SECHS TVs IM VERGLEICH: Welchen Flachbildschirm zwischen 42 und 47 Zoll kaufen?
19.12.2011 (cr)
Einführung
Viele Anwender sind auf der Suche nach einem neuen Fernseher, und gerade
jetzt vor Weihnachten stellt sich für viele die Frage, welches Modell besonders
reizvoll und interessant ist. Wir haben einen Vergleich angestellt, was man in
den Größenklassen 42 bis 47 Zoll kaufen kann, und welches Modell für welchen
Anwenderkreis besonders in Frage kommt.
Unsere Kandidaten, sortiert nach Bildschirmgröße
Der große Vergleich

Panasonic TX-P42VT30E

3D-Brille

Fernbedienung

Internetbasierte Dienste
Wer erstrangig auf Qualität und erst zweitrangig auf Bildgröße Wert legt,
fährt mit dem Panasonic TX-P42VT30E,
mittlerweile mit einer UVP von 1399 EUR nochmals deutlich günstiger als zur
Markteinführung, goldrichtig. Der Viera Neo PlasmaTV beeindruckt uns mit einer
Vielzahl hervorragender Eigenschaften. Die Optik ist, verglichen mit früheren
Panasonic Modellen, schick, die Verarbeitung sehr gut. Im Gegensatz zu kleineren
Baureihen liegt dem VT30 eine besonders hochwertige "Premium"
Fernbedienung bei, die gute Verarbeitung mit gelungener Optik und sehr guter
Handhabung kombiniert. Nur eine Beleuchtung fehlt, diese wäre für den Betrieb
im angedunkelten Heimkinoraum von großem Interesse. Sehr schön finden wir,
dass Panasonic bei der VT30 Modellreihe vor kurzem ein HbbTV Update auf den
Markt gebracht hat. Im Lieferumfang des 42-Zöllers befinden sich ein
WiFi-Dongle mit WPS, welches sehr gut funktioniert, und zwei aktive
Shutterbrillen zur Nutzung der 3D-Funktionalität des Plasmas. Wenden wir uns
der Anschlussbestückung zu, welche mit vier HDMI-Eingängen (1.4) das Übliche
bietet. Leider gehen Komponentenvidoe, Scart und Stereo-Cinch nur mit Adapter. 2
x USB, Ethernet und CI+- sowie SD-Kartenslot vervollständigen die Ausstattung.
Die Erstkonfiguration läuft unproblematisch ab, allerdings braucht der
Suchlauf, ganz gleich, ob für digitale Kabel- oder Satellitensignale, wie meist
üblich etwas Zeit. Natürlich ist neben DVB-S2 und DVB-C auch ein DVB-T und ein
analoger Tuner mit an Bord. Alle Einstellungen sind im Menü übersichtlich
angeordnet, und sehr gut zu gebrauchen sind die Werks-Bildmodi, insbesondere der
THX-Bildmodus. Während Panasonic Plasmas älterer Generationen keinen sehr
aufwändigen Video-EQ an Bord hatten, kokettiert der VT30 mit umfangreichen
Justageparameter, allerdings muss man die erweiterten Einstellungen erst
aktivieren. Dann hat man Zugriff auf Weißabgleich und Farbabgleich sowie eine
Gammakorrektur. Multimedial offeriert der Panasonic ein gutes Angebot, um
Maßstäbe zu setzen, fehlt aber ein freier Internetzugang, zudem könnte die
Anzahl der streamingfähigen Formate größer ausfallen. Wünschenswert wäre
ferner, dass über DLNA, SD-Kartenslot sowie über USB die identischen und keine
unterschiedlichen Formate abgespielt werden. Vordefinierte Internetinahlte unter
Viera Connect gibt es viele, es findet sich sogar auch ein AppStore, dieser aber
hält aktuell noch ein recht übersichtliches Angebot bereit. Kommen wir zum
wichtigsten Faktor, der Bildgüte, und hier macht dem TX-P42VT30E
kaum ein Konkurrent etwas vor. Plasma-typisch gibt es zwar noch im Ansatz
leichtes Flächenflimmern, ansonsten aber begeistert der Panasonic, auch durch
die hervorragende Frame Interpolation für flüssige, scharfe Bewegungsabläufe.
3D-Inhalte kann man - vorausgesetzt, man befindet sich im abgedunkelten Raum -
ausgezeichnet genießen, da sich Farbverluste auf ein Minimum beschränken.
Helligkeit und Kontrast leiden minimal, aber auch hier ist das Gebotene
tadellos. Ghosting/Crosstalk finden kaum noch statt, und wenn, dann meist in den
hinteren Ebenen. Eine gewisse Blickwinkelabhängigkeit ist nach wie vor im 3D
Betrieb nicht zu leugnen, und allzu viel bewegen sollte sich der Anwender
während des Betrachtens von Filmen nicht. Aber der Panasonic ist weitaus
toleranter als viele Konkurrenten. Er begeistert bei der reinen 2D Wiedergabe
mit natürlicher Bildschärfe - es geht noch schärfer, aber kaum natürlicher
-, und mit einem tiefen, satten Schwarz, das in dieser Ausprägung kaum ein LCD
aufbieten kann. Farben wirken authentisch und Kino-gemäß, und der
realistische Gesamtkontrast wird ergänzt von toller Kontrastdynamik im Detail.
Der eingebaute Triple-Tuner glänzt im DVB-S2- und im DVB-C-Betrieb mit
überragender Performance - es kommt kaum zu Artefaktebildungen bei SD und HD
Betrieb, und die Upconversion von 576i Signalen ist nicht nur bei Tunersignalen,
sondern auch dann, wenn DVD-Material in 576i zugeliefert wird, ausgesprochen gut
gelungen - und selbst akustisch schlägt sich der Panasonic ausgezeichnet und
bietet eine für einen Flachbildschirm dynamische und räumliche akustische
Darstellung. Insgesamt also ist der TX-P42VT30E
das richtige Gerät für visuelle Genießer mit dem Anspruch auf Vollausstattung
und saubere Verarbeitung - und das alles zu einem sehr fairen Preis. Die
Folgekosten sind auch vertretbar - auch wenn Plasmas etwas mehr Strom
verbrauchen als LCD-TVs, so hält sich der Konsum des teuren elektrischen Safts
beim VT30 in Grenzen.

