XXL-TEST: AV-Receiver Denon AVR-1713
30.04.2012 (cr/sw)

Der AVR-1713 kommt auf 499 EUR und sieht sehr schick aus

Übersichtliche Fernbedienung

Rückseite mit 4 x HDMI-Eingängen und
Lautsprecherkabel-Schraubanschlüssen sowie Kaltgeräte-Netzkabelanschluss
Einführung
Für 499 EUR - also unter der magischen 500 EUR-Grenze - kann man den
brandneuen Denon AVR-1713, erstmals in dieser Preisklasse bei Denon mit AirPlay,
erwerben. Der AV-Receiver verfügt über eine Fünf- und nicht über eine
Siebenkanalendstufe, kokettiert dafür aber mit satten 120 Watt Leistung pro
Kanal (an 6 Ohm) und aufwändigem diskreten Aufbau. Der Trend geht klar zu
Klangqualität und Netzwerkfeatures bei allen Konkurrenten im Jahre 2012, da
macht Denon keine Ausnahme: Nicht mehr sieben Kanäle für wenig Geld, sondern
Spitzenqualität zum fairen Kaufpreis - diese Maxime verkörpert gerade der
AVR-1713 sehr gekonnt. Dies zeigt auch, dass Denon dem AV-Receiver nicht das
einfachere Audyssey 2EQ und auch nicht das ebenfalls einfachere MultEQ als
Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-System spendiert, sondern das ausgefeilte
MultEQ XT mit bis zu acht Einmesspositionen.

Die verschiedenen Audyssey-Einmesssysteme im tabellarischen
Vergleich. Quelle: Audyssey
Des weiteren verfügt der Netzwerk-Receiver über Internet Radio
sowie den Musikdienst last.fm und über flickr. Der Compressed Audio Restorer
verbessert die Klangqualität von datenreduziertem Material. Optisch nun flacher, aber
gleichzeitig sehr elegant und hochwertig gehalten, kann man den AVR-1713 ohne
Übertreibung als bildschönes Gerät bezeichnen. Denon hat auch großen Wert
auf eine optimale Praxistauglichkeit gelegt und dem AV-Receiver solide
Lautsprecheranschluss-Terminals sowie gleich 5 HDMI 1.4.a Eingänge (einer
praktischerweise auf der Front) spendiert. Das Netzkabel ist austauschbar,
selten in diesen Preisklassen. Das GUI steht nicht nur in englisch, sondern auch
in deutsch und französisch zur Verfügung. Firmware-Updates sind über USB
möglich, der nochmals verbesserte Installations-Assistent erläutert die
Schritte bis zur Inbetriebnahme, was es auch weniger versierten Anwendern
möglich macht, den AVR-1713 rasch nutzen zu können. Die USB-Schnittstelle
eignet sich für den direkten, digitalen Anschluss von iPod, iPhone und auch dem
iPad. Nicht nur iPod und iPhone, sondern auch das iPad wird bei Anschluss
geladen, sehr praktisch. Ebenfalls über USB möglich sind Firmware-Updates.
Denons neuer Stolz überzeugt auch durch geringen Stromverbrauch im
Standby-Betrieb (0,1 Watt Normal, 0,5 Watt CEC-Standby, 2,7 Watt
Netzwerk-Standby). Im Praxistest beweist der AVR-1717, dass er die angegebenen
Werte sogar noch unterbietet, im Netzwerk-Standbybetrieb kamen wir auf rund 2,3
Watt.
Hier die neuen Funktionen des AVR-1713 gegenüber dem Vorgänger
AVR-1612:
-
Netzwerk mit AirPlay, Internetradio, Last.FM, Denon Remote App für
iOS/Android
-
Audyssey MultEQ-XT (statt: MultEQ)
-
Zusätzlicher HDMI-Fronteingang.
-
Komplett überarbeiteter Installations-Assistent
-
Aktualisiertes Design mit geringerer Höhe und Tiefe
Detaillierte Spezifikationen:
http://www.denon.de/de/Product/Pages/Product-Detail.aspx?Catid=HomeTheatre&SubId=AVReceivers&ProductId=AVR1713
Verarbeitung

Sehr gute Passungen

Solide Standfüße

So stellen wir uns die Rückseite eines AVRs der 500 EUR-Liga
vor: Sauber verarbeitet, groß genug beschriftet und sehr übersichtlich

Großer, griffgünstiger und sogar gerasterter
Lautstärke-Drehregler - perfekt!

