TEST: Stereo 2.1 AV-Receiver Kenwood RA-5000 - Interessantes Produkt zum fairen Preis

11. Juli 2011 (cr/sw)

Aktuelles, gefälliges und hochwertiges Kenwood-Design

Einleitung

Kenwood kommt dem Wunsch sehr vieler potentieller Surround- und Heimkinointeressenten nach: Diese Anwender suchen einen hochwertigen 2.1 AV-Receiver, weil sie keine 5.1 oder gar 7.1/7.2 Konstellationen aufbauen wollen oder können. Gleichzeitig aber vertraut diese Kundenschicht auch nicht auf die Dienste kompakter Blu-ray- oder DVD-Komplettreceiver, die meist mit klanglich nur durchschnittlichen kleinen Lautsprechern plus Subwoofer ausgeliefert werden. Der für sehr faire Marktpreise um die 270 EUR erhältliche Kenwood RA-5000 ist ein ausgewachsener AV-Receiver im schicken Design und im großen Gehäuse, der mit seinen soliden 2 x 120 Watt keinen Leistungsmangel aufkommen lässt. Mit vier HDMI 1.4a Eingängen und einem HDMI 1.4a Monitorausgang zeigt sich der RA-5000 als gut gerüstet, auch mit größeren Geräteparks zusammen zu arbeiten. 

Video-Overview

 

Verarbeitung

Fernbedienung

Lautstärkeregler

Passung der Frontblende

Unterseite

Innenleben in der Übersicht

Trafo

Kühlkörper

Im Detail

Elkos

Der RA-5000 sieht ausgezeichnet aus und hält auch genaueren Blicken Stand. Die hübsche Aluminium- Frontblende punktet mit sehr löblicher Oberflächenqualität und engen Passungen aus seitlicher Sicht. Wie bei Standalone-AVRs üblich, sorgen unter dem Gerät solide Standfüße für sicheren Halt. Der Lautstärkeregler ist etwas schwergängig, läuft aber gleichmäßig. Eine Rasterung ist nicht vorhanden. Das Display löst für die Preisklasse ordentlich auf und gaukelt mit recht gutem Erfolg echte Punktmatrixauflösung vor. Im Inneren ist der RA-5000 prima und übersichtlich aufgebaut und lässt auch hier keine Schwächen durchscheinen. 

Anschlüsse

Front AV-Eingang

Rückseite im Gesamtüberblick

Cinch-Anschlüsse (Audio-analog)

Konventionelle Digitaleingänge

HDMI-Terminals

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Der RA-5000 bringt vier HDMI 1.4 Eingänge und einen HDMI 1.4 Monitor-Ausgang mit. An konventionellen Digitalanschlüssen finden sich zwei optische Digitalausgänge und ein koaxialer Digitalausgang. Zwei Cinch-Stereo-Audioausgänge und drei Audio-/Video-Ausgänge (Cinch Stereo + FBAS-Video) sind ebenfalls noch vorhanden. Auf der Front befindet sich ein AV-Aux-Eingang. Für Surround Back oder Front Height sowie, obligatorisch, für den aktiven Subwoofer finden sich Vorverstärkerausgänge (Pre-Outs). Die ebenfalls üblichen Antennenanschlüsse (UKW/AM) sowie ein 6,3 mm Kopfhörerausgang sind des Weiteren vorhanden. 

Setup und Konfiguration

Display

Frontbeleuchtung

Bei einem 2.1 Setup sind die Einstellmöglichkeiten sehr übersichtlich. Man kann aber Entfernung und Pegel für die beiden Front L/R Lautsprecher sowie für den aktiven Subwoofer einstellen. Zudem gibt es die Funktion „Active EQ“ mit drei Kennlinien für Musik, Filmton und fürs Gaming. Es gibt zwei Dolby Virtual Speaker Programme für virtuellen Surround-Sound: Reference und Wide. Im Menü einstellen kann man auch APS „Auto Power Save“, ist diese Funktion aktiviert, schaltet sich der RV-7000 nach 30 Minuten Nichtgebrauch automatisch aus. 

Testequipment
Klang

Stereo, CD, so80s (SOEIGHTIES), Volume 4, CD 2, Track 4, Alphaville, Sounds like a Melody: 

Der Kenwood RA-5000 hat so viel Kraft, dass es keinesfalls sein muss, zusätzlich noch einen aktiven Subwoofer anzuschließen. Gerade bei der Musikwiedergabe hat man schon viel Nachdruck, Punch und Tiefgang, wenn man im 2.0 Setup mit leistungsfähigen Lautsprechern wie unseren Nubert nuVero 10 arbeitet. Beim Alphaville-Hit liefert der RA-5000 eine gleichermaßen dynamische wie in sich schlüssige Vorstellung. Im Sinne größtmöglicher Klarheit und Präzision würden wir davon abraten, die Dolby Virtual Speaker DSPs zu verwenden. Die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelingt dem RA-5000 sehr gut, die Pegelfestigkeit ist hervorragend: Selbst bei enormer Lautstärke bleibt der Stereo-AV-Receiver souverän.

