TEST: AV-Receiver Denon AVR-2113 - Die Krönung der Mittelklasse?

21.06.2012 (phk/sw)

Einführung

Nach dem erfolgreichen Test des AVR-1713 begrüßen wir den AVR-2113 für 599 EUR UVP in der Redaktion und im Testbetrieb. Denons Philosophie, das Hauptaugenmerk stets auf den Sound zu legen und ein Gerät nicht mit einer Vielzahl an kaum genutzten Features zu beladen, bewerten wir seit jeher positiv. Auch beim AVR-2113 bleibt Denon seiner Maxime treu und hat viel Entwicklungsarbeit in die Optimierung der Klangqualität investiert. Sinnvolle Ausstattungsmerkmale finden aber durchaus Platz im AVR-2113, schließlich darf die Flexibilität auch nicht leiden.

Der Denon AVR-2113 ist mit einer 7-Kanal Endstufe ausgestattet, jeder Kanal leistet bis zu 125 Watt an 6 Ohm. Der AV-Receiver kann mit Dolby Pro Logic IIz also Front High-Lautsprecher betreiben oder problemlos zwei Endstufen für eine zweite Zone nutzen. Die 6 HDMI-Eingänge sind allesamt (inkl. Front) 3D-fähig, der Ausgang ist mit ARC ausgestattet. Abgesehen von der 3D-Funktionalität bietet der Denon mit dem neuen 12 Bit Analog Devices Prozessor Upconversion auf 1080p von analogen und digitalen Quellen inkl. Reverse-Pulldown von 60Hz auf 1080p24 sowie einen Video-Equalizer. Auf Wunsch skaliert der AVR-2113 auch auf bis zu 4K hoch, zudem erkennt er ob ein 4k-Signal anliegt und schleift dieses durch und kann sogar das 4k-Signal mit der grafischen Benutzeroberfläche überlagern. Das GUI wurde optisch neu aufgemacht, ist jetzt 7-sprachig und bietet einen komfortablen Installations-Assistenten.

Die Netzwerk- und USB-Funktionen stimmen mit dem AVR-1713 größtenteils überein. Er kann also AirPlay und empfängt Internetradioprogramme, außerdem last.fm und flickr. Die USB-Schnittstelle ist für den Anschluss von iPod/iPhone/iPad vorbereitet, auch das iPad wird geladen. Im Gegensatz zum kleineren Modell steckt aber eine andere Version des BridgeCo-Chips, der mit einem Update im Juli 2012 Gapless, ALAC und WAV/flac 192/24 spielt. Selbst mit den Flac HD und WAV-HD Formaten soll Gapless Play beim 2113 problemlos funktionieren. Selbstverständlich kann der AVR-2113 mit der Denon Remote App, aber auch über den Browser, gesteuert werden.

Verarbeitung

Front-Ansicht

Großzügiges Front-Display

Bedienelemente

Quellenwahlregler

Power-Button

Lautstärkedrehregler

Ausgezeichnete Detailverarbeitung

Rückseite

Innenleben Gesamtansicht

Video-Platine

Elkos

Gesamtansicht

Audyssey Mikrofon

Fernbedienung

Schick und elegant kommt der Denon AVR-2113 daher, die schwarze Frontblende ist tadellos angebracht und geht ohne überstehende Kanten nahtlos in den Gehäusemantel aus Aluminium über. Die zwei Drehregler an der Vorderseite sind, für Quellenwahl und Lautstärke zuständig, gerastert. Der Lauf ist ruhig, minimal eiert der Lautstärkedrehregler aber. Das großzügige Front-Display mit großen Beschriftungen lässt sich unabhängig von externem Lichteinfall ausgezeichnet ablesen. Da sich die frontseitigen Anschlüsse hinter einer Kunststoffklappe, die problemlos herausgelöst werden kann, verstecken, wirkt die Gerätefront geschlossen und edel. Der AV-Receiver ruht auf großen Standfüßen, dank der geringen Bautiefe gibt es bei der Aufstellung keine Probleme. Rundum punktet der Denon mit hoher Verarbeitungsgüte, auch die Anschlüsse auf der Rückseite sind sauber integriert und sitzen fest. Der innere Aufbau ist sehr übersichtlich und geordnet, die Verkabelung sauber und nicht kritikwürdig. Die Fernbedienung hat sich bezüglich Design und Layout der Vorjahresmodelle verändert. Die Oberfläche ist jetzt hochglanzschwarz und mit den "Sound Mode"-Tasten ist etwas Farbe ins Spiel gekommen. Die Fernbedienung wirkt aber weiterhin übersichtlich und bietet einen ausgezeichneten Tastendruckpunkt. Abgesehen von einigen wenigen sind die Knöpfe fluoreszierend und können auch im Dunkeln abgelesen werden. Einziger Nachteil ist, dass Fingerabdrücke auf dem Hochglanzschwarz schon nach kurzer Zeit sichtbar werden.

