TEST: Philips MCi8080 WiFi Component HiFi System - Streamium
Multitalent
24.06.2011 (phk)


Einführung
Das Streamium WiFi-Komponenten-HiFi-System MCi8080 bringt
Musikgenuss in jeden Raum. Das System lässt sich drahtlos ins Heimnetzwerk
einbinden, bezieht Musik von einem PC/MAC und legt diese auf Wunsch auf seiner
160 GB großen Festplatte ab. Auf diese Weise fungiert das MCi8080 als
Medienserver und bedient Philips-Geräte in benachbarten Räumen ohne
komplizierte Einrichtung drahtlos mit Musik. Die Wiedergabe von DiVX-Videos,
MP3, FLAC, WMA, AAC (ohne DRM), OGG und JPEG-Bildern soll mit dem MCi8080
problemlos möglich sein, mit dem integrierten Zuspieler werden natürlich auch
CDs und DVDs gelesen. Zudem kann das Philips Gerät auf Tausende von
Internetradio-Stationen zugreifen. Für eine komfortable Bedienung kann das
LC-Display auf der Oberseite des Gerätes verwendet werden, auch ein OSD ist
vorhanden und die Bedienung mit der Philips iPhone- bzw. Android-App ist
möglich. Das Philips MCi8080 ist zum UVP von 999 EUR erhältlich.
Verarbeitung

Hauptgerät und DVD-Player

Stationäre Bedienelemente unter dem Touch-Display

Hauptgerät

Touch-LCD

WLAN-Antenne und Lüfteröffnung

Zuspieler

Passungen im Detail

Übergang Front-Seite

Front der Lautsprecher

Hochtöner

Gute Passungen

Bassreflex-Öffnung nach vorne

Front- und Rückseite der Lautsprecher

Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Verarbeitung im Detail

Spitz zulaufende Kanten an den LS

Fernbedienung
Das Philips MCi8080 besteht aus zwei Lautsprecherkomponenten,
einem Hauptgerät mit an der Oberseite befestigtem Touch-LCD und einem
DVD-Player. Die Verarbeitungsgüte und Materialwahl am Hauptgerät und dem
Zuspieler ist identisch. Die Frontplatte ist aus Aluminium gefertigt, an den
Seiten schließen sich Kunststoffteile an. Das Spaltmaß ist rund um die Geräte
gleichbleibend gering, die Passungen sitzen gut und Übergänge sind nahtlos.
Das Touch-Display reagiert präzise und schnell, die übrigen rudimentären
Bedienelemente am Hauptgerät verfügen ebenfalls über einen guten Druckpunkt.
Auch die Disc-Lade und die Auswurftaste am DVD-Player sind gut integriert. Eine
solche Auswurf-Taste hätten wir uns auch auf der beiliegenden Fernbedienung
gewünscht. Abgesehen von dieser Tatsache, und dass der Spulvorgang bei einer
DVD mit den Pfeiltasten des Navi-Kreuzes durchgeführt wird, ist die
Fernbedienung handlich und übersichtlich. Die Anschlüsse auf der Rückseite
der beiden Geräte sitzen sehr gut, dem Hauptgerät wurden aber lediglich
Lautsprecher-Klemmanschlüsse spendiert. Schraubanschlüsse sind wohl kein Muss
bezüglich Preisklasse und Gerätekategorie, waren aber bspw. beim MCD900 noch
zu finden. An den Lautsprecherkomponenten sind eben solche Schraubanschlüsse
auch wieder zu finden, ansonsten stehen die Schallwandler bezüglich
Verarbeitungsgüte etwas hinter der Elektronik. Die Gehäusekanten sind spitz
zulaufend und die schwarze Lackierung sitzt nicht sehr tief. Die Chassis sind
aber tadellos in die Schallwand integriert, dank des Bassreflex-Ausgangs nach
vorne ist eine wandnahe Aufstellung problemlos möglich. Der schlichte optische
Auftritt mit einem Touch Futuristik dank des aufgesetzten Hochtöners gefällt.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Anschlüsse

