TEST: Aurum Stereo-Komponenten Vollverstärker A5 + CD-Player C5

11.07.2012 (cr/sw)

Hochwertiges Stereo, made in Germany: CD-Player C5 (oben, 2400 EUR) und Vollverstärker A5 (unten, 2850 EUR)

Handgefertige Fernbedienung für 200 EUR extra, funktioniert für beide Komponenten

Einführung

Aurum hat mit großem Erfolg - siehe unser Test des Stereo-Ensembles, bestehend aus Aurum HighEnd-Verstärker A3, CD-Player C3 - in Deutschland gefertigte und entwickelte Stereo-Komponenten eingeführt. Nun tritt die "große Kombination" aus dem Vollverstärker A5 (2850 EUR) und dem CD-Spieler C5 (2400 EUR) bei uns zum Test an, um zu beweisen, dass man für höhere Kaufpreise auch noch mehr akustische Finesse erwarten kann. Bei den Aurum Stereo-Geräten kann man die Farbe der seitlich angebrachten, edel verarbeiteten Wangen wählen: Eiche Choco Echtholzfurnier, Eiche hell Echtholzfurnier oder, wie im Falle unserer Testsamples, schwarz hochglanz. Technisch bringt der Vollverstärker A5 150 Watt pro Kanal (an 4 Ohm) und 100 Watt pro Kanal (an 8 Ohm) mit, die Eingangsempfindlichkeit für 1 Watt an 8 Ohm liegt bei -16,3 dBV. Den Frequenzgang des 13,30 kg wiegenden und 453x130x345 (BxHxT) mm messenden A5 gibt Aurum mit 1 Hz bis 110 kHz (bei - 3 dB), die harmonischen Verzerrungen liegen bei weniger als 0,03 Prozent. Der Geräuschspannungsabstand wird mit 75 dB angegeben. Die Stromaufnahme im Standby-Betrieb liegt bei weniger als 0,9 Watt. An Anschlüssen stellt der Vollverstärker gleich acht Cinch-Stereoeingänge sowie einen symmetrischen XLR-Eingang zur Verfügung. Digitale Eingänge fehlen gänzlich. Der CD-Player C5 wiegt 6,8 kg und misst 453 mm in der Breite, 82 mm in der Höhe und 305 mm in der Tiefe. Mit analogem Cinch-Stereo-Ausgang, 1 koaxialen Digitalausgang und einem symmetrischen XLR-Ausgang sind alle relevanten Anschlussformen vorhanden. Der Player liest ausschließlich CDs und keine SACDs ein. Der Geräuschspannungsabstand liegt bei -92 dB beim unsymmetrischen Cinch und bei -98 dB beim symmetrischen XLR. Die harmonischen Verzerrungen sind geringer als 0,005 Prozent. Auch beim C5 kann man die Seitenteile in den oben beschriebenen Farben geliefert bekommen. 

Fernbedienung

Die optional für 200 EUR erhältliche Fernbedienung RC-1 hat ein Vollmetallgehäuse und liegt durch die kompakte Form gut in der Hand. Allerdings tendiert der Kontrast Gehäusefarbe - Farbe der Tasten gegen Null. Sinnvoller wäre es, die Tasten z.B. chromfarben zu machen. Oben mittels des "Select" Schalters kann die Bedienebene gewählt werden. Entweder der Verstärker oder aber der CD-Player können bedient werden. Die relativ kleinen Tasten haben einen präzise definierten Druckpunkt. Die Reichweite geht in Ordnung, allerdings sollte die Fernbedienung vom Winkel her ziemlich genau in Richtung des IR-Sensors ausgerichtet sein. 

A5: Anschlüsse, Technik und Verarbeitung

Doppelt beschriftete Anschlüsse, aus jeder Position lesbar, zwischen den einzelnen Cinch-Terminals mit vergoldeten Buchsen liegt ein größerer Abstand, so dass auch hochwertige Kabel zum Einsatz kommen können. Links sichtbar: Die Schraubterminals mit Acrylüberzug liegen gut in der Hand

Symmetrischer XLR-Eingang

Rückseite in der Gesamtansicht. Auf der Rückseite findet sich auch ein Netzschalter

Display mit guter Auflösung und angenehmer Farbgebung, griffgünstiger Lautstärkeregler, der sauber geführt und zudem gerastert ist, und Knöpfe für Standby und Quellwahl

Nobel: Liebevolle Details wie die Chromringe um Lautstärkeregler und die beiden Tasten für On/Standby und Quelle zeigen die Sorgfalt bei der Verarbeitung

Schriftzug beim Hochfahren des Verstärkers

Schlicht-minimalistisches Design mit wenig Bedienelementen und edler Gesamtanmutung

