TEST: 7.1 AVR Pioneer SC-LX73 – Purer, hochwertiger Mehrkanal-Sound und flexible Videoschaltzentrale

30. Mai 2011 (cr/sw/th)

Stattliche Erscheinung

Fernbedienung

Anschlussübersicht

Einführung

Für 1699 EUR bietet Pioneer den 7.1 AV-Receiver SC-LX73 an, ein hochwertiger Mehrkanal-AV-Receiver, der sich insbesondere an diejenigen Anwender richtet, die eine enorm leistungsfähige Kommandozentrale fürs Heimkino suchen. Der SC-LX73 ist dem bereits Ende 2010 getesteten SC-LX83 sehr ähnlich und verfolgt auch dessen ausgesprochen gelungene akustische Auslegung. Allerdings verzichtet Pioneer beim SC-LX73 auf die THX Ultra 2 Zertifizierung des SC-LX83 und auf die DLNA-Funktion (Netzwerk-Client fürs Streaming), was zu einer deutlichen Minderung des Kaufpreises führt – 2499 EUR kostet der SC-LX83. Den Mehrpreis rechtfertigt der SC-LX83 mit 192 kHz/32 Bit D/A-Wandlern (102 kHz/24-Bit beim SC-LX73) und mit einer enorm hochwertigen CU-RF100 Funkfernbedienung (beim SC-LX73 für 349 EUR optional erhältlich) mit OEL-Display und bidirektionaler Arbeitsweise. Der SC-LX83 hat zudem einen koaxialen Digitaleingang mehr. Für denjenigen, der mit etwas weniger High Tech gut leben kann, ist der hier getestete Pioneer ein äußerst attraktives Angebot, denn es gibt hier Audio- und Video-Features der Bolidenklasse zum absolut bodenständigen Kaufpreis. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 180 Watt pro Kanal (1 kHz, 6 Ohm, 1 % Klirr), sechs HDMI 1.4-Eingängen (mit einem Frontanschluss) und einem im Lieferumfang enthaltenen Bluetooth-Dongle für Bluetooth Audio-Streaming kann der AVR ebenso aufwarten wie mit dem Upscaling von Videosignalen auf bis zu 1080p. Wie auch der SC-LX83 ist verfügt der SC-LX73 über ein Sound-Tuning der renommierten Londoner Air Studios. Ein iPod oder iPhone kann direkt an den SC-LX73 angeschlossen werden, die Bedienung erfolgt dann über die Fernbedienung des Pioneer AV-Receivers. Auch der SC-LC73 hat eine Internet Radio-Funktion, diese ist aber eher schlicht und nicht auf v-tuner basierend wie beim SC-LX83. 

Video-Overview

 

Verarbeitung

Spaltmaße

Tadellose Materialqualität

Die Frontblende ist exzellent eingepaßt

Von unten

Standfuß

Mit Kupferschrauben befestigte Rückseite

Oberflächenfinish

Display mit klarer Darstellung, recht großer Schrift und sehr gutem Kontrast

Navigationskreuz unter der frontseitigen Klappe

Exakte Passungen

Sauberer Sitz der Anschlussbuchsen

Eingangswahlregler

Lautstärkedrehregler

MCACC-Messmikrophon in schlichter Optik

Platinenlayout und Verkabelung

Verstrebung im Chassis

Ordentliche Verlegung der Kabel

Im Detail

Der SC-LX73 ist innen und außen sehr gut verarbeitet

Trafo

Mehrstöckiges Platinenlayout

Exakt eingepasste Platine

Lüfter

Gesamtansicht innen 

Der Pioneer SC-LX73 verdient sich Bestnoten bei der Verarbeitungsqualität. Was Pioneer hier für knapp 1700 EUR auf die Beine stellt, ist in jeder Beziehung erstklassig. Schon, wenn man den SC-LX73 auspackt, kann man hoch erfreut sein, denn sofort stellt sich der Eindruck ein, fürs investierte Geld ein edles Stück Technik erworben zu haben. Die stattlichen Abmessungen sorgen für Bolidenflair, und die beiden großen Regler für Eingangswahl und Lautstärke liegen perfekt zur Hand. Die Frontblende in hochwertiger Materialqualität ist exzellent eingepasst. Nicht so oft benötigte Bedienelemente sind unter einer Klappe verborgen, die sich leichtgängig öffnen und schließen lässt. Man kann auch wörtlich „alles auf den Kopf stellen“ – der SC-LX73 macht mit seinen noblen Standfüßen und der soliden Verschraubung von unten eine bessere Figur als manch günstiger AVR von vorn. Natürlich kann man den SC-LX73 auch von hinten genau unter die Lupe nehmen. Die Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse sind für die Aufnahme von Bananensteckern bestens vorbereitet. Öffnet man den Pioneer, so kann der innere Aufbau ebenfalls begeistern – doch nicht nur das Platinenlayout bringt Punkte aufs Pioneer-Konto, auch das aufwändige Chassis hat uns sehr gut gefallen. Die mitgelieferte Fernbedienung liegt gut in der Hand und ist prima verarbeitet. 