46UL875

"Places"

Tolle Bildmodi gibt es bei Toshiba bei nahezu allen TVs

Fernbedienung
Wer oder was kann noch gegen diese exzellente Güte des auch noch preislich
fairen Panasonic ankommen? Antwort - es ist alles eine Frage der Prioritäten.
Mit 1350 EUR UVP ist der Toshiba 46UL875 in
etwa in der gleichen Preisliga wie der TX-P42VT30E,
allerdings ist er deutlich im Preis gefallen und zudem 4 Zoll größer als der
Panasonic. Hinzu kommen edle Optik und saubere Verarbeitung - allerdings ist
Toshiba ein reiner 2D-TV, was allerdings keinesfalls als Nachteil zu sehen ist:
Lange nicht jeder braucht die 3D-Wiedergabe. Der im Stromverbrauch recht
sparsame Toshiba hat einen richtigen Netzschalter und hat eine umfangreiche
Anschlussbestückung. Vier HDMI-Eingänge, 2 x USB, ein CI+-Slot und auch ein
dedizierter PC-Eingang sind vorhanden. Es fehlt allerdings ein SD-Kartenslot,
den der TX-P42VT30E mitbringt. Die
Bedienung und das Setup des Toshiba sind relativ einfach, leider wird der
schicke Stil des Hauptmenüs bei denn Submenüs nicht beibehalten. Die
Fernbedienung empfinden wir aufgrund des manchmal störenden, wenn auch
attraktiv aussehenden Schiebers (nicht benötigte Tasten werden so abgedeckt)
als nicht ganz so praktisch wie die des Panasonic. Dafür trumpft der Toshiba
groß auf, wenn es um das Thema Video-EQ geht. Hier bestechen die beiden Modi
"Hollywood Tag" und "Hollywood Nacht" für Kino-gemäße,
authentische Wiedergabe ebenso wie die umfangreichen
Nachbearbeitungsmöglichkeiten insgesamt. Nicht ganz so positiv fällt unser
Urteil über die Frame Interpolation aus, diese ist nicht mehr auf neuestem
technischen Stand. Dafür erfreut die PVR-Funktion mit einfacher Handhabung,
Voraussetzung ist nur, dass man eine Festplatte hat, die speziell für diesen
Zweck zum Einsatz kommt und vom 46UL875 formatiert wird. WLAN ist im Übrigen
eingebaut, was wir auch sehr begrüßen. "Toshiba Places" als Toshibas
eigene Smart TV Plattform ist aber noch deutlich ausbaufähig, aktuell hinkt das
Angebot trotz Nachbesserung noch hinter dem mancher Konkurrenten her. Auch
könnte die Anzahl der mittels DLNA streamingfähigen Formate deutlich höher
liegen. Dafür können verschiedene Personen ihre Präferenzen einstellen und
aufrufen (Personal TV Setup). Akustisch offeriert der Toshiba viele einstellbare
Optionen und einen ordentlichen Klang. Die wichtigste Frage aber lautet: Kann
das Bild überzeugen? Diese Frage können wir beinahe uneinschränkt mit
"ja" beantworten. Einen großen Sprung machte der Toshiba
Satellitentuner im Jahr 2011 und erfreut nun mit sehr plastischem, klarem Bild
ohne große Artefakteneinung. Auch die Upconversion von SD-Signalen gelingt
generell gut, ganz gleich, ob bei DVB-S, DVB-C oder bei DVD-Signalen. Das
Blu-ray-Bild ist farblich dynamisch und klar, kontrastreich und scharf, im
Ganzen wie auch im Detail. Aber der Schwarzwert und die Homogenität bei der
Helligkeitsverteilung hinken etwas hinter dem Panasonic TX-P42VT30E
her. Insgesamt jedoch erhält der Kunde, dem 2D genügt, ein optisch sehr
schönes Gerät mit hohem Gebrauchswert, durch die sehr gute Tunereinheit kommt
der Toshiba auch dem Job hervorragend nach, für den ihn die meisten Anwender
benötigen: Fürs Fernsehen jeden Tag. Und eines darf man nicht vergessen - auch
wenn die Plasmas deutliche Fortschritte gemacht haben, bei deutlichem externem
Lichteinfall ist ein LCD mit seiner größeren Gesamthelligkeit im
Vorteil.

