TEST: smart CX20 - Sky und HD+ zertifizierter HDTV Satelliten-Receiver mit innovativen Features

12.10.2011 (phk/sw)

EDV-Supplier: www.notebooksbilliger.de

Einführung

Der HDTV Satelliten-Receiver CX20 ist in der Lage, empfange Videosignale in voller 1080p Auflösung auszugeben, verfügt über einen CI+ Slot und kann via USB TV-Inhalte aufnehmen. Das neue Modell aus dem Schwarzwald präsentiert sich als erster Sky zertifizierter Receiver mit dem automatischen Programmierungs-Systems RAPS. Im CX20 steckt die neueste Generation von RAPS, die eine vollautomatische DiSEqC-Port Erkennung während der Erstinstallation und ein Update nach dem Ausschalten des Gerätes durchführt. Neu implementiert wurde auch die Blacklist-Funktion. Wer zwar Sky empfangen möchte, aber nicht jedes Paket zugebucht hat, kann die nicht abonnierten Programme einfach ausblenden, auch bei einem RAPS Update bleiben die Programme unsichtbar. Der CX20 ist neben Sky natürlich auch HD+ zertifiziert und für den Empfang der Programme des ORF und des österreichischen Pay TV-Programmes gerüstet. Interessant ist auch die Sicherung der Programmliste, inklusive Favoritenlisten, auf USB. So kann vor der Installation eines Firmware-Updates flink ein Backup erstellt, und danach wieder aufgespielt werden. Der smart CX20 ist zu Marktpreisen um die 120 EUR erhältlich.

Verarbeitung

Video

 

Bedienelemente Front

Segment-Display links

Lade rechts geöffnet

Solide Übergänge

CI-Slot

Rückseite

Innenleben Gesamt

CI-Slot innen

Stromzufuhr

Fernbedienung

Der smart CX20 steht bezüglich seiner Verarbeitungsgüte seinen Kollegen aus Schwarzwälder Hause in nichts nach. Während der Gehäusemantel aus Aluminium gefertigt ist, besteht die Frontblende aus Kunststoff. Materialübergänge und Passungen sind sauber, es gibt keine überstehenden Kanten oder scharfe Grate. Der CI+ Slot ist frontal rechts unter einer Blende versteckt, die mit Scharnieren aus Kunststoff befestigt ist. Das Segment-Display links bietet nicht die höchste Helligkeit, ist aber aus nicht allzu großer Entfernung gut ablesbar. In der Mitte finden sich Bedienelemente, ebenfalls aus Kunststoff, mit gutem Druckpunkt, auch der Standby-Schalter ist dort zu finden. Tasten für Lautstärke und Programmwahl sind integriert, auch das Menü kann am Gerät geöffnet werden. Die Fernbedienung bietet gummierte Tasten mit ausgezeichnetem Druckpunkt und einem sinnvollen Layout. Mittig platziert finden sich Programmwahl- und Lautstärketasten, auch die übrigen Tasten sind nach Gebrauchshäufigkeit sinnvoll platziert, lediglich eine Beleuchtung muss der Kunde vermissen. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind ganz ordentlich eingepasst und lassen sich ohne starken Druck nicht in ihrer Position verändern. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet.

Anschlüsse

LNB In/Out und Scart AV-Anschluss

HDMI-, USB- sowie RS232-Serviceslot

FBAS, Stereo Cinch und koaxialer Digitalausgang

Anschluss-Übersicht

  • HDMI
  • Digitaler koaxialer Audioausgang
  • Composite Video Out
  • Stereo Cinch analoger Audioausgang
  • Scart-AV
  • USB-Anschluss
  • LNB In
  • LNB Out

Per HMDI, FBAS oder Scart-AV gibt der Smart CX20 das Videosignal aus. Um die mögliche 1080p-Auflösung des CX20 nutzen zu können, muss der HDMI-Ausgang genutzt werden. Wer die Tonausgabe nicht via HDMI realisieren möchte, dem stehen Stereo Cinch-Ausgänge und ein koaxialer digitaler Audio-Ausgang zur Verfügung, einen optischen TOSLINK-Ausgang gibt es nicht. Auf der Rückseite ist ein USB-Slot und ein RS232 Anschluss vorhanden. Der CI+ Slot ist auf der Vorderseite hinter einer Plastik-Abdeckung zu finden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet.

