TEST: Teufel 5.1-Set Theater 500 - Universaltalent für Musik und Film

16.09.2011 (cr/phk)

Einführung

Für einen Paarpreis von 698 EUR ist bei Lautsprecher Teufel die für Hörräume bis 50 Quadratmeter geeignete Dreiwege-Bassreflexbox T 500 erhältlich - seit neuestem auf Wunsch und gegen absolut angemessenen Aufpreis - Komplettpreis 1299 EUR - auch mit mehrkanaliger "Verstärkung": Die aus dem Theater 200 bekannten Komponenten Centerlautsprecher ( T 200 C), Dipole (T 100 D) sowie Subwoofer (T 2000SW) sorgen für das Entstehen eines neuen leistungsfähigen Ensembles aus bekannten Bausteinen. Wir haben überprüft, ob sich die neue Komponenten-Kooperation als klanglich fruchtbar erweist.

Verarbeitung und Technik

Die T 500 weist eine Dauerbelastbarkeit (IEC – Long Term) von 170 und eine Impulsbelastbarkeit (IEC – Short Term) von 220 Watt auf. Als Mindest-Verstärkerleistung empfiehlt Teufel 30 Watt, die Empfindlichkeit wird (2,83 V/1 m) wird mit 87 dB angegeben. Die Standbox mit 37 Liter Gehäusevolumen ist für Impedanzen von 4 bis 8 Ohm ausgelegt. Das Gehäuse mit zurückversetztem Hochtöner für perfekte Gruppenlaufzeiten besteht aus 18 mm dickem MDF und ist foliert. Die magnetisch geschirmten Schallwandler bringen zwei 170 mm messende Tiefton-Chassis aus schwarz gefärbtem, leichtem Kevlar mit, die von einem 170 mm Mitteltöner mit Papier/Laminat-Membran und von einem 28 mm Gewebe-Hochtöner unterstützt werden. Die Anschlussklemmen sind selbstverständlich für Bananenstecker geeignet. Als untere Grenzfrequenz gibt Teufel 44 Hz bei – 3 dB an. 

Der T 2000 SW besticht durch seinen hochwertigen inneren Aufbau - die Endstufe weist ein übersichtliches Layout und eine tadellose Verkabelung auf. Mit 250 Watt Sinusleistung stehen üppige Leistungsreserven für eine nachdrückliche Basswiedergabe zur Verfügung. Durch die mitgelieferte Bodenplatte steht der Bassist sicher auf jedem Untergrund. Der Frequenzgang reicht von 28 bis 200 Hz, das Gewicht des T 2000 SW liegt bei 25 kg. Mit Abmessungen von (BxHxT) 38 x 60 x 48,5 cm ist er durchaus großzügig dimensioniert. Das Gehäuse wirkt sehr stabil, es besteht aus 21 mm messendem MDF. Der Frequenzregler umfasst einen Bereich von 40 bis 240 Hz, der Bassreflexsubwoofer weist eine untere Grenzfrequenz von 28 Hz (bei - 3 dB) auf. In der Praxis ist es gerade in Anbetracht der Preisklasse sehr erstaunlich, wie tief der T 2000 SW nach unten geht. Der Frontfire-Subwoofer hat ein Netto-Innenvolumen von 68 Liter und erreicht einen maximalen Schalldruck von 107 dB/m. Der regelbare Phasenregler und natürlich ein Pegelregler sind hinten zu finden, während auf der Front das 330 mm Basschassis sitzt und unter dem Subwoofer zwei Bassreflexöffnungen zu finden sind. 

Der Centerlautsprecher weist als optische und technische Besonderheit einen ausgelagerten Hochtöner auf, der für stimmige, präzise Gruppenlaufzeiten verantwortlich ist. Die Dauerbelastbarkeit des Centers liegt bei 80, die kurzzeitige Belastbarkeit bei 140 Watt. Die Empfindlichkeit gibt Teufel mit 88 dB (2,83 V @ 1 m) an. Der Frequenzbereich, der dargestellt werden kann, reicht von 65 bis 20.000 Hz. Die Kanten sind teils etwas scharf, der Übergang von Schallwand zu Korpus ist ordentlich, aber nicht überall 100 % präzise. Hinter der solide wirkenden Stoffbespannung sitzt ein 170 mm Tief-/Mitteltöner. Dieser ist robust mit der Schallwand verschraubt und präzise eingepasst. Die Membran des Tief-/Mitteltöners besteht aus beschichteter Zellulose, die Membran des Hochtöners aus Gewebe. Der magnetisch geschirmte Center weist ein Netto-Innenvolumen von 15 Litern auf, wiegt 6,8 kg und ist 26,5 cm tief, 44 cm breit und 25 cm hoch.

