TEST: Toshiba High-End-LED-LCD 55ZL1G 

15.09.2011 (cr)

5ZL1 - Hightech für 4999 EUR

Fernbedienung

3D-Brille - der 55ZL1 arbeitet mit aktiven Shutterbrillen für FullHD-Bildqualität in 3D

Einführung

Für 4999 EUR kann man Toshibas derzeitiges LCD-Spitzenmodell 55ZL1G erwerben - bevor im Spätherbst voraussichtlich der neue 55ZL2G, der einen 3D-Effekt ohne Brille realisiert, auf den Markt kommt. Kernstück des 55ZL1G ist die Cevo Engine, eine ungemein leistungsstarke Multi-Prozessor-Plattform, bei der den verschiedenen Rechenkernen unterschiedliche Aufgaben zugewiesen werden können - dies führt dazu, dass für jedes Einsatzgebiet üppig bemessene Rechenpower zur Verfügung steht. Der 55ZL1G brilliert mit 2D in 3D-Konvertierung, einem dynamischen Kontrastbereich von 9.000.000:1, einer Helligkeit von 100 cd pro m2, einer Reaktionszeit (G to G) von 5 ms und natürlich mit Full LED Backlit für ausgezeichnete Schwarzwiedergabe und enorme Kontraststärke. Verschiedene Bildmodi, darunter auch AutoView, Hollywood Nacht, Tag und Pro (Hollywood Pro ist für die sensorbasierte Autokalibrierung von Farbtemperatur, Graustufen/Gamma sowie Farbraum vorgesehen, der Sensor kann als Zubehör geordert werden), sorgen für eine unter allen Bedingungen gleichbleibend hohe Bildqualität. Toshiba spendiert dem ZL1 des Weiteren eine 800 Hz Frame Interpolation und Resolution +. Toshiba Places als Plattform für internetbasierte Dienste ist ebenso mit an Bord wie ein DLNA Streaming-Client sowie ein WLAN-Modul. Das aufwändige Audiosystem glänzt mit Dolby Digital Plus, Dolby Volume, Audyssey EQ sowie getrennten Endstufen für Haupt- und Hochtonlautsprecher. Das Soundmodul ist beim 55ZL1G separat ausgeführt und wird mittels Plexiglaszwischenstücken am TV-Gehäuse befestigt. Im Lieferumfang ist auch eine externe 500 GB Festplatte enthalten, beim Thema 3D Shutterbrillen zeigt sich Toshiba aber recht sparsam und liefert nur eine Brille mit. 

Stromverbrauch
  • Modus AutoView, normaler externer Lichteinfall: ca. 170 Watt
  • Modus Hollywood Night, geringer externer Lichteinfall: ca. 120 Watt
  • Modus Standard, normaler Lichteinfall: 135 Watt
Akzeptierte Video-Signalformate über HDMI-Eingänge

Akzeptierte Video-Signalformate über analogen PC-Eingang

Verarbeitung

Standfuß-Rückseite

Standfuß im Detail

Schicke Optik 

Geringe Spaltmaße

Hohe Materialgüte bei der Fernbedienung

Soundbar

Der 55ZL1G präsentiert sich optisch schlicht und elegant. Der feine Chromrand um das Gehäuse unterstreicht den noblen Charakter des Spitzenmodells. Das Soundmodul ist wie eine Soundbar ausgeführt und hängt wie frei schwebend unter dem eigentlichen TV - mit nahezu unsichtbaren Plexiglasteilen erfolgt die Befestigung. Der Standfuß sieht zwar elegant aus und bietet sehr guten Halt. Die mitgelieferte Fernbedienung sieht attraktiv aus, durch einen Schiebemechanismus können gerade nicht benötigte Tasten abgedeckt werden. Die Materialqualität ist nicht nur bei der Fernbedienung sehr gut - auch die Oberflächengüte des TVs an sich ist ausgezeichnet. Hinzu kommen präzise Passungen mit gleich bleibenden Spaltmaßen. 

