TEST: Raumfeld by Teufel Speaker L - Kabellose Klangkünstler

13.12.2011 (cr)

Die brandneuen Raumfeld by Teufel Speaker L sind in Kürze erhältlich und kosten pro Paar 1.299,99 EUR. Mit im Bild: Raumfeld Base und der Controller

Einführung

Für einen Paarpreis von 1.299,99 EUR ergänzen die Raumfeld by Teufel Speaker L das Produktportfolio der erfolgreichen Raumfeld-Linie. Der Speaker L mit eingebautem Wireless-Modul eignet sich zum Ausbau eines bereits bestehenden Raumfeld-Setups, kann aber auch als hochwertiger, klangstarker Einstieg in die Welt des Musik-Streamings eingesetzt werden. Über ein offenes Protokoll auf WLAN-Basis erhalten die edlen, in weißem mattem Lack auftretenden Lautsprecher ihre Audiodaten von verschiedenen Quellen: Aus der Musiksammlung, die sich auf dem heimischen PC, auf einem Home Server oder aber auf einem schon im Raumfeld-Netz integrierten Raumfeld Base Server befinden kann, auch ist ein USB-Stick als Quelle mögliches Medium. Natürlich kann man die schmucken Schallwandler auch mit Internet Radio-Signalen versorgen. Multiroom ohne Zeitversatz, UPnP, DLNA und alle die Wiedergabe aller gängigen Audio-Formate werden beherrscht. Die Steuerung kann entweder über den edlen, optional erhältlichen Raumfeld-Controller oder aber über die kostenlos erhältliche iPhone/iPod Touch App aus dem App Store erfolgen. Richtig Gas geben die Lautsprecher bei den Leistungsdaten, mit 2 x 80 Watt Sinusleistung, die die eingebauten Endstufen liefern, und den zwei pro Lautsprecher verbauten 170 mm Tieftöner mit Kevlar-Membran lassen sich auch größere Lokalitäten beschallen. Ergänzt wird die Chassisbestückung von einem 130 mm Mitteltöner und einem 28 mm messenden Hochtöner. Der Frequenzgang wird mit 42 bis 20.000 Hz angegeben, die Empfindlichkeit liegtt bei 87 dB (2,83 V/m). Mit einer Höhe von 110 cm und einem Gewicht von 27,1 kg pro Box präsentieren sich die Speaker L als ausgewachsene Standlautsprecher. 

Verarbeitung und Anschlüsse

Anschlussübersicht mit USB- und LAN-Schnittstelle sowie Cinch Line-In

Anschlussterminals, solide ausgeführt, für den Anschluss des Boxenpaars untereinander

WLAN-Antenne - die Verarbeitung, hier die Rückseite, überzeugt auch im Detail, das hintere Terminal ist präzise eingepasst und stabil verschraubt

