TEST: Philips 3D Blu-ray-Player BDP9600 - Kultivierter Bildmeister in 2D und 3D
23.03.2011 (cr)


Einleitung
Der Philips BDP9600 wird für eine UVP von knapp 750 EUR offeriert und bietet
auch die Möglichkeit, 3D-Signale von einer entsprechenden Blu-ray aus dem
Player herauszuleiten. Die QDEO-Videosignalverarbeitung soll, ganz gleich, ob SD
oder HD, stets eine erstklassige Bildqualität garantieren. Multimedial tritt
der elegante Player auch stark auf. Nicht nur, dass er mit einem serienmäßigen
WLAN-n-Modul (leider ohne WPS) ausgestattet ist - auch Net TV inklusive Video on
Demand ist mit an Bord. Ist es sogar möglich, ins freie Internet mit dem
modernen Blu-ray-Player zu gehen. Selbstverständlich kann der Philips auch
ausgewählte Video/Foto/Musik-Formate von PCs und Servern im Netzwerk streamen.
Auch ausgestattet ist er neben einer HDMI 1.4 Buchse mit einem USB-Anschluss.
Sehr gut ist, dass der Philips über HDMI alles zwischen 480i/576i und 1080p/24
Hz ausgeben kann. Audioseitig ist er nicht nur für die digitale
HDMI-Signalausgabe bestens gerüstet. Vielmehr sorgen edle Burr Brown Audio
D/A-Wandler (192 kHz/24-Bit DAC für jeden einzelnen Kanal) auch für eine
tadellose Aufbereitung von Tonsignalen, die den Philips über die analogen
Cinchausgänge verlassen.
Verarbeitung

Elegante Erscheinung

Hochwertige Verarbeitung

Die beleuchteten Sensortasten reagieren in der Regel recht
gut, nur die Open-Taste braucht manchmal einen 2. Versuch

Fernbedienung
Der Player tritt optisch sehr nobel auf und ist auch im Detail bis auf die
etwas billig wirkende Laufwerkslade sehr gut verarbeitet. Der dicke, Eleganz
ausstrahlende Rahmen und der tolle innere Aufbau, bei dem besonders der
Ringkerntrafo hervorsticht, sind sehr zu loben. Das Display allerdings ist
nichts Besonderes. Es löst normal auf und keinesfalls so hoch, wie man es sich
in dieser gehobenen Preisklasse wünscht. Die Rückseite des Philips ist
fehlerfrei und ausgezeichnet verarbeitet. Die mitgelieferte Fernbedienung sieht
recht nett aus, ist unverständlicherweise allerdings in schwarzer Version
beiliegend, was weniger gut zum Player passt wie die silberne Variante, die, mit
geringfügig anderer Tastenbelegung, verschiedenen Philips TVs beigepackt
ist. Gesamtnote in Relation zum Preis: Hervorragend.
Anschlüsse
Die Anschlussauswahl ist prima. Rückseitig finden sich ein HDMI-Ausgang, ein
Komponenten-Videoausgang, ein optischer Digital-Ausgang, ein koaxialer Digital-Ausgang,
ein Composite-Video-Ausgang (FBAS), ein analoger 7.1 Kanal Audioausgang, ein
analoger L/R Audio-Ausgang, eine Ethernetbuchse sowie ein SD/SDHC-Kartensteckplatz,
an vorderen Anschlüssen kommt noch USB 2.0 dazu.
Menü, Laufwerk, Multimedia

Home Menu, erscheint automatisch beim Start des Players oder
nach Drücken des Home-Buttons auf der FB

Auflösungen, die bei HDMI-Signalausgabe möglich sind

Bildfelder

Video-EQ
Die Konfiguration ist dank der übersichtlichen Menüs recht einfach. Die
Fernbedienung mit den 2 Ebenen des Navigationskreuzes und den etwas kleinen und
vom Druckpunkt her spontan nicht einfach zu treffenden Zifferntasten kein
Vorbild. Reichweite und Arbeitswinkel sind gut. Es fehlt leider eine
Beleuchtung.

