Der HDTV Satelliten-Receiver CX20 ist in der Lage, empfange Videosignale in
voller 1080p Auflösung auszugeben, verfügt über einen CI+ Slot und kann via
USB TV-Inhalte aufnehmen. Das neue Modell aus dem Schwarzwald präsentiert sich
als erster Sky zertifizierter Receiver mit dem automatischen
Programmierungs-Systems RAPS. Im CX20 steckt die neueste Generation von RAPS,
die eine vollautomatische DiSEqC-Port Erkennung während der Erstinstallation
und ein Update nach dem Ausschalten des Gerätes durchführt. Neu implementiert
wurde auch die Blacklist-Funktion. Wer zwar Sky empfangen möchte, aber nicht
jedes Paket zugebucht hat, kann die nicht abonnierten Programme einfach
ausblenden, auch bei einem RAPS Update bleiben die Programme unsichtbar. Der
CX20 ist neben Sky natürlich auch HD+ zertifiziert und für den Empfang der
Programme des ORF und des österreichischen Pay TV-Programmes gerüstet.
Interessant ist auch die Sicherung der Programmliste, inklusive Favoritenlisten,
auf USB. So kann vor der Installation eines Firmware-Updates flink ein Backup
erstellt, und danach wieder aufgespielt werden. Der smart CX20 ist zu
Marktpreisen um die 120 EUR erhältlich.
Verarbeitung
Video
Bedienelemente Front
Segment-Display links
Lade rechts geöffnet
Solide Übergänge
CI-Slot
Rückseite
Innenleben Gesamt
CI-Slot innen
Stromzufuhr
Fernbedienung
Der smart CX20 steht bezüglich seiner Verarbeitungsgüte seinen Kollegen aus
Schwarzwälder Hause in nichts nach. Während der Gehäusemantel aus Aluminium
gefertigt ist, besteht die Frontblende aus Kunststoff. Materialübergänge und
Passungen sind sauber, es gibt keine überstehenden Kanten oder scharfe Grate.
Der CI+ Slot ist frontal rechts unter einer Blende versteckt, die mit
Scharnieren aus Kunststoff befestigt ist. Das Segment-Display links bietet nicht
die höchste Helligkeit, ist aber aus nicht allzu großer Entfernung gut
ablesbar. In der Mitte finden sich Bedienelemente, ebenfalls aus Kunststoff, mit
gutem Druckpunkt, auch der Standby-Schalter ist dort zu finden. Tasten für
Lautstärke und Programmwahl sind integriert, auch das Menü kann am Gerät
geöffnet werden. Die Fernbedienung bietet gummierte Tasten mit ausgezeichnetem
Druckpunkt und einem sinnvollen Layout. Mittig platziert finden sich
Programmwahl- und Lautstärketasten, auch die übrigen Tasten sind nach
Gebrauchshäufigkeit sinnvoll platziert, lediglich eine Beleuchtung muss der
Kunde vermissen. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind ganz ordentlich
eingepasst und lassen sich ohne starken Druck nicht in ihrer Position
verändern. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet.
Anschlüsse
LNB In/Out und Scart AV-Anschluss
HDMI-, USB- sowie RS232-Serviceslot
FBAS, Stereo Cinch und koaxialer Digitalausgang
Anschluss-Übersicht
HDMI
Digitaler koaxialer Audioausgang
Composite Video Out
Stereo Cinch analoger Audioausgang
Scart-AV
USB-Anschluss
LNB In
LNB Out
Per HMDI, FBAS oder Scart-AV gibt der Smart CX20 das Videosignal aus. Um die
mögliche 1080p-Auflösung des CX20 nutzen zu können, muss der HDMI-Ausgang
genutzt werden. Wer die Tonausgabe nicht via HDMI realisieren möchte, dem
stehen Stereo Cinch-Ausgänge und ein koaxialer digitaler Audio-Ausgang zur
Verfügung, einen optischen TOSLINK-Ausgang gibt es nicht. Auf der Rückseite
ist ein USB-Slot und ein RS232 Anschluss vorhanden. Der
CI+ Slot ist auf der Vorderseite hinter einer Plastik-Abdeckung zu finden.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet.
Setup und Bedienung
Sprachwahl bei der ersten Inbetriebnahme
Automatische Installation mit RAPS
Fehlererkennung während der Installation
Auswahl anderer Satelliten etc.