Lautstärkeregler vorn

Chassis-Bestückung - hier der Mitteltöner

Hochtöner

Tieftöner

Solider Standfuß

Noble Gesamterscheinung

Front- und Rückseite. Die eingebauten Endstufen liefern üppig Leistung

Die Speaker L sind eine stattliche Erscheinung - die man ruhig genauer in Augenschein nehmen darf. Die 110 cm hohe Box ruht auf einem gestalterisch schön integrierten, kontrastfarbenen Sockel, der sicheren Halt gewährt und die Gesamterscheinung auflockert. Getreu dem Design der Raumfeld by Teufel-Komponenten herrscht auch bei der neuen Konstruktion streng geometrisches, minimalistisches Design mit Bauhaus-Tendenzen vor. Sehr gut gefällt uns die ausgezeichnete Oberflächenqualität, auch die gerundeten Gehäuseecken finden unsere volle Zustimmung. Die Lautsprecher werden untereinander mit Lautsprecherkabel verbunden, welches in stabile, hochwertige Schraubterminals eingeführt wird. Auf der Rückseite der einen Box ist die Wirelessantenne unterbracht, die Befestigung macht einen soliden Eindruck. Das gesamte Terminal mit dem Großteil der Anschlüsse ist auf der Rückseite des Lautsprechers solide eingepasst und verschraubt.  Die Chassis auf der Vorderseite sind exakt eingepasst, die Schallwand dahinter ist schwarz und stellt daher einen interessanten Kontrast dar. Die Schutzgitter sind aus Stoff und weisen einen kleinen Nachteil auf: Die Zapfen des Gitters, die in die dafür vorgesehenen Öffnungen am Gehäuse geschoben werden, sind nur aus Kunststoff. Das ganze Gerüst, auf welches der Stoff praktisch faltenfrei aufgezogen ist, besteht aus Kunststoff, hier würde sich ein Metallrahmen besser machen - dann könnte man die Befestigung an der Schallwand auch gleich mittels Magnet durchführen, was wiederum dazu führt, dass im offenen Zustand ohne Abdeckgitter keine Bohrungen für die Einführung des Gitters den optischen Gesamteindruck verschlechtern. Gut - das ist "Meckern auf hohem Niveau", insgesamt erstaunt es, was Raumfeld by Teufel für 1.299,99 EUR an Qualität offeriert. Wirkliche, fundamentale Schwächen sind keine zu finden. 

Einbindung

Musikwiedergabe über den Controller, inklusive Anzeige des Covers und übersichtlichen virtuellen Bedienelementen

Einfacher Zugriff auf das gewünschte Musikstück

Einstellungen werden direkt über den Controller vorgenommen

Das Setup mit Controller und Base ist sehr einfach - ein Einrichtungsassistent leitet den Anwender bei Starten des Controllers durch alle Stationen der Erstinstallation. Zunächst wird eine Verbindung mit der Raumfeld Base (die in unserem Falle mittels Ethernet-Kabel am Router hängt) hergestellt, was schnell und vollautomatisch erfolgt. Anschließend können weitere Raumfeld-Komponenten - wie in unserem Falle die Speaker L - eingebunden werden. Die Suche nach Komponenten erfolgt automatisch. Musik kann direkt aus dem Media Player des PCs über die Boxen wiedergegeben werden, oder aber es wird Musik abgespielt, die auf der Raumfeld Base gespeichert ist. Der Controller kann auf Wunsch auch auf im Netzwerk befindliche DLNA-Server zurückgreifen und darauf abgelegte Musikdateien werden auf den Speaker L wiedergegeben. 

Klang

Bei Andrea Bocellis "L'Attesa" begeistern uns die Speaker L mit ihrem satten Bass, der sich aber trotzdem ausgezeichnet integriert und nicht Andreas charakteristische Stimme übertönt. Vokale Konturen holen die großen Lautsprecher souverän ans Tageslicht. Tonal leicht ins Angenehme, Warme gehend, eignen sich die attraktiven Schallwandler auch für lange Hörsessions sehr gut. Bei "L'Attesa" werden zudem nicht nur die vorderen musikalischen Ebenen gut durchmodelliert - vielmehr holen die Boxen auch einige Einzelheiten des Hintergrunds ans Tageslicht, so sind auch während der Gesangspassagen einzelne Instrumente gut zu unterscheiden.  Auch die Paul Potts-Interpretation von "Time To Say Goodbye" überzeugt durch eine räumlich sehr gute Darstellung der Streicher und eine angenehme, aber gleichzeitig charismatische vokale Wiedergabe. Hier könnten nur im Hintergrund die Streicher noch minimal mehr Präsenz im Hochtonbereich vertragen. Die Stimm- und Instrumentaltrennung ist aber ausgezeichnet, auch löst sich der Klang sehr gut von den Chassis. Enorm ist der Tiefgang - hier wird nichts vermisst, weniger erfahrene Anwender sehen sich vielmehr nach einem zusätzlichen Subwoofer im Hörraum um, so gekonnt wird der Bassbereich dargebracht.

