TEST: DENON RCD-N7 und SC-N7 - CEOL Netzwerk-Musik-System

21.05.2011 (phk)

Einführung

Das Denon CEOL Netzwerk-Musik-System für 809 EUR, bestehend aus den Lautsprecherkomponenten SC-N7 und dem Hauptgerät RCD-N7, vereint hochwertige HiFi-Technologie und moderne Netzwerk-Flexibilität. Alternativ kann man auch nur die Headunit ohne Speaker für 699 EUR erwerben. Das RCD-N7 bedient sich dank seiner Netzwerk-Funktionen neben CD- und Radio-Wiedergabe einer Vielzahl weiterer Musikquellen. iPhone- ud iPod-Inhalte werden mit dem integrierten Dock wiedergegeben, an der Frontseite findet sich ein USB-Anschluss für die Wiedergabe von einem USB-Stick sowie ein kleiner Klinkeneingang für den analogen Anschluss weiterer Geräte. Durch die Netzwerkverbindung bietet das CEOL System Internetradio-Empfang sowie DLNA-Streaming von PCs oder Festplattem im gleichen Netzwerk, auch die Verbindung mit dem Napster Online-Service soll möglich sein. Airplay-Musikstreaming setzt ein kostenpflichtiges Software-Update voraus. Das RCD-N7 kann kabelgebunden oder dank integriertem WLAN-Modul drahtlos ins Netzwerk eingebunden werden und verfügt bereits über die komfortable WPS-Funktion. Die SC-N7 ergänzen das CEOL um Zwei-Wege-Lautsprecher in identischem Design, die Komponenten sind aber auch einzeln erhältlich.

Verarbeitung

 

RDC-N7 Front

Mit gedocktem iPhone

Geöffnetes iPod-Dock

Gerundete Kanten

Geringes Spaltmaß rund ums Gehäuse

Geräte-Rückseite

Power-Button und Disc-Auswurf

Navi-Kreuz

Quellenwahl und USB-Slot

Fernbedienung

SC-N7 Lautsprecher

Solide Kantenverarbeitung

Übergang Schallwand zum MDF-Gehäuse

Hochtöner

Tiefmitteltöner

Bassreflexausgang nach hinten

 

Die Verarbeitung des RCD-N7 Hauptgerätes wirkt sehr solide und sauber. Front und Gehäusemantel ist komplett in Kunststoff gehalten, der haptisch zwar nicht absolut hochwertig wirkt, aber auch zu keiner maßgeblichen Kritik führt, da Passungen gut und Spaltmaße gering ausfallen. Schmuckstück des RCD-N7 ist das große OLED-Display an der Front. Informationen können auch aus größerer Entfernung und untypischem Blickwinkel sehr gut eingesehen werden, selbst hoher Lichteinfall sorgt für keine Probleme. Die Bedienelemente, die rund ums Display platziert sind, verfügen über ausgezeichneten Druckpunkt und sorgen für ein komfortables Handling. Anschlüsse auf der Rückseite sind sauber eingepasst und haltem mehrerem Umstecken problemlos Stand, gerade die hochwertig erscheinenden Lautsprecher-Schraubanschlüsse sind besonders positiv zu werten. Die Geräte-Standfüße sind sehr gut dimensioniert und verhelfen dem RCD-N7 zu festem Stand auf jeglichem Untergrund. Auf der Oberseite des RCD-N7 findet sich ein iPod-Docking-Anschluss unter einer Kunststoff-Klappe, der Klappmechanismus läuft sauber und hat kein Spiel. Die Fernbedienung sorgt mit allen nötigen Tasten und einem mittigen Navigationskreuz für komfortable Handhabung. Die Lautsprecher SC-N7 zeigen sich in identisch lackiertem Perlweiß und lassen sich perfekt mit dem RCD-N7 kombinieren. Die Schallwand ist ebenso aus Kunststoff und weist seitlich gerundete Kanten auf. Das Gehäuse hingegen ist aus MDF gefertigt. Die Chassis sowie der Bassreflexausgang sind tadellos eingepasst, die sich auf der Rückseite befindlichen Lautsprecher-Klemmanschlüsse gefallen nicht ganz so gut. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Anschlüsse

 

