TEST: Denon Netzwerk-Musiksystem new CEOL

04.12.2012 (cr/sw)

Einführung

Für EUR 799,-- bekommt man Denons Mini-Netzwerk-Musiksystem new CEOL. Das Set besteht aus dem Netzwerk-Stereo-Receiver mit CD-Player und iPhone-ipod-dock namens RCD-8 und den zwei Regellautsprechern SC-N8. Eingebaut ist ein Class D-Verstärker mit 2 x 65 Watt (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 Klirr). Integriert sind neben v-Tuner-Internet-Radio auch die Online-Musikdienste last.fm und spotify. Wahlweise kann Denons CEOL drahtlos (auch mit WPS) oder drahtgebunden ins Heimnetzwerk integriert werden. Lieferbar ist die new CEOL wahlweise in hochglänzendem Weiß oder hochglänzendem Schwarz. 

Verarbeitung

Sehr gutes Display

Dock auf der Oberseite

Modernes Design

Rückseite

Bedienelemente an der Front

Lautstärkeregelung - nicht ganz perfekt mit den kleinen Knöpfen direkt am Gerät. Besser ist es, wenn man die Fernbedienung verwendet

Fernbedienung

Zwei kompakte 2-Wege-Bassreflex-Lautsprecher

Tieftöner der Lautsprecher

Hochtöner

LS-Rückseite

Anschlussterminals

Stoffabdeckung

Optisch gefällt Denons kompakte Netzwerkanlage sehr gut. Das bei unserem Testgerät schwarze Hochglanzfinish ist zwar staub- und kratzempfindlich, sieht aber auch durch die gute Oberflächenqualität sehr ansprechend aus. Die leicht gerundeten Ecken der sauber eingepassten Gerätefrontblende unterstützen die Wirkung des modernen Designs. Unter dem kleinen Netzwerkreceiver sind vier Standfüße, die für sicheren Halt sorgen. Punkten kann der Netzwerkreceiver dank der hochwertigen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals auch rückseitig. Alle anderen Anschlüsse sind fest und akkurat eingepasst. Die schmale Disc-Lade öffnet sofort nach drücken der Open-Taste. Das hochauflösende Display auf der Gerätefront stellt mit insgesamt maximal drei Zeilen klar und scharf dar. Die mitgelieferte Fernbedienung hat praktischerweise eine Unterseite in matt-schwarz, wäre sie hochglänzend dürfte sie schon nach kurzer Zeit Kratzer zeigen. Die Oberseite der Fernbedienung ist aus hochglänzendem Kunststoff, die Tasten sind allesamt haptisch angenehm durch die Gummierung der Oberfläche. Die im Set enthaltenen Bassreflex-Lautsprecher passen bezgl. der Optik perfekt zum Netzwerk-Receiver. Die Schallwand der Lautsprecher nimmt das Thema mit den gerundeten Ecken der Receiver-Frontblende wieder auf. Schallwand und Boxengehäuse sind mit sehr geringem Spaltmaß miteinander verbunden. Auch die beiden kleinen Schallwandler überzeugen durch qualitativ ansprechende Lautsprecherkabelanschlüsse. Leider befinden sich unter den Lautsprechern keine Füße. Denon liefert nur billige Gummiklebpunkte mit, die man unter den Boxen befestigen kann, damit die ebenfalls hochglänzende Unterseite nicht sofort beschädigt werden kann. Auch nicht unsere Zustimmung finden die etwas billig wirkenden Stofffrontgitter. Weiterer kleiner Kritikpunkt sind die zu einfach gehaltenen Bassreflexöffnungen hinten, ohne die sonst übliche Schutzverkleidung aus Kunststoff. 

Technik, Installation und Anschlüsse

Für eine so kleine, kompakte Anlage ist die CEOL ausgezeichnet ausgestattet. Wer Apple-Devices, wie iPod, iPhone oder iPad nutzt, kann sich über verschiedene Features freuen. Apple iOS Devices wie iPod und iPhone können auf dem Dock auf der Oberseite des Netzwerk-Receivers eingesetzt werden. Aufgrund der Tatsache, dass Apple beim iPhone 5 auf einen neuen Systemanschluss setzt (wohl um die Leute so zum Kauf neuen Zubehörs zu bewegen), kann das Dock nicht für das iPhone 5 verwendet werden. Hier wird ein spezieller Adapter benötigt.    