Anschlüsse

Anschlüsse - 4 x HDMI, RGB-PC, Scart, Antennenanschlüsse und Systemanschluss fürs Speakermodul

2 x USB, Common Interface +, LAN, Adapter-geeignete Anschlüsse für Komponente und FBAS, digitaler Audioausgang optisch, und 2 der HDMI-Ausgänge

Vorhanden sind insgesamt vier HDMI-Anschlüsse, die alle der Version 1.4 entsprechen. Des weiteren wird durch INSTAPORT eine unproblematische HDMI-Geräteerkennung gewährleistet und es entfällt der oft lang dauernde Handshake. Der 55ZL1 ist auch REGZA Link-fähig. An weiteren Anschlüssen gibt es eine Ethernetbuchse, wahlweise kann der ZL1 aber auch mittels des eingebauten WLAN-Moduls ins Heimnetzwerk eingepflegt werden. Der ZL1 verfügt über einen dedizierten PC-Eingang und bringt zwei USB-Terminals mit. Auch eine SCART-Buchse für den Anschluss älterer Peripheriegeräte findet sich. Ein digitaler Audioausgang und ein 3,5 mm Minklinken-Kopfhörerausgang werden ebenfalls mitgeliefert. Komponentenvideo und FBAS-Video können nur mittels Adapter realisiert werden. Natürlich fehlen auch Anschlüsse für den Multituner nicht. 

Bedienung

Grundmenü

Menü "Präferenzen"

Personal TV für 4 Benutzer

Einstelloptionen

Einfache Netzwerkeinbindung - wahlweise drahtgebunden oder wireless

Netzwerktest

Systeminstallation

Satelliteneinstellungen

Infos zur laufenden Sendung

Weitere Funktionen

Energiespareinstellungen

Der 55ZL1G ist durch die Auto-Erstinstallation problemlos betriebsfertig zu machen. Die Menüs sind gut aufgebaut, gerade das Hauptmenü sieht sehr attraktiv aus, während die Submenüs grafisch schlicht gehalten sind. Die Bedienung mittels der Fernbedienung ist unproblematisch, das Navigationskreuz lässt sich sehr gut handhaben. Praktisch ist die Personal TV Funktion (unter Menüpunkt "Präferenzen"), hier können sich vier User unterschiedliche Profile anlegen. 

Multimedia

Mediaplayer: Man wählt im Menü zwischen Setup/Foto/Film/Musik-Wiedergabe

Auto Start bei Anschluss eines USB-Mediums

Server und PCs im Netzwerk

Filmwiedergabe

Auswahlmöglichkeiten

Musikwiedergabe

Toshiba Places und YouTube-Schnellzugriff

Places mit verschiedenen Unterkategorien

Social Place

News Place

Video Place - Dailymotion

YouTube

Der ZL1 verfügt über die Plattform „Toshiba Places“, mit der der Zugriff auf verschiedene internetbasierte Dienste erfolgen kann. Toshiba Places wird ständig erweitert, jüngst gab Toshiba auf der IFA weitere neue Möglichkeiten von Toshiba Places bekannt. Im Hauptmenü geht man über die Option „angeschlossener Fernseher“ und kann dann zwischen Toshiba Places und YouTube wählen. Hier erscheint uns zunächst nicht ganz verständlich, wieso Toshiba den YouTube Client, der zuverlässig arbeitet und eine gute Videowiedergabe ermöglicht, nicht gleich in die Places-Plattform integriert hat. Später allerdings dann die Erleuchtung – es ist nur ein Schnellzugriff, von den „Video Places“ im Toshiba Places Menü kann man auch auf YouTube zugreifen. 

Bei Toshiba Places wird unterteilt in Konten und Einstellungen – hier wird alles verwaltet, was mit dem Benutzerkonto zusammen hängt-, Meine Lieblings-Services (hier kann man sich Favoriten erstellen), Video Place (Video on Demand-Services), Social Place (Social Media Sharing) sowie dem News Place (News, Lifestyle). Beim ZL1 war das Angebot noch nicht allzu umfassend. Dailymotion steht als Video On Demand Plattform bereit, ebenso Viewster, Box Office 365, Woomi, Cartoon Network und Arktis. Bei den „Social Places“ gibt es Daily Motion, flickr und einen Posteingang für das Verwalten von Nachrichten. Beim „News Place“ ist aktuell nur Golem installiert. 

