TEST: Teufel 5.1 Set Consono 35 - tadelloser Mehrkanalklang für 299 EUR?

22.08.2011 (cr)

Schmuckes und kompaktes 5.1 Set für 299 EUR

Der aktive Subwoofer US 5110/1 SW liefert 100 Watt an Sinusleistung und besitzt einen 250 mm Tieftöner

Querformatiger Center CS 35 C

Satelliten CS 35 FR

Einführung

Für schmale 299 EUR offeriert Teufel mit dem Consono 35 ein attraktives und kompaktes 5.1-Surroundlautsprecherset, das mit identischer Lautsprecherbestückung bei den vier Satelliten und dem querformatigen Center mit harmonischem Klang auftrumpfen möchte. Im Bassbereich unterstützt ein aktiver Subwoofer mit 100 Watt Sinusleistung und 250 mm Treiber dieses Vorhaben, wenn nötig, auch mit entsprechendem Nachdruck. Durch die recht großen Gehäuseabmessungen und den relativ großen Treiber ist es für den Subwoofer auch kein Problem, mit wirklich tiefen Frequenzen ansprechend umzugehen. Die kleinen Satelliten sowie der Center können mit tadellosen Leistungsdaten aufwarten. Die 4-Ohm-Lautsprecher punkten mit 60 Watt Dauerbelastbarkeit und satten 120 Watt kurzzeitig möglicher Belastungsspitze. Die geschlossenen kleinen Schallwandler arbeiten nach dem Zweiwege-Prinzip, so muss sich der Consono-Kunde keine Sorgen machen, fürs investierte Geld lediglich Satelliten mit Breitbandchassis zu bekommen. Die Empfindlichkeit gibt Teufel mit 88 dB (2,83 V, 1 m) an, keine Sensation, aber für kompakte geschlossene Satelliten absolut in Ordnung. Die LS mit einem Frequenzgang von 150 bis 20.000 Hz sind bestückt mit einer 19 mm Hochtonkalotte und zwei 80 mm Mitteltönern mit Zellulose-Membran. Der Center wird mit einer Halteschale ausgeliefert, damit er optimal positioniert werden kann. Mit Abmessungen von 9,8 cm (Tiefe), 9 cm Breite und 20 cm Höhe sind die Boxen ohne Schwierigkeiten auch im kleineren Hörraum unterzubringen. 

Video - Überblick 

 

 

Verarbeitung

Center ohne Abdeckung. Der 19 mm Hochtöner wird eingerahmt von zwei 80 mm Mitteltönern

Rückseite des Centers - preisklassengemäß gibt es nur Lautsprecherkabel-Klemmanschlüsse

Zum Center wird auch ein Standfuß mitgeliefert

Gitter im Detail

Aufnahme für das Lautsprecherschutzgitter bei den Satelliten

Klemmanschlüsse im Detail

Integrierte Wandhalterung - die direkte Wandmontage ist kein Problem, die Satelliten sind als geschlossene Konstruktion konzipiert

Hochglänzende Oberfläche und elegante Formgebung

Gerundete Kanten und gute Oberflächenqualität

Mitteltonchassis mit Zellulosemembran

19 mm Hochtöner

Satellit mit reichlicher Chassisbestückung

Satellit von hinten

Verarbeitung des aktiven Subwoofers

Fürs Geld offeriert Teufel eine gute Verarbeitungsqualität

Standfüße des aktiven Subwoofers

Rückseite des Subwoofers in der Gesamtansicht

Bedienelemente des aktiven Subwoofers - die Empfindlichkeit der Einschaltautomatik kann man auch einstellen. Da der Sub keine Hochpegeleingänge hat, ist er nur in Verbindung mit AVRs mit Subwoofer Pre-Out einzusetzen

