Platz sparend, mit schicker Optik und preislich vertretbar – so präsentiert sich die für knapp 500 EUR in schwarz oder silbern erhältliche Mirage Soundbar Uni-Theater. Im Gegensatz zu anderen uns bekannten
Soundbar-ähnlichen Komponenten ist die Uni-Theater-Konstruktion komplett passiv ausgeführt. Hinten auf der Rückseite finden sich Lautsprecherkabelanschlüsse für Front links, Front rechts und Center – ein Anschluss von Surroundkanälen ist nicht vorgesehen. Durch die omnipolare Auslegung aber darf trotzdem eine gute Räumlichkeit erwartet werden.
Video - Überblick
Verarbeitung und Technik
Einstellung: Wandmontage oder Aufstellung auf dem
mitgelieferten Ständer
Anschlüsse
Sehen zwar edel aus, sind aber keine Schraubterminals
Ständer montiert von hinten mit Kabeldurchführung
Glasfuß
Im Detail
Gebürstetes Aluminium
Finish
Hier können wir der Mirage-Soundbar gute Zensuren mit auf den Weg geben. Sie ruht auf einem edlen Standfuß aus Glas und steht auf diesem ausgesprochen fest. Über den Chassis spannt sich eine tadellos verarbeitete Abdeckung aus Metall. Während die beiden Gehäuseteile aus Kunststoff sind, ist die frontseitige Leiste unterhalb des Lautsprecherabdeckgitters aus Aluminium. Die Passungen sind gut, aber nicht perfekt. Das sieht man gut am Übergang Lautsprecherabdeckgitter – Seitenteil, hier sind die Spaltmaße zu groß, zudem ist der Übergang ungleichmäßig.
Die rückseitig untergebrachten Lautsprecherkabel-Anschlüsse sehen zwar gut aus und sind auch bezüglich der Materialqualität tadellos, haben aber einen zu verbessernden praktischen Nutzen: So, wie sie aktuell ausgeführt sind, können Lautsprecherkabel nur eingeklemmt, aber nicht gebraucht werden. Für Bananenstecker ist diese Konstruktion nicht geeignet. Kabelquerschnitte von 1, 5 mm 2 gehen problemlos, mehr ist nicht zu empfehlen.
Omnipolare Konstruktion
Interessante Detaillösungen für räumlichen Klang
Solide verschraubte Chassis
Mirage sieht das Uni-Theater als besonders geeignet für Flachbildschirmuser, die mittels nur einer Komponente kompletten Sound genießen möchten. Das eingebaute, omnipolare, magnetisch geschirmte 2-Wege-Lautsprechersystem ermöglicht eine kugelförmige 360 Grad-Ausbreitung des Schalls. Meist bieten omnipolar arbeitende Lautsprechersystem eine tolle, intensive Räumlichkeit, können bezüglich der akustischen Präzision aber nicht mit konventionellen direktabstrahlenden Boxenkonstruktionen mithalten. Die Nominalimpedanz liegt bei 8 Ohm, die minimale Impedanz bei 4 Ohm. Die empfohlene Verstärkerleistung beziffert der Hersteller mit 10 bis 100 Watt. Die Empfindlichkeit wird mit 88 dB (2,83 V, 1 m) angegeben. Der Frequenzgang reicht von 80 Hz bis 20 kHz. Für den Tief-/Mitteltonbereich verbaut Mirage 7,62 cm messende Chassis, hinzu kommen pro Kanal zwei passive Radiatoren, die also nicht direkt angesteuert werden. Als Hochtöner kommt für jeden Kanal ein 19 mm Chassis zum Einsatz. Die Soundbar wiegt 8,61 kg und misst 93,2 cm in der Breite, 13,2 cm in der Höhe und 11,7 cm in der Tiefe.
Klanglich liefert die in Kanada entwickelte Soundbar eine solide Performance ab. Wir stecken zunächst die systembedingten Grenzen ab. Ab Werk wird kein aktiver Subwoofer mitgeliefert oder optional offeriert. Mirage versteht das Uni-Theater demnach als eine Komplett-Komponente ohne zusätzlichen Zubehörbedarf. Allerdings darf natürlich kein rekordverdächtig nachdrücklicher Bassbereich erwartet werden. Gerade bezüglich des Tiefgangs muss der Anwender entweder Abstriche in Kauf nehmen oder zusätzlich einen aktiven Subwoofer verwenden. Sehr zufrieden kann man mit der tonalen Auslegung sein – es kommt überraschenderweise kaum zu Verfärbungen, die Soundbar verhält sich tonal neutral und wartet mit einem klaren, dynamischen Klang auf. Die räumliche Ausbreitung ist, typisch für ein nach dem omnipolaren Prinzip arbeitenden Lautsprechersystem, sehr intensiv. Gerade im kleineren Hörraum kann sich der stolze Besitzer über ein erstaunlich weitläufiges Klanggefühl freuen. Sehr gut ist es um die Pegelfestigkeit bestellt, gern macht das Uni-Theater auch Ausflüge in höhere Pegelregionen mit. Das Ende der Fahnenstange wird verständlicherweise früher erreicht, wenn bei bassstarkem Material kein separater aktiver Subwoofer zum Einsatz kommt, denn dann schlagen bezüglich der Membranfläche recht kleinen Chassis doch an.