Audioeinstellungen. Der Klang über HDMI ist sehr detailreich,
feinfühlig und dynamisch
Zu den Laufwerkseigenschaften lässt sich Positives wie auch Negatives sagen.
Sehr gut ist es um die Zuverlässigkeit bestellt. Der Philips BDP9600 liest
stets problemlos auch verkratzte DVDs und BDs sowie CDs ein. Nicht zufrieden
sind wir mit der Bootzeit, selbst mit neuester Firmware über 22 Sekunden. das
ist zu lang. Weitere Ergebnisse und Beobachtungen:
- Einlesen Blu-ray, Da Vinci Code, 32 Sekunden - sehr lang.
- Einlesen DVD - zurück zu dir: 24 Sekunden, sehr lang.
- Laufgeräusch: Aus der Nähe hörbar. Gleichmäßiges Sirren.
- Die Lade spricht recht schnell bei DVDs an und wirft die Disc aus. Bei BDs verstreicht etwas mehr Zeit. Das Ausschalten ist manchmal etwas schwer und der Player fährt sich erst nach dem 2. Drücken des Standbyschalters runter.
- Der Layerwechsel gelingt nicht perfekt. Das Bild bleibt kurz stehen, der
Ton setzt kurz aus.

Netzwerk-Info

Firmwareupdate mittels Netzwerk
Bei der Netzwerkeinrichtung müssen wir zunächst ein paar Worte über das
eingebaute WLAN-Modul velieren. Es hat kein WPS, daher muss man den langen Netzwerkschlüssel eingeben. Mit der fummeligen
Fernbedienungsstastatur
ist dies eine Zeit raubende Angelegenheit. Zudem ist das eingebaute WLAN Modul recht empfangsschwach.
Gut funktioniert die Firmware-Aktualisierung per Netzwerk.