Anschlüsse

HDMI Anschluss-Sektion

Weitere Video-Beschaltung und LS-Anschlüsse

Analoge Stereo Cinch-Eingänge und FM Antenne

Front-Anschlüsse hinter einer Blende

  • HDMI 5x + 1x Front In / 1x Out

  • Komponentenvideo-Eingang

  • FBAS 2x In / 1x Out + 1x Front In

  • Koaxialer digitaler Audio-Eingang

  • Optischer digitaler Audio-Eingang

  • Analoge Stereo Cinch-Eingänge 4x + 1x Front In

  • FM-Antenne

  • Ethernet

  • USB Front

  • Anschluss für Setup-Mikrofon

Der Denon AVR-2113 bietet mit sechs 3D-fähigen HDMI-Eingängen eine sehr solide Anschlussbestückung in dieser Preisklasse. Auch FBAS-Slots sowie ein Komponentenvideo-Eingang sind für die analoge Video-Übertragung noch vorhanden. Analoge Stereo-Cinch Eingänge gibt es ebenfalls genug, digital steht sowohl ein koaxialer wie ein optischer Eingang zur Verfügung. Der frontale USB-Eingang kann für iPod/iPhone und iPad-Anschluss genutzt werden, alle drei Apple Devices können damit geladen werden.

Menüs

Setup-Taste auf der FB

Audio

EQ für Höhen/Tiefen

Lautstärke-Einstellungen

Audyssey-Settings

Video-Einstellungen

Eingänge

Zuordnung der vorhandenen Eingänge

Lautsprecher-Konfiguration

LS-Größe

LS-Abstand in 0,1m Schritten

Netzwerk

DHCP oder IP/Gateway/DNS manuell einstellen

Allgemeine Einstellungen

 

Die grafische Benutzeroberfläche des Denon AVR-2113 ist inhaltlich weitgehend identisch zum kleineren Modell 1713, wurde aber grafisch deutlich aufgepeppt und bietet 7 Sprachen. Die einzelnen Menüs sind auch für eher unerfahrene Anwender leicht durchschaubar und halten auch knappe, aber nützliche Hilfetexte zu einzelnen Punkten bereit. Die Lautsprecherkonfiguration wirkt sehr ansprechend und umfangreich, mit 10 cm Schritten kann der Lautsprecher-Abstand recht fein eingestellt werden. Abgesehen hiervon macht sich die neue optische Aufmachung besonders beim Einrichtungs-Assistenten bemerkbar.

Starten des Installations-Assistenten

Genaue Instruktionen

beim Lautsprecheranschluss

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Installation

Die Audyssey Einmessung wird automatisch gestartet

Anschluss des Setup-Mikrofons

Eingangseinrichtung

Netzwerk-Einrichtung

Überprüfung ob die Einrichtung erfolgreich verlief

Der optisch schick gestaltete Einrichtungs-Assistent des Denon AVR-2113 gibt genaue Instruktionen und führt Schritt für Schritt zur erfolgreichen Installation der AV-Schaltzentrale. Durch sinnvolle Grafiken und verständliche Hilfetexte ist der Anschluss eines solch komplexen Gerätes auch für einen Laien problemlos möglich. Sogar beim Anschluss der Lautsprecher greift der AVR unterstützend ein. Danach startet das Einmess-System, eine Verbindung mit dem Netzwerk kann eingerichtet und angeschlossene Geräte vorbereitet und korrekt installiert werden. Nicht zuletzt ist die Einfachheit auch der guten Übersetzung der Menü-Texte zu verdanken. Mithilfe von Testdurchläufen wird im Anschluss gleich überprüft, ob die vorgenommenen Maßnahmen zum Erfolg geführt haben.