Rückseite DVD-Player
DVD-Player
-
HDMI Out
-
Composite Video Out
-
FM Tuner Ant
-
Dock Cable Eingang

Rückseite
Hauptgerät
Hauptgerät
-
Eingang für Kabel von CD/DVD-Player
-
Stereo Cinch Eingang
-
Ethernet-Anschluss
-
USB-Slot
-
Kopfhörerausgang
Die Anschlussbestückung des MCi8080 ist in Ordnung. HDMI und
FBAS sind am Zuspieler integriert, ein Komponenten-Video-Ausgang fehlt, auch auf
die Integration eines digitalen Audio-Ausgangs wurde verzichtet. Dank des Stereo
Cinch Eingangs am Hauptgerät ist auch eine Kombination mit einem weiteren
Gerät möglich. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut - Sehr gut.
Konfiguration, Setup und Bedienung
Screenshots vom Touch-Display auf der Oberseite des Gerätes

Zugriff auf die 160 GB Festplatte

Hier verbirgt sich das DLNA-Streaming

CD/DVD-Wiedergabe

Einstellungen

Weitere Einstellungen

Audio-Settings
Die Bedienung des MCi8080 erfolgt im Regelfall mit der
mitgelieferten Fernbedienung und dem auf der Oberseite angebrachten LC-
Touch-Display. Lediglich bei eingelegtem Disc-Medium steht ein On-Screen-Display
zur Verfügung. Nach der ersten Inbetriebnahme wird die gewünschte Sprache
festgelegt und es kann sofort eine Verbindung mit dem Netzwerk hergestellt
werden. Kabelgebunden gelingt die Einbindung bei aktiviertem DHCP-Server sofort,
soll das Gerät drahtlos eingebunden werden muss entweder manuell das WLAN
gesucht und ein Key eingegeben werden oder die WPS-Funktion genutzt werden, hier
ist eine PIN-Eingabe oder das Push-Button-Prinzip möglich. Wir wählen die
WPS-Methode und drücken den WPS-Knopf auf unserem Router, nach etwa einer
Minute zeigt das MCi8080 eine erfolgreiche Verbindung mit unserem Netzwerk an.
Hiermit ist die Erstinstallation abgeschlossen und das eigentliche Menü
erscheint. Die Bedienung mit der Fernbedienung stellt sich dank gutem
Arbeitswinkel und dem schnell ansprechenden Menü als problemlos dar, auch das
Touch-Display reagiert empfindlich und stellt den Anwender vor keine Probleme.
Die Quellenwahl kann vorgenommen werden, Zugriff auf Internetradio und die
Medienbibliothek sowohl von einem Netzwerk-Server als auch der angeschlossenen
160 GB Festplatte wird hier realisiert. Weiterhin finden sich Wiedergabe- und
Toneinstellungen im "Settings"-Menü, hier kann auch die Software via
Internet aktualisiert werden.

OSD bei Disc-Betrieb
Beim Einlegen einer Disc hingegen öffnet sich das Menü des
Zuspielers am angeschlossenen Display, hier können Auflösung,
Seitenverhältnis und weitere Video- sowie Audioeinstellungen vorgenommen
worden. Selbst ein kleiner Video-Equalizer mit vorgefertigten Bildfeldern ist
integriert. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Laufwerk, Ladezeiten und Betriebsgeräusche

Einlesezeiten:
-
Sahara DVD: 13 Sekunden
-
Star Wars Episode III: 14 Sekunden
Layerwechsel:
Blitzschnell ist der MCi8080 aus dem Standby-Modus in
Betriebsbereitschaft versetzt. Die Einlesezeiten von DVDs sind ebenfalls auf
einem guten Level, auch der Layerwechsel ist als tadellos zu bezeichnen. Das
Laufwerk sowie der Lüfter sind direkt am Gerät durch ein leichtes Surren
vernehmbar, ab einem Abstand von etwa 1m bei normaler Geräuschkulisse aber
nicht mehr zu hören. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Multimedia-Features