Präzise eingepasster Standby-Knopf

Gut eingepasste Bedienelemente, Punktmatrixdisplay

Typisches Audyssey-Einmessmikrophon
Der AVR-1713 zeigt sich bereits beim optischen Check von seiner
besten Seite: Flach, aber nicht zu flach, schlicht, aber nicht so schlicht, dass
seine Attraktivität nicht auffallen würde: Der Denon ist richtig hübsch und
begeistert auch mit hochwertigen Details: Die soliden Standfüße, der große,
gerasterte und griffgünstige Lautstärke-Drehregler, die hervorragend
verarbeitete Rückseite mit fest sitzenden Buchsen oder aber das
Punktmatrixdisplay mit sehr gutem Kontrast - überall kann sich der Denon an die
Spitze setzen, wenn es ums Finish geht. Es fällt kaum ins Gewicht, dass die
exakt eingepasste Frontblende nur aus Kunststoff besteht: Dieser gefällt mit
ausgesprochen guter Materialqualität. Die Spaltmaße sind überall
gering.

Akkurates Platinenlayout

Passive Kühlung, sehr saubere Kabelführung

Transformator

Innenleben im Detail

Gesamtübersicht
Denon setzt mal wieder Maßstäbe - ein so gediegenes Layout
innen kennen wir von so preisgünstigen AV-Receivern nicht. Sauberes
Platinenlayout, übersichtliche, akkurate Verkabelung und hochwertige Baugruppen
- das verdient Beifall.
Anschlüsse

Frontanschlüsse mit 5. HDMI-Eingang, USB-Eingang sogar fürs
iPad, Anschluss fürs Audyssey MultEQ XT Einmess-Mikrophon

Front: 6,25 mm Kopfhörerausgang

Solide Lautsprecherkabel-Schraubterminals

Keine üppige Bestückung mit konventionellen Anschlussformen
- diese benötigt im HDMI-Zeitalter auch kaum noch jemand. Netzwerkanschluss ist
auch mit an Bord - das ist ein wichtiger Kaufgrund

4 HDMI Eingänge und 1 HDMI Ausgang

FBAS-Beschaltung
Menüs
Sehr praktisch: Der AVR-1713 bringt einen gelungenen
Einrichtungsassistenten mit, der den Anwender durch alle Schritte mit gezielten,
sprachlich guten Hilfetexten leitet, die für die Installation und
Inbetriebnahme nötig sind. Die Menüs weisen für die Preisklasse eine absolut
zufrieden stellende Schriftart auf und sind gut lesbar. Punkten kann der Denon
mit den drei verfügbaren Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch.

Sprachauswahl

Einrichtungs-Assistent

Verständlich und übersichtlich

Sehr brauchbare Erklärungen beim Einrichtungs-Assistenten

Lautsprecher-Anschluss mit Grafiken zur Verdeutlichung

Abfrage der einzelnen Boxen

Surround-Lautsprecher: Ja oder nein?

Subwoofer vorhanden?

Lautsprecher-Einmessung: Hilfetext und Zeitangabe

Anschluss des Mikrophons

Einrichtungsmenü in der Übersicht

Audio-Parameter

Aktivierbare oder deaktivierbare Klangregelung

Video-Menü

HDMI-Konfiguration

Eingangs-Optionen

Zuweisung der digitalen Eingänge

Quelle verbergen - ja oder nein

Lautsprecher-Konfiguration

Untermenü "Bässe"

Time Alignment. Wahlweise 0,1 Meter oder sogar 0,01 Meter bei
der manuellen Konfiguration, das ist sehr präzise