Ebenfalls ist der Fernseher Streaming-fähig, alle unsere PCs und Server im Netz hat der TV erkannt. Die Geschwindigkeit des Zugriffs richtet sich natürlich auch nach der Art der Netzwerkeinbindung, wer den drahtlosen Weg wählt, muss sich auf etwas längere Zugriffszeiten gefasst machen – im Vergleich zu verschiedenen Kontrahenten ist der ZL1 aber wirklich flott unterwegs. Um das Streaming zu starten, wählt man im schicken Hauptmenü „Mediaplayer“ an. Im Testbetrieb wurden an Videoformanten gestreamt: AVCHD, DivX-avi (SD), Windows Media Video (WMV) und MP4-HD. Von USB spielt der Toshiba MP4 HD-Videoclips ebenso ab wie MKV-Files in SD und HD. MP3- und jpeg-Dateien werden natürlich auch erkannt. Toshiba selber gibt folgende Formate für die Unterstützung mittels USB an: AVCHD, AVCHD Lite, mts, m2ts, H.264, MPEG2-PS, mpg, mpeg, MPEG2, MP4, mp4, m4v. Man kann den USB 2 Eingang auch für Personal Video Recording nutzen. 


Gesamtübersicht Formate Media-Player

Die USB-Spezifikationen zeigen einen Nachteil - kein NTFS-Support

Testequipment
Bild

Autokalibrierung mittels optional erhältlichem Sensor, der vorn mittig auf den TV gesetzt wird

TPA-1

Der Toshiba 55ZL1G kann mittels des optional erhältlichen Sensors TPA-1 (Toshiba Picture Analyzer) automatisch kalibriert werden. Voraussetzung ist, dass das Bildfeld Hollywood Pro aktiv ist. Drei Schritte werden in der Auto-Kalibrierung abgehandelt: Farbtemperatur, Graustufen- und Gamma-Optimierung sowie die Kalibrierung des Farbraums. Der Sensor wird mittels USB an den TV angeschlossen. Bei der Farbtemperatur kalibriert der Sensor den Toshiba auf den D65 Punkt (6500 Kelvin). Dank der Cevo-Engine kann der gemessene Wert mit den Referenzdaten in den integrierten Look Up Tables (LUT) verglichen werden und justiert die Parameter, die von den Referenzdaten abweichen. Auch bei der Graustufenmessung und der Gammakorrektur wird ähnlich vorgegangen, so dass die Vorgabe - ein Referenz-Studio-Monitor hinsichtlich der Bildgüte - in der Praxis erfüllt wird. Der Endkunde kann den Sensor - wenn er Vorkenntnisse hat - selber erwerben und die Messung durchführen, oder dies seinen Händler machen lassen, so dass der TV dann im Hollywood Pro Modus ein perfektes Bild hinsichtlich der Übereinstimmung mit internationalen Normen zur Bildkalibrierung bietet. 

3D-Einstellungen

Auch derjenige, der keinen Sensor kaufen bzw. den TV vom Händler einstellen lassen möchte, findet dank des nun vorgestellten Video-EQs einen Weg zum nahezu perfekten Bild. 

Video-EQ

Bildmodus Hollywood Nacht

Bildmodus AutoView

Erweiterte Bildeinstellungen

Farbmanagement

Rauschunterdrückung

Resolution + sowie Active Vision M800

Experteneinstellungen

Weißabgleich für Profis

RGB Filter und eingebautes Testbild

Der ZL1 verfügt über einen Video-EQ, den man aufgrund der Qualität und des Umfangs getrost als semiprofessionelles Tool zur Bildkalibrierung bezeichnen kann. Zunächst zählen wir die verschiedenen Bildmodi auf. Besonders für weniger versierte Anwender ist hier der erste Modus „Auto View“ zu nennen. Hier stellt sich der TV in Bezug auf Basisfaktoren wie Helligkeit und Kontrast automatisch auf die Bedingungen am Aufstellungsplatz ein. Auto View funktioniert in der Praxis sehr gut, die getroffenen Bildeinstellungen sind stimmig. Zudem passt sich Auto View recht rasch auf Veränderungen beim externen Lichteinfall an. Zu nennen sind auch die beiden Hollywood-Modi Tag und Nacht. Hintergrund des Toshiba Hollywood-Projektes: Die Darstellung von Filmmaterial auf Flachbildschirmen soll optimiert werden und so exakt den Eindruck erwecken, der vom Filmemacher beabsichtigt wurde. Im Idealfall emuliert der TV zu Hause das Bildwiedergabegerät, das für die Post Production des Films verwendet wurde. Das Hollywood-Konzept umfasst die optimale Zusammenarbeit von Panel und Ansteuerungselektronik sowie der Komposition. Farbwiedergabe, Panel-Reaktionszeit, Kontrast und Betrachtungswinkel werden im Rahmen der Hollywood-Bildtechnologie optimiert. Und wie schlagen sich die Hollywood-Modi in der Praxis? Hier sind wir überrascht – wobei es einen Grund gibt, wieso sich die Modi sehr gut in Szene setzen können: Das verbaute Panel unserer Testgerätes weist keinen Farbstich auf. Daher entfalten die Modi ihre volle Wirkung. Filmgenuss am Abend mit geringem bis keinem externen Lichteinfall ist mit Hollywood Nacht-Modus möglich. Der Weißpunkt wird exakt getroffen, der Detailkontrast ist sehr hoch und der Gesamtbildeindruck ist überaus augenfreundlich. Mit „Hollywood Tag“ kann der User auch am Tage bei deutlichem externem Lichteinfall Filmmaterial Filme in hoher Güte betrachten Als dritter Hollywood-Modus gibt es noch „Hollywood Pro“. Es gibt noch weitere Programme: Standard, Dynamisch, Spiel, und PC. 