Subwoofer-Innenleben im Detail

Kleiner Ringkerntrafo für stabile Stromversorgung beim aktiven Bass

Elkos

Endstufenlayout im Gesamten

250 mm Chassis mit großem Magneten

Innenleben im Detail

Das Teufel Consono 35 ist für die Preisklasse sehr sauber verarbeitet. Die passiven Komponenten haben eine hochglänzende Oberfläche, die leider, wie üblich bei einem derartigen Oberflächenfinish, etwas kratz- und staubempfindlich ist. Im Gegenzug kann sich der Käufer über eine schicke Optik freuen. Die Oberflächenqualität ist gut. Natürlich wirkt die Oberfläche bei teureren Lautsprechern noch deutlich edler und tiefer, vor allem dann, wenn richtiger hochglänzender Mehrschichtlack auf ein MDF-Gehäuse aufgetragen wird. Die kleinen Consono-Satelliten hingegen bestehen aus eingefärbtem Kunststoff, was man aber in Anbetracht der Preisliga nicht als Nachteil ansehen kann. Die Gehäusekanten sind sorgfältig gerundet und bergen daher kein Verletzungsrisiko. Die sich bezüglich der Ansicht von oben nach hinten verjüngende Gehäuseform der Satelliten sieht richtig gut aus. Für flexible Befestigungsmöglichkeiten sind Wandhalterungen gleich mit eingelassen. Für den querformatigen Center liefert Teufel sogar einen passenden Halter mit. Dadurch, dass der Center sehr kompakt und auch nicht so tief ist, kann man ihn inklusive Fuß sogar auf dem Standfuß eines größeren LCD-TVs oder Plasmas positionieren. Dies hat den Vorteil, dass die Stimmen auch genau daher kommen, wo man sie aufgrund des visuellen Eindruckes vermutet - vom Bildschirm. Da die Consono-Lautsprecher übrigens auch magnetisch geschirmt sind, können sie auch in Verbindung mit alten Röhren-TVs eingesetzt werden. Die nach dem geschlossenen Prinzip arbeitenden kleinen Schallwandler können problemlos an der Wand untergebracht werden, was bei Lautsprechern mit Bassreflexrohr auf der Rückseite nicht funktioniert. Typisch für Satelliten dieser Preisklasse sind die Lautsprecherkabel-Anschlüsse nur in Klemmform vorhanden. Dies beschränkt den Kabeldurchschnitt auf maximal 1,50 mm, was aber kein wirkliches Problem darstellt, da man bei derartigen Systemen ohnehin kein Kabel mit großem Querschnitt verwenden muss. Der aktive Subwoofer ist ebenfalls prima verarbeitet, beim Bassisten ist die Vorderseite hochglänzend ausgeführt, während der Korpus schwarz-matt ist. Der Übergang von der Frontblende zum Korpus ist relativ sauber, nur im Detail zeigt sich, dass man für einen Gesamtsystempreis von knapp 300 EUR keine Wunder erwarten kann. Auf der Rückseite des Subwoofers befinden sich die Bedienelemente. Hier wären neben dem obligatorischen Lautstärkeregler auch die bezüglich ihrer Empfindlichkeit einstellbare An-/Abschaltautomatik zu nennen. Es gibt einen Phasenschalter (0/180 Grad), aber keinen stufenlosen Phasenregler. Es ist lediglich ein Cincheingang vorhanden, keine Lautsprecheranschlüsse für die passive Integration des aktiven Subwoofers. Das Innenleben hinterlässt einen prima Eindruck. Das Endstufenlayout erscheint sauber, für eine stabile, dauerhafte Stromversorgung steht sogar ein Ringkerntrafo zur Verfügung. Das 250 mm Basschassis verfügt über einen groß dimensionierten Magneten für eine hohe Leistungsfähigkeit. 