5,1 kg schwer und (BxHxT) 16,3 x 26 x 21,4 cm messend, sind die beiden T 100 D auch problemlos an der Wand zu befestigen. Durch die Möglichkeit, zwischen Dipol- und Monopol-Charakteristik umzuschalten, können sich die Boxen verschiedenen Bedingungen hinsichtlich der jeweiligen Unterbringung im Hörraum und bezüglich des Quellmaterials anpassen. Die geschlossenen 2-Wege-Lautsprecher sind langzeitig mit 90 und kurzzeitig mit satten 150 Watt belastbar. Der Frequenzbereich geht von 100 bis 20.000 Hz, das Netto-Innen-Volumen beträgt 6 Liter, das zeigt, wie kompakt die T 100 D ist. Das Gehäuse besteht aus 15 mm messendem MDF - die Gehäuse erscheinen verwindungssteif und stabil. Der 25 mm Gewebehochtöner wird flankiert von einem 130 mm Tiefmitteltöner mit Membran aus beschichteter Zellulose. Jeweils ein Zweiwegsystem sitzt vorn und hinten, im 180 Grad-Winkel zueinander. Die Empfindlichkeit (2,83 V @ 1 m) gibt Teufel mit 90 dB an, das geht für Dipole in Ordnung. 

Bildergalerie T 500

Aufwändig konstruierte Frontbox T500

T500 von oben

Chassis

Anschlussterminals

Recht spitze, aber sauber gearbeitete Kanten

Solider Sockel

Lautsprecherschutzgitter aus Stoff

Hochtöner

Ausgebauter Mitteltöner

Ausgebauter Tieftöner

Bildergalerie T 200 C

Center

Anschlussterminal

Ausgelagerter Hochtöner

Aus seitlicher Sicht

Nicht ganz perfekte Detailverarbeitung

Bildergalerie Dipole T 100 D:

Dipole für den Rearbereich

Kompakte Abmessungen

Solide verschraubte Chassis auch bei den T 100 D

Lautsprecherkabel-Anschlussterminals mit Umschalter Dipol/Normalbetrieb

T 2000 SW Bildergalerie:

Der aktive Subwoofer beeindruckt schon durch schiere Größe

Tieftöner beim Subwoofer

Subwoofer-Rückseite mit drei Reglern für Lautstärke, Übernahmefrequenz und Phase

Subwoofer ohne Abdeckgitter

Mehr Bilder vom Subwoofer, dem Center und den Rears gibt es hier: Teufel 5.1 System Theater 200. Mehr Bilder von der T500 finden sich hier: Dreiwege-Bassreflex-Stand-LS Teufel T 500.

Testequipment
Klang

Im 18. Kapitel von „G.I. Joe“ (DTS-HD Master Audio, englisch) gibt es eine Vielzahl an Effektkombinationen bei der wilden Flucht : Fahrgeräusche, Explosionen und der Music Score verdichten sich zu einem adrenalinhaltigen Cocktail, der vom Theater 500 sehr nachdrücklich wiedergegeben wird. Schnell bewerkstelligen die Berliner Schallwandler Wechsel von der frontalen Ebene in die Surroundebene. Beinahe unmerklich nehmen die recht kompakten, aber leistungsfähigen Rearlautsprecher die Effekte entgegen. Kurze Flugsequenzen von Heavy Duty mit dem „Raven“ Überschall-Kampfjet klingen kraftvoll und räumlich, Stimmen werden mit klarer Verständlichkeit übertragen, aber auch gut ins Geschehen eingebunden. In Kapitel 18 geht nach kurzer „Ruhepause“ das Effektspektakel weiter – unterbrochen von einigen kurzen Dialogsequenzen und Nebengeräuschen wie dem Auflisten von bewegten Objekten auf einem Monitor, das von Piepsen untermalt wird. Die Flucht der Baroness und von Duke stellt die beiden vor viele Hindernisse, die mit effektgewaltigem Nachdruck bewältigt werden – gern auch in enormer Lautstärke, Teufel-typisch sind hohe Pegel auch im 30 Quadratmeter messenden Hörraum kein Problem. Der aktive Subwoofer T-2000 SW bietet einen hervorragenden Tiefgang und einen gleichermaßen kraftvollen wie trockenen Bass. Unpassendes Nachschwingen nach kurzen Basseffekten ist kaum festzustellen. 
Ab dem 3. Kapitel haben wir uns „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels in Dolby TrueHD angehört. Hier bereitet sich Indy auf die Flucht aus der Halle vor, wird aber von seinem Partner Mac übel hintergangen. Dieses ganze Geschehen, mit Faustschlägen, Dialogsequenz und dem Durchladen von Waffen kommt sehr gut zur Geltung. Die einzelnen Komponenten des Systems haben in Testberichten bereits ihre „Feuerprobe“ sehr gut bestanden, nur in dieser Zusammenstellung sind sie neu. Und das Theater 500 passt – denn die großen Standboxen sorgen in Verbindung mit dem leistungsfähigen aktiven Subwoofer und dem sich sehr gut eingliedernden Center mit breitem Abstrahlwinkel für massive Effektspektakel, als Indiana Jones aus der Halle flüchtet. Einer nach dem anderen beißt sich die Zähne an dem cleveren Abenteurer aus, dabei werden große Mengen an KFz-Schrott produziert. Die sich ineinander verkeilenden Fahrzeuge kommen klanglich detailliert und mit Nachdruck heraus. Mit ohrenbetäubendem Lärm startet kurz darauf der Raketenschlitten durch, seine rasante Fahrt verbreitet sich rasend schnell wie ein Lauffeuer über alle Kanäle. Dabei fällt auf, dass die beiden Dipole für den Rearbereich ein sehr facettenreiches Surroundpanorama erstellen, das sowohl, was die Breite, als auch, was die Tiefe angeht, als umfassend zu bezeichnen ist. Die Suche nach Jones, der der Truppe um Irina Spalko entkommen ist, findet mit viel Geschrei und einer Vielzahl an Fahrgeräuschen statt – das Theater 500 trennt Stimmen und Instrumente sehr gut und schafft, stets tonal neutral, einen räumlich dichten, sauber gestaffelten Gesamteindruck. 

