TEST: Jamo 5.1 Sub-/Sat-set A 102 HCS 6 - kompakt und schic

23.08.2011 (cr)

Einführung

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 EUR (der Streetpreis liegt nochmals darunter) kann der 5.1-Hungrige, der ein Mehrkanalset mit sehr geringem Platzbedarf und eleganter Optik sucht, zum Jamo-Paket A 102 HCS 6 greifen. Dieses umfasst die A 102 Satelliten für vorn, den A 10 CEN als querformatigen Center, die A 10 SUR für die Surroundwiedergabe und den aktiven Subwoofer SUB 210. Wir haben das schmucke Set für Sie getestet. 

Video - Überblick 

 

Verarbeitung und Technik

Querformatiger 2-Wege-Center

Integrierte Halterung, zur Befestigung an der Wand oder zur Aufstellung beim TV

Leistungsfähiger Downfire-Subwoofer

Standfuß

Chassis

Rückseite

Pegel, Übernahmefrequenz, Phase, plus Anschaltautomatik

Subwoofer-Elektronik

Sub - Innenleben

Der solide verarbeitete aktive Subwoofer punktet in nahezu jeder Beziehung. Das dicke Gehäuse wirkt beim Aufschrauben vertrauensbildend, und die direkt fest mit der hinteren Anschlussplatte verschraubte Endstufenmimik ist sauber gemacht - für die günstige Preisklasse richtig gut. Der Subwoofer arbeitet nach dem Bassreflexprinzip und stellt 200 Watt zur Verfügung, so kommen auch in mittelgroßen Hörräumen keine Leistungssorgen auf. Der Frequenzbereich geht von 38 bis 200 Hz, für sicheren Stand sorgen vier Füße unter dem Gerät. der Subwoofer ist angenehm kompakt und misst (H x B x T) 313 x 283 x 305 mm, das Gewicht liegt bei 7,5 kg. Lieferbar ist der Bass-Experte in sechs Gehäusefarben: Schwarz, Wenge, Dark Apple, White Ash, Schwarz Hochglänzend und Weiß Hochglänzend Im Standbybetrieb liegt der Stromverbrauch bei weniger als 0,5 Watt, wir haben dies nachgeprüft. Es gibt einen Right/Left Cincheingang, mehr Anschlüsse sind nicht vorhanden. Das 230 mm Bass-Chassis strahlt nach unten ab. Es gibt Regler für Pegel, Phase (0 bis 180 Grad) sowie Übernahmefrequenz, letztere ist einstellbar zwischen 40 und 200 Hz.  

Breitbandlautsprecher für den Surroundbereich

2-Wege-Satelliten für vorn

Gute Detailverarbeitung

Gerundete Ecken

Jamo-Schriftzug auf der hochglänzenden Oberseite

Gitter der Satelliten aus Sicht der innen liegenden Seite

Anschlüsse

Stabile Wandhalterungen

Die A 102 Satellitenlautsprecher für vorn gefallen durch das edle Design. Das schwarze Hochglanzfinish wirkt tief und satt - natürlich sieht man Staub gut auf dieser Oberflächenart, daher sollte ein Staubtuch schon mit zum Inventar gehören. Das sehr kompakte Zweiwege-System mit koaxialer Treibereinheit und magnetischer Abschirmung, befeuert von leistungsstarken Neodym-Magneten, verbirgt sich hinter einer Abdeckung, die gut sitzt und keine Falten wirft. Oben auf dem Gehäuse ist der Jamo-Schriftzug in silberner Farbe leicht erhaben eingearbeitet. Der nach dem geschlossenen Prinzip arbeitende Satellitenlautsprecher hat einen 76 mm Tief-Mitteltöner und einen 19 mm Hochtöner. Langzeitig ist eine Belastung von 60, kurzzeitig von maximal 80 Watt möglich. Der Frequenzgang reicht von 150 bis 20.000 Hz, im Bassmanagement eines angeschlossenen AVRs sollte als Übernahmefrequenz für den aktiven Subwoofer 150 Hz eingegeben werden. Vorsicht - wer automatisch mit dem Auto Room Setup des AV-Receivers einmisst, sollte unbedingt nach Beendigung des Einmessvorgangs die Werte kontrollieren. Die in schwarzer oder weißer Version lieferbaren Satelliten wiegen 0,7 kg und messen (H x B x T) 91 x 91 x 92 mm. Die Empfindlichkeit liegt bei 86 dB (2,83 V @ 1 m). Die für den Surroundbetrieb vorgesehenen A 10 SUR haben anstatt eines 2-Wege-Systems nur eine 76mm Breitbänder, was für Surroundaufgaben aber ausreicht. Die sonstigen Leistungswerte entsprechen, ebenso wie die Abmessungen, den A 102 2-Wege-Satelliten. Der A 10 CEN ist ein 2-Wege-Centerlautsprecher, der 1,1 kg wiegt und (H x B x T) 91 x 174 x 92 mm misst. Die anderen Leistungsdaten sind identisch mit den A 102 Satelliten. Die Jamo Lautsprecher haben eine Impedanz von 6 Ohm.  Integriert in alle passiven Boxen sind Wandhalterungen. 

