TEST: Panasonic TX-P65VT30 - Großbildmeister ohne Kompromisse?
26.10.2011 (cr/sw/phk)
EDV-Supplier: www.notebooksbilliger.de


Einführung
Für 3799 EUR offeriert Panasonic das Plasma-Spitzenmodell TX-P65VT30 im gigantischen 65 Zoll-Format. Die technischen Merkmale umfassen die 3D-Bildwiedergabe (Shutterbrillen-basiert und daher FullHD-tauglich), die Wandlung von 2D, die 600 Hz sfd-Intelligent Frame Creation Pro für flüssige Bewegungswiedergabe, V-real 3D als hochleistungsfähiges 3D-Processing und den High Contrast Filter Pro für beeindruckenden Gesamt- und exzellenten Detailkontrast. Verschiedene Bildprogramme, darunter auch das hervorragende THX-Bildprogramm und zwei ISF-Modi (diese müssen erstmalig im Menü bei den erweiterten Einstellungen aktiviert werden) und ein praxisgerechter Video-EQ sorgen für beeindruckendes visuelles Potential. Natürlich ist der Bildriese auch multimedial voll ausgestattet. So befindet sich natürlich VIERA Connect an Bord, mit vielfältigen Funktionen: Eine Vielzahl vordefinierter Internetinhalte und ein eigener VIERA App Store sind wichtige Bestandteile. Mitgeliefert wird auch ein WiFi-Dongle mit WPS, daher kann der VT30 wahlweise kabelbasiert oder drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden. Streamingfähig ist der TV natürlich auch (Foto/Musik/Video-Dateien), ebenfalls gibt es nicht nur USB-Terminals, sondern auch einen SD-Card-Reader. TV-Aufnahmen vom hochwertigen HD-Tripletuner können auf ein USB-Medium oder auf SD-Karte getätigt werden. Auch wenn akustische Talente nicht unbedingt die herausragenden Merkmale von Flachbildschirmen sind: Auch hier möchte der VT30 aber mit V-Audio Pro Surround mit integriertem Subwoofer glänzen. Umweltfreundlich ist der VT30 dank hoher Energieeffizienz, Eco Mode, Eco Link und bleifreiem Panel.
Verarbeitung

Fernbedienung

Mitgeliefertes WLAN-Dongle

Finish

Silberne Seitenleiste

TV-Front

Power-Button

Standfuß

Brille seitlich

On/Off & USB-Ladeanschluss
Kennzeichen der VT30-Serie ist die besonders hochwertige „Premium“ Fernbedienung. Sie ist ausgezeichnet verarbeitet und liegt sehr gut in der Hand. Der TV selber gefällt durch klare Formen ohne Schnörkel und tadellose Oberfächenqualität. Die Spaltmaße fallen gering aus. Auf dem inkludierten Standfuß steht das große Geräte
einwandfrei, der große 65-Zöller ist aber obligatorisch nicht schwenkbar. Der
Rahmen um das Panel ist aus Glas und in Schwarz gehalten, um den Rahmen zieht
sich noch eine silberne Leiste. Im unteren Bereich ist seitlich links wie rechts
neben dem Power-Button, der Power-LED und dem IR-Sensor die Lautsprecherleiste
integriert. Bei der VT30 Serie sind zwei aktive Shutterbrillen im Lieferumfang enthalten, diese machen einen ordentlichen Eindruck hinsichtlich der Verarbeitungsqualität.
An der Unterseite sind ein An/Aus-Schalter und der Anschluss für die
USB-Ladefunktion angebracht. Die Brille sitzt gut und zeigt, wie schon beim 42
Zoll-Modell keine seitliche Öffnung mehr, der externe Lichteinfall wird so
minimiert. Die Anschlüsse auf der Rückseite. Wer den großflächigen TV sein
Eigen nennen und damit das eigene Heimkino erweitern möchte, wird ohnehin nicht
überdurchschnittlich großen Wert auf Design legen, der TV kann sich aber
durchaus auch in modernen Wohnzimmern sehen lassen und bietet eine gefällige
Optik. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Anschlüsse