Stereo, SACD, Ludwig van Beethoven, 9. Symphonie “Ode an die Freude”, ab Beginn:

Hier ist es höchst erstaunlich, was der Kenwood leistet: Fundiert, kultiviert, dynamisch und souverän macht er sich ans Werk und arbeitet auch spontane dynamische Sprünge impulstreu und klar heraus. Der gesamte Orchestereinsatz wirkt in sich schlüssig und besitzt Substanz. Aber auch die leisen Passagen werden einwandfrei wiedergegeben. Fürs kleine investierte Geld detailliert der RA-5000 auch richtig gut und schlägt seinen mehrkanaligen Bruder RV-7000. Er geht noch eine Idee filigraner vor und löst den Klang besser vom Lautsprecher. Insgesamt beweist der RA-5000, wie gut ein preiswerter 2.1 AV-Receiver selbst bei Klassik klingen kann – kein Vergleich zu 2.1 Komplettsystemen, diese können bei Klarheit, Pegelfestigkeit, Dynamik, Detailtreue und Räumlichkeit nicht mithalten. Selbst die Streicher kommen sehr gut zur Geltung, sie wirken harmonisch und geschlossen. Tonal klingt der RA-5000 ausgesprochen angenehm, was bei ansonsten neutraler Auslegung durch einen minimalen Schuss Wärme möglich wird. 

Stereo, SACD, Bryan Ferry, Frantic, Titel 1 „It’s All Over Now, Baby Blue“:

Vor der Leistung des RA-5000 können wir auch bei diesem Klangbeispiel nur den Hut ziehen: Besonders die Lässigkeit, mit der der Kenwood seine Performance “aus dem Ärmel” schüttelt, verblüfft. Der Bass hat Fundament und Tiefgang, zudem ist die Präzision lobenswert. Gehobene Pegel stellen auch um rund 30 Quadratmeter messenden Hörraum kein Problem dar. Die Mundharmonika-Einlagen sind gut durchmodelliert, die Stimme Bryans klingt lebendig und authentisch. Prima ist erneut die Detaillierung – sicherlich, der erfahrene Hörer erwartet noch mehr Struktur und Plastizität, es muss dem Musikliebhaber aber gleichzeitig auch bewusst sein, dass er dafür, soll es ein Neugerät sein, auch deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Für seinen Kaufpreis können wir dem RA-5000 nur ein ausgezeichnetes Zeugnis ausstellen. 

Stereo, SACD, Acoustic Triangle, Interactions, Track 9, “Corinna Bossa Nova”:

Dieser facettenreiche Track ist für preisgünstigere Komponenten eine Herausforderung, da der Großteil noch nicht einmal in der Lage ist, die elementaren Strukturen heraus zu arbeiten. Auf den immer beliebter werdenden ultrakompakten Netzwerk-Devices, die meist nur als Streaming Client fungieren und eher selten noch ein CD-Laufwerk aufweisen (natürlich kann dieses keine SACDs in nativer Qualität abspielen), kann man solche Musik eigentlich gar nicht anhören. Der Kenwood jedoch macht einen wirklich guten Job und agiert beim Piano und beim Saxophon gekonnt – er stellt die Virtuosität der Spieler sehr gut heraus, und sogar Ansätze der Piano-typischen Anschlagdynamik werden dargestellt. Der Klang löst sich erneut sehr gut von den Lautsprechern, die Bühne ist klar definiert in Weite und Tiefe. 

Stereo PCM, Blu-ray, Celine Dion, A New Day (Live in Las Vegas), Tracks 4 +5 (Because You Loved Me, To Love You More):
Exzellent – ein anderes Zeugnis können wir dem RA-5000 nicht ausstellen. Er liefert eine emotionale, klare, gefällige und gleichzeitig dynamische Wiedergabe, dass es eine Freude ist, zuzuhören. Celines Stimme steht mitten im Raum und löst sich sehr schön vom Lautsprecher. Räumlich dicht wird der Publikumsbeifall übertragen. Die Trennung von Musik und Instrumenten gelingt tadellos. Die Background Voices sind nicht nur gut eingebunden, sondern weisen auch klare Konturen auf. Beim Bass punkten Kraft und Tiefgang gleichermaßen. 

Stereo PCM, Blu-ray, Andrea Bocelli, “Vivere – Live in Tuscany”, Track 2 – “Romanza”

Andreas Stimme ertönt nicht nur mit sehr guter Ausdruckskraft, sondern auch Details entgehen dem RA-5000 nicht, so, als der blinde Sänger ins Mikrophon haucht - dies sind Einzelheiten, die Verstärker und Receiver dieser Preisklassen gern untergehen lassen. Sehr harmonisch und klar sowie schön fließend ertönen die Streicher. Die Räumlichkeit ist auf hohem Niveau und macht die Preisklasse beinahe vergessen. Die Weite und Tiefe der Bühne ist glaubwürdig, im Orchester überzeugt die gute Herausarbeitung einzelner Instrumente. 