Pegelangleich

Netzwerkmenü

Netzwerk-Infos

Netzwerk-Einstellungen

Allgemeine Einstellungen

Display-Dimmer

Firmware-Update
Multimedia

Übersicht über die Netzwerkfunktionen

Internet Radio - Deutschland, Submenü
Sehr gut funktioniert die Auswahl eines gewünschten Senders
beim Internet Radio-Feature des AVR-1713. Schnell hat man dank zielgerichteter
Menüs einen Sender gefunden, der genau die Musik spielt, nach der einem gerade
der Sinn steht. Es gibt auch ein Untermenü, in dem die Auswahl auf Stationen
beschränkt ist, die eine besonders hohe Datenrate für gute Qualität
offerieren. Das Puffern des Streams erledigt der Denon schnell und zuverlässig.
Die Klangqualität in Dolby Pro Logic II Music ist ausgezeichnet, fundiert, klar
und dynamisch. Nur Lob können wir auch bezüglich der AirPlay-Integration
anbringen. Sofort wird der AVR-1713 im Menü unseres Apple iPhone 4S
als externes Wiedergabegerät erkannt. Vom laufenden Internet Radio-Betrieb
dauert es rund 5 Sekunden, bis dann die AirPlay-Wiedergabe beginnt. Die sehr
gute, frische und doch homogene Klangqualität kennen wir schon von
verschiedenen 192 Mbit/s-Stationen des Internet Radio. Der kleine Denon AVR ist
pegelfest und spielt mit toller Räumlichkeit schon im PLII Music Betrieb auf.
Nutzt man die Streaming-Funktion von PCs und Servern, die sich im identischen
Netzwerk wie der Denon befinden, agiert der AV-Receiver wiederum schnell und
listet alle im Netz befindlichen Rechner und Server auf. Der AVR-1713 spielt
problemlos FLAC, AAC und MP3 ab.
Alle Funktionen im Überblick
Ethernet-Schnittstelle:
- Streaming von 2-Kanal-Dateien (MP3, WMA, AAC, FLAC- und WAV-Audio-Dateien) vom DLNA-Server
- Streaming von Apple Lossless und 24-Bit / 192 kHz 2-Kanal-WAV- und FLAC-Dateien vom DLNA-Server (per Firmware-Update im Juli 2012)
- Gapless-Unterstützung (per Firmware-Update im Juli 2012)
- Internet-Radio mit mehr als 12.000 Stationen (MP3, WMA)
- Zugriff auf Flickr
- Zugriff auf den Online-Dienst Last.FM (Abonnement erforderlich)
- Steuerung/Setup des Receivers vom PC, PDA, iPod
- Firmware-Updates und -Upgrades
Weitere Multimedia-Funktionen:
- Denon Remote App für iOS (im AppStore erhältlich) und Android (auf Google Play ab Juni 2012 erhältlich)
- AirPlay-Musikstreaming integriert
- USB-Schnittstelle zum Anschluss portabler USB-Massenspeicher, und vom iPod sowie iPhone und iPad* inkl. Digital Direct Play
- Ladefunktion für iPhone, iPod und iPad
Neue App
Denon hat für die neue xx13er AV-Receiver-Serie auch eine neue
App präsentiert. Sie gibt es bereits in Apples App Store, voraussichtlich ab
Mitte Mai-Anfang Juni ist sie auch im Google Play-Store für Android-Smartphones
erhältlich. Die Apple-Version funktioniert auch mit Apples iPad, ist aber auf
iPod Touch und iPhone optimiert. Das hochauflösende Retina-Display des iPads 3
wird somit derzeit nicht berücksichtigt. Die neue, frische Grafik überzeugt,
hat man die Bedienlogik einmal durchschaut, scheint die Bedienung simpel.
Besonderes Augenmerk hat Denon auch der Netzwerk-Sektion mit DLNA-Streaming und
Internet-Musikdienstleistern geschenkt, hier lässt sich nahezu alles über die
App bedienen, rasch sind z.B. bei der Internet Radio-Funktion auch
Favoritenlisten erstellt.

Neues Design in Version 3.0 - schön gestaltete Symbole, durch
Anklicken z.B. auf den aktuellen Eingang "Network" kommt man ins
Quellwechsel-Menü zum Wechseln des Eingangs

Klar gekennzeichnete Symbole im Quellmenü

Auswahl des Soundmodus

Netwerk - das Submenü

Internet Radio - Wiedergabe

Einfach lassen sich bei der Internet Radio-Funktion gleich
über die App Favoritenlisten anlegen

