TEST: Creative 2.0 PC-Soundsystem GigaWorks T20 Series II

10.07.2012 (cr/sw)

Einführung

Für einen Preis von EUR 75,-- (Preis von der Creative Website, Marktpreis liegt nochmals deutlich darunter) kann man das 2.0 PC/Multimedia-Lautsprechersystem „Creative GigaWorks T20 Series II“ erwerben. Hinter der nicht enden wollenden Bezeichnung verbirgt sich ein für diese Preisklasse hochwertiges kompaktes Lautsprechersystem, wie bei PC-Lautsprechersets üblich voll aktiv und nach dem 2-Wege-System arbeitend. Optisch tritt die T20 mit schwarz-hochglänzender Schallwand und matt schwarzem Korpus auf.

Verarbeitung und Technik

Anschlüsse

Bassreflexöffnung

Bedienelemente

Die Regler in Chromoptik sind recht griffgünstig

kompakte Erscheinung in attraktiver Optik

Rückseite

Lautsprecher-Abdeckgitter im Detail

Hochtöner

Tief-/Mitteltöner

Verarbeitung

Die GigaWorks T20 besitzt eine Reihe technischer Merkmale, die man sonst nur in höheren Preisklassen findet. Der Hochtöner weist eine Gewebekarlotte auf, die für eine klare Hochtonwiedergabe sorgen soll. Die Gewebekonstruktion sorgt für besseren Schutz gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Der Mittel- / Tieftontreiber ist mit einem Glasfasergewebekonus ausgestattet. Die Folge: Hohe Belastbarkeit und gute Impulstreue. Die Lautsprecher weisen auf der Oberseite eine Bassreflexöffnung auf, deren spezielle Ausführung bei Creative „BasXport“ genannt wird. Optimiert werden durch „BasXport“ Basskraft und Wirkungsgrad. Der rechte Lautsprecher fungiert als Steuerzentrale mit kleinen chromfarbenen Kunststoffdrehreglern können Basshöhen und Lautstärke eingestellt werden. Zudem befinden sich auf der Vorderseite des rechten Lautsprechers 3,5 mm Miniklinkenanschlüsse für ein externes Gerät (Eingang und für Kopfhörer (Ausgang). Erfreulicherweise sind die Eingänge sogar vergoldet. Auf der Rückseite des rechten Lautsprechers befindet sich ein 3,5 mm Klinkensteckeraudioeingang, der Anschluss für das externe Netzteil und der Anschluss für das Kabel zur Verbindung mit dem anderen linken Lautsprecher. Die Vorderseite der Lautsprecher in schwarz-hochglänzendem Finish sieht schmuck aus, die Chassis des 2-Wege-Systems werden von einem Lautsprecher-Abdeckgitter aus Stoff geschützt. Das Gitter ist halb-transparent, so dass man die Membran erkennen kann. Das Abnehmen des Gitters ist nicht unbedingt eine Freude, da die Gummipfropfen, die das Gitter an der Schallwand aufnehmen sollen, gerne mit herausrutschen. Die Drehregler für Bass, Höhen und Lautstärke (gleichzeitig Ein-/Aus-Schalter) liegen ordentlich in der Hand und eiern nur geringfügig. Der Übergang von der Schallwand zum Boxenkorpus aus Kunststoff geht für die niedrige Preisklasse in Ordnung, absolut gesehen könnte jedoch noch sauberer gearbeitet werden. Bezüglich der Leistung werden 14 Watt Sinus pro Kanal geboten, was für den Anwendungszweck gut bemessen ist. Der Frequenzbereich geht von 50 Hz bis 20.000 Hz. 