Setup und Bedienung

Sprachwahl bei der ersten Inbetriebnahme

Automatische Installation mit RAPS

Fehlererkennung während der Installation

Auswahl anderer Satelliten etc.

Die gewünschte RAPS-Liste wird gewählt

Erotik & Call TV-Sender ausblenden

Pay TV-Abonnements in die RAPS-Installation mit einbeziehen

Wie schon bei unseren bereits getesteten smart-Receivern (VX10 & Zappix) startet auch beim CX20 während der ersten Inbetriebnahme eine komfortable Installationshilfe. Im ersten Schritt wird die Landessprache gewählt, danach startet der Receiver RAPS, das automatische Programmierungssystem RAPS. Ausnahme: Wer bei der Menüsprache Französisch oder Niederländisch wählt, landet automatisch bei "FastScan", das am BeNeLux-Markt führende Kanallisten-System. Wir bleiben aber bei Deutsch, wählen aus ob wir ein HD+, Sky oder MTV-Abonnement haben und in welcher Region wir uns befinden, um die richtigen Lokalsender programmieren zu lassen.

Receiver Automatic Programming System RAPS

An dieser Stelle möchten wir einen kurzen Exkurs starten und uns das automatische Programmierungssystem RAPS genauer ansehen. Auch wenn wir uns im Testbetrieb lediglich auf den in Deutschland gängigsten Satelliten Astra 19.2 beschränken, sind mit den Satellitenpositionen 23,5°, Hotbird 13°, Eurobird 9° und Turksat 42° eine vierstellige Anzahl an TV- und Radioprogrammen verfügbar. Aktuelle Satelliten-Receiver haben in der Regel bereits eine Liste der Programme im Werkszustand abgespeichert. Hier handelt es sich allerdings um statische Listen, sollte sich also an der Programmstruktur oder einem Frequenzbereich etwas ändern, müssen diese Änderungen vom Nutzer selbst vorgenommen, und natürlich zunächst erstmal festgestellt werden. Zudem werden neu gefundene Sender bei einem Sendersuchlauf häufig einfach hinten an die Liste angehängt, und wieder muss der Anwender seine Senderliste manuell umstellen. Hier schafft RAPS Abhilfe, automatisch werden Updates durchgeführt und die Senderliste dynamisch an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Frequenzänderungen werden automatisch übernommen, nicht mehr vorhandene Senderplätze gelöscht und neue Sender nicht nur gefunden, sondern in logische Blöcke unterteilt, wie beispielsweise in Deutschland die Bereiche "Dritte", "Info+Sport", "Special Interest", "Lokal TV" usw., um das Auffinden neuer Sender zu erleichtern. Auch das nervende Austauschen von HD- und SD-Sendern wird von RAPS automatisch durchgeführt. Häufig setzen bereits HDTV-fähige Receiver die konventionellen Sender ARD, ZDF, etc. auf die ersten Senderplätze, die HD-Sender werden irgendwo hinten platziert und man muss wieder selbst Hand anlegen und die Senderliste umprogrammieren. RAPS erkennt automatisch ob der verwendete Receiver HD-fähig ist und tauscht die HD-Sender automatisch gegen die SD-Programme aus. Trotz der durch RAPS vorgefertigten Liste können natürlich weiterhin eigene Favoritenlisten erstellt und genutzt werden. Abgesehen von der deutschen Liste sind auch Senderlisten für Österreich, Schweiz und andere Regionen verfügbar.

Ein weiteres interessantes Feature von RAPS ist die "Blacklist-Funktion". So können beispielsweise "Erotik"- und "Call TV"-Programme einfach aus der Senderliste ausgeblendet werden. Ebenfalls sinnvoll ist diese Funktion auch bei PayTV-Angeboten einzusetzen. Wer zum Beispiel ein Abonnement über "Sky Welt", nicht aber andere Pakete von Sky, abgeschlossen hat, kann auch nur die gewünschten Programme anzeigen lassen und wird nicht mit einer überfüllten Senderliste belästigt. Bei einem HD+ Abo werden, wie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die SD-Sender automatisch von den HD-Pendants ersetzt. Die SD-Sender sind weiterhin am Ende der Senderliste zu finden.

Menü

Hauptmenü

Senderlisteneinstellung

Installation

Systemeinstellungen

inkl. Ausgabe-Auflösung etc.