Auch mit dem iPhone5 und dem iPad zusätzlich zu den anderen, bereits erwähnten Apple Devices sowie mit iTunes auf dem PC kann die Airplay-Funktion des CEOL eingesetzt werden. Airplay funktioniert mit dem iPhone 4S, dem iPhone 5 und mit der aktuellsten iTunes Funktion vom PC vollkommen problemlos. Der CEOL-Netzwerkreceiver wird sofort erkannt und kann als Wiedergabe-Gerät ausgewählt werden. Weiter bietet der CEOL-V-Tuner als kostenlose Internet-Radio-Plattform mit einfacher Bedienung und last.fm sowie spotify als Online-Musikdienste. Für last.fm und spotify benötigt man Benutzernamen und Passwort, sowie ein entsprechendes Abonnement für die Nutzung. Die Gebühren für entsprechende Premium-Accounts liegen bei rund 10,-- EUR im Monat. 

Bei spotify kann man sich mit seinen facebook-Kontendaten anmelden, was in der Praxis mittels der 10er Tastatur auf der Fernbedienung passiert. Allerdings ist das Ansprechverhalten ein wenig träge. Hilfreich bei derartigen Prozessen sind das große Gerätedisplay und die immer einfache Menüführung. Die Wiedergabe von Musik über spotify funktionierte in den Testreihen vollkommen problemlos. Wie üblich bei spotify ist auch eine Suchfunktion integriert, hier kann man z.B. nach Interpreten oder Alben suchen. Mit der „What’s new-Funktion“ kann man sich schnell einen Überblick über musikalische Neuheiten auf spotify verschaffen. 

Natürlich ist es auch möglich, Musikdateien von PCs und Servern aus dem Heimnetzwerk wiederzugeben. Folgende Dateiformate werden unterstützt: MP3, WMA, AAC, WAV, FLAC, ALAC via USB und DLNA-Netzwerk-Streaming. Hinzu kommt der Support von 2-Kanal-FLAC-HD / WAV mit bis zu 24-Bit und 192 kHz. Eine „Gapless-Wiedergabe“ von FLAC und WAV ist auch möglich. In unseren Testreihen spielte der CEOL-Netzwerk-Receiver 2-Kanal-FLAC-Dateien in 96 kHz / 24-Bit und in 192 kHz / 24-Bit in ausgezeichneter Qualität ab. 

CEOL unterstützt WiFi-Multimedia (WMM) bei kabelloser Anbindung ins Netzwerk. Man kann natürlich aus USB-Sticks und USB-Musikplayer an den CEOL-Musikplayer anschließen. Es besteht eine Lademöglichkeit von USB-Geräten oder iOS-Devices im Standby-Modus. Das eingebaute Disc-Laufwerk spielt CDs, CD-Rs sowie CD-RWs (WMA und MP3) ab. Für Liebhaber des traditionellen analogen Radio-Empfangs ist ein UKW-Tuner mit RDS und Radiotext eingebaut. 

Die App entdeckt das CEOL-System sofort

Funktionsauswahl

vTuner-Internetradio: Wiedergabe

Jede Quelle ist mittels der App anwählbar

Spotify

Suchfunktion in Spotify

Suchergebnisse

Spotify - Wiedergabe

Übrigens kann man die Anlage nicht nur mit der mitgelieferten Fernbedienung, sondern auch die Denon Remote-App für Apple iOS steuern. In unseren Testreihen funktioniert dies problemlos. Auch die online-basierten Musikdienste last.fm und spotify können direkt über die App aufgerufen werden. Das Handling der App ist einfach, klare Symbole und übersichtlich gegliederte Tabellen erleichtern die Bedienung.