Nun kommen wir zu den Einstellmöglichkeiten. Hier finden sich neben der „Rest“ Funktion Regler für Panelhelligkeit, Kontrast, Bildhelligkeit, Farbe, Farbton und Schärfe. Unter den „Erweiterten Bildeinstellungen“ kann man die „ColourMaster“ Farboptimierungsschaltung aktivieren. Ist diese in Aktion, kann man über die Farbeinstellungen die Primär- und Sekundärfarben in Farbton, Sättigung und Helligkeit feintunen. Die Farbtemperatur kann ebenfalls mit einem einzelnen, sich darunter befindenden Regler eingestellt werden. Unter den „Einstellungen des automatischen Helligkeitssensors“ kann man den Sensor aktiveren . Unter „Pro.Panelhelligk.-Einstellungen kann man den Steuerpegel in Abhängigkeit vom Umgebungslicht einstellen. Die nächsten Punkte umfassen die LED-Backlight-Steuerung, die Einstellung der Spitzenhelligkeit, den Schwarz-/Weiß-Pegel sowie eine Gammaeinstellung. Unter dem Punkt „Rauschunterdrückung“ gibt es eine MPEG Rauschreduzierung und eine digitale Rauschreduzierung. Der Punkt „Resolution +“ behandelt die Justagemöglichkeit für die Resolution + Funktion, die bei SD-Quellen eine Quasi HD Auflösung generiert. Active Vision M800 mit 800 Hz ermöglicht als Frame-Interpolationsverfahren ein flüssiges Bild mit hoher Bewegungsstabilität. Hier stehen die Versionen sanft oder Standard zur Verfügung.

Als weiterer Punkt kommen die Expertenbildeinstellungen im Menü. Hier gibt es ein fest eingebautes Multifunktionstestbild, einen RGB-Filter (einzeln können Rot, Grün und Blau zu- oder abgeschaltet werden), zudem finden sich Regler für Farbe und Farbton. Beim Farbdecoding kann man zwischen „automatisch“, BT.709 und BT.601 gewählt werden. Eine exakte Farbkalibrierung für die Festlegung des Weißpunktes und eine Gamma-Kalibrierung vervollständigen die Parameter, die man insgesamt als beispielhaft bezeichnen kann. 