Gesamtansicht Anschlüsse

  • Optischer Digitaleingang

  • Stereo Cinch analoger Eingang 2x

  • Stereo Cinch analoger Ausgang

  • Subwoofer Pre-Out

  • FM/AM Antenne

  • Ethernet

  • WLAN-Antenne

  • USB Slot vorne

  • Portable In Klinkeneingang vorne

Die Anschlussbestückung am RC-N7 ist keinesfalls zu beanstanden. Mit einem optischen Digitaleingang, zwei analogen Cinch-Eingängen und dem USB-sowie Klinkeneingang vorne ist das Gerät für eine Vielzahl an Quellen gerüstet. Durch den Ethernet-Slot und das WLAN-Modul steht auch dem Empfang von Internetradio sowie DLNA-Streaming nichts im Weg. Sehr gerne nehmen wir den Subwoofer Pre Out zur Kenntnis. Die LS-Schraubanschlüsse wirken hochwertig und sind problemlos für größeren Kabeldurchschnitt sowie Bananenstecker geeignet. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.

Konfiguration, Setup und Bedienung

Taste "Menü" auf der FB

Menü Teil 2

Erstkonfiguration ausführen

Menü "Other"

Die Bedienung des RCD-N7 Netzwerk-Musik-Systems erfolgt mit der mitgelieferten Fernbedienung und dem 3-zeiligen OLED-Display an der Frontseite.

Nach dem ersten Einschalten startet sich automatisch das "Network First Setup" und fordert den Anwender auf, ein LAN-Kabel oder die WiFi-Antenne am Gerät anzubringen. Wir wählen "Wireless" aus und können uns nun manuell oder mithilfe der WPS Push-Button-Methode oder einem PIN-Code in unserem WLAN-Netzwerk anmelden. Nach erfolgreicher Verbindung lässt sich der Netzwerk Standby aktiv bzw. inaktiv schalten. Nun wird noch die korrekte Uhrzeit eingestellt und das Netzwerk-Setup ist abgeschlossen. Nach dem Setup sollte zunächst unter "Other" nach Firmware-Updates gesucht werden, um immer auf dem aktuellen Software-Stand zu sein, im Test gab der RCD-N7 eine Update-Dauer von 30 Minuten an, tatsächlich benötigte das Gerät für die Aktualisierung aber nur ca. 15 Minuten. Die Bedienung und das Handling des Gerätes geht ohne Befehlsverzögerungen flott und insgesamt sehr einfach von der Hand. Besonders dem großen und sehr gut ablesbarem Display ist dieser Umstand zu verdanken. Neben der Timer- und Uhrzeiteinstellungen können im Netzwerk-Menü noch Last.fm sowie Napster-Accounts verwaltet und der Party Mode gestartet werden. Unter "Other" finden sich die Einstellungen zum Auto Standby, dem Bildschirmschoner und das Firmware-Update. Der Punkt "Speaker Optimize" sollte nur bei Verwendung der zugehörigen SC-N7 Lautsprecher auf "On" gesetzt werden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Multimedia-Features

Internetradio

Internet Radio

Auswahl der Station

Die Taste Internetradio auf der Fernbedienung wählt direkt das kostenlose Internetradioportal an. Unterteilt in eine Vielzahl von Genre-Kategorien gibt es eine schier unendliche Auswahl, es kann auch direkt nach Sendern oder nach einem Schlüsselwort gesucht werden. Der zuletzt gespielte Sender wird bei erneuter Anwahl des Internetradios automatisch erneut wiedergegeben. Die Pufferzeit nach Auswahl eines Senders fiel während unserer Testläufe sehr gering aus.

DLNA-Streaming

Ist die Netzwerkverbindung erfolgreich eingerichtet und befindet sich ein DLNA-Mediaserver im gleichen Netzwerk erfolgt der Zugriff auf Musikdateien mit dem Denon RCD-N7 problemlos und komfortabel. Mit der "Music Server"-Taste auf der Fernbedienung werden die vorhandenen DLNA-Server angezeigt und der gewünschte kann ausgewählt werden. Es öffnet sich die bekannte Ordnerstruktur mit Album/All Tracks/Artist/Genre/Playlists und Folder. Das RCD-N7 gibt schnell und verzögerungsfrei unsere Test-Dateien wieder. Von der obligatorischen MP3-Wiedergabe über WMA, AAC bis hin zu FLAC-Unterstützung bereitet das RCD-N7 keinerlei Probleme.