Verbindungsmöglichkeiten

Anschlüsse seitlich
Seite
- HDMI 4x
Common Interface CI+
USB 1x
SD-Karte
Rückseite
- Komponenten-Video via Adapter
Scart-AV via Adapter
Stereo-cinch Ausgang & Eingang via Adapter
Digitaler optischer Audio-Ausgang
LNB und Kabelanschluss
USB 2x
Ethernet
Kopfhöreranschluss
Service Port
Mit vier HDMI-Anschlüssen ist der Panasonic VT30E ausgestattet. Komponenten-Video-Eingang, Scart-AV und FBAS runden die umfangreiche Eingangswahl für Videosignale ab. An HDMI 2 steht dem Anwender ein Audio Return Channel per HDMI zur Verfügung, trotzdem gibt es einen digitalen optischen Audio-Ausgang für den Anschluss an einen Receiver, auch ein Adapter für TOSLINK liegt bei. 3 USB-Anschlüsse sorgen für vielfältige Anschlussmöglichkeiten von USB-Medien- bzw. Geräten, so steht beispielsweise bei Anschluss eines WiFi-Adapters und einer Skype-Kamera immer noch ein Slot für HDD-Recording zur Verfügung. Auf der Rückseite befindet sich für die Netzwerkverbindung ein Ethernet-Anschluss. Im Lieferumfang des TX-P65GT30E liegt aber bereits ein WLAN-Adapter bei, der lediglich über USB angeschlossen werden muss. Seitlich findet sich neben USB und HDMI ein Slot für die SD-Karte und das Common Interface Modul, das sowohl CI+ fähig ist und HD+ unterstützt. Der
65 Zoll-Riese ist also identisch wie der Panasonic TX-P42VT30E
und bietet ein umfangreiches Anschlussangebot. Der Panasonic benötigt nicht
zuletzt aufgrund seiner Größe eine gute Luftzirkulation zur Kühlung des
Gerätes, aufgrunddessen sind an der Rückseite aktive Lüfter integriert. Diese
sind bei völliger Stille im Raum in ihrer Lautstärke schon warnehmbar, bereits
bei geringem Pegel fällt dies aber kaum mehr auf und ist somit im alltäglichen
Betrieb nicht eklatant störend. Gesamtnote in Relation zur
Preisklasse: Hervorragend.
Menüs und Konfiguration
Auch der TX-P65VT30 präsentiert sich mit dem grafisch sauber angerichteten Menü und der unproblematischen Einrichtung als typischer Panasonic TV. Die Ersteinrichtung stellt auch weniger versierte Anwender kaum vor Probleme. Man kann wählen, in welchen Signalarten der Sendersuchlauf durchgeführt werden soll,
dank des integrierten HD-Multituners überprüft der VT30E auf Wunsch jegliche
Signalarten von analog über DVB-T und DVB-C natürlich auch DVB-S. Anschließend erfolgt die automatisierte Einrichtung. Die Einbindung ins Netzwerk funktioniert kabelgebunden oder
drahtlos mit dem mitgelieferten USB-Dongle problemlos, auch eine WPS-Funktion
wird unterstützt. Nach der Erstinstallation offeriert der Panasonic TV ein
Tuner-Bild und ist komplett betriebsbereit. Das Hauptmenü wird über die
Menu-Taste auf der Fernbedienung aufgerufen und bietet das von
Panasonic-Geräten bekannte Layout. Sinnvoll untergliedert bietet das Menü eine
komfortable Handhabung, auch ist keine Verzögerung auf Eingabefehle zu
erkennen, die Navigation und Konfiguration gelingt flott. Bild- und
Toneinstellungen werden für jeden Eingang separat gespeichert, so dass bei
verschiedenen Zuspielern individuelle Einstellungen erhalten bleiben. Auch hier
muss der Anwender, wenn er auf tiefer gehende Konfigurationsmöglichkeiten wie
zum Beispiel die Graustufenkalibration, zugreifen möchte, den isf(ccc)-Modus
aktivieren und eines der beiden "Professionell"-Bildfelder anwählen.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Stromverbrauch