Internetradio
Internetradio
Der Zugriff auf Internetradio erfolgt direkt im Menü unter
einem eigenen Punkt. Es öffnet sich eine Auswahl mit den Punkten
"Voreinstellungen", "Lieblingssender", "Zuletzt
wiedergegeben", "Suche", "Alle Sender" und "My
Media". Unter Voreinstellungen wird ein Sender gewählt, der automatisch
bei Anwahl des Internetradios wiedergegeben werden soll. Wie am Punkt
"Lieblingssender" zu erkennen, kann auch eine Favoritenliste erstellt
werden. Unter "Alle Sender" können die vorhandenen Radio-Stationen
nach Genres, Standorte, Sprache und Sendungen geordnet werden. Durch die immense
Auswahl sollte für jedes Anwenderprofil etwas zu finden sein. Nach einer kurzen
Latenzzeit, in der die Verbindung mit dem Server hergestellt und der
Audio-Stream gepuffert wird, wird die gewünschte Radio-Station wiedergegeben.
DLNA-Streaming

Die übliche Unterteilung in Videos/Musik/Fotos

Auswahl an Musikdateien
Der Zugriff auf Mediendateien von einem DLNA-Server erfolgt beim
Philips MCi8080 sehr komfortabel und einfach. Die Netzwerk-Verbindung muss
natürlich erfolgreich eingerichtet sein. Der Punkt "Medienbibliothek"
muss im Menü angewählt werden und der gewünschte Datei-Server wird
ausgewählt. Nun öffnet sich die typische Separierung von Musik-/Foto-/und
Videodateien. Wie in den übrigen Bereichen ist die Formatvielfalt im
Musikbereich, auf dem eindeutig die Priorität liegt, am umfangreichsten. Von
MP3 über AAC, WMA bis zu den verlustfrei komprimierten FLAC-Dateien gibt der
MCi8080 alles wieder. In der Sektion Foto muss sich der Anwender mit
JPEG-Dateien begnügen, die ledigich am kleinen LC-Display auf der Oberseite des
Hauptgerätes angezeigt werden. Videos werden nicht wiedergegeben.
160 GB HDD
Das MCi8080 kommt mit einer externen 2,5" USB-Festplatte,
die via USB auf der Rückseite des Gerätes angeschlossen wird. Auf diesen
Datenträger können über das Netzwerk Mediendateien übertragen werden, die
dann direkt vom Philips MCi8080 wiedergegeben werden. Nach dem Anschluss der
Festplatte erfolgt binnen Sekunden eine Netzwerkfreigabe, mit einem
Windows-Rechner muss nun lediglich in der Netzwerkumgebung nach
"PHILIPSMCI8080" gesucht werden und gesamte Musikordner oder einzelne
Dateien werden bequem auf die USB-Festplatte kopiert. Die kopierten Daten werden
ohne Umschweife am MCi8080 angezeigt und können wiedergegeben werden. Wie in
der Produktbeschreibung angegeben funktionieren MP3, AAC, WMA und FLAC
problemlos. Sind Daten auf die angeschlossene USB-Festplatte kopiert, stehen
diese sofort auch weiteren DLNA-Geräten im Netzwerk zur Verfügung. Unser
Philips NP3700 Netzwerkplayer erkannte den MCi8080 schnell als Datenserver und
gab die Musikdateien von der 160 GB Festplatte des MCi8080 problemlos wieder.
Android App