Platinenlayout, Kühlkörper aus schwarz eloxiertem Aluminium

2 Ringkerntransformatoren für dauerhaft hohe Stromlieferfähigkeit - hier ist einer davon zu sehen

Verkabelung - die Kabel sind mit Kabelbindern zusammen gefasst

2 Ringkerntrafos, Doppel-Mono-Aufbau für perfekte Arbeitsbedingungen beider Endstufen, jeweils getrennte Stromversorgung, Signalverarbeitung, Signalverstärkung

Wertarbeit: Dicke Frontblende, sorgfältig gebürstet, hochwertige Standfüße in Hochglanz

Der Aurum A5 ist bestens verarbeitet und überzeugt optisch durch das zeitlose Design, das auf unaufdringliche Art und Weise Wertigkeit dokumentiert. Alles fügt sich in angenehmer Zurückhaltung zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen: Die noblen, hochglänzenden Standfüße, auf denen der Verstärker ruht, die dicken, auf Wunsch in drei unterschiedlichen Ausführungen lieferbaren Seitenwangen und die minimalistische Frontblende aus dickem, gebürstetem Aluminium. Besonderes Augenmerk verdient der griffgünstig und mittig untergebrachte Lautstärkedrehregler. Wie auch der Standby/On-Schalter und der Source-Button ist der Lautstärkedrehregler mit einem Chromring versehen, er liegt ausgezeichnet in der Hand, ist sauber geführt und zusätzlich leicht gerastert. Die Geräteoberseite ist sorgfältig verschraubt, das gesamte Gehäuse und Chassis macht einen robusten, langlebigen Eindruck. Das Display, in optisch schönem Tiefblau gehalten, löst ordentlich auf. Oberhalb des Displays ist eine schmale Chromleiste als Aurum-Erkennungszeichen eingearbeitet. Die Rückseite des A5 mit den doppelten Beschriftungen (dadurch kann man auch, wenn man von oben auf die Rückseite schaut, stets die Beschriftung lesen) ist ebenfalls sorgfältig verarbeitet. In diesen Preisklassen selbstverständlich: Alle Terminals sitzen fest, die Lautsprecher-Schraubanschlüsse liegen gut zur Hand und wirken edel. An Anschlüssen stehen ausschließlich analoge Buchsen in Cinch- und XLR-Form zur Verfügung. Digitale Anschlussformen finden sich keine.

C5: Anschlüsse, Technik und Verarbeitung

Der C5 kommt mit koaxialem Digitalausgang, XLR-Ausgängen und Stereo-Cinch

Bedienelemente - einfach zu handhaben, sehr guter Druckpunkt, attraktiver Chromrand

Die CD-Lade ist gut gelagert und fährt leise heraus sowie wieder herein

Typische Aurum Merkmale: Tiefblaues Display (der C5 hat übrigens auch CD-Text) und schmale Chromverzierung mit Aurum-Logo

Gut ablesbar

Stimmiges, zeitloses Industriedesign veredelt die Aurum HiFi-Komponenten

Platinenlayout

Ringkerntrafo auch im CD-Player

Elkos

Layout im Detail

Innenleben in der Gesamtübersicht, rechts das geschirmte und sehr leise Laufwerk, das eine ordentliche Fehlerkorrektur aufweist

Der C5 passt optisch perfekt zum A5 - schnörkelloses Industriedesign, das durch Verzicht und gezielt gesetzte Akzente elegant wirkt, steht im Mittelpunkt der Vorstellung. Der CD-Spieler ist auch im Detail sorgfältig verarbeitet, wie beim A5 sind alle Spaltmaße gering und gleichmäßig. Die Material- und Oberflächengüte ist hoch, wie auch beim A5 kann man aus drei verschiedenen Ausführungen für die Seitenwände wählen. Der CDP ruht auf soliden und schön aussehenden Standfüßen und verfügt über ein äußerst solides und verwindungssteifes Gehäuse. Das Geräteinnere zeigt einen beachtlichen Materialaufwand, hier wären zum Beispiel das geschirmte, leise und recht flott agierende Laufwerk und der Ringkerntrafo anzuführen. 

Testequipment
Klang

Bei den Titelsongs der 007-Filme, in diesem Fall vom Royal Philharmonic Orchestra rein instrumental dargeboten, begeistern C5 und A5 mit einer ungemein plastischen, räumlich fesselnden Wiedergabe. Das "James Bond Theme" erklingt so lebendig, als würden das große Orchester mitten im Testraum stehen. Dynamiksprünge werden mit höchster Impulstreue umgesetzt. Klanglich schaffen die beiden Komponenten auch bei "Live And Let Die" einen Spagat zwischen Klarheit und angenehmem Hören.  Der minimal warme Einschlag ist nur bei sehr genauem Hinhören zu erkennen und fällt insgesamt so gering aus, dass z.B. aggressiv abgemischte Titel nicht weniger aggressiv klingen - nur bei sehr gekonnt abgemischten Stücken merkt man die homogene, in sich bis ins Detail schlüssige Auslegung der beiden Aurum HiFi-Bausteine. 