Sprache wählen und

WLAN-Einbindung während der Erstinstallation

Bildeinstellungen

Bild - erweiterte Einstellungen

Ton-Einstellungen

Setup
Multimedia

VIERATools

VIERAConnect

Zugriff auf Mediatheken

DLNA-Streaming
Der VT30 bringt eine Vielzahl an vordefinierten Internetinhalten mit, auf die schnell und unproblematisch zugegriffen werden kann. VIERAConnect stellt im VT30 die Schnittstelle zu den Internetportalen und Internet-Inhalten dar. Eine Vielzahl verschiedener Angebote wie "bild.de", "youtube", "shoutcast", "my tvscout" und viele mehr sind in einer Übersicht von mehreren Seiten aufrufbar. Das Angebot wird ständig erweitert. Zudem der Zugriff auf die Medienbibliotheken von ARD, ZDF und arte sowie EuroSport. Möchte man einen Facebook-Account auf dem Panasonic-Gerät einrichten, muss zunächst ein Panasonic Viera-Account erstellt und mit dem Facebook-Benutzerkonto verknüpft werden, danach genügt ein Anmelden mit Benutzername und Passwort. Wem die Inhalte der VIERACast-Übersicht nicht ausreichen, erhält über den Viera Market Zugriff auf weitere Angebote.