Net TV
Natürlich ist auch Net TV mit an Bord. Der Anwender hat Zugriff auf eine Vielzahl internetbasierter Dienste: Bild.de, Wetter.com, Motorsport total, Kicker, twitter, Tagesschau , Pro Sieben, SAT1, arte oder die ZDF Mediathek sind z.B. Verfügbar. Es ist sogar möglich (Wahlfeld "Internet") mit dem 9600 ins freie Internet zu gelangen.
Sehr flexibel ist der 9600 bei der Wiedergabe von Disc- und Dateiformaten.
Entgegen genommen werden an Wiedergabemedien BD Video, BD-ROM, BD-R/RE 2.0, DVD, DVD-Video, DVD+R/+RW, DVD-R/-RW, Video CD/SVCD, CD,
CD-R/CD-RW und,über den USB-Eingang, USB-Flashlaufwerke. Akzeptiert an
Komprimierungs-Formaten wird DivX Plus™ HD, H.264, MPEG2, VC-1, AVCHD, MKV,
WMV und XviD - top, diese Auswahl bietet sonst kaum ein anderen BDP.
Der BDP9600 verfügt auch über einen Video EQ: Hier gibt es verschiedene
vorgefertigte Programme (keine Optimierung, Animation, Filmbericht, Internetvideo, Optimal,
Personalisiert). Unter personalisiert kann der Anwender Hellgikeit, Kontrast, Sättigung, Artefaktreduktion, Rauschreduktion (falsch übersetzt mit Geräuschreduktion - insgesamt ist die Menü-Übersetzung ins Deutsche stellenweise dürftig. Dafür gibt es zu den Funktionen kurze Hilfetexte), ACE, Schärfe und Farbe. Es gibt außer dem einen keine weiteren Speicherplätze für verschiedene eigene Justagen.
Sehr gut: Der 9600 kann über HDMI alle gebräuchlichen Auflösungen von 480i/576i bis 1080p ausgeben.
Gesamtnote: Ausgezeichnet - hervorragend.
Testequipment
Bildqualität
Was die Bildgüte angeht, sind unsere Erfahrungen durchweg
hervorragend.
Im 3D Betrieb überzeugt der 9600. Er liefert beim "Grand Canyon Adventure" ein beinahe ruckelfreies und fein detailliertes Signal. Dass er mit einer exzellenten Farbwiedergabe punkten kann, ist ebenfalls ein Pluspunkt. Die gleichbleibend hohe Bildschärfe begeistert, die Detailtreue ist überragend.
Bei 2D Blu-rays brillert der Philips ebenfalls - so beim Animationsspektakel
"Cars": Das Bild ist extrem brillant, knackscharf und bietet eine
überragende 24p Stabilität. Die satten, intensiven Farben des Films trifft der
Philips erstklassig. So gut haben wir diesen Film - in Verbindung mit einem
hochwertigen Bildwiedergabegerät - bislang kaum gesehen. Lightening McQueens
Außenhaut mit allen Reflexionen und allen Einzelheiten ist so gut sichtbar, als
stünde der freche rote Racer direkt vor einem. Und auch sein neuer Freud, der
klapprige alte Abschleppwagen, erscheint enorm konturenstark - trotzdem gibt es
keinerlei Überschärfungseffekte.
Die Landschaft Alaskas und die
Inneneinrichtung des luxuriösen Wohnsitzes inmitten unberührter Natur gibt der
Philips beim Gag-Spektakel "Selbst ist die Braut" ausgezeichnet
wieder. Der arme Andrew, der nicht nur Ärger mit seinem sturen Daddy hat,
sondern auch noch von seiner unverschämten und skrupellosen Vorgesetzten
Margaret Tate zur Hochzeit gezwungen wird, wird stets detailreich gezeigt und
man sieht ihm den Frust, der sich aufgestaut hat, exzellent an - jede Nuance des
Gesichts gibt der Philips wieder. Aber auch das Antlitz von Margaret mit dem
entschlossenen Blitzen in den Augen kommt so heraus, wie man es nur von
Highend-BDPs kennt. So lässt der 9600 im BD-Betrieb keine Zweifel daran
aufkommen, wer derzeit das beste BD-Bild realisiert. Ältere, sündhaft teure
Luxusmodelle führt der Philips gnadenlos vor und brilliert vor allem bei
Kontraststärke im Detail und der zitterfreien, extrem scharfen Darstellung
hochfrequenter Bilddetails.
Aber auch bei der DVD-Wiedergabe hält sich der 9600 alle Widersache vom
Leibe. So macht er bei "Gladiator" allen BD-Frust vergessen, denn
schon die DVD wird so gut aufbereitet, dass man in der ersten Sekunde meinen
könnte, es handele sich um natives HD-Material. Er agiert hier nochmals minimal
gekonnter als der in dieser Sequenz bereits überragende Philips Full LED Backlight-/3D-TV Cinema 21:9 Platinum 58PFL9955H.
Die Schrift am Anfang des legendären Filmes ist sehr gut lesbar und zeigt nur
aus der Nähe leichte Artefakte. Erstklassig detailliert sind Hand und Getreide -
der Betrachter kann jeden einzelnen Halm klar erkennen. Im Gesicht des Gladiators ist
so gut wie jedes Barthaar auszumachen, der Vogel, der vom Ast abhebt, sieht
plastisch und fein detailliert aus. Das finstere Germania präsentiert sich auch
in den Bildteilen, die beinahe ganz dunkel sind, als prima durchstrukturiert.
Der Pelzkragen des Gladiators ist auch, während er sich bewegt, sehr exakt
erkennbar. Es finden sich kaum Rauschartefakte oder bewegungsbedingte
Unschärfen. Nur in den hinteren Bildebenen geht etwas Schärfe verloren. Die
blasse, leicht kühle Farbgebung während der 1. Schlacht arbeitet der 9600 in
Referenz-Manier heraus. Das Pferd, auf dem der kopflose Reiter sitzt, ist schon von weitem sehr
