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 HARDWARE-TESTS

TEST: Mirage Uni-Theater 3-in-1 Flat Panel Speaker – schmucke Soundbar im edlen Design 

20.06.2011 (cr/sw)

Einführung

Platz sparend, mit schicker Optik und preislich vertretbar – so präsentiert sich die für knapp 500 EUR in schwarz oder silbern erhältliche Mirage Soundbar Uni-Theater. Im Gegensatz zu anderen uns bekannten Soundbar-ähnlichen Komponenten ist die Uni-Theater-Konstruktion komplett passiv ausgeführt. Hinten auf der Rückseite finden sich Lautsprecherkabelanschlüsse für Front links, Front rechts und Center – ein Anschluss von Surroundkanälen ist nicht vorgesehen. Durch die omnipolare Auslegung aber darf trotzdem eine gute Räumlichkeit erwartet werden. 

Video - Überblick 

 

Verarbeitung und Technik

Einstellung: Wandmontage oder Aufstellung auf dem mitgelieferten Ständer

Anschlüsse

Sehen zwar edel aus, sind aber keine Schraubterminals

Ständer montiert von hinten mit Kabeldurchführung

Glasfuß

Im Detail

Gebürstetes Aluminium

Finish

Hier können wir der Mirage-Soundbar gute Zensuren mit auf den Weg geben. Sie ruht auf einem edlen Standfuß aus Glas und steht auf diesem ausgesprochen fest. Über den Chassis spannt sich eine tadellos verarbeitete Abdeckung aus Metall. Während die beiden Gehäuseteile aus Kunststoff sind, ist die frontseitige Leiste unterhalb des Lautsprecherabdeckgitters aus Aluminium. Die Passungen sind gut, aber nicht perfekt. Das sieht man gut am Übergang Lautsprecherabdeckgitter – Seitenteil, hier sind die Spaltmaße zu groß, zudem ist der Übergang ungleichmäßig. Die rückseitig untergebrachten Lautsprecherkabel-Anschlüsse sehen zwar gut aus und sind auch bezüglich der Materialqualität tadellos, haben aber einen zu verbessernden praktischen Nutzen: So, wie sie aktuell ausgeführt sind, können Lautsprecherkabel nur eingeklemmt, aber nicht gebraucht werden. Für Bananenstecker ist diese Konstruktion nicht geeignet. Kabelquerschnitte von 1, 5 mm 2 gehen problemlos, mehr ist nicht zu empfehlen. 

Omnipolare Konstruktion

Interessante Detaillösungen für räumlichen Klang

Solide verschraubte Chassis

 

Mirage sieht das Uni-Theater als besonders geeignet für Flachbildschirmuser, die mittels nur einer Komponente kompletten Sound genießen möchten. Das eingebaute, omnipolare, magnetisch geschirmte 2-Wege-Lautsprechersystem ermöglicht eine kugelförmige 360 Grad-Ausbreitung des Schalls. Meist bieten omnipolar arbeitende Lautsprechersystem eine tolle, intensive Räumlichkeit, können bezüglich der akustischen Präzision aber nicht mit konventionellen direktabstrahlenden Boxenkonstruktionen mithalten. Die Nominalimpedanz liegt bei 8 Ohm, die minimale Impedanz bei 4 Ohm. Die empfohlene Verstärkerleistung beziffert der Hersteller mit 10 bis 100 Watt. Die Empfindlichkeit wird mit 88 dB (2,83 V, 1 m) angegeben. Der Frequenzgang reicht von 80 Hz bis 20 kHz. Für den Tief-/Mitteltonbereich verbaut Mirage 7,62 cm messende Chassis, hinzu kommen pro Kanal zwei passive Radiatoren, die also nicht direkt angesteuert werden. Als Hochtöner kommt für jeden Kanal ein 19 mm Chassis zum Einsatz. Die Soundbar wiegt 8,61 kg und misst 93,2 cm in der Breite, 13,2 cm in der Höhe und 11,7 cm in der Tiefe. 