Kleine dynamische Unterschiede wie auch große Dynamiksprünge, beides findet man bei "Live And Let Die", bringt unsere Testgespann überragend zum Ausdruck. Hintere akustische Ebenen werden nicht nur sehr gut detailliert, sondern auch ausgezeichnet in die klangliche Gesamtdarbietung eingearbeitet. Bei Bedrich Smetanas "Moldau" tun sich viele, auch gute HiFi-Komponenten schwer, das Fließende, vordergründig partiell Leichte, bei genauerem Hinhören aber leicht Schwermütig-Gehaltvolle zu treffen. Wie es geht, zeigen A5 und C5: Souverän, mit feiner Durchzeichnung der Konturen, verführen die Hannoveraner Klangkünstler den Klassikbegeisterten, und lassen stets spüren, dass sie in der Lage sind, bezüglich der Gesamtdarbietung in die Tiefe zu gehen. Räumlich wird eine fehlerfreie Präsentation offeriert, mit gekonnter Loslösung von den Lautsprechern. 

Carl Orffs "Carmina Burana" beginnt mit einem furiosen Auftakt. Choralgesang, Instrumentierung und der gesamte Aufbau werden mit exakt ausbalancierter Prägnanz zum Zuhörer geschickt. Gerade die Choralstimmen stellen viele Komponenten vor größere Probleme, sie neigen dazu, zu verschwimmen - dies passiert bei A5 und C5 nicht, sie erkennen stets genau die vokalen Umrisse und fügen sie impulstreu ein. "An Der Schönen Blauen Donau" ist einer der meistgehörten Walzer des "Walzerkönigs" Johann Strauß und beeindruckt durch hohen Facettenreichtum und markante Dynamiksprünge. Also wieder eine Herausforderung für unser Hannoveraner HiFi-Team, die aber problemlos gemeistert wird: Der für Wiener Walzer typische Takt ist nicht einfach akkurat zu erfassen. Am Anfang des Walzers steht ein 6/8 Takt, der dann zum typischen 3/4 Takt wechselt. Dieser Wechsel und die Herausarbeitung dieses walzerspezifischen Grundrhythmus wird vom Aurum-Gespann hervorragend erledigt. Auch Details des Aufbaus im Hintergrund kommen sehr plastisch heraus, ohne sich unpassend nach vorn zu verschieben. 

Wie gut A5 und C5 mit Andrea Bocellis "L'Attesa" zurecht kommen, verdient höchste Achtung. Besonders hervorzuheben ist, wie gut sich die Stimme vom Lautsprecher löst: Sie scheint mitten im Raum zu stehen, man bringt sie gar nicht mehr mit den Lautsprechern in direkte Verbindung. Die Stimme hat klare Konturen, die aber nicht unnatürlich überschärft, sondern sehr realistisch erscheinen.  Die Stimme steht im Fokus, die sich darum gruppierende instrumentale Wiedergabe aber wird nicht zu weit nach hinten versetzt, sondern ertönt lebendig und räumlich. 

Die beiden HiFi-Komponenten bieten aber auch mit gänzlich anders gearteter Musik ein herausragendes Leistungspotential: "The Howling" von Within Temptation besticht durch die feinfühlige Wiedergabe des ruhigen, kurzen Anfangs, als es dann spontan "zur Sache" geht, mobilisiert der A5 sofort die volle Leistung seiner beiden nach dem Doppel-Mono-Prinzip arbeitenden Endstufen. Durch die beiden Ringkerntrafos ist eine dauerhaft hohe Stromlieferfähigkeit garantiert. Erst dann, wenn man es mit dem Pegel massiv übertreibt, greift die Schutzschaltung ein und schaltet denn A5 aus. Dies sind aber Pegelregionen, die kaum ein Anwender je in der Praxis erreichen dürfte. 

Beim A-ha Klassiker "The Sun Always Shine On TV" in der Extended Version kann die hochwertige HiFi-Kombination das etwas Schrille,, Schneidende der Aufnahme nicht komplett kompensieren, der Klang ist bei moderater Lautstärke sehr dynamisch und nachdrücklich, bei forciertem Pegel jedoch merkt man leichtes Dröhnen - hier hätte die Aufnahme aus de 80er Jahren, obwohl renoviert, noch besser remastered werden müssen. Mit dem Trance Vocal Hit "Mind Of The Wonderful" von Blank&Jones haben C5 und A5 keinerlei Berührungsängste. Harte Kickbässe werden ohne merkliche Verzögerung übertragen, die Vocals kommen trotz des Basseinsatzes brillant heraus. Der Aufbau der verschiedenen akustischen Effekte, auch bei kleinen dynamischen Differenzen, gelingt auch in diesem Beispiel auf hohem Niveau. Die Effektdarstellung wird auch bei DJ Quicksilvers "I Have A Dream" sehr gut umgesetzt, der Bass ist enorm hart, der Tiefgang präsentiert sich als exzellent. 