Testequipment
Klang

Für 300 EUR kann man nicht viel Soundqualität erwarten - sicherlich, "ganz nett" und einigermaßen klar, so  unsere Überlegungen vor den Testläufen, könnte die Akustik schon sein, schließlich wissen wir ja aus über 10 Jahren Teufel-Tests, dass die Berliner Direktvertreiber auch für geringe Budgets eine ordentliche Klangqualität liefern. Aber für etwas gehobene Ansprüche wird das Gebotene wohl nicht ausreichen. Als wir das Consono angeschlossen haben, kam bei "Back In Your Head" (DTS-HD Master Audio, Tiesto - Elements of Life, Copenhagen, Disc 2, Track 3) dann eine faustdicke Überraschung: Klangkultur, Dynamik und ein toller Tiefgang des aktiven Subwoofers sorgten für Eindrücke, die wir ohne Vorwissen deutlich teureren System zugeordnet hätten. Die Effekte schleudert das Consono gleichmäßig und mit Verve in den Hörraum, das ideale Einsatzgebiet sind Hörräume zwischen rund 12 und knapp 25 Quadratmeter. Der Übergang Mitteltonbereich-Bassbereich gestaltet sich relativ fließend, so dass nur ein geringes und zu verschmerzendes klangliches Loch entsteht. Das Bassfundament gefällt ausgezeichnet. Der aktive Subwoofer versucht nicht, durch oberflächliches Volumen fehlenden Tiefgang zu kompensieren, sondern offeriert einen ehrlichen, direkten, impulstreuen und erstaunlich tief nach unten gehenden Bass - Chapeau! Dass im Grundtonbereich kein enormes Volumen zu erwarten ist, dürfte in Anbetracht der konstruktiven Rahmenbedingungen klar sein, erfreulich ist aber, dass die Satelliten kaum Verfärbungen produzieren und ein in sich schlüssiges, homogenes Klangbild bereitstellen. Bei der Andrea Bocelli Blu-ray "Vivere - Live in Tuscany" (PCM 5.1) konnte sich das kompakte Teufel-Ensemble um die Titel "Melodramma" und "Romanza" kümmern. Bereits die kurze Sequenz vor dem Konzert, als Andrea einige Worte über die Toskana verliert, sichert den kleinen Schallwandlern einige Punkte. Die Stimme ist gut verständlich, klar sein dürfte, dass im Detail etwas Volumen fehlt. Für die Abmessungen aber leistet der Center Überzeugungsarbeit. Die Hintergrundgeräusche, zwitschernde Vögel und Glockenläuten, sind stimmig eingearbeitet, die Ausdruckskraft ist gut. Als dann mit einem plötzlichen Dynamiksprung die Darbietung auf der Freilichtbühne beginnt, schafft es das Consono-System, diesen Dynamikunterschied mit guter Impulstreue und einer kräftigen tieffrequenten Präsentation ansprechend umzusetzen. Die Streicher klingen angenehm und nicht zu spitz, der Beifall des Publikums ertönt lebendig. Andreas Stimme besitzt Kontur und eine ordentliche Staffelung - das Consono 35 macht deutlich, dass es nicht als billige Übergangslösung angesehen werden möchte, bis der Besitzer sich ein größeres Mehrkanal-Lautsprecherset leisten kann. Gerade für kleinere bis mittelgroße Hörräume, wie bereits erwähnt, eignet es sich ausgezeichnet. Die Trennung von Instrumenten und der beeindruckenden Stimme des blinden Sängers gelingt gut, in den hinteren musikalischen Ebenen werden aber nicht alle Details erfasst. Der Subwoofer integriert sich sehr gut und neigt nicht zum Poltern. Die Pegelfestigkeit ist hervorragend - vor allem gefällt, dass sich die Klangcharakteristik in Richtung höherer Pegel nicht unschön verändert. Die schon bei Zimmerlautstärke präsentierte Homogenität bleibt beinahe in vollem Umfang erhalten. 