Samsung UE46D8090

Fernbedienung

Videostreaming

Bildeinstellungen inklusive Erläuterungen
Gleich groß wie der 46UL875 von Toshiba
ist der optisch bildschöne ("One Design") Samsung UE46D8090,
der für rund 1600 EUR Marktpreis derzeit zu bekommen ist. Fürs investierte
Geld gibt es neben dem Award-verdächtigen Design und sauberer Verarbeitung eine
Funktionsvielfalt, die kaum zu toppen sein dürfte. Etwas störend ist die
einfache und recht schlichte Fernbedienung, die zu einer solchen Stil-Ikone
unpassend wirkt. Da wir gerade beim "Meckern" sind: Die
Anschlussbestückung umfasst zwar 4 x HDMI und 3 x USB, es müssen aber
verschiedene Anschlussformen mittels Adapter Kontakt zum flachen TV aufnehmen -
Function follows Form. Ein SD-Kartenanschluss fehlt ebenso wie ein leider nicht
sehr verbreiteter Subwoofer Pre-Out, diesen haben auch die beiden anderen
Konkurrenten nicht. Ein solcher ist sehr vorteilhaft, um sich einfach ein
kleines Soundsystem aufzubauen, im Hoch- und Mitteltonbereich sind mache
TV-Lautsprecher gar nicht schlecht, aber im Bassbereich geht wenig bis gar
nichts. Das Setup des Schönlings geht einfach und schnell vonstatten. Es finden
sich eine Vielzahl verschiedener Video EQ-Parameter, die aber weitaus besser
geordnet sind und effektiver arbeiten als bei früheren Samsung-Modellen. Die
Werksbildmodi sind gut und daher auch in der Praxis brauchbar. Gut gefällt uns,
dass der 8090 im Standbybetrieb praktisch keinen Strom braucht, im Betrieb ist
der Stromkonsum auf normalem Level, aber nicht besonders niedrig. Herausragend
und Maßstäbe setzend ist die Benutzeroberfläche "Smart Hub", die
auf einen Blick Zugang zu allem relevanten gewährt, auch zu den enorm
zahlreichen Multimedia-Features. Nicht nur, dass es eine Vielzahl an Apps gibt,
die schon vorinstalliert sind - auch der AppStore ist recht gut bestückt. Es
findet sich sogar ein Browser für den Zugang zum freien Internet, und die
Anzahl der mittels DLNA zu streamenden Formate ist höher als bei manchem
Konkurrenten. Wie auch bei Panasonic und Sony z.B. kann man auch mit dem Samsung
(externe, optional erhältliche Kamera erhältlich) Videotelefonie über sykpe
machen. Besonders wichtig ist natürlich: Wie ist es um die Bildgüte bestellt?
Hier kann der Samsung bei der 3D-Wiedergabe sichtbare Fortschritte im Vergleich
zur 1. 3D-Generation verzeichnen. Es ist deutlich weniger Ghosting vorhanden,
Farb- und Kontrastverluste gibt es nur in geringem Umfang zu beklagen. Toll sind
Bildschärfe und Detailtreue im 3D-Betrieb, zudem ist der 8090 nicht mehr
besonders empfindlich gegenüber Kopfbewegungen während des 3D-Genusses. Nicht
ganz perfekt ist die Stabilität der 24p Darstellung in 3D und 2D, dafür
erscheinen Farben sehr dynamisch, satt und klar. Auch der Kontrastumfang ist
sehr gut, der Schwarzwert ist ordentlich und nur knapp unter Plasma-Niveau. Die
Plastizität des Bildes ist bereits im 2D-Betrieb exzellent - ebenso glänzt der
Samsung mit scharfem Multituner mit lebendiger Farbdarstellung. Allerdings
erscheinen bei den digitalen DVB-S/C-Tunern vor allem von Panasonic noch weniger
Artefakte. Der TX-P42VT30E
beeindruckt im direkten Vergleich auch mit der besseren 24p Darstellung -
multimedial aber kann sich der TX-P42VT30E
nicht gegen den Samsung behaupten, das gelingt auch dem Toshiba
46UL875 nicht. Prima - das hätten wir nicht gedacht - ist der Sound
des Samsung, der Klang ist klar und weist sogar in Ansätzen Räumlichkeit und
Differenzierungsvermögen aus. Fazit daher - für Design-Liebhaber, die
modernste Technik wünschen, ist der 8090 der Kauftipp schlechthin.