Anschlüsse

Anschlussübersicht

FBAS und Audio-analog

Komponente und Zone 2/3

HDMI-Sektion

LAN, konventionelle Digitalanschlüsse, Adapter Port

Weitere Anschlüsse

Lautsprecherkabelanschlüsse

Mitgeliefertes iPod/iPhone-Anschlusskabel

Der SC-LX73 bringt 6 HDMI 1.4 Eingänge und 2 HDMI 1.4 Monitorausgänge mit. Des Weiteren gibt es einen Bluetooth Adapter Port, einen Front AV-Eingang und 2 koaxiale sowie 3 optische Digitaleingänge. An konventionellen Digitalausgängen steht ein optischer Ausgang zur Verfügung. Drei analoge Komponenteneingänge sowie ein Komponentenausgang, frei zuweisbar, stehen für die hochwertige Verarbeitung und Weiterleitung analoger Videosignale zur Verfügung. Für weniger hochwertige Videoquellen gibt es vier FBAS-Eingänge und einen FBAS-Monitorausgang. Natürlich gibt es einen Vorverstärkerausgang (Pre-Out) in 7.1 Ausführung und einen Multichannel-In in 7.1 Bestückung. Für Zone 2 und Zone 3 gibt es jeweils einen Audio-/Videoausgang (FBAS + 2-Kanal-analog-Audio). Sieben analoge Audioeingang (2-Kanal-Cinch, inklusive Phone) sowie 2 analoge Cinch-Audio-Ausgänge vervollständigen das Sortiment. Antennenanschlüsse (FM/AM) für den eingebauten Tuner, eine RS-232c-Schnittstelle, Triggeranschlüsse (2 Stück), IR Anschlüsse (In/Out), Control-Anschlüsse (In/Out) sowie ein Kopfhörerausgang (Vorderseite) sind ebenso mit an Bord. 

  • Rückseite:
    • 5 HDMI Eingänge, 2 HDMI Ausgang 
    • 3 YUV Komponenten Eingänge, 1 YUV Monitor Ausgang, 1 YUV Zone 2 Ausgang 
    • 4 FBAS Eingänge, 1 FBAS Record Ausgang, 1 FBAS Monitor Ausgang, 2 FBAS Zone 2/3 Ausgänge 
    • 2 x koaxiale Digitaleingang S/PDIF 
    • 3 optische Digitaleingänge TOSLINK, 1 Ausgang 
    • 7 analoge Stereo-Chinch Audioeingänge (1x Phono), 2 Record Ausgänge, 2 Zone 2/3 Ausgänge 
    • 1 7.1 Mehrkanal analog Eingang
    • 1 7.1 Mehrkanal analog Vorverstärkerausgang (Pre-out) 
    • 1 LAN Netzwerkanschluss 
    • 1 Adapter Port Anschluss 
    • 2 IR Eingang, 1 IR Ausgang 
    • 1 Control Eingang, 1 Control Ausgang
    • 2 12V Trigger-Ausgänge
    • 1 RS232 SChnittstelle
    • 1 5V/150mA Anschluss für CJ-RF100
    • 1 Antennen 75 Ohm Anschluss + 1 Antennen AM Loop Anschluss 

  • Vorderseite:
    • 1 HDMI Eingang
    • 1 USB Eingang 
    • 1 FBAS Eingang 
    • 1 Setup Mikrofoneingang 
    • 1 Kopfhörer Ausgang 3,5mm Klinke 

Insgesamt weist der SC-LX83 eine gute Anschlussvielfalt auf. Allerdings sind 6 HDMI-Eingänge für diese Preisliga das absolute Minimum, 7 oder 8 wären hier besser. Selbstverständlich sind 2 HDMI-Ausgänge an Bord. Der SC-LX83 bringt für die Einbindung ins Netzwerk eine Ethernetschnittstelle mit, verfügt aber nicht über ein eingebautes WLAN-Modul für die direkte Einbindung in Drahtlosnetzwerke. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Menüs, Setup und Konfiguration

Home Menü

Advanced MCACC Menü

 Voll automatisches MCACC

Automatisches MCACC

Feineinstellung Lautsprecherabstand

EQ-Einstellungen

Nachhall-Anzeige

Nach der Kalibrierung

Lautsprechersetup

Gruppenlaufzeiten

Manuelle Lautsprechereinstellungen

Optionen im manuellen LS-Setup

Weitere Einstellungen

Wie schon beim SC-LX83 bemerkt, bringen die großen SC-LX-Modelle von Pioneer eine ungeheuere Konfigurationsvielfalt mit. Dies hat seine Ursache zum großen Teil in der sehr leistungsstarken Elektronik, die fürs Einmessen der Lautsprecher und fürs Room Equalizing zuständig ist. Man kann im „Advanced MCACC“ Menü daher zwischen vielen Optionen wählen. Unter „Voll Auto MCACC“ bestimmt man die Art des Lautsprechersystems und die Positionierung der Surroundlautsprecher. Man kann den EQ-Typ besteimmen (Symmetry, All Channel Adjust, Front Align) und auf die MCACC-Speicherplätze 1 bis 6 zugreifen. Wir finden die Idee, gleich 6 Speicherplätze für MCACC-Settings mitzugeben, grandios, da der Anwender so für jeden Anwendungsbereich (z.B. Filmton, Musik Pop, Musik Klassisch, TV-Sendungen) ein eigenes Preset bauen kann. In diesem Menü kann zudem angegeben werden, ob man THX-zertifizierte Lautsprecher verwendet. Im Menüpunkt „b“, automatisches MCACC, sind die Parameter ALL/Lautsprechereinstellungen behalten/Lautsprecher-Einstellungen/Kanalpegel/Lautsprecher-Abstand/EQ Pro + S-Wave/ Full Band Phase Control vorhanden. Im manuellen MCACC-Menü eröffnen sich dem versierten Benutzer schier nicht enden wollen Justage-Optionen. Hier die wichtigsten Parameter im Überblick: Feineinstellung Kanalpegel, Referenzkanalpegel Front-Left, einstellbar in 0,5 dB-Steps zwischen – 10 und + 10 dB, lautsprecherselektiv. 

