GPA präsentiert Neuheiten von Arcam, KEF und olive
18. August 2011 (th)
Anfang September findet Jahr für Jahr in Berlin die
internationale Funkausstellung (IFA) statt, welche mit ihrem Neuheitenfeuerwerk die "Saison"
in der Unterhaltungselektronik-Branche einleitet. Auf Grund der hohen Dichte an
Firmen, Veranstaltungen und Neuheiten geht mit das eine oder andere auch mal
unter. GPA, der Mutterkonzern der britischen Lautsprecher-Manufaktur KEF und
Vertriebspartner von Arcam umgeht dieses Dilemma durch Veranstaltung der "Blue
Chips Day", welche letztes Wochenende in Dortmund abgehalten wurden. Die
Vorteile liegen auf der Hand: Der Aufwand für ein derartiges Presse- und
Händlerevent liegt deutlich unter dem eines Messestandes und die mediale
Aufmerksamkeit muss mit niemanden geteilt werden.
KEF feiert in diesem Jahr fünfzigjähriges Firmenjubiläum, was zum Anlass
genommen wurde, einen neuen Topliner auf den Markt zu bringen. Dieser nennt sich
"Blade" und kostet 12.500 EUR / Stück. Kern der Entwicklung war das Ziel, nur ein
akustisches Zentrum zu schaffen, so dass keine Laufzeitunterschiede und
Übernahmeinterferenzen zwischen den einzelnen Chassis entstehen, was der
Präzision und Ortbarkeit abträglich wäre. Hierzu wurden je zwei 22,5cm
Bass-Chassis gegeneinander laufend montiert, ihre Rahmen miteinander verbunden
und zusammen mit dem zweiten Tieftöner-Paar um das akustische Zentrum der
weiterentwickelten Uni-Q Mittel-/Hochtoneinheit herum arrangiert, was eine
seitliche Lage der Tieftontreiber ergibt. Der bekannte und bewährte Uni-Q
Coaxialhochtöner wurde ebenfalls weiter entwickelt, welches sich in Form eines
neuen Waveguides, einer neuen Belüftung des Hochtöners inkl. Druckreduzierung in
der Kammer, neuem Hybridkonus-Mitteltöner, neuer Sicke und Überarbeitung der
Schwingspule zeigt.
Für Nutzer der Bi-Wire-Option wurde mit innen liegenden Kabelbrücken ein
nettes Detail verbaut, die sich mittels Drehschalter zwischen den beiden
WBT-Paaren nutzen lassen. Die interessante wie unkonventionelle Formensprache
der Blade hinterlässt in der Realität einen organischen wie unaufdringlichen
Eindruck - gemessen an der schieren Größe dieses Lautsprechers mit einer Höhe
von 159cm und lässt sich bei Neubestellung in 14 unterschiedlichen Farben
ordern.

KEF's Blade - eine imposante Erscheinung

Koaxialer Punktschall-Quellen Mittel-Hochtöner Uni-Q in
aktueller Ausbaustufe

Die Lackierung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck

Die Formensprache der Blade setzt sich deutlich vom klassischen "Box"endesign
ab. Sich im Rahmen einer Vorführung einen genauen Klangeindruck zu machen,
ist nahezu unmöglich. Dennoch ist festzustellen, dass die Blade dynamisch und
mit präzisem Bühnenaufbau spielt. Wir sind schon sehr gespannt auf die
Testmuster, welche wir natürlich sofort geordert haben.
Neben der Blade wurden noch weitere Neuheiten vorgestellt.

Ebenfalls neu auf den Markt kommt die Q Series, welche in großem Umfang (3x
Stand, 2x Regal, 2x Center, 1x Dipol, 1x Sub) angeboten wird.
Technologisch verfügt die Q Series über eine erneuerte Variante des
Uni-Q MT/HT. Preislich bewegen sich die Modelle zwischen 249 EUR (Q100,
kleiner Regel-LS) und 799 EUR (Q900, Stand-LS).


Für designorientierte Kunden, die Lautsprecher passend zum Flat-TV suchen,
bietet KEF nun die T Series an. Dank eines neuen Tief-/Mitteltöners mit flachem
Profil lässt sich eine Gesamtgehäusetiefe von lediglich 35mm erzielen. Es werden
zwei Größen angeboten, zum einen die Modelle T101/T101c (330x140x35) für 169 EUR
und zum anderen T301/T301c (600x140x35) für 249 EUR. Für den Subwoofer T2 müssen
599 EUR investiert werden. Gemessen an einzelnen kompakten Komplettsystemen ist
dies ein Preis über Einstiegslevel, die auf der Vorführung offerierte
Performance verspricht allerdings ein vertretbares Preis-/Leistungsverhältnis.
In einem gewohnt ausführlichen Test werden wir der Qualität T Series auf den
Grund gehen.