Multimedia

Übersicht über die Netzwerkfunktionen

Internetradio

Wiedergabe eines Internetradiosenders

DLNA-Streaming von einem Medienserver

Die Integration des AV-Receivers gelingt bei aktiviertem DHCP völlig problemlos. Mit dem Installations-Assistent wird die Netzwerkverbindung im Idealfall direkt bei der ersten Inbetriebnahme durchgeführt. Bei stehender Verbindung sind folgende Funktionen sofort anwählbar:

  • last.fm

  • flickr

  • vTuner Internetradio

  • DLNA-Streaming

Die Internetradio-Funktion ist einfach zu bedienen. Nach Land/Musikgenre/etc. sortiert ist der gewünschte Sender schnell gefunden, es kann aber auch nach Stichworten gesucht werden. Das Puffern der Musikinhalte nimmt weitgehend unabhängig der verfügbaren Qualität kaum Zeit in Anspruch.

Browser-Steuerung

Denon Web Controller

Eingangs-/Favoriten und Klangmodus-Wahl

Netzwerk-Features via Browser bedienen

Wiedergabeliste vom DLNA-Server

Wiedergabe

Setup

Audio-Eigenschaften

Video-Settings

Lautsprecher-Konfiguration

Firmware-Updates

Die Konfiguration und Steuerung ist beim AVR-2113 auch mit dem Browser möglich. Dazu muss einfach die IP-Adresse des Gerätes in die Adresszeile des eigenen Browsers eingefügt werden. Die IP des Gerätes, sollte man sie nicht manuell festgelegt haben, lässt sich in Windows am einfachsten über Start  - Netzwerk herausfinden. Hier sollte der AVR unter "Multimedia" erscheinen, Rechtsklick und Eigenschaften beschert dann die gewünschte Adresse. Mit der Denon Web Control verfügt man über die komplette Steuergewalt des AV-Receivers. Klickt man auf Main oder Zone 2 werden in etwas schickerer Optik grundlegende Bedienfunktionen inklusive Netzwerk-Features geboten. Unter Setup kann der Denon komplett konfiguriert werden. Je nach vorhandenem Netzwerk variiert die Verzögerungszeit bei Eingabebefehlen.

DLNA & AirPlay

Um DLNA-Streaming zu starten wählt man den Eingang Network am Receiver aus und navigiert zum Punkt "Media Server". Schnell durchsucht der AVR das Netzwerk und zeigt vorhandene Medienserver in einer Liste an. Auch die Auswahl und fortfolgende Navigation auf dem Server gelingt blitzschnell. Der Denon spielt kompromisslos FLAC, ACC und MP3-Dateien sowie WAV ab. Mit einem Update im Juli 2012 wird ALAC folgen und Gapless (auch bei FLAC HD) unterstützt. Die gebotene Klangqualität kann sich aber auch bei Dateien mit schwachen Bitraten sehen lassen, der Audio Restorer bietet deutlichen Benefit durch mehr Dynamik und Spritzigkeit. Auch Photos können mit dem Denon AVR von einem Server zugespielt werden, allerdings lediglich JPEG-Dateien.

Die AirPlay-Integration können wir ausnahmslos positiv bewerten. Unser iPhone hat den Denon AVR-2113 ohne Komplikationen erkannt und als Wiedergabegerät auswählen können. Nach einem Druck auf Play dauerte es noch etwa zwei Sekunden für den endgültigen Verbindungsaufbau. Die Steuerung kann dann weiter mit dem Smartphone erfolgen oder aber auch mit dem Navigationskreuz der Fernbedienung des Denons.