Nun zu den Detailergebnissen. Beim Remix des Lady Gaga-Superhits „Pokerface“ von den Real Booty Babes (Quelle: CD, Wiedergabe über Dolby PLIIx Music) konnte die Soundbar mit einer sehr guten Dynamik und einer ausgezeichneten Räumlichkeit punkten. Der Bassbereich war vom Timing her gut, natürlich fehlt es an Nachdruck und Tiefgang. Wer von beidem viel möchte, muss einen aktiven Subwoofer zusätzlich bemühen. Wir haben probeweise einen richtig guten Bass angeschlossen: Der Klipsch Reference SW-311 gibt trotz kompakter Abmessungen mächtig Gas und liefert einen tollen Tiefgang. Preislich passt er nicht ganz in die Kategorie des Uni-Theater: 1900 EUR (UVP) kostet der talentierter DSP-Elektronik bestückte Tieftonexperte. Dafür lässt er es auch bei „Louder & Prouder“ von Brooklyn Bounce vs. Sample Rippers richtig krachen und liefert zusammen mit der pegelfesten, sehr lebendig aufspielenden Soundbar eine beinahe schon Club-reife Vorstellung. Wer sich nicht zu weit von der Soundbar entfernt, erntet als Dank für die fürsorgliche Nähe eine den Hörer beinahe umschließende Räumlichkeit.
Bei der Celine Dion BD "A New day" hörten wir uns ihre Version des
Jennifer Rush 80er Jahre-Hits "The Power of Love" an. Die Stimme hat
viel Präsenz, verschwimmt aber minimal im Detail. Das gilt auch für kleinere
instrumentale Effekte im Background. Dafür wirkt die Bühne schön tief und
weitläufig. Insgesamt hüllt die Darstellung den Hörer richtig ein, die
Vorteile der omnipolar ausgerichteten Lautsprecher wird auf jeden Fall
überzeugend verdeutlicht. Die Gesamtdynamik gibt auch wenig Anlass zur Klage.
Diese Ausführungen gelten auch für "Because You Loved Me", der
Live-Effekt des Konzertes kommt auch durch die passend eingearbeiteten
Beifallsbekundungen des Publikums prima heraus.
Bei der Wiedergabe von Filmton überzeugt die Mirage Soundbar wieder mit
einer tollen Räumlichkeit, sehr guter Pegelfestigkeit und lebendiger Auslegung.
Wer Kino-typische Effektspektakel nicht missen möchte, sollte aber, gerade für
actiongeladene Blockbuster, einen aktiven Subwoofer hinzuziehen. Dann kann man
sich über eine sehr dynamische Darstellung freuen: Beim A-Team-Film (Tonspur
englisch DTS-HD Master Audio) wird schon gleich zu Beginn ein nachvollziehbarer
Spannungsbogen aufgebaut, als Colonel John "Hannibal" Smith von den
Schergen General Tucos gefangen gehalten wird. Die Musik kommt bedrohlich zum
Ausdruck, das Gefecht des A-Team-Leaders mit den bisswütigen Hunden wird mit
guter Detaillierung übertragen. Das Anbrennen des Streichholzes, als Hannibal
die für ihn typische Zigarre ansteckt, kommt räumlich und tonal sehr gut
heraus. Irgendwo anders in Mexiko ist gerade Ranger Corporal "Bosco"
B.A. Baracus mit einem orangefarbenen Lamborghini Diablo unterwegs, die
Fahrgeräusche wirken räumlich dicht und realistisch. Kurz darauf findet in der
Ganoven-Werkstatt eine recht versiert vorgetragene Schlägerei statt - die
Fausthiebe sind sehr gut heraus zu hören. Die Black Style Music, die ertönt,
als B.A. seinen geliebten Van besteigt, ist sauber strukturiert, der externe Sub
muss aber für das Bassfundament sorgen. Ohne aktiven Subwoofer ist das Ergebnis
gerade bei niedrigerem Pegel durchaus anzuhören, es fehlt aber der akustische,
tieffrequente Pfeffer, den ein wahres Heimkino-Erlebnis ausmacht. Die
spektakuläre Helikopter-Verfolgungsjagd ist ebenfalls sehr gut dazu angetan,
die Vorzüge der Kombi aus Soundbar und Sub aufzuzeigen: Kraft, räumliche Weite
