TEST: Klipsch On-ear-Kopfhörer Image One - Druckvoll und dynamisch

13.10.2011 (cr/sw)

EDV-Supplier: www.notebooksbilliger.de

Einführung

Zum besonders günstigen Marktpreis gibt es den Bügelkopfhörer Klipsch Image One, der mit 32 Ohm Impedanz sehr gut für mobile Geräte wie iPod, iPad oder iPhone geeignet. Der On-Ear-Hörer bietet gerade für Apple-Fans einen hohen Gebrauchswert, weil der ein zu den genannten Apple-Geräten kompatibles Mikrofon plus eine Dreiknopf-Fernbedienung am Kabel aufweist. Wir haben die Qualitäten hinsichtlich Akustik und Bedienkomfort überprüft.

Daten
  • Geschlossener On Ear-Kopfhörer
  • Dynamisches Funktionsprinzip
  • 32 Ohm Impedanz
  • Für den mobilen Einsatz
  • 3-Knopf-Fernbedienung für Apple-Anwender 
  • Integriertes Mikrophon
  • 3,mm Miniklinkenstecker, hartvergoldet, 6,25 mm Adapter plus Flugzeugadapter im Lieferumfang
  • Wirkungsgrad 110 dB (1 m/1 W)
  • Frequenzgang 16 - 23.000 Hz
Verarbeitung

Ohrmuschel von außen mit Kunstlederbezug

Bequemes Ohrpolster

Gepolsterter Bügel

Verstellmechanismus

Fernbedienung für Apple iOS-Geräte

Der Klipsch Image One zeigt eine ansprechende Verarbeitungsgüte. Zwar sind die Drehgelenke der klappbaren Ohrmuscheln aus Kunststoff – Metall würden wir lieber sehen -, trotzdem aber macht der Mechanismus einen ordentlichen, haltbaren Eindruck und wirkt nicht zu filigran. Das Kabel zum Anschluss an eine Kopfhörerbuchse ist zugentlastet und hält auch höheren Belastungen Stand. Der 3,5 mm Miniklinkenanschlussstecker ist hartvergoldet, weist ansonsten aber keine Besonderheiten hinsichtlich des Layouts auf.  Gut gefällt uns das akkurat gepolsterte Kopfband, das zusammen mit der bequemen Polsterung der Ohrmuscheln für sehr guten Tragekomfort sorgt. Durch die spezielle Konstruktion hält der Klipsch Image One Umgebungsgeräusche wirkungsvoll vom Hörer fern, so dass sich dieser voll dem Musikgenuss widmen kann. Prima gefällt uns das mitgelieferte Zubehör, das neben einer ordentlich verarbeiteten und optisch hübschen Transportbox auch einen Flugzeugadapter sowie ein 6,25 mm Adapter.