Server- und PC-Übersicht

Auch für neue Denon Blu-ray-Abspielgeräte ist die App
geeignet

Geht man auf das kleine Fragezeichen auf dem Touchscreen,
erscheint das Hilfe-Menü
Neuerungen in der App:
- Ein einziger Steuerungsbildschirm für Multi-Zonen für AV-Receiver
- Anpassbare Schnelltasten auf dem Startbildschirm
- Schnelles Durchsuchen von Miniaturansichten für die Wiedergabe von Netzwerk-Musikdateien (*1)
- Verwaltung von Wiedergabelisten für die Wiedergabe von Netzwerk-Musikdateien (Erstellen/Bearbeiten/Löschen)
- Direkte UKW-Frequenzeinstellung mit den neuen Modellen der ’13-Serie
- Schnelles Durchsuchen von Internetradio mit den neuen Modellen der ’13-Serie (*1)
- Einstellung einer Lautstärkebegrenzung mit den neuen Modellen der ’13-Serie
- Steuerung der neuen DENON Blu-ray-Player bei gleichzeitiger Verwendung der neuen AVR der ’13-Serie und Blu-ray-Modellen (*2)
- Anpassung der Übergänge von Diashows
- Umbenennungsmöglichkeit für AVR und Multi-Zone
- Benutzerfreundliche Hilfeanzeige auf dem Startbildschirm
- Unterstützung mehrerer Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Italienisch, Schwedisch, Japanisch, vereinfachtes Chinesisch) (*3)
Hinweise:
*1. Während des schnellen Durchsuchens des Netzwerks kann die Synchronisierung der AVR-Benutzeroberfläche und der Remote App zeitweilig verloren gehen.
*2. Zwischen dem AVR und dem Blu-ray-Player ist eine HDMI-Verbindung erforderlich.
*3. Die Sprache des Betriebssystems wird automatisch erkannt. Wenn diese nicht verfügbar ist, wird Englisch verwendet.
Voraussetzung: Mindestens iTunes 4.3.
Testequipment
Klang
Audyssey MultEQ XT ist mittlerweile auf einem guten Stand
angelangt. Harmonische Übergänge zwischen Fronts und Surrounds, eine sehr gute
Fähigkeit, mit hohen Pegeln umzugehen und ein angenehmer Gesamtklang sind die
Vorzüge. An bis zu 8 Positionen wird eingemessen, so können auch mehrere
Personen vom optimal eingemessen Klangfeld profitieren. Es gibt aber nach wie
vor auch Nachteile, diese betreffen nach erfolgter Einmessung den Hochtonbereich
(nicht mehr so fein auflösend) und die Detaillierung insgesamt - es werden
etwas weniger musikalische Einzelheiten präsentiert.
Bei "Back In Your Head" (Tiesto Blu-ray "Elements
Of Life - Copenhagen", Disc 2, Track 3, DTS-HD Master Audio) setzt der
AVR-1713 neue Maßstäbe für die Klasse bis 500 EUR. So viel Dampf und
Souveränität haben wir bislang noch nie erlebt! Der kleine Denon macht fast
völlig vergessen, welcher Preisliga er angehört. Man tippt spontan auf einen
AVR der 800 bis 900 EUR Liga. Kraftvoll und mit herausragender Wucht trägt der
AVR-1713 das Bassgefüge in den Hörraum und bietet eine exzellente Dynamik. Die
tieffrequenten Strukturen bringt der Denon AVR mit sauberer Differenzierung zum
Ausdruck und arbeitet auch den unter dem harten Kickbass liegenden subtilen Bass
sehr gut heraus. Die vokalen Elemente werden mit hoher Klarheit wiedergegeben.
Der Effektaufbau erfolgt impulstreu und schnell, Wechsel zwischen Front- und
Surround-Klangkulisse gehen fließend vonstatten.
Nun musste der AVR-1713 Wolfgang Amadeus Mozarts weltberühmter
Oper „La Nozze Di Figaro“ (Figaros Hochzeit), Fortsetzung von „Der Barbier
von Sevilla“ sein Können unter Beweis stellen. Die Blu-ray bringt DTS-HD High
Defintion 5.1 als Tonspur mit. Wir haben uns die orchestrale Eröffnung und das
erste Duett zwischen Susanna (Anna Netrebko) und Figaro ( Ildebrando D‘
Arcangelo) angehört. Das Flüstern und Räuspern innerhalb des Publikums vor
Beginn arbeitet der 1713 hervorragend und klar heraus. Wir sind erneut
beeindruckt, wie toll der 500 EUR AVR mit unserem Nubert nuVero-Testset zusammen
arbeitet. Als dann das Orchester beginnt und die musikalische Darbietung immer
schwungvoller wird, staunen wir, wie viele musikalische Ebenen der Denon
berücksichtigt, und wie souverän die Dynamiksprünge gemeistert werden. Mit
Schmiss und sehr guter Grobdynamik wird jeder orchestrale Einsatz zu einem
Erlebnis. Somit entpuppt sich der preisgünstige Denon als Geheimtipp für die
mehrkanalig veranlagten Klassikliebhaber, der ein preislich fair kalkulierteres