Konkurrenzvergleich
  • Aurum A3 und C3: Die kleinere Aurum-Kombination klingt bei hohem Pegel nicht ganz so souverän und bietet etwas weniger Räumlichkeit. Details, die sich in hinteren musikalischen Ebenen befinden, holen C5 und A5 noch besser heraus und fügen sie präzise ins Gesamtklangbild ein. Den Mehrpreis sind A5 und C5 ohne Zweifel Wert, für kleinere Räume und etwas kleinere Boxen verdienen sich aber auch C3 und A3 eine große Empfehlung.
  • Onkyo A-9000R + C-7000R: Die im Direktvergleich preisgünstigere Onkyo-Kombination verdient sich durch die enorme Flexibilität Bestnoten. Ganz gleich, ob es um die Nutzung des Amps in verschiedenen Betriebsmodi oder um Anschlüsse (AES/EBU Digitalschnittstelle, USB beim Verstärker, digitale Eingänge beim Verstärker koaxial und optisch) geht - die Onkyo Komponenten sind hier gut bestückt. Die Geräte wirken nicht ganz so edel wie die Aurum-Komponenten - schon A3 und C3 sind doch noch eine Idee hochwertiger, dabei aber gar nicht viel teurer. A5 und C5 sind deutlich kostspieliger als das Onkyo-Team, bieten dafür aber auch mehr Detaillierung, Plastizität und Souveränität bei hoher Lautstärke.
  • Yamaha NP-S2000 + A-S2000: Klanglich etwas spitzer abgestimmt, ist der A-S2000 gut geeignet, Anhänger des klassischen HiFi-Ideals zu gefallen. Er agiert sehr lebendig und spritzig, manchem Klassik-Fan aber ist seine Spielweise zu wenig emotional. Der Yamaha Netzwerkplayer, den wir als Zuspieler zum Test hatten, ist hervorragend aufgebaut und bereitet Musiksignale hochwertig auf. Eine tolle Kombi zum fairen Preis, allerdings nicht ganz so tiefsinnig und dreidimensional aufspielend wie C5 und A5, die auch im Detail noch mehr Noblesse und einen aufwändigeren Aufbau (gilt für den Vergleich der beiden Verstärker A-S2000 und A5) mitbringen.
  • Pathos Classic One MkIII + Digit: Italienischer Chic trifft auf vollen, warmen Sound und eine tolle Räumlichkeit: Begehrenswert sind die Pathos-Komponenten schon allein aus optischen Beweggründen, aber auch die Akustik lässt viel Freude aufkommen. Diese immensen Qualitäten lässt sich der Hersteller allerdings auch bezahlen.
Fazit

Optisch nobel gehalten und mit zurückhaltender Eleganz kokettierend, bestechen A5 und C5 auch mit enorm detailreicher sowie räumlich dichter Akustik. Die Loslösung des Klangs von den Lautsprechern gelingt formvollendet, so wird insbesondere die Wiedergabe von Stimmen zu einem echten Erlebnis. Grobdynamisch kann das Aurum-Gespann auch mit hervorragenden Qualitäten aufwarten. Zusammen mit der gelungenen klanglichen Auslegung sind A5 und C5 somit für praktisch jeden Musikstil offen und bieten jedem Song eine überragende Entfaltungsvielfalt. Optional ist eine hochwertige, in Deutschland gefertigte Fernbedienung verfügbar, die eine einfache Bedienung beider Komponenten ermöglicht. 

Meisterwerk aus Hannover - die Aurum Stereo-Kombination begeistert durch akustische und optische Eleganz in Vollendung

Stereo-Komponenten Oberklasse
Test 11. Juli 2012

+ Überragende Detaillierung
+ Klarer und gleichzeitig angenehmer Klang
+ Hervorragende Grobdynamik
+ Exzellente räumliche Darstellung
+ Erstklassige Trennung von Stimmen und Instrumenten
+ Edle Fernbedienung optional lieferbar
+ Optisch elegant und nahezu perfekt verarbeitet

- Aktuell kein Tuner oder Netzwerkplayer lieferbar
- Am Verstärker keine digitalen Anschlüsse

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
Datum: 11.07.2012

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