Der Lautsprecherabstand kann auch feineingestellt werden, in 1 cm Schritten für jeden Lautsprecher. Die stehenden Wellen können für Main, Center und Subwoofer aufwändig bekämpft werden. Der Faktor Q dürfte denjenigen, die mit einem parametrischen EQ umgehen können, bekannt sein, er steht für Güte/Wirkbreite und kann von 2,0 bis 9,8 in 0,2 Schritten präzise eingestellt werden. ATT (in dB) kann von 0 bis – 12 dB in 0,5 dB-Schritten eingestellt werden. Zudem gibt es EQ-Einstellungen für jeden Kanal (außer SW) mit folgenden Frequenzen: 63/125/250/500/1000/2000/4000/8000/16.000 Hz. Der Wertebereich geht von – 12 bis + 12 dB in 0,5 dB-Schritten. Unter dem 5. Menüpunkt steht der für sehr versierte Anwender nützliche „EQ Professional“ zur Disposition. Hier kann man eine Nachhallmessung mit und ohne EQ durchführen und sich die Entwicklung des Nachhalls nach Optimierung durch Vorher-Nachher-Vergleich grafisch anzeigen lassen. Der erweiterte Equalizer bietet eine Festlegung der Time Position, man kann zudem den EQ-Typ (Symmetry/All Channel Adjust/Front Align), zudem kann man hier, etwas versteckt, wie wir anmerken möchten, unter Anwahl von „Yes“ beim Menüpunkt „Multi-P“ noch zwei weitere Hörpositionen einmessen.
Im 2. Hauptmenüpunkt „MCACC Ergebnisse“ kann man sich die von MCACC ermittelten Messergebnisse (Lautsprechereinstellung, Kanalpegel, Lautsprecherabstand, stehende Wellen, EQ-Kalibrierung, Gruppenlaufzeit plus Datenausgabe) für jeden der 6 MCACC-Speicher separat anzeigen lassen. Im 3. Menüpunkt „MCACC Datenbank“ kann man Speicher umbennen, Speicher kopieren oder auch löschen. 

Wie wir beim SC-LX83 bereits festgestellt haben, ist MCACC in der modernsten Ausbaustufe das derzeit wohl leistungsstärkste Lautsprecher-Einmess-und- EQ-System, und das aus vielen Gründen. MCACC arbeitet sehr zuverlässig, was für viele Anwender schon das wichtigste Kriterium darstellen dürfte. Unschöne Fehlermeldungen kamen auch beim SC-LX73 im Testbetrieb beim Einmessen keine vor. Zum zweiten: Schon nach einem Basisdurchlauf an 1 bis 3 Hörpositionen steht ohne weitere Nachbearbeitung eine sehr gute Klangqualität zur Verfügung. MCACC „kappt“ nicht einfach den Frequenzgang der Lautsprecher, sondern passt wirklich individuell das verwendete Lautsprechersystem an den Hörraum an. Die hörbaren Folgen: Ein brillanter, klarer Sound, weder verhalten noch tendenziell bedeckt. Dritter großer MCACC-Vorzug: Der erfahrene Anwender mit guten Kenntnissen auf dem Gebiet der Akustik erhält ein machtvolles Tool an die Hand, es gibt derzeit in keinem Consumer-Gerät mehr Justage- und Optimierungsoptionen als bei Pioneer. 

Wir kommen zum nächsten Menüpunkt „Grundeinstellungen“. Hier ist es unter Punkt a) auch möglich, alle Einstellungen das angeschlossene Lautsprechersystem betreffend komplett manuell durchzuführen. Zudem kann man im Punkt „b“ die zuweisbaren Eingänge konfigurieren. Im Menüpunkt „c“ kann die Menüsprache gewählt werden, „d“ kümmert sich ums Netzwerk-Setup. Unter „e“, weitere Einstellungen, sind HDMI-Setup, Lautstärke-Setup, der Fernsteuerungsmodus, die Flimmerreduzierung, das Einstellen der RF-Fernbedienung sowie der LFE-Pegel bei Nutzung des Mehrkanaleingangs zu finden. Auch kann hier das Bluetooth-Pairing vorgenommen werden, wenn man den Bluetooth-Adapter AB-BT100 verwendet. Man gibt im AVR und im angeschlossenen Bluetooth-Zuspieler den identischen Code ein (z.B. "0000"), anschließend erfolgt die Kopplung. 

Ein weiteres umfangreiches Menü verbirgt sich hinter dem Oberbegriff "Audio Parameter":

