nuPro A-20 für 285 EUR/Stück und 2 x 80 Watt - pro Box,
versteht sich
Eingangswahl, Mitten/Höhen-Justage, Bassregler und
Lautstärke-Einstellung auf der Frontseite
Anschlüsse: USB, Stereo/Mono-Betrieb, Automatikmodus, Line
Out, Aux In, alles was man braucht, ist vorhanden
Einführung
Nubert konnte bereits mit dem Test der nuPro A-10
ein hervorragendes Ergebnis einfahren, nun ist die größerer der beiden
aktiven Lautsprecher, die nuPro A-20, bei uns im Testraum gelandet. Mit einem
Stückpreis von 285 EUR ist die Box genau 50 EUR teurer als die nuPro A-10.
Fürs mehr investierte Geld gibt es stärkere Endstufen, so wird jede A-20 von
zwei digitalen Endstufen mit 2 x 80 Watt befeuert. Ein Hochtöner mit 25 mm
Seidengewebekalotte anstatt mit 19 mm wie bei der A-10 und ein 15 cm Tieftöner
anstatt ein 12 cm Chassis werden eingesetzt. Damit verbessert sich der
Frequenzgang - stehen bei der nuPro A-10 52 bis 22.000 Hz an (bei - 3dB, Regler
neutral), erreicht die nuPro A-20 39 bis 22.000 Hz. Mit 7,2 kg pro Stück ist
sie deutlich schwerer (nuPro A-10: 4,7 kg) und mit 33 x 19,5 x 19,5 cm (H x B x
T) auch spürbar größer (nuPro A-10: 27 x 16,5 x 16,5 cm). Wie auch die A-10
ist die A-20 in schwarzer oder weißer Version erhältlich. Anschlussvielfalt ist gegeben, ganz gleich, ob man nach Cinch-Audioanschlüssen
oder aber einem USB-Prot sucht - beides findet sich auf der Rückseite. Regler
für Bass und Mitten/Höhen sind frontal untergebracht.
Daten
Leistung der eingebauten Schaltverstärker: 2 x 80 Watt (Max: 100 Watt)
Chassis: Hochtöner mit 25 mm Seidengewebekalotte
15-cm-Tieftöner mit Polypropylenmembran
Frequenzgang: 39-22.000 Hz -3 dB (Regler neutral)
Eingangsempfindlichkeit: 700 mVeff (analog) für Vollaussteuerung
Max. Input: 1 Veff
Standby Leistungsaufnahme: 0,5 Watt
Gewicht: 7,2 kg
Gesamtmaße: 33 x 19,5 x 19,5 cm (H x B x T)
Verpackung: 65 x 34 x 51 cm (paarweise verpackt)
Video: Die Nubert nuPro A-20 im Überblick
Verarbeitung und Technik
Direkt an die Wand sollte man die A-20 aufgrund des
rückseitigen, sauber eingepassten Bassreflex-Prots nicht stellen
Hochtöner
Ausgebauter Hochtöner
Tieftöner
Ausgebauter Tieftöner
Tieftöner ausgebaut
Im Detail
Innenleben
Sauber gerundete Ecken
Einpassung der Chassis
Die nuPro A-20 überzeugt ebenso wie die kleinere
"Schwester" durch die sehr schöne Optik mit akkurat gerundeten Gehäusekanten und
hochwertiger Schleiflackoberfläche. Das stabil anmutende MDF-Gehäuse, in dem
sich die DSP- und Endstufenelektronik sowie
die Frequenzweiche befinden, findet ebenfalls unsere Zustimmung. Gut für eine
reine Wiedergabe und für Freude höherer Pegel - Hochtonbereich und Tiefmitteltonbereich werden
von getrennten Verstärkern mit je 80 Watt angesteuert. Das Signal
durchläuft dabei zuerst die aktive DSP-Weiche und gelangt erst danach zu den
digitalen Verstärkern - im Gegenteil zur passiven Box. Die Folge - eine exakte
Trennung und Linearisierung der Frequenzbereiche. Eine passive Weiche wird nicht
mehr benötigt.