Klang zusammen mit dem Hercules Deejay Trim 4&6

Bassmeister der Extraklasse

Insgesamt geht der Klipsch Image One sehr kraftvoll zur Sache und präsentiert sich somit als idealer Begleiter für alle, die gern mit Nachdruck und sehr guter räumlicher Wirkung HipHop, Trance- oder House-Musik anhören möchten. Der Tiefbassbereich ist leicht im Vordergrund, während die Mittenwiedergabe bezogen auf den Gesamtklang etwas aus dem Fokus rückt - die klassische "Badewanne", wenn auch nicht zu extrem. Vokale Elemente werden trotzdem gut eingearbeitet. Beim aktuellen Da Hool-Clubhit „No Love Anymore“ überzeugt der Klipsch One mit toller Dynamik und einem bestechenden, harten und klaren Bass. Die Räumlichkeit ist sehr gut. Das gilt auch für „On The Floor“ von Jennifer Lopez – hier können sich teurere Headphones sehr warm anziehen, denn was der Klipsch hier aus den bequem sitzenden und angenehm gepolsterten, nur leider etwas penetrant riechenden Ohrmuscheln zaubert, verdient höchsten Respekt. Der Bass ist hart und trifft genau den Punkt – eine überragende Impulstreue mischt sich mit einer ausgezeichneten Trennung von Stimmen und Instrumenten sowie einer lebendig ausgestalteten Räumlichkeit. Beim Techno-Klassiker „Go Ahead“ von Marusha zeigt der Klipsch erneut, wie gut ihm Kickbässe gelingen: Ohne Anzeichen von Problemen wird der harte, schnelle Beat auch im Hochpegelbereich in die Ohren des Hörers gedrückt. Nur wer es übertreibt, riskiert ein Anschlagen der Membranen, was in Anbetracht des 1994 produzierten Bassfeuerwerks auch kein wirkliches Wunder ist: Mit diesem Titel haben wir schon hochwertige Subwoofer in die überforderte Verzweiflung getrieben. Bei hohen Pegel gehen auch Effektanteile etwas unter, weil sie sich, bildlich gesprochen, hinter dem Bass anstellen müssen. Beim „Meet Her at The Loveparade“ Remix der Real Booty Babes, die zwar nichts revolutionär Neues zusammenmixen, dafür aber immer Tracks schaffen, bei denen es mächtig voran geht und die so immer für Club-Atmosphäre beim Testen sorgen, bietet der One wiederum einen kraftstrotzenden Bass – nichts für zart besaitete Naturen, wohl aber etwas für den, der jede Pause nutzen möchte, um sich akustisch auf dem Dancefloor zu wähnen. Das geht auch bei „Polizisten“ von X-Brite Hits the G.D.P featuring the FBR sehr gut – schwungvoll, dynamisch, fetzig und mit Nachdruck – das ist Wiedergabe nach Art des Klipsch One. Man sieht schon, wie lange wir von der Musikstilrichtung auf der Stroboskop-Licht-getränkten und Laser-verseuchten Tanzfläche bleiben – der Klipsch macht einfach an, so dass wir diesen Testzyklus einfach verlängern mussten.

Nun tasten wir uns langsam, aber sicher an die legendären 80er Jahre heran und starten mit einem Hit aus der Italo-Pop-Blütezeit: „Tarzan Boy“ von Baltimora kommt mit Kraft heraus, gleichzeitig aber wird der im unteren Hochtonbereich leicht schrille Unterton vom Kopfhörer gekonnt minimal abgeschwächt, so dass man ohne zu aggressive Beimengung richtig gut laut hören kann – längere Zeit sollte man aber im Sinne des eigenen Gehörs mit keinem Kopfhörer richtig hohe Pegel hören. Zurück zum Klipsch One. Die hier Auslegung mag zwar den Liebhabern neutral-analytischer Wiedergabe nicht vollends goutieren, wer gern souverän und doch homogen hört, wird sich aber sofort angesprochen fühlen. Enorm gut gefällt uns der präzise Bass zu Beginn des 80er Klassikers „Don’t You“ von Human League. Der Beat steht satt im virtuellen Raum, nur die Stimme verliert leicht an Kontur und Struktur, wenn man es lauter angehen lässt. Prima gelingt auch der eher ruhige Start von „Don’t Break My Heart“ von Den Harrow. Der Aufbau gelingt gut, Einzelheiten in hinteren Ebenen faden aber etwas konturenlos aus, so dass der Kenner hier die Preisklasse des Hörers merkt. Zentrale vokale Konturen sind sehr gut umrissen, Hörfreude ist auf jeden Fall in nahezu vollem Umfang gegeben, auch als dann der eigentliche Rhythmus losgeht. Klar und mit impulstreuem Bass erfolgt auch der Auftakt zu „Building A Bridge To Your Heart“ von Wax. Den etwas blechernen, monotonen Charakter der Aufnahme kann aber auch der Klipsch letztendlich kaum bekämpfen, was das Hörvergnügen einschränkt. Manche Perlen der 80er Jahre sollten doch mit etwas mehr Sorgfalt restauriert werden. Mit Ausdruckskraft und Verve – genau so haben wir uns die Wiedergabe von „It’s My Life“ von Bon Jovi vorgestellt. Ganz genau hinhören sollte man aber nicht, dann bemerkt man das Fehlen von kleineren Strukturen beim Sound der E-Gitarre.  Für die Preisklasse aber ein tolles Ergebnis – Grund genug, mal kurz in uns zu gehen und dies bei ruhiger, emotionaler Musik zu tun: „L’Attesa“ von Andrea Bocelli überzeugt durch gute Fokussierung der Stimme und eine enorme Räumlichkeit. Feines Abklingen oder Stimme oder Details an den Streichern aber gehen partiell unter, was unsere bisherigen Höreindrücke unterstützt: Der Klipsch sorgt für mächtigen Vorwärtsdrang und ist erste Wahl für Schwung- und Druckvolles, eine hohe Sensibilität sollte man aber nicht erwarten im Umgang mit sehr differenzierter Musik. Das merkt man auch bei der Paul Potts-Interpretation von „Time To Say Goodbye“: Die Streicher erscheinen uns etwas synthetisch und vokale Details werden zwar gut, aber nicht überragend herausgestellt.