Hören wir musikalisches Mehrkanal-Material an, stellt das Theater 500 bei „Romanza (Andrea Bocelli, Vivere, PCM 5.1) seine sensible Seite heraus und präsentiert Andreas Stimme charismatisch und natürlich. Die Räumlichkeit erscheint glaubwürdig, die Bühne steht stabil. Kleine dynamische Differenzen werden sicher erfasst, das Differenzierungsvermögen nimmt erst in den hinteren akustischen Ebenen etwas ab – hier zeigt sich, dass sehr versierte Musikliebhaber für ein Lautsprecherensemble, das hohe musikalische Ansprüche voll zufrieden stellt, doch nochmals deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Streicher klingt beim Theater 500 sehr gefällig und brillant – für das Geld geht es kaum besser. Langsames instrumentales Abklingen oder kleine vokale Nuancen werden meist gut erkannt und impulstreu wiedergegeben. Mit schnellen Trance-Beats kommt das Theater 500 auch ausgezeichnet zurecht, wie sich bei „Back In Your Head“ (Tiesto, BD Elements of Life, Disc 2, Track 3) nachvollziehen lässt. Der Kickbass und auch die in einem tieferen Frequenzbereich liegenden Bassanteile werden hervorragend wiedergegeben. Der T2000 SW ist schnell und schafft es zudem, verschiedene Bassstrukturen nicht unpassend zusammen zu mischen, sondern akkurat auseinander zu differenzieren. Die Stimme der Sängerin entfaltet Ausdruckskraft und Räumlichkeit gleichermaßen. Bei Beifallsbekundungen des Publikums greifen die beiden Dipole hinten gekonnt ein und schaffen ein hohe Maß an räumlicher Weite. Der von teils kleinen dynamischen Unterschieden durchwirkte Effektaufbau gelingt in enormer Geschwindigkeit und mit einem hohen Maß an Tiefe. 

Beim Deadmau5-Remix des Medina-Tracks „You And I“ (CD, von Dolby PLII Music auf 5.1 aufpoliert) brilliert das 5.1 Ensemble mit hartem, genau den Punkt treffenden Bass und einer geschlossenen Gesamtwiedergabe. Die Dipole schaffen auch auf den Surroundkanälen viel Atmosphäre, während der Center die Stimme der Sängerin mit erstaunlich feinen Konturen auch in vokalen Details wiedergibt. Das Teufel Theater 500 spielt stets realistisch und lebendig – es „bauscht“ nicht künstlich auf, spielt aber auch nicht zu schmal und zu zurückhaltend. Auch kleinere Effekte, die sich im Hintergrund des Songs abspielen, arbeiten die Boxen gut ein. 

