausgebaut aus seitlicher Perspektive

Von unten
Testequipment
Klang
Die Heco Music Style 500 beeindruckt bei "L'Attesa" von Andrea
Bocelli mit fundierter, sauberer Basswiedergabe. Der Bass gibt eine solide Basis
ab, ohne sich störend in den Vordergrund zu schieben. Fokussiert wird die
Darstellung der facettenreichen, charismatischen Stimme des berühmten
italienischen Sängers. Die Emotionalität, die durch Andreas Gesang freigesetzt
wird, erfasst die Music Style 500 für die bescheidene Preisklasse enorm gut.
Vor allem schafft sie es sogar, bei Stimm- und Instrumentalwiedergabe kleinere
dynamische Differenzen ans Tageslicht zu holen. Sanftes Ab- oder Anklingen wird
oftmals gerade von preisgünstigen (teilweise sogar von teureren) Lautsprechern
nicht entsprechend berücksichtigt, was zu einem ungelenken, oberflächlichen
Klangbild führt. Auch bei "Un Nuovo Giorno" sorgt die Heco für
Staunen, gerade durch die sehr gute Feindynamik und die gefühlvolle
Gesamtwiedergabe. Man muss an dieser Stelle allerdings hinzufügen, dass sie in
der Quadral Argentum 371 einen harten
Konkurrenten hat, der uns damals im Test durch erstklassige Leistungen
verblüfft hat.
Vergleichen wir nun die beiden Akustik-Talente, so fällt auf, dass die
Argentum 371 grobdynamisch und bezüglich der Pegelfestigkeit nach wie vor die
Maßstäbe setzt. Die Heco kontert mit besonders angenehmen, leicht warmen Klang
und noch etwas besserer Feindynamik, so dass man bilanzierend festhalten kann:
Beide Schallwandler sind für ihre Preisklasse schon beinahe sensationell gut
und eignen sich überdies auch als leistungsstarke Frontlautsprecher für eine
Surround-Konfiguration. Kommen wir zurück zu unseren Testreihen. Passend zur
Jahreszeit wählten wir aus Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" das
erste Allegro des Winters: Die Heco-Box gibt Cembalo wie auch Streicher mit
Klarheit und geschmeidiger Charakteristik wieder - ohne aggressiv oder
schneidend zu erscheinen. Dies zeigt sich auch beim folgenden,
sensibel-melancholischen Largo, das harmonisch, feinfühlig und mit sehr guter
Räumlichkeit zum Hörer getragen wird. Der Klang löst sich überraschend gut
von der Box.
Bei der Extended-Version des 80er Jahre-Superhits "The Sun Always Shon
On TV" von a-Ha zeigt die Heco erneut, wie weitläufig und kraftvoll sie
aufspielen kann. Wer hier mehr möchte, muss auch deutlich mehr Geld in die Hand
nehmen: Dann wäre die Heco Celan GT 702
mit noch mehr Tiefgang, Nachdruck und Räumlichkeit sowie exzellenter, enorm
nobler Verarbeitung eine tolle Alternative. Wer es akustisch etwas analytischer
und im Hochtonbereich besonders klar mag, kann auch zum Magnat 2,5 Wege-Standlautsprecher Quantum 755
greifen. Sie spielt im Hochtonbereich mit mir Prägnanz und enormer Brillanz
- wer dies mag, liegt hier genau richtig. Neutral und dynamisch agiert auch die
frisch aufspielende Canton Standlautsprecher GLE 496.
Wer Wert auf absolute Harmonie legt, fährt hingegen besonders gut mit den
Heco-Modellen. Extrem kraftvoll und mit tollem Tiefgang begeistert auch die Teufel T500 Mk2,
die in allen Klangdisziplinen hervorragend abschneidet und ein hohes Maß an
Ausgewogenheit bietet. Diese akustischen Spitzenleistungen gehen einher mit
einer gelungenen Optik. Man muss der Fairness halber aber erwähnen, dass die
Music Style 500 zum selben Preis noch nobler erscheint und gut und gerne auch
600 bis 700 EUR pro Lautsprecher kosten könnte - wenn man sie das erste Mal
sieht, würde man den schmucken Lautsprecher direkt in diese Liga einordnen. Und
wo liegen die akustischen Unterschiede zwischen Teufel T500 und Music Style 500?
Beide Schallwandler betonen, dass Musik das Übermitteln von Emotionen bedeutet
- sie spielen beide alles andere als langweilig und es wird viel Wert auf
Räumlichkeit und einen angenehmem Klang gelegt. Im Detail klingt die Heco etwas
wärmer im Hochtonbereich und spielt etwas sensibler, während die T500 bei
Tiefgang und Pegelfestigkeit noch besser abschneidet. Zurück zu unseren
Test-Musikbeispielen. Bei Laura Branigans Klassiker "Self Control"
bietet die Music Style 500 erneut eine hervorragende Räumlichkeit und einen
sehr standfesten, nachdrücklichen Bass, der zudem eine tadellose Impulstreue
aufweist.
Exzellent schlägt sich die Music Style 500 auch bei Trance-Musik wie z.B.
bei "For Real" von Bailey&Blumenkraft. Der Bass besitzt ein
erstklassiges Fundament, das auch größere Hörraume bis zu 30 Quadratmeter
souverän durchdringt. Souveränität ist das Stichwort - genau diese strahlt
die Heco Music Colours in einer Art und Weise aus, die atypisch für diese
günstige Preisklasse ist. Sie spiel so erwachsen, gleichzeitig so lässig und
unangestrengt: Pegel, die deutlich über dem liegen, was man landläufig als
"Zimmerlautstärke" bezeichnet, machen der Music Style 500 eher
Freude, als dass sie akustische Nachteile in Form von Dynamik-Einbrüchen oder
Verzerrungen mitbringen. Hinzu kommt, dass der Schallwandler einen wirklich
guten Wirkungsgrad aufweise. Er ist zudem relativ unkritisch, was die
Aufstellung und Ausrichtung angeht. Man sollte, aufgrund der beiden auf der
Rückseite liegenden Bassreflex-Öffnungen, dien Lautsprecher nicht direkt an
eine Wand stellen, aber ansonsten ist die Music Style 500 anspruchslos und kann
durch ihre angenehme, nicht zu helle Auslegung sogar im akustisch eher
lebendigen Raum Gewinn bringend verwendet werden. Weiter geht es mit "Feel
It/My Passion" vom Pulsemaster DJ Team. Gleich schon ab Beginn wird ein
überragendes tieffrequentes Fundament aufgebaut, die Stimme scheint mitten im
Raum zu stehen. Als es dann richtig ab geht, bleibt der Heco-Schallwandler stets
Herr der Lage und schleudert die Bass-Salven mit Verve in den Hörraum. Wir
können nach diesem Test klar feststellen: Was sich in der (bezogen auf den
Stückpreis) 350 - 400 EUR-Preisklasse bei Standlautsprechern getan hat, ist
höchst beachtlich. Keine oberflächlich klingenden Behelfs-Konstruktionen
finden sich mehr, sondern absolut vollwertige, schon optisch sehr gefällige
Schallwandler, die für alle musikalischen Aufgaben bestens gerüstet sind und
sich überdies als leistungsstarke Frontlautsprecher für eine Mehrkanalanlage
empfehlen.
Fazit