Testequipment
Klang

Zunächst hörten wir uns die Tiesto-Version des Goldfrapp-Titels "Rocket" in Dolby PLII Music an - und das kompakte Jamo-Ensemble konnte uns sogar begeistern, was wir nicht geahnt hätten. Der kompakte Subwoofer schiebt, dass es eine Freude ist, zudem ist kaum ein Übergang zwischen dem Wirkungsbereich der kompakten Satelliten und dem aktiven Subwoofer hörbar. Auch verblüffend ist die Räumlichkeit - man hat spontan den Eindruck, dass hier viel größere Lautsprecher am Werk sind. Die gefälligen Front-/Surround-Übergänge sind ebenfalls hervor zu heben. Pegelfest sind die "Nordlichter" auch - selbst mit dem sehr kraftvollen Pioneer SC-LX73 kam es zu keinen Problemen. Und sogar beim leidigen Thema Empfindlichkeit schneiden die kleinen Jamos ordentlich ab. Natürlich kann man keine Sensationen erwarten, aber mit kräftigen Vertretern der unteren AVR-Mittelklasse kommen die Jamos sehr gut zurecht. Kräftige Bässe, erstaunlicher Tiefgang, räumliche Effektwiedergabe, für die Größe tolle Loslösung des Klangs von den Boxen: Bei "Back In Your Head" und bei "In The Dark"(Tiesto-BD "Elements Of Life - Copenhagen", Disc 2, Track 3 und 4, DTS-HD-Master Audio) setzen die Jamo-Lautsprecher ihren Weg konsequent fort. Lebendig, klar, mit Nachdruck - unerfahrene Hörer glauben kaum, dass diese Klangfülle aus einem so kleinen System entweicht. Wofür sich andere berühmte Hersteller rühmen, schafft Jamo in der Praxis tatsächlich: Großer Klang aus kleinen Boxen. Und auch bei anderen Musikstilen gefallen die kleinen Schallwandler, so bei "Romanza" /PCM Multichannel von Andrea Bocelli. Der kleine Center ist für eine klare und überraschend fundierte vokale Wiedergabe zuständig. Die Trennung von Stimme und Instrumenten ist gut, erst in den hinteren akustischen Ebenen nimmt die Detaillierung dann hörbar ab - dies wird aber in erster Linie versierten Anwender auffallen. Die Streicher werden harmonisch und trotzdem nicht fade wiedergegeben. Die Jamo-Boxen punkten auch mit einer ausgewogenen Front-Surround-Balance und schaffen auch bei diesem Stück einen glaubwürdigen virtuellen Raum. Der aktive Sub gefällt durch die gelungene Integration, er schafft Volumen, schiebt sich aber nie unschön in den Vordergrund und agiert zudem präzise. 