Denon Remote App

Denon hat für die neue xx13er AV-Receiver-Serie auch eine neue App präsentiert. Sie gibt es bereits in Apples App Store, voraussichtlich ab August soll sie auch im Google Play-Store für Android-Smartphones erhältlich sein. Die Apple-Version funktioniert auch mit Apples iPad, ist aber auf iPod Touch und iPhone optimiert. Das hochauflösende Retina-Display des iPads 3 wird somit derzeit nicht berücksichtigt. Die neue, frische Grafik überzeugt, hat man die Bedienlogik einmal durchschaut, scheint die Bedienung simpel. Besonderes Augenmerk hat Denon auch der Netzwerk-Sektion mit DLNA-Streaming und Internet-Musikdienstleistern geschenkt, hier lässt sich nahezu alles über die App bedienen, rasch sind z.B. bei der Internet Radio-Funktion auch Favoritenlisten erstellt. Screenshot der iOS-Applikation:

Netwerk - das Submenü

Internet Radio - Wiedergabe

Einfach lassen sich bei der Internet Radio-Funktion gleich über die App Favoritenlisten anlegen

Server- und PC-Übersicht

Auch für neue Denon Blu-ray-Abspielgeräte ist die App geeignet

Geht man auf das kleine Fragezeichen auf dem Touchscreen, erscheint das Hilfe-Menü

Testequipment
Klang

Im Denon AVR-2113 steckt natürlich auch das ausgefeilte Audyssey MultEQ XT automatische Einmess-System. MultEQ XT kann an bis zu acht Hörpositionen messen und die Klangwiedergabe auf die gegebenen Räumlichkeiten hin optimieren. Werden ohnehin niemals die vollen acht Plätze belegt, sollte man jedoch an weniger Positionen messen, da die optimalen Werte stets gemittelt werden müssen. Bei stark problematischen Räumen lohnt es sich, die Audyssey Korrektur einzusetzen und Raummoden weitgehend auszumerzen, allerdings gilt wie überall: Wo ein Vorteil - da ein Nachteil. Der Hochtonbereich wirkt bezüglich der Auflösung leicht eingeschränkt und die Detaillierung feiner Charakteristika fällt etwas schwerer. In vielen Fällen aber ein Kompromiss, den man eingehen sollte.

Wir beginnen unsere musikalische Testphase mit Celine Dions Konzert in Las Vegas und dem ersten Track der Blu-ray mit DTS-HD MA Tonspur "A New Day". Enorm räumlich beginnt der Denon, als das Glas in alle Richtungen zerspringt. Während des Klatschens der Zuschauer und bevor Celine die Bühne betritt fühlen wir uns mitten im Geschehen und in die Zuschauerreihen versetzt. Das Klatschen vermengt sich nicht zu einem Einheitsbrei sondern bleibt klar und transparent. Erstaunlich gut präsentiert der Denon die Stimme der Diva und arbeitet feine Charakteristika sauber heraus. Das leicht gehauchte in Celines Stimme kommt klar heraus. Der AVR-2113 versteht es, sowohl feine Details mit einzuarbeiten als auch das Gesamtgeschehen lebendig und kräftig zu gestalten. Die Mitten gelingen für seine Preisklasse überdurchschnittlich durchhörbar und transparent. Im Hochtonbereich wirkt er angenehm, aber keinesfalls warm oder zu samtig. Ausgezeichnet gefällt auch die Staffelung der Bühne, die Instrumente können klar geortet werden.

Bevor es ein wenig härter zugeht, nehmen wir uns die exzellente "the nordic sound" Blu-ray von 2L recordings vor. Marianne Thorsen und die Trondheim Solistene präsentieren uns Mozarts Violinkonzert in D major - Allegro. Überdurchschnittlich gut wirkt die Orchesterstaffelung, harmonisch und fließend die Front-Front sowie Front-Surround Übergänge. Violinen scheinen dem AVR-2113 sehr zu liegen. Geschmeidig und weich, aber immer mit entsprechender Prägnanz und Präzision transportiert der Receiver den Klang lebendig an den Hörer. Sind tiefste Frequenzen gefragt, wird flink und mit hoher Genauigkeit auf den LFE zurückgegriffen, der sich aber nie aufgetragen anfühlt oder zu sehr in den Vordergrund drängt sondern stets mit geradliniger Trockenheit aufwartet. Selbst bei den Pianoklängen des 11. Tracks bietet der Denon eine authentische Darbietung mit soliden Piano-Anschlägen und wiederum ausgezeichneter Violindarstellung.