USB

FLAC-Wiedergabe

Nach dem Anschluss eines USB-Sticks schaltet das RCD-N7 automatisch auf die Quelle USB um. Eine komplette Ordneransicht entsprechend der Struktur auf dem USB-Medium wird angezeigt und der gewünschte Titel wird ausgewählt. Mit der "Display"-Taste der Fernbedienung kann der Interpret, der Album-Titel und das Format inklusive Bitrate am Front-Display angezeigt werden. Die Format-Auswahl umfasst ebenfalls MP3, WMA, AAC und FLAC.

iPod/iPhone

Über das integrierte Dock findet ein iPod oder ein iPhone direkten Anschluss an CEOL. Es gab keine Probleme bei der Erkennung. Die Wiedergabequalität war tadellos, der Sound war klar und harmonisch. Man kann mittels der Fernbedienung das im Dock befindliche Gerät steuern, allerdings wird das Menü und die ausgesuchten Musiktitel nur auf dem Screen des iPhones oder iPodes angezeigt, was aber kein großes Problem darstellt. 

Testequipment
Klang

CD, Usura - Open Your Mind (Quicksilver RMX), Özgur Can - 84 Shots, Ratatat - Shiller/Falcon Jab

In Kombination mit den SC-N7 Lautsprechern zeigt sich das CEOL antrittsschnell und mit guter Grobdynamik. Gerade Anwendern, die es untenrum ein wenig "dicker" mögen, wird die Auslegung gefallen. Allerdings wirkt der Mittenbereich ein wenig in den Hintergrund gerückt und nicht ganz so präsent. Der Hochtonbereich wirkt gut aufgelöst, aber eher warm und angenehm. Mit dem Lautstärkepegel sollte man bei den vergleichsweise günstigen SC-N7 ein wenig haushalten, ab etwa der Einstellung "35" kann es zu Verzerrungen und Clipping kommen. Für einen nicht allzu großen Wohnbereich reicht der Schallpegel aber mehr als aus. Ähnlich präsentiert sich die Ceol Kombi bei Özgur Cans "84 Shots", überraschend kräftig und voluminös gelingt die Darstellung der tiefen Bässe, die Synthesizer-Elemente im Mitten- und Hochtonbereich kommen aber nicht im identischen Maße zur Geltung. Gut finden wir die räumliche Wirkung und die dichte Klangkulisse, die das System generiert, Feinheiten und kleine Detailelemente sind aber nur schwer herauszuhören. Bei "Shiller" von Ratatat gelingt die Präsentation der Stahlsaiten hingegen sehr gut, auch die Piano-Elemente im Hintergrund kommen zur Geltung. Die atmosphärischen Klänge kommen sehr räumlich zur Geltung, wieder wirkt die Kulisse dicht und voluminös. Als die Ratschen-ähnlichen Geräusche einsetzen, sind wieder kleine Schwächen zu erkennen, diese wirken sonst etwas rauher und voller. Die experimentelle Gitarren-/Elektrokombo scheint dem Denon zu liegen, die angenehme Ausprägung im Hochtonbereich bleibt aber erhalten, auch die Mitten könnten ein wenig mehr Auflösung bieten. Insgesamt aber eine sehr harmonische und musikalische Darstellung. Das RCD-N7 darf sich an hochwertigen Lautsprecherkomponenten versuchen und begeistert uns bei den verschiedenen elektronischen Titeln nochmals besser. Der positive Eindruck des kräftigen Tieftonbereichs bleibt erhalten, Mitten und Höhen legen aber nochmals zu. Klarer und feindynamischer erscheinen die höheren Frequenzbereiche bei höherer Auflösung. Die Stimmwiedergabe wirkt lebendiger und charakteristischer, auch einzelne Synthi-Elemente kristallisieren sich besser aus dem Gesamtgeschehen heraus.

CD, Jan Hammer Project feat TQ - Crockett's Theme

Der Miami Vice Hit von 1987 gelingt dem RCD-N7 an unserem nuVero 10-Pärchen ganz hervorragend. Nach dem langsamen Aufbau entsteht eine breite und atmosphärisch dichte Bühne. Der Sprechgesang wird ebenfalls ausgezeichnet erfasst und ist mit charakteristischer Authentizität versehen. Hintergründige Elemente wie das Sirenengeheul geht nicht im Gesamtgeschehen unter. Die Bässe gelingen kräftig und schnell, der Tiefgang gut.