Skype - Gerätekonfiguration

Die optional erhältliche Skype-Kamera wird auf den Rahmen
gesteckt
Auch „skypen“ kann man mit dem TX-P65VT30. Mit der USB-Kommunikationskamera für Skype TY-CC10W, die als optionales Zubehör zu Marktpreisen von etwa 190 EUR erhältlich ist, können über Skype Videotelefonate geführt werden. Zunächst wird die Kamera an einem freien USB-Slot angeschlossen und mit der Befestigungsklemme am oberen Display-Rand des TV-Gerätes angebracht. Nun kann in der VieraCast-Übersicht die Skype-Applikation gestartet werden.
Voraussetzung, um die Skype-Applikation starten zu können, ist der Anschluss der Kamera. Ist diese angeschlossen, öffnet sich ein Startbildschirm und folgend die Auswahl, ob ein neues Skype-Benutzerkonto erstellt werden soll oder ob sich der Anwender für ein bestehendes Konto anmelden möchte. Nach der Eingabe von Benutzername und Passwort öffnet sich das eigentliche Programm und es kann munter lostelefoniert werden. Zunächst empfiehlt sich aber noch die Geräte-Konfiguration im Einstellungsmenü unter "Erweitert", hier kann die Kamera individuell an die jeweilige Umgebung angepasst werden. Die Funktionen der Skype-App sind umfangreich, so können neben der (Video-)Telefonie viele Funktionen des Skype-Programms am PC wie beispielsweise eine Statusänderung, das Hinzufügen von Kontakten, Voicemail und vieles mehr genutzt werden. Instant Messaging bleibt hier allerdings außen vor. Die Video- und Sprachqualität empfanden wir während unserer Testläufe als sehr gut, trotz der Tatsache, dass wir einige Meter von der Kamera entfernt waren, gelang die Sprachübertragung zu unserem Gegenüber problemlos. Wer bei der Installation Hilfe benötigt, kann innerhalb der Applikation ein "User Manual" aufrufen, welches Schritt für Schritt die Installation beschreibt. Diese Bedienungsanleitung liegt aber lediglich in englischer Sprache vor.
Das DLNA-Streaming-Betrieb gelingt nach erfolgreicher Netzwerkverbindung nach Auswahl eines Medien-Servers problemlos. Wie die bereits getesteten Panasonic-Geräte zeigt sich der VT30E im Video-Bereich sehr kompromissbereit. Quicktime HD in MP4, DiVX Avi und HDTV-Aufnahmen als TS-Datei sowie WMV und AVCHD-Dateien werden wiedergegeben. Bei Musik werden lediglich MP3-Dateien abgespielt und im Photo-Bereich lediglich JPEG-Bilder. Die Medienwiedergabe von SD-Karte und USB-Speicher gestaltet sich bezüglich der Formatauswahl
identisch.
Bildqualität
Blu-ray 2D & 3D
Der Bildriese zeigt sich im Testbetrieb als typischer VT30-Plasma, will heißen: Gerade im THX-Bildmodus wird eine überragende Bildgüte offeriert, die kaum ein Kontrahent derzeit erreichen kann. Die neuen Star Wars Filme auf Blu-ray sind ein intensives Erlebnis auf dem großen Panasonic. So erscheint die Eröffnungsschlacht in Episode III als visuell sehr dynamisches, ganzheitliches Feuerwerk an Effekten. Schon der Sternzerstörer, der gleich zu Beginn durchs Bild gleitet, steht enorm stabil und zeigt auch im Bereich des Flügels, der im Schatten liegt, sehr viele Details. Das Panelrauschen, früher Nachteil vieler Plasmas, ist selbst beim großen 65 Zoll-Gerät kaum zu sehen. Der Bild-In-Bild-Kontrast ist erstklassig, gerade der, der im abgedunkelten Raum Filme betrachtet, wird Einzelheiten erkennen, die er vielleicht zuvor bei seinem Flachbildschirm vermisst hat. Bei „Star Wars Episode IV“ beeindruckt die stabile, detailgetreue Wiedergabe, als der imperiale Sternzerstörer in der legendären Sequenz das Konsulatsschiff mit Prinzessin Leia an Bord verfolgt, um die Prinzessin zu kidnappen. Das Innere des schwer getroffenen Konsulatsschiffes wird bis ins letzte Detail plastisch wiedergegeben, das Furcht einflößende Outfit Darth Vaders ebenfalls. Kleine Reflexionen auf der glanzschwarzen Oberfläche seiner Rüstung kommen ebenso zur Geltung wie der Rauch unten in den Gängen des Raumschiffs, als Leia die beiden Roboter von Bord schickt. Lässt man den VT30 diese Szenen von 2D nach 3D wandeln, macht der VT30 nicht den Fehler und schiebt einzelne Objekte unpassend in den Vordergrund – der Flachbildschirm schafft vielmehr auf subtile Art und Weise mehr Bildtiefe und Plastizität, was uns sehr gut gefallen hat. Vor allem ist diese Abstimmung auch augenfreundlich, was dazu führt, dass man gern auch mehrere Filme hintereinander betrachten kann, ohne dass man Kopfschmerzen bekommt.
Ebenso positiv gestaltet sich die Präsentation der "Fluch der
Karibik"-Blu-ray, selbst bei der schwierigen ersten Szene, als das
Galeonsschiff aus dem wabernden Nebel herausfährt, ist das gefürchtete
Panelrauschen kaum zu sehen und die Luftverwirbelungen werden sauber
dargestellt. Die Plastizität des Galeonsschiffes ist beachtlich, natürlich
fördert die Größe des Gerätes auch den subjektiven Eindruck, das Schiff
würde aus dem Bild heraus auf den Betrachter zusteuern. Die Kamerafahrt vorbei
an der Galeonsfigur verläuft ruhig und stabil, an der Holzreling und am Kleid
der jungen Ms. Swan werden viele Details herausgearbeitet, die Kontrastwerte