Die gewünschte RAPS-Liste wird gewählt
Erotik & Call TV-Sender ausblenden
Pay TV-Abonnements in die RAPS-Installation mit einbeziehen
Wie schon bei unseren bereits getesteten smart-Receivern (VX10
& Zappix) startet auch beim CX20 während der ersten Inbetriebnahme eine
komfortable Installationshilfe. Im ersten Schritt wird die Landessprache
gewählt, danach startet der Receiver RAPS, das automatische
Programmierungssystem RAPS. Ausnahme: Wer bei der Menüsprache Französisch oder
Niederländisch wählt, landet automatisch bei "FastScan", das am
BeNeLux-Markt führende Kanallisten-System. Wir bleiben aber bei Deutsch,
wählen aus ob wir ein HD+, Sky oder MTV-Abonnement haben und in welcher Region
wir uns befinden, um die richtigen Lokalsender programmieren zu lassen.
Receiver Automatic Programming System RAPS
An dieser Stelle möchten wir einen kurzen Exkurs starten und
uns das automatische Programmierungssystem RAPS genauer ansehen. Auch wenn wir
uns im Testbetrieb lediglich auf den in Deutschland gängigsten Satelliten Astra
19.2 beschränken, sind mit den Satellitenpositionen 23,5°, Hotbird 13°,
Eurobird 9° und Turksat 42° eine vierstellige Anzahl an TV- und
Radioprogrammen verfügbar. Aktuelle Satelliten-Receiver haben in der Regel
bereits eine Liste der Programme im Werkszustand abgespeichert. Hier handelt es
sich allerdings um statische Listen, sollte sich also an der Programmstruktur
oder einem Frequenzbereich etwas ändern, müssen diese Änderungen vom Nutzer
selbst vorgenommen, und natürlich zunächst erstmal festgestellt werden. Zudem
werden neu gefundene Sender bei einem Sendersuchlauf häufig einfach hinten an
die Liste angehängt, und wieder muss der Anwender seine Senderliste manuell
umstellen. Hier schafft RAPS Abhilfe, automatisch werden Updates durchgeführt
und die Senderliste dynamisch an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.
Frequenzänderungen werden automatisch übernommen, nicht mehr vorhandene
Senderplätze gelöscht und neue Sender nicht nur gefunden, sondern in logische
Blöcke unterteilt, wie beispielsweise in Deutschland die Bereiche
"Dritte", "Info+Sport", "Special Interest",
"Lokal TV" usw., um das Auffinden neuer Sender zu erleichtern. Auch
das nervende Austauschen von HD- und SD-Sendern wird von RAPS automatisch
durchgeführt. Häufig setzen bereits HDTV-fähige Receiver die konventionellen
Sender ARD, ZDF, etc. auf die ersten Senderplätze, die HD-Sender werden
irgendwo hinten platziert und man muss wieder selbst Hand anlegen und die
Senderliste umprogrammieren. RAPS erkennt automatisch ob der verwendete Receiver
HD-fähig ist und tauscht die HD-Sender automatisch gegen die SD-Programme aus.
Trotz der durch RAPS vorgefertigten Liste können natürlich weiterhin eigene
Favoritenlisten erstellt und genutzt werden. Abgesehen von der deutschen Liste
sind auch Senderlisten für Österreich, Schweiz und andere Regionen verfügbar.
Ein weiteres interessantes Feature von RAPS ist die "Blacklist-Funktion".
So können beispielsweise "Erotik"- und "Call TV"-Programme
einfach aus der Senderliste ausgeblendet werden. Ebenfalls sinnvoll ist diese
Funktion auch bei PayTV-Angeboten einzusetzen. Wer zum Beispiel ein Abonnement
über "Sky Welt", nicht aber andere Pakete von Sky, abgeschlossen hat,
kann auch nur die gewünschten Programme anzeigen lassen und wird nicht mit
einer überfüllten Senderliste belästigt. Bei einem HD+ Abo werden, wie bei
den öffentlich-rechtlichen Sendern, die SD-Sender automatisch von den
HD-Pendants ersetzt. Die SD-Sender sind weiterhin am Ende der Senderliste zu
finden.
Menü
Hauptmenü
Senderlisteneinstellung
Installation
Systemeinstellungen
inkl. Ausgabe-Auflösung etc.
