TEST: Teufel 2.0 PC-Lautsprecher-Set Concept B 20 - klarer Klang fürs kleine Budget

04.10.2011 (sw/cr)

Einführung

Teufel wendet sich mit dem Concept B 20, für exakt 99,99 EUR im Teufel Onlineshop erhältlich, vor allem an Auf- und Einsteiger, die den PC kostengünstig akustisch optimieren möchten. Mit 12,4 x 12,6 cm Stellfläche wird pro Satellit benötigt. Beide Lautsprecherfronten sind absolut identisch gestaltet, Klang- und Lautstärkeregler sowie Anschlüsse für Mikrophon und Kopfhörer sind seitlich an der rechten Box untergebracht. Mit einem Systemkabel, dessen Länge allerdings grenzwertig ist (es dürfte keinen Millimeter kürzer sein), wird die linke Box mit der rechten verbunden. Das externe Netzteil wird ebenfalls an der rechten Box angeschlossen. Für eine ausdrucksstarke Wiedergabe sorgen 60 Watt Sinusleistung, da dürften auch Gamer aufhorchen. Die Bi-Amping-Technologie steuert Hoch- und Tieftönbereich mit je einer eigenen Endstufe an. Der Anschluss ist einfach – den Ausgang der Soundkarte von PC oder Notebook mit dem Audio IN Eingang auf der Rückseite des rechten Lautsprechers verbinden, und es kann losgehen.  

Verarbeitung 

Anschlüsse am rechten Speaker

Bedienelemente seitlich

Hochtöner

Tief-/Mitteltöner

Sauber verarbeitete Rückseite

Bassreflexöffnung

Prima Finish

Für den Kaufpreis ist die Verarbeitung wirklich gut. Die beiden Chassis für Hochton- und Tief-/Mitteltonbereich sind ohne sichtbare Verschraubung in die silberfarbene Schallwand eingelassen, die mit sehr geringem Spaltmaß mit dem in hochglänzendem Schwarz gehaltenen Boxenkorpus verbunden ist. Recht leichte und nicht allzu solide wirkende, aber ohne störende Falten bespannte Stoff-Schutzgitter können vor den Membranen befestigt werden. Die Bohrungen für die Gitterbefestigungen sind exakt, was dafür sorgt, dass das Gitter auch fest sitzt. Unter den Lautsprechern gibt es kleine Gumminoppen für guten Halt. 

Klang

Bei Preziosos “Tell Me Why” (Klang-Drehrad in neutraler Stellung) geben die B 20 ordentlich Gas und erfreuen mit neutraler sowie lebendiger Klangcharakteristik. Natürlich kann man keine Performance erwarten, die man von den großen Teufel PC Systemen wie dem Concept D 500 THX oder auch dem Concept B 200 USB her kennt – aber dafür ist die Preisgestaltung des B 20 auch ausgesprochen moderat. Beim Tanzflächen-Klassiker „No Good“ von The Prodigy wird der effektreiche Anfang des Songs mit guter Detaillierung übertragen. Der kurz darauf einsetzende Bass ist recht präzise, aufgrund des begrenzten Gehäusevolumens sind dem Tiefgang natürliche Grenzen auferlegt. Gut gefällt uns die Loslösung des Klangs von den Chassis. Auch spielt der Hochtonbereich relativ frisch auf und vertreibt den von vielen PC-Soundsystemen erzeugten muffigen, emotionsfreien Klang. Bei „Bungee“ von Afrojack fehlt es unten herum etwas an Durchsetzungsvermögen: Zwar ist die gesamte Dynamik prima, doch der Bass wirkt doch abgeschwächt und nicht so satt, wie wir ihn bei der Wiedergabe von 2.1 Systemen mit potentem Subwoofer her kennen. Doch wir müssen wieder mit der Preisklasse argumentieren: Sicher geht deutlich mehr, auch bei PC-Systemen gerade von Teufel. Dann muss aber auch merklich tiefer in die Tasche gegriffen werden. Verglichen mit dem, was sich viele als Soundsystem ergänzend zum PC im Elektronik-Supermarkt mitnehmen, sind die B 20 eine wahre Offenbarung, denn es kommt auch bei erhöhtem Pegel kaum zu Verzerrungen und der Klang bleibt allzeit klar. 