brillieren. An dieser Stelle haben wir die 24p Smooth Film-Funktion aktiviert,
die Leistung der aufwändigen Frame-Interpolationstechnik ist beachtlich. Das
Bild wirkt ruhiger und geschmeidiger, schon an den Wellenbewegungen zu Beginn
erkenntlich und sehr deutlich an der Kamerafahrt hin zu Elizabeth Swan vorbei an
der Galeonsfigur. Zudem sind die extrem geringen negativen Ausprägungen als
außergewöhnlich gut zu bezeichnen, kaum ist mal ein Hinken des Rechenprozesses
zu erkennen, auch der Detailschärfeverlust ist schwindend gering. Das Bild
macht auch einen klareren und saubereren Eindruck, was natürlich den Look des
Films ein wenig verändert, das Bild wirkt sehr clean. Hier ist es
Geschmacksfrage des Zuschauers, insgesamt funktioniert die Technologie aber
außerordentlich gut, kein Vergleich mehr zu früheren Generationen, als
Artefakte und negative Aspekte noch deutlich auffälliger zu erkennen waren. In
Kapitel 2 erkennt man erneut die Fähigkeit des VT30 TVs feinste Details bei
angenehmer Kantenschärfe herauszuarbeiten. Bei der Vorüberfahrt an den drei
aufgeknüpften Piraten fällt die Ebenenstaffelung sehr großzügig aus,
besonders beeindruckend aber sind die Kontrastwerte und wie viele Details noch
in den dunkleren Bereichen fein gezeichnet werden. Wir bleiben bei unserer
Meinung, dass die Panasonic Plasma-Geräte die derzeit beste Wandlung von
2D-Material in 3D bereitstellen. Klar sind auch hier leichte Schärfeverluste
und noch Schwächen in der flüssigen Bewegungsdarstellung zu suchen, diese sind
aber so gering dass sie im Filmbetrieb nur sehr schwer auszumachen sind. Die
gesteigerte Bildtiefe und Objektplastizität fällt hier schon eher auf.
Gibt der TV natives 3D Material wie „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ oder „Rapunzel“ wieder, so beeindruckt die durchgängig natürliche Bildschärfe aller Bildebenen massiv. Das störende Phänomen, dass die Bildschärfe in den hinteren Ebenen des 3D-Bildes deutlich abnimmt, ist beim TX-P65VT30 kaum festzustellen. Gerade bei Rapunzel erscheint das gesamte Bilderlebnis wie aus einem Guss, herumfliegende Schmetterlinge oder Wassertropfen werden gezielt und mit beeindruckender Wirkung eingearbeitet. Der TX-P65VT30 leistet sich im 3D-Betrieb kaum Farbverfälschungen, der exakte Weißpunkt von 6500 Grad Kelvin wird annähernd selbst im 3D-Betrieb getroffen. Extreme Helligkeit ist nicht die Stärke des TX-P65VT30 – aber die maximale Helligkeit nimmt im 3D-Betrieb erfreulicherweise kaum ab. Trotzdem raten wir, im Sinne optimalen 3D-Genusses nur im abgedunkelten Raum 3D-Inhalte zu betrachten. Im Vergleich zur 2010er Generation ist die 2011er VT30 Generation nicht mehr so empfindlich gegenüber Kopfbewegungen der Betrachter. Die Ghostingneigung hat ebenfalls abgenommen, wenngleich nach wie vor, wie bei jedem 3D TV, Ghosting, vornehmlich in den hinteren Bildebenen, vorhanden ist und dem erfahrenen Betrachter auffällt. Der VT30 gehört allerdings zu den Geräten, die am wenigsten störendes Ghosting erzeugen.
DVD & Tuner
Der eingebaute Multituner erzeugt im DVB-S-Betrieb ein scharfes, farbechtes Bild, selbst SD-Inhalte erscheinen relativ scharf und lebendig. Natürlich sehen HD-Inhalte besser aus – das Upscaling der 720p-Signale von ARD und ZDF HD nach 1080p gelingt gestochen scharf und brillant. Rauschen kennt der Tuner gerade im HD-Betrieb kaum, es hält sich aber selbst im SD-Betrieb in Grenzen.
Wir führen die dritte Episode Star Wars - Die Rache der Sith dem Panasonic
TV von DVD in 576i zu und lassen das Gerät das Material auf hochkonvertieren.
Zunächst zeigt sich trotz deaktivierter Bildoptimierer eine gefällige
darstellung mit verhältnismäßig ruhigem Ablauf der Schrift. Stellenweise ist
leichtes Zittern der Buchstabenkanten zu sehen, Wellenbwegungen in den hinteren
Ebenen bleiben aus, auch ein Ausbleichen der gelben Farbe ist nicht zu sehen.
Sehr gut werden auch die Sterne herausgearbeitet und in Vielzahl sichtbar. Beim
Schwenk auf den imperialen Zerstörer ist ein kurzes Zittern an der diagonalen
oberen Linie und der Kommandobrücke zu sehen, die Objektkanten der zwei
Raumjäger bleiben stabil und weisen nur kurzzeitig immer mal Ruckeln auf. Der
Kontrast bleibt weiterhin auf ausgezeichnetem Niveau und selbst in sehr dunklen
Regionen werden noch Details herausgezeichnet. Beim Abknicken von Obi-Wan und
Anakin in ihren Raumjägern eröffnet sich ein sauber gestaffeltes Panorama
verschiedener Oberflächen und die Objekte über der Planetenoberfläche wirken
sehr plastisch. Die Filmkadenzerkennung zeigt eine noch ruhigere Darstellung und
nur noch sehr geringes Kantenzittern an Buchstaben und sonstigen Objekten,
Treppenstufenbildung bleibt aber nicht ganz aus. Den Benefit von
"Optimierter Auflösung" ist besonders in Nahaufnahmen zu erkennen,
hier kommt bezüglich Kanten- und Detailschärfe schon HD-Feeling auf.
Ausgezeichnet wirkt die Farbgebung im THX-Modus, authentisch und filmgetreu
werden die Farben wiedergegeben, auch Hauttöne gelingen sehr natürlich. Die