Econova Eco Smart
46PFL6806

Video-EQ

Net TV

Fernbedienung
Philips geht mit dem Philips Econova Eco Smart 46PFL6806,
einem EDGE LED LCD-TV mit hoher Energieeffizienz, einen ganz speziellen Weg:
Mit haltbarem Alu als Material fürs Gehäuse und solarbetriebener
Fernbedienung, das Ganze in Verbindung mit höchst effizienter
Displaytechnologie, offeriert man für 1299 EUR UVP ein modernes Gesamtkonzept
(Energieeffizienzklasse A++) für den umweltbewussten Menschen von heute, der
trotzdem nicht auf aktuelle Technik verzichten möchte. Im Gegensatz zum ersten
Econova Philips Edge LED-LCD 42PFL6805 "Econova"
verfügt der neue, größere Econova auch über Netzwerkanschluss zur
Nutzung der Philips Smart TV Plattform, die ein reichhaltiges, in weiten Teilen
sinnvolles Angebot bereit hält. Sogar ein Browser fürs freie Internet ist mit
dabei, auch USB-Recording ist möglich. Integriert ist HbbTV. Nicht so
überzeugend - WLAN ist nicht integriert. Die Verarbeitung ist gut, aber nicht
mehr so opulent wie beim ersten Econova. Das Philips-typische Ambilight findet
sich bei diesem Modell nicht. Dafür aber gibt es einen HD-fähigen Tripletuner,
der mit scharfem Bild und guter Farbdarstellung bei Kabel und Satellit
gleichermaßen punkten kann. Auch weist das Display kaum Rauschen auf und bietet
darüber hinaus einen guten Betrachtungswinkel. Trotz Stromsparen muss der
Econova-Käufer nicht auf ein sehr gutes Blu-ray-Bild in 2D verzichten, das vor
allem durch Schärfe und Klarheit überzeugt. 3D-Support bietet der Econova
allerdings nicht und wendet sich damit an eine Käuferschicht, die eher
konventionelle Bild-Tugenden bevorzugen. Mit der 400 Hz Perfect Motion
Rate offeriert der Econova eine zeitgemäße Frame Interpolation mit guten, aber
keinen sensationellen Ergebnissen. Leichte Schwächen scheinen bei der 24p
Stabilität durch, hier war leichtes Zittern ab und zu festzustellen. Die
Upconversion von DVD-Material auf 1080p gelingt ordentlich, ab und zu aber gibt
es leichte Treppenstufen und leichte Bildunruhen. Schärfe und Kontrast
sind prima. Da es sich beim Econova um einen Edge LED TV handelt, ist die
Helligkeitsverteilung nicht ganz homogen, es finden sich leichte
Helligkeits-Spots in den Bildschirmecken. Der Schwarzwert ist gut. Abstriche
muss man bei der Anschlussbestückung machen 3 HDMI-Eingänge sind
in dieser Leistungsklasse relativ wenig. Insgesamt ist der Econova ein mutiger
Vorstoß von Philips, der weitestgehend als sehr gelungen bezeichnet werden
kann. Schön auch, dass der TV aus recyclingfähigen Materialien besteht, in
unserer heutigen Wegwerf-Gesellschaft nicht eben unwichtig. Die mitgelieferte
Fernbedienung sieht schick aus, weist aber relativ wenig Tasten auf, so muss man
des Öfteren ins grafisch moderne Menü gehen, um die gewünschte Funktion
auszuwählen. Der Video-EQ weist eine Menge elektronischer Zusatzfunktionen auf,
die teilweise beim DVD- oder TV SD-Betrieb nützlich sind, für den
Blu-ray-Betrieb aber besser ausgeschaltet werden sollten.