CD, Royal Philharmonic Orchestra - James Bond Themes, The James Bond Theme & Goldeneye

Beim ersten Track zeigt sich das Ceol wieder mit flottem Antritt und guter Räumlichkeit. Die Bühne könnte ein wenig klarer gestaffelt sein, die Instrumente lassen sich aber beinahe tadellos differenzieren. Wiederum zeigt sich der Tieftonbereich erstaunlich sauber und präzise, kein Nachhinken ist zu erkennen. Auch Volumen und Tiefgang lassen die SC-N7 gut aussehen, auch wenn es dem feingeistigen Zeitgenossen schon leicht überbetont vorkommen könnte. Die Beckenschläge kommen klar zur Geltung, die angenehme Auslegung des Hochtonbereichs zeigt keine negativen Auswirkungen, lediglich das Glockenspiel wirkt ein wenig zurückgenommen. Die Mitten sind ebenfalls präsent, zeigen sich aber bezüglich Feindynamik und Auflösung etwas zurückhaltend. Bilanzierend wiederum eine sehr angenehme, musikalische Präsentation.

In Kombination mit hochwertigen Lautsprecherpaaren schlägt sich das RCD-N7 hervorragend. Enorm leistungsstark verkauft sich das kleine System, selbst bei Schallwandler mit etwas anspruchsvollerem Wirkungsgrad hat das Denon Gerät keine Probleme. Obligatorisch können hier dann auch deutlich höhere Pegel ohne negative Auswirkungen als mit den SC-N7 Lautsprechern gefahren werden. Die musikalisch harmonische Ausprägung bleibt dem RCD-N7 erhalten, der Mittenbereich wirkt aber präsenter und die Höhen sind klarer herauskristallisiert. Die tiefen Frequenzen bleiben ausdrucksstark, voluminös und gewinnen an Präzision. Die Stereobühne wirkt räumlich und die Orchesterstaffelung gelingt sehr gut. 

Internetradio - Hard Rock & Jazz MP3 128kbps & 160 kbps

Die Nachteile des bezüglich der Bitrate etwas schwachbrüstigen Internetradios lassen sich nicht wegdiskutieren, dennoch gefällt die Performance des RCD-N7 mit guter Grobdynamik und sauberem Bühnenaufbau. Die Klangkulisse erscheint nicht ganz so dicht sowie durchhörbar und auch im Hinblick auf die Feindynamik steht der Internetradio-Betrieb natürlich ein wenig hinten an. Selbst bei Jazz gelingt dem RCD-N7 eine gute Instrumentaldifferenzierung, verschiedene Schlaginstrumente kommen klar heraus, der Tieftonbereich ist präsent aber nicht zu betont und das Piano ist mit leicht warmen Klängen gut integriert. Gerade wer anspruchsvoll Musik genießen möchte, sollte sich überlegen, das RCD-N7 mit hochwertigen Lautsprechern zu kombinieren. Die SC-N7 sind sicherlich für den kleinen Raum keine schlechten Komponenten, im RCD-N7 ist aber mehr herauszuholen.

Fazit

Das CEOL Netzwerk-Musik-System zeichnet sich dank integriertem iPod/iPhone-Dock, DLNA-Support, USB-Wiedergabe, CD-Wiedergabe und Internetradio durch flexible Multimedia-Eigenschaften und zusätzlich problemlose Bedienbarkeit aus. Obwohl das RCD-N7 nicht über einen Video-Ausgang und damit auch kein OSD-Menü verfügt, gelingt das Handling aufgrund des großen, tadellose ablesbaren OLED-Display sehr komfortabel. Trotz der vielen integrierten Features wurde auch die Performance im Bereich Akustik nicht vernachlässigt. Am besten präsentiert sich das RCD-N7 in Kombination mit eigenen, nicht allzu preiswerten Lautsprecherkomponenten und begeistert durch ausgezeichnete Dynamik, präsente Mitten und gute Auflösung im Hochtonbereich. Die SC-N7 eignen sich für die Kombination ebenfalls sehr gut, können aber die akustischen Reize der RCD-N7 nicht voll erfassen. Wer dennoch eine kompakte Lösung für eine nicht allzu große Wohnumgebung sucht, ist mit den optisch perfekt kombinierbaren SC-N7 Schallwandlern gut bedient.

Flexible Multimedia-Eigenschaften gepaart mit akustischer Performance und schicker Optik

Netzwerk-Musik-Systeme Obere Mittelklasse
Test: 21. Juli 2011

+ Komfortables Handling
+ Sehr gutes Front-Display
+ Harmonische Akustik
+ Betriebssichere DLNA-Funktion
+ Solide Verarbeitungsqualität

- WPS-Funktion nicht immer zuverlässig
- Klemmanschlüsse an SC-N7

Technische Daten: www.denon.de

Test: Philipp Kind
Datum: 21. Juli 2011

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