Wenden wir uns den 80er Jahren und den Pet Shop Boys mit ihrem Charthit "Always On My Mind" zu. Dynamisch und lebendig wirkt der Klang, die Räumlichkeit ist hervorragend, der Basseinsatz sicher und treffend. Trotz der Nachdrücklichkeit im tieffrequenten Bereich wird die Stimme des Sängers akkurat fokussiert. Das instrumentale Gefüge gruppiert sich schwungvoll um den Sänger, um ein einheitliches, mitreißendes Hörerlebnis zu garantieren. Die Wireless-Signalübertragung funktioniert vorbildlich - hier sind wir von Konkurrenten anderes gewöhnt. Plötzlicher Signalverlust, Aussetzer - Wireless-Lösungen nerven oft mit unzureichender Performance, all dies ist den Speaker L fremd. Sie gehen stets fleißig und störungsfrei ihrer Arbeit nach. Auch "Heart And Soul" von T'Pau wird lebendig und mit Energie in den Hörraum übertragen. Dabei überzeugen die Gleichmäßigkeit bei der räumlichen Ausbreitung ebenso wie die Staffelung der virtuellen Bühne. 

Man kann die Lautsprecher auch im wahrsten Wortsinne "hart" herannehmen, wie bei "I Wish I Had An Angel" von Nightwish. Mit der aggressiven E-Gitarre haben die Berliner Boxen keinerlei Berührungsängste - wir haben, ganz gleich welche Bauart - in dieser Preisliga bislang kaum eine andere Box kennen gelernt, schon gar keine aktive, die den harten Rhythmus so kompromisslos bei hohem Pegel mitgeht. Dabei artet das Gebotene nicht in einen oberflächlichen Akt derber Kraftmeierei aus, vielmehr wird die Stimme von Sängerin und Sänger sauber und akkurat eingearbeitet. Erst, wenn es darum geht, die letzten Prozent an Lautstärke herauszuholen, neigt die Gesamt-Klangkulisse etwas zum Blechernen, es mischen sich zudem leichte Überschärfungen im oberen Mitteltonbereich dazu. 

Das "Alte Karmuffel" von Paul Kalkbrenner wird sorgfältig aufgebaut, die leichten Verzerrungen gleich zu Beginn werden räumlich sehr gut eingearbeitet. Der Bass besitzt Kraft, Volumen und erzielt einen erstaunlichen Tiefgang - es ist schlichtweg erstklassig, wie souverän auch bei hoher Gesamtlautstärke der Bassbereich wiedergegeben wird. Der Rhythmus wird klar und strukturiert in den Hörraum übertragen, kleine dynamische Unterschiede werden ebenso wie größere Dynamiksprünge impulstreu herausgestellt. Das elektronische Hi-Hat wirkt minimal zu sanft - das sorgt zwar für angenehmes Hören bei hohen Pegeln, trifft aber nicht den Nerv kompromissloser akustischer Analytiker. Das der Compilation "Toronto 09" entliehene Markus Schulz-Remix des Dance2Trance-Klassikers "The Power Of American Natives" macht pure Freude: Der Bass pumpt, zeigt Härte und Substanz, die Effekte während des Aufbaus fliegen kontrolliert und schnell durch den Hörraum. Der Hochtonbereich gliedert sich sehr gut ein, er zeigt räumliche Weite, bleibt beim Thema Brillanz und Strahlkraft auf der sicheren Seite und fokussiert ein insgesamt sehr harmonisches Klangbild. Die Speaker L kommen auch mit "Remember Me" von A.I.D.A. hervorragend zurecht: Der sehr kräftige, nachdrückliche Bass erfüllt selbst einen über 30 Quadratmeter messenden Hörraum souverän. 