• Wahl des MCACC-Speichers 1 bis 6 
• EQ: On / Off 
• S-Wave: On / Off 
• Delay: 0.0 bis 10.0 in 0.1 Schritten
- Einheit Frames (einzelne Vollbilder- bei PAL 25 pro Sekunde)
- Hierbei handelt es sich um die Funktion "Audio Delay" zur Synchronisierung von Bild und Ton) 
• MID/LDN: 
- Midnight komprimiert die Tonwiedergabe, die Dynamik ist verringert - speziell geeignet zur verständlichen Wiedergabe zu später Stunde
- Loudness hebt die Bässe und Höhen an 
• Tone: Bypass / On (Treble und Bass werden aktiviert oder umgangen) 
• Bass (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten 
• Treble (wenn Tone=On): +6 bis -6 dB in 1dB-Schritten 
• S.RTRV (Sound Retreiver): On / Off (Soll die Wiedergabequalität datenkomprimierter Formate verbessern, was in der Praxis überzeugend gelingt: Der Hochtonbereich wirkt deutlich spritziger, die Mitten sind besser eingearbeitet und der Bass bekommt mehr Kontur)
• DNR (Digital Noise Reduction): On / Off (Soll verrauschte Quellen besser darstellen) 
• Dialog E (Enhancement): Off / Flat / Up 1 -4 (Hebt Stimmen im Center hervor)
• Hi-bit32: On / Off (interne Quanisierung der Audiosignale mit 32bit Wortbreite - sorgt für mehr Präzision und Sensibilität im Gesamtklangbild) 
• Dual: CH1 / CH2 / Ch1 CH2 (Wahl der Spur bei Dual Mono Quellen) 
• DRC (Digital Range Control): Auto / Max / Mid / Off (Dynamikkompression für digitale Quellen) 
• LFE: 0 dB / -5 dB / -10 dB / -15 dB / -20 dB / Off (Reduktion des Wiedergabepegels der LFE-Spur) 
• SACD Gain: 0 dB / + 6 dB (hebt die Gesamtlautstärke bei digitaler SACD-Verarbeitung) 
• HDMI: Amp / through (Wahl der Tonverarbeitung bei HDMI-Übertragung - soll das nachgeschaltete Display Tondaten bekommen oder soll nur der AV-Receiber sie verarbeiten? Bei Weiterleitung kann es zu Problemen mit der Mehrkanalausgabe geben, so das Display per HDMI-Kommunikation dem System mitteilt, dass es nur Stereo beherrscht) 
• A.Delay (Auto Delay): On / Off (automatisches Audio-Delay innerhalb HDMI-Ketten) 
• C.Width: 0 bis 7 (Gewichtung des Centers innerhalb der Frontwiedergabe) 
• Dimension: -3 bis +3 (Einstellung der Größe des virtuellen 3D Klangraums) 
• Panorama: On / Off (Erweiterung des Frontklangbildes auf die Surrounds) 
• C.Image: 0 bis 10 (bei 0 werden die Center-Anteile auf Front-L und -R umgeleitet, bei 10 wird das entsprechende Signal komplett über den Center wiedergegeben) 
• Effect: 10 – 90 (Pegel des Effekts in erweiterten, bzw. künstlich berechnenden Surround-Modi)
• H.Gain: Low / Mid / High (relative Pegel der Front Height Speaker im DPLIIz-Betrieb) 
• V.SB: On / Off (virtuelle Surround Back Speaker bei nicht-Verwendung dieser)
• V.Height: On / Off (Virtuelle Front Height Speaker bei nicht-Verwendung dieser Option)

Des Weiteren bringt der SC-LX83 verschiedene DSP-Programme mit:

• Action 
• Drama 
• Sci-Fi 
• Mono Film
• Entertainment Show 
• Expanded 
• TV Surround 
• Advanced Game 
• Sports 
• Classical 
• Rock/Pop 
• Unplugged 
• Extended Stereo 
• Phones Surr (Raumgefühl bei Verwendung eines Kopfhörers)
• Für Front Stage Surround (virtuelle Surround-Simulation): Focus oder Wide 
• Für Front Wide (setzt den Anschluss von 2 Front Wide Lautsprechern an den Klemmanschlüssen hinten am Gerät und eine entsprechende Berücksichtigung im LS-Setup voraus) stehen Wide Surround Music und Wide Surround Movie zur Verfügung. 

Viele Videoeinstellungen sind ebenfalls vorhanden: 
• V.CON - Video-Conversion: On / Off (Analog-digital Wandlung von Videosignalen oder Formatbearbeitung digitaler Videosignale) 
• RES - Resolution: AUTO / PURE (durchschleifen der nativen Auflösung) / 576p / 720p / 1080i / 1080p / 1080-24p
• ASP - Aspect: Through / Normal - Seitenverhältnis 16:9 oder 4:3 
• PCINEMA - Pure Cinema: Auto / PAL / OFF (Optimierung der Progressive-Abtastung für Filmmaterial)
• P.MOTION - Progressive Motion: -4 bis + 4 in 1'er Schritten - beeinflusst die Progressive-Ausgabe 
• YNR - Y Noise Reduction: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Helligkeitsrauschen 
• CNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Farbrauschen
• BNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Blockrauschen (MPEG-Komprimierungsartefakte)
• MNR: 0 bis +8 in 1'er Schritten - Justage der Reduzierung von Moskito-Rauschen
• DETAIL: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Konturenschärfe 
• SHARP: -4 bis +4 in 1'er Schritten - Justage der Schärfe 
• BRIGHT: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Helligkeit 
• CONTRAST: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage des Kontrastes 
• HUE: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Rot-Grün-Balance 
• CHROMA: -6 bis +6 in 1'er Schritten - Justage der Sättigung 
• BLK Setup: 0 / 7,5 – Justage des Schwarzpegels im Videosignal

Insgesamt ist der SC-LX73 sehr üppig ausgestattet. Die Unterschiede zum SC-LX83 sind zwar spürbar, aber für seine 1699 EUR, die der SC-LX73 kostet, kann man eigentlich kaum mehr erwarten. Generell offeriert Pioneer keine neun Endstufen, wie es z.B. Onkyo tut, was für manchen ein Nachteil darstellen könnte. Dafür aber gibt es das derzeit beste EQ/Einmesssystem, wir denken, dass das von Pioneer selbst entwickelte MCACC die Endstufen-„Defizite“ absolut aufwiegt. 

Netzwerk und Multimedia

Dieser Teil der Wertung zeigt die Differenzen zum SC-LX83 sehr deutlich auf. 