Testequipment
Klang

Klanglich liefert die in Kanada entwickelte Soundbar eine solide Performance ab. Wir stecken zunächst die systembedingten Grenzen ab. Ab Werk wird kein aktiver Subwoofer mitgeliefert oder optional offeriert. Mirage versteht das Uni-Theater demnach als eine Komplett-Komponente ohne zusätzlichen Zubehörbedarf. Allerdings darf natürlich kein rekordverdächtig nachdrücklicher Bassbereich erwartet werden. Gerade bezüglich des Tiefgangs muss der Anwender entweder Abstriche in Kauf nehmen oder zusätzlich einen aktiven Subwoofer verwenden. Sehr zufrieden kann man mit der tonalen Auslegung sein – es kommt überraschenderweise kaum zu Verfärbungen, die Soundbar verhält sich tonal neutral und wartet mit einem klaren, dynamischen Klang auf. Die räumliche Ausbreitung ist, typisch für ein nach dem omnipolaren Prinzip arbeitenden Lautsprechersystem, sehr intensiv. Gerade im kleineren Hörraum kann sich der stolze Besitzer über ein erstaunlich weitläufiges Klanggefühl freuen. Sehr gut ist es um die Pegelfestigkeit bestellt, gern macht das Uni-Theater auch Ausflüge in höhere Pegelregionen mit. Das Ende der Fahnenstange wird verständlicherweise früher erreicht, wenn bei bassstarkem Material kein separater aktiver Subwoofer zum Einsatz kommt, denn dann schlagen bezüglich der Membranfläche recht kleinen Chassis doch an. 

Nun zu den Detailergebnissen. Beim Remix des Lady Gaga-Superhits „Pokerface“ von den Real Booty Babes (Quelle: CD, Wiedergabe über Dolby PLIIx Music) konnte die Soundbar mit einer sehr guten Dynamik und einer ausgezeichneten Räumlichkeit punkten. Der Bassbereich war vom Timing her gut, natürlich fehlt es an Nachdruck und Tiefgang. Wer von beidem viel möchte, muss einen aktiven Subwoofer zusätzlich bemühen. Wir haben probeweise einen richtig guten Bass angeschlossen: Der Klipsch Reference SW-311 gibt trotz kompakter Abmessungen mächtig Gas und liefert einen tollen Tiefgang. Preislich passt er nicht ganz in die Kategorie des Uni-Theater: 1900 EUR (UVP) kostet der talentierter DSP-Elektronik bestückte Tieftonexperte. Dafür lässt er es auch bei „Louder & Prouder“ von Brooklyn Bounce vs. Sample Rippers richtig krachen und liefert zusammen mit der pegelfesten, sehr lebendig aufspielenden Soundbar eine beinahe schon Club-reife Vorstellung. Wer sich nicht zu weit von der Soundbar entfernt, erntet als Dank für die fürsorgliche Nähe eine den Hörer beinahe umschließende Räumlichkeit. 

Bei der Celine Dion BD "A New day" hörten wir uns ihre Version des Jennifer Rush 80er Jahre-Hits "The Power of Love" an. Die Stimme hat viel Präsenz, verschwimmt aber minimal im Detail. Das gilt auch für kleinere instrumentale Effekte im Background. Dafür wirkt die Bühne schön tief und weitläufig. Insgesamt hüllt die Darstellung den Hörer richtig ein, die Vorteile der omnipolar ausgerichteten Lautsprecher wird auf jeden Fall überzeugend verdeutlicht. Die Gesamtdynamik gibt auch wenig Anlass zur Klage. Diese Ausführungen gelten auch für "Because You Loved Me", der Live-Effekt des Konzertes kommt auch durch die passend eingearbeiteten Beifallsbekundungen des Publikums prima heraus. 

Bei der Wiedergabe von Filmton überzeugt die Mirage Soundbar wieder mit einer tollen Räumlichkeit, sehr guter Pegelfestigkeit und lebendiger Auslegung. Wer Kino-typische Effektspektakel nicht missen möchte, sollte aber, gerade für actiongeladene Blockbuster, einen aktiven Subwoofer hinzuziehen. Dann kann man sich über eine sehr dynamische Darstellung freuen: Beim A-Team-Film (Tonspur englisch DTS-HD Master Audio) wird schon gleich zu Beginn ein nachvollziehbarer Spannungsbogen aufgebaut, als Colonel John "Hannibal" Smith von den Schergen General Tucos gefangen gehalten wird. Die Musik kommt bedrohlich zum Ausdruck, das Gefecht des A-Team-Leaders mit den bisswütigen Hunden wird mit guter Detaillierung übertragen. Das Anbrennen des Streichholzes, als Hannibal die für ihn typische Zigarre ansteckt, kommt räumlich und tonal sehr gut heraus. Irgendwo anders in Mexiko ist gerade Ranger Corporal "Bosco" B.A. Baracus mit einem orangefarbenen Lamborghini Diablo unterwegs, die Fahrgeräusche wirken räumlich dicht und realistisch. Kurz darauf findet in der Ganoven-Werkstatt eine recht versiert vorgetragene Schlägerei statt - die Fausthiebe sind sehr gut heraus zu hören. Die Black Style Music, die ertönt, als B.A. seinen geliebten Van besteigt, ist sauber strukturiert, der externe Sub muss aber für das Bassfundament sorgen. Ohne aktiven Subwoofer ist das Ergebnis gerade bei niedrigerem Pegel durchaus anzuhören, es fehlt aber der akustische, tieffrequente Pfeffer, den ein wahres Heimkino-Erlebnis ausmacht. Die spektakuläre Helikopter-Verfolgungsjagd ist ebenfalls sehr gut dazu angetan, die Vorzüge der Kombi aus Soundbar und Sub aufzuzeigen: Kraft, räumliche Weite und Effekt-Intensität gehen hier eine gekonnte Zusammenarbeit ein. Die MP-Salven dröhnen durch den Hörraum, die Stimmen der Protagonisten sind sehr gut eingebunden. Beim vorletzten 007-Abenteuer "casino Royale" ist die Sequenz auf Madagaskar sehr actionhaltig. Die deutsche PCM 5.1 Tonspur ist nach wie vor akustisch wirklich gut und ermöglicht, brauchbares Equipment vorausgesetzt, echten Kinospaß. Die Mirage Soundbar gibt die Geräusche der tobenden Menge rund um die Kampfarena tadellos wieder, die Stimmen von 007 und seinem Kollegen kommen trotz der Umgebungsgeräusche klar zum Ausdruck - aber nicht unpassend vordergründig. Der Music Score ist ebenfalls überzeugend eingearbeitet. Die ereignisreiche Jagd geht auch über eine Großbaustelle - hier merkt man an der Gasexplosion oder beim Auftreffen des Radladers auf die Betonmauer, dass es wirklich gut ist, noch einen aktiven Subwoofer zu verwenden. Die vom Uni-Theater geschaffene Räumlichkeit kann ansonsten auch bei dieser Blu-ray vollauf überzeugen. 