Einstellung

Video-EQ

Das Hauptmenü wird mit der "Menu"-Taste der Fernbedienung nach der Erstinstallation aufgerufen und bietet Zugriff auf verschiedene Funktionen und Features des HDTV-Receivers. Der obere Punkt dient der Individualisierung der Kanalliste, Programme können verschoben, gesperrt oder komplett gelöscht werden, außerdem eine Favoritenliste erstellt und bearbeitet werden. Unter "Installation" kann eine erneute automatische sowie manuelle Sendersuche durchgeführt, und eine Transponder-Liste eingesehen werden.

"System" eröffnet Geräte-Einstellungen wie OSD-Sprache, Zeit-Einstellungen, Kindersicherung und weiterführende Optionen wie AV Sync, etc. Außerdem können Timer-Aufnahmen programmiert werden, Rapseinstellungen und AV-Signaleinstellungen vorgenommen werden. Die Auflösung, das Seitenverhältnis und die Ausgabe am digitalen Audio-Ausgang sowie der "SmartLink" wird eingestellt. Im Punkt "Einstellung" kann die Firmware-Version abgerufen werden, das Gerät auf Werkseinstellung zurückgesetzt, ein Firmware-Update via USB vorgenommen werden und ein kleiner Video-Equalizer mit Einstellungen zu Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Farbton und Schärfe ist vorhanden. Der letzt Punkt "PVR" dient der Medienwiedergabe von einem USB-Speicher und der PVR-Konfiguration.

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Aufnahme und USB-Funktion

USB

MediaPlayer

Musik-Wiedergabe

Videos

Nach Anschluss eines FAT32-formatierten USB-Speichers kann unter PVR im Hauptmenü der "MediaPlayer" geöffnet werden. Nun muss nicht, wie häufig, die Vorauswahl Musik/Videos und Fotos vorgenommen worden, sondern es öffnet sich direkt der Mediaplayer. Default werden nun die auf dem USB-Stick gespeicherten PVR-Aufnahmen angezeigt. Mit der Taste "0" auf der Fernbedienung kann zwischen Musik/Bildern und Video durchgeschalten werden. Im jeweiligen Bereich wird die gesamte Ordnerstruktur des USB-Speichers angezeigt und die gewünschten Dateien müssen herausgepickt werden. Unter Musik gibt der smart-Receiver problemlos MP3s und sogar FLAC-Dateien wieder. Unter Bilder werden JPEGs, PNGs und Bitmaps am Bildschirm dargestellt, beim Anklicken eines Bildes startet automatisch eine Diashow. Video-Seitig zeigt sich der smart-Receiver äußerst flexibel. H264-Aufnahmen im M2TS-Container werden ebenso problemlos wiedergegeben wie DiVX-Avi-Videos, Quicktime MP4-Trailer, MKV-Dateien und MPEG-Videos. Der einzige Nachteil, es werden keine NTFS-formatierten Datenträger größer als 8 GB erkannt.

Aufnahme

Aufnahme einer Sendung aus dem EPG heraus

Der angeschlossene USB-Stick ist sofort zum Time-Shift bzw. zur Aufnahme von TV-Programmen bereit. Wie schon bei anderen Modellen von smart festgestellt, muss keine vorherige Formatierung des Datenträgers durchgeführt werden. Die genauen Spezifikationen des USB-Sticks können unter PVR->Datenträger eingesehen werden. Hier kann auch auf Wunsch eine Formatierung durchgeführt werden und festgelegt werden, ob lediglich Aufnahme, Timeshift oder Aufnahme und Timeshift mit dem Speicher möglich sein soll. Unter PVR-Konfiguration können nun noch vor der eigentlichen Aufnahme diverse Parameter eingestellt werden. Nun bleibt es dem Anwender überlassen, ob er einfach per REC-Knopf auf der FB das aktuelle Programm aufnimmt, oder eine Timer-Aufnahme starten möchte, die einfach im Planer unter System -> Timer eingestellt wird. Selbstverständlich kann auch im EPG, dem elektronischen Programmführer, eine Sendung ausgewählt und für die Aufnahme programmiert werden. Für die Time-Shift Funktion gibt es auf der Fernbedienung eine dedizierte Taste mit der Bezeichnung "Shift". Wie üblich kann nach dem Druck auf die Shift-Taste das Bild einfach per Pause-Taste angehalten, und danach mit der Play-Taste wieder gestartet werden. Wie bei den meisten handelsüblichen Receivern ist eine Aufnahme der im HD+ Paket enthaltenen HDTV-Sendern nicht möglich. Die aufgenommenen Inhalte können bequem über den Mediaplayer im Hauptmenü abgerufen werden.