Wenden wir uns der Wiedergabe von Film-Tonspuren zu, wir beginnen mit "Batman - The Dark Knight" (ab Filmbeginn, Dolby TrueHD). Schon der kräftige Bassschlag zu Filmbeginn wird sauber herausgearbeitet. Die kleinen Effekte, die sich um Hintergrund langsam aufbauen, werden gut betont. Der Spannungsbogen, nachgezeichnet durch die musikalische Untermalung, wird vom Consono 35 akkurat erfasst. Leichte Defizite scheinen bei der zersplitternden Scheibe durch, die wegspritzenden Glassplitter könnten noch etwas mehr Transparenz vertragen. Der füllige, aber gleichzeitig recht präzise Bassbereich sorgt für zufriedene Gesichter beim Testteam. Kleinere Effekte wie das Schließen der Autotür, Hupen des Verkehrs im Hintergrund etc. werden prima wiedergegeben. Die Schüsse in der Schalterhalle der Bank kommen gut heraus, es fehlt beim Übergang Mitten-Bässe aber etwas Nachdruck. Die Arbeiten mit dem Spezialbohrer an der Tresortür wirken authentisch. Die massiven Schüsse aus der Pumpgun lassen es ganz unten herum etwas an Volumen fehlen. Das Geräusch beim Nachladen wirkt dafür ausgesprochen realistisch. Die MP-Salven wirken impulstreu. Beim 2. Teil von "Transformers" geht es auch schon direkt ab Filmbeginn mit Nachdruck zur Sache, die kurze Einleitung mit den verschreckten Urzeitmenschen ist effektgeladen, und das Filmgeschehen in die heutige Zeit wechselt, nimmt das Actionspektakel weiter seinen Lauf. Zwei böse Decepticons werden von NEST und den Autobots in Shanghai aufgespürt. Räumlich tadellos gelingt dem  Teufel-Set die gesamte Vorstellhug, die mächtigen Schritte der Roboter und die entsetzten Rufe der Menschen kommen realitätsnah zum Ausdruck. Die heftigen Basssalven bringen den aktiven Subwoofer aber ab und zu in leichte Bedrängnis. Die Dialogsequenzen in der NEST-Kommandozentrale gefallen, ebenso wie die basslastige Stimme des Erzählers. Der Hubschrauber kommt mit authentischem Fluggeräusch zum Ausdruck. Ab und zu rutscht allerdings mal ein Effekt aus dem Fokus. Das akustische Gemenge - Music Score, Effekte, Stimme des Erzählers - bereitet selbst manchem dreimal so teuren System Probleme. Das heftige Gefecht inmitten der Industrieanlagen wird mit ausgezeichneter Bassstärke wiedergegeben. Es mag den Explosionen im letzten Detail an Struktur fehlen - Druck und Volumen sind tadellos. Die Effektverteilung bei Effekten, die sich über verschiedene Kanäle erstrecken, ist für diese Preisklasse hervorragend. Auch überkreuzte Kanalwechsel bei diagonal ablaufenden Effektkombinationen werden souverän gemanagt,  ohne dass sich unerwünscht Effektanteile in den nächsten Kanal "nachziehen" und für eine nicht gewollte akustische Vermischung sorgen. Das Verwandeln der Transformers von Fahrzeug zu kampfstarkem Roboter geht klanglich sehr dynamisch vonstatten.

Ein direkter Konkurrent ist das 5.1 Sub-/Sat-System Magnat Interior 5001A, dieses ebenfalls im schwarzen Hochglanzdesign gehaltene System ist für Marktpreise um die 240 EUR erhältlich. Dafür bietet auch das Interior sehr gute Leistungen, allerdings bietet der mitgelieferte aktive Subwoofer keinen so ausgeprägten Tiefgang. Das Klipsch 5.1 Sub-/Sat-System HD Theater 500 ist preislich über dem Consono angesiedelt. Es erweist sich als sehr pegelfest und grobdynamisch überzeugend. Das Consono aber schafft beinahe die identischen Pegel und offeriert zudem eine bessere Durchhörbarkeit im Hochtonbereich. Aus gleichem Hause kommt für 499 EUR das sehr designorientierte Teufel Motiv 3. Es hat einen noch geringeren Platzbedarf, der aktive Subwoofer ist deutlich kleiner. In den sehr schick gestalteten Satelliten arbeiten allerdings Breitbandchassis. Klanglich kann das Consono 35 mit besserem Differenzierungsvermögen dienen. Der aktive Subwoofer besitzt mehr Tiefgang. 

Fazit

Das Teufel Consono 35 überzeugt mit schlichter, aber schicker Optik und einem erstaunlich homogenen und kraftvollen Klang. In kleineren bis mittelgroßen Hörräumen findet sich das ideale Einsatzgebiet. Der mitgelieferte aktive Subwoofer hat gute Leistungsreserven und überzeugt mit knackigem Bass und erstaunlichem Tiefgang. Die vier Satelliten und der querformatige Center sind identisch bestückt, was einen gleichmäßigen und sehr angenehmen Klang garantiert. 

Hervorragendes kleines Mehrkanal-Set ohne wirkliche Schwächen - zum konkurrenzlosen Preis

5.1 Lautsprechersystem Einsteigerklasse
Test 22. August 2011

+ Tonal sehr angenehm
+ Tadellose Räumlichkeit
+ Homogener Klang
+ Sehr gute Pegelfestigkeit
+ Preisgünstig
+ Kompakte Abmessungen der passiven Komponenten

- Nur Klemmanschlüsse für die Lautsprecher
- recht ausladender aktiver Subwoofer

Test: Carsten Rampacher
Fotos/Video: Sven Wunderlich
Datum: 22.08.2011

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