Der innere Aufbau wirkt bilanzierend durchdacht. Die Chassis sind solide
verschraubt und gut eingepasst. Um auch den Anforderungen von Stromsparern
gerecht zu werden, ist eine Energiespar-Automatik mit an Bord, diese versetzt
die Elektronik in Abhängigkeit von der Signalstärke in den Strom sparenden
Standby-Betrieb mit 0,4 Watt Leistungsaufnahme. Durch den richtigen Netzschalter
auf der Rückseite lässt sich die Box auch komplett vom Netz trennen. Das
eingebaute Netzteil kann an Netzspannungen von 110/120 bis 230/240 Volt
betrieben werden. 5 Jahre Garantie gewährt Nubert auf die nuPro A-20, wenn die
Box privat genutzt wird.
Testequipment
Hercules DJ Trim 4&6
Apple iMac 27 Zoll
Klang
Die nuPro A-20 liefern einen sehr guten Tiefgang und einen
neutralen, frischen Klang
Man kann die nuPro A-20 schnell an den PC anschließen, indem
man in die linke Box ein USB-Kabel steckt (mitgeliefert) und dieses dann mit
einem freien UBS-Eingang am PC verbindet. Über ein ebenfalls mitgeliefertes
Mono-Cinchkabel findet dann die rechte nuPro-Box Anschluss - der Verbindungsweg
lautet Line-Out auf Aux-In L. An der linken Box ist dann vorn beim
Eingangswahlregler "USB" zu verwenden, bei der rechten Box folglich
"Aux". Wichtig - da beide Lautsprecher voll ausgestattet sind mit
Lautstärkeregler etc. ist ein exakter Pegelangleich notwendig. Es gibt keinen
Masterregler für die gemeinsame Reglung der Lautstärke beider A-20. Wir raten
zudem, die Zusammenarbeit mit einer hochwertigen oder zumindest ordentlichen
Soundkarte intern oder extern angenehm zu gestalten. Die sehr billigen
Onboard-Soundkarten in vielen PCs taugen kaum, um eine ansprechende Ansteuerung
der klanglich hervorragenden A-20 zu garantieren. Wer die nuPros an der
AV-Anlage nutzen möchte, verbindet die Pre-Outs von Vorstufe, AVV oder AVR
über Cinch mit den nuPro A-20. In der Praxis punkten die guten
Regelmöglichkeiten, Bass und Mittel/Hochtonbereich lassen sich präzise
einstellen.
Klanglich zeigen die A-20 einen vollwertigen Charakter und
begeistert mit Ausgewogenheit auf hohem Level. So konnten wir beim Tiesto-Remix
des Goldfrapp-Titels "Rocket" einen sehr impulstreuen Bassbereich
feststellen, der zudem mit Kraft und einem für die Gehäusegröße sehr
erstaunlichen Tiefgang glänzen kann. Gerade der maximal mögliche Tiefgang kann
Käufer, die ursprünglich dachten, die nuPro A-10 reicht, doch zur A-20
bewegen. Auch wenn die Lagerbestände der nuPro A-20 aktuell gänzlich
ausverkauft sind - Warten lohnt absolut! Natürlich beileibe nicht nur wegen dem
Bassbereich. Auch die tonale Neutralität überzeugt. Kein Frequenzbereich wird
überrepräsentiert, hinzu kommt, dass die A-20 Stimmen viel Räumlichkeit und
Charisma verleiht. Stimmen werden zudem sauber von den Instrumenten getrennt.
Dynamiksprünge bereiten der A-20 kaum Probleme - auch wenn sie bei höherem
Grundpegel stattfinden, was die beiden Digitalverstärker in der Box kaum ins
Schwitzen bringt. Auch beim Trance-Klassiker "Sunrise" von
Blank&Jones brillieren die nuPros, wenngleich bei diesem Titel selbst bei
dieser sehr guten Box Grenzen bei der Basswiedergabe sichtbar werden. Einen
Zauberstab hat selbst Günther Nubert nicht in seinem Entwicklungslabor, aber
manchmal kommt er einem magischen Ergebnis auch ohne diesen zumindest sehr nahe.