Insgesamt ist das Theater 500 ein Tipp für alle diejenigen, die ein Mehrkanalset wünschen, das auch für die Stereowiedergabe gut geeignet ist. Wie klar, dynamisch und präzise die T500 spielt, haben wir im Stereo-Einzeltest hervorgehoben, zusammen mit dem kraftvoll-trocken aufspielenden T2000SW kann das Set auch im 2.1 Betrieb das im 5.1-Einsatz gezeigte hohe Niveau halten. Besonders der Tiefgang und die enorme Leistungsfähigkeit der Endstufe im Subwoofergehäuse können begeistern.  Die Grenzen des Theater 500 werden nur erfahrene Hörer ausloten – bei anspruchsvoller Musik (z.B. Klassik) fehlt es z.B. Streichern in den hinteren Reihen des Orchesters an Kontur, sehr diffizile Instrumente wie z.B. ein Cembalo oder eine Harfe erscheinen bei sehr genauem Hinhören etwas ungelenk, es fehlt zudem etwas an Tiefe. Dies alles können aber nur sehr erfahrene Musikliebhaber ausmachen. Im Heimkinoeinsatz merken ebenfalls nur Anwender mit hohem empirischem Wissen, dass drei querformatige Lautsprecher vorn eine nochmals gleichmäßigere, homogenere Klangkulisse erzeugen.

Konkurrenzvergleich
  • Quadral Argentum New 5.1 Surroundset (Argentum 330, 320, 310 Base, Sub 63 DV Aktiv): Sehr kompakt und aufwändig konstruiert treten die Argentum-Schallwandler an. Sie stellen sehr dynamisch, differenziert und feinfühlig dar. Der aktive Subwoofer allerdings ist nicht ganz so pegelfest wie der T 2000 SW, und auch der Tiefgang des Teufel-Woofers ist überragend. Die großen Frontlautsprecher T 500 spielen natürlich kompletter auf als die kompakte Argentum 330 - Quadral hat daher auch verschiedene Argentum Standboxen im Programm. 
  • Teufel 5.2-Lautsprechersystem Theater 5: Das Hybridsystem Theater 5 konnte uns damals mit homogener, kraftvoller Basswiedergabe, neutraler Tonalität und sehr guter Dynamik überzeugen. Das Theater 500 spielt noch detaillierter, räumlich feiner, der große Sub punktet mit seinem Tiefgang. 
  • Nubert nuLine 5.1-Set 82/CS-42/DS-22/AW-1000: Das neutral aufspielende und sehr fein detaillierende Nubert-Set ist bis ins Detail sauber verarbeitet. Der AW-1000 Aktivsubwoofer ist ein erstklassiger Vertreter seiner Zunft, der preisgünstigere Teufel-Bassexperte muss sich aber nur knapp geschlagen geben bei den Themen Sauberkeit der Basswiedergabe und Volumen. Besser ist beim Nubert-Woofer die Ausstattung inklusive Soft Clipping Filter und Fernbedienung. 
Fazit

Teufel kombiniert aus bekannten Komponenten geschickt neu und schafft ein optisch elegantes 5.1-Ensemble, das mit ordentlicher Verarbeitung und tadellosen technischen Daten aufwarten kann. Direkt nach dem Anschließen verdichten sich die Anzeichen, dass die Berliner Sound-Experten erneut "voll zugeschlagen"  haben - das Theater 500 besticht mit hervorragender Grobdynamik, intensiv erlebter Räumlichkeit, tonaler Neutralität und hoher Pegelfestigkeit. Für Musik, ganz gleich, ob Stereo oder Mehrkanal,  ist das Set überragend geeignet, man kann von Klassik bis Trance und Metal jeden Musikstil authentisch und mit lebendiger Wiedergabe genießen. Im Filmtonbetrieb schaffen die beiden Dipole für den Surroundbereich eine differenzierte, in Tiefe und Weite beeindruckende Surround-Klangkulisse. Der Center gefällt mit tadelloser Impulstreue und recht breitem Abstrahlwinkel. Der T 2000 SW Aktivsubwoofer bringt Leistung satt und einen ausgezeichneten Tiefgang mit - das Theater 500 ist somit die beinahe ideale Alternative für anspruchsvolle Mehrkanal-Musikliebhaber, die auch gern Filme sehen und auf einen überzeugenden Stereoklang ebenfalls nicht verzichten wollen - bei alledem sollten die Lautsprecher aber auch bezahlbar bleiben. Diesem Anforderungsprofil wird das Theater 500 zur Gänze gerecht. 

Das Theater 500 besticht durch ein enormes Maß an Klarheit, Dynamik, Nachdruck und Räumlichkeit und ist für Musik und Filmton hervorragend geeignet

5.1 Lautsprechersysteme Mittelklasse
Test 16. September 2011

+ Tonal neutral
+ Enorm pegelfest
+ Grob- und Feindynamik deutlich über Preisklassenniveau
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Subwoofer mit hervorragendem Tiefgang
+ Gefällige Optik
+ Günstiger Preis

- Nicht bis ins Detail perfektes Finish
- Keine Fernbedienung beim Subwoofer

Teufel Theater 500 bei www.teufel.de

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Philipp Kind
Datum: 15. 09.2011

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