TEST: Onkyo CD HiFi Mini-System CS-245 "Colibrino"
03.11.2011 (cr)
EDV-Supplier: www.notebooksbilliger.de

Einführung
Die CS-245 Colibrino als CD-HiFi-Mini-System ist in Yellow-Green, Dark Brown,
Deep Red, Black und White lieferbar. Man kann die Anlage, die über einen solide
aufgebauten Digitalverstärker verfügt, mit DAB+ Tuner für 299 EUR (hier nur
in schwarz oder weiß) oder ohne DAB + Tuner für 249 EUR (in allen 5 Farben)
erwerben. Die Ausgangsleistung liegt bei 15 Watt pro Kanal (6 Ohm, 1 kHz, 1 Kanal
ausgesteuert). Das System verfügt über einen USB-Anschluss, eine "Active
Bass Control" und eine direkte Anschlussmöglichkeit für iPod und iPhone
mittels Deck oben auf der Headunit. Dadurch können iPhone oder iPod direkt
digital mit der CS-245 verbunden werden. Ein FBAS-Videoausgang für die
Wiedergabe von Videos, die auf iPod oder iPhone gepeichert sind, über einen
angeschlossenen TV ist ebenfalls integriert. Der CD-Teil bietet drei
Wiedergabemodi (Normal, Zufall, Wiederholung) und zwei
Wiederholungs-Betriebsarten (Disc oder Titel). Abgespielt werden Audio-CD, CD-R,
CD-RW und MP3-CD. Eingebaut ist ferner ein UKW-Tuner mit 30 Senderspeichern und
einer automatischen Senderspeicherung für UKW. RDS (PS/RT) wird auch
mitgeliefert, ein programmierbarer Timer befindet sich ebenfalls im
Ausstattungsumfang. Das gut auflösendes Display kann auch gedimmt werden, es
gibt aber nur eine Betriebsart (dunkel - oder eben normal). Die mitgelieferten
2-Wege-Lautsprecher mit Konus-Tieftöner und Kalottenhochtöber sind magnetisch
abgeschirmt, weisen eine maximale Eingangsleistung von 30 Watt auf und gefallen
mit nobel wirkenden gerundeten Gehäuseecken. Eine weiße Version ohne DAB+
Tuner hat nun ihren Weg in die Redaktion gefunden, wir haben überprüft, ob
sich die schmucke Lösung fürs Home Office, für die Ferienwohnung oder fürs
Schlafzimmer lohnt.
Verarbeitung und Technik

Fernbedienung im Scheckkartenformat

Verarbeitung rund um das iPhone/iPod-Dock oben

Auch von hinten gute Verarbeitung, Abzüge gibt es für die
LS-KLemmanschlüsse

Gut eingepasste Bedienelemente

Gut auslösendes Display

Nicht allzu schnell reagierende, aber sauber herausfahrende
CD-Lade, das Laufwerk hat eine lediglich befriedigende Fehlerkorrektur und
produziert bei etwas mitgenommenen "Silberlingen" auch mal Aussetzer.
MP3-CDs werden ebenfalls verarbeitet

Richtige Gerätestandfüße

Da merkt man die Preisklasse - die Lautsprecher haben
lediglich Klemmanschlüsse

Front- und Rückseite

Lautsprecher mit gerundeten Kanten und tadelloser
Oberflächenqualität

Die Lautsprechergehäuse wurden leicht konisch designt, um
stehende Wellen im Gehäuseinneren auf ein Minimum zu reduzieren