Geht es um eine tadellose Filmtonwiedergabe, kann man ebenfalls auf das Jamo-Set zählen. Im 16. Kapitel von "G.I. Joe" (DTS-HD Master Audio, englisch) geht es richtig zur Sache. Nach dem leisen Beginn mit gut verständlichen Dialogen und prima integriertem Music Score startet dann mit Wucht und Energie der Jet, der aktive Subwoofer sorgt für einen sehr guten Tiefgang und für viel Nachdruck. Die Geräusche im Labor erscheinen lebendig und sind gut eingearbeitet. Selbst kleine Effekte wie die innigen Küssen bringen die Jamo Satelliten und der querformatige Center überraschend komplett zur Geltung. Das Zischen beim Öffnen der Tür wirkt authentisch, als der Sicherheitsmechanismus der Tür zerstört wird und das Glas zerspringt, ist auch dieser Effekt facettenreich und klar zu hören. Der Unterwasserkampf kommt mit dynamischer Effektgestaltung und sattem Bass sehr gut heraus. Die Explosionen haben nicht nur Nachdruck, sondern sind auch überzeugend gestaffelt. Die rotierende Kanone, aus der kurze Zeit nach ihrer Einblendung ein bassstarker Schuss entweicht, klingt realistisch, das beim erbitterten Kampf kurz darauf zersplitternde Glas spritzt dynamisch nach allen Seiten weg. Bei "Batman - The Dark Knight" (Dolby TrueHD) kommt schon Beginn des Films gut heraus, als sich der Music Score langsam und bedrohlich bis zu einem tiefen Bassschlag aufbaut. Der A 210 SUB lässt auch hier wieder seine Muskeln spielen und bietet beim Schuss auf die danach zersplitternde Scheibe Präzision und Nachdruck. Die quietschenden Reifen des alten Fahrzeugs, in dem die Schergen des Jokers zur Bank fahren, kommen sehr gut heraus. Das Zuschlagen der Autotür, die Schritte in der weitläufigen Schalterhalle, aber auch die Schüsse arbeitet das A 102 HCS 6 lebendig heraus. Selbst der Schuss mit dem Schalldämpfer auf einen der Schergen auf dem Dach wirkt authentisch. Als der erboste Filialleiter die Pumpgun zückt, ertönen die gewaltigen Schüsse in nahezu vollem, Umfang. Lediglich der Music Score wirkt während der Schusswechsel etwas dumpf. 

Konkurrenzvergleich:

  • Teufel Motiv 3: Das Motiv 3 ist das richtige Ensemble für Designfans. Es sieht gut aus und klingt in sich geschlossen, zudem ist der ultrakompakte aktive Subwoofer beinahe überall unterzubringen. Der Jamo A 210 Sub bietet jedoch hörbar mehr Kraft und Tiefgang, die Front-Satelliten lösen im Frontbereich besser auf. 
  • Magnat Interior 5001A: Das preiswerte Magnat System ist sehr gut für Einsteiger, die genau rechnen müssen, geeignet und klingt gefällig sowie klar. Das Jamo Set rechtfertigt seinen Mehrpreis mit besserer Räumlichkeit und noch mehr Kraft im Bassbereich. 
  • Klipsch HD Theater 500: Das teurere Klipsch System agiert noch eine Idee dynamischer, dafür klingt das Jamo-System angenehmer und bietet eine bessere Räumlichkeit. Beide Systeme sind pegelfest. 
Fazit

Das Jamo A 102 HCS 6 hat uns im Testbetrieb überrascht und kann ganz vorn an der Klassenspitze kompakter Sub-/Sat-Systeme bis 500 EUR mitspielen. Akustisch passt alles - der satte, kraftvolle Bass mit sehr gutem Tiefgang, die kaum spürbaren Übergänge zwischen Satelliten und Subwoofer, die tadellose Räumlichkeit, die hohe Pegelfestigkeit, die Klarheit bei der Wiedergabe von Details und vokalen Elementen sowie die Grobdynamik. Hier muss sich der Großteil der Konkurrenten warm anziehten, Jamo reift zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten heran. Nach Jahren der Schwäche und dem Abstieg in die akustische Durchschnittlichkeit setzen die Dänen nun zum Höhenflug an und wechseln auch in günstigen Preisklassen - nicht nur beim exzellenten, aber kostspieligen D 500 THX Select 2 entschlossen auf die Überholspur. Der faire Preis und das gelungene Design sprechen auch für das A 102 HCS 6. 

Kompakt und elegant auftretend, kann das kleine Jamo-Set akustisch mit guter Dynamik und kräftigen Bässen für Freude sorgen

5.1 Subwoofer-/Satelliten-System untere Mittelklasse
Test 23. August 2011

+ Gute Dynamik
+ Kräftiger aktiver Subwoofer
+ Kaum spürbarer Übergang zwischen Satelliten und Subwoofer
+ Elegante Optik

- Lautsprecher-Klemmanschlüsse 

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
Datum: 23.08.2011

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