Einstellung
Video-EQ
Das Hauptmenü wird mit der "Menu"-Taste der
Fernbedienung nach der Erstinstallation aufgerufen und bietet Zugriff auf
verschiedene Funktionen und Features des HDTV-Receivers. Der obere Punkt dient
der Individualisierung der Kanalliste, Programme können verschoben, gesperrt
oder komplett gelöscht werden, außerdem eine Favoritenliste erstellt und
bearbeitet werden. Unter "Installation" kann eine erneute automatische
sowie manuelle Sendersuche durchgeführt, und eine Transponder-Liste eingesehen
werden.
"System" eröffnet Geräte-Einstellungen wie
OSD-Sprache, Zeit-Einstellungen, Kindersicherung und weiterführende Optionen
wie AV Sync, etc. Außerdem können Timer-Aufnahmen programmiert werden,
Rapseinstellungen und AV-Signaleinstellungen vorgenommen werden. Die Auflösung,
das Seitenverhältnis und die Ausgabe am digitalen Audio-Ausgang sowie der
"SmartLink" wird eingestellt. Im Punkt "Einstellung" kann
die Firmware-Version abgerufen werden, das Gerät auf Werkseinstellung
zurückgesetzt, ein Firmware-Update via USB vorgenommen werden und ein kleiner
Video-Equalizer mit Einstellungen zu Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Farbton
und Schärfe ist vorhanden. Der letzt Punkt "PVR" dient der
Medienwiedergabe von einem USB-Speicher und der PVR-Konfiguration.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Aufnahme und USB-Funktion
USB
MediaPlayer
Musik-Wiedergabe
Videos
Nach Anschluss eines FAT32-formatierten USB-Speichers kann unter
PVR im Hauptmenü der "MediaPlayer" geöffnet werden. Nun muss nicht,
wie häufig, die Vorauswahl Musik/Videos und Fotos vorgenommen worden, sondern
es öffnet sich direkt der Mediaplayer. Default werden nun die auf dem USB-Stick
gespeicherten PVR-Aufnahmen angezeigt. Mit der Taste "0" auf der
Fernbedienung kann zwischen Musik/Bildern und Video durchgeschalten werden. Im
jeweiligen Bereich wird die gesamte Ordnerstruktur des USB-Speichers angezeigt
und die gewünschten Dateien müssen herausgepickt werden. Unter Musik gibt der
smart-Receiver problemlos MP3s und sogar FLAC-Dateien wieder. Unter Bilder
werden JPEGs, PNGs und Bitmaps am Bildschirm dargestellt, beim Anklicken eines
Bildes startet automatisch eine Diashow. Video-Seitig zeigt sich der
smart-Receiver äußerst flexibel. H264-Aufnahmen im M2TS-Container werden
ebenso problemlos wiedergegeben wie DiVX-Avi-Videos, Quicktime MP4-Trailer,
MKV-Dateien und MPEG-Videos. Der einzige Nachteil, es werden keine
NTFS-formatierten Datenträger größer als 8 GB erkannt.
Aufnahme
Aufnahme einer Sendung aus dem EPG heraus
Der angeschlossene USB-Stick ist sofort zum Time-Shift bzw. zur
Aufnahme von TV-Programmen bereit. Wie schon bei anderen Modellen von smart
festgestellt, muss keine vorherige Formatierung des Datenträgers durchgeführt
werden. Die genauen Spezifikationen des USB-Sticks können unter
PVR->Datenträger eingesehen werden. Hier kann auch auf Wunsch eine
Formatierung durchgeführt werden und festgelegt werden, ob lediglich Aufnahme,
Timeshift oder Aufnahme und Timeshift mit dem Speicher möglich sein soll. Unter
PVR-Konfiguration können nun noch vor der eigentlichen Aufnahme diverse
Parameter eingestellt werden. Nun bleibt es dem Anwender überlassen, ob er
einfach per REC-Knopf auf der FB das aktuelle Programm aufnimmt, oder eine
Timer-Aufnahme starten möchte, die einfach im Planer unter System -> Timer
eingestellt wird. Selbstverständlich kann auch im EPG, dem elektronischen
Programmführer, eine Sendung ausgewählt und für die Aufnahme programmiert
werden. Für die Time-Shift Funktion gibt es auf der Fernbedienung eine
dedizierte Taste mit der Bezeichnung "Shift". Wie üblich kann nach
dem Druck auf die Shift-Taste das Bild einfach per Pause-Taste angehalten, und
danach mit der Play-Taste wieder gestartet werden. Wie bei den meisten
handelsüblichen Receivern ist eine Aufnahme der im HD+ Paket enthaltenen
HDTV-Sendern nicht möglich. Die aufgenommenen Inhalte können bequem über den
Mediaplayer im Hauptmenü abgerufen werden.