•  Die Internet Radio-Funktion ist weitaus weniger aufwändig, hier muss der Kunde vieles manuell machen und kann sich nicht einfach zurücklehnen und aus Genre/Länder-etc.-Auswahllisten seine Lieblingssender heraus picken. Pioneer hat zwar ein paar Sender vorprogrammiert, aber wer mehr möchte, muss manuell und zeitaufwändig suchen. Wer gern und oft Internet Radio nutzt, ist mit dem SC-LX83 definitiv besser bedient. Wer Dateien von PCs oder Servern, die sich im gleichen Netzwerk befinden wie der AVR, streamen möchte, muss auch zum SC-LX83 greifen, da der DLNA 1.5-zertifizierte Media Client beim SC-LX73 mit dabei ist. Es bleiben weitere mediale Optionen, über die auch der SC-LX73 verfügt:

• USB: Es werden ausschließlich FAT32 formatierte USB-Medien erkannt; NTFS wird nicht unterstützt. Der USB-Stick wird schnell erkannt und die Navigation erfolgt flotter als im DLNA-Netzwerk. Im Gegensatz zum Netzwerk-Betrieb wird per USB-Verbindung die Darstellung vom Bildern unterstützt, Video hingegen auch hier nicht. Die Wiedergabe von Mediendateien ist im Musikbereich auf mp3-Dateien und Photobereich auf jpgs beschränkt. Das Laden der Bilder geht ausgesprochen schnell vonstatten und die Wiedergabequalität liegt auf beachtlichen Niveau. Es lässt sich auf Wunsch die Photobetrachtung mit Musik unterlegen. Eine Diashow lässt sich facettenreich gestalten, wozu die Anzeigedauer der Bilder, Übergangseffekte etc. zählen.

• Bluetooth Adapter (AS-BT100) (getestet mit einem iPhone4): Die Einrichtung erfolgt kinderleicht: Im Receiver (im Menüpunkt 4e ist beim Unterpunkt 7 ein Passwort festzulegen. Hiernach wird für drei Minuten die Bluetooth-Verbindung aufrecht erhalten. In dieser Zeit ist in Menü des zu verbindenden Smartphones oder Media Players ebenfalls Bluetooth zu aktivieren, der Pioneer-AVR zu suchen und eine Verbindung herzustellen. Nach Eingabe des Passwortes besteht schnell eine stabile Verbindung. Der Pioneer gibt allerdings nur das wieder, was im betreffenden iPod gemacht wird - eine Fernsteuerung des iPod/iPhones via Bluetooth ist nicht möglich. Die Verbindung ist meist stabil und funktioniert bis zu 10m Entfernung in unseren Räumlichkeiten. Der Klang ist überraschend gut und klar. 

• Einbindung von iPod/iPhone: Sehr gut - nicht nur vom iPod/iPod Touch, sondern auch vom iPhone können beim direkten Anschluss mittels USB-Kabel Musiktitel und Videos wiedergegeben werden. Per OSD werden alle relevanten Infos (Wiedergabelisten, Alben, Interpreten etc.) angezeigt. Anstatt dass sich der Anwender ein teures optionales iPod-Dock kaufen muss, kann einfach ein normales iPod auf USB Kabel verwendet und direkt am auf der Gerätefront befindlichen USB-Eingang angeschlossen werden. Nach einigen Sekunden des Wartens (Display-Anzeige" Connecting") ist dann alles betriebsbereit. Mit sehr guter Klangqualität werden die Tracks vom iPod/iPhone wiedergegeben. Der Sound ist klar, frisch und druckvoll - besser geht es kaum in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um deutlich datenreduzierte Dateiformate handelt. Der "Sound Retriever" sorgt für eine Lebendigkeit und eine Energie, die kaum erahnen lässt, welches Ausgangsmaterial dahinter steckt.

Auswahl des Gerätes

Funktionsübersicht

Control

Balance

• Phone/iPod Touch App iControl AV: Der SC-LX73 ist für die Steuerung mittels iPhone bzw. iPod Touch vorgesehen. Voraussetzung dafür ist eine WLAN-Verbindung mit dem iPhone und eine Ethernet-Verbindung des AV-Receivers im selben Netzwerk. Wir haben die "App" kurz unter die Lupe genommen und waren von der Einfachheit und grafischen Darstellung des Steuerungsprogramms begeistert. Insgesamt ist eine umfangreiche Steuerung möglich - hier die Tools: Control: Lautstärkereglung, Wahl des Hörmodus, Information (Signal plus Frequenz Eingangssignal, Ausgangssignal-Format), Precision: PQLS Off/Auto, Phase Control Off/On, Infos: Was ist PQLS, was ist Phase Control mit erklärenden Animationen, Sprache: Englisch), Emphasis plus Balance: Nutzt man diese beiden grafisch sehr schön aufgemachten Features, hat der Anwender die Möglichkeit, die Lautstärke von Center und Subwoofer zu erhöhen (Emphasis) und die ideale Hörposition im Wohnzimmer verschieben zu können (Balance). Voraussetzung für das Funktionieren ist, dass sich das Pioneer Gerät (AVR oder BDP) ebenfalls im Netzwerk befindet und so iPhone bzw. iPod Touch Verbindung aufnehmen können. 

Testequipment
Klang

Der SC-LX73 agiert dynamisch, homogen und kräftig

Schon der SC-LX83 konnte uns bezüglich der im Testbetrieb gezeigten klanglichen Performance überzeugen. Diese Linie führt der SC-LX73 nahtlos fort. Die akustischen Unterschiede zwischen beiden AVRs fallen erwartungsgemäß gering aus, schließlich ist die technische Basis sehr eng miteinander verwandt. Die D/A-Wandler mit höherer Bittiefe (32 zu 24 Bit), die den SC-LX83 gegenüber dem hier getesteten SC-LX73 auszeichnen, machen sich durch eine geringfügig höher liegende Detaillierung bemerkbar. Der Hochtonbereich erscheint beim 83 zudem eine Nuance luftiger. Beide Differenzen hört man aber nur bei sehr genauer Kenntnis beider Geräte heraus. Und: Nur im akustisch optimierungen Raum und mit hochklassigen LS-Ensembles ab der 10.000 EUR Liga (bezogen auf ein 7.1 Setup) machen sie sich bemerkbar, und dann nur bei hochwertigem Musikmaterial (BD Audio, SACD). 