Dolby Virtual Speakers, Einstellung „Reference“, Blu-ray „A-Team“, ab Filmbeginn:

Bei Filmen macht die Kombination aus 2 Standlautsprechern, aktivem Subwoofer und dem Dolby Virtual Speaker Programm “Reference” durchaus Sinn, da eine überraschend gute Räumlichkeit mit relative intensive Effektverteilung entsteht. Stimmen sind trotzdem gut fokussiert und ordentlich verständlich. Sie verwaschen kaum durch den Einsatz von Dolby Virtual Speaker. Dynamiksprünge sind sehr ausgeprägt. Details kann der RA-5000 prima einarbeiten, wenngleich man beim genaueren Hinhören schon die Preisliga heraushört. Die Flucht im Helikopter aus dem Krankenhaus gibt der RA-5000 auf jeden Fall sehr energiegeladen wieder. Die sehr gute Pegelfestigkeit führt dazu, dass man gern am Lautstärkeregler dreht und mit kräftigem Pegel den Film genießt. Der Klang löst sich prima von den Boxen, unten herum wird der aktive Subwoofer mit sehr guter Präzision angesteuert. 

Dolby Virtual Speakers, Einstellung „Reference“, Blu-ray „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, ab Filmbeginn:

Auch bei diesem Blockbuster gibt der RA-5000 eine sehr respektable Figur ab. Direkt ab Filmbeginn erfreut die tadellose Wiedergabe des Music Scores. Die Verfolgungsjagd zwischen der Armeelimousine und dem Hot Rod klingt sehr realistisch, die aufheulenden Motoren und die restlichen Fahrgeräusche werden nachdrücklich und dynamisch präsentiert. Das ereignisreiche 3. Kapitel mit Schusswechseln, Crashs und Explosionen, aber auch mit spannungsgeladenen, kurzen recht stillen Sequenzen wird räumlich sehr gut wiedergegeben, Dolby Virtual Speaker arbeitet effektiv und schafft einen relativ glaubwürdigen virtuellen Raum, der Zuhörer hat sogar den Eindruck, dass sich Effekt an ihm vorbei bewegen beziehungsweise dass sogar gewisse Effektanteile von hinten kommen. 

Dolby Virtual Speakers, Einstellung „Reference“, Blu-ray “Tiesto – Elements of Life, Copenhagen“, Disc 2, Titel 3 “Back In Your Head”, Titel 10, “Adagio for Strings”: 

Kraftvoll schiebt der Kenwood an, wer die Doppelbass-Funktion zur Bassausgabe über Frontlautsprecher plus aktivem Subwoofer wählt, kann sich über einen tadellosen Schub freuen. Die Stimme bei „Back In Your Head“ ist trotz der Basskraft gut verständlich und wirkt nicht zu schrill, auch dann nicht, wenn man mit deutlich erhöhtem Pegel lauscht. Bei Tiestos Trance-Feuerwerk ist es sinnvoll, die Dolby Virtual Speaker-Betriebsart zu wählen, da dann die Effekte mehr Ausdruckskraft aufweisen und sich weiter in den Hörraum bewegen lassen. Die Dynamikunterschiede zu Beginn von „Adagio for Strings“ überträgt der Kenwood penibel in den Hörraum und ermöglicht es so, dass man den kompletten Aufbau des Stückes mitverfolgen kann. Die Effektsalven haben Ausdruckskraft und fliegen bis weit in den Hörraum. Tiestos Arbeit am Mischpult wird vom Kenwood sehr gut nachvollziehbar übermittelt. Der Bass besitzt Härte, schwingt aber nicht unpassend nach. 

Fazit

Der Kenwood RA-5000 gefällt durch seinen hervorragenden Klang ebenso wie durch die attraktive optische Erscheinung. Kenwood hat diesen Stereo-AV-Receiver geschickt am Markt platziert – aber kaum Aufhebens um dieses praxisorientierte Produktkonzept gemacht. Während sich andere Anbieter wegen teils marginaler Neuerungen in nicht enden wollenden, vor Eigenlob überquellenden Pressemitteilungen austoben, bringt Kenwood ein zur heutigen Zeit exzellent passendes und dazu auch noch technisch wirklich gutes Produkt heraus und hat uns als Testredaktion zumindest sehr positiv überrascht. Der RA-5000 ist pegelfest, klingt angenehm, agiert harmonisch und bietet bei Detaillierung und Dynamik ebenfalls ausgezeichnete Leistungen. Dolby Virtual Speaker ist wirkungsvoll integriert. 

Klangstarker 2.1 AV-Stereoreceiver, der mit seiner schicken Optik ebenso gefällt wie durch seinen fairen Kaufpreis

Stereo/2.1 Receiver untere Mittelklasse
Test 11. Juli 2011

+ Interessantes Produktkonzept
+ Sehr pegelfest
+ Räumlich sehr gelungene Vorstellung
+ Harmonischer, klarer Klang
+ Dolby Virtual Speaker mit ordentlicher Wirkung
+ Saubere Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

- Kein OSD und keine Videofunktionalitäten

Technische Daten: http://www.kenwood.de/products/home/kompo/avcc/RA-5000/details/

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 11.07.2011

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