Frame-Interpolationstechnik ist ebenso leistungsstark wie im hochauflösenden
Betrieb, bietet eine geschmeidige und flüssige Bewegungswiedergabe und nur
wenig negative Aspekte. Auch hier wirkt der Look bei Aktivierung etwas cleaner.
Unsere Testsequenzen der AVEC Professional Test DVD gelingen dem Panasonic
sehr gut. Die Laufschriften vor farbigem Hintergrund weisen nur leichtes Zittern
auf, Nachzieheffekte sucht man vergeblich. Selbst die dritte Geschwindigkeit
lässt sich trotz Abwesenheit dynamischer Bildverbesser noch tadellos ablesen.
Die Farbtrennung gelingt beinahe tadellos, minimal zurückgenommen im roten
Bereich in der zweiten und dritten Geschwindigkeit. Das schwingende Pendel steht
etwas hintenan, hier sind ab der Mitte Nachzieheffekte zu sehen und die farbigen
Balken bleiben nicht in ihren eigentlichen Bereichen sondern gehen über die
Pendellinie hinaus. Die Linie, über die das Pendel gleitet, steht weitgehend
stabil. Anders das Stadtbild von Esslingen, hier gelingt die Kamerafahrt ruhig
und stabil, auch die Gesamtbildruhe wirkt hoch. Kanten- und Detailschärfe,
schön zu sehen an der Rasenstruktur und dem gepflasterten Weg im Park ist
ausgeprägt. Zeilenrauschen an den Hausdächern ist ansatzweise zu erkennen,
hält sich aber sehr in Grenzen. Die Upconversion hat im Filmbetrieb leichte
Vorteile, bietet aber auch bei Videomaterial ein größtenteils sauberes und
ruhiges Bild.
Gaming
Beim Gaming mit der Playstation 3 gibt der sich VT30 in 65 Zoll, identisch
zum 42er keine Blöße und zeigt
ruhiges Bildverhalten und eine stabile Wiedergabe. Unsere Fahrt über den High
Speed Ring gelingt mit ruckelloser Bewegungsdarstellung und guter Bildschärfe.
An Kanten und abgrenzenden Linien im Bild treten kaum Treppenstufen auf, Objekte
auf und seitlich der Fahrbahn sind scharf gezeichnet und bleiben trotz der hohen
Geschwindigkeit gut sichtbar und stabil. Die Farbgebung wirkt dynamisch und
satt, im Modus "Normal" aber nicht zu intensiv und überzogen. Wichtig
im Bezug auf die Gaming-Tauglichkeit ist auch der Input-Lag, also die Dauer der
Verzögerung, in der das Panel auf die Eingabebefehle des PS3-Controllers
reagiert. Hier können wir dem Anwender des Panasonic-Gerätes zusichern, dass
keine problematischen Lags auftreten, sondern die Befehle blitzschnell am Panel
umgesetzt werden.
Gesamtnote Bildqualität in Relation zur Preisklasse: Hervorragend -
perfekt.
Klang
Klanglich waren wir sehr überrascht: Der TX-P65VT30 erzeugt einen richtig guten, weil fundierten, dynamischen Klang. Sogar im Bassbereich sind Anflüge von Nachdruck zu erkennen. Aktiviert man die entsprechenden Schaltungen, kann man sogar von etwas Räumlichkeit sprechen, ist man nicht zu weit vom Fernseher entfernt. Stimmen präsentieren sich als klar und auch bei höherer Lautstärke verständlich. Die maximal erzielbaren Pegel sind nicht zu beanstanden.
Wie schon der VT30 in 42 Zoll sorgt das Panasonic Gerät für eine breite
Bühne, Ansätzen von Räumlichkeit und dynamischen Klang. So sind die
TV-Lautsprecher nicht nur bei den alltäglichen Nachrichten oder Serien zu
verwenden sondern gelegentlich auch mal beim Filmgenuss mit nicht allzu hohen
akustischen Ansprüchen. Die Stimmwiedergabe ist solide und der integrierte
Woofer sorgt für eine ansehnliche Grobdynamik. Natürlich sollte nicht allzu
hohe Präzision, Kraft und Tiefgang erwartet werden, im Wohnzimmer oder gar
Heimkino-Raum des stolzen Besitzers eines 65 Zoll Plasma-TV Gerätes ist aber
wohl ohnehin eine unterstützende Surround-Anlage zu vermuten. Gesamtnote in
Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Konkurrenzvergleich
In den Größen um die 65 Zoll ist die Konkurrenz ohnehin sehr rar gesät,
doch selbst dann würde es der VT30 den Kompetitoren enorm schwer machen. Da
sich der 65 VT30 bezüglich Performance und Ausstattung kaum bis gar nicht von
unserem Panasonic TX-P42VT30E
unterscheidet, können wir ihn zumindest annähernd mit Geräten dieser Klasse
vergleichen. In 46 Zoll beispielsweise ist der optisch schicke, sehr flache und
mit kaum sichtbarem Rahmen versehene Samsung D8090 erhältlich. Der Koreaner
kostet derzeit am Markt um die 1900 Euro und kommt ebenfalls mit zwei aktiven
Shutter-Brillen. Der Samsung bietet ebenfalls ein sehr solides Bild, der
Panasonic glänzt aber mit filmauthentischer Wiedergabe und bereits guten Werten
mit dem integrierten THX-Modus. Auch der 3D-Modus und besonders die Wandlung
kommt beim VT30 mit höherer Bildruhe und besserer Bewegungswiedergabe daher.
Akustisch macht der Samsung bereits eine gute Figur, kann aber mit dem Panasonic
nicht ganz mithalten. Günstiger aber ebenso schick präsentiert sich der Toshiba
UL875 in 46 Zoll für lediglich 1350 EUR UVP. Auch im Toshiba steckt ein HD
Multituner, ein hervorragender Video-Equalizer und eine gute Scaling/DeInterlacing-Einheit.
Der Toshiba bietet ebenfalls ein sehr gutes und stabiles Blu-ray Bild, kann aber
mit den exzellenten Kontrastwerten und dem tiefen Schwarzwert des Panasonic
Plasmas nicht mithalten.
Fazit