Die zahlreichen Blu-rays, die wir mit dem SC-LX73 angehört haben, zeigten das Potential des Pioneer eindrucksvoll auf. Glänzend kam er mit der BD Audio „2L – the Nordic Sound“ zurecht, diese auch in DTS-HD Master Audio verfügbaren Aufnahmen sind qualitativ enorm gut. Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur zeigt sich, welch großen Fortschritt Pioneer bei der Abstimmung seiner großen AV-Receiver verzeichnen kann. Die Durchhörbarkeit in allen Frequenzbereichen konnte deutlich verbessert werden. Die Instrumente haben ihre leicht synthetische Soundcharakteristik nahezu komplett abgelegt. Die Streicher klingen weniger aggressiv, viel filigraner, plastischer und angenehmer. Sehr gut gefallen uns auch die hörbar gesteigerte Präzision im Tiefbassbereich und die fließenden Übergänge zwischen den Frequenzspektren. Auch bei der Sonate für 2 Klaviere in D-Dur, ebenfalls von W.A. Mozart, spielt der SC-LX73 auf höchstem Niveau, da die Anschlagdynamik und die Virtuosität im Spiel der Pianisten sehr schön zum Ausdruck kommt. Bei der Dolby TrueHD Tonspur der Celine Dion BD „A New Day“ liefert der SC-LX73 bei „To Love You More“ und bei „Because You Loved Me“ eine eindrucksvolle Vorstellung moderner AV-Receiver-Technik: Die Stimme Celines ist, ganz gleich, wo sich die Sängerin auf der Bühne befindet, allzeit sehr gut zu orten. Die vokalen Konturen gibt der SC-LX73 sehr feinfühlig wieder und löst den Klang ausgezeichnet vom Lautsprecher. Die Trennung der vokalen von den instrumentalen Anteilen ist exzellent. Die Background-Stimmen sind fließend, aber doch mit prägnanter Struktur eingearbeitet. Andrea Bocelli beschreibt vor dem Start seines Konzertes „Vivere – Live in Tuscany“ (Blu-ray, PCM 5.1) in wenigen Worten die Toskana – wie klar der SC-LX73 seine Stimme wiedergibt und wie gut die Umgebungsgeräusche (läutende Kirchenglocken, Vogelzwitschern) eingebunden werden – das ist Boliden-Level. Noch vor zwei Jahren hätte diese Vorstellung den ganz großen Flaggschiffen der Hersteller zur Ehre gereicht, dass so eine Leistungsstärke nun für knapp 1700 EUR möglich ist, erfreut und überrascht gleichermaßen. Als dann das Konzert mit dem Lied „Melodramma“ beginnt, setzt der SC-LX83 mit der erneut herausragenden Stimmwiedergabe Akzente. Genau dies beherrschten ältere Pioneer AVRs weniger gut, die Stimmen waren des Öfteren leicht zurückversetzt und nicht allzu plastisch. Ganz anders der SC-LX73, der in dieser Disziplin ebenso viele Punkte einstreichen kann wie der SC-LX83. Der Schmelz in der Stimme und die charismatische Einarbeitung der Instrumente sorgen für höchstes Hörvergnügen. Die Beifallsbekundungen des Publikums werden lebhaft über alle Kanäle wiedergegeben. 

Sehr gut: In den traditionellen Pioneer-Parade-Disziplinen knüpft der SC-LX73 an die Leistungen der Vorgänger an. Bei der 2. Blu-ray des Tiesto-Live-Spektakels „Elements of Life – Copenhagen“ holt der AVR aus der DTS-HD Master Audio-Tonspur beinahe alles heraus. Der Kickbass kommt sehr kraftvoll und präzise bei „Traffic“ und bei „Back In Your Head“ heraus, die Effekte verteilen sich auch im 40 Quadratmeter-Hörraum dicht und nachdrücklich. Die unterschiedlichen Bassstrukturen stellt der Pioneer klar und gekonnt zur Schau, dafür verantwortlich ist auch sein grandioser Tiefgang. Durch die immensen Leistungsreserven der Endstufen ist der SC-LX73 bei seinem Wirken nicht auf den zusätzlichen Support eines aktiven Subwoofers angewiesen. Mit großen, im Bassbereich komplett antretenden Standlautsprechern wie der Nubert nuVero 14 kommt der SC-LX73 exzellent zurecht. Hat man kleinere Lautsprecher oder ein Heimkinosystem vom Schlage eines Teufel Theater 8, ist die Zusammenarbeit mit dem aktiven Subwoofer aber auch ausgesprochen ansprechend: Linear und präzise, können wir erstklassige Noten vergeben. Was die Zusammenarbeit mit Lautsprechersystemen angeht, sind noch Anmerkungen zu machen. Der SC-LX73 ist ein sehr „umgänglicher“ Typ und arbeitet mit vielen LS-Systemen ganz unterschiedlicher Preisklassen zusammen. Schon bei einem 1.000 EUR-Boxenset vermittelt er akustische Unterschiede, wenn man zum Vergleich einen 500 EUR AVR anschließt. Genauso allerdings holt der SC-LX73 aus einem 8000 EUR Mehrkanal-Set nahezu alles heraus. Diese enorme Flexibilität können wir sehr loben und gehen gleich über zur Filmtonwiedergabe bei Blu-rays.