Philips MyRemote

Komplette Steuerung mit dem Smartphone

Internetradio gestartet mit MyRemote
Das MCi8080 lässt sich auch mit einem iPhone bzw. Android
Smartphone bedienen. Im Android Market lässt sich hierfür die kostenlose App
"Philips MyRemote" beziehen. Zunächst wählt der Anwender das
gewünschte Philips Gerät im Netzwerk aus und kann dann die komplette Steuerung
des Gerätes mit seinem Smartphone durchführen.
USB
An das MCi8080 kann selbstverständlich auch ein normaler
USB-Stick angeschlossen werden. Da das Gerät aber über lediglich einen
USB-Slot verfügt, muss hierfür die mitgelieferte 160 GB HDD abgeklemmt werden.
Zu unserer Überraschung liest das MCi8080 nur FAT32-formatierte USB-Medien ein.
Sehr schade, gerade da das von uns bereits vor längerer Zeit geteste MCD900
NTFS-formatierte Datenträger erkannt und eingelesen hat. Die wiedergegebenen
Formate sind identisch mit den bereits geprüften Funktionen.
Fazit
Das MCi8080 verfügt dank Internetradio, DLNA-Streaming von
Foto- und Musikdateien, dem Anschluss externer USB-Speicher und der
Möglichkeit, das MCi8080 selbst als Server für andere Komponenten zu verwenden
über äußerst umfangreiche Multimedia-Features. Ein kleines Manko ist, dass
lediglich ein USB-Slot integriert wurde, der in der Regel von der externen 160
GB Festplatte belegt ist, und dass keine NTFS-formatierten Speicher gelesen
werden. Die Android App funktionierte während unseres Testbetriebs zuverlässig
und sorgt für eine komfortable Bedienung des Philips Gerätes, das
Ansprechverhalten könnte bezüglich der Geschwindigkeit noch etwas verbessert
werden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Testequipment
Bild
DVD
Star Wars Episode III, Kapitel 1+2, Upscaling/DeInterlacing 576i
-> 1080p
Das Upscaling & DeInterlacing scheint das MCi8080
ausgezeichnet zu beherrschen. Die gelbe Laufschrift zu Beginn der dritten
Episode der Star Wars-Saga wird enorm ruhig dargestellt und läuft sehr sauber
bis in die hinteren Ebenen ab. Zittern der Buchstabenkanten ist bis auf
vereinzelte Fälle beinahe gar nicht wahrzunehmen, auch Wellenbewegungen oder
ein Ausbleichen des gelben Farbtons in den hinteren Ebenen bleiben aus. Ganz
selten ist an einem Letter etwas Zittern zu erkennen, nur Treppenstufenbildung
an den Kanten ist häufiger zu entdecken. Den Sternenhimmel konnten wir auch
schon mit etwas zahlreicheren Sternen bewundern. Ein wenig abschwächen müssen
wir die bisher gezeigte Performance in der folgenden Szene des großen
imperialen Sternzerstörers. Das Schiff erscheint zwar insgesamt ruhig und
stabil, an den Objektkanten sind aber leichte Pixelwolken, ähnlich
Geisterbildern, zu entdecken, auch etwas Rauschen im roten Streifen in der Mitte
des Raumschiffes können wir entdecken. Beim Abknicken der ruhig erscheinenden
Raumjäger Obi-Wans und Anakins wird eine gute Plastizität und räumlicher
Eindruck geboten, die Schiffe sind in den verschiedenen Ebenen differenzierbar
und kleben nicht auf der Planetenoberfläche. Die Nahaufnahmen in den Cockpits
gelingen sehr scharf und zeigen auch viele Details im Cockpit und Struktur der
Jedi-Roben. Die Farben wirken ein wenig intensiv, insgesamt zeigt das MCi8080
eine ausgezeichnete DVD-Upconversion, der durchaus HD-Feeling zugesprochen
werden kann.
AVEC Professional Test DVD
• Laufschriften vor farbigem Hintergrund: Die Laufschriften
laufen relativ ruhig, unter Ausprägung vereinzelter Artefakte und leichtem
Kantenzittern am Bildschirm ab. Nur die letzte Schrift ist von deutlicherem
Zittern geprägt. Gut gelingt die Farbtrennung auch im problematischen roten
Bereich.
• Schwingendes Pendel: Das Pendel zeigt bereits im oberen Drittel leichte
Nachzieheffekte und die farbigen Balken sind in der Mitte des Pendels nicht mehr
klar zu differenzieren, die schwarze Linie über die das Pendel gleitet,
zittert.
• Stadtbild Esslingen: Esslingen gelingt wieder besser und zeigt gute
Plastizität und nicht allzu stark ausgeprägtes Zeilenrauschen an den
Hausdächern. Die Farben wirken aber wiederum sehr intensiv, Struktur und
Details an den Laubbäumen und dem Rasen geht verloren.
Fazit Bild Bei Film-Material
bietet das MCi8080 eine ausgezeichnete Performance mit guter Bildstabilität,
hoher Bildschärfe und gering ausgeprägten Artefakten. Wird Video-Material
zugeführt, sind die Leistungen nicht ganz so gut, hier sind Artefakte,
Nachzieheffekte und Bildzittern deutlicher zu erkennen. Gesamtnote in Relation
zur Preisklasse: Sehr gut - Ausgezeichnet.
Klang
CD, Vivaldi - Die