Denon hat sich bei der CEOL hohe Ziele gesetzt, denn aus akustischer Sicht soll die anerkannt gute Qualität der großen Denon Hifi-Komponenten auf kleinstem Raum offeriert werden. Um dies zu verwirklichen, setzt Denon auf ein Schaltungslayout mit möglichst kurzen Signalwegen. Die Verstärker-Leistung ist für ein derartig kompaktes System üppig bemessen. Die eingebauten Digital-Endstufen mobilisieren 65 Watt pro Kanal. Ob diese Leistung in der Praxis auch entsprechend zum Ausdruck kommt, klären später die Hörtestreihen. Im Setup des CEOL Netzwerkreceivers findet sich neben einem Einrichtungsassistenten (z.B. Sprache, Netzwerkeinbindung kabellos oder kabelgebunden) auch eine spezielle Anpassung des Netzwerkreceivers auf die mitgelieferten Lautsprecher. 

Anschlüsse

Wenden wir uns den Anschlüssen der CEOL zu. Wie bereits erwähnt, gibt es einen Netzwerkanschluss und ein integriertes WLAN-Modul. Auf der Oberseite befindet sich das Dock für Apple iOS-Devices. Auf der Frontblende gibt es einen USB-Anschluß, einen 3.5 mm Kopfhörer-Ausgang und einen 3,5 mm Audio-Eingang. Auf der Rückseite befinden sich zwei analoge Cinch-Eingänge und ein optischer Digital-Eingang: So kann man den CEOL-Netzwerkreceiver mit dem digitalen Ausgang des Flachbildschirmes verbinden. Sehr praktisch ist der auf der Rückseite zu findende Vorverstärkerausgang zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. Es dürfte klar sein, dass die mitgelieferten recht kleinen Regalboxen gerade im Bassbereich ein nur beschränktes Potential aufweisen. Da bietet es sich an, einen kompakten und leistungsstarken Subwoofer ergänzend einzubinden. 

Klang
  • Spotify-Wiedergabe Broadway – DJ Antoine vs Mad Mark: Hier beweist das Denon-System dass die hohe Ausgangsleistung nicht nur auf dem Papier existiert: Kraftvoll treten die Endstufen an, die kompakten Lautsprecher gehen überraschend souverän auch mit höheren Lautstärkepegeln um. Wem das gebotene im Bassbereich nicht ausreicht, kann zusätzlich einen aktiven Subwoofer in die Kette integrieren. Für die kleinen Abmessungen produzieren die 2-Wege-Lautsprecher aber einen durchaus respektablen Bass. 
  • AirPlay-Wiedergabe Euphoria Loreen: Sehr schnell schaltet der CEOL-Netzwerkreceiver vom spotify-Betrieb auf die AirPlay-Wiedergabe um. Bei Euphoria überzeugt erneut die Pegelfestigkeit (die 40 auf der Lautstärkeskala sollte aber nicht überschritten werden), die Bassqualität erstaunt uns auch bei diesem Stück. Der Klang löst sich sogar ordentlich von den Lautsprechern und verteilt sich im kleineren bis mittelgroßen Hörraum relativ gleichmässig. Die Gesamtdynamik hat uns ebenfalls überzeugt. 
  • CD Johann Strauss – Kaiserwalzer: Die CD wird schnell und mit sehr leisem Laufwerksgeräusch geladen. Dass die CD schon älter und leicht zerkratzt ist, stört das Laufwerk mit offensichtlich guter Fehlerkorrektur nicht. Bei dieser CD werden die Grenzen des CEOL-Systems allerdings doch erkennbar. Der wunderschöne Walzer erscheint zwar ordentlich aufgebaut, Wunder bzgl. der Feindynamik darf man allerdings nicht erwarten. Der Hochtonbereich tritt angenehm auf und erscheint auch durchaus gelungen bzgl. der Räumlichkeit, der anspruchsvolle Klassikhörer würde sich allerdings noch etwas mehr Transparenz wünschen. Die Gesamtdynamik gefällt uns durchaus, für ein so kleines System ist auch die Räumlichkeit als gut zu bezeichnen. 
  • FLAC 192 kHz / 24 Bit, Hoff Ensemble, Blagutten (Akoustik Jazz): Bei diesem ruhigen Stück überzeugt uns die Detailarbeit der CEOL-Anlage mehr als beim Kaiserwalzer. Akustische Feinheiten werden sorgfältig erkannt und mit guter Räumlichkeit umgesetzt. Tonal tritt Denons CEOL-System überraschend neutral auf und produziert daher nur geringfügige Verfärbungen. Jedes einzelne Instrument wird charismatisch und mit klar nachvollziehbarer Kontur herausgearbeitet. Eine Anmerkung möchten wir uns noch erlauben – aufgrund der Tatsache, dass High-Resolution-Audio-Dateien relativ groß sind, dauert das Buffern hier etwas länger. 
  • FLAC 96 kHz / 24 Bit, Diana Krall – Stop this World: Dianas Stimme kommt erstaunlich charakterstark heraus. Die Denon Komponenten schaffen es, die Stimme zu fokussieren, gleichzeitig aber auch die instrumentale Präsentation nicht zu vernachlässigen. Die Temperatur des Klaviers ist tadellos getroffen, das Schlagwerk ertönt mit sehr guter Impulstreue. Wie auch bei den anderen Beispielen gefällt die Räumlichkeit, die das CEOL-System bereitstellt. 
Fazit