Ganz gleich, ob bei „Stirb Langsam 4.0“ (DTS-HD Master Audio), A-Team (DTS-HD Master Audio) oder bei „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (Dolby TrueHD 5.1) und „Casino Royale“ (PCM 5.1): Die Wiedergabe weist stets Struktur und Kraft auf. Die Schießerei im 5. Kapitel von „Stirb Langsam 4.0“, als Gabriels Schergen Matthew Farrell eleminieren wollen und dabei auf erbitterten Widerstand durch John McLane treffen, begeistert den Cineasten: Die Schüsse bellen nachdrücklich durch den Hörraum, die Stimmen aller Akteure sind authentisch zu hören. Als im Treppenhaus der Feuerlöscher explodiert, schafft der SC-LX73 eine detailreiche Atmosphäre, nicht nur die zu erzielenden Pegel sind enorm, auch die Durchmodellierung überzeugt. Der aus dem Fenster fallende Killer trifft lautstark auf dem Boden vor dem Haus auf. Die Flucht Indys aus der großen Halle von Area 51 wird ebenfalls zu einem Effekt-Erlebnis der klanglichen Oberklasse. Schon die Faustschläge in den verschiedenen nonverbalen Auseinandersetzungen sind aus klanglicher Sicht sehr realistisch. Die dem SC-LX73 eigene tonale Neutralität sorgt hier für eine natürliche und praktisch verfärbungsfreie Wiedergabe. Als dann die spektakuläre Fahrt auf dem Raketenschlitten die Zuhörer in ihren Bann zieht, sind die Endstufen des Pioneer voll dabei und sichern eine überragende Grobdynamik. Bei „Casino Royale“ hat uns die Gasexplosion aus cineastisch-akustischer Sicht extrem gut gefallen, auf der Großbaustelle auf Madagaskar brilliert die Detonation mit Tiefgang und Präzision. Aber auch der Music Score ist atmosphärisch dicht und nachdrücklich eingebunden. Die Stimmen von 007 und seinem Mitarbeiter sind gleich zu Beginn des 2. Kapitels sehr gut verständlich, ohne dass sie zu weit in den Vordergrund der Gesamtakustik gerückt werden. Die Hubschrauber-Verfolgungsjagd an der Grenze zwischen Mexiko und den USA kommt beim „A-Team“ mit Vehemenz heraus, die donnernden MP-Salven aus den am Helikopter von Tucos Mannen montierten Geschützen sorgen für echtes Kino-Flair, welches selbst ausgezeichnete günstige AVRs nicht in diesem Umfang bieten 

Kommen wir nun zu den Surround-Aufpolierern. Der SC-LX73 verfügt mit Neural THX, Dolby PLIIx, Dolby PLIIz sowie DTS Neo:6 über vier verschiedene Surroundaufpolierer. Die mit den Systemen beim SC-LX73 gemachten klanglichen Eindrücke sind weitestgehend deckungsgleich mit den Feststellungen, wie wir schon beim SC-LX83 treffen konnten: Neural THX greift am wenigsten ins ursprüngliche ein und entwickelt eine authentische Räumlichkeit. Das gesamte Klangbild wirkt natürlich und weist keine Spuren von übertriebenem Effekteinsatz oder störendem Hall auf. Fein- wie auch Grobdynamik begeistern bei Neural THX. Im Vergleich greift PLIIx mehr ins Signal ein, wenngleich im Vergleich zu anderen PLIIx Integrationen die Unterschiede bei der Tonalität immer noch gering ausfallen. Im Vergleich zu Neural THX wird der Bass im Kickbassbereich etwas üppiger, dafür nimmt die Präzision leicht ab. In den Höhen blendet PLIIx bei sehr hohen Frequenzen sanft aus und füllt den Gesamtraum mit mehr Volumen - etwas mehr "Effekthascherei" also, die aber gerade dem Zuhörer, der es gern dicht und nachdrücklich hat, gefallen dürfte. PLIIz, das mit 2 Front High Lautsprechern eine vertikal breitere Bühne produziert und sich somit von den drei konventionellen Surroundaufpolierern unterscheidet, arbeitet auch beim SC-LX73 erstaunlich subtil und greift nicht massiv ein. Eine leichte Weitung der vorderen Klangbühne ist hier zu verfolgen, tonal gibt es kaum störende Eingriffe. Neo:6 ist der schlechteste der hier aufgeführten Aufpolierer, die Dynamik und die Detailtreue nehmen ab, der künstliche Raum hinten wirkt etwas monaural und die Brillanz in den Höhen wird reduziert. 

Bleibt der Stereobetrieb – und es war zu erwarten, dass der SC-LX73 auch in diesem Modus fleißig Punkte sammeln kann. Mit stabiler Bühnenabbildung und einer tonal angenehm neutralen Wiedergabe trumpft der SC-LX73 bei Faktoren, die dem Stereohörer sehr wichtig sind, groß auf. Die Grob- und Feindynamik ist auf beinahe identischem Level wie beim SC-LX83. Die Stimmwiedergabe ist klarer und von der Positionierung her deutlich realistischer, als wir dies von früheren Pioneer AVRs her kannten. 