und Effekt-Intensität gehen hier eine gekonnte Zusammenarbeit ein. Die
MP-Salven dröhnen durch den Hörraum, die Stimmen der Protagonisten sind sehr
gut eingebunden. Beim vorletzten 007-Abenteuer "casino Royale" ist die
Sequenz auf Madagaskar sehr actionhaltig. Die deutsche PCM 5.1 Tonspur ist nach
wie vor akustisch wirklich gut und ermöglicht, brauchbares Equipment
vorausgesetzt, echten Kinospaß. Die Mirage Soundbar gibt die Geräusche der
tobenden Menge rund um die Kampfarena tadellos wieder, die Stimmen von 007 und
seinem Kollegen kommen trotz der Umgebungsgeräusche klar zum Ausdruck - aber
nicht unpassend vordergründig. Der Music Score ist ebenfalls überzeugend
eingearbeitet. Die ereignisreiche Jagd geht auch über eine Großbaustelle -
hier merkt man an der Gasexplosion oder beim Auftreffen des Radladers auf die
Betonmauer, dass es wirklich gut ist, noch einen aktiven Subwoofer zu verwenden.
Die vom Uni-Theater geschaffene Räumlichkeit kann ansonsten auch bei dieser
Blu-ray vollauf überzeugen.
Insgesamt muss man klar sagen: Ein vollwertiger Ersatz für eine
Surroundanlage mit 5.1 richtigen Lautsprechern kann ein solches System nicht
sein, zaubern kann kein Hersteller. Wer allerdings nicht mit sehr hohem Pegel
hört und seine AV-Komponenten in einem kleineren Raum bis 25 Quadratmeter
stehen hat, kann durchaus mit einer solchen Lösung glücklich werden. Bei der
Mirage Soundbar wird allerdings ein separater AV-Receiver benötigt, ein
Stereo-Amp reicht nicht aus, da dieser nur zwei Kanäle und keine Decoder
mitbringt - und es werden drei Kanäle sowie Decoder benötigt. Man kann aber
problemlos einen AVR der Einsteigerklasse verwenden und muss keine Unsummen
ausgeben, schon Geräte wie der Denon AVR-1312
oder der Onkyo TX-SR309 bieten hier genug
Potential.
Konkurrenzvergleich
Yamaha Soundprojektor YSP-5100:
Teuer, aber top - so kann man den Yamaha Soundprojektor in aller Kürze
beschreiben. Die Effekte wirken aufgrund der Arbeitsweise so, als stünden
wirklich Lautsprecher im Raum - kein Wunder, durch die spezielle
Reflexionstechnik kann man auch von einem "richtigen"
Mehrkanalsystem sprechen. Man sollte allerdings auch beim Yamaha
Soundprojektor bedenken, einen aktiven Subwoofer zusätzlich einzusetzen.
Der Soundprojektor ist ein aktives, selbstständig zu nutzendes
System.
Samsung Soundbar mit Wireless-Aktivsubwoofer HW-C450:
Eine preiswerte Lösung für den kleinen Hörraum, mit tadellos arbeitendem
Wireless-Subwoofer. Die Ansprüche an Klangreinheit und räumliches
Abbildungsvermögen sollten aber nicht zu hoch sein.
Teufel Cinebar 50:
Aktivlösung mit ordentlicher Pegelfestigkeit und sehr guter Dynamik, zudem
ist der Klang räumlich. Teufel liefert einen aktiven Sub im Paket gleich
mit.
Fazit
Die Soundbar Mirage Uni-Theater 3-in1- ist eine optisch
attraktive, gut verarbeitete Alternative für alle Anwender, die nur wenig Platz
zum Aufstellen kompletter Lautsprechersysteme zur Verfügung haben. Durch das
omnipolare Arbeitsprinzip kann eine hoch liegende und als echt empfundene
Räumlichkeit realisiert werden. Beachtlich ist auch die Pegelfestigkeit. Tonale
Verfärbungen leistet sich die Soundbar kaum, es wird ein dynamischer und klarer
Klang geboten. Wer richtiges Effektvergnügen gerade bei der Wiedergabe
actiongeladener Film-Tonspuren realisieren möchte, sollte das System aber um
einen aktiven Subwoofer erweitern.
Elegante Soundbar mit sauberer Verarbeitung und sehr
räumlichem Klang
Soundbar passiv Mittelklasse
Test 20. Juni 2011