Kompakte 2-Wege-Boxen in elegantem Design

Kalottenhochtöner

Bassreflexöffnung - vorn, dadurch kann die Box auch wandnah
aufgestellt werden

Tieftöner mit 10 cm Durchmesser
Anschlüsse

3,5 mm Kopfhörerausgang, USB-Anschluss vorn

Rückansicht mit Subwoofer Pre-Out, FBAS-Videoausgang für
Videos von iPhone oder iPod, Antennenanschluss und Cinch Stereo Line-In

iPod/iPhone-Dock auf der Oberseite der Headunit
Mit sehr guter Verarbeitungsqualität erfreut die CS-245 aus
optischer und haptischer Perspektive. Der Materialmix mit silberner Oberseite
und ansonstem weißen Gehäuse sieht edel aus, unter dem Gerät finden sich
sogar richtige Standfüße und nicht nur die in günstigen Preisklassen
beliebten Gumminoppen. Durch die gerundeten Ecken passen Hauptgerät und
Lautsprecher hervorragend zusammen. Über den Membranen bei den Lautsprechern
sind solide Metallgitter und keine billigen Stoffabdeckungen befestigt - alles
ist stimmig. Nur die billigen Klemmanschlüsse an Headunit und an den Boxen
schmälern den Gesamteindruck etwas. Das gilt leider auch für die etwas einfach
erscheinende Fernbedienung, die mit weißer Oberfläche anstatt schwarzer
zumindest ein wenig besser dastehen würde. Nichts zu kritisieren gibt es am
schönen Display mit ordentlicher Auflösung. Auch sind die Spaltmaße und die
Oberflächenqualität nicht zu beanstanden.
Bedienung

Sich selbst erklärende Bedienelemente auf der Oberseite, sehr
guter Druckpunkt, einfaches Handling

Gut ablesbares Display, auch aus etwas Distanz
Die Bedienung des CS-245 ist denkbar einfach und kann entweder
mit der Fernbedienung im Scheckkartenformat oder aber, wenn es um die
Basisfunktionen wie Quellwechsel und Play/Stop, Kapitelsprung und Lautstärke
geht, auch direkt mit übersichtlich angeordneten Tasten am Gerät selber
erfolgen. Die kleine Fernbedienung ermöglicht eine sehr einfache und tadellos
funktionierende Steuerung von iPod oder iPhone mittels der Menü- und
Pfeiltasten. Die von der Fernbedienung gegebenen Befehle werden rasch umgesetzt.
Praktisch ist, dass für jede Quelle - Tuner, CD, iPod, Line - gleich eine
eigene Taste, die auch noch in weiß ausgeführt ist und sich genau wie die
leider etwas zu klein geratene Lautstärkereglung gut vom schwarzen Gehäuse der
Fernbedienung abhebt. Es finden sich auf der Fernbedienung nicht nur Bass- und
Höhenregler, sondern auch noch eine Super Bass Schaltung, die neben der
Deaktivierung die Stufen 1 und 2 bietet. Bass- und Höhenregler haben einen
Einstellbereich von -5 bis +5 in 1er Schritten. Abseits der Super Bass Schaltung
finden sich keine DSPs, auch kein Dolby Virtual Surround.
Klang
Mit lebendigem und frischem Klang überrascht uns die kleine Anlage beim
Tiesto-Remix des Goldfrapp-Hits "Rocket". Sicher, schließt man keinen
zusätzlichen aktiven Subwoofer an, darf man im Bassbereich keine Wunder
erwarten, das zeigt sich auch bei "Remember Me" von A.I.D.A. - aber
man muss kein Physiker sein, um zu verstehen, dass kraftvolle Tiefbässe nicht
die Domäne der pegelfesten und sauber klingenden kleinen
Zweiwege-Bassreflexboxen ist. Verwendet man bei "Sunday Afternoon" von
G&M Project den Subwoofer-Vorverstärkerausgang (wir haben einen KEF
PSW-4000 angeschlossen), dann kann man die kleine Colibrino-Anlage getrost
als vollwertig bezeichnen. Gut, unser Test-Subwoofer ist sicherlich absolut
überdimensioniert für solche Zwecke, aber die realisierbaren Ergebnisse sind
beeindruckend. Zu beachten ist allerdings, dass der Pegel des Pre-Outs relativ
gering ist und man daher gerade leistungsschwächere aktive Subwoofer schon
etwas aufdrehen muss. Eine Möglichkeit, die Bassintensität direkt an der
Onkyo-Anlage zu regeln, besteht nicht, weder am Gerät noch über die
Fernbedienung. Nur der Gesamt-Bass und der Superbass können eingestellt werden.
Um ein ansprechendes Volumen und keinen "gequetschen" Klang zu
erzielen, ist es ratsam, die beiden Zweiwege-Lautsprecher etwas weiter
auseinander zu positionieren, dann hat man ein deutlich ausgewogeneres,
harmonischeres und räumlicheres Klangbild.