Das gilt auch für den Pet Shop Boys 80er Jahre Hit „Left On My Own Devices“: Mit Verve und ordentlicher Durchhörbarkeit gefällt der Anfang, als dann der flotte Beat einsetzt, überzeugt das Impulsverhalten der „kleinen Teufel“. Bei diesem Stück gefallen die beiden Lautsprecher besonders - die Stimmeinarbeitung ist für so preiswerte Speaker gut, und die Räumlichkeit ist auch spürbar, wenn man sich nicht zu weit von den beiden 2-Weg-Boxen entfernt aufhält. „Lessions In Love“ kann das B 20 nicht selber erteilen – aber es kann helfen, dass beim Level 42 Klassiker gleichen Names das Vorhaben eines entsprechend motivierten Herrn oder einer entsprechend motivierten Dame zumindest aus dem Blickwinkel der akustischen Untermalung gelingt. Wiederum ist die Stimme auch bei größerem Pegel gut verständlich, auch stimmt die vokale Gewichtung: Die instrumentalen Anteile rutschen nicht aus dem Fokus, sondern integrieren sich gefällig ins tonal neutrale Gesamtgefüge. Kraft und Nachdruck sind beim Bon Jove-Chartstürmer „Living On A Prayer“ gefragt – gehen die kleinen Boxen gut mit? Die Antwort: Erstaunlich gut. Sie nehmen auch gehobene Lautstärken gelassen zur Kenntnis und produzieren keine Verzerrungen oder stören durch deutliche Kompressionen. 

Im Bassbereich wird zwar nicht so angeschoben, wie wir es von größeren und teureren Lautsprechern her kennen, aber wir sprechen hier über 99 EUR Lautsprecher, die die meiste Zeit als „Hintergrundbeschallung“ während der Arbeit am PC ihr Werk verrichten dürfen. Und wie klar und verständlich die Stimme Jon Bon Jovis wiedergegeben wird, ist im höchsten Maße erstaunlich. Auch die Impulstreue bei der Wiedergabe des Schlagzeugs ist auf gutem Niveau. Bei emotionalen, langsamen, sich feinfühlig aufbauenden Stücken wie „L’Attesa“ von Andrea Bocelli agieren die B 20 auch mit gewissenhafter Sorgfalt und binden deutlich mehr Details ein, als man vielleicht spontan erwarten würde. Andreas wunderschöne Stimme verbindet Schmelz und Klarheit, die vokalen Strukturen sind prima heraus gestellt. Auch „Music Of The Night“ in der Interpretation von Paul Potts erfreut durch die sehr gekonnt vermittelte, direkt spürbare Emotionalität. Kleine vokale Nuancen werden zwar verständlicherweise nicht alle eingebunden, doch überraschend viele dieser musikalischen Details finden sich im Klangbild der Concept B 20 wieder. 

Und wie sieht es bei der Wiedergabe von filmischem Material über die Concept B 20 aus? Der Dolby TrueHD Trailer „Bit Harvest“ kommt mit tadelloser Raumwirkung und lebendiger Soundkulisse gut zur Geltung, nur unten herum fehlt es etwas an Fundament. Der dts-HD Master Audio Trailer „Orchestra“ gefällt sehr gut durch den klaren Klang, die Pianoklänge lösen sich nachvollziehbar von den kleinen Boxen. Der Trailer zu „I’m Legend“ kommt kraftvoll und mit schneller Effektverteilung heraus. Beim Trailer zu „Bourne Identity“ sind die Stimmen zwar etwas zurückhaltend, aber trotzdem anstandslos zu verstehen. Der Music Score wird prima dargestellt. 

Fazit

Erstaunlicherweise agiert die Concept B 20 gerade bei differenzierter Musik sehr feinfühlig und lebendig. Pumpende Bässe, harte Beats und durch den Raum schwirrende Effektsalven gibt das Concept B 20 zwar auch gut wieder, die eigentliche Überraschung aber ist die Umgang mit ruhigeren Musiktiteln. Die gut verarbeiteten und optisch attraktiven Concept B 20 sind, typisch für Teufel, zu einem sehr interessanten Preis erhältlich. Kritik verdient, dass es nur einen Klangregler gibt und keine getrennten Regler für Bass und Höhen. 

"Kleine PC-Teufelchen": Mit neutralem Klang und guter Dynamik profiliert sich das Concept B 20 als preiswerter, idealer akustischer Begleiter für den PC-Alltag

PC-Lautsprecher untere Mittelklasse
Test 04. Oktober 2011

+ Lebendig aufspielend
+ Klang löst sich sogar ansatzweise von den Boxen
+ Tonal erstaunlich neutral
+ Gefällige Optik

- Nur ein Klangregler
- Tiefgang

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04.10.2011

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