Klang und Verwendung zusammen mit dem iPhone 4

Der klanglich exzellente Klipsch Image One ist so gut, dass er – sensationell für einen so günstigen Kopfhörer - gnadenlos die Schwächen des iPhone4 bei Nutzung des Kopfhörerausgangs offenlegt. Wir waren etwas unfair und haben als vergleichende Komponente ein Hercules Deejay Trim 4&6 heran gezogen und den Klipsch One auch daran angeschlossen. Zwar ist der sehr wuchtige, kraftvolle Bass auch beim iPhone-Anschluss präsent und somit ideal z.B. für Liebhaber von House- und Trance-Musik, es fehlt aber an Struktur und an direkter Umsetzung. Das leicht Hohle, Hallige, Undetaillierte fällt bei der Wiedergabe übers iPhone sofort auf.  Wobei man fairerweise anmerken muss, dass derjenige, der zusammen mit dem iPHone 4 entweder die mitgelieferten oder für 20 bis 30 EUR zusätzlich erworbene Headphones durch den Kauf des Klipsch One auch beim iPhone einen großen akustischen Schritt nach vorn macht. Die Dreinkopf-Fernbedienung funktioniert ausgezeichnet. Man kann die Lautstärke absenken oder anheben, mit dem mittleren Knopf kann man die Wiedergabe  pausieren und anschließend fortsetzen lassen. Drückt man die mittlere Taste 2x kurz hintereinander,  findet ein Titelsprung nach vorn statt. Drückt man den Knopf lang, ohne loszulassen, aktiviert sich die Sprachsteuerung des iPhones.  Geht ein Anruf ein, wird die Musik sofort unterbrochen, mit dem mittleren Button an der Fernbedienung kann man das Gespräch annehmen und anschießend auch wieder beenden. Der Gesprächspartner versteht den über den Klipsch Image One Telefonierenden gut, und letzterer versteht auch den anderen gut – wenngleich die Stimme etwas bedeckt übertragen wird. Dafür kommt es kaum zu Rauschen.

Fazit

Der Klipsch Image One bietet zum fairen Kaufpreis ausgezeichnete akustische Qualitäten und gerade für die Besitzer von Apple-Devices nützliche Komfortfunktionen, die auch in der Praxis anstandslos funktionieren. Die Verarbeitung ist prima, der Kopfhörer hinterlässt einen soliden Eindruck, nur der penetrante Geruch der verwendeten Materialien schmälert das Gesamtbild etwas. Klanglich überzeugen Nachdruck, Tiefgang, Räumlichkeit und Pegelfestigkeit voll und ganz. Für sensible Naturen ist der mit Kraft nach vorn strebende Klipsch allerdings nicht der optimale Partner.

Dynamischer, bassstarker Kopfhörer mit solider Verarbeitung zum günstigen Marktpreis

On-Ear-Kopfhörer untere Mittelklasse
Datum 13. Oktober 2011

+ Sehr basstark
+ Ausgezeichneter Tiefgang
+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Pegelfest
+ Solide Verarbeitung
+ Fairer Marktpreis

- Für sensible Naturen weniger gut geeignet

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 13.10.2011

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