Wir schreiben den 21.12.2012 - für Heco aus Pulheim geht
heute die Welt bestimmt nicht unter, vielmehr geht ein neuer Stern auf - die
Heco Music Style 500. Schon die Preisklassen-untypische, edle Optik und die
saubere Verarbeitung wecken Begeisterung. Und wenn der Standlautsprecher
angeschlossen ist, funkelt es selbst in den Augen erfahrener Musikliebhaber:
Kraftvoll, aber nicht aufdringlich, harmonisch, aber nicht langweilig,
räumlich, aber stets realistisch: Die Music Style 500 ist ein echter
Universalist zum kleinen Preis, der bei jedem Musikstil enorm Freude bereitet -
also ein Volltreffer, die Heco kommt der idealen "Volks-Box", um mit
den Worten einer bekannten deutschen Tageszeitung zu sprechen, sehr nahe.
Noble Oberklasse-Optik trifft auf exzellenten Klang - und das
alles zum Spartarif

Regal-Lautsprecher untere Mittelklasse
Test 21. Dezember 2012
+ Extrem gefälliger, harmonischer Klang
+ Erstklassiger Bass
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Sehr günstiger Preis
+ Attraktive Farbauswahl
+ Noble Optik und sehr gute Verarbeitung
Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 21.12.2012
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