gut zu sehen, Nüstern und Augen kommen klar heraus. Das Galoppieren wirkt
flüssig und sämig.
Bei "Zurück zu Dir" - eher durchschnittlichem
Ausgangsmaterial - fährt der Philips seine ganzen technischen Möglichkeiten
auf und entlockt der DVD ein Bild, das durch Homogenität, natürliche,
dynamische Farben, und durch eine erstaunliche Bildschärfe überzeugt. Graces
prächtige Blumen im Garten kommen facettenreich und lebendig zur Geltung. Das
Innere des italienisch-irischen Restaurants zeigt sich plastisch und selbst
kleine Einzelheiten erkennt der 9600 und holt sie scharf ans Tageslicht.
Bei der AVEC Professional Test DVD haben wir geschaut, zu welchen Leistungen
der 9600 bei Videomaterial in der Lage ist: Bei den in verschiedenen
Geschwindigkeiten durchs Bild laufenden schwarzen und weißen Schriften vor weißem,
rotem und blauem Hintergrund liefert der Philips eine ausgezeichnete Leistung
ab. Hohe Bewegungsschärfe, kaum Nachzieher, praktisch keine Doppelkonturen,
sehr gute Farbtrennung. Bei dem sich drehenden Siemensstern in der Mitte des
Bildes und bei den vier kleinen drehenden Sternen in den Bildschirmecken kann
der BD-Player ebenfalls überzeugen. Kein Ruckeln, überragende Schärfe und
reine Farbwiedergabe sind hier zu loben. Auch das Pendel mit rot-blauem
Innenleben, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze
Linie schwingt, gibt der 9600 überdurchschnittlich gut wieder, ins Auge sticht
die hohe Gesamtbild-Schärfe, es finden sich praktisch keine Nachzieher, und das
Pendelinnere ist präzise zu erkennen. Ebenfalls steht die schwarze Linie
komplett ruhig. Das bewegte Stadtbild von Esslingen kommt beim 9600 nahezu ohne
Kritik zur Geltung. Die Farben erscheinen authentisch, die Schärfe und die
Detailtreue sind deutlich über dem, was selbst gute günstigere BDPs anzubieten
haben.
Klang
Akustisch brilliert der 9600 ebenfalls. Wer analog Signale herausführt, wird
im höchsten Maße erstaunt sein: Klar, fein, lebendig, facettenreich - schon
der Auftakt zu Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" (PCM-Stereo,
CD) punktet durch Klarheit, Dynamik und eine gekonnte Abbildung auch hinterer
Ebenen des Orchesters. Die Stimmwiedergabe ist facettenreich und mit sauberen
Konturen versehen. Bei der Multichannel HDMI-Tonausgabe erscheint der Sound sehr
lebendig, fein auflösend und zudem außerordentlich harmonisch. Gesamtnote:
Hervorragend.
Konkurrenzvergleich
- Denon Universalplayer DBP-1611UD:
Der günstigere Denon beeindruckt mit seiner Möglichkeit, auch DVD Audios
und SACDs wiederzugeben. Zudem ist er sehr gut verarbeitet und begeistert
mit toller 3D-Signalausgabe. Er hat ebenso wie der Philips keine rundherum
überzeugenden Laufwerkseigenschaften. Der Philips BDP9600 realisiert ein
noch detailgetreueres Bild mit gesteigerter Kontrastdynamik und noch
ruhigerem Bildstand - das gilt für BD und DVD. Somit kann er, zusammen mit
den erweiterten Multimediafeatures, seinen Mehrpreis rechtfertigen.
- Onkyo BD-SP807: Der ältere
Onkyo ist nach wie vor hervorragend und bietet klanglich dem Philips
knallhart Paroli. Was Bild und Multimedia angeht, kann sich der 9600
allerdings klar absetzen.
- Pioneer BDP-LX54: Der Pioneer liefert
ein tolles BD-Bild in 2D und 3D und liegt hier nur knapp hinter dem Philips.
Auch die Upconversion des Pioneer ist sehr gut. Hier allerdings liefert der
Philips gerade an hochklassigen Beamern und Flachbildschirmen die nochmals
bessere Leistung. Multimedial hat der Pioneer derzeit nichts zu bieten - bis
auf die Steuerung mittels iPhone/iPod Touch-App.
Fazit
Visuell sehr talentiert: Der Philips BDP9600
Unsere Bilanz zum 9600 fällt, was Verarbeitung, Bildgüte und den Sound angeht, exzellent aus. Was die BD-Wiedergabe in 2D
und in 3D und die Upconversion von 576i Signalen nach 1080p betrifft, setzt er
sich gegen die versammelte Konkurrenz durch und rechtfertigt seinen Kaufpreis
absolut. Der Klang ist kultiviert und sehr
detailreich. Die Ausstattung ist hochwertig und umfassend. Kritik steckt der
Philips für das im Detail nicht perfekte WLAN-Modul und für die Fernbedienung
ein, deren Zahlentastatur ist etwas fummelig in der Handhabung.
Enorm hochwertiger, edel anmutender Blu-ray-Player, der
Bild-, Ton- und Designqualität der Luxusklasse zum äußerst fairen Preis
offeriert

Blu-ray-Player Oberklasse
Test 23. März 2011
+ Exzellente, über alle Maßen stabile 2D und 3D Signalausgabe
+ Sehr authentische Farben und praktisch perfekter Weißpunkt
+ Hervorragende Upconversion von 576i Signalen auf 1080p
+ Umfangreiche und sinnvolle multimediale Ausstattung
+ Fürs Gebotene fairer Kaufpres
- WLAN-Modul ohne WPS
- Gerät agiert teilweise etwas träge
Alle Daten: http://www.philips.de
Test: Carsten Rampacher
Datum: 23.03.2011
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