Gerät mit tadellosen Fähigkeiten bei der Wiedergabe von klassischer Musik
sucht. Die Brillanz ist für einen so günstigen AV-Receiver ebenfalls sehr zu
loben. Aggressiv oder spitz wird der 1713 dabei nie. Die Violine liegt ihm sehr
- prima durchzeichnet und flüssig gespielt, macht es viel Freude, zuzuhören.
Als dann das erste Aufeinandertreffen von Figaro und Susanna beginnt, zeigt uns
der Denon, dass eine klare sowie charismatische Wiedergabe von Stimmen ebenfalls
ausgezeichnet beherrscht wird: D'Arcangelos Stimme besitzt saubere Konturen und
hohe Ausdruckskraft, und auch Netrebkos vokale Darbietung erscheint räumlich
einwandfrei und mit tadelloser Auflösung.
Der dritte Teil von "Star Wars" (DTS-HD Master Audio) beinhaltet die
effektreiche Schlacht gleich zu Filmbeginn über dem Regierungsplaneten
Coruscant. Bevor das Schlachtgeschehen den Zuhörer in den Bann zieht, kommt die
legendäre Star Wars-Filmmusik, zu der die gelbe Schriftrolle mit einer
Zusammenfassung des aktuellen Standes der Ereignisse durch den Raum rollt. Die
Musik gibt der Denon mit klarem Tiefbassfundament und einer sehr guten
Durchzeichnung der Streicher wieder. Mit Verve erfolgt der instrumentale
Einsatz. Mit nachdrücklicher sowie präziser Ansteuerung des aktiven Subwoofers
und kraftvoller Bassverteilung auch auf die großvolumigen Frontlautsprecher
unseres Test-Ensembles wird der durch den Bildschirm donnernde Sternzerstörer
wiedergegeben. Das Schlachtgeschehen mit Laserschüssen, Raketenangriffen und
massiven Einschlägen gibt der Denon sehr räumlich über alle Kanäle wieder.
Gern kann mit erhöhtem Pegel gehört werden - der AVR-1713 macht dies auch
über längere Zeit mit, ohne Dynamikeinbrücke zu zeigen. Sehr lebhaft werden
die Suroundkanäle eingearbeitet, die Schüsse aus den Kanonen an Raumschiffen
und Raumstationen fliegen stets nachvollziehbar durch den Hörraum. Mit der
nötigen Schärfe kommen die Geräusche gewagter Flugmanöver zum Ausdruck -
unschön aggressiv wird der AVR-1713 nie. Stimmen arbeitet er sehr präzise ins
akustische Gesamtgeschehen ein und achtet immer darauf, dass sie nicht zu weit
hinten oder zu weit vorn landen - die vokale Fokussierung gelingt hervorragend.
Kleinere Effekte im Hintergrund entgehen dem AVR-1713 nicht, er stellt sie
präzise und mit akkurater Balance dar.
Das 22. Kapitel von "Avatar" (DTS-HD Master Audio)
beinhaltet einen groß angelegten, bösartigen Angriff der Söldner, der mit
helikopterartigen Fluggeräten und einem großen Kommandoschiff ausgeführt
wird. Das Donnern der Rotoren, die verzweifelten Schreie der Na'Vi, der Spannung
aufbauende Soundtrack - all dies stellt der Denon mit überraschend gutem
Differenzierungsvermögen dar. Er bringt enorm viel Leben in die Tonspur, so
dass der Zuhörer emotional tief mit dem Geschehen verwoben wird. Der
Bassbereich ist füllig und sehr kraftvoll, der Funkverkehr wird authentisch
wiedergegeben. Kleine Geräusche im Lager der Na' Vi vor der Attacke arbeitet
der 1713 mit Sorgfalt heraus. Als dann die Geschosse abgefeuert werden, erfolgt
dies mit durchdringendem Pfeifen, mit Wucht kommt kurz darauf der Einschlag. Die
lodernden Flammen mit ihrem Züngeln und zischenden Geräusch stellt der
AVR-1713 auch sehr überzeugend dar. Im Inneren des Kommando-Fluggerätes sind
die Rotoren immer noch gut zu hören, die Dialoge verdeutlichen, dass man sich
in einem gedämmten Raum unterhält.
Gleich zu Beginn von "Stirb Langsam 4.0" kann der 1713
seine Güte wiederum unter Beweis stellen. Die Unterhaltung zwischen Matthew
Farrell und Mai Linh kommt sehr gut heraus, auch, dass sich nicht beide im
gleichen Raum befinden, sondern dass Matthew am Telefon ist, kommt sauber
heraus. Der Spannungsbogen durch den Music Score wird ebenfalls vom Denon
berücksichtigt. Kurz darauf folgt die erste große Explosion im Haus des
Hackers: Mit Energie, sehr guter räumlicher Ausbreitung und mit Kontur kommt
diese heraus. Die nach allen Seiten wegspritzenden Trümmerteile werden
impulstreu quer durch den Hörraum geschossen. Als dann kurz der Hubschrauber
hörbar wird, scheinen sich die Rotoren mitten im Hörraum zu drehen - der 1713