Denon bietet mit der new CEOL eine kleine, feine, netzwerkfähige Musikanlage an, die sich durch ihre hohe Gesamtqualität wohltuend von vielen potentiellen Alternativen abhebt. Bis auf wenige Details, die allesamt die Lautsprecher betreffen, weis die Verarbeitung zu überzeugen. Das Design ist modern und gefällig und wirkt nicht zu kurzlebig. Durch das hochauflösende mehrzeilige Gerätedisplay und die übersichtliche Fernbedienung ist die Bedienung auch für weniger versierte Anwender einfach. Denon konzentriert sich bei der CEOL auf hochwertige Audio-Wiedergabe. Video-Funktionen sucht man daher vergeblich. Bezüglich Audio-Wiedergabe-Möglichkeiten erweist sich der Netzwerk-Receiver als voll ausgestattet. Hochauflösende Audio-Dateien können in den Formaten FLAC und WAV mit bis zu 192 kHz / 24 Bit wiedergeben werden. Die bekannten Online Musikdienste last.fm und spotify sind integriert. Wer kein kostenpflichtiges Abo für diese Dienste möchte, greift einfach auf die kostenloste vTuner Internet-Radio-Plattform zurück. Für die Besitzer von Apple-Devices besonders interessant ist die sehr gut funktionierende Airplay-Funktion. Die Steuerung der CEOL kann alternativ auch mit der zuverlässig arbeitenden App für Android-basierte Smartphones und Apple iOS Devices erfolgen. Klanglich zeigt Denons Systemlösung erstaunlich viel Reife und erstaunlich wenig Schwäche. Gute Räumlichkeit, tadellose Dynamik, recht neutrale Tonalität und eine überzeugende Pegelfestigkeit sorgen für diese Einschätzung. Als Leistungsgrenze treten klar die Lautsprecher in Erscheinung, daher bietet Denon auch nur den Netzwerk-Receiver einzeln an. Dieser kostet dann EUR 699,--, durch die leistungsfähigen Endstufen können auch hochwertigere Lautsprecher angeschlossen werden.

Kompakte, elegante Netzwerk-Musikanlage, die viel Qualität zum fairen Preis offeriert

Mini-Netzwerk-Musiksystem
Test 04. Dezember 2012

+ Erstklassige Verarbeitung des Hauptgerätes
+ Ausgezeichnete Klangqualität schon mit den im Paket enthaltenen Lautsprechern
+ Geringer Aufpreis für LS
+ Spotify, last.fm und vTuner
+ Einfache Bedienung
+ Sehr gutes Display
+ Subwoofer-Vorverstärkerausgang

-  Details an den Lautsprechern erscheinen etwas billig

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 04.12.2012

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