Bild – generelle Faktoren

Man merkt dem ZL1 Verschiedenes deutlich an – zunächst die große Rechenpower, die dank der enorm leistungsfähigen Cevo Engine bereitgestellt wird. So erledigt der TV z.B. die 2D nach 3D Konvertierung enorm schnell und sauber, was zu einem ruckelfreien Bild mit verblüffend echtem 3D-Charakter führt. Auch die Wiedergabe nativer 3D-Signale profitiert von der Rechenleistung, was man gerade an Bewegungen erkennt. Diese erscheinen unmittelbarer, spontaner und flüssiger als bei anderen TVs mit weniger Performance-starkem Chip. Die 3D-Implementierung ist Toshiba überhaupt exzellent gelungen, wir wären praktisch wunschlos glücklich, wenn es, vornehmlich in hinteren Bildebenen, nicht doch ab und zu zu sichtbarem Ghosting kommen würde. In dieser Disziplin sind aber auch die Konkurrenten noch nicht fehlerfrei, nur die GT30 und VT30 Plasmas von Panasonic produzieren aktuell weniger Ghosting. Ansonsten sind wir beeindruckt – während andere Shutterbrillen-basierte 3D TVs massiv mit der Blickwinkelproblematik kämpfen – was sich auch in der 2011er Generation zwar verbessert, aber noch lange nicht erledigt hat -, bietet der ZL1 weitaus komfortableren 3D-Genuss: Selbst dann, wenn man den Kopf bewegt oder seine Position im Fernsehsessel oder auf der Couch verändert, reißt der 3D-Effekt, der überdies hinaus sehr plastisch und gleichzeitig natürlich wirkt, nicht ab. Sogar Aufstehen und mit mehr Personen (wir haben es mit vier Personen ausprobiert) ist erlaubt - das ist top. Zudem sind die Brillen leicht und können auch von Brillenträgern verwendet werden. Der Sync Brille-TV klappt ungemein schnell und reibungslos. Per Schnellzugriffstaste auf der Fernbedienung kann man alle 3D-Funktionen außerdem direkt steuern. Was auch ausgezeichnet ist: Es gibt kaum Helligkeitsveränderungen, die Gesamt-Bildhelligkeit nimmt nur geringfügig ab. Farbverfälschungen sind praktisch keine festzustellen. Natürlich kann man mit dem ZL1 auch gepflegt 2D Inhalte betrachten. Dies macht auch bei Sportsendungen viel Freude, da das reaktionsschnelle Panel und die 800 Hz Active Motion Rate in Zusammenarbeit mit der Cevo Engine ein stabiles, authentisches Bild mit hervorragender Bewegungswiedergabe sicherstellt. Durch den breiten vertikalen und horizontalen Blickwinkel des ZL1 kann man ohne Schwierigkeiten mit mehreren Personen Inhalte betrachten. Und diese Inhalte beeindrucken durch den tiefen Schwarzwert, den das Full LED Backlit Gerät realisiert. Damit einher geht ein Maßstäbe setzender Detailkontrast – wie viele Einzelheiten der Toshiba auch in dunklen Szenen noch herausholt, ist überragend. Durch vielfältige Gamma-Einstellungen und auch Farbeinstellungen im Video-EQ können versierte Anwender, sogar mit Hilfe eines eingebauten HD-Testbilds, die Bildwiedergabe perfektionieren. Ehrlich gesprochen sind aber die vordefinierten Hollywood-Bildprogramme schon so überzeugend, dass hier kaum noch Handlungsbedarf besteht. Wer doch agieren möchte, freut sich unter anderem über ein selektiv arbeitendes Farbmanagement. Die Farbwiedergabe ist schon ab Werk in den Hollywood-Modi brillant. Für TV-Material empfehlen wir AutoView oder Standard. Das Panel ist enorm rauscharm und zeigt selbst bei gut 1 m Betrachtungsabstand kaum Rauschmuster. Zudem liefert der TV eine sehr gute Weißwiedergabe – so ein genaues Treffen des akkuraten Weißpunktes haben wir bei einem LCD-TV noch nicht gesehen. Die Bildschärfe liegt in2D und in 3D enorm hoch, es wird aber nie der unschöne Effekt unnatürlicher, digital wirkender Überschärfung sichtbar. Die Detailtreue ist superb, nur selten bilden sich minimale Artefakte rund um Einzelheiten im hochfrequenten Bildbereich. Das Upscaling gelingt dem Toshiba bei Film- und Videomaterial exzellent: Scharf und ohne erkennbares Skalierungsrauschen. Das De-Interlacing bei von vorn nach hinten durchlaufendne Schriften bei Filmmaterial ist nicht perfekt – sonst gibt es auch beim De-Interlacing keine Kritik, sondern nur Lob aufgrund hoher Bildsauberkeit und Bildstabilität. 

3D-Bilddarstellung: „Rapunzel – neu verföhnt“, ab Filmbeginn

Der Toshiba gibt sich hier keine Blöße und modelliert ein nahezu makelloses 3D Bild heraus. Gerade bei schnellen Bewegungen von hinteren in vordere oder von vorderen in hintere Bildebenen zeigt sich ein eindrucksvoller 3D-Effekt. Kleinigkeiten wie der Schmetterling, der über dem schlafenden Flynn Rider fliegt oder die auf ihn fallenden Wassertropfen aus den Nüstern des Pferde-Filmhelden Maximus untermauern die ausgezeichneten 3D Fähigkeiten. In der Sequenz, als Flynn mit Rapunzen im Lampionmeer an Rapunzels Geburtstag über das Wasser fährt, werden die Köpfe der beiden Bootsinsassen klar von der dahinter liegenden Kulisse getrennt. Sehr gut arbeitet der Toshiba selbst in den dunklen Sequenzen im 3D-Betrieb Details heraus, was man auch in der Sequenz, die in der verruchten Kneipe spielt sehr gut feststellen kann. Das Panel neigt kaum zum Rauschen, sondern präsentiert ein reines, klares und Kino-mäßiges Bild, was sich in der akkuraten Farbwiedergabe und dem stimmigen Gesamtkontrast zeigt. Der Schwarzwert ist hervorragend und gehört zum besten, was wir bislang bei einem LCD-TV gesehen haben. 

