Offen - die VT 11 ist als Zweiwege-Bassreflexbox ausgelegt
Für die Preisklasse hochwertige Anschlussterminals
Einführung
Teufel offeriert ein neues Regallautsprecher-Einstiegsmodell: Schmale 99 EUR
kostet ein Paar VT
11. Was bekommt man fürs eingesetzte Budget? Eine schlicht
gestaltete Zweiwege-Bassreflexbox mit 50 Watt langfristiger und 80 Watt
kurzzeitiger Belastbarkeit, einem maximalen Schalldruck von 100 dB und einer
Empfindlichkeit (2,83 V @ 1 m) von 85 dB. Der Frequenzgang reicht von 70 bis
20000 Hz. Die Anschlüsse (single-wired) sind sogar vergoldet und in Schraumform
ausgeführt. Das Gehäuse in mattem Schwarz besteht aus foliertem MDF. 2,8 kg
wiegt eine Box, die Abmessungen fallen mit 156 x 260 x 200 mm (B x H x T)
kompakt aus.
Sehr schlichter innerer Aufbau - hier merkt man die
Preisklasse
Weitere Detailaufnahme
Blick ins Gehäuseinnere
ausgebauter Hochtöner
Tief-Mitteltöner ausgebaut
Seitliche Ansicht
Die Teufel-Einstiegsbox ist klassisch als Zweiwege-Konstruktion
ausgelegt, die kleine Bassreflexöffnung ist rückseitig angeordnet. Damit ist
die VT 11 kein Lautsprecher, der direkt an der Wand Aufstellung beziehen sollte.
Besser ist es, einen Abstand von zumindest 20 cm einzuhalten. Der 130 mm Tief-/Mitteltöner
besteht aus Zellulose, der 25 mm Hochtöner aus Gewebe. Die Chassis sind solide
eingepasst. Der Frequenzgang der 2,8 kg wiegenden Box geht von 70 bis 20.000 Hz,
der maximale Schalldruck wird mit 100 dB angegeben. Die Belastungswerte gehen
für die Preisklasse absolut in Ordnung, 50 Watt (langzeitig) und 80 Watt
(kurzzeitig). Der Wirkungsgrad fällt nicht rekordverdächtig aus und liegt bei
85 dB (2,83 V @ 1 m). Somit sollte der verwendete Verstärker schon etwas Kraft
mitbringen, damit es vorangeht. Die Frequenzweiche ist sehr einfach gestaltet,
nur wenige Bauteile haben sich auf der kleinen Platine versammelt. Bodenseitig
ist ein M6 Gewinde integriert, was die Aufstellungsmöglichkeiten erweitert. Mit
Abmessungen von 156 x 260 x 200 mm (Breite x Höhe x Tiefe) entpuppt sich die VT
11 als sehr kompakt und kann daher beinahe überall Aufstellung beziehen. Das
Gehäuse besteht aus MDF und ist relativ akkurat foliert. Die Ecken sind
allerdings relativ spitz. Die Oberflächenqualität ist gut. Auf der
Lautsprecherrückseite findet sich ein Anschlussterminal mit
Schraubanschlüssen.
Akustisch kann die sehr preiswerte Box in allen Testreihen überzeugen.
Gerade für Rock- und Pop-Musik sowie für Trance/Techno eignet sich der
Schallwandler erstaunlich gut. Richtig derbe Abstriche müssen nicht gemacht
werden, das hat mehrere Gründe: Zum einen spielt der einfache Lautsprecher
tonal recht neutral auf und stört nicht durch Verfärbungen oder Überbetonung
von Teilen des Frequenzspektrums. So kann man das Real Booty Babes Remix des
Lady Gaga Superhits "Pokerface" mit klarem Klang auch bei erhöhtem
Pegel anhören. Zum anderen punktet der Lautsprecher mit sehr guten
grobdynamischen Qualitäten und einer prima Pegelfestigkeit. Allerdings sollte
die VT 11 vornehmlich in kleineren Lokalitäten zwischen 10 und knapp 20
Quadratmeter eingesetzt werden. In größeren Räumen dürfen dann keine
ausgezeichneten Leistungen hinsichtlich der räumlichen Ausbreitung erwartet
werden. Lebendig und mit guter Präzision wird das Tiesto-Remix des
Goldfrapp-Stücks "Rocket" aus dem aktuellen Album wiedergegeben. Der
Bass kommt recht zeitgenau auf den Punkt, allerdings muss man beim Tiefgang
konstruktionsbedingt Abstriche hinnehmen. Wer preisgünstig eine Möglichkeit
hat, an einen aktiven Subwoofer heran zu kommen, kann die klangliche Lücke
schließen und sich über ein komplett klingendes 2.1 System freuen. Teufel
bietet hier eine Erweiterungsmöglichkeit: Den
A 610 SW. Wer keine erhöhten Ansprüche an den Tiefgang stellt, kann
allerdings auch schon mit dem "nackten" 2.0 System glücklich werden.
Bei "The Living Daylights" (a-Ha Titelsong des gleichnamigen
007-Films) und beim Klassiker-Filmtitelsong "Goldfinger" spielt die VT
11 schwungvoll auf und erfreut auch durch eine solide Stimmabbildung. Die
vorderste klangliche Ebene wird selbst beim "Frühling" von Antonio
Vivaldis Vier Jahreszeiten gut wiedergegeben, der orchestrale Einsatz erfolgt
relativ impulstreu und kann sogar gewisse Basismerkmale eines
durchstrukturierten Aufbaus vorweisen. Die Klangcharakteristik ist auch bei
längeren Hörsessions angenehm, der Sound drängt sich dem Hörer nicht auf.
Wer nur wenig Geld investieren und dafür einen durchaus fundierten Sound
erwartet, liegt bei den günstigen "Teufeln" genau richtig.
Konkurrenzvergleich
Magnat Quantum 553: Die
Quantum 553 klingt etwas weniger dynamisch und ist teurer. Dafür holt sie
etwas mehr Details heraus.
Teufel Ultima 20: Die teurere
Ultima 20 macht auch klanglich ihren Mehrpreis rasch deutlich - sie klingt
detailreicher, räumlicher und ist pegelfester.
Fazit
Teufel offeriert für knapp 100 EUR ein flexibel einzusetzendes, kompaktes
Stereo-Lautsprecherpaar: Der Stereo-Einsteiger kann für wenig Geld vernünftig
klingende Schallwandler kaufen, ebenso eignen sich die beiden
Zweiwege-Bassreflexboxen aber auch für die Ferienwohnung oder das Schlafzimmer.
Sie sehen unauffällig aus, für den Preis darf man allerdings keine
Designobjekte mit liebevollen Details erwarten. Schön ist, dass Teufel
Schraubanschlüsse für die Lautsprecherkabel mitliefert. Klanglich erfreuen die
Einstiegsmodelle aus Berlin mit klarem und recht präzisem Sound sowie guter
Pegelfestigkeit und einer tadellosen Grobdynamik.
Top-Angebot für Einsteiger: Die VT 11 ist sehr
preisgünstig, klingt lebendig und ist durch die kompakten Abmessungen leicht
unterzubringen
Stereo-Lautsprecher Einsteigerklasse
Test 04. Juli 2011