TEST: Regallautsprecher Teufel VT 11 - Überzeugende Vorstellung für 99 EUR Paarpreis

04. Juli 2011 (cr/sw)

VT 11 - hier mit Schutzgitter. Paarpreis: 99 EUR

Offen - die VT 11 ist als Zweiwege-Bassreflexbox ausgelegt

Für die Preisklasse hochwertige Anschlussterminals

Einführung

Teufel offeriert ein neues Regallautsprecher-Einstiegsmodell: Schmale 99 EUR kostet ein Paar VT 11. Was bekommt man fürs eingesetzte Budget? Eine schlicht gestaltete Zweiwege-Bassreflexbox mit 50 Watt langfristiger und 80 Watt kurzzeitiger Belastbarkeit, einem maximalen Schalldruck von 100 dB und einer Empfindlichkeit (2,83 V @ 1 m) von 85 dB. Der Frequenzgang reicht von 70 bis 20000 Hz. Die Anschlüsse (single-wired) sind sogar vergoldet und in Schraumform ausgeführt. Das Gehäuse in mattem Schwarz besteht aus foliertem MDF. 2,8 kg wiegt eine Box, die Abmessungen fallen mit 156 x 260 x 200 mm (B x H x T) kompakt aus. 

Video - Overview

 

Verarbeitung

Einpassung der Chassis

Kantenverarbeitung

Aufnahme-Vertiefung fürs stoffbezogene Lautsprecher-Schutzgitter

Bassreflexöffnung

Foliertes MDF-Gehäuse

Sehr schlichter innerer Aufbau - hier merkt man die Preisklasse

Weitere Detailaufnahme

Blick ins Gehäuseinnere

ausgebauter Hochtöner

Tief-Mitteltöner ausgebaut

Seitliche Ansicht

Die Teufel-Einstiegsbox ist klassisch als Zweiwege-Konstruktion ausgelegt, die kleine Bassreflexöffnung ist rückseitig angeordnet. Damit ist die VT 11 kein Lautsprecher, der direkt an der Wand Aufstellung beziehen sollte. Besser ist es, einen Abstand von zumindest 20 cm einzuhalten. Der 130 mm Tief-/Mitteltöner besteht aus Zellulose, der 25 mm Hochtöner aus Gewebe. Die Chassis sind solide eingepasst. Der Frequenzgang der 2,8 kg wiegenden Box geht von 70 bis 20.000 Hz, der maximale Schalldruck wird mit 100 dB angegeben. Die Belastungswerte gehen für die Preisklasse absolut in Ordnung, 50 Watt (langzeitig) und 80 Watt (kurzzeitig). Der Wirkungsgrad fällt nicht rekordverdächtig aus und liegt bei 85 dB (2,83 V @ 1 m). Somit sollte der verwendete Verstärker schon etwas Kraft mitbringen, damit es vorangeht. Die Frequenzweiche ist sehr einfach gestaltet, nur wenige Bauteile haben sich auf der kleinen Platine versammelt. Bodenseitig ist ein M6 Gewinde integriert, was die Aufstellungsmöglichkeiten erweitert. Mit Abmessungen von 156 x 260 x 200 mm (Breite x Höhe x Tiefe) entpuppt sich die VT 11 als sehr kompakt und kann daher beinahe überall Aufstellung beziehen. Das Gehäuse besteht aus MDF und ist relativ akkurat foliert. Die Ecken sind allerdings relativ spitz. Die Oberflächenqualität ist gut. Auf der Lautsprecherrückseite findet sich ein Anschlussterminal mit Schraubanschlüssen.