Die Verarbeitung gefällt und die geringe Bautiefe ist beeindruckend


KEF präsentierte auf den Blue Chips Days das komplette Line Up, bei dem auch die
Reference Series nicht fehlen darf. Interessant ist der Querschnitt durch eine
derart kostenintensive HighEnd Box.

Auch ein KHT-Set war zu bestaunen.

Seit einiger Zeit bietet KEF Inwall-Lösungen für unauffällig und Platzsparende
Installationen an.

Nicht unbedingt für einen Hochglanz-Prospekt geeignet, für die Installation aber
wichtig: Korpusse für Inwall-Lautsprecher, welche genaue Maße liefern für die
Wandaussparungen.

Arcam präsentierte den neuen AVR400, welcher der kleine Bruder vom bewährten
AVR600 ist. Wie der große Bruder verfügt auch der AVR400 über einen
Ringkerntrafo, die Leistung wird allerdings nur mit 7x 90W RMS angegeben. Die
Ausstattung lehnt sich in weiten Teilen am großen Bruder an, lässt allerdings
einen zweiten HDMI-Ausgang vermissen - sämtliche HDMI-Ports entsprechen der
Variante 1.4a und unterstützen 3D. Laut Arcam-Entwickler-Aussage war es auch bei
diesem Modell die oberste Prämisse, einen AV-Receiver zu bauen, der vor allem
den Liebhaber hochwertiger Stereowiedergabe zu umgarnen. Receiver darf sich der
Arcam wahrlich nennen, ist er doch einer der wenigen Modelle, die ab Werk mit
einem DAB-Tuner aufwarten können. Der in schwarz und silbern verfügbare
AV-Receiver hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 2.199 EUR.

In Deutschland noch nicht gelistet, aber dennoch interessant: Arcam rDac

Die bekannten Netzwerk Standalone Player aus der Solo Series wurden auch gezeigt

Die Haptik bei der Bedienung wie die Lesbarkeit des Displays liegen auf hohem
Niveau


Die edle Version des "Ghetto-Blasters" inklusive HighTech: Arcam rCube,
kompatibel zu sämtlichen aktuellen iPhone- und iPod-Modellen. Neben einer
Batterie für vierstündigen Betrieb, einem Tragegriff und einer Fernbedienung
verfügt der rCube über diverse technische Optionen, die ihn vom Markt deutlich
abheben. So lässt sich per optionalem Dongle vom Computer oder dem iPhone/iPod
auf den rCube streamen oder oder es lassen sich bis zu 8 Cubes miteinander
verbinden. Der optische Auftritt ist eigenständig und die Verarbeitungsqualität
wird dem Preis von 699 EUR gerecht.

Im Vertrieb von GPA findet sich nun auch olive, Hersteller von High-End
Musikservern. Auf obigen Bild ist das neue Topmodell zu sehen, der olive O6HD.
Der Musikserver verfügt über einen 10.1'' großen Touch-Screen, eingebettet in
ein abgewinkeltes Alugehäuse. Im Inneren sind unter anderem ein Ringkerntrafo,
2x Burr Brown D/A-Wandler PCM1792, TEAC CD-Laufwerk und eine 2TB Festplatte zu
finden. Zur Freude geräuschempflindlicher Naturen konnte auf den Einbau eines
aktiven Lüfters verzichtet werden. Per Gigabit-Netzwerk oder WLAN 802.11 b/g/n
greift der O6HD auf bestehende Festplatten, NAS-Systeme u.ä. zu, importiert
Covers aus dem Internet oder lässt Titelinformationen über einen Webbrowser
editieren. Eine Steuerung per iOS- oder Android-App ist möglich wie auch der
Zugriff auf Internetradio-Stationen. Neben audiospezifischen Anschlüssen findet
sich auch ein HDMI-Ausgang, zum Anschluss an einen Fernseher oder die
A/V-Anlage. Der Preis von 4.999 EUR erscheint sehr hoch, das Bedienkonzept, die
Fertigungsqualität und andere hier noch nicht genannte Eigenschaften
relativieren dies allerdings umgehend. Wir blicken gespannt einem ausführlichen
Test entgegen.
Text/Fotos: Thomas Hermsen
17. August 2011
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