2D Blu-ray „Fluch der Karibik 1“

Direkt zu Beginn des Films kommt das aus dem dichten Nebel auftauchende Galionsschiff sehr gut zur Geltung. Der Nebel wirkt sehr echt und nicht wie Bildrauschen, das Schiff gleitet mit gleichmäßiger Bewegung aus dem Nebel heraus. Schon von weitem ist die kleine Elisabeth gut zu erkennen, auch das edle Kleid und die Reling, an der das Mädchen lehnt, ist detailreich durchzeichnen. An den Segeln sieht man die Gebrauchsspuren deutlich, und das Holz des Schiffsrumpfs kommt sehr schön heraus. Die kühle, blau-lastige Farbgebung dieser Szene gibt der Toshiba sehr authentisch wieder. Kleine Kontrastdifferenzen werden sicher erkannt. Als dann in der nächsten Sequenz Jack Sparrow mit seinem vom Untergang bedrohten Boot Kurs auf das rettende Port Royal nimmt, überzeugt der ZL1 bei der Nahaufnahme des Gesichts des Piraten: Der Glanz in den Augen, die Hautoberfläche, die Rastafrisur und der Bart werden plastisch sowie scharf wiedergegeben. Kurz danach, als Jack die zur Warnung aufgehangenen Piratenskelette passiert, zeichnet der Toshiba auch die dunklen Bereiche der Felsen im Hintergrund sehr schön durch. Bei der Hafeneinfahrt nach Port Royal bildet der Toshiba das Schiff mit dem regen Treiben, rechts in der Hafeneinfahrt, in allen Details ab – so sieht man die Struktur der Holzplanken des Schiffsrumpfes deutlich – genauso gut wie die hölzerne Oberfläche des Landungsstegs kurz danach. Auch das Protokollbuch des Hafenmeisters wirkt schon im 2D Betrieb sehr plastisch. 

DVD-Upscaling von Videomaterial von 576i auf 1080p, AVEC Professional Test DVD

Bei den weißen und schwarzen Schriften, die in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem Hintergrund laufen, liefert der ZL1 eine erstklassige Leistung ab. Es kommt zu praktisch keinen Nachziehern, die Rauschartefakte sind sehr gering, und die Farbtrennung sowie die Bewegungsschärfe sind vortrefflich. Die fünf Siemenssterne in Magenta – einer in der Bildmitte und vier kleine in den Bildecken – drehen sich gleichmäßig, die einzelnen Segmente sind auch bei den kleinen Sternen klar zu erkennen. Farbreinheit und Farbtrennung sind weit überdurchschnittlich. Das Pendel mit rot-blauem Innenleben, das in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine fest stehende schwarze Linie schwingt, ist ebenfalls fast völlig frei von Nachzieheffekten. Die Konturen sind scharf und werden praktisch ohne störende Treppenstufen wiedergegeben. Das bewegte Stadtbild von Esslingen erscheint erstaunlich scharf und plastisch, auch die Panoramaaufnahmen zeigen Schärfe und Klarheit und nur ein geringes Rauschen. Sehr gut managt der Toshiba ZL1 die Farbwiedergabe und arbeitet auch das Grün, schwierig bei LC-Displays, natürlich heraus. 