vier Jahreszeiten; The Royal Philharmonic Orchestra, The James Bond Theme
Das Philips MCi bietet eine gute Dynamik und Auflösung des
Violinkonzertes in E-Dur op. 8. Der Hochtonbereich wirkt leicht bedeckt und ist
nicht sehr fein durchzeichnet. Die Violinklänge gelingen aber sehr geschmeidig
und angenehm. Sehr gut gelingt dem Philips System der Bühnenaufbau und die
Staffelung der Instrumente, eine gute Loslösung des Klangs von den
Lautsprecher-Komponenten trägt dazu bei. Die tieferen Frequenzen schmiegen sich
gut an die Gesamtkulisse an, wirken stellenweise aber etwas langsam und
unpräzise. Die Mitten wirken stimmig mit einem nur geringfügig metallischen
bzw. blechernen Einschlag, die oberen Mitten hin zum Hochtonbereich scheinen
leicht zurückgenommen. Insgesamt wirkt das Klangbild des MCi8080 aber noch
ausgewogen und lädt mit angenehmem Klang zu längeren Klassik-Sessions ein. Das
"James Bond Theme" gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra beginnt
mit flottem Antritt und ebenfalls guter Dynamik, bei den anfänglichen
Pauken-Schlägen fehlt es an Tiefgang. Die Mitten wirken klar, hin zum
Hochtonbereich wird es ein wenig bedeckter und das MCi8080 lässt wieder den
leicht warmen, angenehmen Klang durchblitzen. Das Geschehen löst sich wieder
sehr sauber von den Lautsprechern und eine breite wie tiefe Bühne wird geboten,
auch die Staffelung des Orchesters ist wieder sehr gut nachvollziehbar.
CD, Jan Hammer Project feat TQ - Crockett's Theme
Beim Beginn des Crockett's Theme fällt ein guter voluminöser
Aufbau des Tieftonbereichs auf, wieder fehlt es etwas an Tiefgang. Bezüglich
der Geräte-Kategorie wird aber ein solider tiefer Frequenzbereich geboten. Beim
Einsetzen der Stimme zeigen sich leichte Schwächen im Mittenbereich, die oberen
Mitten wirken wie im Testsample zuvor ein wenig zurückgenommen und der leicht
blecherne Einschlag ist erkennbar. Abgesehen davon präsentiert sich die
Stimmwiedergabe klar und charakteristisch. Pluspunkte fährt das MCi8080 durch
die sehr räumliche Kulisse ein, geschlossen und mit guter atmosphärischer
Dichte präsentiert sich das Musikgeschehen. Im zweiten Track, einem Remix von
RB & Flava, zeigen sich sogar die Kickbässe kräftig und mit gutem Volumen,
wenn auch die endgültige Präzision nicht ganz gegeben ist. Der Hochtonbereich
lässt wieder etwas Feindynamik vermissen und klingt ein wenig gedeckt, eine
gute Grobdynamik können wir dennoch attestieren.
Internetradio - DI.fm Hard Dance/Progressive
Im Streaming-Betrieb gefällt das MCi8080 ebenfalls durch eine
ausgewogene und gefällige akustische Performance. Das Volumen in den unteren
Frequenzbereichen wirkt etwas schwächer, dies hängt wohl auch mit den teils
schwachen Bitraten der Internetradio-Stationen zusammen. Das Philips System hat
für diesen Fall einen DSP zur akustischen Aufbesserung komprimierter
Dateiströme an Bord. In den Einstellungen findet sich unter
"Klangeinstellungen" der Punkt "FullSound", dieser sollte
aktiviert werden. Bezüglich Dynamik und Räumlichkeit ist durch "FullSound"
durchaus ein Benefit zu erkennen. Die ausgeprägte Räumlichkeit, die dichte
Atmosphäre und der flotte Antritt sorgen wieder für Begeisterung. Mit dem
MCi8080 lassen sich zwar nicht die höchsten Pegel fahren, in kleinen Räumen
reicht die Lautstärke aber problemlos aus. Das Philips System bleibt bis fast
in die höchsten Pegelregionen souverän.
DVD, Star Wars Episode III, Die Rache der Sith, Kapitel 1+2
Das Orchesterspiel während dem Ablauf der gelben Laufschrift in
der ersten Szene der dritten Star Wars Episode wirkt räumlich mit einem breiten
Bühnenaufbau und guter Staffelung der Instrumente. Auch wenn es den
Paukenschlägen ein wenig an Präzision und Tiefgang fehlt, wirken sie sonst
kräftig und voluminös herausgearbeitet. Das übrige Schlagwerk erklingt
differenziert, ein minimal blecherner Einschlag ist herauszuhören. Die
räumliche Abbildung kommt auch in der folgenden Raumschlacht sehr gut zur
Geltung, die Front-Übergänge sind fließend, die Kulisse wirkt geschlossen und
balanciert. Die Feindynamik lässt besonders im Tief- und Hochtonbereich ein
wenig Luft nach oben, das Turbinengeräusch ist zu Beginn sonst feiner
konturiert und die Effekte wirken etwas schärfer. Bilanzierend bietet das
MCi8080 auch im Filmbetrieb eine solide Leistung und schlägt
selbstverständlich die akustische Performance jeglicher TV-Lautsprecher in
jeder Hinsicht um Längen.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Fazit