Mit "Traffic" von der Elements of Life Tour in Kopenhagen von DJ Tiestö schalten wir einen Gang hoch und begeben uns in harte elektronische Sphären. Atmosphärisch hat der Denon viel zu bieten, wir fühlen uns von den Klängen umhüllt und genießen die hohe Dichte der akustischen Kulisse. Enorm druckvoll spielt der Denon untenrum auf und überzeugt durch einen sehr präzisen und trockenen Bass. Zu dick wird nie aufgetragen sondern eher akkurat und flink agiert. Nichts wirkt schwammig oder überzogen. Die verschiedenen subtilen Strukturen im Tieftonbereich arbeitet der Denon weitgehend sauber heraus und bietet ein ausgezeichnetes Fundament. Von den harmonisch fließenden Übergängen profitieren die sphärischen elektronischen Klänge natürlich besonders. Die Räumlichkeit wirkt so überdurchschnittlich gut und die Klangkulisse umhüllt geschlossen und dicht den Zuhörer.

Unsere Filmsequenzen beginnen wir mit "The Dark Knight", den wir mittlerweile beinahe als Klassiker bezeichnen können. Kräftig und druckvoll wird der erste Paukenschlag vom Denon AVR-2113 rübergebracht. Noch stärker präsentiert er sich, als von einem Schurken das Glasfenster aus dem Bürogebäude aufgeschossen wird. Hier finden wir nicht nur das helle Splittern des Glases, sondern auch die differenzierte Tieftonwiedergabe, die von der Tonspur verlangt wird. Auch als die Schergen mit dem Seil auf das andere Dach gelangen, wirkt das Schleifgeräusch sehr authentisch und sauber. Die Stimmwiedergabe der Clowns gelingt ausgezeichnet, leicht abgedumpft aufgrund der aufgezogenen Masken können die verschiedenen Protagonisten noch probemlos unterschieden werden. Die Uzi-Schüsse wirken scharf, aber nicht zu spitz, so dass das Hören trotz ausgeprägter Transparenz und Neutralität nicht unangenehm wird. Aggressiv wird der Denon selbst bei hohem Pegel nie. Sehr erstaunlich empfinden wir auch die Tatsache, wie problemlos der Denon AVR-2113 hohe Pegel bei solch anspruchsvollen Schallwandlern wie dem nuVero-Set bleibt. Souverän und ohne Abstriche treibt er die anspruchsvollen Schwaben an.

Wir schließen unsere Film-Testphase mit dem 22. Kapitel von James Camerons Avatar. Der Großangriff der Menschen auf die Einwohner Pandoras wird sehr räumlich wiedergegeben. Die riesigen helikopterähnlichen Fluggeräte werden exzellent erfasst und räumlich sehr gut platziert. Das chaotische Geschehen auf dem Boden, die verzweifelten Schreie der Na'Vi und die fliegenden Pfeile wirken souverän ins Geschehen integriert und gehen nicht unter. Selbst die Schritte der nativen Bewohner auf dem Gras bleiben in der Kulisse erhalten. Der Denon schafft eins sehr fülliges und kraftvolles Tieftonfundament, dabei bleiben differenzierte Strukturen bei dem geballten Angriff auf den riesigen Baum der Na'Vi sauber und können herausgehört werden. Der Denon setzt in der Preisklasse um 599 EUR klar Maßstäbe bezüglich Präzision und Detaillierung. Wir sind erstaunt und positiv überrascht, wieviel hier bereits möglich ist.

Mit unserem Sony Blu-ray Player spielen wir dem Denon AVR-2113 die SACD Frantic von Brian Ferry zu. Wieder sind wir von der Raffinesse und Detaillierung des relativ preisgünstigen AV-Receivers beeindruckt. Die Stimme Brian Ferrys wird ausgezeichnet erfasst und Feinheiten eingearbeitet. Exzellent gelingt auch der musikalische Aufbau der Bühne sowie die Instrumentaltrennung. Trotz der geschlossenen und dichten Kulisse können einzelne Instrumente sauber herausgehört werden und selbst kleine Details gehen nicht unter. Die Surround-Harmonie ist überragend, Front-Surround-Übergänge lückenlos und fließend. Ebenso zu loben ist das Zusammenspiel mit dem Subwoofer, der wie bereits erwähnt, sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängt, sondern präzise und trocken die tiefen Frequenzen einbringt. Auch Stereophile werden vom Denon AVR-2113 sehr gut bedient. Bei der konventionellen CD "Andrea" von Andrea Bocelli bietet der Denon eine solide Räumlichkeit und guten Bühnenaufbau. Die Bühne ist breit und tief und bietet ebenfalls eine tolle Instrumentaldifferenzierung. Feindynamische Differenzen werden solide ausgearbeitet und ins geschlossene Ganze eingebracht. Harmonisch und angenehm bleibt die Präsentation auch bei gehobenem Pegel.