DVD-Upscaling von Filmmaterial von 576i auf 1080, Konvertierung von 2D nach 3D, Star Wars Episode III

Gleich zu Beginn des Films lauern mehrere Hürden auf den ZL1. So werden oftmals zu wenige Sterne auf den Bildschirm gebracht, zudem wirkt der Kontrast flau und unnatürlich. Der Toshiba beginnt gut und serviert ein tiefes Schwarz und viele heraus gearbeitete Sterne. Als dann die gelbe Laufschrift startet, enttäuscht uns der Bildriese allerdings. Die Schrift weist, als sie im vorderen Bildschirmbereich „entspringt“, ein zu grünliches Gelb auf, erst weiter hinten ändert sich die Farbe leicht in ein stimmiges Gelb. Zudem sind sichtbare Wellenbildungen während des Laufs erkennbar. Die Buchstaben haben leichte Störmuster. Immerhin bilden sich um die Buchstaben nur in sehr geringem Umfang Artefakte. Als dann kurze Zeit später der republikanische Sternzerstörer durchs Bild fliegt, ändert sich alles schlagartig und wir erleben die Episode III in einer Qualität, wie wir sie nur selten gesehen haben: Sofort rastet der De-Interlacer schnell ein und präsentiert ein scharfes, bewegungsstabiles Bild. Der im Schatten liegende Flügel wird in feiner Kontrastabstufung heraus gearbeitet. Der Triebwerksstrahl wirkt einheitlich und weist kaum Rauschen oder Artefakte auf. Dies ändert sich auch dann nicht, als die beiden Jäger von Obi Wan und Anakin auftauchen und das große Raumschiff in raschem Flug passieren. Als die beiden Jäger dann nach unten in die Schlacht abkippen, präsentiert der Toshiba ein tolles, präzise gestuftes Panorama. Als wir uns die Sequenz mit aktivierter 2D in 3D Wandlung anschauen (Effektintensität in der Mitte des Regelbereiches), sind wir verblüfft: gerade die Qualität der Tiefenstaffelung steigt merklich, zudem schafft die Cevo Engine die Hochkonvertierung auf 1080p und die 2D in 3D-Umwandlung in souveräner Manier. So entsteht ein Bild mit täuschend echtem HD- und 3D-Feeling, nur selten zeigt sich Ghosting in den hinteren Bildebenen. Die gesamte Raumschlacht kann man so ungemein intensiv erleben, der Toshiba ZL1 zieht den Zuschauer mit der besten 2D nach 3D Umrechung, die wir bislang gesehen haben, in seinen Bann. 

Bild Tuner (Kabel und Satellit)

Sowohl der Kabel- als auch der Satellitentuner liefern bei der Wiedergabe von 720p und 1080i Sendeinhalten ein scharfes, stabiles und sehr rauscharmes Bild. Farben wirken natürlich und nicht übersättigt, Bewegungsabläufe erfolgen ruhig und sicher. Selbst bei genauem Hinsehen sind kaum Artefakte sichtbar. Bilden sich doch mal welche, dann meist an hochfrequenten Bilddetails. Bei SD-Material wird immer noch ein erstaunlich gutes Bild geboten, was natürlich mehr rauscht und es an Details missen lässt – das Ausgangsmaterial lässt grüßen. Was die Gesamtbildschärfe anbetrifft, sticht hier Toshibas „Resolution +“ Trumpf erneut: Ist der Intensitätsregler auf der mittleren Stufe, bietet der ZL1 ein plastischeres und schärferes Bild. Allerdings sollte man einen gewissen Betrachtungsabstand schon einhalten – denn aus der Nähe betrachtet sieht man schon mehr Artefakte, gerade um Objektanten herum. Ist man aber weiter vom Screen entfernt, was im Sinne einer augenfreundlichen Bilddarstellung bei einem 55 Zoll TV ohnehin der Fall sein sollte, sieht man nur die positiven Aspekte von Resolution +. Mit der 800 Hz Frame Interpolation (Toshiba nennt es 800 Hz Active Motion Rate) garantiert der ZL1 stets flüssige und saubere Bewegungsabläufe, auch bei Sportübertragungen. Meist empfiehlt sich die Einstellung „sanft“, denn hier überwiegen klar die positiven Faktoren, das Bild erscheint uns sehr natürlich. Alternativ steht „Standard“ zur Verfügung. Natürlich kann man die Funktion auch deaktivieren. 

Gaming

Mit dem reaktionsschnellen Panel und dem überragenden Schwarzwert eignet sich der Toshiba auch zum Gamen exzellent. Es kommt nicht zum gefürchteten Input Lag, zudem werden Autorennspiele und Fußball-Animationen gestochen scharf und bewegungsstabil wiedergegeben. Auch schnelle Bewegungsabläufe kommen hervorragend heraus, PS3-Spiele in 720p werden erstklassig auf 1080p hochskaliert. 