Das Philips MCi8080 WiFi-Komponenten-HiFi-System begeistert den
multimedialen Anwender durch eine Vielzahl von Netzwerk-Features, die durch
Zuverlässigkeit und einfache Bedienbarkeit einen klaren Benefit bieten. Zugriff
auf Tausende von Internetradio-Stationen, DLNA-Streaming und die Möglichkeit,
Dateien auf der mitgelieferten Festplatte abzulegen und diese sogar anderen
Geräten im Netzwerk zur Verfügung zu stellen, sind klare Vorteile des
Streamium Systems. Selbst die vergleichsweise neue Android App funktionierte
während des Testbetriebes tadellos und übernahm zeitweise die komplette
Steuerung des MCi8080. Etwas unvorteilhaft finden wir, dass die 160 GB
Festplatte nicht innerhalb des Gerätes Platz gefunden hat. Nicht nur, dass für
die 2,5" Festplatte ein Platz gefunden werden muss, auch der einzige
USB-Anschluss auf der Rückseite ist so zumeist von der HDD besetzt. Kleine
Schwächen finden sich auch auf der Fernbedienung, so ist beispielsweise keine
Auswurf-Taste für das Disc-Laufwerk integriert. Im visuellen Bereich glänzt
das Gerät besonders bei Filmmaterial und bietet eine sehr stabile und scharfe
Upconversion von SD-Material. Die akustische Performance ist durch ausgeprägte
Räumlichkeit, guter Dynamik und Ausgewogenheit positiv zu werten.
Multimediales Talent mit sehr guten visuellen und akustischen
Eigenschaften
Komplettsysteme Mittelklasse
Test: 24. Juni 2011
+ Flexible Multimedia-Eigenschaften
+ Zuverlässige DLNA-Funktion
+ Einfache Bedienbarkeit
+ iPod & Android App
+ Sehr gute Upconversion bei Filmmaterial
- Festplatte extern
- Keine Auswurf-Taste auf der FB
- LS-Klemmanschlüsse
Technische Daten: http://www.philips.de
Test: Philipp Kind
Datum: 24. Juni 2011
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