TEST: Samsung Galaxy Tab 10.1v - Honeycomb-Tablet mit WXGA-Display und 8
MP-Kamera
20. Juli 2011 (phk)
Einleitung
Das Galaxy Tab 10.1v ist bei Vodafone ohne Vertrag für 659,90 EUR
erhältlich, verschiedenste Konditionen in Kombination mit einem Vertrag sind
natürlich auch möglich. Wie der Name schon verrät, bietet das Galaxy Tab
10.1v ein 10,1 Zoll großes Touch-Display mit WXGA-Auflösung von 1280x800
Bildpunkten, das Tablet ist mit einem 16 GB Flash-Speicher, einem Tegra 2
Dualcore-Prozessor mit 1.0 GHz und einer rückseitigen 8 MP-Kamera ausgestattet.
Das Galaxy Tab 10.1 (nicht von Vodafone vertrieben) hingegen ist ein paar
Millimeter dünner, bietet aber lediglich eine 3,2 MP-Kamera. Das bereits mit
Android 3.0 Honeycomb ausgestattete Tablet bietet im Gegensatz zum 7 Zoll Galaxy
Tab keine Telefonfunktion mehr, auch auf einen microSD-Karteneinschub wurde
verzichtet. Der 7000mAh Lithium-Polymer Akku verspricht lange Laufzeiten trotz
des großen Touchscreens, schnelle Datenübertragung sei mit UMTS, HSPA+ und
WLAN-n Support gesichert. Wir haben das Galaxy Tab 10.1v im Praxistest
überprüft.
Verarbeitung, Design & Maße
Front im Querformat
Gerundete Kanten am Gehäuse
Mikrofon und Lautstärkeregler
Sim-Einschub und Lautsprecher
Ein/Ausschalter und Klinkenstecker
Lade- und Synchronisationsanschluss
Rückseite gesamt
Im Detail
Das Galaxy Tab 10.1v zeigt sich in bewusst schlichtem Design und solider
Verarbeitungsqualität. Das Display ist nahtlos in einen schmalen
Kunststoffrahmen eingebettet und weist ein geringes Spaltmaß auf, physische
Tasten sind auf der Vorderseite nicht zu finden. Die einzigen physischen
Bedienelemente sind als Lautstärke-Tasten auf der Oberseite und Power-Button
auf der linken Seite - hält man das Tab im Querformat - zu finden. Unterhalb
des Einschaltknopfes ist ein Klinkenanschluss für das Headset integriert, auf
der rechten Seite liegt der Einschub für die Simkarte. Besonders gut gefällt
uns die perforiert strukturierte Rückseite, das Galaxy Tab liegt dadurch fest
in der Hand und ist sehr griffig, das Gerät rutscht nicht leicht aus der Hand,
von der Wertigkeit kann der Kunststoff aber nicht mit der Aluminium-Oberfläche
des iPad 2 oder des HTC Flyer mithalten.
Die Vorderseite hingegen ist obligatorisch etwas empfindlicher besonders
gegenüber Staub und Fingerabdrücken, zudem spiegelt die Touch-Oberfläche des
Galaxy Tab 10.1. Das Display sorgt aber durch die hohe Auflösung und satte
Farbwiedergabe für Begeisterung. Der Betrachtungswinkel und die gute
Bildschärfe tragen weiter dazu bei, lediglich die Anfälligkeit für
Reflexionen trübt den sehr guten Eindruck.
Einrichtung
Schnelle und problemlose Einrichtung
Willkommens-Bildschirm
Die Einrichtung des Samsung Galaxy Tab 10.1v erfolgt Schritt für Schritt
problemlos. Zunächst wird Sprache und Standort festgelegt und das Tablet kann
sogleich mit dem hauseigenen WLAN-Netzwerk verbunden werden, auch hier ist
obligatorisch bereits eine WPS-Verbindung oder aber eine manuelle Eingabe des
Netzwerkschlüssels möglich. Nachdem die Google-Standortverwaltung bestägigt
bzw. abgelehnt wurde, kann noch Datum und Uhrzeit gesetzt werden oder auf die
automatische Uhreinstellung über Netzwerk zurückgegriffen werden. Nun erfolgt
die Anmeldung mit einem Google-Konto, über das versierte Android-User mit hoher
Wahrscheinlichkeit bereits verfügen werden. Voraussetzung für die Nutzung des
Tablets ist ein Google-Konto nicht, dennoch empfiehlt sich die kostenlose
Anmeldung für eine problemlose Synchronisation mit E-Mail Kontakten etc.. Die
Erstellung eines Kontos kann ebenfalls gleich bei der Erstinstallation
durchgeführt werden. Nach der Anmeldung ist die Einrichtung abgeschlossen und
das Samsung Galaxy Tab 10.1v kann mit dem kompletten Funktionsumfang verwendet
werden.