Der TX-P65VT30 offeriert zum fairen Preis echtes Großbildvergnügen, das in 2D und in 3D begeistern kann. Farbtreue, Bildstabilität, Schärfe und Kontrast liegen auf Referenzniveau. Das Panel neigt kaum zum Rauschen und offeriert einen breiten Blickwinkel, typisch für Plasmas.
Wie schon beim 42-Zöller festgehalten überzeugt der Panasonic besonders bei
hochauflösendem Material mit sehr authentischer, filmgerechter Wiedergabe.
Bildschärfe, Detailauflösung, Plastizität und Farbgebung sind auf höchstem
Niveau und lassen beim videophilen Kinofan Freude aufkommen. Auch der 3D-Betrieb
überzeugt, die native Wiedergabe zeugt trotz des ewigen Helligkeitsproblematik
von guter Kontrastdynamik und Durchzeichnung in den hinteren Ebenen. Die
Bewegungsdarstellung ist solide und flüssig ohne allzu hohe Schärfeverluste.
Crosstalk bleibt bei den aktuellen TV-Geräten weiterhin ein Thema, der
Panasonic VT30E merzt einen Großteil aber bereits aus und die Geisterbilder
sind nur noch selten zu erkennen und eher in den hinteren Bildebenen
angesiedelt. Der Video-EQ mit verschiedenen hochwertigen Bildfeldern punktet ebenso wie der hervorragende DVB-S-Tuner. Multimedial offenbaren sich dem Anwender eine Vielzahl einfach zu nutzender Möglichkeiten. Nur ins freie Internet kann man derzeit nicht. Mitgeliefert werden zwei 3D-Brillen und ein
WLAN-Dongle. Ob in 42 oder 65 Zoll, der Panasonic VT30E erfüllt alle
Anforderungen des videophilen Anwenders und stellt selbst höchste Ansprüche
zufrieden.
Panasonic VT30E in 65 Zoll - Der Bildriese für höchste
visuelle Ansprüche

Flachbildschirme über 50 Zoll Oberklasse
Test: 26.10.2011
+ Exzellente Blu-ray Wiedergabe
+ Wiedergabe nativen 3D-Materials
+ Hervorragender Schwarzwert und Kontrastdynamik
+ Tadellose Gesamtbildschärfe und Detailtreue
+ Enorme Plastizität
+ 2D in 3D Wandlung
+ Gute akustische Eigenschaften
+ Aktive Shutterbrillen mit USB-Ladefunktion
- WiFi lediglich mit Dongle, dies wird aber mitgeliefert
Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26.10.2011
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