Gute Pegelfestigkeit, gute Dynamik

Die Zweiwege-Boxen entfalten eine überraschend lebendige
Räumlichkeit
Erfreulicherweise ist auch der Abstrahlwinkel der beiden kleinen Boxen
weitaus großzügiger als erwartet, so dass man auch aus einiger Entfernung bei
"You Win Again" von den Bee Gees noch ein komplettes, schlüssiges
Klangbild genießt. Die Stimme kommt prima zur Geltung und wird gut von den
Instrumenten getrennt. Verständlicherweise ist die Detaillierung nicht
vollständig, in den vorderen Ebenen kann man sehr zufrieden sein, aber bei
musikalischen Details im Hintergrund fehlt es - preisklassengemäß - etwas an
Sorgfalt. Verglichen mit anderen, billigst konstruierten Mini-Anlagen, kann man
die CS-245 aber ohne Einschränkung als akustischen Genuss bezeichnen. Auch die
Pegelfestigkeit ist tadellos, gerade, wenn man zusätzlich einen aktiven
Subwoofer einsetzt, der den Endstufen Arbeit im Bassbereich abnimmt. Klar
dürfte sein, dass man mit 2 x 15 Watt nicht die sprichwörtlichen Bäume
ausreißen kann, aber für kleinere Locations reicht das Gebotene locker aus,
und man kann ohne Schwierigkeiten auch mal über Zimmerlautstärke hören.
Selbst Klassik wie Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" kommt
ordentlich heraus. Auch Violinensoli sind gut durchhörbar, der orchestrale
Gesamteinsatz kommt mit ordentlicher Dynamik heraus. Geschwindigkeitswechsel
managt die CS-245 prima und arbeitet die Dynamik-Differenzen glaubwürdig
heraus. Vokale Wiedergabe wie bei "Nessun Dorma" in der Interpretation
des britischen Senkrechtstarters Paul Potts liegt dem Onkyo ebenfalls gut, da
sich das CS-245 darauf versteht, sich dem wirklich Wichtigen angemessen
anzunehmen: Und das ist hier klar die im Fokus stehende Stimmwiedergabe. "Colibrino"
verleiht der Tenorstimme Substanz, Präsenz und Kontur - erstaunlich, das
hätten wir nicht in diesem Maße erwartet. Bei "L'Attesa" von Andrea
Bocelli untermauert die kleine Onkyo-Anlage ihre Qualitäten durch eine erneut
fundierte Stimmdarstellung, die Stimme klingt angenehm, aber trotzdem nicht
langweilig. Richtig Freude, gerade, wenn man zusätzlich einen aktiven Subwoofer
verwendet, macht "It's All Ocver Now, Baby Blue" von Bryan Ferry. Der
Rhythmus wird schwungvoll und authentisch wiedergegeben, und auch das
Mundharmonika-Solo besitzt eine angemessene Präsenz. Die Stimme Bryans kommt
prima zum Ausdruck und trennt sich tadellos von den instrumentalen Anteilen. Und
auch "A View To A Kill", Duran Duran-Titelsong des gleichnamigen
007-Streifens aus den 80er Jahren, ertönt mit guter Grobdynamik und problemlos
nachvollziehbarem Aufbau. Der Song hat Ausdruckskraft und die beiden kleinen
Regallautsprecher entwickeln ein überraschendes Maß an glaubwürdiger
Räumlichkeit.
Fazit