WLAN und UMTS
WLAN-Einstellungen
Via WPS ist die Verbindung schnell und komfortabel aufgebaut
Das Samsung Galaxy Tab 10.1 unterstützt WLAN 802.11 b/g und n und verbindet
sich schnell und problemlos mit unserem drahtlosen Redaktions-Netzwerk. Das
Samsung Tab ist mit der WPS-Funktion ausgestattet, sofern der eigene Router dies
ebenfalls unterstützt, kann per Knopfdruck bzw. PIN-Eingabe sehr komfortabel
die Integration ins WLAN erfolgen. Selbstverständlich wird neben WEP auch WPS
und WPS2 unterstützt und die Verbindung kann manuell per Passwort-Eingabe
durchgeführt werden.
Das Galaxy Tab 10.1 unterstützt natürlich auch HSPA+, UMTS, EDGE und GPRS
und ist damit für mobilen und schnellen Webzugriff perfekt gerüstet.
USB-Tethering ist ebenfalls möglich.
E-Mail-Handling
Verknüpfung mit einem Googlemail-Account
Nach der Verknüpfung wird der Account mit dem Tablet
synchronisiert
Das Samsung Galaxy Tab 10.1 kann bisher nicht über einen PC synchronisiert
werden. Android-typisch ist eine Synchronisation mit einem Google-Mail Account
am einfachsten. Es genügt die Eingabe der eMail-Adresse und des eigenen
Passworts und der Zugriff auf den Account inklusive Übertragung jeglicher
Kontaktdaten steht am Galaxy Tab 10.1 zur Verfügung.
Abgesehen vom direkten gmail-Zugriff kann auch mit dem dedizierten
Email-Klienten ein Konto eingerichtet werden. Sollte die Adresse und das
Passwort für die Konfiguration nicht ausreichen, ist die "manuelle
Einrichtung" zu wählen. Hier wird zunächst festgelegt ob ein POP3 oder
IMAP-Konto bzw. ein Exchange-Server verwendet wird, danach ist die Eingabe der
genauen Serverdaten sowie Benutzername & Passwort notwendig.
Tastatur
Display-Tastatur
Dank des großen Displays und der sehr guten Empfindlichkeit des
Touch-Screens des Galaxy Tab 10.1v ist auch das Schreiben eines längeren Textes
komfortabel und ohne große Mühen zu bewerkstelligen. Klar wird ein Neuling in
Bezug auf Touch-Tastaturen immer noch Eingewöhnungszeit benötigen, die
Sensibilität des Galaxy 10.1v stellt aber keine weiteren Hürden für den
Einsteiger auf.
Kamera
Frontkamera
Kamera auf der Rückseite
Landschaftsaufnahme
Nahaufnahme bei hellem Tageslicht
Aufnahme innen bei mäßig bis gutem Licht
Innenaufnahme mit 4x Zoom
Die hochwertige 8 MP-Kamera im Galaxy Tab 10.1v bietet bei guten
Lichtverhältnissen ausgezeichnete Ergebnisse. Mit guter Farbdynamik und
Farbtiefe wirken die Aufnahmen plastisch und strukturiert. Nahaufnahmen gelingen
besonders scharf, in weiten Landschaftsaufnahmen kann der Hintergrund ein wenig
soft wirken. Sehr gut finden wir auch den elektronischen Zoom, selbst bei sehr
entfernten Zielen wirken die Fotos noch recht gut. In mäßig bis schwachem
Lichteinfall sind die Ergebnisse natürlich etwas schwächer, aber immer noch
gut. Eine Auslöseverzögerung ist bemerkbar, aber nicht übermäßig
ausgeprägt. Das unterstützende LED-Licht bietet bei ausgewählten Aufnahmen
einen klaren Benefit. Bei nicht allzu zittrigen Händen sind auch mit der
Video-Funktion qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen, lediglich die
Kameraschwenks sollten nicht zu schnell und ruckartig ausfallen, sonst fällt
das Galaxy Tab 10.1 in den niedrigeren Qualitätsmodus zurück.