Klang

Toneinstellungen

Schaltbare dynamische Bassverstärkung

Grafischer EQ

Der Toshiba ZL1 profitiert absolut von seinem externen Lautsprechersystem, das hinten auf der Rückseite des TVs angeschlossen wird: Wir kennen aktuell kaum einen Flachbildschirm, der dem ZL1 akustisch Paroli bieten kann. Die Surroundfunktion bringt wirklich mehr Räumlichkeit, Stimmen sind klar verständlich und klingen angenehm, und sogar ein grafischer EQ ist vorhanden – der Anwender kann also damit auf Wunsch ein eigenes Setting erstellen. Sehr gut – überraschend gut – gibt der Hightech-Flachbildschirm auch Musikmaterial wieder. Dabei gefallen Pegelfestigkeit und Dynamik, zudem ist die gesamte Akustik ausgeglichen. Der technologische Aufwand, der beim 2 x 13 Watt (Main) plus 2 x 7 Watt (Tweeter) Lautsprechersystem getrieben wurde, macht sich klanglich voll bezahlt.

Konkurrenzvergleich
  • Philips 55PFL6606K: Für weniger als die Hälfte des Kaufpreises des 55ZL1 ist der preiswerte 2D-Philips für all diejenigen, die ein sehr gutes BD-Bild in 2D und einen tadellosen Multituner bevorzugen, die richtige Wahl. Natürlich bietet der 55ZL1 einen deutlich besseren Schwarzwert, eine deutlich bessere Upconversion und eine enorm üppige Ausstattung - er rechtfertigt seinen Mehrpreis auf jeden Fall. 
  • Panasonic TX-P42VT30E: Eines vorweg - den VT30 gibt es auch in 55 Zoll mit nahezu den identischen, exzellenten Paneleigenschaften. Mit absolut gleichmäßiger Helligkeitsausleuchtung und kaum vorhandenem Ghostin im 3D-betrieb setzten die VT30 Modelle ebenso Maßstäbe wie mit der tollen Multimediaausstattung. Die Intensität des 3D-Effekts bei nativem Material ist beim Toshiba aber höher, und auch die 2D nach 3D Konvertierung wirkt noch authentischer. Pluspunkt des ZL1 ist auch der semiprofessionelle Video-EQ. Sowohl Panasonic (THX Modus + ISF-Modi) als auch Toshiba (Hollywood Modi) bringen überragende Bildfelder mit. Insgesamt markieren die VT30 Panasonics und Toshibas ZL1 die Spitze des derzeit machbaren. 
  • Samsung UE46D8090: Der Samsung begeistert mit satten Farben und brillantem Design. Auch der gesamte Ausstattungsumfang weiß zu begeistern. Bei der 3D-Performance kann sich der ZL1G ebenso vorn behaupten wie bei der Bildstabilität und bei der Upconversion - das bezahlt der Kunde allerdings auch. Wer ein bildstarkes Designergerät zum fairen Preis sucht, ist mit dem Samsung sehr gut bedient, High-End-Performer greifen zum Toshiba. 
Fazit

Mit hervorragender Bildqualität in 2D und in 3D, mit einem erstklassigen Multituner und einem semiprofessionellen Ansprüchen genügenden Video-EQ setzt der Toshiba Maßstäbe. Multimedial wird der aktuelle Stand der Technik geboten, integriert ist auch ein WLAN-Modul. Großer weiterer Pluspunkt ist der sehr gute Klang. Die elegante Optik und die übersichtliche Benutzerführung runden das Bild eines durch und durch luxuriösen und mit High Tech bis an den Rand gefüllten TVs wirkungsvoll ab. 

Der Toshiba 55ZL1G setzt dank seiner CEVO Engine Maßstäbe im 3D-Betrieb und begeistert mit enormer audiovisueller Qualität sowie beispielhaftem Video-EQ

LCD-TVs Luxusklasse
Test 15. September 2011

+ Exzellente 3D-Bildgüte
+ Hervorragende Wandlung von 2D nach 3D
+ Erstklassige 2D-BD-Wiedergabe
+ Hochwertige Upconversion von 576i Signalen
+ Maßstäbe setzende Bildprogramme + semiprofessioneller Video-EQ
+ Stark bezüglich akustischer Eigenschaften
+ Einfache Bedienung
+ Gediegene Optik

- Anzahl der Streamingformate
- Nur eine 3D Brille im Lieferumfang

Produktinfos: http://de.consumer.toshiba.eu/de/products/tv/55ZL1G#productDetailSpecifications

Text: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 15. September 2011

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