Klang

Bei „On the Floor“ von „Jennifer Lopez“ beeindrucken uns die T20 mit beachtlicher Pegelfestigkeit und einem klaren Klangbild. Der PC-Lautsprecher oft eigene oft matte Hochtonbereich kann hier nicht herausgehört werden, im Gegenteil: Die Höhen klingen frisch und lebendig, ohne unschöne Aggressivität freizusetzen. Die T20 sind fürs Nahfeld optimiert und entfalten sich am besten, wenn sie links und rechts jeweils mit identischem Abstand vom PC-Monitor aufgestellt werden. Durch die Bauform strahlen die Membrane in Richtung des vor dem PC sitzenden Hörers ab, es kann sich als nützlich erweisen, die Boxen nochmals auf ein kleines Podest zu stellen, dann ist der Zuhörer noch besser ins Klangfeld integriert. Beim Jennifer Lopez Song gefällt auch die Basswiedergabe, der Bass ist trocken und recht präzise. Die Stimme der Sängerin wird klar und gut verständlich wiedergegeben. „Das Boot“ (Disco Cell Remix) punktet ebenfalls durch den klaren Klang, natürlich kann der Bass bauartbedingt keinen enormen Tiefgang bieten, der Teil des Bassspektrums, der wiedergegeben werden kann, ertönt aber präzise und durchaus mit Nachdruck. Effekte der vorderen akustischen Ebenen werden impulstreu aufgebaut. U.S.U.R.A „Open Your Mind“ (DJQuickselver 1997 Mix) klingt schwungvoll und dynamisch, hier geraten die kompakten Lautsprecher im Bassbereich allerdings an ihre Leistungsgrenze, es kommt zu leichten Verzerrungen, zudem klingt der Bass etwas hohl. Im Hochtonbereich hingegen spielen die Creative Boxen auch bei diesem Stück erstaunlich frei auf. Bei „Geboren um zu Leben – Unheilig“ waren wir sehr erstaunt, denn die Leistung, die wir hier von den T20 Series II hören durften, war ausgezeichnet: Die Stimme des Grafen ist ausgesprochen klar, zudem werden stimmtypische Einzelheiten gut herausgearbeitet. Das Klavier überzeugt durch Homogenität und eine ordentliche Detaillierung. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten ist vollauf gelungen, für das System spricht auch die neutrale Gesamtauslegung. „Wonderful Life“ – Hurts setzt die „Erfolgsstory“ des Gigaworks T20 fort, auch hier verdient die Stimmwiedergabe unser Lob. Der gesamte Song wird sehr schwungvoll vorgetragen, im Nahfeld fühlt sich der Zuhörer besonders intensiv ins Geschehen eingebunden. „You Win Again“ – Bee Gees ist ein noch immer beliebter Klassiker der legendären Band – dank des T20 Lautsprechersystems macht es richtig Spaß, den Song in der Arbeitspause am PC auch in gehobener Lautstärke anzuhören. Der Bass hat Kraft, die Stimmwiedergabe ist gelungen, und es kommt kaum zu Verzerrungen.

Konkurrenzvergleich

  • Teufel Concept B 20: Für rund EUR 100,-- kann man Teufels 2.0 Set kaufen, der Klang ist neutral und recht präzise, im Bassbereich ziehen die preiswerten Creative T20 praktisch gleich, auch, was die akustische Klarheit betrifft, gehen sie auf Tuchfühlung zur Berliner Konkurrenz. Die Teufel Concept B20 schaffen etwas höhere Pegel, das kann man in Anbetracht des Mehrpreises aber auch erwarten. 
  • JBL Creature III: Komplett anders aufgebaut ist das extravagant gestaltete JBL-Set. Die beiden ultra kompakten Satelliten sind jeweils mit einem Breitbandlautsprecher ausgestattet. Ergänzt werden diese von einem Subwoofer in passendem Design. Mit rund EUR 90,-- ist das Creature III ebenfalls teurer, bietet durch den Subwoofer im Bassbereich aber mehr Tiefgang und Druck. Die sehr kleinen Satelliten aber können den unteren Mitteltonbereich im Gegensatz zu den Creative T20 aber nur unvollständig wiedergeben, im Hochtonbereich offerieren die T20 zudem mehr Klarheit und Auflösung.
  • Creative 2.1 Soundsystem Inspire S2 Wireless: Das für knapp EUR 100,-- erhältliche 2.1 System konnte bei uns im Test überzeugen. Im Gegensatz zu den Gigaworks T20 eignet sich das Inspire auch für die Bluetooth Datenübertragung. Der sehr kompakte Subwoofer erzielt einen guten Bass, die einfach konzipierten Satelliten hingegen klingen zwar recht angenehm, detaillieren aber nicht so gekonnt wie die T20, die gerade zum Hören differenzierter Musik besser geeignet sind.
Fazit

Mit dem Gigawork T20 Series II 2.0 Set landet Creative einen Volltreffer. Gerade in Anbetracht der niedrigen Marktpreise ist es verblüffend, wie klar und lebendig das kompakte und optisch attraktive System klingt. Es ist schnell aufgebaut und betriebsfertig, die beste Klangqualität wird im Nahfeld rund um den PC-Monitor erzielt.

Klar klingendes 2.0 PC-Soundsystem mit gelungener Optik zum fairen Kaufpreis

PC-Soundsysteme untere Mittelklasse
Test 10. Juli 2012

+ Überraschend klarer Klang
+ Erstaunlich gute Detaillierung
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Niedriger Marktpreis

- Leichte Verarbeitungsmängel im Detail

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 10.07.2012

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