KDL-46HX925

3D-Brille

Quellselektiver Video-EQ

Video Unlimited
Ganz andere Zielgruppen möchte Sony mit dem KDL-46HX925
ansprechen. Der Full LED Backlight TV im Monolith-Design kostet stramme 2699 EUR
(UVP), macht diesen Preis aber durch modernste Technik Wett. Der Kontrast im
Detail und im Gesamten ist dank Intelligent Peak LED wirklich beeindruckend,
auch kleine Kontrastdifferenzen stellt der Sony überzeugend dar. Motion Flow XR
800 ist zudem einer der aktuell besten Frame Interpolierer des gesamten Markes,
bewegungsbedingte Unschärfen oder Ruckeln bei Bewegungsabläufen treten beinahe
gar nicht mehr auf. Sony liefert nur eine 3D-Brille mit - hier wären eigentlich
in Anbetracht des Preises zumindest 2, besser 3 Brillen angebracht -, um die
ausgezeichneten 3D-Qualitäten des TVs zu genießen. Beginnen wir aber doch mit
dem Meckern - der Sony ist relativ empfindlich in Bezug auf Kopfbewegungen -
hier offerieren Panasonic und Samsung deutlich mehr Toleranz - dafür aber,
jetzt kommt gleich das Lob, gibt es praktisch kein Flimmern im 3D-Betrieb,
dieses wiederum ist bei Panasonic und Samsung sichtbar. Ghosting kennt auch der
Sony nur in Ansätzen, Schärfe und Durchmodellierung in 3D sind
hervorragend. Farb- und Kontrastverluste leistet sich auch der Sony kaum,
hier sind große Fortschritte bei allen Anbietern gemacht worden. Für die
geballte visuelle Power ist der Bildprozessor X-Reality Pro verantwortlich, der
sogar bei Internet TV oder gestreamten Videos eine erstaunlich ansehnliche
Bildgüte bereit stellt. Etwas störend gerade bei externem Lichteinfall ist
aber das spiegelnde Display, ausgezeichnet gefallen uns der eingebaute
Multituner und die Upconversion von 576i Signalen. Nicht ganz zufrieden sind wir
mit der Helligkeitsverteilung, diese könnte noch gleichmäßiger sein. Der
Video-EQ bietet gute, aber keine Maßstäbe setzenden Einstelloptionen. Gerade
Toshiba und Panasonic bieten hier noch mehr, auch bei den Bildprogrammen. Sehr
gut - es gibt ein WLAN-Modul sowie viele vordefinierte Internetinhalte inklusive
Music und Video on Demand - Cloud-basiert, das Ganze wird nicht mehr
heruntergeladen, sondern online zur Verfügung gestellt. Die Preise im dafür
zuständigen Store sind allerdings teilweise gesalzen. Zu verbessern wäre die
aktuell zu geringe Anzahl von Formaten, die über DLNA gestreamt werden können.
Der Sony kommt mit hochwertiger Verarbeitung und guter Anschlussbestückung,
weist aber nicht wie der Samsung 8090 drei, sondern nur 2 USB-Eingänge auf, im
Vergleich zum Panasonic fehlt der SD-Kartenleser. 4 x HDMI sind der Standard,
aber auch nicht mehr. Gut sind die klanglichen Eigenschaften, hier kann sich der
Sony erstaunlich gut behaupten. Das Menü ist übersichtlich und vom Aufbau her
bestens bekannt (X-cross Media Bar), wer Sony-Geräte kennt, ist mit dem 925
sofort vertraut. Unser Fazit: Hochmoderner Bild- und Multimedia-Könner mit
eleganter, hochwertiger Optik, sehr stilvoll, der Preis ist happig - Sony sollte
mehr Brillen gratis mit dazu geben, das wäre auch jeden Fall sinnvoll. Die
Bildqualität ist richtig gut, Schwarzwert und Detailkontrast sind für einen
LCD-TV dank Full l ED Backlight exzellent, auch wenn der Sony in diesen
Disziplinen hier die LCD-Konkurrenz schlägt, die Plasma-Werte werden
nicht ganz erreicht. Dafür macht der Sony ein enorm helles Bild, wichtig bei
deutlichem externem Lichteinfall.