Testequipment
Klang

Akustisch kann die sehr preiswerte Box in allen Testreihen überzeugen. Gerade für Rock- und Pop-Musik sowie für Trance/Techno eignet sich der Schallwandler erstaunlich gut. Richtig derbe Abstriche müssen nicht gemacht werden, das hat mehrere Gründe: Zum einen spielt der einfache Lautsprecher tonal recht neutral auf und stört nicht durch Verfärbungen oder Überbetonung von Teilen des Frequenzspektrums. So kann man das Real Booty Babes Remix des Lady Gaga Superhits "Pokerface" mit klarem Klang auch bei erhöhtem Pegel anhören.  Zum anderen punktet der Lautsprecher mit sehr guten grobdynamischen Qualitäten und einer prima Pegelfestigkeit. Allerdings sollte die VT 11 vornehmlich in kleineren Lokalitäten zwischen 10 und knapp 20 Quadratmeter eingesetzt werden. In größeren Räumen dürfen dann keine ausgezeichneten Leistungen hinsichtlich der räumlichen Ausbreitung erwartet werden. Lebendig und mit guter Präzision wird das Tiesto-Remix des Goldfrapp-Stücks "Rocket" aus dem aktuellen Album wiedergegeben. Der Bass kommt recht zeitgenau auf den Punkt, allerdings muss man beim Tiefgang konstruktionsbedingt Abstriche hinnehmen. Wer preisgünstig eine Möglichkeit hat, an einen aktiven Subwoofer heran zu kommen, kann die klangliche Lücke schließen und sich über ein komplett klingendes 2.1 System freuen. Teufel bietet hier eine Erweiterungsmöglichkeit: Den A 610 SW. Wer keine erhöhten Ansprüche an den Tiefgang stellt, kann allerdings auch schon mit dem "nackten" 2.0 System glücklich werden. Bei "The Living Daylights" (a-Ha Titelsong des gleichnamigen 007-Films) und beim Klassiker-Filmtitelsong "Goldfinger" spielt die VT 11 schwungvoll auf und erfreut auch durch eine solide Stimmabbildung. Die vorderste klangliche Ebene wird selbst beim "Frühling" von Antonio Vivaldis Vier Jahreszeiten gut wiedergegeben, der orchestrale Einsatz erfolgt relativ impulstreu und kann sogar gewisse Basismerkmale eines durchstrukturierten Aufbaus vorweisen. Die Klangcharakteristik ist auch bei längeren Hörsessions angenehm, der Sound drängt sich dem Hörer nicht auf. Wer nur wenig Geld investieren und dafür einen durchaus fundierten Sound erwartet, liegt bei den günstigen "Teufeln" genau richtig.  

Konkurrenzvergleich

  • Magnat Quantum 553: Die Quantum 553 klingt etwas weniger dynamisch und ist teurer. Dafür holt sie etwas mehr Details heraus. 
  • Teufel Ultima 20: Die teurere Ultima 20 macht auch klanglich ihren Mehrpreis rasch deutlich - sie klingt detailreicher, räumlicher und ist pegelfester. 
Fazit

Teufel offeriert für knapp 100 EUR ein flexibel einzusetzendes, kompaktes Stereo-Lautsprecherpaar: Der Stereo-Einsteiger kann für wenig Geld vernünftig klingende Schallwandler kaufen, ebenso eignen sich die beiden Zweiwege-Bassreflexboxen aber auch für die Ferienwohnung oder das Schlafzimmer. Sie sehen unauffällig aus, für den Preis darf man allerdings keine Designobjekte mit liebevollen Details erwarten. Schön ist, dass Teufel Schraubanschlüsse für die Lautsprecherkabel mitliefert. Klanglich erfreuen die Einstiegsmodelle aus Berlin mit klarem und recht präzisem Sound sowie guter Pegelfestigkeit und einer tadellosen Grobdynamik. 

Top-Angebot für Einsteiger: Die VT 11 ist sehr preisgünstig, klingt lebendig und ist durch die kompakten Abmessungen leicht unterzubringen

Stereo-Lautsprecher Einsteigerklasse 
Test 04. Juli 2011

+ Recht neutral ausgelegt
+ Gute Pegelfestigkeit
+ Tadellose Grobdynamik
+ Schraubterminals
+ Enorm günstiger Preis

- Gehäusefarbenauswahl
- Sehr einfache Verarbeitung

Direktlink zum Produkt: www.teufel.de/VT-11

Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
04. Juli 2011

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