Gesamtnote Multimedia in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Testequipment
Bildqualität

HDTV-Signal in 720p

Das 720p HD-Signal der öffentlich-rechtlichen Sender wird vom Zappix mit solider Kantenschärfe und hohem Detailreichtum wiedergegeben. Insgesamt wirkt das Bildgeschehen auch ruhig und größtenteils rauschfrei. Die Farben wirken lebendig aber nicht zu intensiv, überzogen ausgeprägt und sorgen für einen stimmigen Authentizitätseindruck. Stellenweise wirken Bewegungen nicht ganz geschmeidig und es treten leichte Unschärfen auf, auch Treppenstufenbildung an Kanten ist manchmal erkennbar. Größtenteils machen sich die Schwächen allerdings bemerkbar, wenn wir den smart Receiver selbst hochskalieren lassen. Die Tuner-Einheit scheint solide, der Scaler nicht ganz so tadellos. Auch an der Plastizität macht sich dieser Umstand bemerkbar, der Eindruck an bildlicher Tiefe nimmt beim eigenen Hochskalieren ein wenig ab. Insgesamt ist die Darstellung des internen Scalers durchaus ordentlich, wer aber über ein eigenes hochwertiges Bildwiedergabegerät verfügt, dem kann die Nutzung des darin befindlichen Scalers nahe gelegt werden.

HDTV-Signal in 1080i

Das 1080i Signal der verschlüsselten Sender im HD+ Paket wird ebenfalls sauber mit guter Bildstabilität wiedergegeben. Kleine Unschärfen bei flinken Bewegungen und Treppenstufenbildung ist hier auch ab und an sichtbar. Das DeInterlacing gelingt dem smart Receiver dennoch überraschend gut und die Ausgabe in 1080p überzeugt. Die Farbgebung bleibt weitgehend natürlich und die Detaillierung und Kantenschärfe kann bei ausgewählten Sendungen beinahe mit den öffentlich-rechtlichen mithalten.

PAL TV-Signal in 576i

Die Darstellung der SD-Sender gelingt dem smart CX20 sehr gut. Das 576i-Signal zeigt klar deutlicheres Rauschverhalten und geringere Schärfe. Die Stabilität des Bildes wirkt aber ordentlich, Schriften nicht allzu sehr von Unschärfe und Treppenstufen behaftet und die Detailschärfe angemessen. Pixelwolken halten sich hintergründig und greifen nicht grob negativ in die sonst ordentliche Darstellung ein.

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Fazit

Der CX20 HDTV Satelliten-Receiver bietet zu einem vergleichsweise günstigen Preis hohes visuelles Potenzial geknüpft mit komfortabler Bedienung und sinnvollen Features. Ganz besonders die neueste Version des automatischen Programmierungssystem RAPS erleichtert dem Anwender nicht nur bei der Erstinstallation, sondern auch im alltäglichen Gebrauch die Nutzung. Die PVR-Funktion funktioniert ohne Hürden und einfach, nach dem Anschluss eines USB-Mediums ist das Feature sofort betriebsbereit, ein Formatieren des verwendeten USB-Sticks ist nicht vonnöten. Ebenfalls problemlos gestaltet sich die Medienwiedergabe, zudem ist die Formatvielfalt der wiederzugebenden Dateiinhalte zu loben. Noch etwas Verbesserungspotenzial sehen wir bei den Umschaltzeiten. Auf Eingabebefehle im Menü reagiert der Receiver sehr flott, das Umschalten auf andere Sender geht zeitweise aber etwas träge vonstatten.

Günstiger HDTV Satelliten-Receiver mit PVR und aktuellster Version des automatischen Programmierungssystems RAPS

HDTV Satelliten-Receiver
Test 12. Oktober 2011

+ Schnelle, problemlose Erstinstallation
+ Programmierungssystem RAPS mit vielen sinnvollen Features
+ Umfangreiche Formatauswahl im Multimedia-Bereich
+ Problemlose PVR-Aufnahme

- kein Support für NTFS-formatierte USB-Speicher > 8 GB

Test: Philipp Kind
Fotos/Video: Sven Wunderlich, Philipp Kind
Datum: 12.10.2011