Unbedarfte Hörer wähnen sich im Club, und können kaum glauben, was aus diesen
beiden doch relativ kompakten Lautsprechern kommt - nur wir als erfahrene Tester
stellen fest, dass es ganz unten herum doch einfach an Gehäusevolumen fehlt, um
richtig tiefe Bässe voll zu übertragen zu können.
Beim Unheilig-Hit "Geboren Um Zu Leben" haben wir den
Anfang gleich mehrmals hören müssen, weil uns die Einarbeitung des Pianos,
klar und sensibel, so gut gefallen hat. Die leichte Anschlagdynamik ist für den
Kenner tatsächlich heraus zu hören, auch weniger versierter Hörer sind von
der atmosphärischen Dichte der Stimmwiedergabe angetan. Bei "Sray"
von Hurts zeigt die nuPro A-20 ebenfalls, wie gut sie emotional tief gehende
Musik wiedergeben kann. Mit hoher Klarheit löst sich die Stimme vom
Lautsprecher und verteilt sich mit präziser Räumlichkeit. Die Strukturen im
Bassbereich leiden erst bei sehr kräftigem Pegel. Auch beim 80er Jahre
Chartstürmer "Left On My Own Devices" von den Pet Shop Boys
begeistert die nuPro - wie klar und hart der schnelle Bass getroffen wird, ist
exzellent. Alles wirkt so leicht, so souverän - es gibt teurere
Stereo-Regallautsprecher - passiv - die hier deutlich ins Hintertreffen geraten,
selbst dann, wenn man sie mit einem hochwertigen Verstärker angesteuert werden.
Der reine, schwungvolle Sound sorgt für Punkte auch beim Hörer, der nicht mehr
nach maximalem Bassdruck und Effektwiedergabe nach dem Motto "so mehr, umso
besser" strebt - also dem "erwachsenen" Anwender, der vielleicht
auch im Geiste nach wie vor nach dem klassischen HiFi-Ideal lebt und
entsprechende Anforderungen an sein Equipment stellt. Wenn ein solcher Hörer
dann "You Win Again" von den Bee Gees hört, wird er sich gut an die
80er Jahre erinnern können - nur, dass es damals wenige Boxen (und die waren
viel größer) gab, die so gut klangen. Für wenig Geld holt die nuPro A-20
großen Sound ins Haus - dass dies schon viele begriffen haben, merkt man an den
Lieferzeiten.
Und sie kann noch mehr - z.B. Trailer am PC zu einem Erlebnis
werden lassen. Der THX "Amazing Life" Trailer entfaltet sich mit sehr
guter Räumlichkeit und detailliertem Aufbau, die erzielbaren Pegel sind
ausgesprochen hoch und verblüffen - sie liegen deutlich höher als bei der
schon wirklich guten A-10. Der "Dolby Bit Harvest" TrueHD-Trailer hat
ebenfalls eine tolle Raumwirkung und liefert eine ausgezeichnete Dynamik. Beim
Trailer von "I'm Legend" bauen die nuPro eine tolle Atmosphäre auf
und werfen den Music Score mit Nachdruck in den Hörraum. Erneut verblüfft der
Tiefgang, wenn die menschenleeren Straßen von New York gezeigt werden. Die
Stimme von Will Smith klingt sehr authentisch, auch die Fahrgeräusche seines
Ford Mustangs. Als sich ein Effekt aufbaut, bis die Wolkenkratzer von oben zu
sehen sind, beeindruckt die Pegelstabilität der nuPro A-20. Und auch beim
Trailer zum "Bourne Ultimatum" kann die nuPro A-20 den explosiven
Cocktail aus Music Score, Stimmen und teils massiver Effektgewalt einwandfrei
trennen. Gespannt waren wir auf die Wiedergabe unserer DVD "Star Wars
Episode III" - in welcher Güte können die nuPro A-20 die schon legendäre
Eröffnungsschlacht wiedergeben? Natürlich fehlt es ganz unten etwas an