Videosektion

Bezüglich der Qualität der Videosektion kann man sagen: Das Gebotene ist wirklich gut, aber nicht dazu angetan, Klassenmaßstäbe zu setzen. Bei der Upconversion von Filmmaterial mit analog-digitaler Wandlung (YUV 576i auf HDMI 1080p) von „Star Wars Episode III“ erscheint die gelbe Schrift zu Filmbeginn stabil und scharf, leichtes Zittern ist nur ganz hinten auszumachen. Hier kommt es auch zu einer minimalen Wellenbildung, die in erster Linie auf großer Bilddiagonale, also in Verbindung mit einem Beamer, zum Tragen kommt. Sehr gut hat uns gefallen, dass die Ränder der Lettern nicht ins Weißliche ausfaden, was wir schon oft auch bei teuren AVRs beobachten mussten. Als die Kamera auf den Sternzerstörer schwenkt, zittern die obere rechte Kante des großen Raumschiffs nur leicht, die Zeit, bis der eingebaute De-Interlacer einrastet, ist allerdings sehr kurz. Der Kontrast hat uns überzeugt, auch die Abwesenheit von Farbrauschen. Als die beiden Raumjäger, die den Zerstörer kurz darauf passieren, nach unten in die Raumschlacht abkippen, ist das Panorama, welches sichtbar wird, sehr plastisch, aber die Gesamtbildschärfe könnte höher liegen. Als die Gesichter von Obi-Wan und Anakin zu sehen sind, können wir feststellen, dass wir die Hautoberfläche schon detailreicher gesehen haben. Dass die Kontrasteigenschaften durch die Bank überzeugen, beweist die gute Durchzeichnung dunkler Bildbereiche. Speist man das Eingangssignal nicht über YUV-analog, sondern über HDMI-digital ein, sind direkt zu Beginn mehr Sterne sichtbar, der Kontrast wird höher. Das Gelb der Schrift ist allerdings etwas zu stark gesättigt. Zudem sind kleine Treppenstufen sichtbar. In den weiteren Szenen steigt das Niveau der Detaillierung, wie man am Sternzerstörer oder beim Blick auf das Schlacht-Panorama feststellen kann. 

Bei Videomaterial gelingt dem Pioneer bei der Upconversion von YUV-576i auf HDMI-1080p eine sehr gute Wiedergabe der Laufschrift in weiß und schwarz, die in unterschiedlicher Geschwindigkeit vor dreifarbigem Hintergrund läuft. Selbst in der höchsten Geschwindigkeit sind die einzelnen Buchstaben noch gut zu erkennen. Nicht ganz so gut fällt unsere Bewertung beim in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingenden Pendel aus. Es kommt gerade im Bereich der schwarzen Pendelspitze zu deutlichen Nachzieheffekten. Die Balken im Inneren könnten noch schärfer zu differenzieren sein. Das bewegte Stadtbild von Esslingen gefällt – der Schwenk über die Stadtmauer gelingt stabil und rauscharm. Die Hausdächer zeigen beinahe jeden Dachziegel und ebenfalls nur geringes Rauschen oder Flimmern. Die Gesamtbildschärfe und die Detailtreue sind gut. Lässt man den Pioneer ein HDMI 576i Signal auf 1080p hochrechnen, ist insgesamt eine leichte Steigerung bei Detailtreue und Bildruhe zu verzeichnen. 

Konkurrenzvergleich
  • Pioneer SC-LX83: Multimedialiebhaber dürften sich eher mit dem SC-LX83 anfreunden, der mit komfortabler Internet Radio-Funktion und eingebautem Streaming-Client überzeugt. Akustisch und hinsichtlich der Videosektion sind die beiden Geräte nahezu gleich. Vorteil SC-LX83: Eine enorm hochwertige Funkfernbedienung ist im Kaufpreis enthalten.
  • Onkyo TX-NR5008: Der große Onkyo bringt ein sehr hochwertiges Innenleben mit und liegt bei den Netzwerkfeatures in Führung. Der installierte Streaming-Client für Musikdateien und eine sehr gut integrierte Internet Radio Funktion bringen den Onkyo nach vorn – aber nicht am SC-LX73 vorbei. Der Pioneer verträgt höhere Pegel, wirkt optisch noch edler und hat das bessere Lautsprecher-Einmesssystem. 
  • Yamaha RX-V3067: Ein harter Kontrahent ist der voll ausgestattete Yamaha 7.2 AV-Receiver. Nicht nur die exzellenten DSP-Programme, auch die sehr gut ausstaffierte und zuverlässig agierende Netzwerksektion sprechen für den RX-V3067. Das Einmessystem YPAO ist besser denn je, aber noch ein Stück vom Pioneer-Standard entfernt. Top für Freaks: Unter der Zuhilfenahme externer Endstufen kann man mit dem RX-V3067 maximal eine 11.2 Konfiguration fahren. Optisch ist auch der RX-V3067 ein Highlight, er wirkt aber schlanker und dezenter als der SC-LX73. Der Pioneer kann den Yamaha bei Pegelfestigkeit und Grobdynamik leicht übertreffen. 
Fazit

Der Pioneer SC-LX73 bietet eine üppige Ausstattung, einen exzellenten Klang und eine gute Videosektion zu einem fairen Kaufpreis. Optisch kann man den Pioneer problemlos für einen großen Boliden der 5000 EUR-Liga halten, die Verarbeitung ist aber auch bei genauem Hinschauen überragend. Pegelfestigkeit und Grobdynamik setzen Maßstäbe, aber auch Homogenität und Feindynamik sind auf enorm hohem Niveau. Gegenüber dem SC-LX83 fehlen eine komfortable Internet Radio Funktion und ein Streaming Client – die anderen Unterschiede (D/A-Wandler, Funkfernbedienung, Anschlussauswahl) fallen nur gering ins Gewicht, zudem kann man den edlen IR-Controller für den SC-LX73 optionale hinzukaufen. 

Der Pioneer SC-LX73 versprüht Boliden-Flair zum Mittelklasse-Preis und brilliert durch Dynamik, Räumlichkeit und Pegelfestigkeit

AV-Receiver obere Mittelklasse
Test 30. Mai 2011

+ Sehr dynamisch
+ Kraftvoll und pegelfest
+ Tonal neutral und erstaunlich homogen
+ Sehr gute Verarbeitung innen und außen
+ Hervorragendes MCACC-Einmesssystem
+ Vielfältige Einstellmöglichkeiten

- Internet Radio nur in "Sparversion"

Technische Daten: http://www.pioneer.eu/de/products/42/98/405/SC-LX73/specs.html

Text: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
30. Mai 2011

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