Das Display des Samsung Galaxy Tab 10.1v weist eine WXGA-Auflösung von
1280x800 Bildpunkten auf und ist daher für die Darstellung von Web-Seiten
selbst ohne Zoom ideal geeignet. Applikationen aus dem Android Market, die
hochauflösend für ein Tablet erstellt wurden, sind eher Mangelware, so dass
die meisten Apps, mit einigen Ausnahmen, eher unschön wirken. Wie schon weiter
oben beschrieben zeigt das Display eine hohe Farbdynamik und Blickwinkeltreue,
ist aber je nach Lichteinfall sehr anfällig gegenüber Reflexionen. Auch
Fingerabdrücke sammeln sich recht schnell auf der Glasoberfläche, häufigeres
Putzen ist die Folge.
Musik-Player
Musik-Wiedergabe
Die eigene Musik-Bibliothek lässt sich am einfachsten bei direktem Anschluss
an einen PC auf das Samsung Galaxy Tab 10.1v übertragen. Das Gerät wird als
Massenspeicher erkannt und die auf dem Gerät befindliche Ordnerstruktur wird am
PC angezeigt. Jetzt wird unter "Device Storage" einfach der "Music"-Ordner
gewählt und die gewünschte Musik kann direkt auf das Tab kopiert werden. Bei
ausgewählten Dateien erscheint eine Warnmeldung, dass das Gerät die Datei
womöglich nicht abspielen kann, MP3 bereitet aber obligatorisch keine Probleme.
Von der akustischen Performance des Tab-Lautsprechers waren wir sofort
begeistert, für ein Tablet wird hier wirklich eine beachtliche Leistung
geboten. Sogar kleinere Räumlichkeiten kann das Galaxy Tab 10.1v mit solidem
Pegel beschallen. Lebendig und frisch, mit guter Dynamik spielt das Gerät auf.
Natürlich dürfen hier keine Höchstleistungen erwartet werden, mit einem
kleinen iPod-Dock kann das Galaxy Tab 10.1v aber durchaus mithalten. Auch das
mitgelieferte Headset kann sich sehen lassen, abgesehen von einer insgesamt
etwas bedeckten Klangkulisse zeigen die In-Ears präsente Mitten und einen zwar
nicht sehr präzisen, aber ordentlichen Tieftonbereich, feindynamische
Differenzen sind nur schwer auszumachen.
Benchmark-Tests
Benchmark-Tests
Antutu System Benchmark
Linpack
Quadrant Benchmark wird ausgeführt
Ergebnis Quadrant
Das Dualcore Tablet Samsung Galaxy Tab 10.1v mit Android
Honeycomb ist flott unterwegs und schneidet bei den einschlägigen Benchmarks
sehr gut ab. Schnell sind heruntergeladene Applikationen installiert und
Anwendungen ausgeführt. Auch Internetseiten sind schnell geladen, beim
"Wischen" über Seiten tritt ab und zu ein leichtes Ruckeln auf,
wirklich störend wirkt sich das auf die Bedienung aber nicht aus.
Fazit
Das neue Samsung Galaxy Tab 10.1v im Großformat grenzt sich
ohne Telefon- und SMS-Funktion klar von seinem Vorgänger ab und präsentiert
sich als reiner Tablet-PC im 10.1 Zoll-Format. Das ausgezeichnete,
hochauflösende Display mit 1280 x 800 Bildpunkten eignet sich ideal zum Surfen
im Web und kann auch bei der Foto- und Videowiedergabe seine Vorteile
ausspielen. Das Galaxy Tab 10.1 kommt sogar mit HD-Videos zurecht, während 720p
Dateien den Tegra-Prozessor vor keine Probleme stellen, kann es bei
FullHD-Videos stellenweise aber noch zu Rucklern kommen, die eigens
aufgenommenen Videos werden aber problemlos wiedergegeben. Sehr positiv
empfinden wir auch die Qualität der Kamera, besonders im Fotobetrieb zeigt die
8 MP-Kamera Stärke. Nicht so gut finden wir die fehlende Ladefunktion via USB
und dass keine Möglichkeit zur Speichererweiterung gegeben wurde, wie es noch
beim Galaxy Tab der Fall war. Das ansonsten vielseitige Honeycomb-Tablet weist
hier kleine Schwächen auf, auch eine Video-ausgabe mit (mini)HDMI wäre
denkbar. Wem diese Maluspunkte eher hintergründig erscheinen, sollte auf das
flotte Galaxy Tab 10.1 mit guter Akkulaufzeit durchaus einen zweiten Blick
riskieren.
Schnelles Android 3.0 Tablet mit hochauflösendem Display,
hoher Akkulaufzeit und Bedienkomfort sowie ausgezeichneter Kamerafunktion
Multimedia-Tablets Oberklasse
Test 20. Juli 2011