Fundament, als der riesige Sternzerstörer durch den Bildschirm fliegt - aber es
ist viel weniger, als wir erwartet hätten. Die erbitterte Schlacht geben die
nuPro A-20 sehr gekonnt wieder und haben keine Mühe, mit beachtlicher
Lautstärke sogar für richtiges Kino-Flair vor dem heimischen PC zu sorgen. Die
Stimmen der Protagonisten gehen trotz des Effektspektakels nicht unter. Die
Fluggeräusche der Raumjäger und die einschlagenden Geschosse kommen
ausgezeichnet zur Geltung. Die neutrale Klangcharakteristik des Lautsprechers
bleibt auch bei hohem Pegel beinahe vollständig erhalten. Selbst beim alten
James Bond 007 "For Yoru Eyes Only" (DVD-Fassung) kommt mit den nuPro
A-20 noch Freude auf. Schon die berühmte Titelmelodie kommt sehr gut heraus -
lebendig und mit Verve. Die Explosion an Bord des britischen ATRAC
Spionageschiffs zeigt zwar deutlich, dass heute sehr viel mehr geht, aber im
Rahmen der Möglichkeiten sind die Ergebnisse der nuPro A-20 sehr gut. Gamer
werden ebenfalls mit den A-20 glücklich - schon der Trailer zu Cry Engine 2
kommt mit hoher atmosphärischer Dichte heraus.
Insgesamt ist die nuPro A-20 eine enorme akustische
Bereicherung:
Sehr detailreich - erst in den hinteren Ebenen nimmt die
Fähigkeit zur präzisen Detaillierung ab, und das werden in erster Linie
Kenner bemerken
Grobdynamisch exzellent - somit kann die nuPro A-20 für
Filmspaß, Musikhören und fürs Gaming nahezu unbegrenzt eingesetzt werden.
Feindynamik tadellos - auch differenzierte Musik kann man
gut mit der nuPro A-20 hören, auch der durchaus anspruchsvolle Hörer wird
zufrieden sein.
Enormer Tiefgang - hier wird ein Bass geboten, den manches
2.1 System nicht erreicht, vor allem auch, was die Präzision angeht. Ein
tiefer, strukturierter und klarer Bass ist ein großer Vorzug der nuPro
A-20.
Pegelfestigkeit -Top, die nuPro A-20 geht mit kräftigen
Pegeln sehr gekonnt um. Klar, dass der Bassregler und der kombinierte
Mitten/Höhenregler dann aber nicht bis zum Anschlag nach rechts gedreht
werden darf. Die Mittelposition ist bei deutlich gehobenem Pegel die
richtige. Wer es richtig laut angehen lässt, dreht den Bassregler leicht
ins "Minus".
Überragende Räumlichkeit - der Klang löst sich außerdem
sehr gut von den Lautsprecherchassis und verteilt sich mitten im Raum.
Auch im Nahfeld einzusetzen und in Räumen bis gut 30
Quadratmeter.
Fazit
Die nuPro A-20 kann alles nochmals etwas besser als die kleinere nuPro A-10:
Noch besserer Tiefgang, noch höhere Pegelfestigkeit, noch mehr räumliche
Wirkung und noch bessere Feindynamik. Für einen fairen Aufpreis von 50 EUR pro
Box bekommt man einen rundherum überzeugenden Gegenwert geboten, der in dieser
Preisklasse Maßstäbe setzt.
Die Nubert nuPro A-20 brilliert mit hervorragender
klanglicher Reinheit, großer Pegelfestigkeit und ausgezeichnetem Tiefgang - zu
einem beinahe konkurrenzlosen Kaufpreis
Aktivlautsprecher Mittelklasse
Test 11. Oktober 2011
+ Enorme Grobdynamik
+ Tolle Räumlichkeit
+ Sehr pegelfest
+ sehr guter Tiefgang
+ Flexible Einsatzmöglichkeiten
+ Günstiger Preis
+ Tadellose Verarbeitung
- Höhen/Mittenregler zusammengefasst
- Aktuell nicht lieferbar
Test: Carsten Rampacher, Sven Wunderlich
11. Oktober 2011