Gesamtnote Multimedia in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Das 720p HD-Signal der öffentlich-rechtlichen Sender wird vom Zappix mit
solider Kantenschärfe und hohem Detailreichtum wiedergegeben. Insgesamt wirkt
das Bildgeschehen auch ruhig und größtenteils rauschfrei. Die Farben wirken
lebendig aber nicht zu intensiv, überzogen ausgeprägt und sorgen für einen
stimmigen Authentizitätseindruck. Stellenweise wirken Bewegungen nicht ganz
geschmeidig und es treten leichte Unschärfen auf, auch Treppenstufenbildung an
Kanten ist manchmal erkennbar. Größtenteils machen sich die Schwächen
allerdings bemerkbar, wenn wir den smart Receiver selbst hochskalieren lassen.
Die Tuner-Einheit scheint solide, der Scaler nicht ganz so tadellos. Auch an der
Plastizität macht sich dieser Umstand bemerkbar, der Eindruck an bildlicher
Tiefe nimmt beim eigenen Hochskalieren ein wenig ab. Insgesamt ist die
Darstellung des internen Scalers durchaus ordentlich, wer aber über ein eigenes
hochwertiges Bildwiedergabegerät verfügt, dem kann die Nutzung des darin
befindlichen Scalers nahe gelegt werden.
HDTV-Signal in 1080i
Das 1080i Signal der verschlüsselten Sender im HD+ Paket wird ebenfalls
sauber mit guter Bildstabilität wiedergegeben. Kleine Unschärfen bei flinken
Bewegungen und Treppenstufenbildung ist hier auch ab und an sichtbar. Das
DeInterlacing gelingt dem smart Receiver dennoch überraschend gut und die
Ausgabe in 1080p überzeugt. Die Farbgebung bleibt weitgehend natürlich und die
Detaillierung und Kantenschärfe kann bei ausgewählten Sendungen beinahe mit
den öffentlich-rechtlichen mithalten.
PAL TV-Signal in 576i
Die Darstellung der SD-Sender gelingt dem smart CX20 sehr gut. Das
576i-Signal zeigt klar deutlicheres Rauschverhalten und geringere Schärfe. Die
Stabilität des Bildes wirkt aber ordentlich, Schriften nicht allzu sehr von
Unschärfe und Treppenstufen behaftet und die Detailschärfe angemessen.
Pixelwolken halten sich hintergründig und greifen nicht grob negativ in die
sonst ordentliche Darstellung ein.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Fazit
Der CX20 HDTV Satelliten-Receiver bietet zu einem vergleichsweise günstigen
Preis hohes visuelles Potenzial geknüpft mit komfortabler Bedienung und
sinnvollen Features. Ganz besonders die neueste Version des automatischen
Programmierungssystem RAPS erleichtert dem Anwender nicht nur bei der
Erstinstallation, sondern auch im alltäglichen Gebrauch die Nutzung. Die
PVR-Funktion funktioniert ohne Hürden und einfach, nach dem Anschluss eines
USB-Mediums ist das Feature sofort betriebsbereit, ein Formatieren des
verwendeten USB-Sticks ist nicht vonnöten. Ebenfalls problemlos gestaltet sich
die Medienwiedergabe, zudem ist die Formatvielfalt der wiederzugebenden
Dateiinhalte zu loben. Noch etwas Verbesserungspotenzial sehen wir bei den
Umschaltzeiten. Auf Eingabebefehle im Menü reagiert der Receiver sehr flott,
das Umschalten auf andere Sender geht zeitweise aber etwas träge vonstatten.
Günstiger HDTV Satelliten-Receiver mit PVR und aktuellster Version
des automatischen Programmierungssystems RAPS
HDTV Satelliten-Receiver
Test 12. Oktober 2011
+ Schnelle, problemlose Erstinstallation
+ Programmierungssystem RAPS mit vielen sinnvollen Features
+ Umfangreiche Formatauswahl im Multimedia-Bereich
+ Problemlose PVR-Aufnahme
- kein Support für NTFS-formatierte USB-Speicher > 8 GB
Test: Philipp Kind
Fotos/Video: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 12.10.2011