Onkyos farbenfrohes und hochwertig wirkendes "Colibrino" System
erzielt im Testbetrieb dank erstaunlich lebendigem und klarem Klang,
ansprechender Optik, solider Verarbeitung und sehr guter iPod/iPhone-Integration
tadellose Zensuren. Mit leichter Bedienung, fairem Kaufpreis und großer
Farbauswahl dürfte es viele potentielle Kaufinteressenten ansprechen. Clever
ist auch, dass Onkyo gleich einen Vorverstärkerausgang für den direkten
Anschluss eines aktive Subwoofers mitliefert. Die Lautsprecher sind in
Anbetracht des bescheidenen Preisniveaus aufwändig konstruiert. Nicht ganz
überzeugt uns das zwar leise, aber bezüglich der Fehlertoleranz bei CDs nicht
perfekte Laufwerk. Auch die billig wirkende Fernbedienung im Scheckkartenformat
und die Lautsprecher-Klemmanschlüsse finden nicht unsere volle
Zustimmung.
Schicke, lebendig klingende Mini-Anlage mit iPhone/iPod-Dock
und Subwoofer Pre-Out

HiFi-Mini-Systeme Mittelklasse
Test 03. November 2011
+ Lebendiger und angenehmer Klang
+ Tadellose Präzision
+ Gute Räumlichkeit
+ iPod/iPhone-Dock integriert
+ Problemlose Steuerung von iPod/iPhone
+ Subwoofer-Pre-Out
+ Sehr gute Verarbeitung und schicke Optik von LS und Hauptgerät
- CD-Laufwerk mit nur befriedigender Fehlerkorrektur
- Klemmanschlüsse an Hauptgerät und Boxen
- billig wirkende Fernbedienung
Daten
CR-245 CD-Receiver
Verstärker/CD-Player/USB-Funktionen
• Verstärker/CD-Player/USB-Funktionen
• Ausgangsleistung 15 W pro Kanal an 6 Ω, 1 kHz, 1
Kanal ausgesteuert, IEC
• Digitalverstärker-Schaltung
• Wiedergabe von Audio-CD, MP3-CD, CD R,
CD-RW*
• Wiedergabe von MP3-Dateien über USB
• USB-Anschluss für Flash-Speichergeräte an der
Gerätefront
• Beherrscht die Wiedergabe von USBMassenspeichergeräten
• Videoausgang für Videowiedergabe über iPod/
iPhone
• Active Bass Control
• 3 Wiedergabemodi für CD (Normal/Zufall/
Wiederholung)
• 2 Wiederholungsmodi für CD (Disc/Titel)
• Analoger Audioeingang
• Subwoofer-Vorverstärkerausgang
• Kopfhörerbuchse
• Klangregler (Bass/Höhen)
• Super-Bass-Funktion
* Discs müssen ordnungsgemäß finalisiert sein.
Funktionen der iPod/iPhone-Dockingstation
• Lädt iPod/iPhone bei Anschluss des Netzteils
• Kompatible iPhone/iPod-Modelle: iPhone (iPhone
4G, iPhone 3GS, iPhone 3G), iPod touch (1. bis 4.
Generation), iPod classic (6. Generation),
• iPod nano (2. bis 6. Generation)
Tuner und weitere Funktionen
• UKW-Tuner mit 30 Senderspeichern
• Automatische Senderspeicherung für UKW
• RDS (PS/RT)
• Programmierbarer Timer (Täglich)
• Unterstützt Einschalten des Systems bei iPod/
iPhone-Alarm und Audiowiedergabe über iPod/
iPhone. Die Verfügbarkeit dieser Funktion hängt von dem jeweiligen iPod/iPhone-
Modell ab. Das ordnungsgemäße Funktionieren kann durch bestimmte
Apps beeinträchtigt werden, wenn diese gleichzeitig ausgeführt werden.
• Einschlaf-Timer
• Display-Dimmerfunktion (Normal/Dunkel)
• Batterieloser Speicher
• Fernbedienung
• Steuerung von iPod/iPhone über mitgelieferte
Fernbedienung
D-T05 Zweiwege-Bassreflex-Lautsprecher
• 110 cm-Konus-Tieftöner
• 2,0 cm-Hochtonkalotte
• Magnetisch abgeschirmt
• Impedanz: 6 Ω
• Max. Eingangsleistung: 30 W
• Frequenzgang: 55 Hz–50 kHz
Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 03. November 2011
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