löst den Klang mit gekonnter Wirkung vom Center.
Ganz ausgezeichnet kommt der AVR-1713 auch mit Multichannel
SACDs zurecht. Unser Sony BDP-S580 gibt die Mehrkanal-SACD-Signale über HDMI an
den AVR-1713 weiter, und der Denon holt aus der weltberühmten, rein
instrumental vom Royal Philharmonic Orchestra gespielten Titelmelodie des
007-Films "Goldfinger" eine erstaunliche Fülle an Details heraus.
Besonders gut gefällt uns, wie feinfühlig und wohldosiert die Streicher
erklingen - aber auch die Blechbläser kommen ohne das oft übliche, leicht
Belegte heraus: Klar und mit Substanz und Räumlichkeit sind sie heraus zu
hören. Die Verteilung der klanglichen Vorgänge über alle Kanäle erledigt der
Denon mit Bravour - wie ein luftiger, nie drückender, dafür stets sensibler
Klangteppich breitet sich die Akustik im Hörraum aus. Der sehr pegelfeste und
erwachsen aufspielende AVR-1713 kann dabei ohne Schwierigkeiten mit großen
Standlautsprecher-Sets betrieben werden. Solang der Wirkungsgrad einigermaßen
gut ist, treten keinerlei Probleme auf, im Gegenteil: Das reife, kultivierte und
gleichzeitig sehr dynamische Spiel des AVR-1713 können hochwertige,
leistungsstarke Lautsprecher am besten umsetzen.
Bei "It's All Over Now, Baby Blue" von Bryan Ferry (SACD-Multichannel)
liefert der 1713 eine klare, raumfüllende Wiedergabe, nur könnte Ferrys Stimme
im Detail noch mehr Struktur aufweisen. Der Rythmus des Songs mit kräftigem
Bass wird mit Schwung vom Denon in den Hörraum getragen, tonal zeigt er sich
recht neutral, er spielt flink und behende. Was enorm für die Preisklasse ist -
die exakte Front-/Surroundbalance, die für einen kultivierten und stimmigen
Gesamteindruck sorgt. Die Mundharmonika ist schwierig darzustellen - der Denon
bekommt aber auch dies gut hin und arbeitet das Instrument gelungen in die
Gesamtakustik ein.
Beim Trance-Klassiker von Faithless "God Is A DJ"
beweist uns der AVR-1713, dass er auch Stereo-Liebhaber durchaus zufrieden
stellen kann. Der Beginn des Tracks (Version vom Album "Insomnia - Best of
Faithless") wird mit genauem Aufbau und sehr guter Räumlichkeit zum
Auditorium getragen. Die Stimme des Sängers löst sich tadellos von den
Lautsprechern. Der Bass hat Kraft und einen ausgezeichneten Tiefgang. Der Aufbau
komplexer musikalischer Effektgebllde gelingt mit guter Ausformung kleiner
dynamischer Differenzen.
-
Onkyo 5.1 AV-Netzwerkreceiver TX-NR414:
Unsere Preisklassen-Referenz in der unteren Mittelklasse trifft auf die neue
Preisklassen-Referenz in der Mittelklasse: Der TX-NT414 kostet 50 EUR
weniger als der Denon und damit "rutscht" der 1713 in die
Mittelklasse, in die er von der Ausstattung eigentlich aufgrund der
fehlenden Video-Funktionalität gar nicht gehört. Aber der superbe Klang,
noch etwas fundierter, detailreicher und klarer als beim 414, kombiniert mit
einer Pegelfestigkeit, die mancher 800 EUR AV-Receiver nicht erreicht,
verdient sich der 1713 die Mittelklasse-Referenz und die Einstufung in die
Mittelklasse - nie war Mittelklasse so günstig. Denon und Onkyo sind
übrigens bezüglich der Netzwerk-Funktionen beide sehr gut bestückt, der
Denon hat zusätzlich noch AirPlay.
-
Denon AVR-1912:
Der AVR-1912 ist eigentlich eine Modellnummer größer als der 1713, der
AVR-1612 wäre der richtige Vergleich gewesen. Aber selbst den 1912 bringt
der 1713 in arge akustische Bedrängnis: Er klingt sauberer, frischer,
detailreicher und ist zudem pegelfester. Die Netzwerkfunktionen sind
erweitert, das GUI wurde verbessert und AirPlay kommt hinzu. Wem also 5
Endstufen reichen, der nimmt den neuen AVR-1713.
-
Pioneer AV-Receiver VSX-921:
Einfach ein "Evergreen" - der Pioneer VSX-921 ist auch im
Frühjahr 2012 noch ein toller AV-Receiver, der zu einem sehr günstigen
Preis sieben pegelfeste Endstufen, einen sehr dynamischen, aber gleichzeitig
angenehmen Klang, umfangreiche Multimedia-Features und eine saubere
Verarbeitung bietet. Der AVR-1713 hält mit nochmals mehr Feindynamik,
nochmals mehr Tiefe sowie Weite bei der räumlichen Darstellung, nochmals
besserem Finish um Detail und mit Apple AirPlay dagegen.
Fazit