LG 47LW579S

Passive 3D Brille

Fernbedienung

Übersichtliches, zentrales Menü -vorbildlich aufbereitet
Viel Leistung für wenig Geld - dieser Formel leistet der LG 47LW579S
gekonnt Folge. Er ist schon für rund 1100 EUR Marktpreis erhältlich und bietet
dafür passives 3D, das viele Vorzüge mitbringt: Billige und durch die leichte
Bauform ohne eingebaute Elektronik bequeme Brillen, kein Ghosting und eine hohe
Bildharmonie im 3D-Betrieb. Allerdings sollte man schon etwas weiter weg sitzen
vom Bild, weil ansonsten die Auflösungsverluste doch auffallen. Für Schärfe-
und Detailfanatiker empfiehlt sich daher doch eher das Aktive Shutterbrillen-3D.
Der LG bietet visuell aber für das eingesetzte Geld eine Menge, vor allem tolle
Einstellmöglichkeiten des Video-EQ - die Experteneinstellungen sind isf-konform
und ein wirksames Tool auf dem Weg zum unbestechlich-neutralen Kinobild. Es gibt
sogar 2 Experten-Bildfelder, die abspeicherbar sind. Das 2D-Bild des LG ist
scharf und angenehm, ist einer der beiden Experten-Modi eingestellt, sind die
Farben neutral und der Kontrast wirkt natürlich. Beim Schwarzwert gibt es
ebenso wie bei der Helligkeitsverteilung Verbesserungspotential, hier zeigt sich
der Nachteil der Edge-Technik. Diesen Nachteil aber bieten die anderen
Edge-Vertreter hier in der Runde ebenso, der Samsung 8090 aber offeriert - zum
höheren Preis - einen etwas besseren Schwarzwert. Der optisch unauffällige
LG ist ordentlich verarbeitet und bietet eine gute Fernbedienung mit sinnvollem
Tastenlayout. An Anschlüssen ist alles Relevante vorhanden, es gibt 4 x HDMI
und 2 x USB. Leider ist WLAN nur optional mittels Dongle möglich, eine
LAN-Buchse aber ist selbstverständlich vorhanden. Die Menüs des LG geben kaum
Rätsel auf, natürlich fehlt auch hier ein Multituner (DVB-C/S/T) nicht, der
ansprechende Leistungen bietet und sich nicht hinter den anderen, starken
Klassen-Konkurrenten verstecken muss. Wir finden: Der LG hat in diesem Umfeld
den Tipp des Preis-/Leistungschampions verdient, richtige Schwächen leistet er
sich keine, denn er bietet Vollausstattung und gute technische Qualität zum
sehr günstigen Kaufpreis. Auch beim Thema Multimedia versagt er nicht und
bietet eine dem Samsung Smart Hub ähnliche Benutzeroberfläche, von der aus
alles erreichbar ist - auch die multimedialen Features, die viele vordefinierte
Internetinhalte und auch einen LG-eigenen AppStore, sogar mit "3D
Zone", beinhalten. Sehr gut - der LG streamt mittels DLNA eigentlich alles,
was gefragt ist und zieht in dieser Disziplin an vielen, auch teureren
Konkurrenten vorbei. Der LG lädt überhaupt nahezu alles und zeigt selten den
sonst sehr beliebten Schriftzug "Datei nicht abspielbar". Die
akustischen Eigenschaften gehören in diesem Umfeld nicht zur Spitzenklasse, der
TV klingt ordentlich, aber auch nicht mehr.
Text: Carsten Rampacher
Datum: 19.12.2011
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