Video

Öffnen wir mit der Setup-Taste das Einrichtungsmenü des Denon Receivers und wählen den Punkt Video aus, öffnen sich verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Darunter Bildeinstellungen, die HDMI-Konfiguration mit Lip Sync, CEC und Audio Out am TV/AVR  und Bildausgabe-Einstellungen sowie weitere verschiedene Justage-Optionen.

Bildeinstellungen

HDMI-Einstellungen

Videoausgabe-Einstellungen

Unter Bildeinstellungen findet sich ein konventioneller Video-Equalizer mit folgenden Einstellungen:

  • Kontrast -6 bis +6

  • Helligkeit 0 bis 12

  • Farbsättigung -6 bis +6

  • Farbton -6 bis +6

  • Rauschunterdrückung Aus Gering Mittel Hoch

  • Erweiterung (Bildkonturen betonen) 0 bis 12

In den Ausgabe-Einstellungen kann ein auf Spiele/Filme optimierter oder normaler Video-Modus gewählt werden, außerdem die automatisch angepasste Videobearbeitung anhand der HDMI-Inhaltsinformation. Soll der AV-Receiver in Original-Auflösung digital zugespieltes DVD-Material auf eine bestimmte Auflösung skalieren, muss "Videokonvertierung" und "I/P & Scaler" aktiviert werden. Ist dies erfolgt, kann die gewünschte Auflösung (von 480/576p bis 1080p/24) eingestellt werden, außerdem der Progressiv-Modus spezifisch für Film- oder Videomaterial sowie das Bildseitenverhältnis ausgewählt werden.

Praxisbetrieb

Star Wars Episode III - Die Rache der Sith, 576i Filmmaterial auf 1080p

Der Denon AVR-2113 bietet einen weitgehend ruhigen Lauf der gelben Schrift vor dem schwarzen Sternenhimmel mit vielen herausgearbeiteten einzelnen Sternen. Die Buchstaben laufen in den ersten zwei Dritteln des Bildschirms sehr sauber und ruhig, leichte Treppenstufenbildung ist aber zu sehen. Ab und zu gibt es auch an Buchstabenkanten immer wieder ein Zittern zu sehen. Das Gelb wirkt sehr satt und bleicht auch in den hinteren Ebenenen nicht aus, Wellenbewegungen sind zwar sichtbar halten sich aber zurück. Der DeInterlacer rastet recht schnell ein, so steht der imperiale Sternzerstörer nach einer knappen Sekunde bereits sauber und plastisch im Raum. Ein wenig Rauschen im Bild ist zu sehen, im Schatten liegenden Heckbereich wird recht sauber durchzeichnet und nicht überstrahlt. Die Bildstaffelung beim Abknicken der kleinen Raumjäger auf Coruscant ist sehr gut, die verschiedenen Schiffe schweben über der Planetenoberfläche, auch wenn die Objektplastizität noch etwas ausgeprägter sein könnte. In Kampfgeschehen zeichnet sich der AVR durch eine solide Bildruhe aus, die vielen fliegenden Objekte werden scharf und sauber unter Ausbildung geringer Artefakte angezeigt. Während die Bildschärfe bei Panorama-Aufnahmen etwas höher sein könnte, wirken die Nahaufnahmen der Protagnisten detailreich und clean. Insgesamt eine ausgezeichnete Performance für einen AV-Receiver dieser Preisklasse, einige Standalone Blu-ray Player können hier aber noch mehr Kontrast, Detailschärfe und Bildstabilität bieten.