Der Denon AVR-1713 wird ein Renner - das wagen wir,
zu prognostizieren. So lebendig, kraftvoll, räumlich und detailliert hat noch
kein anderer AV-Receiver bislang in diesen günstigen Preisgefilden aufgespielt.
Mehr denn je lässt der Denon die Frage aufkommen, wozu der Hörer mit gehobenem
Ansprich mehr investieren soll - selbst mit großen und teuren
Lautsprechersystemen kommt der AVR-1713 toll zurecht und wirkt nie akustisch
ärmlich oder überfordert. Er ist außergewöhnlich pegelfest - und nicht nur
das: Auch die enorme Souveränität sorgt für Begeisterung. Der AVR-1713 hat
lediglich 5 Endstufen an Bord, aber, wie die Testreihen zeigen, die haben es
"in sich" und agieren immer geschmeidig und impulstreu. Der aktive
Subwoofer wird effektiv und präzise angesteuert. Maßstäbe setzt der AVR-1713
auch mit der gediegenen Optik und dem sauberen inneren Aufbau. Sehr gut gefallen
uns die vielen Multimedia-Funktionen: Weder AirPlay noch Internet Radio oder
Streaming von PCs/Servern aus dem Heimnetzwerk fehlen in der
Ausstattungsliste.
Der Denon AVR-1713 beweist, dass Spitzenklang schon für 500
EUR möglich ist

AV-Receiver Mittelklasse
Test 30. April 2012
+ Sehr pegelfest
+ Überragendes klangliches Gesamtniveau
+ AirPlay
+ Zahlreiche Netzwerkfunktionen
+ Einfache Bedienung und in Deutsch verfügbares GUI
+ Erstklassige Verarbeitung
- Keine Video-Funktionalitäten
Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 30.04.2012
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