Insgesamt muss man klar sagen: Ein vollwertiger Ersatz für eine Surroundanlage mit 5.1 richtigen Lautsprechern kann ein solches System nicht sein, zaubern kann kein Hersteller. Wer allerdings nicht mit sehr hohem Pegel hört und seine AV-Komponenten in einem kleineren Raum bis 25 Quadratmeter stehen hat, kann durchaus mit einer solchen Lösung glücklich werden. Bei der Mirage Soundbar wird allerdings ein separater AV-Receiver benötigt, ein Stereo-Amp reicht nicht aus, da dieser nur zwei Kanäle und keine Decoder mitbringt - und es werden drei Kanäle sowie Decoder benötigt. Man kann aber problemlos einen AVR der Einsteigerklasse verwenden und muss keine Unsummen ausgeben, schon Geräte wie der Denon AVR-1312 oder der Onkyo TX-SR309 bieten hier genug Potential. 

Konkurrenzvergleich
  • Yamaha Soundprojektor YSP-5100: Teuer, aber top - so kann man den Yamaha Soundprojektor in aller Kürze beschreiben. Die Effekte wirken aufgrund der Arbeitsweise so, als stünden wirklich Lautsprecher im Raum - kein Wunder, durch die spezielle Reflexionstechnik kann man auch von einem "richtigen"  Mehrkanalsystem sprechen. Man sollte allerdings auch beim Yamaha Soundprojektor bedenken, einen aktiven Subwoofer zusätzlich einzusetzen. Der Soundprojektor ist ein aktives, selbstständig zu nutzendes System. 
  • Samsung Soundbar mit Wireless-Aktivsubwoofer HW-C450: Eine preiswerte Lösung für den kleinen Hörraum, mit tadellos arbeitendem Wireless-Subwoofer. Die Ansprüche an Klangreinheit und räumliches Abbildungsvermögen sollten aber nicht zu hoch sein.
  • Teufel Cinebar 50: Aktivlösung mit ordentlicher Pegelfestigkeit und sehr guter Dynamik, zudem ist der Klang räumlich. Teufel liefert einen aktiven Sub im Paket gleich mit. 
Fazit

Die Soundbar Mirage Uni-Theater 3-in1- ist eine optisch attraktive, gut verarbeitete Alternative für alle Anwender, die nur wenig Platz zum Aufstellen kompletter Lautsprechersysteme zur Verfügung haben. Durch das omnipolare Arbeitsprinzip kann eine hoch liegende und als echt empfundene Räumlichkeit realisiert werden. Beachtlich ist auch die Pegelfestigkeit. Tonale Verfärbungen leistet sich die Soundbar kaum, es wird ein dynamischer und klarer Klang geboten. Wer richtiges Effektvergnügen gerade bei der Wiedergabe actiongeladener Film-Tonspuren realisieren möchte, sollte das System aber um einen aktiven Subwoofer erweitern. 

Elegante Soundbar mit sauberer Verarbeitung und sehr räumlichem Klang

Soundbar passiv Mittelklasse
Test 20. Juni 2011

+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Tonal gute Abstimmung
+ Einfache Installation
+ Flexible Montagemöglichkeiten
+ Elegante Optik
+ Gute Verarbeitung

- Nur Lautsprecherkabel-Klemmverschlüsse

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20.06.2011

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