AVEC Professional TEST DVD

  • Laufschriften in verschieden Geschwindigkeiten: Die Laufschriften wirken in allen Geschwindigkeiten sehr sauber und artefaktefrei, auch wenn sich leichtes Kantenzittern ab der ersten Geschwindigkeit einstellt, sich aber nur bedingt stärker in den höheren ausprägt. Die Farbtrennung gelingt mit leichten Abstrichen im roten Bereich sehr gut.

  • Schwingendes Pendel: Beim Pendel bilden sich ab dem oberen Drittel Nachzieheffekte aus und die farbigen Balken bluten leicht aus. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht stabil.

  • Stadtbild Esslingen: Das Bewegtbild von Esslingen gelingt mit solider Detailwiedergabe und dynamischer, authentischer Farbwiedergabe. Die Kamerafahrten sind flüssig, insgesamt ist die Bildruhe hoch. Auf den Hausdächern ist geringfügiges Zeilenrauschen bemerkbar.

Konkurrenzvergleich
  • Denon AVR-1713: Der AVR-1713 bietet für seinen günstigen Preis bereits eine ausgezeichnete akustische Performance. Dennoch wirkt der 7-Kanaler AVR-2113 noch geschliffener und ausgereifter. Die Feindynamik, Finesse und geschlossen harmonische Performance in Relation zum geforderten Preis ist eine enorme Leistung. Weitere Vorteile gegenüber dem kleinen Geschwistermodell umfassen das GUI, die Browser-Steuerung und natürlich der neue ADV8003-3 Videoprozessor mit EQ und 4K-Scaling, zudem wird der AVR-2113 nach dem Update Gapless auch mit FLAC HD und WAV HD-Formaten beherrschen.

  • Pioneer VSX-922: Für 549 EUR erhält man aktuell bei Pioneer einen 7-Kanal-Receiver mit hoher Pegelfestigkeit und exzellenter Grobdynamik. Der Denon spielt hingegen erwachsener, kultivierter. Mehr Feingeistigkeit, Finesse und Detaillierung zeigt der Denon, bleibt aber auch bei hohen Pegeln souverän. Multimedial bietet der Pioneer auch AirPlay, Internetradio und DLNA. Der AVR-2113 wird per Firmware-Update allerdings noch um ALAC sowie Gapless-Support im nächsten Monat nachgerüstet.

  • Onkyo TX-NR616: Der Marktpreis des ursprünglich mit 699 EUR eingepreisten AVR-Receiver ist bereits drastisch gesunken, so dass er sich nun als direkter Konkurrent dem AVR-2113 entgegen stellt. Der Onkyo bietet eine umfangreichere Anschlussbestückung und ebenfalls sehr gute Videosektion. Die Netzwerk-Funktionen sind bei aktuellem Stand ähnlich, der AVR-2113 bietet AirPlay und wird per Firmware-Update mit ALAC und Gapless ausgestattet, der Onkyo kann dafür mit Spotify aufwarten. Akustisch bieten beide für ihren Preis eine hervorragende Leistung, der Denon scheint noch etwas ausgereifter und harmonischer.

Fazit

Der Denon AVR-2113 setzt erfolgreich fort, was der AVR-1713 begonnen hat. Tadellose Souveränität, enorm räumlich und detailliert und dabei kraftvoll, dynamisch und temperamentvoll So lassen sich die überdurchschnittlichen akustischen Leistungen in diesem Preisgefüge beschreiben. Erstaunlich, wie der 599 EUR AV-Receiver selbst mit anspruchsvollen Schallwandlern harmoniert. Der AVR-2113 ist - aus unserer Sicht - akustisch das aktuelle Highlight der Mittelklasse. Natürlich bietet der Denon mit multimedialer Flexiblität, einer soliden Video-Sektion und einfacher Installation weitere Benefits. Mit einem Firmware-Update im Juli werden weitere interessante Funktionen freigeschaltet.

Mit bewährten Tugenden an die Klassenspitze - Der Denon AVR-2113 ist der Top-Akustiker der Mittelklasse

AV-Receiver Mittelklasse
Test 21. Juni 2012

+ Hohe Räumlichkeit
+ Geschlossene, dichte Klangkulisse
+ Kraftvoll und dynamisch
+ Tolle Detaillierung
+ Exzellentes Preis/Leistungsverhältnis
+ Ausgezeichneter Installationsassistent

 

Test: Philipp Kind
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 21.06.2012

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