Verglichen mit den kleineren Raumfeld Speakern M/S kann man ohne Übertreibung festhalten, dass man mit dem Speaker L in neue klangliche Dimensionen vordringen kann. Pegelfestigkeit, Basskraft, Tiefgang, Grobdynamik und Räumlichkeit sind so ausgeprägt, dass man die Speaker L auch als "Erstlautsprecher" im Wohnzimmer "verteufelt gut" einsetzen kann. Und Konkurrenz ist kaum in Sicht, vollwertige Standlautsprecher in Wireless-Technik gibt es kaum. Wohl aber clevere Lösungen, mit denen nahezu jede Standbox "wireless" gemacht werden kann: Das KEF Universal Wireless Verstärkersystem bietet sich hier an - nun kommt aber das große "aber": Um eine Surroundanlage "fit" zu machen z.B. für die Wireless-Signalübertragung zu den Rears, ist das KEF System hervorragend geeignet. Aufgrund der ausgezeichneten Performance des eingebauten Verstärkers eignet es sich sogar für die Fronts, sollten Kabel unerwünscht sein. Doch - hier handelt es sich nur um eine Wireless-Erweiterung für eine Surroundanlage - Themen wie Music Streaming, Multi Room etc, die das weiße Blatt "Raumfeld" in Windeseile mit hochmodernem Inhalt füllen, fehlen gänzlich - das gilt auch für die Teufel-eigene Lösung mit der RearStation 4. Also sind die streamingfähigen Speaker L derzeit praktisch ohne Konkurrenz - und sie klingen so gut, dass sie mit tadellosen passiven Stereolautsprechern in einer Liga spielen. Gerade durch die Vollwertigkeit im Bassbereich tun sich neue Horizonte auf - günstigere, aber komplett passive Konkurrenten wie die Canton Chrono 508.2 DC (599 EUR/Stück oder die Quadral Argentum 390 (Stückpreis 459 EUR) sind im Bassbereich spürbar unterlegen - hier braucht der Besitzer erst dann den tieffrequenten Waffenschein, wenn zusätzlich ein aktiver Subwoofer verwendet wird - solche "Mitbewohner" benötigen die Speaker L nicht. 

Beim 90er Jahre Eurodance-Hit "Quo Vadis" von Imperio rücken die Schallwandler mit dem harten, treffsicheren Kickbass deutlich teureren Mitwettbewerben nahe - und zwar passiven Mitwettbewerbern ohne eingebaute Wireless- und Endstufen-Elektronik. Auch, was für Pegel ohne akustische "Reinheitseinbußen" möglich sind, verblüfft bei diesem Stück: Über dessen musikalischen Stil lässt sich trefflich streiten, aber die Anforderungen im Bassbereich liegen hier hoch. Zwar nicht durch Differenzierungsvermögen, sondern durch die Umsetzung des harten Kickbasses - solche Musik macht einfach unerhörten Spaß mit den beiden Speakern L. Darum haben wir gleich noch eine Zugabe - und zwar "Someday" im Vocal Radio Cut von den DJs@Work. Es geht was - dieser unscheinbare Satz bekommt eine völlig neue Bedeutung, wenn man mit den Speakern L im Hörraum sitzt und vom kraftvollen Bass und der auch bei hoher Lautstärke sauberen Differenzierung beeindruckt ist. Die räumliche Ausbreitung ist exzellent - die beiden Schallsäulen füllen den Raum gleich bleibend mit einem breiten und tiefen Schallteppich. 

Fazit

Die Speaker L als neueste Ergänzung des Raumfeld by Teufel Produktprogramms erweist sich als großer Wurfe. Optisch attraktiv mit minimalistischem, zeitlosem Design und hochwertiger Verarbeitung, geht es klanglich mit enormer Leistungsreserve, toller Räumlichkeit und hervorragender Dynamik mächtig voran. Sehr zu loben ist auch die störungsfreie Signalübertragung. 

Erstklassige Wireless-Standlautsprecher zum unschlagbaren Preis

Wireless-Lautsprecher Oberklasse
Test 13. Dezember 2011

+ Sehr fairer Preis und beinahe konkurrenzloses Produktkonzept
+ Pegelfest
+ Räumlichkeit ausgezeichnet
+ Angenehmer, klarer und homogener Klang
+ Gediegene Optik und Verarbeitung
+ Störungsfreie Signalübertragung

- Nur eine Farbe lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13.12.2011

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